Kristin traf die anderen Gryffindors erst in der Eingangshalle wieder. Sie kam gerade die Treppe runter gelaufen, als sie Ron, Harry, Hermine, Seamus, Parvati, Lavender, Neville und Dean aus der großen Halle kommen sah.
„HEY!", rief sie und schwenkte die Arme, wobei sie fast die Treppe runterstürzte. „Nicht so hastig!", meinte Hermine als Kris keuchend vor ihnen zum Halten kam. „Sorry.", murmelte sie. „Ich hatte Angst euch zu verpassen. Hab nämlich keinen Schimmer was wir jetzt haben, wo wir was haben und mit wem wir was haben."
„Wir haben jetzt alle Pflege magischer Geschöpfe, bei Hagrid, auf dem Schlossgelände, mit den Slytherins."
Kristin stöhnte. „Schon wieder? Was für ein Tag." „Du hast deine Meinung gegenüber Slytherins ja sehr schnell geändert!" Harry grinste sie an.
„Nichts gegen Tina, aber die anderen sind echte Spacken, Deppen, Schnösel, Idioten, Arschlöcher, Schleimer, Wi, …"
Sie schimpfte den ganzen Weg zu Hagrids Hütte über die Slytherins. Erst als die ersten von ihnen in Sicht kamen, wurde sie still.
„Wasn mit euch los?", fragte Hagrid verwundert, als die Truppe grinsender Gryffindors auf ihn zukam. „Nichts. Alles klar, Hagrid!", meinte Harry.
„Na dann könn wir ja anfangn." Er holte ein Stück Pergament hervor und ging die Anwesendheit durch.
Kristin ließ gerade ihren Blick über die Schüler streifen, um einen Zipfel von Tina auszumachen, als Ron sie anstieß. „Sie dir mal Zabini an!", forderte er.
Blaise trat nervös von einen Fuß auf den anderen und reckte seinen Hals in Richtung Schloss. Immer wieder warf er vorsichtige Blicke in Richtung Pansy und Hagrid.
„Johnson, Kristin?" „Hier!", rief Kristin und sah Ron verwirrt an. „Longbottom, Neville?" „Hier." „McDougall, Morag?" „Anwesend.", sagte ein Slytherin. „Nott, Theodor?" „Hier."
„Er hat Malfoy ausgelassen, wie immer." „Warum?" „Um ihm das Gefühl der Nichtbeachtung zu geben. Malfoy empfindet es allerdings eher als Ehre." Ron setzte einen verärgerten Gesichtsausdruck auf und murmelte etwas vom wegen „Dummes, wertloses Frettchen". Kristin grinste und hörte weiter Hagrids dröhnender Bassstimme zu. „Parkinson, Pansy?" „HIHIER!", flötete Pansy und trat einen Schritt mehr auf Blaise zu, der sich angeekelt verzog und weiter zum Schloss blickte.
„Patil, Parvati?" „Hier." „Perks, Tina?" Keine Antwort. Hagrid sah verwirrt von seinem Pergament hoch. „Perks, Tina? Pe-rks, Ti-na? Ist sie nicht da? Wo ist Perks, Tina?"
Kristin warf einen besorgten Blick in Richtung Blaise, der mit Mal ganz klein war. Pansy war wohl noch etwas aufgefallen, sie baute sich vor Zabini auf und schrie ihn förmlich an. Kristin verstand nur einige Sachen, wie „Dracie", „Flittchen", „Nicht da", „Ausspannen" und „Wissen".
Hagrid sah in Richtung Harry, als wenn er wüsste wo das Mädchen war. Harry jedoch schüttelte nur den Kopf. Hagrid seufzte, kritzelte etwas auf das Blatt und fuhr fort.
„Potter, Harry? " „Anwesend." „Thomas, Dean?" „Hier!" „Weasley, Ronald?" Ron zog eine Grimasse, bevor er mit einem gequälten "Hier" antwortete. „Gut… Zabini, Blaise?" „Anwesend." „Dann Malfoy, Draco?" Wieder keine Antwort. „Mal-foy, Dra-co? Auch nich da? Wo zum Teufel sin' Malfoy und Perks?"
„Hier..", ertönte eine schnarrende Stimme hinter den Schülern. Hagrid, die Gryffindors und Slytherins drehten sich verwundert um.
Draco, kam zusammen mit Tina den Hang runter. Beide grinsten leicht in Blaises Richtung.
„Wieso seidn ihr zu spät?", fragte Hagrid. „Geht sie nichts an.", sagte Draco herablassend. „Und ob mich das was angeht, Malfoy. Bin hier schließlich der Professor."
„Ja, leider.", meinte Draco und warf Blaise einen bedeutenden Blick zu. „Jetzt pass ma auf!", schimpfte Hagrid. „Du hast zu tun was ich sag! Verstanden?" „Nein, können sie das noch mal wiederholen? Vielleicht etwas deutlicher und ohne Gegrunze?" Hagrid lief rosarot an, murmelte etwas von 10 Punkten Abzug für Slytherin und deutete der Klasse an ihm in den Wald zu folgen.
