Summary: ‚Charmed' ist nur eine Serie – oder? Als Julie eines Tages mitten in der magischen Welt aufwacht beginnt das Abenteuer ihres Lebens…

Disclaimer: Und falls hier jemand unter Wahnvorstellungen leidet: Schön wär's, aber nein, ‚Charmed' gehört nicht mir.

Note 1: Hallo allerseits!

Erstmal... ja, ich weiß, das Kapitel ist ein bisschen kurz und das tut mir leid. Allerdings war es die Woche wirklich knapp mit Zeit zum Schreiben und ich fahre am Sonntag in den Urlaub, wollte also noch mal updaten... Zwar hätte ich an der Stelle, wo ich aufgehört habe noch gern weitergeschrieben... aber... na, den Grund braucht ihr nicht unbedingt zu wissen ;-) Vielleicht gibt es aber noch mal ein Miniupdate bevor es ab nach Mallorca geht...

Ich hoffe, ihr bleibt mir erhalten, auch wenn ich mal zwei Wochen nicht da bin... werdet ihr doch? Oder? Nicht wahr? – Nein, so unsicher bin ich nun auch wieder nicht. Aber für alle Fälle... ihr könnt es mir ja in einer Review noch mal versichern... das könnt ihr doch immer so gut ‚einschleim'

Viel Spaß!

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Zwischen den Welten

Kapitel 9

Letztes Mal:

Es war prima gelaufen, bis sie... bis sie das getan hatte, was er an Bianca immer so anziehend gefunden hatte. Und in dem Moment war ihm aufgefallen, dass es wirklich angenehm war, sie um sich zu haben... zu angenehm...

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Sie lief durch ein Labyrinth.

Es war dunkel, nur an einigen Stellen spendeten Fackeln spärliches Licht. Ihre Schritte und ihr Atem hallten in ihren Ohren wieder.

Sie musste rennen, immer weiter, soviel war klar. Ihr Ziel war klar. Ihre Aufgabe.

Sie musste sich beeilen. Sie musste rennen.

Sie lief durch ein Labyrinth.

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Julie wachte auf. Vom einen auf den anderen Moment war sie hellwach. So war es die letzten Nächte dauernd gewesen. Und die Zeit, in der sie wirklich schlief wurde immer kürzer.

An den Traum erinnerte sie sich. Es war jetzt immer der gleiche. Und nie kam sie an. Es war frustrierend.

Sie wischte sich den Schweiß von der Stirn und stand dann auf um sich zu waschen. Auf Zehenspitzen ging sie um die anderen herum. Draußen lehnte sie sich einen Moment an die Tür. Irgendetwas war los mit ihr. Während sie dann zum Waschraum ging hatte sie einmal sogar das Gefühl, ihre Beine würden unter ihr nachgeben. „Verdammt", zischte sie in den Gang.

„Was?"

Überrascht blickte sie auf. Jemand war ihr entgegengekommen. „Ach nichts", erwiderte sie mit einem Lächeln. Der andere nickte und ging weiter.

Sie kam noch an zwei weiteren Leuten vorbei, dann erreichte sie ihr Ziel.

Sie wusch sich übergründlich die Hände – eine Angewohnheit aus ihrer Kindheit, und weitete den Vorgang dann auf Arme, Dekolleté und Gesicht aus. Als sie fertig war, sah sie sich im Spiegel an, wie das Wasser von ihr abperlte, sich seinen Weg über ihre Haut suchte.

Könntest du... vielleicht wieder gehen?"

Natürlich."

Dumm... dumm, dumm, dumm! Warum hatte sie ihn nicht gefragt wieso? Konnte das so schwer sein?

Ein Schaudern überfiel sie als das Wasser auf ihr abkühlte und trocknete.

Kann es sein, dass er einfach... wie komme ich darauf, dass es mit mir zu tun hat? Kann es nicht sein, dass ihn das alles zur Zeit einfach überfordert? – Auf der anderen Seite... bin ich vielleicht nicht überfordert?... Naja, nicht wirklich. Inzwischen... wer hätte gedacht, dass ich mich an Magie gewöhne, an den Gedanken der Gefahr, in der wir alle schweben und dass ich so schnell Freundschaft schließe mit den Schwestern, mit Pelagia, mit Jen und Cole... und Chris? Was interessiert es mich so, wie es ihm geht? – Vielleicht weil ich nicht völlig gefühllos bin?

Oder... weil du ihn magst? Der letzte Gedanke war nicht von ihr gekommen. Sie sah sich um. Pelagia kam aus einer der Kabinen und zuckte die Schultern. Als sie sich die Hände wusch meinte sie: „Entschuldige. Aber du hast es gerade nur so herausgestrahlt."

„Ich muss wirklich vorsichtiger sein, was ich denke, hm?"

