Summary: ‚Charmed' ist nur eine Serie – oder? Als Julie eines Tages mitten in der magischen Welt aufwacht beginnt das Abenteuer ihres Lebens…
Disclaimer: Und falls hier jemand unter Wahnvorstellungen leidet: Schön wär's, aber nein, ‚Charmed' gehört nicht mir.
Note 1: Die Lyrics in diesem Kapitel sind aus ‚No matter what' von Boyzone.
Note 2: persephone25: Danke für das Lob! Ich werd mich bemühen!
Anna: Ich war auch gespannt, wie er wohl reagieren wird. Hab zuerst an was ganz anderes gedacht, hab's dann aber doch so geschrieben, wie es jetzt ist. – Hoffe, dir gefällts:)
Phania: Bella Italia, hm? Hört sich nicht schlecht an! – Ist aber auch schön, dich wieder unter den Reviewern zu sehen :)
Nimriel: Trotzdem danke für das Feedback! – Immer schön, neue Gesichter hier zu sehen:)
Note 3: Zum Kapitel... ja, es wird dann ein klein wenig traurig... aber vorher bekommt noch jemand was auf die Nase... ‚g'
Note 4: Hab mir am Freitag ‚Latter Days' angesehen! Der Film ist toll!
Und weiß jemand, wann ‚The UltimateGgift' in Europa anläuft?
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Zwischen den Welten
Kapitel 6
Julie zuckte mit den Schultern. „Ich… es… es ist praktisch gerade erst passiert. Und von hier auf jetzt hatte Chris mich auf dem Hals … - und alle magischen Konsequenzen, die an mir noch dran hängen. Er hatte noch überhaupt keine Zeit zum Trauern... ich denke mal, die wird er so bald auch nicht haben, denn selbst wenn dieses Abenteuer bald vorbei ist… Ich kann mir vorstellen, dass es hier immer irgendeine Katastrophe gibt. – Vielleicht könnten wir ihm irgendwie helfen... verstehst du was ich meine?"
„Mit einer Art Trauerfeier?"
Die andere nickte. Jen dachte nach. „Ja… ich denke, das wäre gut. Weißt du, ich habe Bianca nicht besonders gut gekannt. Sie war zwar Teil des Widerstandes und mit Chris zusammen… aber sie hat nicht wirklich dazugehört, hat zum Beispiel woanders gewohnt. Sie haben es in ihrer Beziehung nicht unbedingt leicht gehabt. Viele konnten eine ehemalige Auftragsmörderin als die Freundes unseres stellvertretenden Anführers nicht akzeptieren."
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I can't deny what I believe
I can't be what I'm not
I know I'll love forever
I know, no matter what
"Da bist du ja wieder", sagte Cole, als Julie zu ihm hereinschlüpfte.
„Störe ich?"
Cole lehnte sich zurück. „Nicht wirklich. Um was geht's?" – „Ja, um was geht's", erkundigte sich Pelagia fröhlich und schaute von ihrem Buch auf.
„Kann ich… könnte ich das vielleicht mit deinem Vater unter vier Augen besprechen?"
Pelagias Blick wanderte zu Cole und er nickte Richtung Tür. Die Kleine zog einen Schmollmund, ging aber hinaus.
Jen setzte sich. „Danke."
„Hm. Geht es hierbei um den netten Ausflug von heute?"
„Genau. – Und es geht um Chris. Weißt du... ich... wir dachten... Er hat sofort nach Biancas Tod wieder funktioniert und… irgendwie sollte es doch noch etwas geben. Ich meine…" Toll, jetzt geriet sie auch noch ins Schwimmen!
„Ich weiß, was du meinst. Ich war ehrlich gesagt auch etwas überrascht, dass er so gut drauf ist. Nur als er erzählte, wie es kam, dass er wieder hier ist, da hat es ihm bei Biancas Namen kurz die Sprache verschlagen. Ansonsten…" Cole zuckte mit den Schultern. „Dabei wissen wir, was er für sie empfunden hat. Und es ist nie gut, wenn ein Halliwell seine Gefühle in sich hineinfrisst. – Du und Julie, ihr habt also etwas geplant?"
