Summary: ‚Charmed' ist nur eine Serie – oder? Als Julie eines Tages mitten in der magischen Welt aufwacht beginnt das Abenteuer ihres Lebens…

Disclaimer: Und falls hier jemand unter Wahnvorstellungen leidet: Schön wär's, aber nein, ‚Charmed' gehört nicht mir.

Note 1: Andrea: Schön, dass du hierher gefunden hast, auch wenn du eigentlich kein so großer Charmed-Fan bist. Das freut mich :) Ich hoffe, ich kann dich auch weiterhin bei der Stange halten ;)

Amidala: Immer toll, bekannte Gesichter wieder zu sehen! – Allerdings muss ich mal sagen, dass ich die Idee mit der ‚realen' Person, die plötzlich in ‚Charmed' ist eigentlich geklaut habe. Zumindest ist sie mir hier schon ein/zwei Mal untergekommen. Doch wie du gesagt hast – und ich finde es gut, dass es so rüberkommt: Es wirkt nicht an den Haaren herbeigezogen. – Denn bei mir gibt es dafür immerhin auch eine Erklärung. Die habe ich in manch anderer Geschichte vermisst. Insofern ist es wirklich mal was anderes ;)

Nessie: Dein Wunsch ist mir Befehl! ;)

Und deshalb geht's jetzt weiter!

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Zwischen den Welten

Kapitel 2

Leo nahm Wyatt an die Hand und sie beamten sich weg.

Chris legte die Karte weg und schnappte sich seinen Zauberspruch. Dann sah er die anderen prüfend an. „Bereit?"

„So bereit wie wir wohl nur sein können." Julie war immer noch der Ansicht, dass er die Schwestern vollständig hätte einweihen sollen; dass es zu spät war es erst in der Zukunft zu tun, wo es doch besser wäre, wenn sie in einer gefährlichen Situation nicht von dem Schock gelähmt sind, dass ihr kleiner Junge ein abgrundtief böser Mistkerl ist. Andererseits war ihr aber auch klar, dass sie nicht alles wusste. Sie hatte nur einen Bruchteil der Zukunft im Fernsehen gesehen. Auch wenn das recht erschreckend gewesen war – vielleicht wusste Chris trotzdem, was er tat.

Gut, dann… lasst uns die Welt retten. – Naja… eine Welt. – Leo", rief er. „Jetzt!"

Es geschah sofort und völlig unspektakulär. Von einem auf den anderen Moment waren sie fort – bzw. da. Doch wo war ‚da'? Sie befanden sich nicht mehr im Haus und ganz sicher nicht mehr im San Francisco ihrer eigenen Zeit, so viel war den Mächtigen Drei sofort klar. Denn dieses San Francisco war... zerstört. Oder zumindest so gut wie. Sie standen auf auf dem Aussichtspunkt und konnten nicht fassen, was aus ihrer schönen Stadt, ihrer Heimat geworden war. Auch Julie war sehr sehr überrascht. Sie hatte es zwar schon geahnt – aber dieses Ausmaß an Verwüstung war auch für sie unerwartet gekommen. Bevor sie jedoch den Anblick richtig´verinnerlichen konnte, zog Chris sie alle in einen Kreis. „Okay, ich weiß, das ist jetzt alles sehr viel für euch! Aber ihr müsst euch konzentrieren und diesen Zauber mit mir sprechen! Also los!"

„Nein Chris! Was zur Hölle ist hier los? Was ist passiert? Das kann doch nicht alles sein, nur weil ein Damon sich angeblich an meinem Sohn vergriffen hat?" Piper hatte anscheinend echte Probleme mit der Situation.

