Kapitel 5 – Das Wiedersehen
„Was willst du mir zeigen?", fragte ich ihn, doch er wollte mir wohl nicht antworten. „Das wirst du sehen, wenn wir da sind.", sagte er nur.
Dann machten wir uns auf den Weg. Wir gingen zusammen durch den Wald, bis wir an einer Lichtung ankamen. Dort hielten wir an. Sasuke drehte sich zu mir um. „Wir machen hier einen kurzen Halt, okay? Wir müssen noch ein Stückchen weiter.", sagte Sasuke zu mir. Ich nickte und setzte mich an einen Baum. Ich war ziemlich gespannt, was mir Sasuke denn so wichtiges zeigen wollte. Ich schaute hoch in den Himmel und seufzte leise. Er schaute mich an. „Was ist denn los, Haru?", fragte er mich. „Du denkst an deinen Bruder, hm?", fügte er hinzu. „Ja ... ich denke desöfteren über ihn nach ... Warum er dies alles getan hat und so ... Verstehst du?", antwortete ich ihm. Sasuke nickte mir zu. Ich hatte kurzzeitig wirklich das Gefühl bekommen, dass Sasuke sich geändert hatte. Das sein Hass langsam abnahm. Vielleicht hatte ich ihn ja am Abend zuvor doch umstimmen können mit meiner doch etwas laut gewordenen Ansage.
Nach einer Weile des Schweigens stand ich wieder auf und wir gingen weiter. Wir schwiegen uns die ganze Zeit über an, doch dann durchbrach ich das Schweigen. „Nun rück schon mit der Sprache raus ... Ich bin verdammt neugierig ... Jetzt sag schon, was du mir zeigen möchtest ...", grummelte ich vor mich hin. „Naschön. Sagen wir mal so, es wird ein Wiedersehen geben. Mehr sag ich dir dazu nicht.", antwortete er mir. „Ein Wiedersehen? Was für ein Wiedersehen? ... Doch nicht schon mit meinem Bruder? ... Ich war doch noch garnicht dafür bereit.", dachte ich mir.
Wir gingen weiter und weiter und weiter. Ich wusste inzwischen nicht einmal mehr, wo wir hier überhaupt waren. Die komplette Umgebung war mir unbekannt. Etwas später legten wir erneut eine Pause ein. „Haru. Ich möchte, dass du gegen mich kämpfst. Mit deiner ganzen Kraft. Ich will dich testen.", forderte Sasuke mich dann heraus. „W-Was? Ich soll hier und jetzt gegen dich kämpfen? Warum willst du mich denn unbedingt testen?", antwortete ich. Ich war schon etwas überrascht, wieso er so plötzlich mit mir kämpfen wollte. Diese ganze Situation erschien mir mehr als merkwürdig. Aber ich musste es wohl tun, sonst würden wir wohl nicht weitergehen.
Ich machte mich kampfbereit und zog mein Katana aus der Schwertscheide. Dann richtete ich es auf ihn. „Gut, wenn du unbedingt kämpfen möchtest, dann werde ich dem nachkommen.", sagte ich und lief auf ihn zu. „Feuerversteck: Kunst der flammenden Feuerkugel", rief Sasuke und schoss mir einen Feuerball entgegen. Ich wich diesem gekonnt aus und schwung mein Katana auf ihn. Sasuke zog sein Schwert und schlug es gegen meines. „Wieso willst du mich testen, Sasuke?", fragte ich ihn. „Du wirst das zusätzliche Training gebrauchen können, Haru.", antwortete er mir nur und stieß mich dann kraftvoll weg. Sasuke griff mich erneut an, doch ich wich ihm aus. So ging dies eine ganze Zeit lang weiter. Immer und immer wieder kamen wir in einen Nahkampf. Wir waren ebenbürtig. Etwas später stoppte er den Kampf. „Okay Haru. Das reicht. Ich denke du bistbereit.", sagte er und ging weiter.
Ich folgte Sasuke schnell wieder und sah ihn an. „Bereit? Bereit wofür? ... Nun rück doch mal mit der Sprache raus.", fragte ich ihn. Sasuke antwortete mir zunächst nicht. „Du bist viel zu neugierig Haru. Ich habe dir bereits etwas gesagt. Mehr wirst du von mir nicht hören.", antwortete er und ging weiter. Nach einer ganzen Weile hielten wir vor einem großen Steingebilde an. Es sah aus wie eine Art Tempel und an den Wänden befanden sich die Zeichen des Uchiha Clans. Der Tempel war auf einem Berg gelegen und von einem dichten Wald umgeben.
