Die Geschichte von Haru Uchiha

Kapitel 6 – Kampf unter Brüdern

Nun stand ich meinem Bruder also tatsächlich gegenüber. Und das ziemlich überraschend. Eigentlich hoffte ich doch, noch ein wenig trainieren zu können. Denn ich fühlte mich noch überhaupt nicht bereit dazu. Ich wusste, dass mein Bruder stark war. Ich hatte schließlich früher immer mit ihm trainieren. Dementsprechend wusste ich, wie schwer ich es haben würde, gegen ihn zu bestehen. Aber daran führte nun nichts mehr vorbei. Ich musste mich ihm stellen. Hier und Jetzt.

Ich hielt mein Katana wackelig in der Hand und schaute meinen Bruder an. „Ich werde für meine Antworten kämpfen ...", murmelte ich und schloss kurz die Augen. Ich nahm meinen Mut auf und öffnete sie anschließend wieder. Der griff um den Knauf verhärtete und ich lief auf meinen Bruder zu. Dieser blieb kerzengerade stehen und es machte nicht den Anschein, als würde er sich bewegen wollen. Ich holte zum Schlag aus, stoppte dann aber kurz vorher ab. Ich zitterte am ganzen Körper. Hatte ich Angst vor ihm? Nein, das konnte es nicht sein.

Was ist los, Haru? Bringst du es nicht übers Herz, deinen Bruder zu verletzen?", sagte Obito zu mir. Mein Bruder holte zum Schlag aus und boxte mir voll in den Magen. „Das ist ein Kampf, Haru!", brüllte Obito. Ich hielt mir meinen Bauch und sah langsam wieder hoch. „Das weiß ich, Nii-san!", brüllte ich zurück. Auch wenn er mein Bruder war, so musste ich ihn einfach mit voller Kraft angreifen. Mir blieb keine andere Wahl. Ich musste mir einfach vorstellen, dass vor mir nicht mein Bruder steht, sondern ein unbekannter Shinobi.

Ich richtete mich wieder auf und nahm etwas Abstand von ihm. Ich formte ein paar Fingerzeichen. „Katon: Kunst der flammenden Feuerkugel", rief ich und jagte ihm eine große Feuerkugel entgegen. „Glaubst du, du kannst mich so einfach besiegen?", lachte Obito. Er hielt mit seinem Feuerjutsu dagegen. Zunächst sah es auch so aus, als würden wir im Gleichgewicht stehen, doch allmählich verschob sich das Gleichgewicht zu seinen Gunsten. Schließlich überwiegte sein Jutsu und traf mich mit voller Stärke. Ich flog an die Wand und ließ mein Katana fallen.

Du bist ... stärker als ich dachte ...", hustete ich und rappelte mich wieder auf. Ich hob mein Katana wieder auf und sah ihn an. Er hatte scheinbar nicht einmal vor, die Initiative zu ergreifen, sondern stand wie angewurzelt da und beobachtete mich. Ich schleuderte mein Katana auf ihn und er wich zur Seite aus. Ich eilte zur anderen Seite. „Hier spielt die Musik!", grinste ich und kickte ihn in die Seite. Obito flog ein paar Meter zurück. „Garnicht mal so übel. Doch du hast noch immer nicht die Augen, die ich habe.", rief er und sah mir in die Augen. Er hatte vollkommen recht. Mein Bruder besaß das Mangekyou Sharingan, wohingegen ich nur die dritte Stufe des Sharingans besaß. So hätte ich es wirklich schwer, gegen ihn gewinnen zu können.

Auch von draußen hörte ich, wie Metall aufeinander prallte. Sasuke schien wohl ebenfalls seinem Bruder gegenüber zu stehen. Würde er nun seine Rache bekommen?

Ich wurde ruckartig aus diesen Gedanken gerissen, als mich mein Bruder angriff. Noch schnell genug konnte ich seine Attacke mit meinem Katana abwehren. „Wenn du nicht aufpasst, werde ich dich töten!", rief mein Bruder mir zu. Meinte er das wirklich Ernst? Er wäre wirklich im Stande, seinen eigenen Bruder zu töten? Das konnte ich ihm nicht glauben. Warum hätte er es dann nicht schon direkt beim Massaker tun sollen.

Erneut formte ich Fingerzeichen. „Katon: Jutsu der Phönixblume", rief ich und schoss ihm mehrere Feuerbälle entgegen. Die Feuerbälle schlugen in die Umgebung ein und richteten großen Schaden an und bedeckten die Raum mit dichtem Rauch. Doch meinen Bruder schien es nicht erwischt zu haben.

Aber in diesem Moment sah ich meine Chance für den Angriff. Ich schnellte durch den Rauch und als ich meinen Bruder vor mir erkannte holte ich zum Angriff aus. Doch die Klinge meines Katanas sauste einfach durch Obito hindurch. „Was?! Was ist denn jetzt passiert?", murmelte ich und sprang wieder etwas auf Abstand.

Du wirst mich mit solch offentsichtlichen Attacken nicht noch einmal erwischen, Haru.", rief er mir zu. Irgendwie schien er meinen Angriff neutralisiert zu haben. Ich konnte mit der Klinge einfach durch ihn durchschwingen ohne das etwas passierte. „Dank dem Kamui kann ich mich materialisieren und somit durchlässig machen.", sagte Obito. Wie soll ich denn dagegen nur gewinnen? Ich musste mich also auf Überraschungsangriffe konzentrieren.

