Author's Note: Kapitel enthält Sex, leicht gewaltsame Untertöne und schmutzige Sprache. Außerdem sind wir immer noch im fünften Schuljahr der Zwillinge.


Loose lips sunk ships
I'm getting to grips with what you said
No it's not in my head
I can't awaken the dead day after day
Why don't we talk about it?
Why do you always doubt that there
can be a better way
It doesn't make me wanna stay

Why don't we break up?
There's nothing left to say
I've got my eyes shut
Praying they won't stray
And we're not sexed up
That's what makes the difference today
I hope you blow away

Kapitel Sieben: Sex und Verwirrung

„HARRY POTTER HAT DEN SCHNATZ GEFANGEN!" kreischte Lee und klang dabei fast wie ein Mädchen. „GRYFFINDOR GEWINNT DEN POKAL! GRYFFINDOR GEWINNT DEN POKAL!"

„YEAH!" brüllte Fred, und binnen Sekunden schoss er zu seinen Teamkameraden hinunter.

Angelina erreichte er zuerst. Sie schrie, lachte und heulte gleichzeitig.

„Wir haben's gepackt!" kreischte sie. „Wir haben gewonnen! Freddie, wir haben gewonnen!"

Sie schwebte auf ihrem Besen und warf ihre Arme um ihn, und er warf seine Arme um sie, und bevor Fred wusste, wie ihm geschah, hatte sie ihn entschlossen auf die Lippen geküsst.

Sie zog schnell zurück, als sie merkte, was sie getan hatte, und für einen Moment starrten sie einander voll Verwirrung an, aber bevor einer von ihnen auch nur ein Wort sagen konnte, stürzten sich schon ihre Teamkameraden auf sie, umarmten sie und verursachten so ein Gewirr aus Besen und Gliedmaßen, als sie alle zum Erdboden schwebten.

Dort angekommen wurden sie von kreischenden Gryffindors überrollt. Fred fühlte, wie er von Angelina weggerissen wurde. Seine Lippen kribbelten.

„Wir haben gewonnen!" brüllte Lee, als er seine Arme um Fred warf und ihn hart auf den Rücken klopfte.

Fred blinzelte. Es war ein Aufruhr. Harry wurde auf jedermanns Schultern getragen. Oliver Wood stand so neben sich, dass er weinte. Professor McGonagall weinte. Percy sprang auf und nieder, sodass sein normalerweise ordentliches Haar wild in seine Stirn baumelte und seine Brille schief hing.

„Zwilling!" schrie George, packte Fred an den Schultern und umarmte ihn. „Wir haben gewonnen!" Kannst du's verdammt noch mal GLAUBEN!" Wir haben GEWONNEN!"

Fred blinzelte wieder.

„Hey, Zwilling, wach zum Teufel auf!" schrie George, wobei er Fred zum Eingang des Schlosses hin zog, wo Dumbledore mit dem mächtigen silbernen Quidditch-Pokal in Händen stand.

Fred blinzelte ein drittes Mal, kam wieder zu sich und fing an zu lachen.

„Du meine Güte," sagte er schwach durch sein Lachen hindurch. „Ich kann nicht glauben, dass wir gewonnen haben!"

„Georgie!" schrie Alicia Spinnet, und sie warf ihre Arme um Georges Hals und er wirbelte sie durch die Luft. Sie küsste ihn über das ganze Gesicht und er lachte.

„Fred!" kreischte Katie Bell. Sie umarmte ihn eng und er fühlte, wie er abermals zum Schloss hin gezogen wurde. Wo war Angelina?

Fred schluckte. Sie hatten sich geküsst. Wieder. Nachdem sie beschlossen hatten, dass sie es nicht tun würden.

Fred schüttelte den Kopf. ‚Reiß dich zusammen, Weasley,' dachte er. ‚Es war kein richtiger KUSS. Und wir haben gerade den Pokal gewonnen, oder? Also waren wir beide überwältigt. Stimmt's? Und wir haben uns seit diesem Tag in Hogsmeade überhaupt nicht geküsst.'

‚Aber du gehst zur Zeit mit Marietta.' Guter Gott, wo WAR Marietta? Hatte sie Angelina ihn küssen gesehen? Und Angelina ging mit Roger Davies. Hatte ER irgendwas gesehen?

„Fred."

Als Fred sich umdrehte, blickte er Angelina direkt ins Gesicht.

„Hey," sagte er unbeholfen. Das Bild von den herumwirbelnden George und Alicia, mit Alicia, die Küsse über Georges gesamtes Gesicht verteilte, tauchte vor Freds innerem Auge auf. Er wünschte, Angelina würde das tun. Nein, tat er nicht.

