Dein Wunsch sei mir Befehl, Sari ;-)
Da sich offenbar viele von dem langen Vorwort abschrecken lassen, aber die Hälfte es doch nicht liest, setze ich es ans Ende. Wer also mit dem Inhalt der Story nix anfangen kann, der kann sich dann das Vorwort zu Gemüte ziehen.
Happy reading!
1x01 "Strange Love" Pt 2 - Edwards POV
Ich musste den ganzen Tag über in dem Haus bleiben. Noch nie hasste ich die Sonne so sehr wie jetzt.
Und zu allem übel hatten mir bereits drei Elektriker abgesagt. Erzählten etwas von, „nicht allein in ein Haus eines Vampires" kommen zu wollen. Was war los mit den Menschen? Musste denn jeder gleich denken, ich war nur hinter deren Blut her?
Aber irgendwie verging der Tag.
Esme rief an und fragte ob alles in Ordnung mit mir sei. Ich versicherte ihr, dass es mir gut ging, fragte aber auch, warum dem nicht so sein sollte. Sie antwortete mir nicht weiter, sondern gab den Hörer zu Alice weiter.
„Edward!", begann sie fröhlich.
Ohje.
„Alice?", fragte ich skeptisch
„Wirst du mir Bella vorstellen, wenn wir nach Forks kommen?"
Nur Alice konnte eine solche Frage stellen, noch bevor ich überhaupt wusste, was Bella über mich dachte.
„Alice!", rief ich genervt.
Sie verstand den Wink und wir verabschiedeten uns.
Als die Sonne endlich verschwunden war, konnte ich es kaum erwarten, Bella wiederzusehen. Ich hoffte, dass sie wieder in der Bar war.
Ich wurde allerdings leider aufgehalten. Sehr zu meinem Unmut. Aber ich war froh, endlich einen Elektriker gefunden zu haben, der sich bereit erklärte, in mein Heim zu kommen – nachdem ich ihm verschwiegen hatte, dass ich ein Vampir war.
Doch eigentlich hätte ich es wissen müssen. Ich hatte mich zu früh gefreut. Ich empfing ihn bereits auf der Veranda.
Als er mich sah und erkannte, spielten seine Gedanken verrückt.
Ein Vampir? Ich betrete doch nicht allein das Haus eines verrückten Vampirs!
Verrückt? Hey, ich war nicht verrückt … lediglich nachtaktiv!
„Hallo, ich freue mich, dass Sie so schnell vorbeikommen konnten.", begann ich unbeirrt. Vielleicht ließ er sich ja durch ein zuvorkommendes Verhalten überreden?
Verdammt, ich hab eine Frau und Kinder zu Hause, die mich heute gerne noch lebend wiedersehen wollen.
„Äh, ja, aber ich habe es mir gerade anders überlegt!", sagte er schnell ehe ich ihm näher kommen konnte.
Und eh ich mich versah verschwand er schon in seinem Auto und raste die Straße entlang. Seine Gedanken hingen ihm hinterher. Ich bin doch nicht lebensmüde!
Also stand ich wieder allein da. Klar, ich könnte die Elektrik auch selbst verlegen. Aber wir wollten uns in die Gesellschaft integrieren. Und das Gesetz verlangte es nun mal, dass die Elektrik von einem Elektriker verlegt und abgenommen wurde. Wir wollten nicht gleich Ärger mit den Gesetzeshütern von Forks bekommen.
So frustriert ich über die Sache war, freute ich mich dennoch nun schneller zu Bella zu gelangen.
Es dauerte also nicht lang, bis ich wieder vor dem Black's stand.
Ich durchsuchte die Gedanken der Personen nach Bella und hatte sie auch schnell gefunden.
Die Person, durch deren Gedanken ich schaute war Jessica, eine Freundin von Bella. Sie und ihre beiden Begleiter erzählten ihr gerade, wie ihr Cousin mit der hiesigen Polizei in Konflikt gekommen war. Ich hätte von Jessica einiges über Bella lernen können, aber ihr Mitleid für sie nahm überhand und verdrängt jeden anderen Gedanken.
Ich hörte Bella ihren Cousin verteidigen.
