Nocheinmal danke für die Reviewes. Über Ideen und konstruktive Kritiken freue ich mich genauso :)

-----------------------------------------

„Sie haben Dumbledore umgebracht!" presste er zwischen zusammengepressten Zähnen hervor.

„Machen Sie sich nicht lächerlich, Potter!" Snape sah ihn verächtlich an. „Als täten sie das nicht schon oft genug!" Er ließ nicht eine Sekunde aus um eine sarkastische Bemerkung über Harry abzulassen. „... Meinen sie wirklich der mächtigste Zauberer der Welt ließe sich so einfach töten?"

„Sie haben ihn umgebracht! Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!" schrie Harry als wollte er seiner ganzen Wut Luftlassen. „Sie elender Feigling haben den Zauberstab gegen ihn erhoben!"

„Potter, leider kann ich ihnen nicht mehr Punkte abziehen um sie zum Schweigen zu bekommen, doch jetzt kann ich das hier tun. SILENCIO!"

Bevor Harry etwas tun konnte, hatte ihn Snape zum Schweigen gebracht. Noch gut konnte er sich erinnern, wie er mit Hermine und Ron versucht hatte Kröten und Raben zum schweigen zu bringen, doch dass Snape diesen Spruch auf ihn mal anwenden würde, daran hätte er nie gedacht.

Snape spielte mit dem Zauberstab und benahm sich so, als würde er nachdenken, was er noch so alles mit Harry anstellen könnte.

Sie elender Mistkerl! Harry riss den Mund auf, doch kein Ton drang aus ihm heraus. Wütend klappte er ihn wieder zu, sauer auf sich selbst, dass er Snape gerade eine Freude damit gemacht hatte, weil er sich nicht beherrschen konnte.

„Siehst du Potter, aus genau diesem Grund habe ich dich zum Schweigen gebracht. Bevor du noch mehr unsinnige Schlüsse und Verwünschungen ausstößt, die du am Schluss sicher bereuen würdest." Er lehnte sich gegen den Tisch und sah Harry aus seinen kalten Augen an. Der erste Gedanke der ihm in diesem Moment kam, Snape versuchte seine Gedanken zu lesen. Ihm war es egal ob Snape diesen Ausdruck für die hohe Magie der Okklumentik hasste, für ihn würde es immer das Lesen von Gedanken sein.

„Also Potter, wo soll ich anfangen?" Snapes Lippen kräuselten sich und Harry wurde es unangenehm in seiner Haut. Was hatte Snape nun wieder vor? Er musste versuchen an seinen Zauberstab zu kommen, überlegte Harry. Oder er musste fliehen, doch fliehen war im Moment unmöglich, Snape hätte viel Schneller einen Zauber auf ihn geschleudert, bevor er eine der Stufen hinauf zur Halle betreten hätte.

„Petrificus Totalus!" Harrys Körper verhärtete sich und er konnte kein Muskel bewegen, im nächsten Moment spürte er einen harten Schlag am Kopf. Snape seufzte. „Es ist wirklich unglaublich, ich brauche nicht einmal Okklumentik anwenden um zu wissen was in deinem Kopf vorgeht." Er beugte sich hinunter zu Harry. „Das kann doch nicht wahr sein, jetzt muss ich Potter auch noch bemuttern!" Harry hatte das Bewusstsein verloren, nachdem sein Kopf hart auf dem Boden aufgeschlagen wurde.

Harry hörte ein leises Knacken neben sich. In seinem Kopf hämmerte es und ein Schmerz durchzuckte seinen Körper. Doch statt noch immer unter dem Petrificus Zauber zu stehen, spürte er, dass er seine Arme und Beine wieder bewegen konnte. Wo war er?

Ihm war noch etwas schwummrig, doch er versuchte die Augen zu öffnen um herauszufinden wo er nun war. Hatte Snape ihn vielleicht direkt zu Voldemort gebracht?

Doch zu seinem erstaunen erkannte er das Zimmer, in dem er lag. Er lag in dem Zimmer, dass er immer mit Ron geteilt hatte. An der Wand hing noch immer der leer Rahmen, aus dem Phineas Nigellus immer mit ihm gesprochen hatte. Würde er auch jetzt wissen, dass er, Harry hier war?

Aber schon drängte sich der nächste Gedanke in den Vordergrund. Hatte Snape ihn hier hinauf gebracht? Und wenn ja, wieso hatte er das getan?

Harry setzte sich vorsichtig auf, noch immer schmerzte sein Kopf. Im Schein der Kerze, die allmählich zur Neige ging, erkannte Harry, dass niemand außer ihm im Raum war. Wo war Snape? Holte er vielleicht schon die anderen Todesser, die ihn quälen würden, bevor sie ihn zu Voldemort brachten? Harry wartete einige Minuten und horchte auf Geräusche. Doch nur das leise Heulen des Windes drang an sein Ohr. Noch weitere 10 Minuten vergingen, in denen Harry nichts tat, als dem Wind zu lauschen.

