Summary: ‚Charmed' ist nur eine Serie – oder? Als Julie eines Tages mitten in der magischen Welt aufwacht beginnt das Abenteuer ihres Lebens…
Disclaimer: Und falls hier jemand unter Wahnvorstellungen leidet: Schön wär's, aber nein, ‚Charmed' gehört nicht mir.
Note: Halli Hallo ihr Lieben! Samstagabend und es gibt ein neues Kapitel für euch!
Anna, dir hab ich ja schon geschrieben aber trotzdem noch mal danke für das Feedback! Wie immer eben:)
Amidala: Ja, die haben manchmal schon eine lange Leitung. Aber in der Beziehung muss ich sie – und damit mich, die Autorin – mal in Schutz nehmen. ;) Ja, Chris hat von seinem Onkel gesprochen. Aber in Gegenwart der Charmed Ones fiel nie die Worte „Onkel" und „Anführer" in einem Satz. Sie wussten dass der Anführer in einer Familiensache unterwegs war – das hat Jen glaube ich Paige erzählt… und Cole tauchte dann mit Pelagia, seiner Tochter auf.
Als Chris aber am Anfang (Kap.2) Connor fragte, wo sein Onkel sei… da hatte ich mir eigentlich vorgestellt, dass die Charmed Ones gerade außer Hörweite waren. Habe ich, wenn ich mich Recht erinnere zwar nicht explizit geschrieben – aber als Connor Chris sah, sah er ja auch nicht gleich die Mächtigen Drei, was wiederum heißt, dass sie ein Stück entfernt standen und sie also wahrscheinlich nicht gehört haben, wovon die beiden sprachen… ‚Luft holt' So… Alle Klarheiten beseitigt? ;) Ansonsten – eine „Eins" und sogar mit „Sternchen"‚rot wird'… jap, danke schön. :)
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Zwischen den Welten
Kapitel 5
Victoria, Paige und Piper gingen ein paar Schritte vor… Phoebe rief ihnen noch zu, dass sie auf sich aufpassen sollten – und weg waren sie.
„Hoffentlich geht alles gut", meinte die verbliebene Charmed One und Chris stimmte ihr innerlich inbrünstig zu. Dann drehte er sich zu Cole und Pelagia um, die immer noch wie verzaubert Phoebe anschauten. Er räusperte sich. „Also… Cole, wie wäre es, wenn wir erstmal kurz über die Lage sprechen? – Pelagia und Phoebe können währenddessen vielleicht etwas essen gehen?"
„Keine schlechte Idee", erwiderte Cole etwas unwillig. Offensichtlich würde er sich seiner Tochter und Frau lieber anschließen.
Pelagia fand den Vorschlag toll, fragte aber telepathisch bei Chris an: Irgendetwas, was ich Mum vielleicht lieber nicht erzählen sollte, Cousin?
Er nickte, da er ihr auf diesem Wege nicht antworten konnte… für Pelagia genug, denn es bestätigte sein merkwürdiges Verhalten – ‚Phoebe'… nicht ‚Tante Phoebe'. Die Schwestern wussten von nichts. Typisch Chris, sie so im Ungewissen zu lassen. Sie grinste ihn kurz an, er zuckte mit den Schultern und Phoebe, die das Zwischenspiel bemerkte, schaute interessiert zwischen den beiden hin und her. Pelagia legte schließlich einen Arm um die Schultern ihrer Mutter – was bei dem 12-jährigen Mädchen und der erwachsenen Frau etwas komisch aussah, und führte sie hinaus.
„Also?" Cole schaute seinen Neffen fragend an.
Chris nickte. „Gehen wir. – Julie, kommst du mit?"
„Julie… nett, dass du uns vorgestellt hast, Chris."
Chris warf ihm nur einen Blick zu und die drei machten sich auf den Weg.
„Hm… wo fange ich an… Wyatt hatte Bianca umgedreht und sie geschickt, um mich zurückzuholen… was sie letztendlich auch getan hat. Die Schwestern konnten mir aber meine Kräfte hinterherschicken und so bin ich noch einmal entkommen…"
„Bevor er aber durch das Portal gehen konnte bin ich aufgetaucht", setzte Julie die Geschichte fort. Nachdem er Bianca erwähnt hatte, war alle Farbe aus seinem Gesicht gewichen und die restlichen Worte waren nur noch sehr leise aus seinem Mund gekommen. Cole hatte es auch bemerkt und sah Julie kurz dankbar an.