"Ja, genau, so muss es sein, denn Eric ist ein richtiges Stehaufmännchen.", pflichtete Jessicas Freund ihr zu.
Offensichtlich war Bella in dem Gespräch nicht wohl. Jessica dachte, dass Bella sich fühlen müsse, als wäre die ganze Stadt gegen sie. In mir entstand der Drang ihr zu Hilfe zu eilen. Ich betrat das Lokal.
Interessanterweise interessierte das heute niemanden. Langsam ging ich zu einem freien Tisch, von dem ich wusste, dass er in Bellas Bereich lag. Ich musste Bella nicht mehr durch Jessicas Augen sehen. Ich konnte sie jetzt sehr gut selbst sehen und hören.
"Nein, ist er nicht, Mike.", erklärte sie ihm. "Er ist selbstsüchtig, egoistisch und 'n geiler Rammler."
Wow, was für eine hohe Meinung sie von ihrem Cousin doch hat. Bei ihrer Direktheit musste ich ein kleinwenig schmunzeln.
Mit Nachdruck stellte sie klar, "Aber ein Mörder ist er nicht!"
In ihrer Stimme konnte ich erkennen, dass sie meinte, was sie sagte. Allerdings gab sie auf. Sie sank ihren Blick. Meine Mimik versteifte sich, mein Blick verfinsterte sich. Ich mochte es nicht, sie so hilflos zu sehen.
Ihr Blick richtete sich auf und als sie mich sah, rastete er auf mir. Erneut war ich in ihren Augen versunken und musste dabei lächeln. Sie war gestern nicht nur mutig, weil sie einen Adrenalinrausch hatte, sondern weil Mut eine Charaktereigenschaft von ihr war.
Ich fragte ich mich, ob sie genauso verloren in meinen Augen war, wie ich in ihren.
Sie schritt langsam auf mich zu. War ihr bewusst, dass uns alle Menschen in diesem Lokal zusahen?
Unwillkürlich scannte ich die Gedanken der Leute ..
Oh, hey, seht euch das an. Als ob sie an ihrem verdammten Hochzeitstag den Altar entlang schreiten würde.
Schätzchen, nur weil ein Typ ein Vampir ist...
Der will doch nur dein Blut, weiter nichts!
Sie ist wie hypnotisiert.
Er hat sie im Visier. Wir müssen sie beschützen.
Das ist der Vampir, den sie letzte Nacht gerettet hat. Bella, bitte sie dich vor vor dem Kerl...
Das ist nicht in Ordnung, dass er hier unter normalen Leuten weilt. Man sollte ihn vor die Tür setzen.
Ich fand sie immer nett, aber ich frage mich, welches gute christliche Mädchen würde einen Vampir überhaupt ansehen?
So furchterregend sieht er eigentlich gar nicht aus.
Du stehst also auf große und untote Schwänze.
Warum macht der mich nicht an?
Sie ist genauso ein Abschaum wie ihr Cousin Yorkie.
Man muss sich wirklich überlegen, diesen Laden nochmal zu betreten.
Ja, wir würden es definitiv schwer haben, als Vampire in dieser Stadt anerkannt zu werden. Aber mit Esmes Charme und Alices guter Laune war ich da sehr guter Dinge. Außerdem würde Carlisle auch seinen Beitrag als Doktor dazu leisten. Nein, ich machte mir keine Gedanken darüber.
Als sie den Tisch erreichte, lächelte ich sie schief an, „Guten Abend, Miss Swan."
Ich bot ihr einen Stuhl an, um sich zu setzen. Ich hatte keine Ahnung, wie ich reagieren sollte. Ich wusste nicht, ob sie Angst vor mir hatte oder ihr Mut von gestern Abend noch immer vorhanden war. Also hielt ich ihr meine Hand hin.
Langsam nahm sie sie und stellte fest, dass sie kühl war.
Das griff mein Selbstbewusstsein an. Wenn ihr schon meine Hand zu kühl war, was würde sie erst zu dem Rest meines Körpers sagen? Wie abstoßend würde sie ihn finden?
Leicht irritiert versuchte ich es ihr zu erklären, "Ja, äh ... ich befürchte ich bin nicht ganz so warm, wie die Männer, die Sie gewohnt sind."