„Tut mir leid," sagte sie. „Wegen—"

„Das," sagte Fred schnell. „Komm schon, wir haben...wir haben den Pokal gewonnen!"

„Ja," saget Angelina. „Ich denke—wir waren einfach überwältigt."

„Du meinst, du warst überwältigt," sagte Fred grinsend in der Hoffnung, dass sie durch seine Neckerei ihren Wohlfühl-Freundschaftsbereich wiedergewinnen konnten.

„Hey, du warst auch dabei!" sagte Angelina mit einem Schlag auf seinen Arm.

„Schuldig," sagte Fred. „Aber hey, keine Zunge diesmal, stimmt's, also ist es in Ordnung."

„Stimmt," sagte Angelina lachend. Aber es klang ein bisschen...gezwungen.

„Angie—"

„Nein, du hast Recht," sagte Angelina. „Total unschuldig. Nichts, worüber wir uns Sorgen machen müssten."

Für einen Moment sagten sie nichts, sie schauten sich einfach an.

„Hey, ihr zwei!" schrie Lee. „Party im Gemeinschaftsraum!"

„In einer Minute!" rief Angelina. Lee zuckte die Achseln und rollte mit den Augen, drehte sich dann um und trottete zurück zum Schloss.

„Frederick!" sagte eine freudige weibliche Stimme.

Fred drehte sich um und kam Angesicht zu Angesicht mit Marietta Edgecombe. Seiner Freundin.

„Hey!" sagte sie fröhlich. „Du warst brillant! Glückwunsch!"

„Danke," sagte er in einem Versuch, lässig zu klingen.

„Oh, und dir auch, Angelina," sagte Marietta und schenkte Angelina ein etwas mechanisches Lächeln.

„Danke," sagte Angelina und lächelte kühl zurück.

„Du wurdest von diesem Schläger nicht verletzt, oder?" sagte Marietta. „Es war grausam, als Flint dich damit traf."

„Nein, mir geht's gut," sagte Angelina.

„Genau," sagte Marietta. „Ich vermute, das war eine dumme Frage. Du bist ein großes, zähes Mädchen, du kannst mit dem blöden Marcus Flint fertig werden."

„So bin ich," sagte Angelina angespannt. „Groß und zäh."

Fred schluckte. „Ähm, Marietta," sagte er langsam.

„Natürlich, es WAR nett von Frederick, diesen Klatscher in Flints Gesicht zu schicken," sagte Marietta süßlich und lächelte mit so etwas wie einem anbetenden Ausdruck auf ihrem Gesicht zu Fred herauf. Freds Ohren wurden rot. „Das ist mein Frederick, ganz ritterlich."

Angelina gab eine Art Schnauben von sich, das sich in ein Räuspern verwandelte. „Entschuldigt mich," sagte sie. „Ich denke, ich werde...hoch zur Party gehen. Bis nachher, Fred?"

„Ähm, sicher," sagte Fred.

Er blickte ihr einen Moment lang nach und schluckte abermals, als er Roger Davies zu ihr hinüberschlendern und sie in seine Arme schließen sah. Dann küsste Roger Angelina ziemlich enthusiastisch auf die Lippen, woraufhin sie lachen musste.

„Du warst WIRKLICH unglaublich, Frederick," sagte Marietta in einer gurrenden Stimme, als sie ihre Arme um seinen Hals legte.

Fred umarmte sie auch. Sie roch gut. Sie sah großartig aus, wie immer. Ihr kleiner, zarter Körper passte sehr gut neben seinen stämmigen, größeren, muskulösen. Ihr blondes Haar war offen und wehte im Wind. Aber als er sie an sich drückte, wanderten seine Augen nach oben, wo Angelina langsam zum Schloss zurück lief, Hand in Hand mit Roger Davies.


„Oh, Frederick," stöhnte Marietta. Ihr Kopf war zurückgeworfen und sie griff nach Freds Brustkorb, als er hart in sie stieß, und ihre Nägel bohrten sich in das weiche Fleisch.

Fred schloss die Augen und versuchte, sich in dem Mädchen auf ihm zu verlieren. Versuchte, nicht zusammenzuzucken, weil sich ihre Nägel in ihn bohrten. Versuchte, etwas Energie und Enthusiasmus aufzubringen, obwohl ein Teil von ihm bloß einschlafen wollte.

„Oh, ja, ja, JA!" schrie Marietta. „Oh, Frederick!" Mach's mir fester! FESTER!"

