Kapitel 5
„Es gibt keine Zweifel daran. Red John ist wieder aktiv", sagte Lisbon und schaute den Rest der Fotos durch. Plötzlich räusperte sich Rigsby und Lisbon schaute auf. Ihr Boss war auf dem Weg zu ihnen. Hektisch sammelten sie die Fotos und versteckten sie unter einer anderen Fallakte.
„Ich habe einen anderen Fall für sie", erklärte ihr Boss und gab ihnen einen Zettel mit einer Adresse. „Sehen sie dort nach und schauen sie, wie sie die örtliche Polizei unterstützen können."
„Das ist außerhalb unseres Zuständigkeitsbereiches", meinte Cho, als er sah, dass die Adresse mehrere Autostunden entfernt lag.
„Ich habe ein paar Telefonate gemacht und sie können ihre Hilfe gebrauchen", sagte der Boss schroff und ging wieder davon.
„Er will uns nur aus dem Weg haben", murmelte Van Pelt, als sie alle ihre Sachen packten.
Einige Minuten später saßen sie bereits alle im großen VW Auto und fuhren in Richtung mexikanische Grenze. „Worum genau geht es eigentlich?", fragte Lisbon, als Rigsby genauere Infos auf sein Handy lud.
„Doppelmord in einer abseitsgelegenen Villa circa 50 Meilen von der Grenze entfernt. Die Polizei vermutet, dass es ein Drogenmord war. Das Opfer sind der Villeninhaber Federico Gomez Rodriguez und eine bisher noch nicht identifizierte Frau."
„Vermutlich eine Prostituierte", meinte Van Pelt und Rigsby nickte. Den Rest der Fahrt schwiegen sie. Rigsby und Van Pelt hatten sich nichts zu sagen. Sie versuchten, Distanz zu bewahren, aber irgendwie war es kaum möglich. Jane und Lisbon wollten ebenfalls eher diskret bei der Sache von letzter Nacht bleiben. Und dann blieb noch Cho übrig, der sowieso nie redete und unter Kollegen schon den Spitznamen „Morn" erhalten hatte.
Endlich kamen sie bei der riesigen Villa an, die an einer endlosen Straße einige Kilometer von der nächsten Stadt entfernt lag. Hier wohnte nur jemand, der seine Ruhe haben wollte. Dementsprechend gab es vermutlich auch keine Zeugen.
„Was haben sie für mich, Chief?", fragte Lisbon, als der höchstrangige Officer aus dem Haus kam.
„Die beiden Leichen sind im oberen Schlafzimmer. Wir vermuten, dass die Frau eine Nutte ist und der andere ist der Drogenboss Federico Gomez Rodriguez. Wir haben bisher noch keinen Hinweis auf den Täter, die Tatwaffe, eine Pistole, vermutlich von Rodriguez selbst, wurde nicht gefunden."
Die vier Agents und der Berater betraten das Haus und Rigsby, Cho, Lisbon und Jane gingen hoch zum Schlafzimmer, während Van Pelt sich mit den anderen Polizisten traf, um die weitere Kooperation abzusprechen. Als sie im Zimmer ankamen, blieb Lisbon zunächst geschockt stehen. Sie hatte schon viele Tatorte gesehen, aber jedes Mal widerte es sie an.
Dabei war gar nicht so viel Blut geflossen wie sie erwartet hatte. Es sah aus, wie ein ruhiges Stillleben. Der Mann, komplett nackt, lag auf dem Bett, halb angelehnt und die Wand hinter ihm war besprenkelt. Man hatte ihm zwei Mal in die Brust geschossen und einmal in den Bauch, vermutlich ein Mord aus persönlichem Motiv. Die Frau, höchstens Mitte zwanzig, lag neben ihm und ihr Kopf lag auf seinem Oberkörper. Sie wurde einmal im Kopf und drei Mal auf Brusthöhe getroffen.
„Die Ehefrau war's", meinte Jane plötzlich.
„Er war nicht verheiratet", sagte einer der Polizisten.
„Dann die Freundin. Oder eine Liebesaffäre."
„Wie kommen sie darauf?"