Sie lachte leise, "Welche Männer?"
Welche Männer? Ich erinnerte mich daran, dass sie „kein großes Sexleben hatte". Verabredete sie sich nicht mal mit anderen Männern?
Sie fragte mich, was sie mir heute servieren könne, doch sie wusste genau, dass ich nichts von dem wollte, was auf der Speisekarte stand. Aber sie war aufgeregt. Und sie war süß, wenn sie aufgeregt war.
Der Gedanke, dass ich der Grund dafür war, machte mich sanft.
Dennoch musste ich fragen, "Was sind Sie eigentlich?"
"Das sagte ich bereits, ich bin Kellnerin."
"Nein.", stellte ich fest. Definitiv war sie nicht dafür bestimmt ihr Dasein als Kellnerin zu bezeichnen. "Sie sind etwas mehr als das. Sie sind viel mehr als ein Mensch."
Mir wurde erst bewusst, dass ich laut gedacht hatte, nachdem ich die Worte ausgesprochen hatte. Zu spät, um sie zurück zu nehmen, denn Bella hatte sie gehört.
"Was? Wie bitte?"
"Bella. Ein ungewöhnlicher Name, Bella." Wusste sie, dass sie etwas besonderes war? Vielleicht würde sie in mir erkennen, dass ich ihr nichts böses wollte. "Ist das vielleicht eine Abkürzung?" Bella – die Schöne. Wohl eher ein sehr treffendes Synonym.
"Nein, äh ja ... Bella steht für Isabella."
Oh. Mir gefiel Bella besser. Aber ich sah, wie ihr das Thema unangenehm war, also wechselte ich es. Dummerweise fiel mir nur ein Thema ein, was mir unangenehm war.
Nichts desto trotz musste ich sie fragen, "Darf ich Sie irgendwann einmal aufsuchen?"
Ich schaute sie hoffnungsvoll an. Jetzt oder nie.
"Was heißt aufsuchen?", fragte sie mich. Verstand sie meine Frage nicht? Nun, ich musste gestehen, dass ich keine Erfahrungen damit hatte, einer Frau den Hof zu machen. Sicherlich waren alte Verhaltensweisen und Redensarten inzwischen aus der Mode gekommen. Aber das war das einzige, worauf ich zurückgreifen konnte.
Also versuchte ich offensichtlicher zu werden. "Dürfte ich einmal zu Besuch in Ihr Heim kommen?"
In meiner Zeit wäre das sehr unhöflich gewesen. Es war typisch, dass die Frau vorher zeigte, dass sie die Intentionen des Mannes verstand und schätzte.
"Sicher, meine Großmutter würde Sie bestimmt gern kennen lernen!"
Ihre Großmutter!? Ich befürchtete, dass dies schwieriger werden würde, als ich mir vorgestellt hatte. Bella weigerte sich offensichtlich, zu glauben, dass ich Interesse an ihr haben könnte, dass ich sie ihretwegen gefragt hatte, und nicht wegen ihrer Großmutter. Auf der anderen Seite schmeichelte es mir, dass sie mich so schnell ihrer Familie vorstellen wollte. Aber bedeutete das heute überhaupt noch das Gleiche wie damals?
Bella riss mich aus meinen Gedanken, "Oh, da fällt mir ein, kann ich nach der Arbeit mit Ihnen reden? Sie könnten mir einen Gefallen tun."
Einen Gefallen? Sie könnte mich um die Welt bitten, und ich würde sie ihr zu Füßen legen. Aber sie kannte mich noch nicht wirklich. Ein weiteres Detail, was zu meiner Zeit als sehr unhöflich gegolten hätte. Wollte sie jetzt eine Revanche dafür, dass sie mich gerettet hatte? Konnte das Herz eines Vampirs gebrochen werden?
Resigniert lehnte ich mich zurück, darauf achtend, dass mein innerer Schmerz nicht auf meinem Gesichtsausdruck sichtbar war.
"Natürlich, immerhin stehe ich tief in Ihrer Schuld."
Ich wartete darauf zu erfahren, was sie von mir verlangen würde.