Er schloss die Augen und gehorchte, obwohl er ständig versucht war, seinen Zauberstab zu greifen und sie mit einem Lautloszauber zu belegen. Guter Gott, sie war laut. So war es immer. Fred war erstaunt, dass sie bisher noch nicht erwischt worden waren.

Sie waren in einem leeren Klassenzimmer, auf einem Stapel Kissen. Es war spät in der Nacht. Die Party im Gryffindor-Gemeinschaftsraum war noch in vollem Gange gewesen, als Fred sich herausgeschlichen hatte, um sie zu treffen.

„Frederick, küss mich."

Er tat es. Mariettas Lippen waren weich, aber eher ein bisschen schmal. Als er den Kuss vertiefte, spürte er ihre Zunge in seinem Mund, was in dazu bewegte, härter in sie zu stoßen. Er baute einen guten Rhythmus auf – und eine Menge Schweiß – und sie fing wieder an, heftig zu stöhnen. Fred wurde langsam etwas müde, und der Drang zu kommen lastete auf ihm, aber er wusste, dass sie ihn niemals vor ihr kommen lassen würde. Sie setzte sich auf und bog ihren Rücken durch und Fred nutzte die Gelegenheit, um seine Hand zwischen ihre Körper zu schieben und sie zu streicheln.

„JA! JA! JA!" schrie Marietta, und sie schüttelte sich auf ihm, als sie sich ihrem Orgasmus hingab. Das Zusammenziehen ihrer Muskeln um ihn herum tat das Übrige für ihn, und er seufzte, als er sich in ihr entleerte.

Endlich gesättigt brach sie auf ihm zusammen. Fred fühlte ihr Gewicht auf ihm und fühlte ihren Atmen an seinem Hals, als sie ihren Kopf in seiner Schulter vergrub. Er fühlte, wie er erschlaffte und aus ihr herausglitt. Auf ihrem Rücken, in ihren blonden Haaren befand sich der leichte Glanz von Schweiß.

„Mmm," murmelte sie mit einem Kuss auf seinen Hals. Schon wieder versuchte sie, ihn zu erregen. Unter anderen Umständen hätte Fred womöglich eine fast sofortige Regung dort unten gespürt, aber heute Abend war er mehr als erschöpft. Er hatte heute das härteste Quidditchspiel seines Lebens gespielt. Offen gesagt war er erstaunt, dass er überhaupt fähig gewesen war, sie flachzulegen.

„Frederick," murmelte Marietta, und sie fing an, sein Gesicht zu küssen.

„Mari," sagte er. „Bitte. Ich bin verdammt erschöpft."

„Och," sagte Marietta auf diese ihr eigene lästige, schmeichelnde Weise, „einmal noch. Bitte, Frederick?"

„Mari," sagte Fred stöhnend. „Ich würde keinen mehr hoch kriegen, selbst wenn du ihn verzaubern würdest, okay? Heute Nacht nicht mehr. Ich mein's ernst."

Marietta schmollte, aber rollte trotzdem von ihm runter.

„Okay," sagte sie widerwillig. „Aber morgen früh, sieh dich vor." Sie gähnte, lächelte ihn schläfrig an und schloss dann die Augen.

„Lieb dich," murmelte sie.

„Lieb dich auch," sagte Fred teilnahmslos.

Sie schlief fast sofort ein. Das tat sie immer. Dafür war er dankbar. Er hatte nie viel übrig für ein Gespräch nach einer Nummer. Nicht dass sie sehr gesprächig wäre, auch wenn sie nicht im Bett waren.

Fred seufzte. Als sie gerade zusammengekommen waren, war er aufgeregt gewesen. Er war wochenlang scharf auf sie gewesen und als sie endlich eingewilligt hatte, mit ihm zu gehen, hatte er sich gefühlt, als schwebe er in der Luft.

Gewiss, Marietta war ein bisschen dümmlich. Sie war eines dieser Mädchen, die eigentlich recht klug waren, sich aber in der Gegenwart von Jungs ziemlich verrückt und dämlich verhielten. Sie neigte dazu, ziemlich viel über Mode und Haare und alles andere, was in der letzten Ausgabe der Hexenwoche stand, zu reden. Sie hatte die ausgesprochen lästige Angewohnheit, ihn bei seinem vollen Namen zu nennen, Frederick. Es erinnerte ihn unerträglich an seine Mutter, die seinen vollen Namen („Frederick Michael Wesley!") immer dann gebrauchte, wenn sie wütend auf ihn war. Aber Marietta berichtete ihm, dass „Frederick" vornehm war, während „Fred" gewöhnlich war. Und Marietta würde sich nicht mit einem gewöhnlichen Freund zufrieden geben.

