Und noch eines, ich hoffe es gefällt euch...
Nervös und genervt zugleich liefen Lisa, Tina und Kristin 5 Tage später durch den Hogwartsexpress. Sie spähten in jedes Abteil um noch einen Platz zu finden, doch nirgends war etwas frei.
Noch 5 Abteile und der Zug wäre zu Ende, als Lisa plötzlich aufschrie. „Hier…", sagte sie aufgeregt. „Hier sind noch… oh… 2 Plätze frei." Verlegen drehte sie sich zu ihren Freundinnen um. Tina sah über ihre Freundin hinweg ins Abteil, darin saßen zwei Jungen und zwei Mädchen mit jeweils einer goldroten Krawatte. Sie verzog leicht das Gesicht. - Griffendors - ! „Geht ihr ruhig rein. Ich find noch ein Plätzchen", sagte sie fröhlich und fügte leise hinzu: „Bei normalen Leuten." „Aber…", wollte Lisa einwerfen. „Keine Widerrede! Wenn ich nichts mehr finde komm ich zurück und nehm dich auf den Schoß!" Sie strahlte die Beiden an, schubste sie leicht in Richtung Abteil und ging weiter. „Wir sehen uns am Bahnhof!", rief sie noch über die Schulter. Lisa sah der Slytherin verwirrt nach, während Kristin schon die Abteiltür aufschob.
„Hallo", grüßte sie mit ihrer üblichen Fröhlichkeit. „Entschuldigt das wir stören aber sind die Plätze noch frei? Wir finden nichts mehr. Alles voll." „Klar kommt doch rein!". Ein Mädchen mit hüftlangen orangeroten Haaren streckte ihnen die Hand entgegen.
„Ich bin Ginny Weasley.", sagte sie fröhlich. „Und das sind meine Freunde Hermine Granger", sie deutete auf ein Mädchen mit braunen, langen, lockigen Haaren. „Harry Potter", ein Junge mit rabenschwarzen, zerstrubbelten Haaren und einer Narbe auf der Stirn hob die Hand zur Begrüßung.
„Naja und der Spacken dahinten ist mein älterer Bruder Ronald!", sie deutete auf einen großen, schlaksigen Jungen mit lustigen Sommersprossen auf der Nase und genauso so roten Haaren, wie sie. „GINNY!", zischte dieser wütend.
„Ihr könnt auch Ron zu mir sagen.", fügte er etwas netter hinzu. „Hi"; sagte Kristin und ließ sich neben Ron auf den Sitz fallen. „Ich bin Kristin Johnson und das ist meine Freundin Lisa Davies." „Hallo", sagte Lisa freundlich und setzte sich neben Ginny.
„Sag mal", sagte Ron und sah Kristin verwundert an. „Du bist nicht zufällig mit Angelina Johnson verwandt?" „Doch, sie ist meine Cousine." „Wie war dein Name noch mal?", fragte Hermine Lisa höflich. „Oh ich bin Lisa Davies. Und ja ich bin mit Roger Davies verwandt.", fügte sie hinzu als sie Rons Gesicht sah.
„Moment mal.", sagte Harry plötzlich. „Johnson, Davies- seid ihr nicht die Deutschen?" „Ja, sind wir." „Aber hat Professor Dumbledore nicht was von 3 Mädchen gesagt?", fragte Ron und reckte seinen Hals um aus dem Türfenster sehen zu können, als wenn er erwartete, dass draußen noch jemand stand.
„Und wieder ja.", sagte Kristin und erklärte. „Unsere Freundin Tina Perks ist weitergegangen, weil hier kein Platz mehr war. Wenn sie nichts findet kommt sie aber wieder." Kaum war der Satz ausgesprochen, wurde die Tür aufgeschoben und es trat jemand ein, doch es war nicht Tina.
Diese war währenddessen Am letzten Abteil des Zuges angelangt. Gerade als sie hineinsehen wollte, wurde die Abteiltür aufgestoßen wurde und ein großer Junge mit weißblonden Haaren stand vor ihr.
