How could you 2

By Siry

Author's note: Es tut mir Leid, wegen längerer Krankheitsphase, bin ich nicht wirklich oft zum Schreiben gekommen T.T Dann auch noch die Zwischenprüfung, aber jetzt, endlich, geht's weiter! Über eure Meinung würde ich mich wie immer freuen, speziell zu der Wendung in diesem Kapitel. ; )

Kapitel 3: - Regardless -

It's a sin with no name

No remorse and no shame

Ein Geräusch, wie wenn jemand versucht, kein Geräusch zu machen, weckte Ritsuka am nächsten Morgen und als er die Augen aufschlug, war das erste, was er sah: Soubi... Sofort stahl sich ein Lächeln auf seine Lippen, als er ihn vom Bett aus dabei beobachtete, wie er auf Zehenspitzen durch durch das Zimmer schlich und nach irgendwas zu suchen schien.

Als Soubi einen flüchtigen Seitenblick auf Ritsuka riskierte, sah er, dass seine Augen bereits auf waren und ihn schläfrig musterten.

„Tut mir Leid, ich wollte dich nicht wecken..." flüsterte Soubi entschuldigend. „Schlaf einfach weiter, ja?" Ritsuka räkelte und streckte sich unter seiner Decke, die zwar wohlig warm war, aber trotzdem nicht Soubi neben ihm ersetzen konnte.

„Jetzt bin ich sowieso wach... Wonach suchst du?" Daraufhin lächelte Soubi zwar leicht, sah aber immer noch so aus, als ob er sich Vorwürfe machte.

„Mein Skizzenblock... Und ich muss in 5 Minuten los um die Bahn noch rechtzeitig zu bekommen. Zu Spät zu einer Zwischenprüfung zu kommen, wäre nicht gerade vorteilhaft..."

Soubis Prüfung, verdammt...! Die hatte er durch den ganzen Aufstand um Nisei und die Aufregung vor dem Gespräch gestern mit seiner Mutter total vergessen! Sofort saß Ritsuka kerzengerade im Bett, dachte kurz nach und öffnete dann die Nachttischschublade, um kurz darauf Soubis Skizzenblock daraus hervor zu ziehen.

„Hier. Tut mir leid... Ich war neugierig und hatte letztens vor dem Einschlafen darin beblättert. Muss vergessen haben, ihn zurück zu legen..."

Soubi nahm den Block und setzte sich dann zu Ritsuka an die Bettkante. Liebevoll legte er ihm eine Hand in den Nacken und strich durch seine Haare.

„Die werde ich wohl nie los, oder?" seufzte Ritsuka als Soubis Hand höher fuhr um seine Öhrchen zu kraulen. Mit seinem immer gütigen und alles verzeihenden Blick sah Soubi auf ihn runter.

„Ich finde sie süß." amüsierte sich Soubi und zog neckisch an einem, woraufhin hin Ritsuka halbherzig von sich weg stieß.

„Das ist nicht lustig. Los jetzt, sonst kommst du zu spät." Soubi allerdings machte noch gar keine Anstalten aufzustehen und sah ihn stattdessen besorgt an.

„Ich lasse dich mit schlechtem Gewissen hier alleine..." sagte er schließlich, woraufhin Ritsuka die Augen verdrehte.

„Soubi, ich bin kein Baby mehr und auch nicht alleine."

„Trotzdem... Glaub mir Ritsuka, ich habe ein schlechtes Gefühl bei diesem Kerl. Nicht wegen dem, was er getan oder zu mir gesagt hat. Es ist einfach... man kann ihm nicht trauen."

„Ich traue ihm ja auch gar nicht." antwortete Ritsuka und nahm Soubis Hände in die seinen. „Ich werde heute nochmal in Ruhe mit ihm reden, vielleicht erzählt er jetzt mehr, wo er hier 'angekommen' ist. Mach dir keine Sorgen, Yoji und Natsuo sind schließlich auch da. Und wenn etwas sein sollte..."

