1x01 "Strange Love" Pt 2 - Bellas POV

Als ich zurück in die Bar kam, schaute mich Jake besorgt an und fragte, ob denn alles okay sei.

Ich grinste ihn bei dem Gedanken an eben an, "Natürlich Jake. Und nur zu deiner Information, nicht alle Vampire können auf sich selbst aufpassen!"

Meine restliche Schicht verlief wie in Trance. Noch ehe ich mich versah war es fast Mitternacht und ich konnte endlich nach Hause fahren.

Zu Hause wartete meine Oma Adele mit meiner Katze Tina auf ihrem Schoß und ein Buch in ihrer Hand.

"Omi, du bist noch wach? Wolltest du nicht zeitig schlafen gehen?", fragte ich sie schuldbewusst. Ich wusste, wie ihre Antwort sein würde.

Und sie enttäuschte mich nicht, "Aber du weißt doch, Bella. Ich wollte warten, bis du nach Hause kommst."

Nun, da sie einmal hellwach am Küchentisch saß, "Omi, weißt du was heute passiert ist?" Sicherlich würde sie meine Aufregung teilen. Nicht wie Jake, der mich gleich belehren wollte.

"Du hast ein Date?", fragte sie freudig aufgeregt.

Ähm ... "Nein.", antwortete ich verwirrt. Was wäre daran so aufregend? "Ein Vampir kam in die Bar!" Ich grinste über beide Ohren.

Omi war geschockt. Au weia. Hoffentlich war es nicht falsch, ihr das zu erzählen?

Zu meiner Erleichterung legte sich ihr Schock sehr schnell und wich der Neugierde, "Hatte er Fangzähne?"

"Ja, aber die meiste Zeit hatte er sie nicht aufgefahren.", befriedigte ich ihre Neugierde.

Doch Omi lenkte das Gespräch in eine komische Richtung. "Hat er jemanden gebissen?"

Wie kam es, dass ihn alle für ein Monster hielten nur weil er ein Vampir war? Aber wie konnte ich meiner Oma das übel nehmen? "Nein, er hatte nur ein Glas Wein. Also er hat es bestellt, aber nicht getrunken." Ich wurde leicht nachdenklich und teilte meine Gedanken mit ihr, "Ich schätze, er suchte nur Gesellschaft."

Ups, böser Fehler. Das hätte ich nicht sagen sollen.

Meine Omi setzte diesen schelmischen, allwissenden, durchdringenden Blick auf und fragte mich mit einem breiten Grinsen und gehobenen Augenbrauen, "Hat er dir gefallen?"

Uh, ich muss nicht sagen, wie rot ich geworden war, oder? Niemals im Leben würde ich zugeben, wie sehr er mir gefallen hat. Ich versuchte es also etwas herunterzuspielen, "Er war... wirklich interessant."

Doch meiner Oma konnte ich nichts vorspielen. Sie durchschaute mich sofort.

Nach einer kurzen Weile legten wir uns schlafen.

Und das war die erste Nacht in der ich von ihm träumte - Edward.

Dummerweise war es ein Alptraum. Er fing toll an. Ich träumte, ich wäre in meinem Zimmer aufgewacht. Es war Nacht und ich ging zum Fenster und schaute auf den Rasen vor unserem Haus. Und da stand er, mit seinem schiefen, verführerischen Lächeln. Doch etwas war komisch an ihm ... ich glaube es waren seine Augen. Warum waren sie rot? Hätten sie nicht golden sein sollen? Aber das war mir egal. Er stand da unten und wartete auf mich.

Also zog ich mir schnell etwas über und rannte vor das Haus. Doch er war weg. Ich drehte mich im Kreis ehe ich resigniert stehen blieb und in die Ferne schaute. Nach ein paar Sekunden spürte ich plötzlich eine Anwesenheit hinter mir. Erschrocken drehte ich mich um, und da stand er erneut - Edward.

