Disclaimer: I don't own anything except the story, side-characters and setting.
Die erwähnten Organisationen sind rein fiktiv.
Authors Note: Zwar hat mein erstes Kapitel kaum irgendwelche Beachtung gefunden, trotzdem möchte ich die Geschichte fortführen, ganz einfach weil sie mir irgendwie am Herzen liegt. REVIEWS SIND SUPER. Ehrlich.
2. Niemals gut genug
Ein hohles klicken hallte durch die Nacht. Kates Magen fühlte sich an, als wäre er in ein unendlich tiefes Loch gefallen. Kein Rückstoß. Kein aufblitzen des
Gewehrfeuers am Lauf. Keine tote Irene. Im Gegenteil: Irene drehte sich langsam um. Sie sah zum Dach hoch, schenkte Kate ein umwerfendes Lächeln, blies ihr
einen Kuss zu verschwand in der Menge.
Sie hat mich manipuliert. Sie hat mein Gewehr manipuliert. Ich weiß es. Ich habe noch nie danebengeschossen. Es ist nicht meine Schuld. Ich habe alles richtig
gemacht. ICH HÄTTE SIE NICHT VERFEHLT. Kates Gedanken hämmerten in Kreisen. Ihr war schlecht. Sie ließ sich auf den Boden sinken. In stummer Wut biss sie
sich auf die Lippe, bis sie Blut schmeckte. "Sie haben uns enttäuscht Agent Dunham. Bauen Sie ab und finden sie sich in der Zentrale ein!", schnarrte die Stimme
aus dem Kopfhörer. Kate bemerkte nur am Rande, dass sie schluchzte, während sie zusammenpackte.
"Sie haben uns enttäuscht, Agent Dunham." Kate stand in einem ovalen Raum mit einer beeindruckenden Glaswand, die eine atemberaubende Aussicht auf
London bot. Der Raum beinhaltete lediglich einen Tisch aus massivem, einschüchterndem Stahl, mit schwarzen Stühlen, auf denen ausnahmslos Männer, mit
schwarzen Anzügen saßen. Sie waren sichtlich gelangweilt. Mr. Weiß durchbohrte Kate mit einem vernichtendem Blick.
"Wir haben auf Sie und Ihre Fähigkeiten gesetzt. Sie kosten dem BSF durch Ihre Inkompetenz Unsummen. Miss Adler MUSS ausgeschaltet werden. Und die
einzige Chance, die wir seit Monaten hatten, haben Sie vertan." Kate fühlte sich klein. Sehr klein. "Sie werden jetzt am besten eine kleine Auszeit nehmen.
Dann sehen wir weiter." J-Ja. Ja Sir".
Kate rannte förmlich aus dem Gebäude. Der Himmel war grau und nebelverhangen, wie gemacht für Kates Stimmung. Sie knallte ihre Haustür zu. Ihre
Wohnung empfing sie kalt, sie war nie wirklich ihr Zuhause gewesen. Kate hatte immer die meiste Zeit auf der Arbeit verbracht. Jetzt werde ich immerhin
meine Wohnung MAL SO RICHTIG KENNENLERNEN, dachte Kate höhnisch.
Sie schmiss ihre Schuhe in die Ecke und betrat das Wohnzimmer. Kate erstarrte sofort. Etwas war anders. Ungewohnt. In ihrer Wohnung roch es niemals nach
Jasmin und Rosen. Hier war jemand gewesen. Kate schloss die Augen und atmete noch einmal tief ein. Sie konnte den Geruch förmlich schmecken. Er ließ ihr
Herz rasen.
Mit einem Ruck holte sich Kate wieder in die Wirklichkeit zurück. Vorsichtig ging sie zum Bücherregal und zog eine Pistole hervor. Es war schon immer eine
schlechte Angewohnheit von ihr gewesen, Waffen überall in der Wohnung zu drapieren. Mit erhobener Waffe schlich sie durch die Wohnung, stieß eine Tür
nach der anderen auf und kontrollierte die Räume. Nichts. Kate hatte auch nicht damit gerechnet etwas vorzufinden. Oder jemanden.
Ein sinnloser Film lief plärrend im Fernseher vor sich hin, während Kate mit Decken eingemummelt auf der Couch lag und an die Decke starrte. Immer wieder
wanderten ihre Gedanken zum gestrigen Abend. Irene, Irene, Irene, immer wieder diese Frau. Kate war sich fast sicher, dass sie nach Jasmin und Rosen
gerochen hatte.
Dunkelheit umfing Kate. Ein stechender Schmerz auf ihrer linken Körperseite, genau zwischen den Rippen. Der barhäuptige, totenbleiche Mann hatte ihr das
Messer zwischen die Rippen gerammt. Er begann es zur Seite zu drehen. Und Kate schrie. Ihr Blut rann warm an ihrer Seite herunter, während sie versuchte
den Mann von sich herunter zuschieben. Er ließ von dem Messer ab und legte die Hände um Kates Hals. Und drückte zu. Die Welt wurde klein.
Schwer keuchend und schluchzend wachte Kate auf. Sie hatte ihre Decke zur Seite geworfen und die geladene Pistole in ihrer Hand. Mit weit aufgerissenen
Augen und zitternder Hand suchte Kate ihr Ziel, suchte den Mann mit Glatze. Blut pulsierte in ihren Ohren, jede einzelne Zelle in ihrem Körper schien Stress
durchflutet. Natürlich konnte Kate keinen Feind ausmachen. Natürlich. Sie hatte nur geträumt. Langsam ließ sie die Pistole sinken.
Kate stellte fest, dass sie komplett verschwitzt war. Schlaf konnte sie jetzt wohl vergessen. Sie betrat ihr Bad, um eine kühle Dusche zu nehmen. Kate war sich
fast sicher, dass das Wasser die Erinnerungen wegwaschen könnte.
3 Tage. 3 Tage ohne Arbeit und Kate war am Ende. Sie hatte nie bemerkt, wie sehr sie ihr Privatleben tatsächlich vernachlässigt hatte, nachdem sie dem BSF
beigetreten war. Gefährlich unvernünftige Gedanken tummelten sich inzwischen in Kates Kopf. Sie hatte Lust sich sinnlos zu betrinken, oder nach draußen zu
gehen und Leute anzupöbeln. Vielleicht eine Bank ausrauben. Solche Gedanken. Sie musste sich praktisch zwingen sitzen zu bleiben.
Sie sah plötzlich wieder diese wundervollen Augen vor sich, diese Lippen, die sie so unendlich schwach werden ließ. Doch bevor Kate die Chance hatte, sich für
ihre Gedanken zu hassen, klingelte das Telefon. Das war komisch. Kate wusste bis jetzt noch nicht einmal, dass sie eines besaß.
