Narzissa betrat das Zimmer, es musste eine Küche sein – aber es war viel zu untypisch für eine Küche. Ihr musste die Verwunderung ins Gesicht geschrieben stehen, denn Alecto und Cathrin fingen an zu grinsen.
„Ich sach mal Willkommen in Lucius Malfoys Bonzenschuppen", Alecto begann in ihrer sehr einfachen Art zureden, „des hier is alles nur so blitze blank, weil der tausende von diesen Elfenviechern hat!"
Das erklärte natürlich einiges, diese „Küche" war so sauber, als wäre sie gerade erst gebaut worden. Die Möbel sahen extrem teuer aus und es schien als wären sie aus einem sehr edlen Material – so edel, dass sie für ein Wohnzimmer schon fast zu fein waren.
Kein Wunder wenn es hier „tausende von diesen Elfenviechern" geben sollte, so musste ihr Meister ungemein reich und vermögend sein.
„Narzissa, was hast du da –…"
„Wo warst du eigentlich, was hat Malfoy mit ihr gemacht?", Bellatrix beäugte Narzissa misstrauisch, als sie Cathrin unterbrach.
„Er hat mir nur etwas gezeigt", Narzissa beschloss vorerst nichts von dem unangenehmen Zwischenfall zusagen. Ihrer Meinung nach, war es keine Absicht von Lucius gewesen.
„Er hat dir etwas gezeigt? Was denn?", die Fragen kamen von allen drein, aber man konnte deutlich heraus hören, dass Bella immer noch äußerst misstrauisch war.
Narzissa präsentierte stolz Somina und ihre Welpen und erzählte, dass alle drei zur Abgabe frei waren. Sie selbst würde ja auch eines nehmen wollen.
Sie setzte sich zu den anderen an den Küchentisch und legte Somina und ihre Jungen auf die Eckbank, wo sie sich zum Schlafen einrollten.
„Wieso hat er sie dir gezeigt?", fragte Bella forsch.
„Ähm, keine Ahnung, vielleicht weil ihr das Haus schon kanntet und ich keine Aufgabe bekommen hatte, weil ich doch nicht weiß wo hier welcher Raum ist?", Narzissa wusste es selbst nicht, aber das kam ihr schon ziemlich logisch vor. Obwohl es doch seltsam war, immerhin hatte Bella sie vor Lucius gewarnt, wegen seiner Rache und so. Vielleicht waren die Katzen verhext? Nee… und was er am Nachmittag zu ihr gesagt hatte, passte da auch nicht ganz rein.
„Hm, könnte sein.", Bella war anscheinend nicht ganz mit diesem Grund einverstanden.
„Also ich find die Kleinen voll niedlich, ich glaube ich nehme einen mit nach Hause.", warf Cathrin ein und betrachtete die schlummernden liebevoll.
„Ich glaub nicht, Narzissa, der findet dich doch bestimmt geil und will dich mit Geschenken soweit bekommen, dass du in sein Bett springst.", diese Offenbarung von Lucius möglichen Gründen kam von Alecto.
„Ja natürlich, als ob jemand wie Lucius Malfoy es nötig hätte eine Frau mit Geschenken gefügig zumachen, der nimmt sich einfach was er will.", Bella sah Alecto Stirn runzelnd an.
„Ähm, sprichst du aus Erfahrung, Bella?", Cathrin konnte sich ihr Grinsen nicht verkneifen als Bella puderrot würde und etwas wie ‚Hogwarts', ‚Party' und ‚Fire – Whiskey' murmelte.
Narzissa grinste in sich hinein, es war sehr selten, dass ihre Schwester mal rot wurde. Ihr musste diese Offenbarung wirklich peinlich sein.
Bellatrix hatte ihrer jüngeren Schwester immer von Onenightstands abgeraten hatte. War dies der Grund?
„Wie war es denn so?", wollte Cathrin ganz scheinheilig wissen.
„Ähm, nett.", sagte Bella etwas steif.
Narzissa war sich sicher, dass sich ihre Schwester an so gut wie nichts mehr erinnern konnte. Bella war sehr gut im feucht fröhlichen Feiern.
„Nee, ich denke mal Bella hat Recht, Alecto… .", Cathrin sah nachdenklich aus dem Fenster.
Alecto überhörte diese Bemerkung und fragte Narzissa, ob Malfoy irgendetwas Besonderes zu ihr gesagt hatte.
