You and me
We're in this together now
None of them can stop us now
We will make it through somehow
You and me
If the world should break in two
Until the very end of me
Until the very end of you
Kapitel Fünf: Die Kammer des Schreckens
Fred spürte sein Herz in die Hose rutschen.
George saß mit weißem Gesicht neben ihm. Percy stand steif hinter den beiden. Ron war in einer Ecke von Professor McGonagalls Büro; seine Augen waren trocken, aber er hörte nicht auf, sich mit der Hand durch die Haare zu fahren. Harry war im Gemeinschaftsraum zurück geblieben, zweifellos auf Rons Rückkehr wartend. Die arme Hermine lag im Krankenflügel aufgebahrt, versteinert.
Die Dinge hatten sich vom Schlechten zum Schlechteren entwickelt. Und jetzt Ginny...ihre einzige Schwester...die Jüngste...das Baby...
Das Monster hatte Ginny hinunter in die Kammer selbst gelockt. Fred wurde übel. Wenn sie nicht tot war, würde sie es bald sein.
„Wir schicken all die anderen Schüler morgen heim," sagte McGonagall in einer harten, mechanischen Art von Stimme, die nur ein wenig bebte. „In der Zwischenzeit hat sich Gilderoy Lockhart bereit erklärt, in die Kammer zu gehen und zu versuchen, Ginny zu retten."
„Was?" sagte George entrüstet.
„Lockhart?" wiederholte Fred genauso entsetzt. „Dieser verdammte nutzlose Depp?"
„Fred!" schnauzte Percy.
„Ach, KOMM schon, Percy, selbst du musst zugeben, dass Lockhart nutzlos ist!" sagte Fred wütend.
„Jungs!" sagte McGonagall scharf. Sie hielten die Klappe. „Ich verstehe, dass das sehr schwierig für Sie alle ist. Aber Professor Lockhart ist sich seiner Verantwortung als Lehrer für Verteidigung gegen die Dunklen Künste bewusst. Er wird tun, was von ihm verlangt wird."
„Kann er sie wirklich retten, Professor?" fragte Percy hoffnungsvoll.
McGonagall hielt inne. „Er wird es...versuchen."
Die Stille im Gemeinschaftsraum erinnerte Fred an ein Grab. Nie zuvor war ein Ort so überfüllt und so ruhig zur selben Zeit gewesen. Morgen würde jeder nach Hause fahren. Die Schule selbst würde mit großer Sicherheit schließen. Und Ginny...
Fred blinzelte. Seine Augen brannten. Er fühlte sich fürchterlich. Es lag nicht einfach nur an der Tatsache, dass Ginny entführt worden war, dass es Ginny dort unten in der Kammer war, wahrscheinlich tot, oder kurz davor.
Es lag daran, dass er und George sie aufgezogen hatten, schon wieder, gerade bevor sie verschwunden war. Sie aufgezogen, weil sie in Rons besten Freund verknallt war. Sie so unbarmherzig aufgezogen, dass sie sie zum Weinen gebracht hatten.
Fred fühlte sich schon wieder übel. Er schaute George an, der auch ein bisschen grün und sehr elend aussah. Fred konnte die Stille nicht mehr ertragen. Er stand auf und ging treppauf zum Schlafsaal der Viertklässler, stürmte in den Raum, schmiss sich auf sein Himmelbett und schloss die Vorhänge. Seine Augen brannten und er hatte einen Kloß im Hals.
‚Heul nicht, du blöder Trottel,' dachte er. Außer dass er sich ziemlich nach heulen fühlte. Es war ein sehr fremdes Gefühl und er mochte es ganz und gar nicht.
Ginny. War sie lebendig oder tot? Wenn sie lebendig war, WUSSTE sie, dass sie wahrscheinlich bald tot sein würde? Fred konnte sich nicht entscheiden, was schlimmer war. Alles, WAS er wusste, war, dass die letzten Worte, die er zu ihr gesagt hatte, im Nachhinein praktisch grausam gewesen waren.
Fred hätte merken müssen, wie anders Ginny dieses Jahr war. Es war nicht nur, dass sie in Harry verknallt war. Er hatte sie nie wirklich mit irgend welchen...Freunden gesehen. Sie war so still und geheimnisvoll gewesen. Und was hatte er, ihr großer Bruder, getan? Anstatt ihr zu helfen, hatte er sie aufgezogen und sich über sie lustig gemacht. Er und auch George.