Ich starrte ihm ins Gesicht und wusste definitiv, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmte. Und die Art und Weise, wie er sich bewegte ... wie ein Jäger, der sich seiner Beute nähert. Und dann biss er zu.

Ich erschrak aus meinen Traum und saß aufrecht im Bett. Argh, warum musste ich ausgerechnet einen Alptraum haben, wenn ich mal von einem Mann träumte? Das war echt unfair!

Gott sei Dank war am nächsten Tag schönes Wetter. Ich musste ja zugeben, ein wenig Schadenfroh war ich schon. Die Sonnentage in Forks konnte man an einer Hand abzählen. Und ich war eine der wenigen, die das Glück hatten, genau an einem solchen Sonnentag frei zu haben. Natürlich nutzte ich die Zeit, um mich zu Sonnen!

Doch natürlich musste Eric Yorkie, mein Cousin, mir den Tag vermasseln. Er hatte von dem gestrigen Zwischenfall mit Denise und Nic erfahren. Ich musste ihm drohen, damit er versprach weder meinem Vater noch Omi etwas zu erzählen. Mein Vater hätte mir eine Predigt gehalten, wie unverantwortlich das doch gewesen sei. Auch meine Omi würde sich Sorgen machen. Aber im Geheimen wäre sie stolz auf mich gewesen, vor allem nachdem sie wusste, dass ich den Vampir mochte. Aber ich wollte nicht, dass Omi sich unnötig aufregt.

Nachdem sich Eric darüber ausgelassen hatte, wie dumm ich doch gewesen sei, mich mit denen anzulegen, erzählte ich ihm, was genau passiert war. Eric war ... geschockt. Doch als er, statt den Vampir mit mir zu verteidigen, mir riet, lieber die Finger von ihm zu lassen, war ich es, die geschockt war.

Eric fragte mich dann über den Vampir aus, ob er kahlköpfig war, oder Tattoos hatte. Ehrlich, was hat der Junge für ein Problem? Argh, wahrscheinlich war sein Problem, dass er mehr von mir wollte, als ich in unserer verwandtschaftlichen Beziehung als Cousin und Cousine zuließ.

Eric Yorkie war der Sohn des Bruders von meiner Mutter. Das machte meine Omi zu seiner Omi. Manchmal hasste ich verwandtschaftliche Blutverbindungen.

Natürlich bemutterte meine Oma ihn genauso, wie mich. Aber im Gegensatz zu mir wohnte er nicht bei ihr und hatte kein Recht so von ihr bemuttert zu werden. Ich wartete auf den Tag, an dem er endlich heiratete und seine eigene Frau zum bemuttern hätte. Leider wusste ich, dass dieser Tag nie kommen würde. Eric Yorkie war kein Mann von romantischen Beziehungen. Was auch immer bei drei nicht auf dem Baum war, war bei drei auf seinem Schoß.

Und zu meinem Übel musste ich gestehen, dass ich ihn dennoch mochte. Ich verstand es nicht ... wie konnte ich ihn hassen und mögen zugleich? Wahrscheinlich, weil er sich wirklich rührend um mich kümmerte, wenn seine Fantasien nicht gerade mit ihm durchgingen. Das musste es sein.

Aber wenige Minuten später am Küchentisch hasste ich ihn wieder. Er klaute mir einfach meinen Kuchen vom Teller! Wer dachte er eigentlich, ist er? Er grinste mich schräg an, "Wenn du diesen Bikini trägst, musst du aufpassen, was du isst!"

Was? Was bildete er sich eigentlich ein!? Und er sagte das auch noch so, als wäre es ein Kompliment gewesen!

Ich wurde in meinem Ärger unterbrochen, als meine Oma uns mitteilte, dass sie eben einen Anruf erhalten habe. Mordette sei erwürgt in ihrer Wohnung aufgefunden worden.

Ein Mord in Forks.