Schließlich stand er auf und trat zu der Tür. Er musste mit jemanden über diesen seltsamen Zusammenstoß mit Snape reden. Er stieß die Tür auf und der Windzug, den Harry dabei verursachte, blies die Kerze auf dem kleinen wackeligen Nachtschränkchen aus. Es war nun stockdunkel und Harry konnte sein Herz klopfen hören, als würde jemand im Raum über ihn mit einem Holzpfahl auf den Boden schlagen.

Er drehte seinen Kopf der Treppe zu, über die es hinunter in die Eingangshalle ging. Eine unangenehme Stille trieb Harry dazu den dunklen Gang so schnell wie möglich wieder zu entfliehen. Sein Zauberstab musste immer noch unten bei der Küche liegen, wenn Snape ihn nicht mitgenommen hatte.

Hedwig saß auf dem Geländer und ihre gelben Augen leuchteten Harry in der Dunkelheit an.

„Hedwig!" flüsterte Harry, beruhigt, dass er wenigstens nicht ganz alleine war. „Ist Snape noch hier?" fragte er, doch Hedwig sah ihn nur weiter neugierig und abwartend an. Vorsichtig schlich Harry zum Geländer hinüber und sah in die Dunkelheit. Der Gedanke, dass Snape jetzt von hintern kommen und ihn über das Geländer stoßen könnte, ließ ihn sich ruckartig umdrehen und lieber an der Wand hinunter in die Halle gehen. Seine Augen glitten über die dunklen Schatten, die von dem schwachen Licht des Mondes, das durch die Fenster über der Tür fiel, an die Wände der Halle geworfen wurden. Dunkel und gefährlich wirkte der Anblick.

Harry setzte einen Fuß auf den schmutzigen Parkettboden und sah hinüber zu dem Koffer und dem Käfig, der noch immer in der Mitte des Raumes stand. Überrascht entdeckte Harry einen kleinen länglichen Gegendstand, der auf dem Deckel seines Koffers lag.

Harry ging mit schnellen Schritten durch die Halle und wirbelte dabei wieder etwas Staub auf. „Lumos!" Rief er, nachdem er den länglichen Gegendstand in die Hand nahm. Hatte Snape seinen Koffer in das Innere gezogen und den Zauberstab darauf gelegt?

Unfassbar schüttelte Harry den Kopf. Was hatte Snape nur vor? Doch im nächsten Moment wurde die Haustür aufgerissen, das Licht, dass ihm entgegen schien blendete ihn.

„Harry! Da bist du ja!"

Harry kannte die Stimme, es war die von Remus Lupin, seinem Lehrer im dritten Schuljahr und der ehemalige Freund seines Vaters.

„Mein Gott Harry!" Er trat zu ihm und hielt den Zauberstab niedriger. „Man hat dich überall gesucht!" Er musterte seinen ehemaligen Schüler und sein Blick verriet, dass er sich ehrliche Sorgen um ihn gemacht hatte. „Molly meinte, du könntest hier sein, wenn du nicht in Hogwarts bist!"

„Aber… Hogwarts ist doch geschlossen, oder?" Harry blinzelte noch immer im hellen Schein des Lichtes.

Nun lächelte Remus. „Nein, Harry, Hogwarts wurde noch nicht geschlossen. Professor McGonagall ist nun Direktor und wir haben alle gemeinsam beschlossen, solange wir die Möglichkeit haben jungen Zauberern und Hexen etwas beizubringen, dann werden wir das tun."

Harry sah zu Boden. „Professor Lupin, wissen sie, Snape war vorhin hier!"

Lupin sah ihn etwas verwirrt an, dann lächelte er. „Du brauchst erst einmal etwas Schlaf. Diese Umgebung tut dir nicht gut!" Harry wusste nicht genau wie ihm geschah, als ihn Lupin mit sanfter Gewalt zur Tür hinausschob und dann seinen Koffer auch aus dem Gebäude brachte.

„Professor! Snape hatte mich Außergefecht gesetzt und oben in eines der Zimmer gebracht!"

Lupin lächelte ihn immer noch verständnisvoll an, genauso, wie ein Therapeut seinen Patienten, bei jedem Unsinn der er erzählte, anlächelte.

„Außerdem hatte er etwas davon gesagt, dass Dumbledore sich nicht so einfach hätte umbringen lassen!"

Lupin legte Harry nun eine Hand auf die Schulter. „Der Verlust von Professor Dumbledore geht uns allen sehr Nahe. Hermine und Ron sind bereits in Hogwarts und warten auf dich! Es gibt einiges was wir alle bereden müssen!" Lenkte er nun vom Thema ab und Harry wurde wütend auf ihn.