Fred hoffte eigentlich darauf, dass Marietta auch ein bisschen mehr von Quidditch begeistert wäre. Cho Chang, die Sucherin von Ravenclaw, und sie waren beste Freundinnen. Daher schien es merkwürdig, dass Marietta selbst nicht viel Interesse an dem Sport zeigte.

Und natürlich mochten Marietta und Angelina sich nicht sonderlich. Angelina hatte Fred gegenüber kein einziges Mal ein unfreundliches Wort über Marietta verloren, aber Fred war aufmerksam genug, um zu merken, dass er genauso wenig mit Angelina über seine Beziehung zu Marietta reden konnte, und das hatte ihm schon immer Sorgen gemacht. Er vermisste diese Nähe, die er zu seinem besten weiblichen Kumpel hatte.

Mit Marietta über Angelina zu reden stand außer Frage. Die wenigen Male, da er versucht hatte, Marietta mit einer witzigen „Fred und Angie"-Geschichte zu belustigen, hatte sie ihn gestoppt, für gewöhnlich mit ihrer hauchigen Stimme und verführerischen Küssen.

Fred schaute Marietta wieder an. Sie schlief fest, ohne eine Sorge in der Welt. Er seufzte. Was war los mit ihm? Er sollte sich wirklich ein bisschen besser bei der ganzen Sache fühlen. Gryffindor hatte den Quidditch-Pokal gewonnen. Er hatte gerade eine nette Nummer mit seiner Freundin geschoben. Warum fühlte er sich also so...leer?

Seine Gedanken wanderten, und er fragte sich, ob Angelina und Roger es schon getrieben hatten. Der Gedanke war kein angenehmer. Vielmehr hoffte Fred, dass Angelina Roger noch nicht flachgelegt hatte. Oder wenn sie es hatte, dass sie zumindest länger damit gewartet hatte, mit Roger ins Bett zu gehen, als Marietta mit Fred gewartet hatte.

Fred erinnerte sich an ihr erstes Mal. Er war so erstaunt von allem gewesen, dass er sich ziemlich sicher war, dass seine Leistung schauerlich gewesen war, aber Marietta schien dies nicht gekümmert zu haben. Tatsächlich hatte sie ihn in dieser Nacht, nur ein paar Wochen nach ihrem ersten Date, praktisch angefallen. Fred war von ihrem Überfall geschockt gewesen – schließlich war sie erst fünfzehn. Sie war so wild und enthusiastisch bei allem gewesen, dass sie scheinbar gar nicht bemerkt hatte, dass er nur ungefähr zwanzig Minuten durchgehalten hatte, bevor er einem sinnesbetäubenden Orgasmus erlag.

Seitdem machten sie es fast täglich. Marietta war enthusiastisch und athletisch (in der Tat schien Sex das einzige zu sein, bei dem sie athletisch war), aber Fred konnte nicht anders, als sich zu wundern, ob ihr ziemlich theatralisches Schreien und Stöhnen, wenn er in ihr war oder sie mit dem Mund befriedigte, eben nur das war: theatralisch. Es erschien ihm ganz einfach nicht völlig ehrlich.

Und Fred musste zugeben, dass ihr fortwährendes Stöhnen und Dirty Talk ihn wahnsinnig machen konnten. Mehr als einmal hatte er sich vorgestellt, mit Marietta in absoluter Stille Liebe zu machen und dabei diesen ruhigen Ort zu finden, von dem er oft gehört hatte, dass zwei Liebenden ihn teilen konnten. Aber scheinbar konnte er diesen Ort niemals mit ihr finden.

Dann war da die Tatsache, dass sie praktisch unersättlich war. Wenn es nach Marietta ginge, würden sie es stundenlang treiben. Begriff sie denn nicht, dass er manchmal MÜDE wurde? Dass, nur weil er jung und geil war, dies nicht hieß, dass er IMMER startklar war?

Es könnte schlimmer sein, nahm er an. Er könnte sich jede Nacht in seinem Zimmer einen runterholen, alleine, mit bloß den Photografien in schmutzigen Heftchen, um ihm Gesellschaft zu leisten. Zumindest war Marietta warm und hatte Arme, die sie um ihn legen konnte. Aber konnte das ausreichen?

Was hatten er und Marietta wirklich gemeinsam? Nichts, außer der Begeisterung für Sex.