„Ja. Und wir waren heute im Park… um uns alles dort noch einmal anzusehen. Danach – das heißt, nach der Standpauke, haben Julie und ich die restliche Organisation auf die Beine gestellt. Vicky, Sean, Connor und Josh wissen Bescheid. Vicky und ich setzen uns an den Schutzzauber, sobald sie mit den Halliwells für die Nacht wieder hier ist. Julie ist mit Frank gerade im Gewächshaus und versucht aus unseren spärlichen Blumenbeständen ein paar Gestecke zu zaubern."
„Und jetzt kommst du zu mir", meinte Cole amüsiert.
„Jetzt komme ich zu dir, genau. Ich will dich natürlich auch dazu einladen – aber ich brauche auch deinen Rat. Wenn ich es Chris sage… wie wird er reagieren? Sollte ich es ihm sagen, wo doch er sauer auf mich ist? Wird er das Ganze als Einbruch in seine Privatsphäre betrachten? Wird er uns dabei haben wollen? Werden Joshs Worte für ihn wie Hohn klingen wenn er weiß, wie angesehen Bianca bei uns war?" Jen hob in einer verzweifelten Geste die Arme.
„Erstmal… hättet ihr das alles vielleicht vorher abklären sollen. Und dann muss ich aber auch sagen: Es ist eine gute Idee. Und ich glaube, es wird Christopher gut tun. Trotzdem ist damit zu rechnen, dass mein Neffe erst einmal ausflippt, wenn er erfährt, dass ihr das alles hinter seinem Rücken angeleiert habt. – Wann übrigens soll es stattfinden?
„Wir hatten an morgen früh gedacht – bei Sonnenaufgang?"
„Kein schlechter Zeitpunkt. Nur etwas kurzfristig… morgen früh…" Cole schien im Kopf etwas durchzugehen. „Connor!", rief er dann laut. Die Wände hier unten waren wie Papier und Connor saß direkt im Raum nebenan. Kurz darauf steckte er den Kopf zur Tür herein. „Was gibt's?"
„Komm mal kurz rein."
Connor schloss die Tür hinter sich und stellte sich neben Jen.
„Du weißt von der kleinen Verschwörung, die hier gerade läuft?" So ganz glücklich war Cole nicht, dass ihn keiner um Erlaubnis gefragt hatte, bevor sie die Leben von Widerstandsmitgliedern für eine Tote riskierten. Andererseits… war er auch nur ein Mensch und konnte die Aktion voll nachvollziehen.
„Die Trauerfeier für Bianca? Ja." Man musste Connor zugute halten, dass er das sagte, ohne eine Miene zu verziehen. Connor, Chris und Cole – das war ein Dreiergespann, das sich gut kannte. Man hatte auch schon von den „Mächtigen Drei" gewitzelt, denn auch ihre Namen begannen alle mit dem gleichen Buchstaben. Wie auch immer… Connor hatte gewusst, dass es besser gewesen wäre, es Cole sofort zu sagen. Andererseits wusste er auch, dass sein Freund ihm jetzt keinen Vortrag halten würde. Das war einfach nicht seine Art.
„Wie läuft es mit unseren Schützlingen?"
„Ganz gut soweit. Ihre Zahl hat sich auf 35 erhöht – aber wir haben auch einen verloren. Er wurde Katies Gruppe direkt vor der Nase von einem Dämonen weggeschnappt."
„Das ist schade. Aber wenn alles nach Plan läuft holen wir uns den auch noch wieder. – Worauf ich hinauswollte: Chris hatte doch angedacht, dass du mit ihnen in die Vergangenheit gehst. Wie sieht es da aus? Wer begleitet dich noch?"