Fred versuchte, sich selbst zu trösten, indem er sagte, dass Ron und Percy nicht viel besser gewesen waren. Ja, sie hatten sich nicht gerade selbst übertroffen, um freundlich zu Ginny zu sein. Aber irgendwie schien es gelinde, das jüngste Weasley-Kind bloß zu ignorieren, gegenüber dem, was Fred und George getan hatten. Erst jetzt wurde Fred klar, wie sehr doch seine kleine Schwester unsicher war und was er nicht alles getan hatte, ihr zu helfen, sich unwohl in ihrer Haut zu fühlen. Er spürte seine Augen wieder brennen und blinzelte ungeduldig. Für was eine lange Zeit zu sein schien lag er so da und versuchte, dem Stechen seiner Augen oder dem Kloß in seinem Hals nicht nachzugeben.
Die Tür des Schlafsaal öffnete sich. Fred öffnete die Vorhänge seines Himmelbetts und sah seinen erbärmlich aussehenden Zwillingsbruder hereinkommen.
„Hey," sagte Fred.
Sie schauten einander für einen langen Moment an und jeder verstand den anderen und es gab nichts mehr, was einer von ihnen hätte sagen können. Sie konnten sich kaum gegenseitig beschuldigen, „schlimmer" beim Aufziehen gewesen zu sein, da sie beide gleichen Anteil daran hatten. Alles, was sie jetzt tun konnten, war, auf die bevorstehende Nachricht zu warten, dass ihre unschuldige, schüchterne kleine Schwester tot war.
George ging zu seinem Himmelbett, legte sich hin und zog die Vorhänge zu. Fred starrte einen Moment lang auf das Bett seines Zwillings. Die Stille war bedrückend. Er konnte es nicht aushalten. Er stand auf.
„Ich geh," sagte er aus keinem besonderen Grund. George sagte nichts. Aus einer Laune heraus griff Fred die Karte des Rumtreibers. Er musste allein sein und die Karte würde ihm Zugang zu einem Ort verschaffen, wo er alleine SEIN und nicht von einem Lehrer geschnappt werden konnte.
Er ging zurück nach unten in den Gemeinschaftsraum, der jetzt größtenteils leer war. Er nahm vage wahr, dass Ron und Harry nirgends zu sehen waren. Percy schien sich auch zurückgezogen zu haben. Er machte sich jedoch nicht die Mühe, darüber nachzudenken. Er musste raus kommen. Er musste weg kommen.
Er kletterte durch das Porträtloch. Die paar übrig gebliebenen Schüler sagten nichts zu Freds offenkundigerDarbietung des Regelbrechens. Sie waren zu geschockt. Fred spähte vorsichtig den Gang des Porträtlochs hinunter und wollte gerade herausklettern, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte. Er wirbelte herum und erblickte Angelina Johnson.
„Hey," sagte sie. „Wohin gehst du?"
„Lass mich allein, Angie," sagte er genervt.
„Fred," sagte sie und gab ihm was Fred ihren Wissenden Blick nannte. Er konnte nicht viel vor Angelina geheim halten, soviel war sicher.
Dann lächelte sie ihn traurig an und Fred fühlte diesen scheußlichen Kloß in seinem Hals wiederkommen. Gerade jetzt sah sie sehr hübsch aus – ihre Haare waren mittlerweile lang, in reizenden langen Zöpfen – und er merkte plötzlich, dass er eigentlich gar nicht allein sein wollte.
„Geh mir...einfach nach," sagte Fred, mit einiger Schwierigkeit durch den Kloß in seinem Hals sprechend.
Er kehrte um und kletterte aus dem Porträtloch hinaus, Angelina direkt hinter ihm.
„Wohin?" sagte Angelina.
Fred studierte die Karte des Rumtreibers. Seine Augen verdrehten sich für einen Moment, als er zwei Punkte namens „Harry Potter" und „Ronald Weasley" sah, die sich entschlossen in Richtung Gilderoy Lockharts Büro bewegten (Lockhart bewegte sich drinnen umher). Was um Himmels Willen könnten Harry und Ron tun? Aber er verdrängte das. Was auch immer es war, das sie vorhatten, Fred war es egal. Er musste ganz einfach weg vom Gemeinschaftsraum kommen, von dem bedrückenden Gefühl des Verhängnisses überall um ihn herum.
„Astronomieturm," sagte er und zeigte darauf. Professor Sinistra war in ihrem Büro.
„Okay," sagte Angelina und die zwei machten sich auf den Weg. Sie mussten sich einige Male in Ecken und Nischen verstecken, um patrouillierende Lehrer zu vermeiden, aber die Karte machte sie so gut wie unsichtbar.