Aber dafür hatten sie jetzt keine Zeit. „Ich habe gesagt, ich erklärs euch! Doch zuerst müssen wir uns schützen! Sonst tauchen hier bald Dutzende Dämonen auf! – Wie die da!" Mit den letzten Worten bewegte er energisch seine Hand und schleuderte 2 Dämonen von der Plattform. Als sie sich zurückschimmerten und noch 3 weitere auftauchten ging es rund. Piper sprengte 2 von den 5, Paige tötete einen mit seinem eigenen Energieball und die Nase des letzten hatte eine nette Begegnung mit Phoebes Knie. Als er zu Boden ging entriss sie ihm seine Athama und kurz darauf war er nur noch ein Häufchen Asche.

Julie hatte es immerhin geschafft nicht getötet zu werden. Für ihre erste Begegnung mit Dämonen gar nicht mal schlecht.

„Können wir jetzt?", fuhr Chris die Hexen an und hielt ihnen den Spruch hin. Bereitwillig sagten sie jetzt mit ihm:

Die alten Mächte rufen wir,

offen und ungeschützt sind wir,

verborgen wollen wir sein

vor seinen Augen,

gestaltet einen Schein!"

„Und jetzt sieht uns keiner mehr?", fragte Paige.

„Doch, aber nur mit normalen Augen. Der Zauber hält uns die Magiesucher vom Hals, die sicher unsere Ankunft hier gespürt haben... Sonst wären auch nicht gleich 5 Dämonen aufgetaucht. Da aber sicher bald noch mehr kommen, sollten wir von hier verschwinden!"

Phoebe nickte. „Hätte ich nichts dagegen!"

„Na dann folgt mir! Piper-"

„Ja, ja! Ich sprenge die Sonden, schon klar!"

„Gut. Ansonsten... seid wachsam und bleibt beisammen!"

Sie verließen die Plattform und Chris führte sie tiefer in die Stadt hinein. Dort sah es sehr unterschiedlich aus. Völlig verwüstete Straßenzüge und rauchende Ruinen wechselten sich ab mit gepflegten Parks und Einfamilienhäusern.

An einigen Stellen lugten ängstliche Augen neugierig aus Fenstern hervor. Andere Leute bewegten sich völlig normal und selbstbewusst auf der Straße. Und einige Leute... waren keine. Da gingen Dämonen am hellichten Tag umher und keinen kümmerte es! Es war wie verkehrte Welt.

Doch es war nicht nur das. Obwohl die Menschen ihren täglichen Geschäften nachgingen und man auch mal ein lachendes Gesicht sah, war eine allgemeine Spannung zu spüren. Wie ein Schleier lag sie in der Luft, äußerte sich bei einigen durch Bedrücktheit, bei anderen durch Unruhe. Insgesamt ein sehr unausgeglichenes Verhältnis.

Vor einem der heruntergekommenen Häuser blieb Chris stehen. Misstrauisch blickte er sich um. Doch niemand anderer hielt sich in dieser Straße auf und es flogen auch keine Sonden umher. Er drehte sich zur Tür und sagte die Losungsworte:

Im ewigen Morast gefangen,

sind wir alle mitgehangen,

zu euch wünsch ich mich,

ins ewige Licht."

Es hörte sich an, als würde die Tür entriegelt und in Augenhöhe erschien ein silbern schimmernder Handabdruck. Er hob seine Rechte und legte sie hinein. Da öffnete sich die Tür. Innen herrschte totale Finsternis. „Folgt mir", sagte er zu den anderen – und trat ein.

ooo

Im Empfangsraum spielten die Wachen gerade Karten. Vicky, Sean und Flo waren schon seit Stunden hier und wenn sie auch wachsam auf das Portal aufpassen sollten, so ging das doch nicht ohne irgendeinen Zeitvertreib. Nicht, wenn die Wache 12 Stunden ging.

„Na komm schon, Sean", meckerte Vicky amüsiert.. Immer brauchte er ewig zum ablegen!

Unter seinen dunklen Augenbrauen schoß ein böser Blick in ihre Richtung bevor er gezielt langsam eine Karte ablegte.