„... dann rufst du nach mir. Ich weiß, Ritsuka-kun." beendete Soubi seinen Satz und drückte ihm einen Abschiedskuss auf die Lippen. Wie auf Knopfdruck bekam Ritsuka wieder dieses kribbelnde Gefühl in seiner Brust und tiefer in seinem Bauch, das ihn Soubi eigentlich viel näher bei sich haben wollen ließ. Auch Soubi fiel es sichtlich schwer, sich von ihm zu lösen.

„Deine Bahn..." hauchte Ritsuka gegen seine Lippen.

„Ich weiß..." flüsterte Soubi gegen seine zurück.

„D-dann geh... jetzt..."

Da Soubi immernoch keine Anstalten machte, sich von ihm zu lösen, sah sich Ritsuka gezwungen, ihn mit sanfter Gewalt von sich weg zu drücken.

„Pass auf dich auf, Kleiner." sagte Soubi und küsste ihn liebevoll auf die Stirn. „Ich bin so schnell es geht wieder da."

„Grüß Kio von mir!" rief Ritsuka ihm hinterher, als Soubi schon fast aus der Tür war.

„Werd ich!" kam Soubis Antwort bevor er die Türe zufallen und Ritsuka immer noch im Bett sitzend, zurück ließ.

Seufzend ließ er sich in sein Kissen zurück sinken. Soubi... Einmal mehr fragte sich Ritsuka, wie es bloß sein konnte, dass ausgerechnet er so viel Glück hatte, jemanden wie Soubi zu haben. Zu besitzen...? dachte er vorsichtig, obwohl er sich an dieses Wort immer noch nicht wirklich gewöhnen konnte. Auf der einen Seite beinhaltete dieses Wort einen gewissen „Zwang", obwohl er wusste, dass Soubi nichts lieber tat als ihm zu gehören.

Auf der anderen Seite versprach dieses Wort etwas „absolutes" und die vollkommene Sicherheit, die Soubi für ihn verkörperte.

Glücklich lächelnd schloss Ritsuka die Augen und träumte vor sich her, während er sich fragte, ob es wohl heute Nacht endlich so weit sein würde. Unwillkürlich schlich sich die Röte auf seine Wangen, als er diesen Gedanken fortführte, bis er von lautem Geplapper im Wohnzimmer aus seiner Fantasie gerissen wurde.

„Uiii, ich freu mich ja schon so auf Sub-Zero!" qietschte Yoji und hüpfte im Wohnzimmer wie ein aufgedrehtes Kätzchen auf und ab.

„Den kannst du doch vergessen! Raptile! Der wird super!" war dagegen Natsuos Ansicht, der zwar nicht hüpfte, doch ansonsten nicht weniger euphorisch war.

„Raptile, pah! Goro! Mit dem zerquetsche ich deine dumme Echse!"

„Der hat immer so einen peinlichen Schlüpfer an, ob ihm den sein Lover geschenkt hat?"

„Pah, lass mich mal lieber nach deinem schauen!" beide kicherten albern, als Yoji seine Fingerspitzen bereits an Natsuos Hosenbund hatte. Seine Hände hielten jedoch inne als sie beide aufsahen und Ritsuka entdeckten, der gerade aus seinem und Soubis Zimmer gedackelt kam.

„Hey Ri-chan! Was würdest du sagen: Pink oder Babyblau?" amüsierte Yoji sich, doch sein Sentouki drückte seine Hände nun weg.

„Pink oder was? Wovon redet ihr?" fragte Ritsuka verwirrt und kratze sich am Hinterkopf, während er auf sie beide zukam. „Gibt's schon was zu essen?"

„Essen, Essen, Essen! Sag mal bist du schwanger oder so?" fragte Natsuo und verdrehte die Augen. „Wie kannst du an einem Tag wie heute nur an Essen denken?!"

„Ähm... Wieso? Was für ein Tag ist heute denn?" fragte Ritsuka langsam, während das Fragezeichen über seinem Kopf immer größer wurde.

Die beiden Zero fassten sich demonstrativ an die Köpfe.

„Er fragt was für ein Tag heute ist, Na-chin."

„Ich habe es gehört, ich stehe schließlich daneben."

„Ich dachte wir hätten einen guten Einfluss auf ihn gehabt."