„Ähm, wie meinst du „etwas Besonderes"? Was ist besonders für Lucius?", Narzissa konnte mit Alectos Frage nicht wirklich viel anfangen.
Allerdings war die Reaktion, der drei Frauen auf Narzissas Antwort überraschend.
Bella verschluckte sich fürchterlich an ihrem Tee, Cathrin stieß eine Art quieken aus und Alecto rutschte fast vom Stuhl.
Narzissa war über diese Reaktionen mehr als überrascht.
„Er hat…er hat es dir erlaubt?", stotterte Cathrin.
„Was?"
„Was? Was? Na das du ihn Lucius nennen kannst, sonst würdest du ihn ja jetzt nicht so nennen?!", Alecto war nun ganz hibbelig.
Langsam dämmerte es Narzissa, warum die drei so komisch reagierten. Es schien ein Privileg zu sein, Lucius Malfoy mit Vornamen anzureden.
Sie grinste. „Er hat mir das „Du" angeboten."
Auf einmal stieß Alecto einen schrillen Schrei aus.
„Ich hab's doch gewusst, gewusst hab's ich. Der will dich.", sie wiederholte dies solange bis Bella sie unterbrach.
„Warum?", war das Einzige was sie sagte, ihr Blick war äußerst misstrauisch.
Narzissa, überlegte einen Moment, was sie nun sagen sollte. Sie war ja nicht der Meinung, dass das mit dem Irrwicht Absicht war, aber Bella könnte es wohl so sehen. Sie würde schrecklich wütend werden und das musste sie vermeiden.
Also erzählte Narzissa die Geschichte etwas anderes, sie war aus Versehen in diesen Raum geraten, weil sie dachte ihr Zauberstab sei dort reingerollt, als er runter gefallen war.
Dann lies sie die Geschichte beim alten, erwähnte aber nicht welche Gestalt ihr Irrwicht angenommen hatte. Bei diesem Punkt spürte Narzissa das jemand in ihre Gedanken eindringen wollte. Sie warf Bella einen bösen Blick zu, die darauf hin betreten zu Boden schaute.
Als sie erzählte wie Lucius sie getröstet hatte, schlich sich ein leichtes Lächeln auf ihre Lippen, Narzissa erinnerte sich an den guten Geruch und diese starken Arme, die sie mühelos gehalten hatten. Im Rückblick war es ein schönes Gefühl welches diese Erinnerung begleitete.
Währendessen wurde Alectos Grinsen immer breiter, Catrihns Augen größer und Bellas Stirnfalten glätteten sich.
„Irgendwie süß.", meinte Cathrin, „war das euer erstes Aufeinander treffen, nachdem ihr euch gegenseitig umgenietet habt?"
„Nein, er war heute Nachmittag bei Besenknecht, ich arbeite da, und hat was bestellt."
Alecto machte ein bedeutungsschweres „Uuuh!" und Bella erwachte aus ihrem Schweigen.
„Hat er da auch schon irgendetwas ‚unnormales' gesagt?", fragte sie.
Narzissa erzählte wie er ihre Oberweite erwähnt hatte.
Cathrin und Alecto zogen pfeifend die Luft ein. Bella blieb dagegen gelassen.
„Das heißt gar nichts, es gibt nach dem Vorfall von neulich, einige Todesser, die Narzissa gerne in ihrem Bett sehen würden. Rudolphus meinte, ich sollte dich besonders warnen. Allerdings glaube ich nicht, dass Lucius Malfoy zu dieser notgeilen Truppe gehört, wie Crabbe, Dolohow oder Nott. Ich würde eher sagen, Lucius will deine Grenzen austesten, damit er seine Rache sorgfältig planen kann.", sagte Bella sachlich.
„Ach quatsch, ich bin immer noch der Meinung, dass er was von Narzissa will, vielleicht auch mehr als nur Sex. Er denkt bestimmt gerade an dich und verzehrt sich nach dir. Hihi.", überlegte Alecto laut.
„Wie stehst du eigentlich dazu Narzissa?", wollte Cahtrin wissen.
„Also ich weiß nicht, ich kenne ihn doch gerade mal ein paar Tage. Ist das nicht ein bisschen zu früh, um ein Urteil zu fällen, wie ihr es von mir verlangt?", Narzissa hatte das innere Bedürfnis dieses Gespräch so schnell wie möglich zu beenden. Langsam würde es ihr unangenehm. Allein die Vorstellung, dass so ein reicher Mann wie Lucius Malfoy – welcher obendrein noch sehr gut aussah, Gefühle für sie hatte. Sie war eine in Schande gefallene junge Frau, wenn auch nicht durch eigenes Verschulden, sondern durch das ihrer Familie. Aber sie war in Schande. Plötzlich kam Rabastan herein.