"Keinen Gefallen für mich, für meine Großmutter. Na ja, falls Sie dann noch auf sind."
Bella. Dachte keine Sekunde an sich. Wie konnte ich sie anzweifeln? Sie wollte meine Hilfe, um ihrer Großmutter einen Gefallen zu tun. Ich wusste zwar nicht, wie ich ihr helfen könnte, aber ich wusste, dass ich alles tun würde, was sie verlangen würde. Und mir war die Tragweite des Wortes Alles durchaus bewusst.
Bella wurde rot.
"Also, ich schätze das werden Sie dann noch sein, oder?"
Meine Bella. Hatte sie eigentlich eine Ahnung, was für eine Wirkung sie auf mich hatte? Ich grinste sie breit an.
"Also, wie wäre es, wenn wir uns hinter der Bar treffen? Ich bin hier vermutlich halb Zwei fertig.", schlug sie vor.
"Ich wäre erfreut."
Erneut wurde Bella rot, und ihr Grinsen auf dem Gesicht war meinem dummen Grinsen wahrscheinlich nicht mehr weit entfernt.
Ich musste Lächeln und lehnte mich wieder näher zu ihr – jetzt wo ich wusste, dass sie meine Gesellschaft suchte.
"Ist Ihnen bewusst, dass uns jede Person in diesem Etablissement hier unverhohlen anstarrt?"
Bella drehte sich um – konnte aber nicht die mörderische Wut und wachsame Sorge in den Gedanken der Menschen lesen.
Sie erklärte mir, dass alle nur so starren würden, weil ihr Cousin Ärger mit der Polizei hatte. Ja, offensichtlich wurde er des Mordes beschuldigt. Bella glaubte aber nicht, dass er es gewesen war.
Als ich mich noch näher zu Bella lehnte, kam auch sie mir näher, so dass wir nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt waren.
Ich erklärte ihr, dass die Leute uns anstarrten, weil ich ein Vampir war, und sie – ich hätte fast Mensch gesagt, das traf es aber meiner Meinung nach nicht wirklich – eine Sterbliche war.
"Wen kümmert es, was die Leute hier denken?", fragte sie mich lächelnd.
Meine Bella. Lies sich nicht von anderen Leuten beeinflussen. Alles andere wäre auch unter ihrem Niveau gewesen. Aber dummerweise waren wir gerade jetzt sehr abhängig davon, was die Leute hier dachten. Das konnte Bella nicht wissen, schließlich wusste sie nichts von unseren Plänen.
"Ich habe vor, diese Stadt zu meiner Heimat zu machen. Aus diesem Grund kümmert es mich schon."
Ihrem Gesichtsausdruck zu urteilen verletzten sie meine Worte. Aber was sollte ich ihr sagen? Ich konnte und wollte sie nicht anlügen. Ich hasste mich bereits dafür, ihre Gefühle verletzt zu haben, oder sie beleidigt zu haben. Ich würde später sicherstellen, dass sie meine Worte nicht falsch verstand.
"Wir sehen und um halb zwei." Ich musste das Lokal verlassen. Jede Sekunde länger und ich hätte sie sofort aus dem Lokal gelockt, um die restliche Nacht mit ihr zu verbringen.
Ich rannte zurück zur Villa. Zugeben, ich war aufgeregt. Bella wollte mich nach ihrer Arbeit noch treffen. Das Rennen erleichterte mich ein wenig.
Doch als ich ankam, sah und hörte ich Carlisle schon von Weitem. Panik ergriff mich. Carlisle sollte jetzt nicht hier sein. Meine Familie hatte noch einiges zu erledigen, ehe wir uns hier niederlassen könnten. Sie sollten mindestens noch eine Woche brauchen. Außerdem hatte Carlisle Dienst im Krankenhaus. In nur vier einhalb Stunden würde er dort erwartet werden. Allein drei Stunden würde er brauchen, um zurück zu rennen.
„Carlisle", rief ich.
Er drehte sich um und ich sah … Erleichterung?
„Carlisle?", fragte ich erneut.
Dem Himmel sei Dank geht es ihm gut.
„Was? Wieso sollte es mir nicht gut gehen?", fragte ich leicht nervös.