Ich war auf der Highschool mit Mordette. Ich kannte sie nicht sonderlich gut, aber dennoch. Ich kannte sie. Der Gedanke, dass jemand ermordet wurde, den ich kannte, drehte meinen Magen um.

Auch Eric sah aus, als würde ihm schlecht werden. Allerdings schob er die Schuld auf einen Vampir. Nicht irgendeinen. Edward.

Wieso waren alle immer so schnell, sofort einen Vampir hinter jeder schrecklichen Tat zu vermuten?

"Sie war ein Fanganger!", klärte er uns auf.

Sie war was? Omi wusste natürlich nicht, was ein Fangbanger war. Aber Eric klärte sie auch darüber auf, "Das sind Frauen und Männer, die sich gerne von Vampiren beißen lassen."

"Woher weißt du, dass Mordette ein Fangbanger war?", fragte ich ihn skeptisch.

Doch antwortete mir nicht darauf. Stattdessen sprang er auf, "Es gibt auch Professionelle, die sich darauf spezialisieren. Die trinken dann TruBlood, um ihr Blut wieder aufzufüllen und haben meist einen Bodyguard dabei, falls der Vampir ein bisschen zu durstig wird."

Omi und ich starrten ihn verständnislos an. Woher wusste Eric das alles? Nein, ich wollte gar nicht wissen, woher.

Omi runzelte die Stirn, "Ich frage mich jetzt, wie viel man dafür bezahlen müsste."

"Tausend Mäuse.", schoss es aus ihm ungalant.

Omi fielen die Augen aus ihrem Gesicht. Ich hingegen fand das einfach unfair. "Siehst du, genau das kotzt mich an!"

Doch Omi verstand mich falsch. "Das versteh ich gut. Was sind das nur für billige Frauen, die so etwas furchtbares tun?"

Ich klärte sie auf, "Nein, mich kotzt nur an, dass diese Frauen Tausend Mäuse bloß fürs rumliegen kriegen und ich mir den Arsch für zehn Mäuse die Stunde plus Trinkgeld aufreißen muss."

"Ach, ich schätze, dass sie nicht nur so rumliegen müssen. Von ihnen wird sicherlich auch erwartet, dass sie ein wenig mitmachen.", grinste Eric.

Und woher wollte er das nun schon wieder wissen? Nein, auch das wollte ich eigentlich nicht wissen. Eklig.

Eric sah, dass wir ihn fragend anschauten und beschloss, dass er wieder arbeiten müsse. Ein guter Grund für ihn um ungeschoren von hier zu verschwinden. Ehe Omi noch auf dumme Gedanken kommen würde.

Der restliche Tag verlief weiterhin sonnig für mich.

Am Abend machte ich mich für eine kurze Nachtschicht fertig. Omi kam in mein Zimmer und fragte mich freudig, wie alt ich denn den Vampir schätzen würde, den ich gestern getroffen hatte.

"Ich habe keine Ahnung, warum?"

"Ob er sich möglicherweise an die spanische Grippe erinnert?", fragte meine Oma hoffnungsvoll.

"Die spanische Grippe, die auch um Forks keinen Bogen gemacht hat? Um etwa 1915 rum?"

Verschmitzt nickte meine Oma.

"Denkbar.", grübelte ich nach.

Noch mehr Hoffnung stieg in ihre Augen, "Falls er das tut, dann wünschte ich mir, dass er vor den Nachkommen der Opfer eine kleine Rede hält. Glaubst du, das würde er tun?"

Ich lachte sie an, "Ich denke es würde ihm schwer fallen, an einem sonnigen Donnerstagmittag in einer öffentlichen Bücherei aufzutauchen."

Daran hatte Omi nicht gedacht. "Oh, wir könnten abends ein Treffen mit ihm veranstalten. Oder er redet nur mit mir und ich nehme seine Erinnerungen auf." Omi war ganz aus dem Häuschen bei dem Gedanken daran, mit ihm über die spanische Grippe zu reden. Ehrlich, was ist mit den Leuten aus diesem Ort los?

