New, you're so new
You, you're new
And I never had this taste in the past
New, you're so new

My normal hesitation is gone
And I really gravitate to your will
Are you here to fetch me out?
'Cause I've never had this taste in my mouth

Don't let it go away
This feeling has got to stay

New by No Doubt


Kapitel Zwei: Die Karte des Rumtreibers

„Bereit, Zwilling?" sagte George.

„Bereit," sagte Fred.

Die beiden kauerten hinter einer Statue von Leo dem Lasziven. George zog vorsichtig das kleine, runde Päckchen aus seiner Tasche. Schüler bewegten sich die Gänge auf und ab auf ihrem Weg zur Bibliothek oder ihren Gemeinschaftsräumen.

„Eins, zwei," zählte Fred, „DREI!"

George warf das runde Objekt mit all seiner Kraft in den Korridor. Es flog gut 10 Meter weit, landete auf dem Boden, federte, flog noch ein paar Meter und zerbarst dann mit einem lauten, nassen Platsch.

Ekliger, brauner Schleim überzog sofort den Boden und ein Übelkeit erregender Gestank erfüllte die Luft, gefolgt von einer riesigen, dichten Rauchwolke. Fred und George steckten ihre Nasen schnell in ihre Umhänge, als im Flur ein Haufen Schüler vor Ekel schrie und brüllte. Zwei prustende Slytherins standen nur ein paar Zentimeter von der Stinkbombe entfernt; ihre Umhänge waren bekleckst mit stinkendem, braunem Schlamm.

Fred und George ließen sich hinter der Statue nieder und lachten leise, so sehr, dass ihnen Tränen übers Gesicht liefen.

„Der war gut, Zwilling!" sagte Fred und schlug schwach mit George ein. Sie drehten sich wieder um, um ihre Handarbeit zu begutachten, als Fred plötzlich spürte, wie eine raue Hand ihn an seinem Umhangkragen nach hinten riss. Ein lautes Ächzen von George zeigte an, dass ihm das selbe passierte

„Auf frischer Tat ertappt!" sagte eine wütende, leicht pfeifende Stimme. „Jetzt seit ihr dran, Weasley-Zwillinge! Ihr kommt mit mir."

„Hhhhhm," japste Fred

Aber es gab wenig, was er oder George tun konnten, als Filch – wegen seines Wutausbruchs stärker als normalerweise – sie beide den Korridor hinunter zu seinem Büro zog. Einige Gryffindors applaudierten Fred und George, während die Mist befleckten Slytherins zischelten und üble Gesten in ihre Richtung machten. Fred und George gestikulieren genauso übel zurück.

Bald darauf wurden sie in Filchs Büro hinein gezerrt. Mrs. Norris, seine räudige Katze, saß auf einem Stuhl und beobachtete sie kühl mit ihren lampenartigen Augen.

„Schau, was wir hier haben, mein Tierchen," krächzte Filch, als er Fred und George grob gegen seinen Schreibtisch schubste. „Zwei kleine Regelbrecher. Und jetzt sind sie DRAN."

Mrs. Norris gab ein Miauen und ein Zischen von sich, das einer Zustimmung erstaunlich nahe kam. Fred starrte die Katze an und unterdrückte den Drang, ihr einen Tritt zu verpassen.

Fred rieb seinen wunden Rücken, der von Filchs Griff nach seinem Umhang aufgescheuert war; er blickte zu George, aber George starrte Filch mit einem trotzigen Ausdruck an. Fred tat es ihm gleich. Keiner von beiden hatte wirklich Angst vor Filch. Er war alt, gebrechlich und humpelte. Aber er war auch jähzornig und hasste jeden Schüler in der Schule (was die Frage aufwarf, warum er an einer Schule arbeitete, wenn er Kinder verachtete) und jeder wusste, wie stark er daran glaubte, dass die Schule die ‚alten Bestrafungen' anwenden sollte, wie auch immer diese aussahen.