„Doria wird mit mir gehen. Sie kennt sich in der Zeit gut aus. – Die Vorbereitungen sind soweit auch fertig. Soviel wir eben hier machen können. Viel hängt dann von den Bedingungen in der Vergangenheit ab."
„Auch richtig. Also, ich möchte, dass du morgen früh abmarschbereit bist und dich nach der Trauerfeier mit ihnen auf den Weg machst. Wird das gehen?"
„Kein Problem, Boss."
„Gut, dann... Hol uns doch bitte mal Chris her."
Connor nickte und wollte gehen, stieß dann aber an die von außen aufgehende Tür. „Oh, Entschuldige! Geht's?" Julie trat zurück, um ihn vorbei zu lassen. Er murmelte noch ein „Werd's überleben!". Dann war er weg.
„Es gibt ein Problem."
Cole stand auf. „Was für ein Problem? – Und bist du nicht eigentlich im Gewächshaus? Was – schlagen die Blumen jetzt schon zurück?" Mit diesen Worten spielte er auf Julies neue Gesichtsfarbe an: Auf ihrer linken Wange bildete sich gerade ein hübscher Bluterguss.
„Josh musste Mark sagen, wo er morgen früh hin will und nun ist Mark hier und ist auf Chris getroffen und" Sie musste gar nicht weiter erzählen; Cole und Jen stürmten schon an ihr vorbei. Sie seufzte laut auf rannte hinter ihnen her. Zwei Gangbiegungen weiter waren dann schon das Geschrei und ein schepperndes Geräusch zu hören.
Cole warf sich sofort zwischen die Streithähne. „Auseinander!" Fast musste er selbst einen Schlag einstecken, doch stattdessen packte er die Faust und drehte sie auf den Rücken des Angreifers. „Christopher Perry Halliwell! – Mark, jetzt halt doch mal still, du Idiot oder soll ich dir den Arm auskugeln! So… du – gehst – sofort – zurück! Hast du nichts Besseres zu tun?"
Mark warf einen verächtlichen Blick auf Chris, dann ergab er sich Coles Befehl und ging zum Portal zurück.
„Jetzt zu dir! – Was zur Hölle hast du dir gedacht als du auf die Worte dieses selbstgerechten Trottels mit Gewalt reagiert hast! Haben wir nicht schon genug Probleme? – Nein! – Stopp! Überleg dir gut, was du sagst!"
Chris schloss den Mund wieder. Cole hatte natürlich Recht. Aber würde er das jetzt zugeben? Nein. Es hatte sich nämlich gut angefühlt Mark endlich mal eine verpassen zu können. Und nachdem, was er über Bianca gesagt hatte, war das auch verdient gewesen…. Irgendwie wenigstens. „Es kommt nicht wieder vor", presste er schließlich hervor und sah seinen Onkel an. „Reicht dir das?"
„Muss es wohl. – Alles okay?"
Chris gab ein Grummeln von sich und wollte nicken, da fasste er sich an den Kopf. „Ouch!"
„Geschieht dir ganz Recht, mein Junge."
„Danke für dein Mitgefühl." Er lächelte – aber nur eine Sekunde lang. Dann endlich entdeckte er hinter Cole Jen und Julie. Seine Augen verengten sich zu Schlitzen. „Das war eure Idee", fragte er ganz ruhig.
Die beiden nickten.
Chris' Lippen wurden ganz dünn. Ohne ein weiteres Wort zu sagen ging er an ihnen vorbei und verschwand.
„Na toll! Er hasst mich!", rief Julie aus, als er weg war.
Jen zuckte mit den Schultern. Ein Ausbruch war eine Sache. Aber kaltes Schweigen…. wuhhhh… Von Chris war das gruselig. Dabei musste es ihm inzwischen ganz natürlich vorkommen, denn immerhin hatte er die letzten Monate nichts anderes getan als zu schweigen – darüber wer er war, was er fühlte, wie es ihm ging. Vermutlich ging es jetzt ganz leicht. – Es war nur so gar nicht seine Art! War es früher nicht gewesen… „Wird er kommen", fragte sie Cole.