Sie benötigten einige Minuten, den Astronomieturm zu erreichen. Fred schaute noch mal nach, um sicher zu gehen, dass die Luft rein war. Er bemerkte, dass Harry, Ron und Lockhart Lockharts Büro verlassen hatten und in einer...Mädchentoilette herumstanden. Das war entschieden sonderbar. Aber Fred verdrängte das wieder. Für den Bruchteil einer Sekunde dachte er, es wäre amüsant, sich morgen über Ron lustig zu machen, weil er in einem Mädchenklo herumhing, aber dann erinnerte er sich, dass sie morgen nach Hause gehen würden. Und dass Ginny mit großer Sicherheit tot war.
Fred kletterte die Leiter zum Astronomieturm empor und kam durch die Falltür oben wieder zum Vorschien. Dutzende Teleskope, eingewickelt in schwere Abdeckungen, um sie vor den Elementen zu schützen, säumten die Brüstung. Es war eine klare Nacht mit einem strahlenden Mond. Die Ländereien waren scharf sichtbar. Fred schaute über die Ländereien zum See, der gespenstisch schön aussah. Gelegentliche Blasen stiegen and die Oberfläche und wiesen auf den schlafenden Riesenkraken hin. Freds Augen wanderten zu den Bäumen des Verbotenen Waldes, dann zu Hagrids Hütte, die dunkel und leer war. Alles war ruhig und friedlich und strafte das Grauen im Schloss Lügen. Fred fühlte sich wieder etwas übel.
„Geht's dir gut, Fred?"
Fred drehte sich herum und sah, wie Angelina ihn besorgt ansah. Er schluckte. Sie sah sehr hübsch aus. Sie war noch größer geworden. Sogar größer als er war. Sie konnte scheinbar nicht aufhören, zu wachsen, in die Höhe und in...anderen Bereichen. Fred hatte auch das bemerkt. Sie sah ganz und gar nicht mehr wie ein kleines Mädchen aus. Sie hatte jetzt...Brüste. Und auch noch entzückende. Na ja, soweit Fred es eben beurteilen konnte, da er sie ja noch nie tatsächlich GESEHEN hatte, außer durch eine Schuluniform (die eine ganze Menge versteckte, aber nicht Angelinas entzückende Ausstattung) oder Muggelkleidung, die Angelina an Hogsmeadewochenenden trug. Ihre Hüften waren nicht mehr flach und mager, sie waren rund und sahen...weich aus. Sie sah weich aus. Ihre Haare waren auch anders. Dieses Jahr lange Zöpfe, die sie üblicherweise mit einer Schleife zurückgebunden trug. Nur jetzt waren sie lose und hingen ihren Rücken herunter. Sie anzuschauen ließ ihn sich normalerweise besser fühlen. Nicht heute Abend.
„Nein," sagte er und dieser furchtbare Kloß drückte in seinem Hals. Er drehte sich weg und spürte seine Knie weich werden.
‚Reiß dich zusammen, du Depp,' dachte er wütend. Das LETZTE, was er tun wollte, war, vor Angelina zu weinen. Mein Gott, heulen vor IRGENDWEM war schlimm genug. Aber ein MÄDCHEN? Gänzlich unakzeptabel. Gänzlich unmännlich.
Er bewegte sich zu der breiten Brüstungsmauer hin und setzte sich.
„Fred..." sagte Angelina unsicher. Sie kam zu ihm herüber und setzte sich neben ihn.
„Ich denke andauernd daran," sagte Fred nach einem langen Augenblick, „wie gemein George und ich zu ihr waren. Gerade bevor...es passiert ist."
„Ihr hättet es nicht wissen können," sagte Angelina.
„Ich hätte besser Acht geben sollen, Angie," sagte Fred bestürzt. „Sie ist meine kleine Schwester. Ich sollte auf sie aufpassen. Wir alle sollten. Haben wir aber nicht getan. Und jetzt ist sie...ist sie..."
Fred konnte es nicht sagen. ‚Tot,' dachte er. ‚Oder wenn nicht tot, wird sie es bald sein. Und sie wird mit dem Wissen sterben, dass ihre Brüder gemein zu ihr waren und sie ignoriert haben, anstatt für sie da zu sein.'
‚Und selbst jetzt kann ich nichts für sie tun,' dachte er. ‚Meine kleine Schwester. Ich weiß nicht, wo die dumme Kammer ist. Ich kann das Monsterviech, das sie gefangen hat, nicht bekämpfen.'