„Alice hat gesehen, wie dir dein Blut abgezapft wurde.", erklärte er kurz und zusammenfassend. „Ich bin so schnell ich konnte gekommen, auch wenn Alice uns schon versichert hatte, dass es dir gut geht.", begann er aufgeregt. „Edward, was ist passiert?"
Alice hatte eine Vision? Warum hatte sie Carlisle nichts von Bella erzählt?
„Carlisle,", begann ich, „mir geht es gut. Wirklich!"
Er schaute mich noch immer skeptisch und besorgt an. Also erzählte ich ihm die ganze Geschichte.
Carlisle hörte mir aufmerksam zu und staunte nicht schlecht, als ich zu dem Part mit Bella kam. Als ich ihm erzählte, wie berauschend Bellas Duft für mich war, und wie schwer es mir gefallen war, ihm zu widerstehen, sah ich Stolz in seinen Augen. Es machte auch mich stolz. Stolz darauf, dass mein Vater stolz auf mich war.
Nachdem ich meine Geschichte beendet hatte, erzählte er mir noch einige Neuigkeiten aus unserer Familie und versicherte mir, dass es nur noch wenige Tage dauern würde, bis sie alle nach Forks kommen würden. Ich freute mich darauf.
Viertel zwei machte sich Carlisle wieder auf den Weg. Er wusste, dass ich ihn nicht bitten würde, zu gehen. Aber er wusste auch, dass ich mich um halb zwei mit Bella treffen wollte. Und natürlich wollte er nicht im Wege sein. Ich nahm seine Rücksicht dankend an.
Mit einem Lächeln auf dem Gesicht und einem leichten Nicken verabschiedeten wir uns. Carlisle machte sich auf den Weg.
Erneut stellte ich fest, dass ich aufgeregt war. Es würde mich keine fünf Minuten kosten, um zu Bella zu gelangen. Ich wollte gut aussehen für sie. Ich wollte perfekt sein. Also entschied ich mich dazu, frische Klamotten anzuziehen.
Doch gerade als ich mich auf machte, um etwas passendes zu finden, hörte ich mein Handy vibrieren. Genervt von wem auch immer, dass ich unterbrochen wurde für Bella perfekt zu sein, griff ich es und schaute auf das Display. Alice.
Wenn Alice anrief, hatte das seinen Grund. Entweder war sie genauso aufgeregt, wie ich. Oder etwas schlimmes würde passieren. Aber ich kannte sie gut genug um zu wissen, dass es etwas mit meinem bevorstehenden Treffen mit Bella zu tun hatte.
Furcht kam in mir auf. Sicherlich würde ich nicht überschnappen und doch über sie herfallen, richtig?
Ich wusste besser, als Alice zu überhören. Also öffnete ich mein Handy und nahm das Gespräch an.
Alice wartete gar nicht erst, bis ich das Handy an mein Ohr hielt – nicht, dass das nötig gewesen wäre – sondern schrie förmlich sofort durch die Leitung.
„Edward, Bella ist auf dem Parkplatz vor dem Black's und wird von den zwei Menschen angegriffen, die versucht haben dir dein Blut abzuzapfen."
Ich erstarrte. Alice kannte mich besser, als auf eine Antwort zu warten. Ich lies das Handy fallen, meine Sinne schalteten auf Instinkt und ich rannte so schnell ich konnte auf Bella zu. Ich brauchte keine drei Minuten, aber dennoch erschien es mir wie eine Ewigkeit. Ich rannte so schnell ich konnte, ging an mein Limit, über meine Grenzen hinaus. Wieso hatte ich nicht damit gerechnet, dass die beiden versuchen würden, Bella zu Schaden? Warum hatte ich die beiden nicht letzte Nacht schon aufgesucht und sichergestellt, dass sie niemandem mehr Schaden konnten? Ich erinnerte mich an Esmes Worte, „Wir wollen uns in Forks dauerhaft niederlassen, Edward. Dafür müssen wir einen guten Eindruck hinterlassen. Meinst du, du kriegst das hin?" Diese Erinnerung hatte mich gestern Nacht davon abgehalten, etwas dummes zu tun. Aber würde sie mich auch diese Nacht davon abhalten?