Es war wirklich sonderbar, sich so zu fühlen. Er war sich ziemlich sicher, dass eine ganze Anzahl an Kerlen morden würden, um in seinen Schuhen zu stecken – mit einer umwerfenden Blondine zusammen zu sein, die ihn jede Nacht flachlegte und nur sehr wenige Ansprüche an ihn stellte. Nein, Marietta erwartete nie zu viel von ihm. Forderte ihn in nichts heraus. Sie war ein totales Liebchen. Ehrerbietig. Vergnüglich. Vielleicht ein bisschen ätzend, wenn es um Angelina ging, aber anderweitig anbetend. Und natürlich, so geil wie er war. Sie war die absolute Freundin.

Absolut langweilig.

Fred drehte sich auf die Seite, weg von ihr. Es funktionierte für ihn einfach nicht mehr. Er konnte sich nicht an das letzte Mal erinnern, da er eine anständige Unterhaltung mit Marietta gehabt hatte. Sie waren seit Wochen nicht mehr ausgegangen. Nein, sie landeten immer hier, in diesem alten, verlassenen Klassenraum. Mehr als einmal hatte Fred gehofft, sie könnten in einer Nacht einfach nur rumsitzen und wie Freunde miteinander REDEN, aber das taten sie nicht. Marietta wollte scheinbar nicht reden. Sie wollte nur ficken. Und das war langweilig geworden.

Fred schaute der schlafenden Marietta einen Augenblick lang zu. Er konnte so nicht weitermachen. Er konnte nicht ihr Freund sein. Er musste es beenden. Aber wie? Wann?

‚So bald wie möglich,' dachte er.


Abgesehen davon, dass "so bald wie möglich" für Fred nie zu kommen schien. Jedes Mal, wenn er die Möglichkeit hatte, Marietta zu sagen, dass es vorbei war, stellte er fest, dass er es nicht konnte. Hauptsächlich, weil sie immer Sex einleitete, bevor er die Worte rausbringen konnte und er – geiler Schwachkopf, der er war – letztendlich doch mitmachte.

Jedenfalls anfänglich. Aber als die Tage ins Land gingen und die gefürchteten ZAGs näher rückten, fing Fred an, Marietta zu meiden. Seine Prüfungen lieferten die perfekte Entschuldigung, immer weniger Zeit mit ihr zu verbringen. Sie spottete, wenn er ihr erzählte, er müsse lernen („DU, lernen? Wann hast du JEMALS gelernt?"), aber sehr schnell wich sie zurück, wenn sie merkte, dass er TATSÄCHLICH lernte. Gewissermaßen.

Er und George hatten natürlich keine großen Hoffnungen, allzu gut abzuschneiden. Die Zwillinge waren weniger dumm als dass sie vielmehr hinter den Erwartungen zurück blieben. Zumindest was die Schule betraf. Vor kurzem hatten Fred und George begonnen, Sachen zu erfinden. Scherzsachen, wie Scherzzauberstäbe und Kaugummi, dass einem die Haut blau machte. Das waren clevere kleine Erfindungen, aber kaum die Art von Sachen, die ihnen in der Schule weiter halfen.

Der andere Grund, weshalb Fred für die ZAGs lernte, war schlicht und ergreifend, um jegliche Komplikationen zu Hause zu vermeiden. Seine Mutter hatte den Zwillingen im letzten Monat regelmäßig geschrieben und grässlichen Konsequenzen angedroht, falls sie in den Prüfungen schlecht abschneiden sollten.

Aber das wahre Elend des Monats war nicht das Lernen oder das tägliche Gefühl von Furcht, das er in dem Bewusstsein, Marietta früher oder später entgegentreten zu müssen, spürte. Das wahre Elend war, Angelina nicht zu sehen.

Er vermisste sie. Er vermisste ihre Gesellschaft, ihren Humor, ihr Verständnis. Wenn sie nicht lernte, war sie mit Roger Davies zusammen (und sogar WENN sie lernte, fand dies meist in seiner Gesellschaft statt). Die beiden schienen sich sehr nahe zu stehen. Angelina sah immer so aus, als ob sie eine gute Zeit mit Roger hätte. Als ob sie...glücklich sei. Fred merkte fast sofort, dass er eifersüchtig war. Angelina hatte mit Roger das, was Fred mit Marietta gewollt hatte. Wovon Fred wusste, dass er es nicht haben konnte.

Schließlich kamen die ZAGs, aber Fred bemerkte kaum, dass er sie ablegte. Er schlug sich durch die schriftlichen und praktischen Teile jeder Prüfung, sein Gehirn wie auf Autopilot gestellt. Am Morgen nach seiner letzten praktischen Prüfung – Astronomie – lief Fred nach dem Frühstück nach draußen, um den Sonnenschein und das schöne Wetter zu genießen.

