Summary: ‚Charmed' ist nur eine Serie – oder? Als Julie eines Tages mitten in der magischen Welt aufwacht beginnt das Abenteuer ihres Lebens…
Disclaimer: Und falls hier jemand unter Wahnvorstellungen leidet: Schön wär's, aber nein, ‚Charmed' gehört nicht mir.
Note 1: persephone, Misato und Phania: Habt Dank:-) Habe ich schon erwähnt, wie sehr ich es liebe Reviews zu bekommen?
Und wenn ich es mal mit Love Complications vergleiche, dann habe ich jetzt verhältnismäßig schon mehr Reviews bekommen! Prima, wunderprächtig (Ich weiß, dass das kein Wort ist!)! Einfach toll!
Note 2: Zu diesem Kapitel... Ich habe ewig darauf gewartet, das zu schreiben. – Aber ich war auch teilweise sehr verwirrt. Wenn es euch ebenso gehen sollte, dann tut es mir leid und ich hoffe, es klärt sich alles! Wenn nicht... nunja, ihr wisst ja wie das geht mit dem Review-Button am Ende der Seite!
Also... viel Spaß!
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Zwischen den Welten
Kapitel 15
„Gehen wir jetzt hoch", fragte Phoebe.
Piper und Paige sahen einander an, nickten und schauten dann zu Cole. Er schaute auch auf seine Uhr, spielte dann in Gedanken kurz mit seinem Stift und sah sie schließlich an. „Ja. Gehen wir es an."
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„Hast du noch genauere Informationen für mich?"
Er überlegte. Hatte er? Nun ja, theoretisch schon. Aber würde er ihm die geben? „Was ist mit meiner… ‚Bitte'?", stellte er die Gegenfrage, um Zeit zu schinden. Es wäre einfacher gewesen, wenn Wyatt und Chris allein oder nur mit Leibwächtern in einem Raum gewesen wären. Jetzt waren Pel und zwei Unschuldige dabei. Prima… Wie war das? ‚Kein Plan überlebt die erste Begegnung mit dem Feind.'?
„Das hängt davon ab… - Was ist?" Einer seiner Untergebenen hatte sich reingeschimmert.
„Wir werden angegriffen", berichtete der Dämon, ohne sich mit dem üblichen ‚Mein Gebieter' aufzuhalten. Und gerade, als die letzte Silbe seinen Mund verließ erschütterte eine Explosion das Stockwerk. Die Mädchen schrieen und Mike hielt sich krampfhaft an seinem Sessel fest.
„Verdammt", entfuhr es Chris. „Sie sind zu früh dran!"
„Was mache ich nur mit dir…."
„Nichts!", unterbrach der Wächter des Lichts aufgebracht seinen Bruder.
„Und stattdessen?"
„Mylord!", drängte der Dämon.
„Jetzt nicht!", herrschte Wyatt ihn an und ließ kurzerhand einen Feuerball den Nachrichtenüberbringer etwas weniger gesprächig machen. „Also, was wolltest du sagen?"
Einen Moment schaute Chris auf den rauchenden Haufen Asche. Dnn machte etwas Klick in ihm. „Das ist wieder typisch für dich! Jemand fragt dich etwas und du bringst ihn kurzerhand um!" Chris hatte keine Ahnung, wieso er das sagte. Und Wyatt offensichtlich auch nicht: „Was regst du dich so auf? Das war doch nur ein Dämon!"
„Das ist scheißegal, Wy! Es ist mir alles egal! Ich…"
Während Chris sich nicht beherrschen konnte und Wyatt weiter an den Kopf warf, was er ihm schon lange mal sagen wollte, schauten die anderen entsetzt zu.
Chris hatte keine Ausraster.
Nicht solche.
Nicht in einer Situation wie dieser.
Er sollte ruhig bleiben,
berechnend,
verstehen,
was in seinem Bruder vorging, damit er rechtzeitig erkannte, wenn dieser etwas… Böses vorhatte.
Er sollte hier ihr verdammter Retter sein! Und nicht… nunja, gerechtfertigter Weise einmal in seinem Leben ehrlich und offen zeigen, wie sehr in das alles anpiss… äh, verletzte…
Seltsamerweise stand Wyatt nur so da… irgendwie erstaunt… und hörte zu. So hatte Chris schon ewig nicht mehr mit ihm gesprochen. Gut, er beschimpfte ihn… aber er tat es frei, von der Leber weg, kümmerte sich nicht um die Konsequenzen.
