Ich habe diese Story nicht umsonst ab 18 geratet. Leider konnte ich das vorne nicht anklicken, aber hier noch einmal eine Warnung: Bitte nicht lesen, wenn ihr nicht alt genug dafür seid.
Kapitel 4
Lisbon schlug ihre Augen auf. Wie spät war es? Heute war ein ganz normaler Arbeitstag, sie durfte nicht zu spät kommen. Doch bevor sie auf den Wecker schaute, bemerkte sie, dass sie alleine war.
Typisch, dachte sie. Erst drängen und dann abhauen wenn es brenzlig wird. Sie schüttelte ihren Kopf und hatte sich fast wieder gefasst, als sie die Uhrzeit erspähte.
Es war halb zehn, sie musste seit anderthalb Stunden im Büro sein. „Verfickte Scheiße!", fluchte sie und kramte ihr Handy heraus.
Es war auf lautlos gestellt und hatte nur eine SMS zu verkünden. Von Jane. „Hab dem Team erzählt, du hättest einen Arzttermin", las sie laut vor und lächelte bei dem Kusssmiley am Ende.
Sie schaute zurück auf ihren Wecker. Jane hatte ihn ausgeschaltet. Wirklich klassisch Jane, dachte sie, als sie aufstand und sich trotzdem beeilte, ins Büro zu kommen, wo sie circa eine Dreiviertelstunde später eintrudelte.
Als sie aus dem Aufzug stieg, merkte sie sofort, dass etwas nicht in Ordnung war. Ihr neuer Boss stand im Flur und diskutierte mit einem FBI-Agenten, den sie schon mal bei einem Gerichtsverfahren gesehen hatte.
„Agent Lisbon. Jane sagte mir, sie hätten einen Arzttermin gehabt, also hielt ich es für besser, sie nicht anzurufen", wandte sich ihr Boss plötzlich zu ihr.
„Was ist denn los?", fragte sie und hatte die Polizisten seit langer Zeit nicht mehr in solcher Aufruhr gesehen.
„Das lassen sie sich am besten von ihrem Team erklären. Sie waren bereits am Tatort, überlassen es aber jetzt einer anderen Einheit."
Lisbon nickte und ging in das Büro, wo Van Pelt, Rigsby, Cho und Jane geheimniskrämerisch am großen Tisch saßen. „Was ist denn los?", wiederholte Lisbon sich und setzte sich dazu.
„Es gab einen neuen Red John Mord", sagte Cho in seiner nüchternen Stimme. Lisbons Blick wanderte langsam zu Jane, der auf den Tisch starrte und absolut leblos wirkte. Die Farbe war noch nicht in sein Gesicht zurückgekehrt und seine Lippen wirkten totenblass.
Seine Augenringe sahen eigenartig geschwollen aus und seine Augen waren wässrig. Der Arme, dachte Lisbon und überlegte, seine Hand zu streicheln. Das wäre aber zu offensichtlich und so ließ sie es bleiben.
„Äh, wir haben hier ein Tatortfoto", bemerkte Rigsby und Lisbon fiel jetzt erst auf, dass noch keine Notizen an der Pinnwand hingen.
Vermutlich durfte ihr Team überhaupt nicht an dem Fall arbeiten und mit einem Blick auf das Photo wurde ihr schlagartig bewusst, wieso: Es zeigte ein junges Mädchen, sie hatte dunkelbraune Haare, war komplett nackt und blutüberströmt. Sie lag auf ihrem Bett und über der Wand prangte ein großer, hämisch grinsender Smiley und darunter standen nur sechs Buchstaben, ein Wort: Lisbon.
***6 Stunden zuvor***
Brett Partridge war gerade von seinem nächtlichen Einbruch fertig, als sein Handy klingelte. Er fuhr an den Rand der leeren Straße und kramte sein Handy aus der Hosentasche.
„Ich dachte, du wärst beschäftigt", nahm er überrascht ab.