„Nun," sagte Filch triumphierend, „WAS werde ich mit euch kleinen Scheißern jetzt wohl machen? Zu den alten Zeiten hätte ich die Erlaubnis gehabt, euch beide auszupeitschen, bis ihr nur noch einen Hauch Leben in euch gespürt hättet, wisst ihr. Oder vielleicht hätte ich euch eine Nacht an euren Daumen von der Decke baumelnd gegönnt. Das hätte euch was gelehrt. Aber jetzt, verdammt, musste die Schule ganz und gar ‚aufgeklärt' werden. Das Schlimmste, das ich euch antun kann, ist, euch eine Strafarbeit zu verpassen."

Fred und George schauten einander an und schluckten; Fred würde Filch gegenüber keine Spur Furcht zeigen, aber tief im Innern war er dankbar, dass Hogwarts tatsächlich einen ‚aufgeklärteren' Weg gewählt hatte was die Bestrafung der Schüler betraf.

„Dann eben Strafarbeit," sagte Filch garstig. „Eine Woche lang, denke ich. Da müsst ihr beide eine Menge putzen. Ihr werdet jeden Zentimeter dieses Korridors mit Zahnbürsten schrubben, hört ihr? Und ihr werdet erst aufhören, wenn ich es euch sage!"

Fred nickte abwesend, aber er passte nicht wirklich auf, da seine Augen zu einem von Filchs zahllosen Aktenschränken gedriftet waren. Auf einem Namensschild an der Außenseite stand „Konfisziert und Höchst Gefährlich". Fred unterdrückte ein Grinsen und schaute George an. George schaute zurück und grinste. Er hatte den Schrank auch gesehen.

Es war viel, viel zu verführerisch, um es nicht zu tun. Fred nickte George zu. George steckte eine Hand in seinen Umhang und zog noch ein kleines, kugelförmiges Päckchen heraus. Filch jammerte weiter, während er im Zimmer auf und ab ging, und ersann eine ganze Menge Mist wie er, wenn er es in der Hand hätte, den Zwillingen vor der gesamten Schule die Eingeweide herausnehmen würde dafür, dass sie einen Gang verdreckt hatten.

George wartete bis Filch zu der anderen Seite des Zimmers gewandert war, sowohl weg von dem Schrank als auch von der Tür. Filch kehrte ihnen den Rücken...

George schmiss die zweite Stinkbombe gegen die Rückwand von Filchs Büro, wo sie gegen die Steine klatschte, zerbarst und dabei sofort noch mehr übel riechende Dämpfe entweichen ließ.

„GOTT VERDAMMT!" kreischte Filch. Das kleine, vollgestopfte Büro wurde so faulig und rauchig, dass Fred und George sich nicht nur ein wenig übel fühlten, sondern auch Schwierigkeiten hatten, zu sehen, wo Filch sein könnte.

„Geh, Fred!" brüllte George.

Fred sprang zu dem Schrank mit Schmuggelware, riss willkürlich eine Schublade auf und griff nach dem ersten Ding, das er erwischte. Es war ein Stück altes Pergament. Fred schaute hoch und sah in der Ferne die verschwommenen Konturen von Filch, wie er in dem dicken Rauch herumtapste.

„Komm schon!" brüllte George.

Die zwei rannten in Richtung Filchs Vordertür.

„Ihr geht nirgendwo hin!" brüllte Filch und fing an, zu ihnen hin zu humpeln. Aber Fred und George vergeudeten keine Zeit (der Gestank in Filchs Büro war so schlimm, dass Fred ohnehin kurz vorm Erbrechen war). George riss die Tür auf und die Zwillinge sprangen aus Filchs Büro hinaus und sprinteten die Gänge entlang. Während sie um die Ecken bogen, hörten sie Filch nach ihnen brüllen und sie mit eine Tirade sehr obszöner Namen beschimpfen.


„Das war's?" sagte George und klang dabei zutiefst enttäuscht." Das war ALLES, was du kriegen konntest?"