Draco Malfoy. Während der 10 Tage hatte ihre Tante sie zu mehreren gesellschaftlich wichtigen Anlässen mitgenommen, darunter auch ein Abendessen bei der Familie Malfoy, wo sie den Sohn Draco kennen gelernt hatte. Eigentlich verstanden sich die Beiden gut.
„Tina!", sagte er erstaunt. „Hi. Lange nicht gesehen.", sie lächelte ihn zaghaft an. Ein spöttisches Lachen umspielte seine Lippen. „In der Tat. Du hälst es wohl keine 5 Tage ohne mich aus, was?" „Draco, ich hab es 15 Jahre ohne dich ausgehalten, allerdings war ich auf der Suche nach dir. Der übrige Zug ist nämlich bis auf den letzten Platz besetzt und wie ich so verzweifelt nach einer Sitzgelegenheit suche, fiel mir plötzlich dein Schoß ein.", vergnügt funkelte sie den Jungen an, dem eine leichte Röte ins Gesicht stieg. „Für dich ist doch immer ein Platz auf meinem Schoß frei, aber ich würde es besser finden wenn du dich mir gegenüber setzt. Ich ziehe es vor mit Personen Blickkontakt zu halten.", seine sturmgrauen Augen blitzten. „Darauf würde ich auch nicht verzichten wollen." Tina grinst ihn an und folgte ihm ins Abteil.
Er ließ sich auf den Platz am Fenster fallen und sah sie erwartungsvoll an. Sie stand an der Tür und diesmal umspielte ihre Lippen ein spöttisches Lächeln. „Setz dich!", sagte Draco und winkte lässig auf den Platz sich gegenüber, wobei er allerdings Pansy Parkinson übersah.
„Wohin denn? Auf ihren Schoß?" Dracos Lächeln verschwand. „Oh! Ne. Pansy verzieh dich. Kannst von mir aus neben Crabbe sitzen!", sagte er kurz.
Pansy, die Tina misstrauisch gemustert hatte, sah Draco nun vernichtend an. „Ich sitze nicht neben Crabbe.", sagte sie und schenkte Crabbe einen angewiderten Blick. „Hab dich nicht so.", meinte Draco und lächelte Tina wieder zu. „Nein!" Pansy verschränkte die Arme vor der Brust. „Neben Goyle?", fragte Draco leicht genervt. „Nein!", sie schüttelte energisch ihr Mopsgesicht. „Pansy!", sein Lächeln gefror. „Pass auf! Entweder du setzt dich jetzt neben Blaise oder du verschwindest!", fauchte er sie an.
Eigentlich wollte er die junge Perks doch beeindrucken und jetzt machte ihm diese vermaledeite Pute einen Strich durch die Rechnung, das konnte doch nicht wahr sein.
Pansy musterte Blaise aus den Augenwinkeln heraus. Ihr war klar, dass sie gegen dieses Mädchen keine Chance hatte (Wie auch, ich seh ja noch halbwegs akzeptabel aus, aber mit Pansys Fresse und DEM Haarschnitt, würde sich nicht mal Todd auf die Straße wagen –hähä!) und so musste sie nach anderen Möglichkeiten Ausschau halten, da kam ihr Blaise gerade recht. Er war groß, fast so wie Draco, hatte dunkle Haare, die hochgegelten waren, mit seinen dunklen Augen und seinem frechem Grinsen sah er einfach unverschämt gut aus, wobei er allerdings nicht an Draco ran kam.
Soweit Pansy wusste, hatte er keine feste Freundin, hier und da mal ein paar Dates aber nichts Längeres war darunter gewesen. Pansy schenkte Blaise ein Lächeln, das sie für unwiderstehlich hielt, Blaise verzog aber nur angeekelt das Gesicht und betrachtete nun das andere Mädchen genauer.
„Was ist jetzt!" Dracos Geduld war nun endgültig zu Ende und das merkte Pansy, sie warf Tina noch einen verachtenden Blick zu bevor sie ein leises „Blaise? Von mir aus", murmelte. Schnaubend stand sie auf und Draco zog Tina, die einige Schritte näher gekommen war, an der Hand stürmisch auf ihren neuen Platz.