Er nickte. „Das wird er. – Er braucht nur etwas Zeit."
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Und die brauchte er tatsächlich. Um sich abzuregen, um wieder einen kühlen Kopf zu bekommen.
Was war los mit ihm gewesen? Wieso hatte er sich so aufgeführt? – Gut, was Mark betraft, so war es klar. Der Mistkerl hatte Bianca (wieder mal!) als Verräterin bezeichnet und war von da an in der Beschreibung ihres Charakters sogar unter Gossenniveau gerutscht. Er hatte es einfach herausgefordert, dass Chris auf ihn losging.
Dann jedoch… wieso machte es ihn so wütend, dass Jen und Julie für ihn diese Trauerfeier organisierten?
Wahrscheinlich war es das sogar: Sie hatten es nicht für Bianca gemacht – sondern für ihn. Nicht für Bianca weil sie eine so unglaubliche Frau gewesen war… Fast konnte er sich vorstellen, wie sie dasaßen und sich fragten ‚Was können wir für Chris tun? Armer Junge!' Und das machte ihn so… dass es ihr nicht mal im Tod vergönnt war um ihrer selbst Willen geliebt zu werden. Nicht mal da… nicht mal jetzt.
Verdammt sollten sie sein! Er würde morgen da sein! Aus dem richtigen Grund: Für Bianca.
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Am nächsten Morgen...
Die Gruppe war zum Aufbruch bereit – fast. Cole, Pelagia, Victoria, Jen, Josh, Sean, Connor und Julie standen vor dem Portal und warteten auf Chris. Ob er kommen würde...
Alle Vorbereitungen waren getroffen. Der Park war gesichert, Julie hatte ihn ein wenig geschmückt und Pelagia hatte am Abend zuvor ihrer Mutter von der Trauerfeier erzählt. Wenn man von ihrer anfänglichen Verletztheit, dass sie und ihre Schwestern unerwünscht waren, absah, hatte Phoebe es mit sehr viel Sympathie für Chris aufgenommen. Sie war immerhin die gewesen, die Chris' Gefühle für Bianca gespürt hatte. Trotzdem hatte sie nicht ganz verstanden, warum sie und Piper und Paige nicht kommen sollten. Pelagia hatte es ihr erklärt. Für eine 12Jährige war sie schon erstaunlich reif. Allerdings hatte sie auch noch Chris vorher getroffen und seine Gedanken bezüglich des nächsten Morgens waren eindeutig: Wenn er kommen würde, dann nur für Bianca – und die Schwestern waren kein bisschen ein Teil von seiner Beziehung zu ihr gewesen. Außerdem wusste er, dass es emotional werden würde. Und da ihr Cousin seinen Verwandten noch nicht gesagt hatte wer er war und weiterhin als kompetenter Whitelighter und als hohes Mitglied des Widerstands gelten musste konnte er es sich nicht leisten vor ihnen in Tränen auszubrechen... Pelagia wusste, dass das nur die rationalen Gründe waren warum er sie dort nicht sehen wollte. Aber in welchen emotionalen Abgründen auch der wahre Grund lag, sie respektierte seine Wünsche.
Wie auch immer: Phoebe wusste Bescheid. Sie sollte ein Geheimnis hüten... vor ihren Schwestern. – Das würde interessant sein. Ja.
Immerhin, bis jetzt waren Piper und Paige hier noch nicht aufgetaucht – also schien es Phoebe gelungen zu sein. Oder aber es lag einfach daran, dass es noch so verdammt früh war.
Chris allerdings war auch nicht hier.
Pelagia und Vicky sahen einander an. Vicky zuckte die Schultern. „Lasst uns gehen."
Die Tochter von Phoebe seufzte. „Ja." Sie hatten lange genug gewartet. Aber sie würden es trotzdem machen. Auch ohne Chris.
Cole nickte den Wachen zu und die öffneten das Portal. Einer nach dem anderen gingen sie hindurch.