Zumindest tat er das, bis etwa 10 Dämonen in den Raum stürzten und es einmal mehr deutlich wurde, was es hieß, dass Zauberkräfte an die Emotionen ihrer Besitzer gebunden waren.
„HINAUS!", schrie er und schleuderte sie alle gegen eine Wand.
Schwer atmend – eher von seinem Ausraster, als vom Gebrauch seiner Magie erschöpft – schüttelte er dann den Kopf und sah auf einmal sehr verletzlich aus.
Es rührte Julies Herz, als sie zwischen den beiden Brüdern hin und her schaute.
Und es erschreckte sie.
Sie selbst hatte keine Geschwister, wusste nichts von der tiefen Bindung, die entstehen konnte, wenn man zusammen aufwuchs, die Tage gemeinsam verbrachte und nachts sicherstellte, dass der andere gut schlief. Mal abgesehen davon, dass diese Geschwister auch endlose Gefahren gemeinsam bewältigt hatten… Sie hatte sowohl Chris als auch Wyatt allein erlebt und sie beide in ‚Chris-Crossed' gesehen. Aber damals: Das war nichts zu dem, was sie sah, als sie jetzt zusammen waren. Fast glaubte sie das Band zwischen ihnen sehen zu können, die Spannung fühlen zu können.
Die Dämonen, denen Chris so unsanft gesagt hatte, dass sie doch bitte verschwinden sollten kamen jetzt wieder auf sie zu. Wyatt hob eine Hand und sie hielten inne. „Kümmert euch um unsere Freunde da unten. Ich habe Wichtigeres zu tun. Und…. Wenn möglich, nehmt sie gefangen. – Keine Toten", fügte er an.
„Wie ihr wünscht, mein Gebieter", sagte der Ranghöchste unter ihnen und sie machten sich daran, ihre Aufgabe zu erfüllen.
„Danke", kam es von Chris fast nicht hörbar. Er sah seinen Bruder nicht an.
Wy trat aus einem Impuls heraus an ihn heran und umarmte ihn.
Pels Hände flogen zu ihrem Mund.
Es geschahen Wunder!
Wyatt umarmte seinen Bruder und dieser ließ es zu.
Dann hielt Wy Chris auf Armlänge von sich und sah ihn forschend an. „Das ist alles nicht so gegangen, wie du es dir gedacht hast, nicht wahr?"
„Nein, ist es nicht", antwortete der whitelighter. Er hatte gerade die perfekte Gelegenheit verstreichen lassen, den Plan auszuführen, wegen dem er hier war. Und er könnte es jetzt, da Wyatt ihn an den Schulten festhielt immer noch tun. Was verdammt noch mal war mit ihm los? Das hier war seine Chance! Was hielt ihn zurück?
Wyatt bemerkte wohl, dass irgendetwas nicht stimmte, dass Chris sich untypisch benahm.
Aber zum 1.Mal seit langer Zeit wusste er nicht, was er tun sollte.
Ratlos standen sich die beiden Halliwells gegenüber.
Julie, die wie Mike und Pel daneben stand verspürte plötzlich den unbändigen Wunsch ihnen zu helfen einander zu verstehen.
Wenn sie nur wüssten wie es im anderen wirklich aussah!
Und das taten sie im nächsten Moment, denn von Julie ging auf einmal ein Windstoss aus, der die beiden erfasste und kurz einhüllte. Als er vergangen war, schossen die Köpfe von Wyatt und Chris zu ihr herum und starrten sie an.
Julie blickte auf ihre Hände, sah dann die Brüder an. „Ups."
„Ups?", kam es synchron von ihnen zurück, dann sah sie einander an und taten es erneut: „Oh, oh!"
Während sie jedoch einander noch anschauten und ihnen zu ganzem Bewusstsein kam, was passiert war, da geschah noch etwas anderes.
Anstatt nur im Körper des anderen zu stecken, offenbarte sich eine weitere Fähigkeit Julies. Nämlich die bodyswitcher einen Blick auf die Erinnerungen und das Bewusstsein desjenigen werfen zu lassen, in dessen Körper sie jetzt waren.
Entsetzen und Hilflosigkeit des 14-Jährigen, der seine Mutter in ihrem eigenen Blut liegen sieht, ihr nicht helfen kann und immer wieder nach Bruder und Vater ruft.
