Kapitel 8
Bella
Nachdem Nessie wieder vom Jagdausflug zurückgekehrt war, verschwanden Edward und ich auf unser Zimmer. Ich wusste, dass es ihm nicht schnell genug gehen konnte, endlich mit mir alleine zu sein, auch wenn es heute nicht daran lag, dass er sofort über mich herfallen würde. Nein, Edward war ziemlich beunruhigt. Den ganzen Abend war er abgelenkt und hatte sich zurückgezogen. Als ich ihn in Gedanken fragte, was ihn beschäftigte, schüttelte er nur unmerklich den Kopf. Er wollte mit mir alleine reden, in Ruhe.
Als wir ins unserem Zimmer waren, setzte er sich auf unser Bett und sah mich an.
„Schatz, was ist los? Machst du dir Sorgen wegen Jacob und den Vampiren?", fragte ich ihn und setzte mich neben ihn „Jacob hat das alles im Griff. Er hat gesagt es waren 4 oder 5. Die sind wahrscheinlich längst abgehauen und selbst wenn nicht, das Rudel wird schon klarkommen."
„Ja, nein, ich weiß nicht. Es ist nicht nur Jacob. Es ist alles. Nessies Gefühle, Jacob, der uns verlässt. Das plötzliche Auftauchen von Nahuel und dann die Vampire. Seit Jahren waren keine Vampire mehr in der Gegend um Forks. Es hatte sich rumgesprochen, dass die Wölfe dort leben und das Gebiet beschützen. Und nun tauchen sie gerade vor Jacobs Tür auf?", sagte er nachdenklich.
„Findest du das nicht alles ein wenig eigenartig?", fragte er mich.
„Hmh, es kommt doch oft einfach alles zusammen. Oder willst du etwa sagen, dass es keine Zufälle sind?"
„Ich weiß es nicht. Ich weiß gar nichts. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass mit Nahuel etwas nicht stimmt."
„Hast du seine Gedanken gelesen?", fragte ich neugierig.
„Ich hab es versucht. Aber es war nichts Auffälliges. Nur wie begeistert er von Nessie ist und wie schön er sie findet. Und dennoch, irgendetwas an seinen Gedanken war eigenartig, aber ich komme nicht darauf, was es war."
„Vielleicht bist du auch einfach nur ein wenig empfindlich, weil es sich dabei um deine Tochter handelt.", versuchte ich ihn zu beruhigen.
„Kann sein, trotzdem, ich mag den Jungen nicht und ich wäre beruhigt, wenn Jacob hier wäre. Ich hätte nicht gedacht, dass er mir mal so fehlen würde."
„Wir wissen aber nicht, wann er wieder hier sein wird und bis dahin sollten wir das Beste aus der Situation machen. Ich glaube auch nicht, dass wir uns wegen Nessie Sorgen machen müssen. Sie weiß mittlerweile, dass sie in Jacob verliebt ist und das macht es Nahuel wohl ziemlich schwer."
„Ja, ich weiß. Ihre Gedanken schienen heute schon viel geordneter zu sein. Trotzdem hat Nahuel sie ziemlich nervös gemacht.", gab Edward zurück.
„Er hat keine Chance gegen Jacob, glaub mir. Und wenn Jacob wieder da ist, wird alles gut."
„Du hast bestimmt recht.", er beugte sich zu mir und küsste mich sanft auf den Mund. Sofort explodierte mein Körper. Ich konnte an nichts anderes mehr denken, nur noch an ihn. Ich versuchte ihn fester an mich zu ziehen, vergrub meine Hände in seinen Haaren und öffnete meine Lippen. Doch ich spürte genau, dass er sich nicht vollkommen auf mich konzentrierte. „Warte einen Moment, du kleiner Nimmersatt, ich will nur eben bei Jacob anrufen.", er löste sich sanft aus meiner Umarmung, ich ließ es widerwillig zu. Ich wusste, dass er zuerst mit Jacob telefonieren musste, um halbwegs beruhigt zu sein. Und ich war froh, dass er es tat, denn auch wenn ich versucht hatte Edwards Bedenken zu zerstreuen, hatte auch ich ein ungutes Gefühl. Es waren einfach zu viele Zufälle auf einmal.
Er stellte sich ans Fenster und blickte hinaus, während er die Nummer von Jacob wählte.
Er nahm sofort ab.