Julie war die letzte. Sie warf noch einen Blick zur Tür, wandte sich um und...
„Warte!"
Einen Augenblick blieb sie so stehen und lächelte, dann drehte sie sich zu ihm um. „Hallo, Chris!"
Bei ihrem Anblick verschlug es ihm kurz die Sprache. Unbewusst fuhr seine Hand zu seiner Wange. „War ich das?"
Sie sah seine Geste und schüttelte den Kopf. „Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher. Da waren so viele Ellenbogen... vielleicht war es auch Mark."
„Tut mir leid", sagte er.
„Gestern schien es dir egal zu sein." Immerhin hatte er sie mit dem sich entwickelnden Veilchen schon gesehen.
Etwas unbehaglich zuckte er mit den Schultern. „Gestern... war gestern."
„Ja. - Also: Notiz an mich selbst: Nicht dazwischen gehen wenn Chris sich prügelt."
„Ha-hm", räusperte sich eine der Wachen. Das Portal sollte wirklich nicht so lange offen sein! Auch wenn es an einen gesicherten Ort führte!
„Wir gehen ja schon", sagte Chris.
„Wenn du willst, kann ich auch... hierbleiben."
Einen Moment lang sah er sie ruhig an, dann strich er noch mal seinen Anzug glatt und fasste sich sanft am Arm. „Gehen wir."
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Auf der anderen Seite...
Die Morgensonne warf ihre Glut über die Mauern des Parks. Wartend stand die kleine Gruppe da. Jen war drauf und dran noch einmal zurückzugehen. „Vielleicht hat sie sich nicht getraut."
Vicky war da anderer Meinung. „Ist ja nicht so, als wäre das ihr 1.Mal."
„Aber sie war die letzte, die hindurch sollte", verteidigte Jen ihre Sorge um ihre neue Freundin. „Ich...- oh. Hi, da seid ihr ja." Deshalb hatte es also länger gedauert. Julie hatte Chris noch aufgegabelt.
Chris nickte unsicher, während er noch seine Umgebung in sich aufnahm. Sie hatten ihm gesagt, wo das ganze stattfinden sollte und er hatte sich darauf eingestellt. Damit hatte er aber nicht gerechnet: Die Trümmer lagen nicht mehr überall verstreut, das Gesicht des Engels war vom Ruß befreit und wo immer das Auge es erfreute, waren frische Blumen arrangiert. Der Ort... ihr Ort... sah richtig hübsch aus. Von seinem Rundblick zurück fixierten sich seine Augen erst auf Jen, dann auf die Frau an seiner Seite, die aufmerksam sein Gesicht beobachtet hatte. Endlich ließ er ihren Arm los und schritt zu den anderen. Julie folgte ihm.
Josh baute sich vor der Statur auf und bedeutete der Versammlung, dass er jetzt beginnen wolle. Chris, umgeben von Familie und Freunden stand ihm gegenüber und harrte der Dinge, die da kommen mochten.
„Freunde", begann Josh. „Wir sind heute an diesem wunderschönen Morgen hier, um Abschied zu nehmen. – Und um uns zu erinnern, an eine Freundin, die jetzt leider nicht hier sein kann. An eine Freundin, der ihr rechtmäßiger Platz viel zu lange verwehrt worden und die schließlich wieder dem Bösen zum Opfer fiel. Doch... eine Freundin bleibt eine Person, die man liebt, auch wenn sie sich von einem abwendet. Also... lasst uns uns erinnern." Mit diesen Worten entzündete er eine Opferflamme in einem tönernen Gefäß und wie von selbst löste sich die Gruppe auf um sich neu in einem Kreis zu finden.
Josh fing an: „Bianca... alles, was ich je von ihr sah, war gut." Er reichte die Schale weiter an Jen.
If only tears were laughter„Sie liebte es Ordnung zu halten. Einmal sagte sie zu mir: Wie willst du in der Welt Ordnung schaffen, wenn du es in dir nicht einmal schaffst? Ich habe sie um diese Stärke immer beneidet."