„Planänderung. Wir werden heute Nacht als nächstes töten. Hast du bereits ein Opfer oder soll ich spontan entscheiden?", fragte eine unverzerrte Stimme am anderen Ende der Leitung.
„Ich…Ich habe jemanden, du weißt doch, ich habe immer irgendwen auf meiner Liste. Die Adresse ist Northumberland Avenue 34. Ihr Name ist Maria Kingsley und ihre Eltern sind über das Wochenende weggefahren, das heißt, sie ist alleine dort mit ihrem jüngeren Bruder."
„Ich bin immer wieder überrascht, wie du die ganzen Informationen beschaffst. Wie alt sind die beiden?"
„Sie ist 21 und ihr Bruder ist 11. Wann soll ich da sein?"
„In einer halben Stunde. Und bring die Ausrüstung mit." Die andere Gesprächsseite legte auf und Partridge betrachtete die Tasche auf der Rückbank. Er hoffte, nichts vergessen zu haben, da er keine Lust hatte, noch einmal zurückzufahren.
Eine Dreiviertelstunde später kam er bei dem einsam gelegenen Haus an. Er wartete keine fünf Minuten, bis das blaue Auge am Horizont auftauchte. Es parkte direkt neben seinem und Red John selbst stieg aus.
„Meinen Mantel", verlangte er zuerst, um bloß nicht wiedererkannt zu werden. Er zog seine schwarze Kutte an und die Maske über. Partridge nahm die Tasche von der Rückbank und sie gingen hinüber zum Haus.
„Es ist einsam hier, das nächste Haus steht fünfzig Meter entfernt, das ist gut", bemerkte Red John und wartete geduldig, bis Partridge das Schloss aufgefummelt hatte.
Sie traten ein und Partridge zeigte leise die Treppe hinauf. „Du übernimmst den Sohn. Stell ihn ruhig, gib ihm eine Spritze. Er sollte für zwei bis drei Stunden bewusstlos sein", flüsterte Red John und Partridge nahm ein Messer und die Spritze aus der Tasche, die Red John dann in das Schlafzimmer schleppte, von Marias Name an der Tür stand.
Die junge Frau schlief friedlich. Sie hatte dunkelbraune Haare, die leicht gewellt auf das Bett fielen. Genau mein Typ, dachte der Mörder und schlich leise näher. Er zog eine zweite Spritze aus der Tasche und setzte sie sanft an.
Die Frau wachte auf und wollte schreien und um sich schlagen, doch er war schneller. Er presste die Flüssigkeit in ihren Oberarm und seine freie Hand auf ihren Mund.
Sie schlug wild um sich, doch er drückte sie wieder auf das Bett zurück. Nach einige Zeit wehrte sie sich nicht mehr, sondern sackte zusammen. Ihre Augen blieben offen und das Wachkoma war eingetreten.
Red John streichelte ihre glatten Wangen, seine Handschuhe glitten ihren Hals hinunter. Er riss das Shirt von ihrem Körper und streifte ebenfalls ihre kurze Hose ab.
„Es wird in einer Stunde hell", sagte Partridge, der gerade wieder ins Zimmer kam.
„Ich habe nicht mehr vor, als sie leiden zu sehen", murmelte Red John und kramte ein Skalpell und das Messer heraus, mit dem er bereits Lindsey Graham ermordet hatte.
Es war nicht gewaschen worden und er wusste, dass die Forensik Lindseys Spuren finden würde. Vermutlich würde Partridge das herausfinden. Er setzte sich neben den Körper der Frau und blickte in ihre ängstlich umher zuckenden Pupillen.
Partridge kam von der anderen Seite an das Bett heran, um sein großes Idol bei der Arbeit zu betrachten.
Schließlich setzte Red John das Skalpell an ihrer Kehle an und schnitt tief in das Fleisch hinein. „Weißt du, warum es mehr Spaß macht, lebendige Menschen aufzuschneiden?", murmelte er als er das blutgetränkte Operationsgerät tief in den Körper hinein rammte.