Das Schuldgefühl bedrückte ihn und ließ seine Brust schmerzen.
„Es ist nicht dein Fehler," sagte Angelina sanft und sie legte einen Arm um seine Schultern.
Fred schauderte unter dem Kontakt und spürte den Kloß in seinem Hals steigen, drücken. Seine Augen brannten noch schlimmer. Er fühlte sich unglaublich albern. Er fühlte sich zutiefst hoffnungslos. Nutzlos. Erbärmlich.
„Angie," sagte er in einer gewürgten Art Stimme.
„Es ist in Ordnung, Fred," sage sie. „Ich werd's niemandem erzählen."
Fred weinte.
Sechs Stunden später war die spontane Mitternachtsfete in vollem Gange.
Fred war ein bisschen benommen. Binnen Stunden hatte sich seine Laune von elendig in vollkommen ekstatisch gewandelt. Harry und Ron (na ja, hauptsächlich Harry) hatten Ginny vor dem sicheren Tod gerettet und Ginny lebte und ihr ging es gut. Hagrid war zurück, nachdem er aus Askaban entlassen worden war. Dieser blöde Depp Lockhart war auf dem Weg nach St. Mungo's, da er bei dem Versuch, einen Zauberspruch mit Rons kaputten Zauberstab zu vollführen, sein eigenes Gedächtnis ausgelöscht hatte. Jeder, der versteinert gewesen war, befand sich wieder im Normalzustand. Die Tische waren hoch beladen mit allen von Freds Lieblingsspeisen. Er saß neben Angie, die sehr niedlich grinste und ihm hin und wieder einen liebevollen Stoß auf den Arm verpasste. Und als ob das nicht schon genug wäre, hatte Dumbledore die Jahresendprüfungen ausfallen lassen.
Angelina drehte sich um und wurde in eine enthusiastische Unterhaltung mit Alicia Spinnet und Katie Bell eingespannt. Sie hatten den Quidditchpokal dieses Jahr nicht gewonnen, was daran lag, dass ihr letztes Spiel gegen Hufflepuff abgesagt worden war, aber alle drei Mädels stimmten Wood zu, dass der Pokal eigentlich ihnen zustand und das sie ihn im nächsten Jahr in der Tasche haben würden.
Fred schaute Angelina einen Weile lang an und fühlte sich dabei besser als er es jemals für möglich gehalten hätte. Ein Teil von ihm fühlte sich immer noch ein bisschen blöd, weil er vorhin so an ihrer Schulter geweint hatte, aber im Großen und Ganzen fühlte er sich besser. Angelina hatte sich nicht über ihn lustig gemacht oder versucht, ihm Ratschläge zu geben oder ihn aufzumuntern. Sie hatte einfach ihren Arm um ihn gelegt und ihn weinen lassen. Und sie würde es niemals jemandem erzählen, und wie er sie kannte würde sie es noch nicht einmal mehr erwähnen. Weil sie wüsste, dass sie ihn in Verlegenheit bringen würde. Genau so ein Freund war sie. Loyal und treu bis ans Ende. Angelina drehte sich um und lächelte ihn an.
„Was?" fragte sie. „Was starrst du denn an?"
„Dich," sagte er grinsend. „Meinen besten Kumpel auf der Welt. Danke, Angie." Er versuchte, alles, was er fühlte, in diese letzten zwei Worte zu legen.
„Nicht der Rede wert," sagte sie.
„Ich dachte, ich wäre dein bester Kumpel!" sagte Lee Jordan eingeschnappt.
„Du auch, Lee," sagte Fred mit verdrehten Augen.
„Geht's deiner Schwester also gut?" sagte Lee, während er sich den Mund mit Kartoffelbrei voll stopfte.
„Ja," sagte Fred. „Zu Tode geängstigt, das arme Kind. Aber sie wurde nicht verletzt."
Es war ein Wunder, wirklich. Ginny hatte eine Weile hysterisch geweint, und sie war blass gewesen und ihr Haar war befleckt mit schwarzer Tinte (aus Gründen, die Fred nicht kannte), aber nach einiger Zeit hatte sie sich beruhigt und sich von ihren Brüdern der Reihe nach umarmen lassen. In dem Moment, als er sie sah, schwor Fred, sie nie wieder aufzuziehen.
„Ich kann nicht glauben, dass dein Bruder und dieses Potter Kind in die Kammer gekommen sind," sagte Wood.
„Wenn sie nicht gewesen wären, hätten wird Prüfungen machen müssen," sagte George grinsend.