„Vielleicht. Oder ich zeige dir, wie man es nicht mehr so sehr aussendet."

„Das wäre nett." Julie sah die Kleine an... und errötete plötzlich. „Denkst du wirklich... dass es das ist, was ich fühle... für ihn?"

„Das kannst nur du sagen... oder vielleicht meine Mutter. Ich bin nur Telepathin, schon vergessen? – Allerdings... wenn es so wäre..."

„Ja?"

„Ich glaube, er mag dich auch."

„Ich weiß nicht. ... Er zieht sich immer wieder zurück. Und eigentlich... hatten wir ja kaum Zeit uns richtig kennen zu lernen." Was mache ich hier? Mein Gefühlsleben mit einer 12jährigen diskutieren?

„Das habe ich gehört!"

„Ups... entschuldige!"

Pel grinste. „Schon okay. ... Ich geh jetzt wieder ins Bett. Bis morgen!"

Julie schaute auf ihre Uhr. „Bis nachher!"

„Oder so!"

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Nach diesem Treffen folgte sie weiter den Korridoren, bis sie vor Coles Büro war. Unter der Tür war ein Lichtschein auszumachen. Arbeitet er also noch! Gerade wollte sie weiter gehen als sie Stimmen hörte.

„... Unerhört!... Das..."

„Nein, so beruhigen... jetzt... es ist doch..."

Die erste war ihr unbekannt, die zweite war die von Cole.

Die erste Stimme antwortete noch einen Tick lauter, so dass Julie jetzt alles hörte: „Nein! Ich beruhige mich nicht! Während Chris in der Vergangenheit heile Welt mit seiner Familie gespielt hat, sind hier weiter Menschen gestorben! Er hatte uns Ergebnisse versprochen, verdammt noch mal!"

„Und die bekommen Sie auch!" Okay, das war eindeutig Chris!

„Wie denn?", unterbrach der andere erneut. „Jetzt sind Sie wieder hier! Und unverantwortlicherweise auch die Mächtigen Drei! Wie soll das bitte helfen? - Zu alledem sind jetzt auch noch alle unsere Kräfte hier auf die Suche nach diesen ... Leuten gebunden! Wir führen Krieg! Wir sind keine Babysitter für die Mächte der Ewigkeit!"

Die ruhige Stimme von Cole sagte etwas, was sie nicht verstand, was Chris jedoch offensichtlich zur Explosion brachte. „Nein, nein und nochmals nein, Onkel Cole! Dieser Bastard von einer Hexe hat doch keine Ahnung und das weißt du! Von dem lassen wir uns nichts sagen! Nicht, wenn es um so etwas wichtiges geht! Mir doch egal, wenn er aus Indien kommt!"

„Wie können Sie es wagen! Sie..." Der Besucher flüchtete sich in seine Muttersprache, was er sagte, war jedoch eindeutig nicht besonders höflich.

„Zur Hölle mit euch!", war das einzige, was Chris antwortete, dann flog die Tür auf. Beinahe wäre er über Julie gestolpert. „Was willst du denn hier?", fuhr er sie an. Bevor sie etwas sagen konnte, standen Cole und der Inder bei ihnen und Chris winkte einfach ab und stürzte davon.

Julie sah ihm mit großen Augen nach.

Cole sagte etwas in einer ihr unbekannten Sprache zu seinem Besuch und führte ihn fort. Über die Schulter nickte er ihr noch einmal zu.

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Beim Frühstück saß sie mit Jen zusammen und erzählte ihr von der Auseinandersetzung. Jen verzog das Gesicht, nickte aber verstehend.

„Es ist eigentlich ganz einfach zu erklären", sagte Jen. „Als Chris in die Vergangenheit ging, hat er das nicht einfach nur so gemacht. Es war der letzte Ausweg für ihn."

„Inwiefern?"

„Du musst wissen, dass Cole zwar der Anführer unserer Bewegung ist, dass sie aber auch die ganze Welt umfasst. Überall gibt es Widerstand und es gibt viele Stimmen, die der Meinung sind, dass wir schon vor Jahren gesammelt Wyatt hätten angreifen und töten sollen. Als diese Stimmen immer lauten wurden und in der Hierarchie immer höher stiegen, konnte Cole irgendwann nicht anders, als die Sache mit ihnen zu bereden. Chris, so sehr er auch verabscheut, was aus seinem Bruder geworden ist, liebt ihn. Auch nur Gesprächen über seine Ermordung zuzuhören war zuviel für ihn. Also tüftelte er diesen Plan aus. Nach langen langen Diskussionen stimmten alle widerstrebend zu."

„Wenn er in der Vergangenheit keinen Erfolg hat, werden sie sich hier zusammenscharen und Wyatt angreifen... aber hättet ihr Erfolg?"

