Zweiter Streich

Als der gute Argus Filch

Sitzt bei einer Tasse Milch,

Verfeinert mit nem kleinen Schluck

Aus der Flasche mit dem Druck:

"Feuerwhiskey - 30 Jahre",

Sieht er auf die kleine Bahre.

Mrs Norris mattes Fell,

In jungen Jahren glänzend hell,

Ist von Blutsspritzern durchsetzt,

Ihr ganzer Schwanz vom Hund zerfetzt.

Traurig nun der Meister steht,

Vor dem Tiere und er fleht

um Rache an dem Lumpenpack,

Doch bleibt ein fader Nachgeschmack.

Auf dem Weg zur letzten Ruh

sehn, dem Mann, die Bengel zu,

Wie er das Tier hinunterträgt,

Das er von klein an hat gepflegt.

Langsam lässt er es hinab

In das dunkle, kalte Grab.

Fred und George W. sind gespannt,

Ob ihn die Trauer übermannt.

Sie wollen ihm den Rest noch geben,

Nein, nicht trachten nach dem Leben,

Aber sich am Kummer laben

Und das tote Tier ausgraben.

Kaum ist Argus wieder weg,

Springen sie aus dem Versteck,

Graben flink die Katze aus

Und laufen schnell zurück ins Haus.

Im Gemäuer angekommen,

Wird die große Trepp erklommen,

Schleichen leise um die Ecken,

Niemand darf sie jetzt entdecken.

Schlüpfen in die Besenkammer,

Nehmen einen schweren Hammer

Ein paar Nägel noch dazu -

Wozu diese? Was glaubst du?

Als die Nacht hereingebrochen

Kommen sie herausgekrochen,

mit der Katze gut versteckt -

Was haben sie wohl ausgeheckt?

Nageln - eins, zwei, drei - das Tier

An Argus Filches Zimmertür.

Aufgeweckt vom Lärm der Beiden

Muß Argus einen Schock erleiden

Fest verbunden mit dem Holz,

Hängt an der Tür sein ganzer Stolz.

Ein Schrei verlässt die rauhe Kehle,

Oh, das schmerzt in seiner Seele.

Muß nun eine Zange holen

Um die Nägel aus den Bohlen

Und der Katze zu entfernen.

Dann im Scheine der Laternen

Bringt er Mrs Norris fort

An einen geheimen Ort,

Von wo, so hofft er, keine Seele

wieder seine Katze stehle.

Dieses war der zweite Streich,

Doch der dritte folgt sogleich.