Einige Zeit kämpften wir noch weiter, doch meine Angriffe zeigten einfach keine Wirkung. Bis mir dann endlich ein Angriff glückte. Ich stand nun hinter Obito und hielt ihm das Katana gegen die Kehle. „Es hat sich ausgekämpft, Nii-san.", murmelte ich erschöpft und nach Luft schnappend.

Auch draußen schien es ruhiger zu werden. Hieß das, dass Sasuke seine Rache bekam? Obito packte meine Hand und drückte diese runter. „Gut gekämpft ... Meinen Respekt hast du.", sagte Obito und drehte sich zu mir um. „Selbst mit der dritten Stufe schon so ein Potential zu haben. Das hat wirklich nicht jeder.", meinte er zu mir. Irgendwie fühlte ich mich schon etwas geschmeichelt, so von meinem Bruder gelobt zu werden. Ich steckte das Katana zurück und setzte mich erschöpft auf den Boden. „Naja ... Lange hätte ich es wohl nicht mehr ausgehalten ... Mein Chakra neigt sich dem Ende ...", murmelte ich.

Obito setzte sich neben mich. „Du willst also Antworten haben, ja?", fragte er mich. Ich nickte ihm zu. „Ich möchte wissen, wieso ihr das alles getan habt ... Was hat euch der Clan angetan, das ihr zu diesem Schritt bereit wart? ...", entgegnete ich ihm. Obito schüttelte den Kopf. „Wir wollten das nicht ... Eigentlich darf ich darüber garnicht reden ... Doch da ich sowieso als Nukenin eingestuft bin, wird das schon in Ordnung gehen.", erklärte Obito kurz.

Dieses ganze Massaker ... War eine MissionderAnbu ... Der Hokage wollte den EinflussderUchihas im Dorf vermindern. Er hatte wohl einfach Angst, dass wir eines Tages die Überhand im Dorf erringen und gab uns deshalb die Mission, den Clan auszurotten.", erzählte mein Bruder. Ich war zunächst ziemlich geschockt. Wie kann man jemanden solch eine Mission geben? Das ist doch grauenhaft. Seinen eigenen Clan auszurotten. Das erforderte mit Sicherheit einiges an Überwindung. „Und wieso leben Sasuke und ich noch?", fragte ich nach. „Der Auftrag besagte, ausnahmslosjeden auszulöschen. Doch wir brachtenes einfach nichtübersHerz, unsere kleinen Brüder zu töten ... Ihr wart doch noch so jung ... Und mir tut es wirklich leid ... Es muss wirklich schlimm für dich gewesen sein ...", murmelte Obito und einige Tränen kullerten über seine Wange.

Ist schon in Ordnung ... Natürlich war es schlimm, das ganze mit ansehen zu müssen ... Doch die Hauptsache ist ja wohl, dass ich überhaupt noch lebe. Und dass du mir die Wahrheit darüber erzählt hast ...", murmelte ich und nahm meinen Bruder in den Arm. Er schien es wirklich nicht leicht gehabt zu haben. Es schmerzte ihn offentsichtlich, darüber zu reden.

Warte mal ... Sasuke will gerade Itachi umbringen. Wir müssen sofort zu ihnen!", sagte ich und sprang auf. Wir rannten los nach draußen. Itachi lag bereits auf dem Boden und Sasuke hielt ein Kunai in der Hand.

Sasuke! Lass den Scheiß! Ich weiß nun die ganze Wahrheit!", brüllte ich und rannte zu ihm. Doch er schien mich zu ignorieren. Er holte zum Schlag aus. „Sie wollten es nicht tun! Es war eine Mission Konohas!", rief ich und es schallte durch den ganzen Wald. Sasuke stoppte den Schlag ab und ließ das Kunai fallen.

Ich hockte mich neben ihn. „Was erzählst du da? ... Sie haben unseren Clan ausgemerzt!", brüllte Sasuke mich an. Er zitterte am ganzen Körper. Itachi schien bewusstlos zu sein. Sasuke wollte ihn tatsächlich töten. Seinen eigenen Bruder.

Ich erzählte Sasuke alles, was mir Obito über das Massaker erzählte. Dann endlich kam Sasuke zur Besinnung. „Und ich wollte ihn wirklich töten ... Haru ... Es tut mir leid ... Ich war so in Hass verrannt, dass ich garnicht merkte, wie es meinem Bruder dabei ging ... Hätte ich das doch nur vorher gewusst ...", murmelte Sasuke vor sich hin. „Es ist in Ordnung, Sasuke. Ich bin froh, dass ich gerade noch rechtzeitig kam. Sonst hättest du ihn wohl wirklich umgebracht.", antwortete ich ihm.

So endete der Kampf zwischen den Uchiha Brüdern. Und ich bekam endlich meine Antwort. Obito nahm Itachi auf seine Schulter und so folgten Sasuke und ich ihm, bis wir schlussendlich beim Akatsuki Versteck ankamen. Hier durften wir bei unseren Brüdern mit im Zimmer schlafen. Obito legte Itachi auf seinem Bett ab, der noch immer bewusstlos schien. Auch ich legte mich in ein Bett und schlief schnell ein.