„Es gab… einen Zusammenstoß und wir sind beide in der Vergangenheit gelandet", erzählte sie weiter.
„Doch jetzt seid ihr wieder hier… mit Anhang", fügte Cole in Bezug auf die Mächtigen Drei hinzu.
„Ja. Wie sie bin ich eigentlich auch nicht von hier… aus dem Jetzt. Meine Zeit ist der der Charmed Ones."
„Jetzt.. bin ich verwirrt."
„Kann man dir kaum verdenken", warf Chris ein und lächelte schwach. War wohl nur ein kurzer Ausfall gewesen.
„Ich bin aus einer anderen Welt", erklärte Julie. „Bei uns gab es die letzten paar hundert Jahre keine Magie. – Nun sieht es aber so aus, als wäre Zauberei wieder möglich." Trotz allem, was sie schon gesehen hatte, hörten sich ihre Worte skeptisch an. „Und irgendwelche höheren Mächte hielten es für angebracht die Nachkommen der letzten Hexen in diese Welt zu schicken, damit wir unser Handwerk lernen. Problem dabei… wir sind in der Zukunft gelandet. Und während ich quasi sofort in Sicherheit war, irren die meisten anderen da draußen auf den Straßen umher… ohne zu wissen, was los ist oder dass sie selbst magische Kräfte haben… bzw. bald entwickeln werden." So! Da war sie tatsächlich etwas außer Puste. Die Sorglosigkeit der MdE regte sie doch auf!
„Von wie vielen reden wir hier?"
„Insgesamt 300", sagte Chris und hielt dann an um auf eine Tür zu zeigen. „Und da drin sind die, die schon in Sicherheit sind; ungefähr 20."
Cole öffnete die Tür und die 3 traten ein. Alle Gespräche im Raum verstummten abrupt. Auf einigen Gesichtern stand beim Anblick von Cole Begeisterung, auf den meisten Vorsicht bis offenes Misstrauen.
„Ähm… Christopher…. Wieso bitte habe ich das Gefühl, dass die alle meinen mich zu kennen?"
Chris grinste ihn beinahe fröhlich an. „Oh, habe ich das noch nicht erwähnt? – Das tun sie tatsächlich!"
ooo
Julie ging später zum Speisesaal in der Hoffnung Phoebe und Pelagia dort zu treffen und ein wenig Zeit mit ihnen zu verbringen – doch Fehlanzeige. Es waren haufenweise Leute da – aber die beiden waren nicht zu entdecken. Dafür wurde Julies suchender Blick von Jen aufgefangen. Die Rebellin winkte sie zu sich. „Hallo du! Willst du dich zu mir setzen?"
„Hi. – Ja, danke. Was isst du da?"
Jen verzog angeekelt das Gesicht. „Hast du je „Matrix" gesehen? Das ist doch ein Film aus deiner Zeit, nicht wahr?"
„Ja, wieso?... Oh! Ooohh… dieses nahrhafte Schleimzeug, was nach nichts schmeckt? – Wieso sehe ich das bei niemand anderem auf dem Teller?"
„Ein Teil meines Aufgabenbereichs umfasst die Lebensmittelbeschaffung. Das heißt, ich weiß genau, wie wenig wir momentan in unseren Lagern haben. Von diesem ungenießbaren Zeug jedoch… haben wir stets noch etwas mehr übrig."
„Ah… du opferst dich also für die anderen und isst dieses Zeug anstatt dir ein anständiges Sandwich zu machen."
„Exakt!" Sie prostete Julie mit dem Löffel zu und schob sich dann eine weitere Portion des nahrhaft-ungenießbaren Breis in den Mund.
Eine Weile saßen sie so da, dann meinte Julie: „Kann ich dich mal was fragen?"
Jen schaute sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Hm?"
„Was war Bianca für eine Frau?"
Etwas überrascht fragte Jen zurück: „Wie kommst du jetzt darauf?"