Sie saßen an einem Samstag Morgen im leeren Gemeinschaftsraum, nachdem sie einen ganzen Monat Strafarbeit von Professor McGonagall erhalten hatten (Filch hatte sie sofort aufgesucht und über die beiden informiert). Die anderen Schüler waren draußen und spielten im Schnee.

„Ich hab halt das geschnappt, was oben lag," sagte Fred zu seiner Verteidigung. Das Ding, das er aus Filchs Büro gestohlen hatte, lag auf dem Kaffeetisch.

„Großartig," sagte George. „Wir kriegen einen Monat Strafarbeit für ein altes Stück Pergament. Das ist einfach brillant, Fred."

„Du kannst mich mal," sagte Fred zornig.

„Es steht noch nicht mal was drauf!" sagte George. „Es ist absolut leer! Es ist wertlos."

„Warum gibst du's dann nicht Filch zurück, wenn's so wertlos ist," zickte Fred.

„Blöder Depp," sagte George. „Ich hätte zum Aktenschrank gehen sollen."

„Leck mich!" sagte Fred wütend.

„Mach doch selbst!" gab George zurück, und im nächsten Moment waren die beiden am Boden, ringend und sich schlagend. Fred schaffte es, George auf den Boden zu nageln und wollte gerade zu einem üblen Schlag ansetzen.

„Was macht ihr zwei denn da?"

Fred und George schauten hoch; Freds Faust blieb für einen Moment wie angefroren an ihrem Platz. Angelina Johnson stand über ihnen, ihre Hände auf den Hüften, und sah amüsiert, hochmütig und sehr groß aus. Sie WAR im letzten Monat noch ein paar Zentimeter gewachsen.

„Oh," sagte Fred und kletterte von George herunter. „Hey, Angie. Wir haben nur, ähm..."

„Gekämpft," sagte Angelina. „Also ehrlich. Könnt ihr zwei Idioten eure Meinungsverschiedenheiten nicht klären, ohne gleich auf einander einzuschlagen?"

„Wie auch immer," sagte George, verdrehte dabei die Augen und stand auf. Er streckte die Hand aus und schlug Fred auf den Hinterkopf.

„Hey!" brüllte Fred und tat das selbe mit George. Ihr Kampf eskalierte wieder.

„Jungs," sagte Angelina, die Augen rollend, und war im Begriff, sich auf die Couch zu setzen, als sie das leere Pergament entdeckte. „Was ist das?"

Fred und George, die wieder auf dem Boden lagen (dieses Mal hatte George Fred festgenagelt und setzte gerade zu einem Schlag an), schauten hoch. Freds riss vor Entsetzen die Augen auf, als Angelina das leere Pergament aufhob. Er sprang hoch, wodurch George rückwärts von ihm fiel.

„Nichts!" sagte Fred schnell und schnappte Angelina das Pergament weg.

„Hey!" sagte sie verärgert und schnappte es gleich wieder zurück. Ich hab mir das angeschaut."

„Und ich hab dir gesagt, dass es nichts ist," sagte Fred und griff danach, aber sie hielt es hoch, außerhalb seiner Reichweite. Sie war größer als er.

„Verdammt, Angie, gib's her!" sagte Fred, während er hochsprang, um zu versuchen, es aus Angelinas Griff zu packen.

„Na dann hol's dir doch," sagte Angelina kichernd, das Pergament immer noch außerhalb seiner Reichweite.

„Angie!" sagte Fred verärgert, immer noch auf und ab springend in dem Versuch, ihr das Pergament abzunehmen (wann um alles in der Welt war sie so groß geworden?).

George, seinerseits, war ihm keine Hilfe. Er lachte, voll und ganz belustigt durch den Anblick seines Zwillingsbruders, der wie ein Depp auf und ab sprang, um ein Stück Pergament wegzuschnappen von...einem MÄDCHEN.

„Erbärmlich, Fred!" keuchte George und hielt seinen Bauch.