Unglücklicherweise schien Marietta Edgecombe die selbe Idee zu haben, und sie holte ihn gerade außerhalb der Großen Halle ein. Fred war versucht, sie abblitzen zu lassen, aber er tat es nicht. Er stellte fest, dass er das, was er ihr sagen musste, keinen Augenblick länger aufschieben konnte.

Schließlich saßen sie am See. Marietta hatte ihn schon ein paar Mal gefragt, was los war.

„Mari, wir müssen reden."


„Du machst SCHLUSS mit mir?"

Mariettas gewohnt hübsches Gesicht war in Schock und Wut verzogen.

„Schau, Mari, es funktioniert nicht, okay?" sagte Fred schwach, die Hände hebend.

„Für mich funktioniert es BESTENS!" schnauzte sie zornig.

„Für mich nicht," sagte Fred. Er konnte sich nicht erinnern, sich jemals so verdammt erschöpft gefühlt zu haben.

„Was ist verkehrt?" sagte Marietta rasend. „Leg ich dich nicht oft genug flach?"

„Was?" sagte Fred. „Nein, Mari, das ist es nicht. Glaub mir."

„Oh," sagte Marietta. „Ich verstehe. Es ist ein anderes Mädchen, stimmt's?"

„Nein!" sagte Fred, obwohl ein Teil von ihm mittlerweile wünschte, dies WÄRE der Fall. Es wäre ein wesentlich einfacherer Weg, sie abzuservieren, eine wesentlich bequemere Entschuldigung als ihr zu erklären versuchen, dass sie ihm einfach nicht mehr sehr wichtig war, falls sie das jemals gewesen war.

„WAS ist dann das Problem?" kreischte Marietta. „Ich versteh das nicht, Frederick. Du und ich hatten eine reizende Zeit miteinander. Wir haben großartigen Sex. Ich mache dir die Dinge bestimmt einfach, ich bin nicht eins dieser fordernden Mädchen, die von dir erwarten, dass du andauernd mit ihnen zusammen bist, oder doch?"

„Nein," sagte Fred matt.

„Und es ist nicht so, als ob ich nicht enthusiastisch wäre, wenn es sich um Sex dreht, oder?" sagte Marietta.

Fred starrte sie einen Moment lang an und schüttelte dann den Kopf. „Du verstehst es nicht," sagte er. „Es ist nicht genug." Er erhob sich, ging von ihr weg und schaute auf den See hinaus.

„Sex jeden TAG ist nicht genug?"

„Es geht nicht um Sex!" sagte Fred. „Um Gottes Willen, Mari. Begreifst du's nicht? Das einzige, was wir gemeinsam haben, ist Sex, und das ist mir nicht genug, in Ordnung? Wir reden nicht. Wir hängen nicht miteinander ab. Wir ficken nur. Und stell dir vor. Sogar für einen geilen Schwachkopf wie mich wird das mit der Zeit langweilig. Warum können wir keine Freunde sein, hm? Woher kommt es, dass das einzige, was wir tun, poppen ist?"

„Na, ENTSCHULDIGE, dass ich dich zufrieden stellen will!" schrie Marietta mit Tränen des Zorns, die in ihren blauen Augen glänzten. Sie sprang auf. „Ich dacht, Sex ist das, was du wolltest! Die meisten Kerle wären dankbar, eine Freundin zu haben, die sie jede Nacht bis zur Besinnungslosigkeit vögelt!"

„Also geht es dir beim Ficken nur darum?" sagte Fred wütend. „Dass ich dir DANKBAR bin? Mich in so eine Art Fick-Schuld dir gegenüber zu bringen? Dich selbst zu einer—einer Art sexuellen Märtyrerin oder so zu machen?"

„Na ja, es ist nicht so, als ob ich nicht großzügig gewesen wäre," sagte Marietta.

„Gott, würdest du dir selbst mal zuhören?" sagte Fred ungläubig. „Das ist krank, Mari! Sex sollte sich nicht darum drehen!"

„Worum denn dann?" sagte Marietta hitzig. „Wenn du so ein Fachmann bist? Warum sagst du's mir dann nicht, Frederick?"

„Ich weiß es nicht," sagte Fred ärgerlich. „Ich weiß nur, dass es nicht darum gehen sollte. Ich will das nicht. Ich will—ich will mehr, okay? Ich wollte, dass wir befreundet sind, aber—aber du hast mich nie gelassen. Jedes Mal, wenn ich versucht hab, mit dir über irgendwas zu reden, über mich, nach dir zu fragen, hast—hast du mich angesprungen.

