Kapitel 4 – Konflikt unter Freunden
So folgte ich also Sasuke. Er schien bei Orochimaru zu wohnen. So machte es zumindest den Anschein. Ich ging mit ihm zu seinem Raum und sah mich etwas um. „Hier lebst du also?", fragte ich ihn neugierig. Sasuke nickte zu mir. „Fühl dich einfach wie zu Hause. Und nun komm. Ich stell dir mal meinen Lehrer vor.", antwortete er mir. So gingen wir also ein wenig durch das Versteck, bis wir zu einer großen Halle kamen. „Der Schlangentyp da vorne ist Orachimaru, mein derzeitiger Sensei. Und der Typ neben ihm, der mit der Brille, das ist Kabuto. Sein Gehilfe. Er ist auch derjenige, der dich bei Verletzungen heilen kann.", stellte mich Sasuke dann den beiden vor. Ich nickte still zu ihm.
„So, wollen wir dann Trainieren gehen?", fragte mich Sasuke. „Ja, gerne. Ich will schließlich stark genug werden, um meinem Bruder gegenüber zu stehen.", antwortete ich ihm flott. So gingen Sasuke und ich also nach draußen. „Dann zeig mir mal, was du kannst, Haru.", forderte er mich auf. Ich griff ihn mit allem was ich hatte an, und wir schienen ziemlich ausgeglichen zu sein. Doch dann besiegte er mich zum Ende hin doch noch. Er hatte einfach ein höheres Chakralevel als ich. „Lass uns.. eine Pause machen..", sagte ich etwas außer Atem und setzte mich an einen Baum. Sasuke nickte und setzte sich neben mich.
Ich schaute zu Sasuke. „Sag mal.. Was ist eigentlich dein Ziel? Was hast du vor?", fragte ich Sasuke. Dieser wiederum schaute etwas verdutzt zu mir. „Na was wohl? ... Ich werde Itachi zur Rechenschaftziehen! ... Das was er getan hat, war einfach falsch.", antwortete er dann schon wieder so hasserfüllt. „Und das willst du bitteschön wie erreichen?", fragte ich gleich nocheinmal. „Das fragst du noch? Ich werde dasselbe tun, was er auch getan hat. Ich werde Itachi mit meinen eigenen Händen töten!", antwortete er mir. Ich schaute auf den Boden. „Du willst deinen eigenen Bruder umbringen? ...", murmelte ich. „Na was hast du denn vor, wenn ich fragen darf?", fragte mich Sasuke dann. „Ich werde meinen Bruder zum Kampf herausfordern, genauso wie du. Allerdings werde ich ihn nicht umbringen ... Ich möchte einfach wissen, wieso sie das getan haben ... Mehr nicht.", antwortete ich ihm. Sasuke schaute mich an. „Hast du sie noch alle?! Sieh doch nur, was sie getan haben! Sie haben unserenganzenClan vernichtet! Und das lässt du ihm einfach durchgehen?!", brüllte er mich an. „Weißt du Sasuke ... Hass ist nicht der richtige Weg! Du willst es ihm also gleich tun? Denkst du wirklich, das würde irgendetwas an der Situation ändern? Das bezweifle ich aber ganz stark! Du würdest die ganze Situation höchstens noch verschlimmern. Dann hätten wir noch ein Mitglied weniger. Denk doch mal nach! Außerdem tut dir der Hass nicht gut. Er verschlingt dich noch.", brüllte ich gereizt zurück. Sasuke schüttelte nur noch den Kopf. „Mach was du willst ... Wenn du das für richtig hältst. Ich werde meinen Weg gehen, so wie ich es will.", sagte er dann noch zu mir. „Dagegen hab ich auch nichts gesagt. Ich werde dir helfen, so wie du auch mir hilfst, diesen Weg zu gehen. Doch ich werde dir nicht dabei helfen, deinen Bruder umzubringen. Wenn du das wirklich tun möchtest, dann musst du das alleine machen. Denn ich mache mich nicht zum Mörder.", antwortete ich ihm und stand auf.