Julie zuckte mit den Schultern. „Ich… es… es ist praktisch gerade erst passiert. Und von hier auf jetzt hatte Chris mich auf dem Hals … - und alle magischen Konsequenzen, die an mir noch dran hängen. Er hatte noch überhaupt keine Zeit zum Trauern... ich denke mal, die wird er so bald auch nicht haben, denn selbst wenn dieses Abenteuer bald vorbei ist… Ich kann mir vorstellen, dass es hier immer irgendeine Katastrophe gibt. – Vielleicht könnten wir ihm irgendwie helfen... verstehst du was ich meine?"
„Mit einer Art Trauerfeier?"
Die andere nickte. Jen dachte nach. „Ja… ich denke, das wäre gut. Weißt du, ich habe Bianca nicht besonders gut gekannt. Sie war zwar Teil des Widerstandes und mit Chris zusammen… aber sie hat nicht wirklich dazugehört, hat zum Beispiel woanders gewohnt. Sie haben es in ihrer Beziehung nicht unbedingt leicht gehabt. Viele konnten eine ehemalige Auftragsmörderin als die Freundin unseres stellvertretenden Anführers nicht akzeptieren."
„Hm… das ist ein Teil der Politik von der du sprachst, richtig?"
„Ja."
„Ahja… ähm…" Julies Stirn zeigte plötzlich Falten. „Das fällt mir ein: Eine ehemalige Auftragsmörderin ist nicht tragbar… aber ein Ex-Dämon als Anführer?"
Jen lachte auf. Das war einfach zu süß! „Ach Julie! Zwischen damals, als Cole die Quelle war und heute… da liegen Welten dazwischen!
„Interessant. Bianca hätte also einfach noch weitere 20 Jahre warten müssen bis sie akzeptiert worden wäre."
Das war… ein beißender Kommentar aber Jen musste zugeben, dass Julie Recht hatte. Das Ganze war natürlich unfair! Und sie wusste das auch! Sie hatte mit Bianca nie ein Problem gehabt, hatte Chris' Urteil vertraut. „Nur hat sie die leider nicht mehr. - … Ja, weißt du was? Deine Idee ist gut. Nur wenn wir irgendetwas in der Art machen… dann sollten wir es außerhalb machen. In Bezug auf Bianca hat er hier nur traurige Erinnerungen. – Und ich weiß auch schon genau wo der beste Platz dafür wäre!"
„Wie sicher ist dieser Ort?"
„Ja, das ist hier immer die Frage, nicht wahr?"
ooo
Ein paar Räume weiter herrschte in diesem Augenblick große Verwirrung. Denn – große Überraschung: Unter den Leuten aus der anderen Welt entwickelten einige plötzlich Kräfte. Das Geschrei war groß als ein Mann eine Decke in Flammen setzte und ein anderer vor Schreck plötzlich unsichtbar wurde. In einer Kettenreaktion testeten auch noch 7 andere etwas unfreiwillig ihre Fähigkeiten. Als Connor dazukam fror er erstmal den ganzen Platz ein – was natürlich die Leute nicht davon abhielt sich zu bewegen und umher zu rennen; was aber zumindest die Flammen, das Wasser und den Schlafsack mit menschlichem Inhalt, der in der Luft schwebte zum Stillstand brachte. Dann brüllte er: „R-U-H-E!"
Alle starrten die Hexe wie erstarrt an. Als er sich ihrer Aufmerksamkeit sicher war, ließ er die Hände sinken und lächelte. „So, jetzt atmen Sie bitte erstmal tief durch. Hier ist nichts passiert, was Sie nicht alle schon kennen, oder?"
„Entschuldigen Sie mal", sagte Raoul, ein Mann in den 30ern. „Plötzlich in Charmed zu sein, ist die eine Sache. – Aber selbst Zauberkräfte zu entwickeln… das ist noch mal eine Katastrophe ganz anderen Ausmaßes!" – „Genau." – „Hm,hm!" - „Ja, so ist es!" murmelten die anderen zustimmend.
Connor rollte mit den Augen. „Und was ist daran bitte so katastrophal?"
„Hallo? – Haben Sie das nicht gesehen? Keiner von uns möchte jemanden aus Versehen in Brand stecken oder schweben und dann in einen 200 Meter tiefen Abgrund stürzen!"
„Das werden Sie ja auch nicht, wenn Sie Ihre Fähigkeiten in den Griff bekommen! Genau deshalb wurden sie hierher geschickt."