„Weil sie bluten", antwortete Partridge trocken und beobachtete in Seelenruhe wie Jane nach mehrfachen Schnitten das Messer in eine Plastiktüte steckte, um die große Tasche nicht zu verschmutzen und sich dann das Messer nahm. Maria atmete nur noch flach, doch sie konnte nichts dagegen tun.
Sie musste zuschauen, wie Red John sich die Maske abzog und sie starrte direkt in seine wunderschönen Augen, als er das Messer wieder ansetzte und in ihren Magen schob.
Sie spürte den vollen Schmerz, doch irgendwie war es bereits ein schönes Erlebnis. Sie verlange nicht nach mehr und nicht nach weniger, sie war vollkommen zufrieden.
Red John zog das Messer sachte aus dem weichen Fleisch heraus, wo er scharfe Kanten hinterließ, aus denen das Blut herausquoll. Er stand auf, da das Bettzeug die rote Flüssigkeit nicht genügend aufsaugen konnte.
Die verschiedenen Rottöne schillerten im fahlen Mondlicht, das durch das Fenster hineinschien. „Bitte", flüsterte Maria leise. Sie konnte kaum ihre Lippen bewegen. Doch Red John lächelte sie nur an. Er setzte das Messer in ihren Mund.
„Lächle doch ein wenig", sagte er und schnitt ihre linke Wange auf. Das Blut vermischt mit Speichel floss seitlich auf das Kopfkissen und hinab auf das Bettlaken. „Du bist wunderschön", fügte er hinzu und wiederholte den Vorgang noch auf der anderen Seite.
„So eine Schande", sagte er schließlich und stieß das Messer tief in ihren Mund. Ihre Zunge platzte regelrecht auf und das Messer durchbrach jedoch nicht die Schädelwand.
Ihr Brustkorb hatte aufgehört, sich im langsamen Takt zu heben und zu senken und sie blinzelte nicht mehr. Ihre Augen wurden leer und starrte ins Nichts. Mit dem tropfenden Messer fuhr Red John um ihren Augapfel herum und hebelte ihn aus der Höhle.
Er durchtrennte mit einer erstaunlichen Ruhe die Nerven und das Auge kullerte auf das Kopfkissen, wo es vom Blutstrom mit auf das Laken getrieben wurde. Der Mörder nahm ein kleines Tuch aus der Tasche und wischte das Messer sorgfältig ab.
„Mal ihre Fußnägel an", verlangte er dann von Partridge, der regungslos dabei stand und alles beobachtet hatte. Dieser nickte nun und suchte sich ein Paar Gummihandschuhe. Red John tauschte seinen schwarzen Lederhandschuhe auch gegen Einmalhandschuhe.
Er stieg auf den Nachttischschrank, bückte sich und tauchte seine drei mittleren Finger tief in eine der vielen Wunden ein. Dann malte er den grinsenden Red John Smiley, bei dem er bereits so viel Übung hatte. Es war ein spontaner Einfall, als er ebenfalls das Wort ‚Lisbon' an die Wand schrieb.
„Warum?", fragte Partridge mit neutraler Stimmlage, als er sich die Handschuhe abstreifte.
Red John antwortete nicht sondern verstaute seine Sachen wieder in der Tasche.
„Empfindest du etwas für sie?", fragte Partridge leise und kam näher.
Red John blickte in die dunklen Augen des Forensikers und streichelte seine Wange. „Nein", antwortete er und küsste ihn sanft auf die Lippen. „Wir haben nicht mehr viel Zeit, wenn wir ungesehen von hier verschwinden wollen", sagte er und ging an Partridge vorbei aus dem Raum.
Dieser seufzte nur leise und folgte. Wenn sein Boss nur wüsste, was er für ihn empfand…