Vicky lächelte. „Geht doch!" Dann legte sie, zog eine vom Stapel, warf auch die ab – und war fertig. „Strike!"

„Glückwunsch", grummelte Sean, während Flo einfach frustriert seine Karten auf den Tisch knallte. Er gewann einfach nie!

„Noch eine Runde?"

Flo und Sean nickten und Vicky begann zu mischen. Gerade als sie mit Ausgeben beginnen wollte, ging jedoch der Alarm los. Ihre Köpfe schnellten hoch zum Portal. Langsam breitete sich an seinen Rändern ein goldgelbes Glühen aus. Sie sprangen auf und nahmen Kampfstellung ein. Die Portale, die überall in der Stadt verteilt waren und zum Hauptquartier führten, waren zwar gesichert, aber sie wussten trotzdem nie, wer hindurchkommen würde. Es war immer nur eine Frage der Zeit, bis die Standpunkte verraten wurden oder ein Dämon zufällig darauf stieß und durch die Sicherung nicht draufging.

Also warteten die drei ausgebildeten Kämpfer jetzt auf den oder die Ankömmlinge.

Das Glühen hatte sich jetzt über die ganze Fläche ausgebreitet und ein junger Mann trat gefolgt von 4 anderen hindurch. Als er die kampfbereiten Wächter erblickte lächelte er. „Home sweet home."

Die Anspannung bei Flo, Sean und Vicky ließ nach, ihre Gesichter leuchteten auf. „Chris!" Sie stürmten vor und umarmetn ihre Freund.

Julie trat einen Schritt zur Seite und lächelte; die Mächtigen Drei starrten nur.

Chris... hatte Freunde. Eine Tatsache, die man erstmal verkraften musste. Gut, sie hatten von seiner Verlobten gewusst. Sie hatten auch gewusst, dass er hier ein Leben hatte. Aber sie hatten ihn noch nie so frei und freudig mit anderen umgehen sehen.

Als die Umarmungsorgie schließlich vorbei war, gingen sie auseinander und Chris räusperte sich. „Also... das sind Victoria, Sean und Flo – und dies sind" - „Oh, wir wissen natürlich, wer ihr seid", unterbrach Vicky ihn. Sie schüttelte nacheinander die Hände der überraschten Hexen. „Ihr seid die Mächtigen Drei! Das ist ja so eine Ehre. Hi – ihr könnt mich übrigens Vicky nennen. – Und wer bist du?"

Die vierte im Bunde hielt Vicky ihre Hand entgegen. „Ich bin Julie."

„Hallo! Nett dich kennenzulernen! – So, Chris! Ich bringe euch dann mal rüber, ja?"

„Ach, wieder einen Weg gefunden, um deinen Dienst herumzukommen", neckte Chris sie und sie streckte ihm als Antwort die Zunge heraus. Dann wandte sie sich an Flo und Sean. „Ist doch okay, oder?"

„Geh schon", sagte Flo.

„Da siehst du's, Chris. – Also: Hier entlang." Sie ging voraus und die Gruppe verließ den Empfangsraum.

o

Connor stand über die magische Karte gebeugt und wünschte sich der Anführer wäre da – oder wenigstens sein Stellvertreter. Aber nein, er hatte das Kommando. Und das ausgerechnet jetzt! Jetzt, wo gerade überall in der Stadt Hexen auf der Flucht waren, die einen Tag zuvor noch gar nicht da gewesen waren! Wo zum... Wo verflixt nochmal waren die auf einmal hergekommen? Aus einer nichtmagischen Welt? Ihrer aller Leben nur eine Fernsehrserie? – Das war doch lächerlich! Einfach lächerlich! Und doch erzählten sie alle dieselbe Geschichte! Dazu noch das beunruhigende Detail, dass Chris in der Zukunft gewesen und von Wyatt angegriffen worden war! Trotzdem schien er es wieder zurückgeschafft zu haben.

„Connor?"