„Ach ja? – Davon hat uns bisher noch keiner etwas gesagt! Wer hat uns geschickt und wo können wir uns deswegen beschweren gehen?"
„Hm… lassen Sie mich mal überlegen – wo ist doch gleich das Postfach der Mächte der Ewigkeit?" Oops… wenn er alles richtig verstanden hatte, dann dürften die MdE diesen Leuten vielleicht bekannt sein… und dann würden sie schlussfolgern dass…
„Mächte der Ewigkeit", schaltete sich eine Frau ein. „Mächte der Ewigkeit", fragte sie noch einmal und schaute Connor an als hätte er nicht alle Tassen im Schrank.
Prima. jetzt hatte er den Salat und konnte egnauso gut mit der ganzen Wahrheit rausrücken. Er zog sich einen Stuhl heran und setzte sich. „Sehen Sie… das war so…"
ooo
„Hat sich die Lage da drin etwas beruhigt?"
Connor sah Chris mit müden Augen an. „Ja, ja. Sie waren einfach nur etwas geschockt. Ich meine, kannst du dir vorstellen plötzlich keine Kräfte mehr zu haben? – Ihnen geht es so, nur eben andersrum. Ich habe ihnen ein paar Leute hingeschickt, damit sie sich nicht aus Versehen gegenseitig umbringen."
„Gut. Keiner hat gesagt, dass sie nicht hier schon etwas Ausbildung bekommen dürfen."
„Exakt. Außerdem habe ich ihnen erzählt, was Sache ist. Sie wissen also über die kleine Dämoneninvasion in ihrer Welt Bescheid. Und ab dem Punkt ging es eigentlich mit ihnen. Sie mögen nicht von hier sein – aber sie wollen alle ihre Familien beschützen."
„Ja, sie sind gar nicht so anders."
„Wie lief es mit Cole?"
„Oh… sagen wir mal, ich lebe noch. Aber ich glaube nicht, dass ich auf dem linken Ohr je wieder etwas hören werde. Onkel Cole wurde etwas laut als ich ihm erzählt habe, wie das alles in der Vergangenheit gelaufen ist."
„Ah… anstatt ‚erzählt'wolltest du sicher sagen ‚gebeichtet' und anstatt ‚gelaufen' ‚schiefgegangen'."
„Connor, ich mag dich. Aber von dir brauche ich das nicht auch noch. – Zumindest nicht schon wieder."
Connr klopfte dem jungen Halliwell freundschaftlich auf die Schulter. „Ja ja, tut mir leid, Chris. – Dann lass uns mal kurz alles durchgehen: Die anderen 5 Gruppen schwirren inzwischen in der Stadt umher um unsere neuenFreunde einzusammeln, du bist hier bei mir, Phoebe habe ich vorhin mit Pelagia gesehen. Was macht Cole?"
„Der durchwühlt deine Notizen der letzten Wochen und bringt sich auf den neuesten Stand."
„Und warum durchwühlt er nicht auch deine?"
„Also wirklich, Connor. Du weißt doch, bei mir gibt es nichts zu durchwühlen. Da hat alles seine Ordnung. – Davon abgesehen: Als ich wegging, hatte er die Führung und als ich wiederkam, hattest du sie. Wann und wozu hätte ich mir welche machen sollen?"
„Heißt das du hast über die vergangenen Monate keine Aufzeichnungen?"
„Hallo? Das hätte die Schwestern auch gar nicht misstrauisch gemacht?"
„Oh – ja, stimmt."
Chris nickte. „Richtig. – So… wir wissen also wo alle… wo ist Julie?"
Connor sah sich um als erwartete er, dass sie um die nächste Ecke geschwirrt kommen würde. „Ja, wo eigentlich?"
ooo
„Pst", machte Jen zu Julie und Julie nickte. Dann zog sie den Kopf wieder ein und duckte sich hinter die Mülltonne.
Jen trat einen Schritt vor und stieß einen Pfiff aus. „Hallo!", rief sie dem Dämon freundlich zu als dieser sich zu ihr umdrehte. Er grinste hässlich und bewegte sich auf sie zu. Was für ein Glückstag! Er mochte nicht besonders hoch stehen in der Hierarchie. Aber auch er kannte die Fahndungsbilder der bekannten Hexen des Widerstandes. Und auf den Kopf dieses Mädchens war ein hübscher Preis ausgesetzt.