"Oh, ich bin sicher, die anderen Mitglieder würden es höchst interessant finden.", grinste sie weiter.

Ah, richtig. Das war mit den Leuten los. Hier in Forks gab es einen Club für Nachfahren der Opfer der spanischen Grippe, "der Club glorreichen Toten". Manchmal fragte ich mich, ob es an der Luft hier lag, dass die Leute so seltsam waren.

Aber meine Oma war so voller Freude, dass ich nicht anders konnte, als in ihren Elan einzusteigen, "Ich werde ihn fragen, wenn ich ihn das nächste mal sehe, falls ich ihn nochmal sehe."

Meine Oma war überglücklich.

Wenig später fing auch meine Nachtschicht im Black's an.

Angela, meine beste Freundin war heute auch da. Angela und ich kannten und schon seit dem Kindergarten. Wir waren damals wirklich die dicksten Freunde, die es geben konnte. In der Highschool verlor sich unsere Freundschaft ein kleinwenig. Wir hatten uns nie aus den Augen verloren. Aber wir entwickelten unterschiedliche Interessen. Doch das änderte nie etwas an meiner freundschaftlichen Liebe, die ich zu ihr verspürte. Ich freute mich, dass sie heute Abend ebenfalls Schicht im Black's hatte.

Was ich erstaunlich fand, war die Tatsache, dass selbst Jessica an ihrem freien Abend den Weg ins Black's gefunden hatte. Wahrscheinlich war sie nur wegen Mike Newton - ihrem Freund - hier.

Lauren erzählte mir, dass Eric Yorkie verhaftet wurde.

"Verhaftet? Weswegen?", stotterte ich.

"Hey, tut mir echt leid wegen deinem Cousin.", versicherte mir Tyler.

Warum wussten es alle vor mir?

Mit Wut im Bauch, aber auch traurig darüber, stürmte ich davon, um Mike zu finden. Angeblich war er dabei, als Eric verhaftet wurde.

"Was ist mit meinem Cousin, Eric?" fragte ich direkt.

Mike versuchte auszuweichen, "Ich habe ihm versprochen dir nichts zu sagen."

"Was ist passiert?", bohrte ich weiter nach.

"Der Sherif stellte ihm ein paar Fragen, und dann ... wurde er mitgenommen." erklärte er mir.

Ich atmete erleichtert durch, "Das heißt ihr wisst nicht mal mit Sicherheit, ob er verhaftet wurde?"

"Handschellen haben sie ihm jedenfalls nicht angelegt.", stellte er klar.

Jessica schaute mich mitleidig an, "Bella, es tut mir echt wahnsinnig leid."

Ich rastete bei ihrem Mitleid aus, "Aber wieso? Ihr tut alle so, als wäre Eric für den Mord an Mordette schon verurteilt worden und wir wissen noch nicht mal genau, was sie von ihm wollen! Der Sherif hat nur 'n Fehler gemacht, das ist alles." Der Sherif, mein Vater. Ich konnte ihn jetzt nicht mein Vater nennen. Wie konnte er Eric abführen?

"Ja, genau, so muss es sein, denn Eric ist ein richtiges Stehaufmännchen.", pflichtete Mike bei. Jessica nickte aufbauend zu.

"Nein, ist er nicht, Mike.", gestand ich mit sinkender Stimme ein. "Er ist selbstsüchtig, egoistisch und 'n geiler Rammler.", fing ich an, ihn zu verteidigen. Mit Nachdruck sagte ich, "Aber ein Mörder ist er nicht!"

War ich die einzige, die das so sah?

Geschlagen drehte ich mich langsam weg. Mein Blick ging automatisch Richtung Tür.

Und das war der Moment, in dem die restliche Welt egal für mich wurde. Denn da stand er - Edward. Diesmal träumte ich ihn bestimmt nicht.