„Hm?" Er sah auf. Vicky hatte den Kopf zur Tür hereingesteckt; sie grinste. "Was ist?", fragte er sie.

„Rate mal, wer gerade heimgefunden hat!"

Er hob nur eine Augenbraue. Sie wusste ganz genau dass er Ratespiele nicht ausstehen konnte. Sie stieß die Tür auf und Connor konnte nun ihren Begleiter sehen. Belustigt hatte der eine Hand gehoben und winkte ihm zu. Connor richtete sich auf und eilte auf den jungen Mann zu. Er schloß ihn in die Arme. Dann sah er ihn an. „Gott, bin ich froh, dass du wieder da bist!"

„Ich auch, Connor! Ich auch! – Sag mal: Wo ist mein Onkel?"

„Jagt seiner Tochter hinterher... und die wiederrum sucht" - „Oh, ich kann's mir schon denken", sagte Chris nervös mit einem Seitenblick. Connor folgte seinen Augen und atmete überrascht tief ein. „Oh!"

„Ja", sagte Chris.

„Du hast ihnen doch..." Er legte den Kopf schief.

„Nein. Ich habe es ihnen nicht gesagt. – Und es gibt auch einen Grund, warum ich hier bin."

Connor riet: „Das hat nicht zufällig mit rund 300 Hexen zu tun, die von jetzt auf hier diese Stadt heimgesucht haben?"

„Gut, du weißt also davon! Wie viele sind hier?"

„Hier etwa 20. In den anderen Verstecken nocheinmal 10."

„Das heisst da draußen laufen immer noch 280 von denen rum? – Das ist ein Alptraum!"

„Genaugenommen... – Ich muss dir berichten, dass er schon 20 weitere gefangennehmen ließ. Und das sind nur die, von denen wir wissen."

Chris seufzte und lehnte sich gegen die Wand. „Na toll."

Die Mächtigen Drei, eine junge Frau und Vicky kamen herüber. „Na wie läuft es, Jungs?"

Connor sah die Frohnatur an. „Das weiß ich noch nicht genau, Vicky. Chris muss mir noch sagen, worum es eigentlich geht."

„Genauso wie uns", schaltete sich Piper ein. Paige und Phoebe nickten enthusiastisch. Julie sah den Wächter des Lichts mitleidig an. Jetzt kam er nicht mehr drum herum.

Chris stand einen Moment ratlos da, dann nickte er. „In Ordnung. Setzt euch! – Vicky... geh erstmal wieder zu Flo und Sean, ja?"

„Wie du willst", sagte sie, deutete ironisch eine Verbeugung an und ging davon. Die anderen ließen sich in dem Besprechungsraum nieder. Es war ein Tisch an dem 6 Stühle standen; die Mächtigen Drei nahmen auf der einen Seite Platz, Connor, Chris und Julie auf der anderen.

Chris schaute kurz nach unten auf die Tischplatte bevor er den Mut fand zu beginnen. „Paige, Phoebe... und Piper... Was ich euch jetzt sagen werde... werdet ihr mir nicht glauben. Aber ihr habt mich gefragt. Und wenn ihr in dieser Zeit überleben wollte, müsst ihr es wissen."

„Jetzt rück schon raus damit, Chris." Phoebe nickte ihm ermutigend zu.

„Ihr habt die Stadt gesehen... was damit passiert ist. Und ihr habt einen Teil dieses Verstecks gesehen. Wir befinden uns hier im Hauptquartier des Widerstandes gegen... – Wyatt."

Paige lehnte sich mit blitzenden Augen vor. „Wie bitte? Sag das nocheinmal. Ich könnte sonst glauben ich hätte gerade den Namen Wyatt gehört!"

„Das hast du", wiederholte Chris und wappnete sich innerlich gegen das, was jetzt kommen musste.