Doch er kam gar nicht dazu noch viel weiter zu denken. Er sah gerade noch einen silbernen Blitz auf sich zufliegen, dann hüllten die Flammen ihn ein und schreiend ging er zurück in die Hölle.
Jen trat vor und hob ihren Wurfstern vom Boden auf. Als Julie zu ihr kam pustete sie gerade den Staub von der Waffe.
„Ein Wurfstern? Ist das nicht eine etwas ungewöhnliche Waffe für eine Hexe?"
Besagte Wurfsternbesitzerin lächelte Julie an. „Ach ja? – Komm, es ist nicht mehr weit."
Sie gingen nahe bei den Häusern und warfen wachsame Blicke zu allen Seiten. Diesen Teil der Stadt hatte es besonders schlimm erwischt. Jen erinnerte sich noch gut an die Episode. Früher hatten sie hier in der Nähe ihr Hauptquartier gehabt. Wyatt war ihnen letztlich au die Schliche gekommen. Und dann hatte es eine Schlacht gegeben. Sie hoffte inbrünstig, dass sie sich dieses Mal besser geschützt hatten.
„Hier ist es."
Julie sah sich um. Verkohlter Rasen, zerbrochene Statuen, die Überreste lange verwelkter Blumen. Sie fuhr mit der Hand über das russschwarze Gesicht der Engelsstatue. „Hier muss es mal sehr schön gewesen sein."
„Das war es", stimmte Jen zu.
„Meinst du, es wird gehen? Ich meine, ich habe keine Ahnung – aber das waren doch sehr viele Dämonen hier in der Nähe, oder?"
„Schon", sagte Jen. „Aber wir brauchen den Ort ja nur für eine halbe Stunde oder so. Und so lange können wir uns hier tarnen. Es wird einfach keiner sehen, dass wir hier sind. Und wenn jemand den Park betreten will, der uns Böses will, so wird er in Flammen aufgehen. So einfach ist das."
„Das muss dann aber ein ganz schön starker Zauber sein, oder?"
„Ja. Ich denke mal, wenn Vicky und ich ihn gemeinsam sprechen und den Platz segnen…und eine Dämonenalarmanlage installieren und Schutzkristalle benutzen... Dann wird es gehen. Also keine Sorge." Jen wusste, dass sich das nach ganz schön viel anhörte. Aber sie würde kein Risiko eingehen. Es würde seine Zeit dauern, dafür würden sie dann auch sicher sein.
„Ooo-kay. – Wie sieht es mit dem Rest aus? Habt ihr so etwas wie einen Priester? Wen sollten wir dazu einladen? – Und das Wichtigste, wer wird es ihm sagen?"
„Wir haben jemanden, der die Aufgabe des Priesters übernehmen würde. Sein Name ist Josh. Und wen wir einladen… das wird eine kurze Liste. Du, Cole, Pelagia, Vicky, Sean und Connor."
„Das waren alle, die sich etwas aus ihr gemacht haben?"
„Nun… zumindest alle, die noch leben. Wie gesagt, sie hat nicht wirklich dazugehört. – Zu deiner letzten Frage müsste ich eigentlich sagen, dass du ihm doch bitte von der Trauerfeier erzählst. Immerhin war es deine Idee. Aber ich kenne ihn besser… ich werde es tun."
Da war Julie erleichtert. Immerhin war es nur so ein Gefühl gewesen, dass sie irgendetwas für Chris tun müsste.
Er hatte die Liebe seines Lebens verloren. Die Frau, die er hatte heiraten wollen. Da musste mehr drin sein als er kurzer Abschied und ein Verlobungsring, der wieder von ihr zu ihm wechselte. Ein Augenblick, der ihrer beider Liebe würdig war. – Wie gesagt, es war nur ein Gefühl gewesen. Doch Jen hatte es sofort ernst genommen und jetzt waren sie dabei, es tatsächlich zu planen. Das war doch irgendwie anders. Und auf einmal fühlte sich Julie unwohl dabei. Sie konnte nur nicht so genau bestimmen, wo das herkam.
ooo
Eine halbe Stunde später…
Jen hatte keine Angst gehabt einem gefährlichen Geschöpf der Unterwelt entgegenzutreten. Aber was sie absolut nicht leiden konnte war, wenn Chris auf sie sauer war. Also presste sie einfach nur die Lippen aufeinander und ließ es über sich ergehen.