„Tja... manche sind in dieser Beziehung absolut lernresistent..."

„Jetzt macht doch nicht so ein Theater! Worum geht's?!"

Natsuo räusperte sich und sprach dann in feierlichem Ton:

„Loveless, heute ist der Release Tag vom neuen Mortal Kombat Spiel!"

Beide sahen ihn erwartungsvoll an, doch Ritsuka schien irgendwie wenig mitgerissen zu sein. „Oh. Achso." war seine wenig begeisterte Antwort.

„Ri-chan! Darauf freuen wir uns seit Wochen!" jubelte Yoji und tauschte vergnügte Blicke mit Natsuo, der nicht weniger fröhlich war. „Jedenfalls wollen wir jetzt los das Spiel besorgen. Du musst mitkommen, im Laden können wir dir ein Dutzend anderer Games zeigen!"

Doch selbst auf diese Einladung hin wirkte Ritsuka noch unentschlossen. „Mh... Ich weiß nicht so recht. Wo ist eigentlich Nisei?"

„Was hat'n Nisei damit zu tun?!" fragte Natsuo und zog eine Augenbraue hoch. „Der duscht gerade. Also was ist, kommst du jetzt mit?"

„Tut mir leid, ihr Zwei." sagte Ritsuka und sah die beiden entschuldigend an. „Ich wollte nochmal mit Nisei reden."

„Um ihn nach noch ein paar Pädophilen-Jokes zu fragen?" kicherte Natsuo und hielt sich die Hand vor den Mund.

„Was?!" fragte Ritsuka, der schon wieder keine Ahnung hatte, wovon Natsuo da sprach. Yoji entschied, nicht länger um den heißen Brei rumzureden, sondern die Situation aufzuklären.

„Weißt du, Ri-chan. Nisei wirkt immer ganz nett und angepasst wenn du dabei bist, aber... er kann auch anders. Als du letztens zu deiner Mum gingst, hat er ein paar ziemlich miese Sachen gesagt." Natsuo fiel es jetzt immer schwerer das Lachen noch zurück zu halten und wurde mit dem Ellenbogen von Yoji hart in die Seite gestoßen.

„Was hat er denn gesagt?" bohrte Ritsuka nach.

„Ähm... das kann ich nicht wiederholen, ohne rot zu werden." sagte Yoji hastig. So konnte er noch ernst bleiben, müsste er das allerdings wiederholen, - keine Chance – dann lägen er und Natsuo gleich beide lachend am Boden und damit wäre Ritsuka nicht geholfen. Also musste zumindest einer von ihnen die Fassung behalten.

„Nicht so wichtig, Ri-chan. Jedenfalls, gut dass du mit ihm reden willst. Aber wir, ähh, hauen jetzt mal ab. Sonst sind nachher alle Spiele vergriffen!" sagte Yoji und packte den immernoch glucksenden Natsuo am Arm.

Ritsuka sah den beiden nach, als sie aus der Tür verschwanden, unsicher, wie er sich nun fühlen sollte.

Hat Soubi doch recht gehabt? Treibt Nisei ein falsches Spiel?

Es gab nur eine Möglichkeit das heraus zu finden und jetzt war der ideale Zeitpunkt dafür. Sie waren alleine und würden auch so bald nicht gestört werden. Es gab also niemanden, für den Nisei sich verstellen, oder irgendeine coole Show abziehen musste. Denn so erklärte er sich Niseis Verhalten Yoji und Natsuo und irgendwie auch Soubi gegenüber.

Er holte sich aus dem Kühlschrank einen Snack und setzte sich auf die Couch um auf Nisei zu warten. Während er sich noch in Gedanken vorsprach, was er gleich fragen oder sagen könnte, kam Nisei bereits mit noch feuchten Haaren aus dem Badezimmer.

„Nisei? Hast du vielleicht einen Moment..." fragte Ritsuka unsicher, doch Nisei kam bereits lächelnd auf ihn zu.

„Mache ich einen so beschäftigten Eindruck, dass du das extra fragen musst?"

