8. Das Urteil

Narzissa fand sich auf einer großen Lichtung wieder, ihr war noch etwas schwummrig, von dem plötzlichen Aparieren.
Außerdem schmerzte ihr Oberarm, der Mann der sie gepackt hatte, hatte nicht gerade zimperlich zugefasst. Sie blickte zur Seite, um zusehen wer es war, aber derjenige hatte ihr bereits den Rücken zu gewandt – doch unter der Kapuze schimmerte platinblondes Haar.
Lucius Malfoy.
Noch ehe Narzissa einen weiteren Gedanken fassen konnte, ertönte Voldemorts Stimme.
„WAS ist hier los? Ich hatte eine private Unterredung mit meinem Treusten angeordnet, und dieser erschien nicht! Jetzt sehe ich ihn in euerer Mitte, zu nichts im Stande, in eurer Gewalt. Ich fordere eine Erklärung!", Narzissa hatte Voldemort noch nie so zornig erlebt, einigen Todessern in ihrer Nähe musste es ähnlich ergehen, denn sie wichen ein paar Schritte zurück. Sie selbst wurde innerlich immer kleiner, da sie wusste, dass sie in die Sache direkt verwickelt war.

Mit einem Schlenker seines Zauberstabs, ließ Voldemort wieder Leben in Dolohows Glieder fahren. Mit einem Kopfnicken forderte er ihn auf zu berichten.
Dolohow brauchte einige Augenblicke bis er sah wo er war und vor allem vor wem er stand.
Als er anfing zu sprechen kamen die Worte eher stockend und unkontrolliert über seine Lippen.
„Malfoy, … dieser… dieser – hat mich aufgehalten. Mir meine Schnecke aus-…weggenommen.-", Dolohow wollte fortfahren, aber der Lord unterbrach in unwirsch.
„Lügner! Schweig!", zischte er ihn an, es war offensichtlich, dass Voldemort bereits die nötigen Informationen durch Legeliementik erhalten hatte.
„Crucio!", Voldemort richtete den Zauberstab auf Dolohow, der sogleich unter markerschütternden Schreien zu Boden fiel und dort zu zucken anfing.

Für einen Augenblick Genugtuung umfing Narzissa, irgendwie Gerechtigkeit, dass Dolohow jetzt die gleichen Schmerzen tragen musste wie Lucius.
Sie sah hinüber zu der Stelle wo Lucius stand, sein Blick war auf den schreienden Dolohow gerichtet, wie sein gesamter Gesichtsausdruck war, konnte sie leider durch die Maske nicht sehen.
Narzissa wandte sich ab, kurz darauf verstummte Dolohow. Der Lord hatte den Fluch von ihm genommen.
Er beugte sich zu Dolohow hinunter und zischte ihm ins Ohr, allerdings war es auf der Lichtung nun so still, dass jeder es hören konnte.
„Du ziehst den Alkohol meiner Gesellschaft vor und dringst in ein Haus von treuen Todessern ein? Das, ist alles andere als ich erwartet hatte, gerade von dir, Antonin! Dabei wollte ich dir heute einen großen ehrenvollen Auftrag geben, aber ich glaube du bist es nicht würdig!"
Er wandte seinen kalten Blick von Dolohow ab und fixierte, mit einem ebenso kalten Blick, Narzissa.

Ihr Herz rutsche unter den Erdboden, so durchbohrend war der Blick des dunklen Lords.
„Du, Weibsstück, streust Missgunst zwischen meine besten Männer. Crucio!"
Narzissa schrie, sie konnte nicht anders, sie schrie sich buchstäblich die Seele aus dem Leib. Der Schmerz, was für ein Schmerz, er war überall in ihr. Noch nie hatte sie solche Schmerzen ertragen müssen, noch nie war sie Opfer des Cruciatus gewesen.
Sie konnte nicht richtig denken, sie spürte nur den Schmerz und den Wunsch nach Erlösung.
So plötzlich wie der starke Schmerz gekommen war, so hörte er auch auf. Allerdings spürte sie den Nachhall noch deutlich.

Voldemort würdigte Narzissa keines weiteren Blickes und schritt auf Lucius zu.
„Lucius, gerade von dir hatte ich erwartet, dass du nichts gegen einen anderen Todesser ausspielen wirst. Schon gar nicht so etwas Minderwertiges wie ein Weib. Ich hatte mehr von dir erwartet, da du bisher gute Arbeit geleistet hast. Du scheinst mir als sehr loyal. Ich werde das prüfen, doch vorher wirst du bezahlen. Crucio!"

Erneut wurde Lucius vom Cruciatusfluch niedergestreckt, doch diesmal war es aufgrund seiner bereits vorhandenen Verletzungen noch unerträglicher. Er schrie, er schrie die ganze Lichtung zusammen, genau wie Narzissa und Dolohow vor ihm.

Allerdings nahm Voldemort den Fluch wesentlich schneller von Lucius als von Narzissa oder Dolohow. Voldemort bedeutete ihm aufzustehen und stellte sich direkt vor hin.
Beide Männer blickten sich stumm, aber tief in die Augen.
Dann nickte Lucius und sagte laut und deutlich: „Ja Meister, ich werde euch nicht enttäuschen!"
Voldemorts Lippen kräuselten sich.
„Ich denke, dass war es Todesser. Ihr könnt gehen!", kaum ausgesprochen disapparierte er schon selbst.
Darauf folgte eine Vielzahl von Plopps, die das Verschwinden anderer Todesser ankündigte.

Narzissa bemerkte nicht, dass Dolohow von zwei Todessern mitgenommen wurde, ihr Blick galt Lucius.
Sie ging zum ihm hinüber, wollt ihn gerade ansprechen, ihn fragen ob sie einen Heilzauber gegen seine Wunden sprechen sollte, doch sein kaltes, grausames Lächeln, welches er ihr schenkte, ließ sie verstummen.
Angstvoll sah sie ihn an. Er sagt nichts, sondern drehte sich um und disapparierte.

Verwirrte starte Narzissa auf den leeren Fleck vor ihr. Dann disapparierte sie selbst.

Also sie in ihrer Wohnstube stand, bemerkte sie, dass sie ihren Mantel noch bei Bella hatte, sie würde ihn morgen holen gehen. Bella würde sie so oder so mit Fragen löchern und darauf hatte sie jetzt absolut keine Lust.
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Preisfrage zum Abschluss: Was ist Voldys Lieblingswort?
Na, wer hat eine Ahnung - Antworten bitte in Form eines Reviews abgeben ;)
Special thx to Todesser Lucius Malfoy - Betata für dieses Kap.

Bis zum nächsten Mal