Leider stieß Tina dabei Pansy an, die Arme rudernd um ihr Gleichgewicht kämpfte, bevor sie Bekanntschaft mit dem Boden machte, klammerte sie sich an Crabbe fest, der mit Blaise die Plätze tauschen wollte. Ehe Pansy sich wieder aufrappeln konnte, beschleunigte der Zug unerwartet und Pansy lag endgültig auf dem Fußboden des Abteils.
Crabbe und Goyle starrten Pansy mit lächerlichen Gesichtsausdrücken an, wobei die junge Perks ihre starke Ähnlichkeit mit Gorillas feststellte, Blaise, der wie Draco jedoch nicht einmal mit der Wimper gezuckt hatte, als das Mopsgesicht stürzte, nutzte die Gelegenheit und ließ sich neben dem neuen Mädchen auf den Platz sinken, womit er sich einen warnenden Blick von Draco einhandelte. Keuchend stand Pansy endlich wieder auf den Beinen, doch als sie die Situation begriff, stürzte sie fluchend aus dem Abteil.
„Die kommt wieder", meinte Tina gelassen und kuschelte sich in ihren Sitz. „Da wäre ich mir nicht so sicher.", erwiderte Blaise kurz und wendete sich wieder dem Tagespropheten zu, den er gelesen hatte. „Bin ich mir aber.", er hätte nie gedacht, dass ihn so einfache Worte so leicht aus der Bahn werfen würden, doch vielleicht lag es daran, wie sie den Satz betonte, überhaupt nicht zwingend, nein sie warf ihn in den Raum rein, ohne eine Reaktion zu erwarten, gerade deshalb, sah Blaise sie erstaunt an.
„Nun ja, der gesamte Zug ist voll!", erklärte sie dem verdutzten Jungen. „Sie wird keinen Platz mehr finden." Blaise erhaschte Malfoys feixenden Blick, als er an Tinas Gesicht vorbei sah.
„Wer bistn du?", fragte Goyle und starrte das Mädchen an, als wenn sie von einem anderen Stern käme. „Das ist T-i-n-a P-e-r-k-s.", sagte Draco quälend langsam.
„Was willn die hier?", auch Crabbe blickte Tina ohne zu blinzeln an. Draco stöhnte leise und sagte wieder: „Sie ist eine von den 3 d-e-u-t-s-c-h-e-n H-e-x-en. Dumbledore hat am Ende des Jahres von ihnen erzählt." Crabbe und Goyle sahen nun Draco verwirrt an.
Plötzlich musste Tina los kichern, sie stellte sich Crabbes dummes Gesicht vor, wie er Draco fragte: „Und wer bistn du?". Blaise und Draco warfen sich einen viel sagenden Blick zu. Doch anstatt Draco, die von Tina gedachte Frage zu stellen, drehte sich Crabbe wieder zu ihr um.
„In welchem Haus bistn du?" Draco vergrub den Kopf in den Händen und stöhnte leise. Tinas Lippen verzogen sich bei Dracos Anblick zu einem nachsichtigen Lächeln und mit ruhiger Stimme wandte sie sich Crabbe zu. „Slytherin, sonst würde ich ja wohl kaum hier sitzen." Blaise lachte.
„Und wer, wenn ich fragen darf", sie ahmte Crabbes Stimme nach: „Seidn ihr?". Crabbe und Goyle sahen einander verständnislos an und entschieden sich dann dafür Tina weiterhin anzustarren, anstatt ihr zu antworten. Langsam zweifelte das Mädchen daran, dass die beiden sie verstanden hatten.
„ Das sind Goyle und Crabbe. Nicht gerade helle die Beiden.", der Junge neben Tina schmunzelte, während Draco noch lauter stöhnte. „Und ich bin Blaise Zabini.", er streckte ihr die Hand hin, die sie erfreut schüttelte. „Die Göre, die da eben rausgestürmt ist, war Pansy Parkinson, das Mädchen, dass Draco schon seit Jahren erfolglos nachstellt.", Blaise grinste wieder, während Draco nur noch seufzte. „ und unseren Verzweifelten, kennst du ja anscheinend schon."