„Ähm... nein, eigentlich nicht. Aber man sagt das doch so..." sagte Ritsuka, der sich für seine Frage plötzlich ziemlich dumm vorkam. Immerhin wusste er ja, dass Nisei quasi nix zu tun hatte bei ihnen und sich den Großteil der Zeit vor dem Fernseher langweilte.

„Okay, was gibt's?" fragte Nisei und ließ sich lässig neben Ritsuka sacken, der nervös ein Stück wegrutschte. Plötzlich fand Ritsuka, dass Soubi recht hatte, irgendwas an Nisei sagt ihm, dass man ihm nicht trauen kann... Nur was?

„Ich wollte nochmal mit dir reden. Hast du schon was Neues gehört von Seimei?"

„Nein, bisher noch nicht, sonst hätte ich es dir sofort gesagt."

„Mh..."

„Warum fragst du nicht Minami? Er bildet Sentoukis aus, mit Sicherheit hat er auch Kontakte zu anderen Schulen. Du könntest ihn anrufen."

„Ich glaube nicht, dass Soubi damit einverstanden wäre." sagte Ritsuka schneller als er denken konnte.

„Familienstreitereien, verstehe." Sagte Nisei mit einem Unterton, der mehr verriet, als er versteckte.

„Dieser Kerl ist nicht seine Familie. Seine Eltern sind tot." Ritsuka konnte die Bitterkeit in seiner Stimme kaum verbergen, die er immer noch empfand wenn er daran dachte, was dieser Typ Soubi angetan hatte, als er noch viel zu jung dafür war.

Und die Narben auf seinem Rücken... schrecklich!

Er ertappte sich dabei, wie es einem Teil von ihm kein Stück leid tat, dass Seimei ihm die Augen ausgestochen hat. Nein, ihn würde er auf gar keinen Fall anrufen. Und er würde auch nicht zulassen, dass Soubi es tut.

„Naja, genau genommen ist seine Mutter tot." sagte Nisei in einem absolute beiläufigem Tonfall.

„Was meinst du damit? Seine Eltern starben bei einem Autounfall!" sagte Ritsuka sofort, worauf Nisei bloß mit den Schultern zuckte.

„Seimei kennt die beiden ganz gut, und er ist davon überzeugt, dass Ritsu Soubis Erzeuger war. 'Er sieht aus wie seine Mutter und redet wie sein Vater.' hat Seimei immer gesagt."

„Das ist doch Blödsinn!" entfuhr es Ritsuka plötzlich. „Ich kenne Soubi nämlich zufällig auch ganz gut und er hat überhaupt nichts von ihm!" Doch stimmte das wirklich? Hatte er nicht selbst festgestellt, dass Soubi diesem Kerl sehr ähnlich war? Aber das war bevor er wusste, was er Soubi angetan hatte und bevor er so – hässlich – für ihn geworden war. Ritsuka schüttelte den Kopf, nein, ausgeschlossen.

„Dann hat Seimei gelogen." sagte Ritsuka, obwohl er wusste, dass das als Argument wohl ziemlich schwach klingen würde.

Nisei funkelte ihn plötzlich an, als ob Ritsuka ihn selbst beleidigt hätte. „Und warum denkst du, sollte Seimei mich anlügen?!" Auch darauf wusste Ritsuka nichts zu antworten.

„Weiß ich doch nicht." sagte er kleinlaut.

„Du hälst dich auch für ziemlich clever, was?!" warf Nisei ihm entgegen. „Du und Soubi, ihr seid beide gleich. Eingebildet und von niemandem mehr überzeugt, als von euch selbst!"

Ritsuka hätte Niseis gehässigen Unterton nicht gebraucht um zu wissen, dass er da wohl einen wunden Punkt getroffen hatte. „Es tut mir Leid, Nisei. Ich wollte nicht behaupten, dass Seimei dich angelogen hat. Ich weiß doch selbst nicht, was in seinem Kopf vorgeht."

„Gut beobachtet. Du bist nämlich bloß ein Kind, Ritsuka Aoyagi. Du weißt garnichts."

Ritsuka konnte nur ahnen, was gerade in Seimeis ehemaligem Sentouki vorging, doch auf eine absurde Weise verspürte er immernoch Mitleid mit ihm. „Warum bist du so voller Hass auf mich und Soubi?"