„Hey Mädels – macht euch mal bereit, sie sind jetzt beim dunklen Lord, Auswertung des Einsatzes und so. Ich glaube es sind nicht alle ganz auf der Höhe. Ich habe eine Nachricht vom Hausherren bekommen, dass sie in ca. 15min da sein sollten. Kommt dann bitte nach oben zu den Gästezimmern, ich bringe inzwischen meine Heiltränke rauf." Und schon war Rabastan wieder weg.
Narzissa ergriff das Wort bevor Alecto und Cathrin weitere Ausführungen machen könnten, wie sehr Lucius angeblich Narzissa liebte. Solche Tratschtanten!
„Wolltest du dir nicht ein Kätzchen aussuchen, Cathrin?"
„Oh ja, ich glaube ich nehme dieses hier. Das ist ein Weibchen. Schaut mal welche großen Augen es macht!"
„Ich nehme den Kater, oder möchtest du den haben, Zissy? Dann würde ich auch das andere Kätzchen nehmen?", Bella hob einen kleinen Kater auf ihren Schoß.
„Nein, das ist schon okay, Bella.", Narzissa fuhr mit den Fingerspitzen über das letzte Kätzchen.
„Wir sollten hochgehen, die kommen bestimmt gleich.", Alecto hatte Recht, also ließen sie die Welpen noch beim Muttertier in der Küche und gingen eine Mamortreppe hinauf zu einem kleinen Salon, aus dem Türen in die Gästezimmer führten.
Rabastan war schon da, er hatte die Tränke aufgestellt und die Türen zu den Räumen waren geöffnet, Narzissa sah in einem Zimmer die Möbel und das Bett mit weißen Laken verhangen, vermutlich gegen Blutspritzer. Rabastan erklärte ihnen, dass Lucius die Bänne um sein Haus für ein paar Minuten aufheben würde, damit die Todesser hierher apparieren konnten. Wenige Augenblicke später standen Rosier, Gibbon, Amycus, Yaxley, Augustus Rockwood, Rudolphus, sein Vater, Nott, Avery und Travers, Antonin Dolohow und Lucius Malfoy im Raum.
Einige mehr und andere weniger angeschlagen. Yarxley stützte den bewusstlosen Gibbon und Rockwood hielt Amycus eine Tüte vor sein Gesicht in die er sich erbrach. Travers nuckelte an mehren kleinen Wunden auf seinem Arm. Aber dem Rest ging es ziemlich gut, außer zerzauste Haare und ein paar kleine Blutgerinnsel.
„Wie war's?", fragte Bella etwas trocken. Narzissa wusste, dass Bella sehr gerne dabei gewesen wäre.
„Eins zu null für uns!", grinste Rudolphus sie an, „kannste dich mal bitte um Dad kümmern – ich habe keine Ahnung wie ich das hinbekommen soll. Ich meine er schielt irgendwie."
Bellatrix ging sofort zu Rudolphus Dad um sich die Lage etwas genauer anzusehen.
Unterdessen hatte Alecto bereits Amycus einen Heiltrank gegeben, er lag bereits auf einem Gästebett um sich auszukurieren. Nun heilte sie Rockwoods Wunden mit dem Zauberstab.
Cathrin war auch nicht untätig gewesen, sie hatte Travers geheilt, der war auch schon wieder auf dem Weg nach Hause. Nun kümmerte sie sich um Nott.
Rabastan versuchte gerade Gibbons Mund auf zuzwängen, damit er einen Trank schlucken konnte, als Narzissa schlagartig bewusst wurde, dass sie untätig herum stand, obwohl der dunkle Lord ihr doch befohlen hatte zu helfen. Sie wollte gerade zu Rosier gehen, als jemand sie am Arm packte und in ein Gästezimmer zog.
Es war Antonin Dolohow. Narzissa erinnerte sich daran, was Bella über ihn gesagt hatte und schauderte. Dolohow legte sich halb auf das Bett und seinen Zauberstab auf den Nachtisch.
„Ich hab einen von diesem Kaperorden getötet.", sagte er als sei es etwas Alltägliches. Narzissa glaubte er wolle sie damit nur beeindrucken.