Draco nahm jetzt die Hände vom Gesicht und setzte sich wieder aufrecht hin. „Allerdings", murmelte Tina, den Blick auf Dracos blaue Augen. „Draco kenne ich schon." Malfoy, der ihren Blick bemerkte erwiderte ihn nur zu gerne, doch diesmal blitzten nicht diese Überlegenheit und dieser Hochmut, sie an, sondern einfach nur bezaubernde eisblaue Augen
Kaum war der Satz ausgesprochen, wurde die Tür aufgeschoben und es trat jemand ein, doch es war nicht Tina.
Neville stand im Türrahmen und sah sich suchend um. „Hi, Neville, na hast du Trevor wieder mal verloren?", fragte Harry als er seinen Freund erkannte. „Ne nicht Trevor, sondern meine Cousine…. Da bist du ja!", rief er erstaunt, als er die Person, die neben der Tür saß anschaute.
„Ja, hier bin ich, was gibt es denn?", fragte Kristin gutgelaunt. „Hier!", Neville drückte ihr ein Paket in die Arme. „Von Omi, zum Essen, sie war ganz schön sauer als du vorhin so schnell verschwunden bist." „So bin ich nun mal, immer auf Trab. Außerdem", fügte sie hinzu, als Neville den Mund öffnete um ihr zu widersprechen. „ hab ich meine Freundinnen ganze 5 Tage nicht gesehen!" „Ja, aber…", den Rest des Satzes murmelte er in seinen nicht vorhandenen Bart. „ Nichts aber!", Kristin grinste ihren Cousin herausfordernd an.
„Ihr …. Ihr… seid auch verwandt? Aber, aber ich dachte, du und Angelina. Aber, aber… Neville …und …. Angelina. Hä?", Ron blickt seine Freunde fragend an, doch diese brachen in einen Lachkrampf über sein dummes Gesicht aus.
„Ich bin mit beiden verwandt.", presste Kristin mühevoll hervor, als sie sich wieder halbwegs beruhigt hatte. „Pass auf, Nevilles Vater ist der Bruder meines Vaters, also ist Neville mein Cousin und Nevilles Grandma, meine Grandma. Naja und Angelinas Vater war der Bruder meiner Mum, also ist auch Angelina meine Cousine, aber so haben die Beiden nichts miteinander zutun.", erklärte sie Ron. Neville selbst, der als einziger nicht gelacht hatte, sondern nur nervös von einen Fuß auf den anderen getreten war, wandte sich nun Lisa zu, die mit Ginny immer noch kicherte.
„Du bist Lisa Davies, oder?", fragte er zögerlich. „Ja, die bin ich.", antwortete Lisa verdutzt. „Und du bist mit Roger Davies aus Ravenclaw verwandt, richtig?" „Ja, wieso?" Lisa sah den runden Jungen irritiert an, was wollte er eigentlich von ihr. „Gut, Roger will, dass ich dich zu ihm bringe, er will dir ein paar Leute aus Ravenclaw vorstellen, du sollst die restliche Fahrt über da bleiben.", klärte Neville sie auf. „Kommst du?" Neville nickte in Richtung Tür und deutete ihr an mitzukommen. „Ja, Moment." Lisa warf Kristin einen verwirrten Blick zu, nahm ihr Gepäck von der Ablage, wobei Harry ihr behilflich war und folgte Neville.
„Wieso will er ihr denn Leute aus Ravenclaw vorstellen?", fragte Harry. „Oh das hab ich euch ja noch gar nicht erzählt. Wir sind nicht alle drei im gleichen Haus." „Also ist Lisa eine Ravenclaw?", unterbrach Harry das Mädchen. „Ja…" „Aber du bist doch in Griffendor?", sagte Hermine entsetzt. Sie hatte sich gerade ausgemalt, wie schön es mit einem gleichaltrigen Mädchen sein konnte, das nicht jedem Jungen, der an ihr vorbei ging, sabbernd hinterher sah. „Ja, ich bin in Griffendor, keine Angst. Und Tina ist in Slytherin."