- Neid? - Schoss es Ritsuka im Bruchteil einer Sekunde durch den Kopf. Aber dafür gab es doch keinen Grund, weswegen er schnell hinzufügte: „Weder er noch ich haben dir irgendwas weggenommen. Wir alle leiden unter Seimei. Und ich denke nicht, dass-"

„Richtig, Ritsuka, du denkst nicht!" unterbrach ihn Nisei aufgebracht und bevor Ritsuka überhaupt realisiert hatte, was als nächstes geschah, sah er bloß aus dem Augenwinkel Niseis Hand hochfahren und spürte einen blendenden Schmerz auf seiner linken Gesichtshälfte. Fassungslos starrte er seinen Gegenüber an, als er mit zitternden Fingern vorsichtig seine brennende Haut abtastete.

Was zum Teufel...?

War das gerade wirklich passiert? Ja, es musste so sein... Seine pochende Wange war schließlich der schmerzhafte Beweis dafür.

„R-Raus hier..." brachte Ritsuka mit bebender Stimme hervor und musste schlucken. „Sofort." Doch alles, was ihm entgegenkam war ein kaltes Lachen, das nach jemandem klang, der schon sehr lange nicht mehr gelacht hatte.

„Einen Scheiß werde ich tun, kleiner Ritsuka. Weißt du, was Demütigung bedeutet, mh?" Ritsuka hatte keinen Schimmer, worauf Nisei hinaus wollte, aber allein sein Blick löste in ihm ein Gefühl aus, bei dem er nicht lange brauchte, um es als Angst zu identifizieren. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst."

„Ach nein?" Niseis Augen hatten keine Wärme mehr in sich und so langsam fragte Ritsuka sich, ob dort jemals welche gewesen war. „Zieh dich aus."

„WAS?! Sag mal, spinnst du?!" Geschockt und völlig aus der Bahn geworfen rappelte sich Ritsuka von der Couch auf und stolperte ungeschickt rückwärts, während Nisei sich nach vorn lehnte und ihn immer noch mit diesem schrecklichen Blick fixierte.

„Zieh. Dich. Aus." befahl er nun in einem Ton, der eigentlich keine Widerrede mehr duldete, doch der Junge konnte garnicht anders, als das alles immer noch für einen üblen Scherz zu halten.

„V-Verschwinde von hier!" Ritsuka versuchte, mehr Nachdruck in seine Stimme zu legen. Irgendwie musst er Nisei doch klar machen, dass er das absolut nicht lustig fand. Nisei war bloß ein Gast. Und Gäste konnte man doch hinauswerfen, oder nicht?

Wäre Soubi doch hier... oder zumindest Yoji und Natsuo!

Mit einem Mal fühlte Ritsuka sich absolut hilflos und verloren.

„Du sagst mir nicht, was ich zu tun habe!" sagte Nisei und stand auf.

Hält er mich etwa für meinen Bruder? Das war zwar vollkommen absurd, doch Niseis plötzlich fast wahnsinnige Art ließ Ritsuka selbst das annehmen. Er wusste, er hätte versuchen müssen, wegzulaufen, als Nisei nun auf ihn zukam, doch er war vor Angst wie gelähmt und konnte sich nicht rühren. Er wurde erst aus seiner Starre gerissen, als Nisei ihn am Arm packte und er heftig zusammen zuckte und zum rückwärts gehen gedrängt wurde.

„Hör auf, Nisei! Lass mich los!" schrie Ritsuka mit einer Stimme, die ihm völlig fremd vorkam, obwohl es seine eigene war. Er packte seinen Arm mit beiden Händen und versuchte mit aller Kraft, den größeren von sich zu zerren, doch vergeblich. Niseis Hand lag wie eine Fessel um seinen Arm und drückte nur noch fester zu, je mehr er sich wehrte.

„Nein, du kannst mich nicht von dir weisen, wir gehören zusammen!" Mit einem Lachen, das eine kranke Verzweiflung in sich hatte, schlang er beide Arme um ihn und drückte er den Jungen an sich.