In meinem Hinterkopf nahm ich war, dass alle Menschen in diesem Lokal ihre Augen auf mich richteten. Aber das war mir egal.

Als ich seinen Tisch erreichte, setzte er sein schiefes Lächeln auf, "Guten Abend, Miss Swan."

Er bot mir einen Stuhl an, und wie hypnotisiert setzte ich mich bereitwillig.

Er reichte mich seine Hand und wie in Trance nahm ich sie.

"Ihre Hand ist kühl.", stellte ich unsinnigerweise fest. Was für eine Art, ein Gespräch zu beginnen. Warum konnte ich in seiner Gegenwart keinen klaren Gedanken fassen?

Irritiert schaute er mich an, "Ja, äh ... ich befürchte ich bin nicht ganz so warm, wie die Männer, die Sie gewohnt sind."

Ich lachte leicht, "Welche Männer?"

Ups. Schon wieder. Darf ich Vorstellen? Die Weltmeisterin in peinlichen Situationen und Errötungen, Bella Swan.

Ein bisschen hat mich das aber aus meiner Trance gebracht, "Was kann ich Ihnen heute servieren?"

Doch statt zu bestellen, schaute er mich mit einem sanften Blick an, "Was sind Sie eigentlich?"

"Das sagte ich bereits, ich bin Kellnerin."

"Nein.", stellte er fest. Nein? "Sie sind etwas mehr als das. Sie sind viel mehr als ein Mensch."

Ich lachte, "Was? Wie bitte?"

"Bella. Ein ungewöhnlicher Name, Bella." Hoffnungsvoll schaute er mich an, "Ist das vielleicht eine Abkürzung?"

Ich verstand zwar nicht, worauf er hinaus wollte, aber dieser Hundeblick in seinen Augen lies mich dahinschmelzen. "Nein, äh ja ... Bella steht für Isabella."

Er schien mit dieser Antwort aber nicht zufrieden gestellt zu sein und wechselte das Thema.

"Darf ich Sie irgendwann einmal aufsuchen?" Schon wieder dieser hoffnungsvolle Blick.

"Was heißt aufsuchen?", fragte ich ihn. Mann war Mann ... Vampir oder nicht.

"Dürfte ich einmal zu Besuch in Ihr Heim kommen?"

Ich konnte sagen, dass ihm diese Frage schwer viel. War er etwa schüchtern? Vielleicht bin ich von den vielen Fernsehfilmen und Kinofilmen auch einfach nur zu voreingenommen. Warum sollten Vampire nicht genauso schüchtern sein, wie Menschen auch?

"Sicher, meine Großmutter würde Sie bestimmt gerne kennen lernen!", versicherte ich ihm schnell.

Fragend schaute er mich an. Doch das erinnerte mich an etwas anderes. "Oh, da fällt mir ein, kann ich nach der Arbeit mit Ihnen reden? Sie könnten mir einen Gefallen tun."

Resigniert lehnte er sich zurück. "Natürlich, immerhin stehe ich tief in Ihrer Schuld." Was war das, was ich in seinem Gesicht sah? War er etwa verletzt?

"Keinen Gefallen für mich, für meine Großmutter. Na ja, falls Sie dann noch auf sind." Oh Gott, das habe ich nicht wirklich gesagt oder? Ich fing wieder an, unsinniges Zeug zu reden. "Also, ich schätze das werden Sie dann noch sein, oder?"

Er grinste mich an. Was auch immer für trübe und traurige Gedanken vorher durch seinen Kopf gegangen waren, sie waren verschwunden und wurden durch ein breites schiefes Lächeln ersetzt.

Ehe ich noch mehr unsinniges Zeug reden konnte, musste ich schnell sicherstellen, dass wir uns wirklich verabreden würden. "Also, wie wäre es, wenn wir uns hinter der Bar treffen? Ich bin hier vermutlich halb Zwei fertig."