„Wer weiß. Vielleicht. Es wäre eine langwierige Operation. Es ist eine Sache, mal 20 Hexen aus anderen Ländern zu Beratungen herzuholen. Aber tausende? – Und selbst wenn es uns gelingen würde sie unerkannt herzuschmuggeln, garantiert das gar nichts. Wyatt ist nicht allein. Die ganze Unterwelt hört auf sein Kommando... und auch viele Hexen konnte er umdrehen."

„Also könnte es zu einem Patt kommen."

„Entweder das... oder er tötet uns alle. Bei einem solchen Affront könnte er gar nicht anders. Und ich persönlich glaube, dass er die Macht dazu hätte. – Für Chris ist es also nicht nur die Sorge um seinen Bruder, die ihn antreibt. Wenn er Erfolg hat, rettet er uns allen das Leben."

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Später saß Pelagia wie gewöhnlich eine Weile bei ihrem Vater im Büro und las. Es hatte sich so eingepegelt, dass sie und er trotz seiner vielen Arbeit auf diese Weise etwas Zeit miteinander verbrachten

Heute jedoch fühlte sich Pelagia irgendwie abgelenkt. Cole, der ihre Zerstreutheit bemerkte, fragte: „Ist etwas, Pel?"

„Ich weiß nicht." Sie klappte ihr Buch zu. „Haben sich bei Julie schon irgendwelche Fähigkeiten gezeigt?"

„Nicht, dass ich wüsste, wieso?"

„Mir ist da etwas aufgefallen. Ich habe sie heute Nacht getroffen... sie hat ‚laut gedacht' und ich habe dann ebenfalls etwas gedacht... und sie hat es gehört."

„Und das ist ungewöhnlich?" Pelagia war immerhin eine Telepathin; wenn sie wollte, konnte sie anderen durchaus geistige Botschaften schicken.

„Normalerweise nicht aber... ich habe es nicht direkt an sie geschickt, verstehst du?"

„Ach so. Dann meinst du also, dass sie auch eine Telepathin sein könnte?"

„Ich weiß es eben nicht. Es war komisch..."

„Hm... Wir werden sie wohl einfach im Auge behalten. Hast du nicht nachher noch mit ihr Training?"

„Ja. – Es macht auch echt Spaß. Noch ein, zwei Stunden und sie kann in unserer Jugendgruppe ohne weiteres mithalten. Ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass sie so sportlich ist."

„Sie scheint voller verborgener Talente zu stecken."

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Das Training war prima gelaufen. Sie hatte zwar einiges einstecken müssen, hatte aber Pelagia auch ein paar Mal auf die Matte geschickt. Wenn man von dem ungewöhnlichen Morgen absah hatte sie also einen guten Tag gehabt. Sie hatte sich körperlich betätigt, hatte Zeit mit den Leuten aus ihrer eigenen Welt verbracht, hatte ein paar neue in Empfang genommen und ihnen alles gezeigt...

Warum hatte sie dann so schlechte Laune?

Sie seufzte und drehte sich etwas umständlich im Schlafsack um – glücklicherweise war das Ding aber auch recht groß... sogar ein Doppelschlafsack.

Es gab zwei Gründe für ihren bescheidenen Gemütszustand... Grund numero uno: Sie hatte heute (mal wieder) an der Einweisungssitzung für die Unschuldigen teilgenommen. Inzwischen hatte jeder, der kam, schon irgendeine Zauberkraft gezeigt... bei der Sitzung, die jeden Abend stattfand, wurde ihnen gezeigt, wie sie zumindest niemandem Schaden zufügten.

Und sie...

Sie würde niemandem etwas tun. Denn bei ihr kam nichts. Nada, niente. – Okay, da waren ihre Schwächeanfälle morgens und abends und der Traum. Aber es erschien ihr unwahrscheinlich, dass das etwas mit irgendeiner mysteriösen Zauberkraft zu tun hatte.

Oder etwa doch?

Hach, war es nicht wunderschön... frustrierend?

Grund Nr. 2: Sie hatte Chris nicht mehr gesehen. Ob er ihr aus dem Weg ging? Seit der Situation vor zwei Tagen als sie ihm das Essen gebracht hatte und heute am frühen Morgen hatte sie ihn wirklich nicht oft getroffen. Und dieser Umstand störte sie. Sie wollte mit ihm zusammensein, mit ihm reden...

Entschlossen, erst mal nicht weiter darüber nachzudenken schloss sie die Augen...

und schlief ein...

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Sie lief durch ein Labyrinth.

Es war dunkel, nur an einigen Stellen spendeten Fackeln spärliches Licht. Ihre Schritte und ihr Atem hallten in ihren Ohren wieder.

Sie musste rennen, immer weiter, soviel war klar. Ihr Ziel war klar. Ihre Aufgabe.

Sie musste sich beeilen. Sie musste rennen.

Sie lief durch ein Labyrinth.