„Friss Mist, George!" brüllte Fred, allenthalben sein Gehopse für einen Augenblick aufgebend.

„Sag mir, was das ist," sagte Angelina und hielt das Pergament fest.

„Wir WISSEN nicht, was es ist," sagte Fred entnervt. „Wir waren gerade dabei, das herauszufinden, als du reingeplatzt bist."

„Als ich ‚reingeplatzt' bin, seit ihr gerade auf dem Boden rumgerollt wie ein paar dumme Trottel," sagte Angelina kühl. „Was ist an diesem Ding überhaupt so besonders?"

„Wir haben es in Filchs Büro gefunden," sagte Fred verdrossen.

„Verdammt, Fred, erzähl IHR das doch nicht," sagte George wütend. „Sie ist ein—"

„Mädchen," sagte Angelina. „Brillante Beobachtung, George. Wisst ihr, ich werde niemandem etwas sagen."

„Ja," sagte Fred, aus Gründen, über die er sich nicht sicher war, Angelina verteidigend. „Angie ist cool."

George warf die Hände in die Luft und setzte sich theatralisch in einen der weichen Sessel.

„GUT," sagte er. „Erzähl's ihr. Aber wenn sie uns verpetzt—"

„Wofür denn?" sagte Angelina. „Weil ihr ein leeres Stück blödes Pergament geklaut habt? Filch weiß wahrscheinlich noch nicht mal, dass es weg ist."

„Es ist sowieso wertlos," sagte George düster. „Dummer Trottel, Fred. Ich hätte zum Schrank gehen sollen."

„Na ja, ich hatte keine Stinkbomben mehr in meinen Taschen, oder, weil DU darauf bestanden hast, sie zu tragen!" gab Fred zurück.

„Wie auch immer!" rief Angelina. „Seht, habt ihr zwei Einfaltspinsel euch die Mühe gemacht, in Erwägung zu ziehen, dass dieses wertlose Ding, das ihr da gestohlen habt, vielleicht mit einer Art unsichtbarer Tinte versehen ist?"

„Was?" sagten Fred und George zusammen.

Wieder rollte Angelina die Augen. „Ehrlich, habt ihr zwei JEMALS in Zauberkunst aufgepasst?"

„Nein," sagten sie beide.

„Na ja, ihr solltet," sagte Angelina in einem schnippischen, mädchenhaften Tonfall. „Dieses Pergament mag nach nichts aussehen, aber wenn dass der Fall ist, warum sollte Filch es in seinem ‚Höchst Gefährlich' Schrank haben, hm? Ich wette, dass irgendwas ganz Besonderes an dem Ding dran ist, Filch es aber nicht rausfinden kann, weil Filch ein Squib ist."

„Filch ist ein Squib!" schrie George ekstatisch.

„Unmöglich!" sagte Fred. „Woher weißt du das?"

„Jeder weiß das," sagte Angelina. „Jedenfalls solltet ihr zwei vielleicht versuchen, rauszufinden, wie dieses Ding funktioniert."

Und damit gab sie das Pergament zurück an Fred.

„Wie sollen wir das denn machen?" sagte Fred.

„Keine Ahnung," sagte Angelina. „Ihr HABT Zauberstäbe, oder?"

„Klar," sagten Fred und George gleichzeitig.

„Dann benutzt sie," sagte Angelina. „Ehrlich, muss ich denn ALL euer Denken für euch erledigen?"

„Ja," sagte Fred grinsend. „Warum hilfst du uns nicht, Angie? Du bist wirklich schlau, du könntest es für uns rausfinden." Er breitete das Pergament wieder auf dem Tisch aus.

„Auf keinen Fall," sagte George. „Mädchen verboten."

„Komm schon, George, ich habe dir gesagt, dass Angie cool ist," sagte Fred.

„Es ist mir egal, ob sie die verflixte Königin von England ist," sagte George. „Das ist UNSERE Sache und da gibt's keine Mädchen!"