„Wo sind wir hier, Sasuke? ... Es scheint ein Gebäude unseres Clans zu sein ... Doch wieso kenne ich es nicht?", fragte ich Sasuke. „Nun das liegt daran, dass es seit längerer Zeit nichtmehrbenutzt wird. Doch früher war dies eines der VersteckederUchihas.", antwortete mir Sasuke. Ich schaute ihn an. Dass es so ein Gebilde hier mitten im Wald gibt, und dieses auch noch unserem Clan gehörte überraschte mich doch etwas. „Aber ... Was wollen wir hier? Wieso besuchen wir dieses alte Versteck?", fragte ich Sasuke weiter. „Wie ich schon sagte. Ich möchte dir etwas zeigen.", antwortete er mir kurz und knapp. Dann ging er ins Versteck und ich folgte ihm geschwind.
Wir gingen ein wenig durch das Versteck. Es war ziemlich geräumig. Gut, bei so vielen Uchihas musste es das auch sein. Wir kamen dann in einen Raum, mit einem großen Tisch in der Mitte. Es sah aus, als wären hier die Missionen besprochen worden. Sasuke bittete mich zum Tisch vorzutreten und zeigte mir dann einige Schriftrollen. Sie alle handelten über die Geschichte der Uchihas. Angefangen bei der Gründung, über den ewigen Streit mit den Senjus, bis zur Gründung von Konoha und dem anschließenden Kampf zwischen Madara und Hashirama. Ich staunte nicht schlecht, denn so viel wusste ich garnicht über die Uchihas. „Das wolltest du mir zeigen?", fragte ich Sasuke. Dieser nickte, doch wollte scheinbar auch noch etwas sagen. „Jup ... Aber nicht nur das. Warte noch einen Moment.", antwortete er mir.
Plötzlich hörte ich Schritte hinter mir. Ich zog erneut mein Katana und drehte mich um. Ich hielt mein Katana gegen die Kehle des Unbekannten. Dieser trug einen schwarzen Mantel mit roten Wolken darauf. „Akatsuki?", murmelte ich. Was wollten denn nun die Akatsuki hier? Und wieso stand Sasuke nur so ruhig da und tat rein garnichts? Wollte er mir denn nicht helfen? Hatte er mich tatsächlich in eine Falle gelockt? „Sasuke! Was hat das zu bedeuten?!", rief ich und schweifte mit meinem Blick zu Sasuke, der hinter mir stand. Plötzlich spürte ich, wie mir das Katana aus der Hand gerissen wurde und ich gegen die Wand gekickt wurde. „Ich dachte ich habe dir gelehrt, sich nicht einfach von seinem Gegner abzuwenden, wenn dieser genau vor einem steht.", sagte der Unbekannte. Er schmiss mir das Katana nach, welches anschließend in der Wand knapp neben mir landete. „Nun steh nicht einfach nur so da, Sasuke! Helf mir doch mal!", brüllte ich ihn an. Sasuke schüttelte den Kopf. „Ich sagte dir doch, dass es ein Wiedersehen geben wird, richtig?", antwortete er mir und ging aus dem Raum. Nun lässt er mich doch tatsächlich mit diesem allein.
Ich zog das Katana aus der Wand und machte mich kampfbereit. „Nun stehen wir uns gegenüber ... Haru.", sagte er und gib sich zu erkennen. „O-Obito ...", murmelte ich und mir kamen die Tränen. Wieso musste ich ausgerechnet jetzt an das Massaker zurückdenken? „Nii-san ... Ich möchte Antworten von dir! Wieso habt ihr das getan? ... Weißt du eigentlich, was du uns damit angetan hast?", rief ich. „Du glaubst doch wohl nicht, dass ich dir das einfach so mitteilen werden? Ich möchte sehen, wie stark mein kleiner Bruder geworden ist. Danach stehe ich dir gerne für Rede und Antwort bereit.", antwortete mein Bruder. Ich schaute auf und wischte mir die Tränen aus dem Gesicht.
Nun war er also gekommen. Der Moment, in dem ich meinem Bruder gegenübertreten würde. Das hatte Sasuke also vor. Er wollte mich mit meinem Bruder wiedervereinen. Er dachte wohl, ich wäre nun stark genug.
Ich nickte meinem Bruder zu. „Auf diesen Moment habe ich lange gewartet. Meinem Bruder im Kampf gegenüberzustehen und zu zeigen, was ich drauf habe. Um dich zu beeindrucken.", lächelte ich.
Und so entbrannte der Kampf zwischen uns.