Piper schüttelte ungläubig den Kopf. „Nein! Mein Sohn... Das ist..." Sie stand auf und tigerte durch den Raum. „Ich hätte es mir denken können, hätte damit rechnen sollen, dass du uns irgendsoeinen Blödsinn auftischst! Nichts davon ist wahr! Wyatt ist gut! Er ist mein Sohn, verdammt nochmal! – Und du... du bist bloß... bloß... Argh!" Frustriert warf sie die Hände in die Luft. Sie war so geschockt und verärgert, dass ihr nicht mal eine passende Beleidigung für ihn einfiel!

Connor nutzte die Gelegenheit. „Passen Sie auf, was Sie jetzt sagen, Mrs. Halliwell."

„Wieso?", fuhr sie Connor an. „Soll das eine Drohung werden?"

„Nein. Aber es würde Ihnen trotzdem irgendwann Leid tun, glauben Sie mir." Es war unglaublich, was diese Frau sich gegenüber Christopher herausnahm und was er zu dulden bereit war. Gut, er war selbst daran Schuld, denn er hatte seine Verwandten im Dunklen gelassen darüber, wer wer war und weshalb er in die Vergangenheit gekommen war.Doch irgendwie... naja, Connor hätte von den Mächtigen Drei mehr erwartet... hätte gedacht, dass sie Chris irgendwann durchschauen würden. Aber sie waren blind.

„Ähm... Phoebe... was hast du?" Paige hatte ihre Schwester angesehen und ihr war plötzlich Phoebes trauriger Gesichtsausdruck aufgefallen. Piper kam näher und sah es jetzt auch. „Phoebe?"

Die mittlere Schwester wischte sich eine Träne aus den Augenwinkeln. „Es ist nur... wisst ihr noch, dass ich von Chris immer nichts empfangen habe... nur dieses eine Mal – als er sterbend auf unserer Couch lag."

Piper stützte sich am Tischrand ab. „Hat sich daran jetzt etwas geändert?"

„Nein. Von ihm... von dir", sprach sie Chris jetzt direkt an. „kommt gar nichts. Aber von den beiden." Sie zeigte auf Julie und Connor. „Und ihr glaubt Chris. Jedes einzelne Wort. Ihr glaubt, dass Wyatt... böse ist und dass er tatsächlich die Welt tyrannisiert. Nicht wahr?"

ooo

Das war ein echt bescheidener Tag.

Die Nacht davor war auch nicht besser gewesen! Erst hatte es ihn von hier auf jetzt in dieses seltsame San Fracisco verschlagen, dann hatten es ein paar Dämonen lustig gefunden, ihn als Punching-Ball zu benutzen und jetzt saß er in dieser mittelalterlichen Zelle.

Nicht, dass er nicht schonmal in einer Zelle gesessen hatte – in seiner eigenen Welt war Mike nicht unbedingt ein Engel gewesen. Doch das hier... war er plötzlich in ‚Dungeons & Dragons' gelandet? Was für eine Freakshow sollte das sein? – Okay, dumme Frage, er wusste, was für eine. Das hier war ‚Charmed'! Aber das konnte ja wohl nicht sein! Das war unmöglich! Oder? Oder?

„Du bist nicht verrückt", sagte eine leise Stimme.

Mike sah auf. „Ach nein?"

„Nein", sagte sein Fänger. Wieder hatte er sich unbemerkt an Mike herangeschlichen. Das war jetzt schon sein dritter Besuch. Was fand Wyatt nur an ihm?

„Ich verstehe dasalles nicht."

„Ich verstehe auch so manches nicht", antwortete Wyatt und zum ersten Mal fiel Mike sein forschender Blick auf. Als wollte er seinem Gefangenen in die Seele schauen. Irgendwie beunruhigend. Mike wandte den Blick ab. „Und was ist das wohl?" Sein Tonfall war ironisch. Wyatt mochte ihm durch seine bloße Anwesenheit einen Schauer über den Rücken jagen – aber das musste man ihm ja nicht zeigen.