Sie bemerkte wie die anderen 4 die Gesichter verzogen. „Hey!", sagte sie empört. „Ihr kennt Tina doch gar nicht! Sie wirklich nett!" Wenn sie nicht gerade wieder eine ihrer Launen hat. , fügte sie still in Gedanken hinzu. „Nun ja…", sagte Hermine zaghaft. „Es ist nur so, wir haben da einfach andere Erfahrungen gemacht als du, in Bezug auf Slytherins." Ginny, Harry und Ron nickten eifrig. „Kann sein, dass die anderen so sind, aber Tina sicher nicht, sie ist nur in Slytherin, weil…. Weil….". Warum, fragte Kristin sich. Warum war Tina eigentlich in Slytherin? Sie war doch nicht hochnäsig. Na gut manchmal wenn sie schlecht drauf war. Aber sie war doch nicht von Grund auf gemein. .
„Ist ja auch egal, ich freu mich, das endlich mal ein normales Mädchen in unserem Jahrgang ist.", wechselte Hermine schnell das Thema. „Wieso, wie sind denn die anderen so?", fragte Kristin neugierig. „Also, Lavender wechselt ihre Freunde wie ihre Unterwäsche, naja und Parvati kriegt schon einen Schreikrampf, wenn du das Wort Pickel nur erwähnst." Kristin schmunzelte, das konnte eine recht amüsante Zeit werden.
Lisa folgte Kristins Cousin durch den Zug, bis fast an den Anfang, wo er auf ein Abteil deutete und dann ohne sich zu verabschieden verschwand. Zögernd öffnete Lisa die Tür und sah sofort Roger, der aufsprang um sie zu begrüßen. „Lisa, na endlich, wir warten schon eine Ewigkeit auf dich!", freudig zog er seine Cousine in die Arme. „Hi Roger", murmelte Lisa verlegen. „Also Leute, das ist meine Cousine Lisa, sie ist neu hier, wie ihr ja wisst und ich hab eine große Bitte an euch, passt auf, das die Slytherins ihr nichts tun, verstanden?" Lisa sah verlegen in die Runde. Außer ihr waren noch zwei weitere Mädchen im Abteil, eines mit langen, blonden Haaren, von der Lisa wusste, dass sie Mary Oetker hieß und mit Roger ging.
Dann noch ein Mädchen mit langen, glatten, schwarzen Haaren. Sie machte einen leicht mitgenommenen Eindruck, doch der Junge der sie im Arm hielt, schien sie zu Beruhigen. „Also Lisa, das sind Mary Oetker.", er zeigte überflüssigerweise auf seine Freundin und sah sie liebevoll an. „Cho Chang", das war also das verstörte Mädchen. „Nicolas Frey", der Junge, der Cho im Arm hielt grinste. „Und Thomas Drapper.", ein weiterer Junge, der im Schatten der Tür saß, sah Lisa an. „Hi", nuschelte Lisa und zwang sich zu einem Lächeln. „Das waren die wichtigsten Leute aus meinem Jahrgang, sie werden ein Auge auf dich haben. Komm ich stell dich jetzt den Leuten aus deinem Jahrgang vor." Roger nahm sie an die Hand und zog sie aus dem Abteil. Ich bin doch kein kleines Kind mehr, dachte sie empört. Lisa hatte gerade noch Zeit „Bye" zu sagen und schon schubste Roger sie ins nächste Abteil.