„WAGE es nicht, mir die ganze Schuld zuzuschieben!" sagte Marietta.

„Mach ich nicht," sagte Fred traurig. „Ich hab dich nicht zurückgehalten, oder? Ich war ein viel zu geiler, unreifer Schwachkopf. Ich geb's zu, in Ordnung? Aber—es ist nicht GENUG, Mari. Ich will mehr. Ich will eine FREUNDin, nicht bloß eine—eine Fickpartnerin."

Marietta starrte ihn an und ihre Augen wurden kalt.

„Ich hab's," sagte sie frostig. „Es ist diese Angelina Johnson, stimmt's? Sie hat dich gegen mich aufgehetzt."

„WAS?"

„Versuch nicht, es zu leugnen, Frederick," sagte Marietta eisig. „Dieses Mädchen war immer schon hinter mir her. Sie hat es nie gebilligt, dass wir zusammen sind. Ich wette, sie hat mich vom ersten Tag an bei dir schlecht gemacht!"

„Angelina hat kein Wort über dich verloren!" sagte Fred. „Sie hat damit nichts zu tun!"

„Scheißdreck!" sagte Marietta. „Ich hab gesehen, wie sie mich anschaut. Als ob ich nicht gut genug für dich bin!"

„Das ist nicht wahr!" brüllte Fred.

„Du hast was mit ihr laufen, oder?"

„WAS?" schrie Fred, jetzt völlig sprachlos. „Angelina geht mit Roger Davies, erinnerst du dich? Was ist dein Problem?"

„Du fickst sie, hab ich Recht?" sagte Marietta zornig, und jetzt befand sich ihr rotes, wütendes Gesicht nur Zentimeter von seinem. Ihre blauen Augen loderten.

„Nein!"

„Doch, tust du, lüg mich nicht an!" schrie sie auf. „Wie, teilst du sie mit Roger, ist es so? Er nagelt sie den einen Tag, du nagelst sie den nächsten?"

Fred fühlte beißenden Zorn durch seine Venen rasen. „Wie kannst du nur über Angie reden!"

„Angie, Angie, Angie!" höhnte Marietta. „Ich frag mich, wen sie lieber mag, Roger oder dich. Wahrscheinlich Roger, wenn sie nur den geringsten Geschmack hat."

„Ich warne dich, Marietta—"

„Ist es, weil sie schwarz ist, Frederick? Ist es das?" fuhr Marietta fort. „Ich hab gehört, schwarze Mädchen, sind wahre Tiere im Bett. Ist es das? Du besitzt die Frechheit, mir zu erzählen, du würdest mich abservieren, weil wir nicht FREUNDSCHAFTLICH genug sind, während du diese—diese fette, dumme, hässliche, SCHWARZE HURE vögelst!"

Eine Wut, glühend und allumfassend, schoss durch Freds Venen und er ballte die Fäuste. Er wollte sie schlagen. Er hatte niemals in seinem Leben ein Mädchen geschlagen, hatte immer gedacht, Jungs, die Mädchen schlugen, seien Rüpel, unter aller Kritik. Aber in diesem Moment wollte er Marietta Edgecombe mitten ins Gesicht eine reinhauen.

Stattdessen langten seine Hände nach ihren Schultern und packten sie hart.

„Sag das NIE WIEDER über Angie," sagte er in einer leise und bedrohlich. „Nie wieder."

Mariettas Zorn verschwand und ihr Gesicht wurde weiß vor Angst, als er ihr Schultern packte und ihr Gesicht Zentimeter vor seines brachte.

„Angelina Johnson," sagte Fred langsam, „ist tausend Mal das Mädchen, das du niemals sein wirst, Marietta. Sie ist wunderschön und klug und warmherzig und loyal. Ja, sie kann dich nicht leiden, aber sie hat kein einziges Mal ein böses Wort über dich zu mir gesagt, und weißt du, warum? Weil sie ein wahrer Kumpel ist, etwas, das du unmöglich verstehen kannst. Sie ist mein bester Kumpel und sie wusste, dass du mir wichtig bist und sie wollte meinem Glück nicht in die Quere kommen. Ich wünschte bloß, sie hätte es getan. Ich wünschte, sie hätte mir gesagt, was für eine—eine selbstsüchtige, grausame, manipulierende, RASSISTISCHE kleine Schlampe du bist. Dann hätte ich vielleicht nicht meine Zeit an dich verschwendet."