„Das macht den nicht gewonnen Quidditchpokal fast wett," sagte Wood sehnsüchtig.
„Worüber beschwerst du dich?" sagte Katie Bell. „Wir haben den Hauspokal mit ein paar hundert Punkten Vorsprung gewonnen."
„Ja," sagte Fred, grinste zuckersüß zum Tisch der Slytherins und warf Slytherins Quidditchkapitän, Marcus Flint, und ihrem Sucher, dem unausstehlichen reichen Balg Draco Malfoy, ein besonders freches Grinsen zu. Sie blickten beide finster drein.
„Zu schlecht für sie," sagte Lee. „Sieht so aus, also ob die Muggelgeborenen hier bleiben werden."
„Verdammt richtig," sagte Fred und grinste zu Hermine Granger, die rasch mit Ron und Harry plauderte; Ron und Harry rollten ihre Augen herzlich und gaben vor, sich die Ohren zuzuhalten.
„Tja," sagte Fred abrupt. „Ich denke, ich werde meinem Schwesterlein Gutenachtsagen. Kommst du, Zwilling?"
„Ja," sagte George mit einen Grinsen an Alicia.
„Dann bis später, Fred?" sagte Angelina.
„Darauf kannst du wetten," sagte Fred und haute ihr leicht aufs Kinn. Fred wickelte ein paar Pasteten in einige Servietten ein und er und George verließen die Große Halle.
Als sie sich auf den Weg zum Krankenflügel machten, redeten sie ein paar Minuten lang nicht, aber schließlich brach George die Stille.
„Denkst du...sie ist okay?"
Fred schaute George an. „Ich hoffe," sagte er. „Sie wird nicht darüber reden, was dort unten passiert ist."
„Vielleicht könnten wir es aus Ron oder Harry herausquetschen," schlug George vor.
Fred zog das in Erwägung und schüttelte dann den Kopf.
George nickte. „Ja, du hast Recht. Ich fühl mich nicht mehr so ganz...wohl...sie aufzuziehen. Du?"
„Nein," sagte Fred. „Ich meine, wir werden sie ein BISSCHEN aufziehen müssen. Sie ist die kleine Schwester. Aber...nicht so wie dieses Jahr."
„Und sie nicht mehr ignorieren," sagte George.
„Richtig," sagte Fred.
„Ich meine, wer soll sonst auf sie aufpassen?" sagte George. „Percy nicht. Er ist zu sehr mit seinem Vertrauensschülermist beschäftigt."
„Und Ron," sagte Fred spottend. „Wie erbärmlich. Ich mein, Putzi-Putzi-Ronnie, auf Ginny aufpassen?"
„Also hängt's an uns, stimmt's?" sagt George. „Verflucht, denkst du...du glaubst nicht, wir müssen tun, was Mum sagt, oder? Ein gutes Vorbild sein und so? Eben...REIF sein?"
Fred blieb außerhalb des Krankenflügels stehen und spähte durch die Tür, wo er seine Eltern an Ginnys Bett sitzen sah. Ginny schlief tief und fest.
Fred grinste. „Nee," sagte Fred. "Ginny würde uns das nicht abnehmen, selbst wenn wir es versuchen würden. Wie können einfach...wir selbst sein. Aber besser, oder?"
George sah sehr erleichtert aus. „Ja."
„Lass uns nach unserem Schwesterchen schauen," sagte Fred mit einem zärtlichen Blick auf Ginny.
„Fred, glaubst du nicht, Mum wird—"
„Nee," sagte Fred. „Mum wird uns nicht anschreien und damit ihr Baby aufwecken. Allerdings werden wir wahrscheinlich unser Fett abkriegen, wenn wir nach Hause kommen. Da WAR dieser Zwischenfall mit den Toiletten dieses Jahr."
„Es gibt jedes Jahr einen Zwischenfall mit Toiletten," sagte George grinsend. „Mum sollte sich mittlerweile daran gewöhnt haben."
„Komm schon, George," sagte Fred, „wenn Mum aufhören würde, uns anzuschreien, wäre sie nicht mehr...Mum."
„Wahr," sagte George. „Gut, also werden wir uns damit beschäftigen, wenn wir nach Hause kommen."
Fred grinste und zusammen betraten sie den Krankenflügel, um ihre Schwester zu besuchen.
The farther I fall I'm beside you
As lost as I get I will find you
The deeper the wound I'm inside you
Forever and ever I am a part of
You and me
We're In This Together by Nine Inch Nails