„Als ob du nicht morgen zu Alicia rennen und ihr all das hier erzählen würdest," beschuldigte Fred ihn.

Angelina kicherte, als Georges Ohren rot wurden.

„Ich werde es Alicia nicht erzählen," murmelte George.

„Lügner," sagte Fred.

„Okay, schön," sagte George. „Lass das MÄDCHEN mithelfen." Er warf Angelina einen bösen Blick zu. „Mir ist es egal. So lange dieses dumme Stück Müll, dass du da geschnappt hast, nur IRGEND einen Wert hat. Ich werde keinen Monat Strafarbeit für nichts leisten."

„Einen Monat Strafarbeit?" sagte Angelina. „Wegen diesem Ding? Das ist wirklich erbärmlich."

„Ja, ja," sagte Fred. „Bleu es uns nicht noch ein. Kannst du uns jetzt helfen, dieses Ding zu durchschauen, oder nicht?"

„Ich denke," sagte Angelina argwöhnisch. „Aber wenn ich es tue, müsst ihr zwei mir etwas versprechen."

„Nein," sagte George.

„Was?" sagte Fred.

Angelina ignorierte George und schaute Fred an.

„Was auch immer das für ein Ding ist, ihr müsst es mich ab und an benutzen lassen."

„Auf keinen Fall," sagte George.

„Ich denke," sagte Fred. „Aber nur, wenn du bei mir bist. Du kannst es nicht alleine benutzen."

„Geht in Ordnung," sagte Angelina. „Oh, und ihr zwei müsst feierlich schwören, dass ihr, wofür auch immer ihr dieses Ding benutzet, nichts Gutes tut." Sie grinste.

In genau dem Moment geschah etwas Seltsames. Das Pergament auf dem Tisch raschelte und ein Lichtblitz – ein ferner und schwacher, aber nichtsdestoweniger vorhandener – brach aus ihm hervor.

„Whoa," sagten Fred, George und Angelina zusammen.

„Was hast du getan?" fragte Fred und schaute dabei Angelina an.

„Keine Ahnung," sagte Angelina. „Ich...ich hab nur gesagt, dass ihr zwei feierlich schören müsst, dieses Ding als Tunichtgute zu gebrauchen."

Das Pergament raschelte abermals, und noch ein ferner Lichtball, diesmal stärker, entsprang ihm.

„Das gibt's nicht," sagte Fred, als die drei sich um das Pergament scharten.

„Es lag an dem, was du gesagt hast, Angie," sagte George. „Das hat es irgendwie ausgelöst."

Fred stand scharf auf. „Ich habe eine Idee," sagte er, und er zog seinen Zauberstab hervor.

Er richtete ihn auf das Pergament und sagte, „Enthülle dich!"

Nichts geschah.

„Tunichtgut!" sagte Fred, das Pergament abermals antippend. Es flatterte, aber ansonsten passierte nichts.

George zog seinen eigenen Zauberstab heraus. „Ich bin ein Tunichtgut!" Es flatterte wieder, stärker.

„Ich schwöre feierlich, ich bin ein Tunichtgut," sagte Fred, das Pergament mit seinem Zauberstab antippend.

Und dann passierte etwas Wunderliches. Das Pergament raschelte, glühte, und dann begannen dünne Tintenlinien sich über es zu schlängeln, wie ein Spinnennetz. Die Linien bewegten sich zusammen und bildeten...

„Eine Karte!" sagten Fred, George und Angelina zusammen.

„Von der gesamten Schule," sagte Angelina.

„Schaut!" sagte Fred beeindruckt. Kleine Punkte hatten begonnen, auf der Karte zu erscheinen. An der Stelle, die als „Filchs Büro" betitelt war, gab es einen kleinen Punkt namens „Mr. Filch". Neben ihm war ein Punkt namens „Mrs. Norris". Die zwei Punkte bewegten sich im Büro umher, verließen es jedoch nicht.