Wir trainierten noch ein wenig weiter, ehe wir zurück in Orochimarus Versteck gingen. In seinem Zimmer angekommen setzte ich mich auf das zweite Bett, welches extra für mich dort eingerichtet wurde. Sasuke warf sich auf sein Bett und starrte zur Decke. „Nii-san ... Warte nur noch ein kleines bisschen länger!", murmelte er vor sich hin. Der Hass hatte ihn scheinbar bereits in der Hand. Dagegen konnte ich auch nichts mehr tun. Mit Sasuke konnte man einfach nicht mehr reden. Ich schaute ihn an. „Willst du das wirklich tun? Denkst du nicht, dass es auch eine friedlichere Lösung gäbe?", musste ich ihn einfach fragen. „Für soetwas grauenvolles kann es keine friedlichere Lösung geben, wann begreifst du es endlich?! Komm doch mal in der Realität an, Haru! Sie haben unseren Clan eiskalt ausgerottet. Ohne auch nur mit der Wimper zu zucken!", brüllte er mich schon wieder an.
Die Wut stieg in mir auf. Ich sprang auf Sasukes Bett und drückte seinen Kopf gegen die Wand. „Ach denkst du das?! Woher willst du das bitteschön wissen, Sasuke?! Bist du allwissend oder was? Kannst du die Gedanken deines Bruders lesen? Ich denke nicht! Vielleicht haben sie das ganze garnichtfreiweillig getan? Schonmal daran gedacht?!", brüllte ich Sasuke an. „Haru ...", fing Sasuke an, doch ich hielt ihm meine Hand vor den Mund. „Nichts da! Denk doch einmal darüber nach! Ich glaube kaum, dass sie das kaltherzig getan haben! Wieso sind wir dann noch am Leben? Hmm?! Ist dir das noch nicht aufgefallen, Sasuke? Alle wurden getötet, außer wir beide! Und nun denk doch mal scharf nach. Was macht uns so besonders, gegenüber den anderen? ... Das fällt dir wohl nicht ein. Dann helf ich dir mal auf die Sprünge. Wir sind ihre Brüder! Ihr Fleisch und Blut! Sie konnten uns einfach nicht töten. Das haben sie nicht übers Herz gebracht! Und du willst Itachi nun einfach umbringen ... Komm du doch mal in der Realität an, Sasuke! ...", brüllte ich weiter und ließ ihn los. Ich ging zurück in mein Bett und atmete tief aus. Sasuke schaute mich geschockt an. „Haru ...", fing er erneut an.
Ich vergrub meinen Kopf ins Kissen, damit ich ihn nicht weiter anhören musste. Ich wollte erstmal ein wenig Ruhe, bevor mir noch meine Hand ausrutscht. Sasuke gab dann schließlich auf, mit mir reden zu wollen. Wir beide schliefen nach einer Weile ein.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte, war Sasuke bereits nicht mehr in seinem Bett. Ich setzte mich aufrecht ins Bett und dachte über die letzte Nacht nach. „Vielleicht habe ich es ein wenig übertrieben ...", murmelte ich. Sasuke kam ins Zimmer und brachte uns Frühstück mit. „Ich hab dir was mitgebracht ... Haru ...", murmelte er leise. Er stellte es an meinem Bett ab und setzte sich dann auf seines. „Du ... Es tut mir leid, dass ich dich gestern so angefahren habe ...", entschuldigte sich Sasuke. Ich sah ihn etwas verblüfft an. Eigentlich hätte ich mich eher entschuldigen müssen als er. Schließlich war ich es, der ihn so anbrüllte. Doch ich beließ es dann dabei. „Ist schon in Ordnung ...", antwortete ich ihm. Ich aß das Essen was mir Sasuke brachte auf und sah dann wieder zu ihm. „Werden wir heute weiter trainieren?", fragte ich ihn. Ich wusste nicht so recht, wie ich mit der Situation umgehen sollte. Wir waren früher recht gute Freunde. Doch seit dem Massaker wurde er halt so anders. Und nun wachsen wir doch wieder zusammen, denn wir haben beide das gleiche Ziel. Unsere Brüder im Kampf herauszufordern. Sasuke schüttelte den Kopf. „Heute nicht ... Ich werde dir etwas anderes zeigen ...", antwortete er mir.
Ich war ziemlich gespannt, was das wohl sein sollte.