„Hey, Jake, ist alles ok bei euch? Ich mache mir Sorgen.", fragte Edward.
„Edward, schön das du anrufst. Bisher gibt es nichts Neues. Die Anderen halten Wache, ich wurde hier gerade von Seth abgelöst und wollte jetzt zu ihnen gehen.", antwortete er. Seine Stimme klang traurig.
„Wie geht's dir?", Edward klang aufrichtig besorgt.
„Ich versuch das Beste aus der Situation zu machen, aber es fällt mir wirklich schwer. Es zerreißt mir buchstäblich das Herz, gerade jetzt nicht bei ihr sein zu können. Sie fehlt mir so sehr."
„Du fehlst ihr auch. Mach dir keine Sorgen, Jake, wir passen auf sie auf. Versuch du schnell das Vampir-Problem zu lösen und komm dann wieder her."
„Ja, ich wünschte nur, dass wir das so schnell es geht gelöst bekommen. Sie haben sich heute nicht mehr blicken lassen. Sind nicht mal in die Nähe der Grenzen gekommen. Es ist, als hätten sie sich in Luft aufgelöst.", er klang ungeduldig.
„Sie werden schon wieder auftauchen und dann schnappt ihr sie euch."
Edward und Jacob telefonierten noch eine Weile und besprachen das weitere Vorgehen der Wölfe. Wieder bot Edward ihm an, sofort zu kommen, wenn Jacob seine Hilfe brauchen würde. Nachdem sie aufgelegt hatten, drehte er sich wieder zu mir.
„Warum hast du ihm nicht von deinen Bedenken wegen Nahuel erzählt?", ich blickte ihn fragend an.
„Was hätte es genutzt? Ich weiß nichts Genaues, vielleicht ist es auch nur ein Gefühl. Aber du kannst dir sicherlich die Wirkung auf Jacob vorstellen, wenn ich es ihm erzählt hätte. Und ich habe ihn doch nicht angelogen, wir passen auf sie auf, das stimmt doch."
„Und warum hast du ihm nicht von Nessies Gefühlen erzählt? Du hättest wenigstens eine kleine Andeutung machen können. Damit hättest du ihn bestimmt ein wenig beruhigt. Er klang sehr verzweifelt."
„Ich denke einfach nicht, dass wir uns da einmischen sollten. Sie werden zueinander finden, da bin ich fest von überzeugt. Jacob wollte nicht, dass wir ihr von der Prägung erzählen, er wollte dass sich diese Liebe ganz natürlich entwickelt und das rechne ich ihm sehr hoch an. Er will nichts Anderes als das Beste für Nessie und ich denke nicht, dass er das Einmischen ihres Vaters als „natürlich" empfindet.", er klang überzeugt.
„Du hast ja Recht. Es macht mich nur einfach fertig, wenn ich seinen Schmerz spüre und sehe, wie er leidet. Er steht mir so nahe, es ist, als würde ich seinen Schmerz ebenfalls empfinden."
„Ich weiß, Bella, aber er wird das hinkriegen. Und dann wird alles gut. Die Beiden gehören zusammen, genau wie wir, es ist Schicksal und dagegen kann man sich nicht wehren.", Edward kam zu mir hinüber und beugte sich vor mich. Seine Hände fuhren meine Beine entlang. Er lächelte mich mit meinem schiefen Lächeln an und natürlich erzielte er damit die erwünschte Reaktion. Ich fiel über ihn her, zog ihn aufs Bett und küsste ihn leidenschaftlich. Er stöhnte laut auf, als ich ihm leicht in den Hals biss. Auch er war nun völlig von dieser Leidenschaft gefangen. Er riss mir die Kleider vom Leib und ich tat es ihm nach. Seine Haut auf meiner zu spüren machte mich fast wahnsinnig. Ich konnte ihm nicht nah genug sein, wollte ihn noch intensiver spüren, wollte ihn in mir spüren.
Wir liebten uns in dieser Nacht mehrmals und lagen danach bis zum Morgengrauen engumschlungen nebeneinander. Nach all den Jahren hatte sich an unserer Leidenschaft nichts geändert. Noch immer konnte ich nicht genug von ihm bekommen. Mein Hirn setzte einfach aus, wenn er mich berührte.
Nur mit ihm, konnte ich glücklich sein. Und manchmal konnte ich es nicht fassen, dass wir nun endlich bis in die Ewigkeit zusammen sein konnten.