Fred spürte, wie sein Herz zu hämmern anfing, als seine Augen über die Teile der Karte sprangen. Ein kleiner Punkt markiert als „Professor Snape" bewegte sich durch einen Flur in Richtung der Kerker. Ein anderer Punkt, benannt als „Professor Sprout" bewegte sich in den Gewächshäusern hin und her. Wieder ein anderer Punkt zeigte Peeves, den Poltergeist, in der Bibliothek herum hüpfen, gejagt von einen Punkt namens „Madam Pince".

„Ach du meine Güte," sagten Fred und George gleichzeitig.

Und dann, endlich, hörte die Karte auf, sich selbst zu zeichnen und ein Titel erschien quer über die Oberseite:

Die hochwohlgeborenen Herren Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone

Hilfsmittel für den Magischen Tunichtgut GmbH

präsentieren stolz

DIE KARTE DES RUMTREIBERS

„Es ist...es ist..." sagte George wie erstarrt.

„BRILLANT," sagten Fred und Angelina zusammen.

George blickte hoch, seine Augen weit wie Untertassen. „Mit diesem Ding können wir überall ins Schloss hingehen."

„Und wir werden immer wissen, wo jeder ist," sagte Fred mit einem riesigen Grinsen.

„Was bedeutet, dass wir nicht geschnappt werden werden!" sagte George.

„Ja!" schrie Fred und plötzlichen begannen er und George, halb zu tanzen, halb zu ringen. Angelina kicherte über sie, schaute dann auf die Karte des Rumtreibers.

„Moony, Wurmschwanz, Tatze und Krone," sagte Angelina. „Wer sind sie?"

„Weiß nicht," sagte Fred. „Aber wer auch immer sie sind, sie sind Genies!"

George hob die Karte auf und küsste sie. „Das ist der größte Tag meines LEBENS!" schrie er. „Einen Monat Strafarbeit? Für das hier würde ich ein ganzes Jahr ableisten!"

„Wofür?"

Die drei wirbelten herum, um Lee Jordan durch das Portraitloch krabbeln zu sehen.

„Ähm," sagten Fred, George und Angelina sofort. Alle tauschten sie Blicke aus.

„Wir könnten es ihm genauso gut erzählen," sagte Fred.

„Er IST euer bester Freund," sagte Angelina.

„Stimmt," sagte George. „Und wir können nicht so ohne weiteres SIE darüber Bescheid wissen lassen, wenn Lee es nicht weiß."

„Worüber zur Hölle jammert ihr herum?" fragte Lee.

„Schau," sagte Fred, auf die Karte auf dem Tisch zeigend. Lee durchquerte den Raum, schaute auf die Karte hinab und einen langen Augenblick später blickte er auf, sein Gesicht zu einem riesigen Grinsen verzogen.

„Wo habt ihr das her?"

„Filchs Büro," gab Fred an.

„Haben es ihm direkt unter der Nase weggeschnappt," sagte George.

„Du darfst niemandem davon erzählen, Lee," sagte Fred fest. „Das bleibt streng unter uns vieren. Oder, na ja, fünf, wenn George es Alicia erzählt."

„Oh, Alicia," sagte Lee in einer quietschenden, mädchenhaften Art von Stimme. „Georgie mag Alicia."

„Halt's Maul," sagte George, der bis zu seinen Haarwurzeln errötete.

„Georgie und Alicia sitzen auf einem Baum," fing Lee an.

George schlug ihn auf den Hinterkopf.


Es war drei Uhr morgens als sich Fred, George, Angelina und Lee zurück in den Gemeinschaftsraum schlichen. Ihr „Ausscheidungsrennen" beim Benutzen der Karte des Rumtreibers war ein wahrer Erfolg. Mit ihrer Hilfe hatten sie die Küche finden, hinein gelangen und ein paar Hauselfen überzeugen können, ihnen einen Mitternachtsimbiss zuzubereiten. Alicia war eingeladen worden, mitzukommen, aber sie hatte sich geweigert; Regeln brechen war nicht wirklich ihr Ding. George schaute deswegen sehr miesepetrig drein. Fred rollte seine Augen, dankbar, dass sein beste „Freundin" Angelina und nicht Alicia war. Angelina war WESENTLICH cooler als Alicia.