If only night was dayDas Feuer wanderte zu Vicky. „Als ich zu euch kam, war sie diejenige, die mich aufnahm; sie brachte wieder Wärme in mein Leben."
...und zu Sean. „Bianca war eine ganz hervorragende Schachspielerin. Mit ihr zu warten während Chris da draußen mal wieder verbotener Weise sein Leben riskierte, war stets ein Vergnügen."
If only prayers were answers...und zu Connor. „Ihren Kampf zu sehen, zu beobachten, wie sie durch ihre Liebe zu Chris aufblühte und wie das Böse aus ihrem Herzen endlich verschwand... das war das Beeindruckendste, was ich je sehen durfte. Sie machte mir klar, dass ‚unmöglich' nur ein Wort für ‚noch nicht versucht' ist."
Then we would hear god say
No matter what they tell you
No matter what they do
No matter what they teach you
What you believe is true
...zu Cole. „Sie war wertvoll für uns... und für mich, weil sie es für Chris war und ihm Stärke gab, wo ich es nicht hätte tun können, wo die Situation zu aussichtslos aussah. Ich bin ihr zu tiefem Dank verpflichtet."
And I will keep you safe and strong...zu Pelagia. Bevor sie sprach, wischte sie sich die Tränen aus den Augen. „Wann immer meine Mum mir fehlte, war sie da und nahm mich in den Arm."
And sheltered from the storm...zu Julie. „Ich kannte sie nicht. – Und doch wünschte ich, es wäre anders. Nicht nur, weil das, was ihr alle bis jetzt gesagt habt, sie wie eine wirklich wundervolle Person erscheinen lässt und weil, wenn Chris sie geliebt hat, sie das sicher auch war... sondern weil ich gesehen habe.." An dieser Stelle wandte sie sich mit der Schale in der Hand nach rechts und sah Chris an. „Weil ich gesehen habe, was sie getan hat, bevor sie starb... obwohl sie wusste, dass es ... so enden könnte, wie es dann auch geschah. Sie hat... sich ihm in den Weg gestellt – obwohl er glaubte, sie bekehrt zu haben. Das war.. mutig. Sehr mutig." Sie gab Chris das Tongefäß.
No matter where it's barren„Es war dumm", sagte er und lächelte dabei traurig. „Dumm, dumm, dumm. Bianca wusste was sie tat, das ist richtig. Aber wieso? Wie hat er sie zurückgeholt? Wie? Und das, obwohl am Ende klar war, dass sie mich immer noch... geliebt hat. Sie hat so verletzt ausgesehen, als ich ihr sagte, dass die Zukunft ihren Reiz für mich verloren hätte. - ... - Wie konnte sie mich – wie konnte sie unseren Traum so verraten?" Einen Moment war er stumm. Die Flamme flackerte im Wind, als wolle sie ihm antworten.
Als hätte sie das auch getan, schüttelte er den Kopf. „Es ist egal... es ist alles gleich. Bianca... ich liebe sie." Er schaute gen Himmel. „Ich liebe dich, hörst du das?"
A dream is being bornAus der Innentasche seines Jacketts zog er eine Rose. Kurz sog er den Geruch aus ihren roten Blütenblättern, dann küsste er sie, um sie schließlich dem Feuer zu übergeben.
Josh nahm die Opferschale wieder in Empfang. Nach einem kurzen Gebet stellte er sie vorsichtig zu Boden und mit einer weiteren Handbewegung war das Feuer erloschen.
Pelagia wandte sich ihrem Vater zu und Cole legte die Arme um seine Tochter. Connor ging zu seinem Freund. „Lass es zu", flüsterte er ihm zu.
Chris sah ihn aus wässrigen Augen an. „Ich kann nicht", hauchte er zurück.
No matter if the sun don't shineOr if the skies are blue
No matter what the ending
My life began with you
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Note 5: Bis zum nächsten Kapitel!
June22