„Hi", grüßte er in die Runde. „Hey Roger!", schallte es ihnen entgegen. Lisa fühlte sich schlagartig wohl bei diesen Leuten. Wieder musterte sie die anderen schnell. Am Fenster saßen sich zwei Jungen gegenüber, anscheinend Karten spielten, der eine mit kurzen, blonden Haaren, blauen Augen und genauso lustigen Sommersprossen auf der Nase, wie Ron, nickte ihr freundlich zu, während der andere sie nur mit verschleierten Gesichtsausdruck anstarrte, seine braunen Augen und sein hellbraunes Haar verliehen seinem Gesicht eine leichte Eleganz. Roger stellte die Beiden als Anthony Goldstein (blond) und Terry Boot (hellbraun) vor. Plötzlich explodierten Terrys Karten und zwei Mädchen, die auch mit im Abteil waren fingen ungehalten an zu lachen. Anscheinend hatten sie sich bevor Lisa kam über irgendwelchen Teenie Kram unterhalten, denn das größere der Mädchen, mit langen roten Locken, hielt eine Zeitschrift in der Hand, die „Teen-Witch" hieß. Nachdem sie sich beruhigt hatten, erklärte Roger, dass sie Padma Patil und Mandy Brocklehurst hießen. Dann war noch Michael Corner im Abteil, der sich aber hinter seinem Verwandlungsbuch vergraben hatte, sodass Lisa nichts außer seiner kurzen dunkelblonden Harre sehen konnte. Padma zog Lisa gleich neben sich auf den Sitz und fing an mit ihr zu plaudern. Sie erzählte von ihrer Schwester Parvati, die einen Freund in Frankreich hatte, den die Beiden im Sommer besucht hatten, wobei Parvati ihre Unschuld verloren hatte und nun befürchtete schwanger zu sein. Lisa machte es viel Spaß ihrer neuen Freundin zuzuhören, dass sie gar nicht mit bekam, wie Roger lächelnd das Abteil verließ. Während der Fahrt zeigten ihr die anderen wie man Snape explodiert spielt, sie erzählten von Hogwarts, von den Lehrern, dem Gemeinschaftsraum und vielen anderen Dingen. Ohne es zu merken vergaß Lisa ihre Angst, dass Tina und Kristin nicht im selben Haus waren wie sie selbst.
Derweilen war Pansy wieder ins Abteil gekommen, hatte sich ohne ein Ton zu sagen neben Blaise auf den Sitz fallen lassen und las nun seinen Tagespropheten. Ab und zu funkelte sie böse in Tinas Richtung, doch die bekam davon gar nichts mit, weil sie sich blendend mit Blaise und Draco unterhielt.
Erst als der Zug hielt, ließ sie wieder was von sich hören. „Draco? Sehn wir uns noch nach dem Abendessen?", fragte sie mit unnatürlich hoher Stimme. Tinas Blick, der Pansy gegolten hatte, wandte sich nun Draco zu, dem eine leichte Röte ins Gesicht stieg. Als er ihren Blick erwiderte zog sie fast unmerklich eine Augenbraue hoch. „Ich … äh … ich muss… ähm… Tina noch, noch … zu … äh…Professor Snape …bringen. Ja genau, sie weiß doch nicht wo das ist."
Draco, du brilliant, lobte sich der junge Malfoy selbst.
„Oh!", fing sie an zu quengeln. „ Oh! Kann Blaise das nicht machen?" „Ja genau Draco, kann Blaise das nicht machen?", fragte Tina unschuldig. Wegen Dracos darauf folgenden Gesichtsausdruck hätte sie sich weg schmeißen können. Er hatte versucht Frust, Ärgernis und Entsetzten von seinem Gesicht ausstrahlen zu lassen. „Ähm …!", krampfhaft suchte Draco nach einer Ausrede. „Ich glaube aber Draco sollte das machen, Professor Snape hat es ihm aufgetragen!", half Blaise seinem Freund. Dieser sah ihn kurz dankbar an.
„Genau, ich soll das machen.", wiederholte Draco sichtlich erleichtert. „Aber …"
Zu Dracos Glück hielt der Zug in diesem Augenblick und laute Stimmen vom Gang sorgten dafür, dass eine weitere Unterhaltung unmöglich war. „Wir sind da!", quietschte Pansy. „Komm Draco, sonst kriegen wir keine Kutsche mehr für uns alleine." Sie zog mit der einen Hand eine kleine Tasche von der Gepäckablage und mit der anderen Draco mit auf den Gang. Crabbe und Goyle folgten den beiden unverzüglich. Tina, die das ganze vergnügt mit angesehen hatte, wurde von Blaise aus den Gedanken gerissen. „Kommst du?", fragte er vorsichtig. „Der erste Blick auf Hogwarts ist der Schönste!" Er lächelte sie an und bot ihr den Arm zum Gehen an. Dankbar hakte sie sich bei ihm unter und sie verließen den Zug.
Und wie findet ihrs?
Eure Sweety