Unglauben, als den 2 Jahre älteren Bruder die Nachricht vom Tod seiner Mutter erreicht. Dadurch das Gefühl, als würde in seinem innersten etwas zerbrechen. 3Dinge, die sein Denken beherrschen: Seine Mom ist tot. Sein Bruder ist verletzt. Und er wird herausfinden, wer das seiner Familie angetan hat!
Spaß, als Wyatt in der Unterwelt auf Jagd ist. Die Kreaturen der Finsternis fürchten ihn, denn er kommt immer wieder und er schert sich einen Dreck um die Gefühle von Dämonen, während er das Spiel „Verrat mir was du über den Tod von Piper Halliwell weißt oder du wirst dir wünschen in deine Hölle zurückkehren zu können, wenn ich mit dir fertig bin!" mit ihnen spielt.
Das erste Mal das Gefühl von Verrat und allen Emotionen, die er auslösen kann, als Wyatt den Beweis für die Schuld der Ältesten und Cleaner sieht. Das Wissen, dass er es seiner Familie niemals wird sagen können. Aber auch die Gewissheit, dass er es den Verrätern heimzahlen wird!
Unbändige Liebe für seinen Bruder – und schmerzhaftes Unverständnis, als Cole und Phoebe enthüllen, wer für Paiges Verschwinden verantwortlich ist. Die Welt war verrückt geworden – sein Bruder erklärt alles, wofür die Charmed Ones und er selbst ihr Leben lang gestanden hatten für wertlos.
Schmerz, als Chris erkennt, wie ernst es Wyatt ist… als er dessen erste Opfer sieht.
Innere Zerrissenheit. Er weiß was richtig ist – doch die Gefühle für seinen Bruder halten ihn zurück. Wie lange wird er noch untätig bleiben können?
Entschlossenheit und Furcht ob der ungewissen Zukunft. Der Entschluss ist gefasst; es werden keine Unschuldigen ehr sterben, so weit es Christopher Halliwell angeht.
Entschlossenheit und Furcht ob der ungewissen Zukunft. Wyatt ist zum ersten Mal wirklich allein. Sein Bruder hat ihn verlassen – wird von jetzt an gegen ihn Krieg führen. Unendliche Traurigkeit und Verzweiflung, dass es das sein soll, was das Schicksal für ihn und Chris bereitgehalten hat. Aber: Entschlossenheit! Sein Weg ist der richtige! Und Furcht… um seinen Bruder… denn der Weg von Chris ist es nicht…
…
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„Was hast du gemacht?", wollte Pel wissen, als ihre Cousins sich nicht rührten.
„Ich fürchte, ich habe…AH!" Eine weitere Explosion war zu spüren. Mike und Pelagia hielten sich aneinander fest, Julie fiel fast hin. Als es wieder ruhig war, fuhr sie fort: „Ich fürchte sie haben ihre Körper getauscht."
„Du hast WAS? getan??? Das ist doch"
Bevor Pel sich weiter darüber aufregen konnte, fuhr Wyatts… ah, Chris' Hand auf sie zu und fasste sie am Arm, um sie zu beruhigen. Pel sah ihn mit großen Augen an. „Chris?"
Chris-in-Wyatts-Körper nickte, immer noch benommen… „Schlichterhexe… es ist eine ihrer Fähigkeiten… Wy? Wyatt?"
Wy schnappte auch aus seiner Trance und sah seinen Körper an, wie er vor ihm stand und aus seinen Augen nicht er auf ihn schaute, sondern Chris. „Ich hatte keine Ahnung", war das erste, was er mit Chris' Stimme sagte
Chris wusste, worauf er anspielte und nickte. „Dito." Dann ließ seine Hand Pel los und packte Wyatt… „Die Ältesten und die Cleaner?"
„Ja", war die einfache Antwort.
„Bastarde", murmelte Chris.
„Und du… wolltest mich wirklich nie verraten…" Es war nicht sosehr die Frage nach dem Verrat, die Wyatt hier jetzt stellte. Sondern die Frage, ob Chris sich je von seinem Bruder abgewandt hatte, er aufgehört hatte, ihn zu lieben… so wie Wy es gedacht hatte.
Chris, der die Frage als das sah, was sie war, antwortete: „Es war nie eine Frage von Wollen… nicht mehr seit Moms Tod… und ich habe den Eindruck, dir ging es auch so."
„Möglich."
„Und ändert es etwas…?"
Wy schaute ihn an, die Traurigkeit und das Verlangen, dass Chris in Wyatts eigenem Gesicht zum Ausdruck brachte und schüttelte dann selbst traurig den Kopf. „Ich glaube nicht… oder?"