„Schön. Wo sind ihre Wunden, Verzeihung, aber Sie sehen ziemlich gesund aus.", tatsächlich, sein Umhang hatte nicht einmal einen Blutfleck – zumindest vermutete Narzissa dies, denn der Umhang war schwarz.
„Och Schätzchen, ich hatte gehofft, dass du mir etwas Gesellschaft leistest. Nur so, damit ich heute noch etwas Schönes erlebe", Dolohow fuhr sich genüsslich mit der Zunge über die Lippen, erhob sich und zog Narzissa blitzschnell zu sich aufs Bett. Das ging so schnell, dass sie keine Chance hatte sich zuwehren. Dolohow zog Narzissa an sich, es machte den Anschein, als wolle er sie küssen, aber Narzissa reagierte Blitzschnell, sie rammte ihm ihr Knie zwischen die Beine. Er keuchte und zuckte vor Schmerz in sich zusammen. Narzissa rappelte sich auf, er wollte sie festhalten, war aber durch den Angriff auf seine Männlichkeit geschwächt, so konnte sie seine Hand weg schlagen, dabei kam sie mit den Fingernägeln über seine Wange. Es entstanden unschöne blutige Schrammen. Dann flitzte sie aus dem Zimmer.
Die anderen Todesser waren inzwischen geheilt und disapparierten. Cathrin bedankte sich gerade bei Lucius für die Katze und war dann verschwunden. Alecto, stütze ihren schwachen Bruder, Narzissa vermutete, sie wollten mit dem Fahrenden Ritter nach Hause. Bella und Rudolphus verließen gerade turtelnd, den leicht verzweifelten Rabastan, der immer noch versuchte Gibbons Mund zu öffnen. Narzissa gesellte sich zu ihm.
„Kann ich dir helfen?"
„Das wäre toll Narzissa, könntest du bitte mal seinen Oberkiefer festhalten? Mit Magie geht hier nichts mehr.", so schafften sie es tatsächlich Gibbons Mund aufzubekommen und ein paar Tropfen Trank rein zu geben. Ein wutentbrannter Dolohow stürmte in diesem Moment vorbei.
„Hitziges Temperament.", meine Rabastan nur und trug Gibbon zu einem Gästebett um ihn weiter zu behandeln.
„Seltsam, vorhin sah er noch nicht so blutig aus.", sagte eine kühle Stimme hinter Narzissa.
Sie drehte sich um, vor ihr stand Lucius Malfoy, ein schadenfrohes Grinsen lag auf seinem Gesicht. Narzissa war nicht entgangen, dass Lucius eine gewisse Abneigung gegen Dolohow hegte, deshalb entschied sie sich auch ihm zu sagen wer es getan hatte.
„Die Schrammen auf seinem Gesicht? Och das war ich.", meinte sie in fröhlichem Ton, setzte dann aber düster hinzu: „Hat er aber auch verdient!"
„Warum?", Lucius Stimme klang begierig, er wollte Dolohow schon lange eines Auswischen und wenn eine Gelegenheit kam, dann sollte er sie beim Schopfe packen. Lucius hatte eine ungute Vorahnung, über das was Narzissa gleich sagen würde. Immerhin hatte Dolohow, vorhin solche komischen Andeutungen gemacht. Von wegen er würde sich gleich noch den Abend versüßen und nach solchen Taten, wie er sie vollbracht habe, würde sie nie nein sagen.
„Naja, er meinte wohl er müsste mich in deinem Gästezimmer nehmen, ob ich nun will oder nicht", Narzissa schaute etwas betreten zu Boden.
Sie hörte wie Lucius seufzte.
Dieses Arschloch von Dolohow, er hatte es doch tatsächlich versucht in seinem Haus eine Frau zum Sex zu zwingen. Lucius kochte innerlich vor Wut, er würde Dolohow schon noch zur Rede stellen. Immerhin hatte Lucius sich bereit erklärt, dass sein Haus als Auffangstation für fluchgeschädigte benutzt wird, aber nicht als Freudenhaus für Dolohow.
Irgendwie tat Lucius Narzissa extrem Leid, es war das zweite Mal an einem Tag, dass ihr etwas in seinem Haus zugestoßen war. Und das Schlimmste daran war, er, Lucius, hätte das zweite Missgeschick verhindern können. Er wusste zwar nicht wie weit Dolohow gegangen war, konnte sich aber vorstellen, dass es zu weit war. Mit diesen Gedanken ging er ohne sich zu verabschieden in sein Schlafgemach und legte sich hin.