Er ließ ihre Schultern grob los, sie stolperte zurück und starrte ihn schockiert an.

Fred blickte sie einen langen Moment finster an, zwang sie mit seinen wütenden blau-grauen Augen, vor ihm zurückzuweichen. Sie tat es.

„Lebwohl, Marietta," sagte er langsam. „Ich wünschte, ich könnte sagen, es hat Spaß gemacht."

Er entfernte sich von ihr, zutiefst angewidert, von ihr, von sich selbst. Wie konnte er mit diesem Mädchen geschlafen haben? Dieses scheußliche, scheinheilige, egozentrische Mädchen? Wie konnte er ihr wahres Wesen nicht gekannt haben?

‚Weil du zu beschäftigt warst, sie zu ficken, um es zu merken,' sagte die Stimme in seinem Kopf.

Er schämte sich. Er würde nie wieder so dumm, oder so blind, sein.

Er drehte sich um und schlich davon, hielt aber an, als sie anfing, ihn wieder anzubrüllen.

„Oh ja?" schrie sie. „Also, lass mich DIR was sagen, Frederick Weasley! Du bist nichts als ein dummer, hässlicher, armer, bemitleidenswerter LOSER! Du hast einen WINZIGEN Schwanz! UND du bist ENTSETZLICH im Bett!"

Fred nahm an, er sollte sich von dem, was sie gerade gesagt hatte, bloßgestellt fühlen, aber das tat er nicht. Er stellte fest, dass es ihn nicht kümmerte. Tatsächlich kamen ihm die Worte auf bizarre Weise komisch vor, und er begann, zu lachen. Er schüttelte den Kopf und lachte.

Er lachte immer noch als er ins Schloss hinein ging. Nun gut, es war sehr viel schlimmer gewesen, als er gedacht hatte, und ein Teil von ihm wollte sie immer noch schlagen für das, was sie über Angelina gesagt hatte. Aber Merlin sei dank war er Marietta Edgecombe endlich los. Endgültig.

Er lachte den ganzen Weg zurück zu seinem Zimmer.

You say we're fatally flawed
Well I'm easily bored, is that ok?
Write me off your list
Make this the last kiss, I'll walk away
Why don't we talk about it
I'm only here don't shout
Given time we'll forget
Let's pretend we never met

Why don't we break up
There's nothing left to say
I've got my eyes shut
Praying they won't stray
And when I'm sexed up
That's what makes the difference today
I hope you blow away

Sexed Up by Robbie Williams


Translator's Note: Das siebte und bis dato längste Kapitel ist fertig (genau wie meine erste schulfreie Woche)! Hat mich und meine kleinen Helferlein viel Zeit und Nerven gekostet (das Englische hat so viele verschiedene Ausdrücke, um „den Akt" zu beschreiben, dass es schwierig ist, immer ein passendes deutsches Äquivalent zu finden, und noch dazu bin ich Perfektionist), aber ich finde, das war es wert. Bin ziemlich stolz auf dieses Kapitel.

Nachdem ich das Rating zwischenzeitlich mal runtergenommen hab, um die Fic einfach einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, musste ich jetzt natürlich wieder auf „M" hochgehen, weil dieses Kapitel ja schon sehr...explizit ist. In dem Zusammenhang: Ich weiß nicht, wie es in der deutschen Fanfiction-Welt ist, aber auf dem englischen Teil dieser Seite fallen momentan eine Menge, größtenteils sehr gute und bekannte, wenn nicht sogar berühmte, Fics der Zensur von zum Opfer, angeblich wegen ihres zu expliziten Inhaltes oder weil sie Songtexte benutzen, die sie den Interpreten „gestohlen" haben. Das Problem ist ganz einfach, dass eine Fic sofort und ohne Vorwarnung an den Autor löscht, sobald sie einen Abuse Report bekommen. Ich hoffe halt ganz arg, dass bei den deutschen Fics nicht der Fall ist, weil ich echt ein bisschen Angst um meine Übersetzung hab! Mir würde nämlich auch kaum ein anderer Ort einfallen, wo ich deutsche Fanfiction posten kann und sie auch gelesen wird.

Zum Schluss wollte ich mich noch bei den Reviewern bedanken (yahoo, mittlerweile hab ich nicht nur mein Abi rum, sondern auch meinen letzten Schultag; seit heute bin ich frei...), vor allem bei Candy222, die mir zu jedem einzelnen Kapitel so liebe Reviews schreibt, und bei Bine, who flatters me time and again. Dankbar bin ich aber für alles Feedback, das mich bisher erreicht hat!