Dritter Streich

Jeder auf der Schule kannte

Einen, der sich Snape benannte.

Mondsteinpulver, Hühnerbeine,

Diese Dinge waren seine.

Wellhornschnecken, Bezoar

Hat der Professor immer da.

Aus all diesen Zaubersachen

Konnte Meister Snape was machen.

Doch aus rein menschlicher Sicht

Mochte man den Lehrer nicht.

Immer war er barsch und strenge,

Trieb die Schüler in die Enge

Wenn sie einmal was nicht wussten

Oder einen Trank verpfuschten.

Kurz gesagt, nett war er nicht,

Ein ganz gemeiner Bösewicht.

Fred und George W. diese Bengel

-Wie wir wissen, keine Engel-

Wollen nun im Namen Aller,

Und das wird ein riesen Knaller,

Snape einmal gehörig zeigen,

Was es heißt richtig zu leiden.

Ihm den Tag zur Hölle machen,

Oh, was werden wir noch lachen.

"Der Mann wird seine Meister finden,

Wenn wir ihn ewig an uns binden!"

Sprachen sie aus einem Munde.

Na, das klingt nach froher Kunde!

Erst schleichen sie auf leisen Sohlen

Um die Zutaten zu holen,

Für einen ganz besondren Trank

Nach dem Rezept aus Meisters Hand.

Schon vorher konnten die Notizen

Fred und George W. ihm stibitzen.

Schnappen Pflanzen, Pulver, Tropfen

Um sie in die Tasch zu stopfen.

Auf ihrem Zimmer angekommen,

Wird alles schnell zur hand genommen.

Wenig später kocht im Kessel,

Der Trank genannt "Des Meisters Fessel".

Mit dem fertigen Gebräu

Geht es, völlig ohne Scheu,

In die große Halle gleich,

Zur Ausführung vom dritten Streich.

Nach der Arbeit, wie gewohnt,

Der Meister sich mit Wein belohnt.

Ahnungslos am Lehrertisch,

Sitzt er, nicht mehr ganz so frisch.

Geschafft von diesem langen Tag,

Zu merken er nicht mehr vermag,

Wie der Trank gleitet hinein,

In den großen Becher Wein.

Schon nach dem ersten Schluck ist klar,

Dass in dem Wein was andres war.

Und die Burschen grinsen mächtig,

Snape ist plötzlich so bedächtig.

Flüstern schnell dem "Sklaven" zu,

Aus der Hall zu gehn, im Nu,

Denn die Lehrer sind, wohl wahr,

Fürs Projekt eine Gefahr.

Dieses war der dritte Streich,

Doch der Vierte folgt sogleich.