„Wie kommst du dazu mit ihr das HQ zu verlassen! Jen! Hast du plötzlich den Verstand verloren! Sie kann sich nicht verteidigen! Sie ist hilflos da draußen! Und sie ist eine Unschuldige, die wir beschützen sollen! Ich kann einfach nicht fassen wie unglaublich verantwortungslos du gehandelt hast! Das kann einfach nicht wahr sein…" Chris wandte sich von ihr ab bevor er endgültig die Beherrschung verlor. Er lief im Raum auf und ab und grummelte vor sich hin.
Cole, der bisher schweigend daneben gestanden hatte und das Verhalten seines Neffen sehr interessant fand, räusperte sich. Jen sah ihn an.
„Willst du uns vielleicht erklären, warum du mit ihr draußen warst?"
Die Hexe verzog den Mund. „Eigentlich nicht, nein." Auf Chris' ungläubigen Blick fügte sie hinzu: „Noch nicht."
Chris wollte gerade wieder den Mund öffnen und sie wieder anschreien, doch Cole gebot ihm mit einer Handbewegung zu schweigen. Überraschend kam er der Aufforderung nach.
„Sollten wir es jetzt schon wissen?", fragte Cole Jen. Er kannte sie und wusste, dass sie auf diese Frage ehrlich antworten würde. Wenn das, was auch immer sie dort draußen getan hatten eine Gefahr darstellte, dann würde sie es ihm jetzt sagen.
Jen, die genau wusste, was hinter seiner Frage stand, schüttelte den Kopf. „Nein."
„In Ordnung. Dann kannst du jetzt gehen. – Aber die Sache ist noch nicht vergessen."
Julie lächelte ihren Anführer an. „Ich weiß." Dann neigte sie in Andeutung einer Ehrenbezeugung ironisch den Kopf und ging hinaus.
Draußen wartete Julie und warf ihr einen besorgten Blick zu. „Wie lief es?" Auf jeden Fall war es laut gewesen. Sie war sicher, das halbe HQ hatte den Streit gehört. Und immer wieder waren Leute stehen geblieben und hatten versucht aus dem Geschrei schlau zu werden.
„Ganz gut. – Ich hielt es nur für ungünstig, es Chris jetzt zu sagen."
Amüsiert hob Julie eine Augenbraue. „Das glaube ich auch."
„Ja. – Gut, dann lass uns gehen. Wir haben viel vorzubereiten."
ooo
Angelo hatte gerade noch mal Glück gehabt. Nach dem ersten Schrecken plötzlich in einer total verrückten Welt zu sein und der Frage ob mit seinem Verstand noch alles in Ordnung war hatte er ein leer stehendes Haus gefunden und sich dort verbarrikadiert. Die vorherigen Bewohner waren sogar so nett gewesen ein paar Kerzen und einige Konserven dazulassen. Insgesamt war also seine Situation unangenehm und sonderbar aber nicht vordergründig lebensbedrohlich gewesen.
Und nachdem er also nun schon über einen Tag so zugebracht hatte war er doch etwas überrascht gewesen von draußen Stimmen zu hören. Weibliche Stimmen.
Gerade noch war er am Überlegen, was das wohl zu bedeuten hatte, da wurde eines der zugenagelten bis zum Boden gehenden Fenster von außen gesprengt. Er wich den Trümmerteilen aus. Und während sein Unterkiefer nach unten klappte konnte er sich beim Anblick der Frauen, die nun sein Versteck betraten lebhaft im Hintergrund eine actiongeladene Melodie vorstellen, die die Ankunft seiner Retter ankündigte.
Die erste, die durch die entstandene Öffnung kam war keine andere als Piper Halliwell. Mit zum Angriff gehobenen Händen und blitzenden Augen sah sie sich um ehe ihr Blick sich auf den jungen Mann vor ihr fixierte. Hinter ihr kamen Phoebe und Paige herein und nahmen neben ihrer Schwester Kampfstellung ein. Zum Schluss betrat die Vierte im Bunde das abrissreife Haus und grinste den geschockten Angelo an. „Die Kavallarie ist da!"
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Note 2: Sooo… Ich hoffe, es hat euch gefallen!
Bis zum nächsten Kapitel!
June22