Mysteriös schaute er mich an, "Ich wäre erfreut."

Ich hatte keine andere Wahl, als einfach nur mit einem dummen Grinsen auf meinem Gesicht zurückzulächeln.

Herausfordernd lehnte er sich wieder nach vorn, in meine Richtung, "Ist Ihnen bewusst, dass uns jede Person in diesem Etablissement hier unverhohlen anstarrt?"

Ich drehte mich um - und tatsächlich. Jake schaute verletzt, Angela besorgt, und die restlichen Gäste hatten alle einen Gesichtsausdruck zwischen mörderischer Wut und wachsamer Besorgnis.

"Oh, die starren mich alle nur an, weil mein Cousin Probleme mit der Polizei hat.", erklärte ich ihm. Kein Grund ihn darüber aufzuklären, dass die Polizei mein Vater war.

Als er sich näher zu mir lehnte, lehnte ich mich ebenfalls näher zu ihm. Ich glaube, ich wurde etwas rot.

"Nein, sie starren uns an, weil ich ein Vampir bin.", klärte er mich auf. Er fuhr fort, "Und Sie ..." hier machte er eine kurze Pause und überlegte nach den richtigen Worten, "... eine Sterbliche sind."

"Wen kümmert es, was die Leute hier denken?", fragte ich ihn lächelnd. Wow. Normalerweise kümmerte es mich schon, was die Leute hier denken. Wir waren in einer Kleinstadt, in der Gerüchte verbreitet wurden, noch bevor sie richtig entstanden.

Edward sah das offensichtlich genau so. "Ich habe vor, diese Stadt zu meiner Heimat zu machen. Aus diesem Grund kümmert es mich schon."

Ich konnte meinen verletzten Gesichtsausdruck nicht vermeiden und schaute weg. Ich war begeistert von der Tatsache, dass er Forks zu seiner Heimat machen wollte. Aber ich konnte diesen Stich in meinem Herzen nicht unterdrücken, dass er sich mit mir in der Öffentlichkeit schämte.

Edward schien die Situation ebenfalls unangenehm zu sein, denn er sprang auf, "Wir sehen uns um halb zwei."

Ehe ich mich versehen konnte, war er auch schon verschwunden.

Jetzt wurde mir erst richtig bewusst, dass uns tatsächlich alle angestarrt hatten. Ehe ich reagieren konnte, griff Jake mich bei meinem Arm und brachte mich in das Hinterzimmer.

Er warf mir vor unverantwortlich gehandelt zu haben, als ich den Vampir gestern gerettet hatte. Und das ich mich jetzt noch mit ihm verabreden würde, wäre die Krönung. Jake steigerte sich immer mehr rein und schrie mich fast an, "Ich lasse es nicht zu, dass du dich oder die Bar in Gefahr bringst!"

Was? "Heißt das ich bin gefeuert?"

"Was? Nein, wieso? Aber wenn du wieder siehst, dass jemand auf dem Parkplatz bedroht wird, dann nimm dein Telefon und ruf die Polizei! Nur weil du die Tochter des Polizeisherifs bist, heißt dass nicht, dass du seinen Job übernehmen musst und allein dazwischen gehen kannst!"

Jake's Worte verletzten mich. Ich konnte nicht sagen wieso, aber sie taten es. Tränen stiegen mir ins Gesicht.

Als Jake meine Reaktion sah, beherrschte er sich schnell und nahm mich in seine Arme. Sein Gesichtsausdruck zeigte, wie viel ich ihm bedeutete. Wie gern er mich hatte. Wie schwer es ihm fallen würde, wenn mir etwas zustoßen würde.

"Sag, hast du komplett den Verstand verloren? Der Vampir will dich zum Dinner!", platzte Angela herein. "Aber ich lass dich nicht seine Falle tappen, Bella. Nein, nur über meine Leiche!"

Warum waren alle gegen Edward? Warum waren alle gegen mich?