Der zweifach Gesegnete warf ihm nur einen weiteren undefinierbaren Blick zu und verschwand in dunklen Lichtflecken.

Mike lehnte seine Stirn gegen die Gitterstäbe.

„Gruselig, ha?", fragte die Frau in der Zelle nebenan.

„Oh ja", antwortete er.

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Ich kann nicht... kann... kann das nicht glauben... Gott! Piper saß in einer Ecke, die Knie angezogen, den Kopf in die Hände gestützt. Ihr Sohn, ihr Fleisch und Blut, das Kind, dass sie liebte – würde böse werden, Menschen in Angst und Schrecken versetzen... ihr kleiner Junge.

Phoebe ließ sich neben ihr nieder. Sie wusste nicht so recht, was sie sagen sollte. „Piper, es tut mir leid... – Aber ihre Gefühle... selbst Julie..."

„Ich weiß ja", hauchte Piper. „Es ist nur... Oh, Phoebe!"

Die mittlere Charmed One nahm ihre große Schwester in die Arme. „Ja... aber weißt du... es muss ja nicht geschehen. Chris ist genau deshalb zurückgekommen: um es zu verhindern. ... Vielleicht haben wir ihm Unrecht getan."

Piper schniefte kurz, sah dann aber Phoebe mit kalten Augen an. „Nein. Er hätte es uns sagen müssen. Von Anfang an."

ooo

„Wie ist der Plan?", fragte Connor.

„Wir suchen zuerst die, die noch in der Stadt unterwegs sind. – Wenn wir die eingesammelt haben, dann befreien wir die anderen."

„Ich habe befürchtet, dass du das sagen würdest..."

„Nun ja, wir können sie schlecht bei ihm lassen. – Wie sieht es zur Zeit mit unseren Ressourcen aus."

Connor aktivierte wieder die Karte und fuhr mit dem Finger über die relevanten Punkte. „Das Haus im Norden ist aufgeflogen. Zwei wurden gefangengenommen, der Rest wurde getötet. Er ließ verlautbaren, dass es eine Warnung für die restlichen „Verbrecher" sei. – Unsere Linie in der Innenstadt ist noch intakt aber wir haben John an einen Warlock verloren. Sie sind also bereit jederzeit von dort zu verschwinden."

Wieder 15 Menschen tot... durch die Hand seines Bruders... „Haben wir versucht die 2 aus dem Nordhaus zu retten?"

„Nein." Connor zögerte. „– Es waren Jesse und Alex."

„Shit! – Was hatten die denn da zu suchen?"

„Sicherheitstechnische Verbesserungen... weißt du noch? Hatten wir schon letztes Jahr geplant. Sieht so aus, dass wir es zu spät gemacht haben..."

„Hm..." Jesse und Alex hatten immer gesagt, dass sollten sie jemals gefangengenommen werden und ihr Leben in Gefahr sein... dass sie dann nicht wollten, dass andere das ihre für sie riskierten. Chris hatte diesen Wunsch akzeptiert. Aber er wusste nicht, ob er es hätte durchziehen können. Wahrscheinlich hätte er es trotzdem versucht... und jetzt war es schon zu spät dafür. Niemand, der von Wyatts Leuten gefangengenommen wurde, lebte lange. Er räusperte sich. „Sonst noch etwas?"

„Ja. Womit es langsam eng wird ist die Versorgung. Und wenn ich mir vorstelle, dass wir bald noch 300 Mäuler mehr zu stopfen haben... davon abgesehen, dass es wirklich eng werden wird. Wie sollen wir sie ernähren?"

Chris überlegte. „Entweder wir überfallen mal wieder ein Vorratslager... oder wir schicken sie grüppchenweise in die Vergangenheit zurück. Damit würde das Problem für uns wegfallen."

„Wäre das denn sicher für sie?"