„Das sieht aus wie eine typische Eifersuchtstat. Freundin kommt rein, während ihr Mann sie mit einer Nutte betrügt. Sie greift sich eine der vielen Waffen, die im Haus herum liegen und erschießt beide kaltblütig. Jedoch haben ihre Hände gezittert, was darauf schließen lässt, dass sie sonst nicht zur Gewalt neigt. Vermutlich hat sie sich durch ihre Affäre mit Rodriguez aber daran gewöhnt. Ein weiterer Hinweis ist das Flugticket, das in dieser halbgeöffneten Schublade lag", er hielt es hoch und fuhr fort,
„ich habe die Reservierung geprüft. Es wurden zwei Plätze nebeneinander gebucht von derselben EC-Kartennummer aus, aber nur ein Ticket liegt hier. Der Mann wollte vermutlich durchbrennen mit seiner neuen Affäre, aber die Freundin hat die Karten entdeckt. Also greift sie sich die Karten und ist mittlerweile auf dem Weg zum Flughafen. Ich würde sofort ein paar Männer an Gate 35 schicken, wo der Flug nach Mexiko City in drei Stunden abfliegt. Wenn es weiter nichts ist, würde ich jetzt gerne ins CBI zurückkehren und mich mit einem aktuellen Fall beschäftigen." Ohne mit der Wimper zu zucken drückte er das Flugticket in Lisbons Hand und verließ den Tatort.
Er war gerade im Erdgeschoss angekommen, als Lisbon ihn einholte. „Jane, wir können hier noch nicht weg!"
„Wieso? Fall gelöst und fertig."
„Jane. Das ist nicht so einfach. Wir müssen wenigstens hier warten, bis wir den Bescheid vom Flughafen bekommen haben, dass deine Theorie stimmt."
Jane seufzte und drehte sich dann plötzlich um. „Und was machen wir bis dahin?", fragte er in einer ganz anderen Stimme.
Lisbon schaute sich verlegen um. Doch da war niemand.
„Ich hab beim Hinfahren eine kleine Hütte im Garten gesehen. Und da ist weit und breit kein Polizist zu sehen", sagte er und beugte sich zu ihr. Ohne ein weiteres Wort schlichen sie sich durch den Hinterausgang raus. Schnell hastete sie durch den Garten und war froh, immer noch niemanden zu sehen, als Jane die Tür hinter ihr schloss.
„Jetzt sind wir schon wieder alleine", murmelte Jane in erneut einer anderen Stimmungen. Total verändert lächelte er sie an. Lisbon wollte ihn darauf ansprechen, doch er presste bereits seine perfekt geformten Lippen auf ihren zarten Mund. Er berührte sie an so vielen Stellen gleichzeitig, dass sie nicht wusste, was sie mehr erregte: seine Präsenz oder seine Stimulierung an Teilen ihres Körpers, denen sie nie zuvor Beachtung geschenkt hatte. Langsam glitt seine Hand zwischen ihre Beine und streifte die enge Jeans hoch.
Seine Hand fand sich schließlich in ihrer Hose wieder, berührte sachte ihren Hintern und dann weiter vorne. Er rieb mit seinem Zeige- und Mittelfinger an ihrer Scheide, die bereits ganz feucht war. Dann presste er ihren kompletten Körper gegen die Wand und kramte ein Kondom aus der Hintertasche seiner Hose.
„Hast du immer eines dabei?", fragte sie erstaunt. Das hätte sie ihm wirklich nicht zugetraut.
„Für alle Fälle gerüstet", erwiderte er, als er es schon auf seinen steifen Penis überzog. „Ich glaub ich komm zu früh", flüsterte er in ihr Ohr, als er ihre Hose und Slip energisch herunter zog und schwungvoll in sie eindrang.
Langsam bewegte er sein Becken vorwärts und rückwärts und sachte nach oben. Proportional zu ihrem Atem wurden seine Bewegungen schneller und hektischer und er fühlte den sanften Hauch ihres Atmens in seinem Gesicht und ihr Brustkorb hub und senkte sich immer und immer rapider. Schließlich war es nicht mehr als ein Stöhnen und Keuchen, als sein Kopf auf ihre Schulter fiel und er sanft ihre Schultern massierte.
„Wir sollten wirklich zurück gehen", murmelte sie irgendwann und er nickte. Wortlos verließen sie die Scheune wieder.