George und Lee stolperten erschöpft nach oben Richtung Bett, wodurch Fred und Angelina alleine im Gemeinschaftsraum zurück blieben.

„Das war brillant," flüsterte Fred mit einem Bauch voll von übrig gebliebener Siruptorte.

„Danke," sagte Angelina.

„Wofür?" sagte Fred.

„Dass ich mitkommen durfte," sagte Angelina, und in dem gedämpften Licht des Gemeinschaftsraumes konnte Fred sie erröten sehen.

„Natürlich kommst du mit," sagte Fred fest. „Du hast herausgefunden, wie man diese Karte benutzt, oder?"

„Irgendwie schon," sagte Angelina. „Na ja, es war Glück, nicht war?"

„Ja, aber...weißt du," sagte Fred, der sich plötzlich selbst ein bisschen unangenehm und schüchtern fühlte. „Du bist mein Kumpel, Angie. Auch wenn du ein Mädchen bist."

„Herrje, danke," sagte Angelina. „Du selbst bist aber auch nicht so schlecht. Für einen Jungen."

„Ich meine, versteh mich nicht falsch," sagte Fred schnell. „Mädchen sind seltsam und haben Läuse und so."

„Jungs stinken und sind grob und unreif," sagte Angelina.

„Aber du bist in Ordnung," sagte Fred. „Für ein Mädchen."

„Du auch," sagte Angelina. „Für einen Jungen."

Sie schauten einander für einen langen Augenblick an und sagten nichts. Angelina sah...hübsch aus, stellte Fred fest. Und dann spürte er, wie sein Magen eine seltsame Art Überschlag machte, von dem er wusste, dass er nichts mit der Siruptorte zu tun hatte, die er gerade verspeist hatte. Plötzlich wollte er aus dem Raum rennen.

„Dann gute Nacht," sagte er abrupt und er klopfte Angelina schnell auf die Schulter.

„Gute Nacht," sagte Angelina, genauso abrupt, und sie sprintete ein wenig in Richtung der Wendeltreppe der Mädchen. Leichtfüßig sprang sie die Stufen nach oben. Fred schaute ihrem Abgang zu, kam dann zu sich und eilte seine eigene Treppe zum Schlafsaal der Erstklässler empor.

Er krabbelte in sein Bett, sein Bauch immer noch ein wenig unangenehm. Vielleicht hätte er nicht all diese Siruptorte essen sollen. Abgesehen davon, dass die Siruptorte nicht wirklich das Problem war. Er fing an, sich zu fragen, ob es bei ihm Übelkeit hervorrief, Angelina – die im Laufe des Jahres sogar noch hübscher geworden war – anzuschauen. Er hoffte nicht. Er hing gerne mit Angelina rum, auch wenn sie ein Mädchen war.

Er schloss seine Augen und schlief fast augenblicklich ein. In seinen Träumen sah er ein Mädchen mit Sahnekaffehaut und hörte das Klimpern von beperlten Cornrows.


Author's Note: Auch dieses Kapitel widmet sich dem ersten Schuljahr der Zwillinge, falls sich jemand über die veränderte Anordnung der Kapitel gewundert hat. Ich hab gemerkt, dass ich unmöglich eine komplette Geschichte über die Zwillinge machen kann, ohne den Hintergrund, wie sie die Karte des Rumtreibers fanden, zu erwähnen.

Kapitel Drei ist jetzt Viertes Schuljahr,...

Translator's Note: Ich hab mir die Freiheit genommen, die Kapitel mit einem Songtext zu schmücken, wenn ich einen passenden auftreiben kann, damit jeder die Chance hat, großartige Bands mit großartigen Texten zu erleben. An dieser Stelle Dank an Julia, die das Mastermind hinter dieser ganzen Sache ist.