"Oh, hört auf! Ich brauch euer Mitleid nicht! Ich bin eine erwachsene Frau und ich bin immer noch diejenige, die über mein Leben entscheidet!"

Ich rannte aus dem Hinterzimmer und sprach für den restlichen Abend kein Wort mehr mit den beiden.

Zu meiner Erleichterung war ich bereits viertel zwei fertig hinter der Bar und wartete auf Edward.

Ich war aufgeregt ihn wiederzusehen.

Jake versuchte mich zu überreden, nach Hause zu fahren. Doch das entfachte nur meine eh schon vorhandene Wut. Ich befahl ihm selbst nach Hause zu gehen. Zögerlich verabschiedete er sich von mir. Jake hatte es nicht wirklich weit. Seine Wohnung war gleich um die Ecke der Bar.

Ich entschied mich dazu an meinem Auto zu warten. Als ich es erreicht hatte, hörte ich allerdings ein Geräusch vom Parkplatz kommend und beschloss dem nachzugehen.

Etwas, was ich hätte nicht tun sollen.

Ich wurde nach vorne geworfen und fiel zu Boden. Aus meinen Augenwinkeln heraus konnte ich Denise und Nic sehen. Sie traten auf mich ein, als gäbe es kein Morgen mehr. Nach dem dritten oder vierten Dritt spürte ich auch die Schmerzen schon nicht mehr. Sie waren wütend auf mich, wegen gestern - und jetzt waren sie hier, um ihrer Wut Luft zu machen. Edward würde in weniger als zehn Minuten auftauchen. Wahrscheinlich würden Denise und Nic dann erneute versuchen, ihm sein Blut abzuzapfen. Doch diesmal wäre ich nicht da, um ihn zu retten.

Nach ein paar weiteren Tritten in meine Bauch- und Lendengegend wurde mir so schlecht, dass es schwierig für mich war, bei Bewusstsein zu bleiben. Zu spät registrierte ich, wie Nic ausholte und mir ins Gesicht schlug. Für einen kurzen Moment wurde mir schwarz vor Augen. Blut lief mir aus der Nase und meine Stirn war aufgeplatzt. Ich vernahm ein entferntes Grollen. Ich sah wie ein Hund vor mir stand und Denise und Nic anknurrte, als würde er ihnen gleich die Kehle aufreißen. Seit wann grollten Hunde so seltsam? Sollte dieser Hund das Letzte sein, was ich jemals zu Gesicht bekam? Sollte ich das Letzte sein, was der Hund zu Gesicht bekam? Ich erkannte ihn, es war ein Hund, der ständig an der Bar war. Ich wusste nicht, wo sein Zuhause war. Wahrscheinlich irgendwo hier in der Gegend. Aber über die Jahre hinweg habe ich ihn lieben gelernt. Nic schaute ihn hasserfüllt an und wollte auf ihn zugehen. Ich fasste ihm an die Beine, in der Hoffnung ihn von dem Hund abzulenken. Wenn ich schon sterben würde, dann sollte wenigstens der Hund überleben.

Nics Bein wurde mir plötzlich aus der Hand gerissen. Ich hatte Mühe noch etwas zu erkennen. Die drohende Bewusstlosigkeit lies sich nun nicht mehr aufhalten. Das letzte was ich sah, war Edward, wie er vor mir kniete. Sein Blick fragte mich verzweifelt, ob es mir gut ging. Doch ich konnte nicht mehr antworten, als die Welt um mich herum schwarz wurde.

AN: Ich weiß, es ist komisch, dass Charlie Eric verhaften sollte. Aber na ja … sein Neffe hat kein großes Ansehen bei ihm. Und warum Bella nicht bei Charlie wohnt? Charlie ist nicht gerade ein Vampirfreund. Aber Bella braucht jemand, wie ihre Omi, der auf ihrer Seite ist. Und ich würde Charlie ungern aus der Story verbannen – sollte ich soweit kommen.