Tina gesellte sich zu Blaise, der sie sofort mit Fragen überhäufte, doch sie winkte nur lässig ab. „Snape, wollte mich sprechen, weil die Methode den Zaubertrank zu brauen, irgendwas mit dunkler Magie zu tun hat. Er hat mich gefragt, woher ich das gewusst hätte und ich sagte ihm, dass ich das nur logisch geschlussfolgert hatte. Naja dann hat er mich noch gelobt und so weiter."
Sie grinste zufrieden und lehnte sich gegen Blaises Schulter, als sie zum Stehen gekommen waren und sich auf eine niedrige Mauer hockten. Er lächelte sie an und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
Die Beiden wurden von vielen Mitschülern heimlich beobachtet, die einen schauten, weil ihnen langweilig war (Hagrid erklärte etwas über Zetrausere (Flügelwesen, die aussehen, wie Ferkel und über keine besonderen magischen Fähigkeiten verfügten, außer das sie ab und zu Feuer spuckten)), einige freuten sich (ähm eigentlich nur Kristin, aber is auch egal) und einige starrten sie wütend an. (Draco, weil er auf Blaise eifersüchtig war, Ron ebenso, Pansy, weil sie Dracos Blick sah, Lavender, weil Seamus sich mehr für die Beiden interessierte als für sie und noch Harry, weil er Tina doof fand).
Hermine sammelte inzwischen insgesamt 50 Punkte für Gryffindor, weil sie alles über die Viecher wusste.
Lisas Tag war eher etwas langweilig, sie verbrachte die meiste Zeit damit mit Padma zu quatschen oder mit Anthony rumzuflirten.
Auch beim Abendessen, war es nicht anders.
Als sie mit ihrem Nachtisch fertig war, beugte sich Padma zu ihr rüber.
„Lisa? Es ist noch ca. 2 Stunden hell, wie wär's wenn wir jetzt die Besichtigung machen?"
„Gute Idee! Dann müssen wir aber erst noch Kris und Tina holen." Padma verzog das Gesicht, sagte aber nichts.
Die Beiden standen auf und gingen zum Gryffindor Tisch, wo Kristin sich mit ihren Cousin unterhielt.
„Kris? Komm! Wir wollen jetzt das Schloss besichtigen!" „Oh… klar… ist das in Ordnung Neville?" Dieser nickte nur und nahm sich ein Stück Kuchen.
Die Gryffindor ließ ihren Blick über den Slytherin Tisch wandern, doch sie erblickte Tina nirgendwo. „Tina ist nicht da.", meinte sie.
„Was!" Lisa stellte sich auf die Zehenspitzen und reckte den Hals, doch auch sie konnte die Freundin nicht sehen. „Schade!", flüsterte sie.
Die Drei verließen die Große Halle und wollten gerade das Schloss verlassen, als eine Stimme von den Kerkern her ertönte.
„Wollt ihr etwa ohne mich gehen?" Tina stand an einer Wand, den Kopf in den Nacken gelegt, ein Bein angezogen und blickte an die verzauberte Decke. (Bei mir ist die Eingangshalle auch verzaubert!) „Sicher nicht!", sagte Kristin freudig und umarmte die Freundin.
„Wie könnten wir…", flüsterte Padma und zog eine Grimasse. Doch der Slytherin war es nicht entgangen.
„Alles in Ordnung mit dir, Ventil?" „Ich heiße PA-til, nicht VEN-til! Padma Patil." „Ach, echt? So genau wollt ich das gar nicht wissen. Ist mir doch egal, wie du heißt… ist ja nicht so das du besonders wichtig bist."
Lisa, die merkte, dass Padma gleich explodierte, warf Tina einen warnenden Blick.
Doch diese zuckte nur unbeteiligt mit den Schultern. „Was ist nun? Wolltest du uns nicht das Schloss zeigen?" Und wegen Kristins und Lisas Blicken, fügte sie in einem etwas netteren Ton hinzu: „Padma."
Diese Geste schien die Ravenclaw etwas zu beruhigen und sie wies zur großen Eingangstür.
„Ich dachte ich zeig euch zuerst das Hogwartsgelände… die peitschende Weide, Hagrids Hütte, den Verbotenen Wald, natürlich nur von weitem…" „Natürlich!", meinte Tina in einem herablassenden Ton. Doch Padma hörte sie gar nicht. „… und den See, die Straße nach Hogsmeade und das Quidditchfeld."
Nach etwa anderthalb Stunden waren die 4 Mädchen wieder im Schloss, wo Padma ihnen noch die Bibliothek, die Eulerei, den Astronomie Turm, die Küche und einige Klassenräume zeigte.
Lisa verliebte sich sofort in die Bibliothek mit den tausenden von Büchern und auch Tina konnte ihre Begeisterung nur mit Mühe zurück halten, da sie schon immer ein Bücherwurm gewesen war.
Kristin hingegen war Feuer und Flamme für das Quidditchfeld und sie beschloss Angelina gleich um ihren alten Besen zu bitten.
Nach einer weiteren Stunde, verabschiedeten sich die Mädchen voneinander. Kristin eilte sofort in Richtung Gryffindor Turm, Lisa und Padma machten sich auf den Weg zu ihrem Gemeinschaftsraum, doch Tina zog es vor der Bibliothek noch einen kleinen Besuch abzustatten.