Er hat den Verstand verloren! Er hat völlig den Verstand verloren!

„Lass – mich los!" Ritsukas Stimme war nicht mehr als ein bittendes Flehen und wäre die Angst nicht so groß gewesen, wären ihm wahrscheinlich die Tränen gekommen. Er schob und zerrte, versuchte sogar an Niseis Haaren zu ziehen, doch er konnte sich aus dieser Umarmung nicht befreien und taumelte mit ihm rückwärts.

„Halt den Mund! Halt endlich den Mund!" Nisei, der ihn gerade noch an sich gedrückt hatte, stieß und nun mit voller Wucht von sich weg, wodurch Ritsuka das Gleichgewicht verlor und rückwärts fiel. Er kniff die Augen zusammen in der Erwartung, jeden Moment auf den harten Boden aufzugeschlagen, doch riss sie auf, als er stattdessen rückwärts auf seinem Bett landete. Er starrte seinen Peiniger von unten an, aber bekam kein Wort raus. In seinem Kopf herrschte ein absoluter Black-Out. Er wollte bloß noch von ihm weg – irgendwie – und krabbelte unbeholfen auf dem Rücken zurück, als die Panik in ihm aufstieg.

„Du kannst dich mir nicht entziehen!" Ein schriller Angstlaut entfuhr ihm als Nisei seine Knöchel packte und ihn zu sich zog.

Was danach kam, passierte so schnell, dass er Nisei nicht mal mehr ausholen sah, doch dieser Schlag war noch härter gewesen, als der davor und Ritsuka hatte das Gefühl, dass alle Luft aus seinen Lungen entwichen war. Seine Ohren dröhnten und und er spürte, wie ihm schwarz vor Augen wurde.

Als er schon kurz davor war, in dieses beharrliche Dämmergefühl abzugleiten, schreckte sein Körper wie elektrisiert hoch als er realisierte, dass Niseis Hände an seinem Hosenbund waren. Er öffnete den Mund um zu schreien, aber ihm fehlte die Luft und er bekam keinen Ton heraus. Warum kam denn keiner? Wo war Soubi? Das konnte doch gerade nicht passieren, nicht wirklich! Er versuchte erneut einen erstickten Schrei hervor zu bringen, als Nisei ihn packte, umdrehte und sein Gesicht ins Kissen drückte.

Nein... Nein... Er wimmerte innerlich und rang nach Luft, als er spürte wie Nisei sich über ihn beugte.

SOUBI ... !

Dann war Ritsuka nur noch Schmerz.

To be continued...

März, 2014

Xander: Dankeschön! ^_^ Ja, Soubi tat mir auch ziemlich Leid und zwischendurch hab ich immer wieder gedacht „Nein! Das kann ich doch jetzt nicht so schreiben!" aber manchmal muss man eben hart zu sich selbst, und seinen Lieblingscharas sein :P

Eigentlich versuche ich immer, alle Reviews zu kommentieren und Fragen zu beantworten, nur ist das auf dieser Seite etwas schwierig wenn die Rev's anonym sind, weil es keine öffentliche Antwortfunktion gibt ^_^ Darum jetzt auf diesem Weg...

Ich versuche immer möglichst zügig zu updaten und nicht zu lange für ein Kapitel zu brauchen, aber da ich eigentlich nur am Wochenende zum Schreiben komme, kann es doch schonmal was länger dauern. Aber wird auf jeden Fall noch einiges an Kapiteln und neuen Storys nachkommen!

Dann sag ich mal danke für deinen Kommi und hoffe wir lesen uns wieder!

Rinka: Freut mich zu hören, dass du Nisei Fan bist! *g* Ja, Soubi tat mir auch Leid, aber ohne einen gewissen Leidensdruck wäre die ff ja langweilig ;)

Quincy: Jetzt weißt du, was Nisei „im Schilde" geführt hat ; ) Sein Plan war, Soubi und Ritsuka auseinander zu bringen, weil er ihnen ihr Glück nicht gönnt. Ob er es auf das was jetzt passiert ist angelegt hat oder nicht, das ist offen gelassen und kann jeder sehen wie er will ;)