Er zuckte mit den Schultern. „Sicherer als hier auf jeden Fall. Natürlich würde es immer noch eine Menge Organisation erfordern – selbst dort. Aber irgendjemand", Chris deutete vielsagend Richtung Decke. „war ja wohl davon überzeugt, dass wir es schaffen können."

Connor setzte sich. „Machen wir es dann also so?"

„..."

„Du musst die Entscheidung treffen, Chris! Dein Onkel ist nicht da. Wenn du die Sache nicht in die Hand nimmst, dann..."

„Ja, ja..." Er fuhr sich mit der Hand über das Gesicht und atmete tief durch. „Wir machen es so. Nur... jemand wird dann mit ihnen in die Vergangenheit gehen müssen."

„Und wer?" Ein bedeutungsschangerer Blick in seine Richtung verriet es Connor. „Oh nein! Nein, das geht nicht! Das stand nicht in meiner Stellenbeschreibung!"

„Tut mir leid, Connor. Du wolltest ja, dass ich Entscheidungen treffe." Chris grinste kurz. „Wie auch immer. Du wirst sicher nicht der Einzige von uns sein, der sie begleitet. Aber mein Job sind nun mal die Schwestern und die werden sich die Chance nicht entgehen lassen Wy zu sehen. – Wir brauchen sie sowieso, wenn wir ihn angreifen und überleben wollen. Also passt doch alles gut zusammen."

„Nun ja..."

„Was denn?"

Connor sah ihn an. „Ich finde einfach wir sind bis jetzt auch ganz gut ohne sie ausgekommen. Und außerdem... tut mir leid, aber ich mag sie nicht." So, jetzt hatte er es gesagt.

Chris erwiderte den Blick seines Freundes. „Was soll ich dazu sagen? Ja, sie haben sich nicht gerade von ihrer besten Seite gezeigt. Es war eben ein ziemlicher Schock für sie."

Connor schlug mit einer Hand auf den Tisch und das Hologramm der Stadt erzitterte. „Verdammt, Chris! Es geht mir gerade nicht um die Mächtigen Drei oder Wyatt. Es geht mir um dich! – Sie vertrauen dir nicht! Ich habe die Blicke gesehen, mit denen sie dich bedacht haben, habe gehört, was Piper gesagt hat... Das hast du dir monatelang angetan? Was ist los mit dir? Ist diese Zeit nicht schon schlimm genug? Musstest du dir auch noch dein Leben in der Vergangenheit versauen?"

Chris passte sich Connors Tonfall an und wurde ebenfalls laut: „Willst du mir dafür die Schuld geben?"

Sofort hob Connor in einer besänftigenden Geste die Hände. „Nein. Tut mir leid, so hatte ich das nicht gemeint. – Aber... du weißt doch: Ich habe von Anfang an gesagt, dass die Wahrheit am besten ist bei dieser Mission."

„Das klingt ja doch, als wäre es meine Schuld", meinte Chris, diesmal eher belustigt.

„Naja, vielleicht ein kleines Bisschen", antwortete Connor lächelnd.

„Hast ja Recht", seufzte Chris. „Aber... ich hatte es mit... mit Bianca so ausgemacht. Und als ich dann da war konnte ich nicht mit allem rausplatzen und sagen: Hier bin ich! – Jetzt werdet mir mir fertig. Also habe ich es so gemacht, wie ich es in den letzten Jahren gelernt habe: Mit Gerissenheit."

Connor nickte: „Und damit hast du bei ihnen verspielt."

„Genau."

„Tut mir leid..."

Chris lächelt traurig. "Danke."

ooo

Note 2: So... dann sind wir also in der Zukunft angekommen und haben ein paar neue Chraktere kennengelernt. Und ich habe in meinem stillen Autorenkämmerlein ein wenig am Plot gefeilt. Ist immer noch ungewohnt an dieser Geschichte zu arbeiten... aber macht auch tierisch Spaß!

Schreibt mir!

Bis zum nächsten Kapitel!

June22