„Nein. …–… Julie?"
Sie war dem Wortwechsel aufmerksam und zum Schluss ein wenig enttäuscht gefolgt und war jetzt etwas perplex, dass Chris sie ansprach. „Hm?"
„Könntest du das hier in Ordnung bringen?"
„Ich… hm… ich versuch's, okay?" Hoffentlich bekam sie das jetzt hin! Sie setzte sich wieder auf das Sofa und schloss die Augen. Dann beruhigte sie ihren Atem, wie sie es mit Chris geübt hatte und konzentrierte sich, stellte sich Chris vor und stellte sich Wyatt vor. Wie sie als sie selbst ohne ihre Körper existierten, als lebten diese nur zufällig um sie herum. Mit dieser Vorstellung, die sie fest hielt, sollte es eigentlich ganz einfach sein.
Tja… sollte … und eigentlich… das waren in diesem Fall die Schlüsselwörter. Denn gerade, als Julie mit Visualisieren fertig war und den nächsten Schritt anging, da wagte es schon wieder jemand, sie zu stören.
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Während weiter unten der Kampf wütete war eine kleine Gruppe Rebellen schon in den oberen Stockwerken.
Und Mark war sehr zufrieden. Die Crux im Plan war es gewesen, überhaupt mit so vielen Hexen und ‚gesuchten Verbrechern' ins Gebäude zu kommen. Doch ein paar sehr starke Tarnzauber und die Tatsache, dass eine EMP alle Drohnen in einem Umfeld von 2 Kilometern ausgeschaltet hatte war … hilfreich gewesen! Ein weiterer schwieriger Punkt war gewesen, dass sie keine Ahnung hatten, wo Wyatt sich aufhalten würde. Würde er sich am Kampf beteiligen, sobald sie angriffen? Würde er warten in der Annahme, dass seine Anhänger mit ihnen fertig wurden? Oder würde er abhauen? Um sicherzugehen, dass sie mit seinen Dämonen fertig wurden nur um dann festzustellen, dass Wyatt selbst einen Abgang gemacht hatte, hatten sie eine weitere Karte verzaubert. Genau wie die Stadtpläne sollte sie auch den Aufenthaltsort einer bestimmten Person in dem Wolkekratzer zeigen. Die eines Halliwells… besser wäre es natürlich gewesen, es genau und spezifisch auf Wyatt zu eichen… doch sie brauchten ja für den Zauber etwas von der Person. Und einer seiner Leute war mit der Idee zu ihm gekommen, doch Blut zu verwenden! Blut von Wyatt? Hä? Nein, das nicht. Aber sie hatten genug Blut von Chris vorrätig gehabt! Und das reichte schon… Jetzt folgten sie also der Karte zu ihm und die anderen lenkten die Dämonenwachen ab.
Wirklich, bisher lief alles glatt! Sie hatten hier oben auch noch kaum jemanden gesehen…
Noch 2 Stockwerke! Nur noch 2 Stockwerke! , dachte Mark aufgeregt. Und interessanterweise bewegte sich der Bastard nicht mal! Glaubte wohl nicht, dass sie es bis zu ihm schaffen würden! Ha! Der würde sich wundern!
Nach einem letzten Blick auf den magischen Punkt, der die Stelle markierte, an der Wyatt Halliwell sich aufhielt, steckte er die Gebäudekarte wieder weg. „Können wir?", fragte er Damien.
„Nein!", sagte dieser. „Abby schafft es nicht weiter! Wir müssen sie raus bringen!"
„Wir können sie raus bringen, wenn wir getan haben, weswegen wir hier sind."
Damien starrte ihn an, als hätte er den Verstand verloren. „Was? Sollen wir sie hier lassen, damit jeder x-beliebige Feind zu Ende bringen kann, was dieser Warlock an ihr begonnen hat?"
„Genau das werden wir tun", sagte Mark mit ruhiger Stimme.
„Nein, verdammt!" Er würde sie nicht hier zurücklassen!
Carol kniete sich neben ihn und Abigail. „Bleib du bei ihr… das ginge doch, nicht wahr?", fragte sie und schaute Mark an.
Er nickte. Ein guter Kompromiss. „Ja. Alle anderen sind noch dabei?"
Die Hexen um ihn herum nickten mit grimmiger Zustimmung. Sie hatten lange genug auf den heutigen Tag gewartet! „Dann gehen wir!"
Carol half Damien noch, Abby in ein leeres Büro zu schaffen, dann machte sich die Gruppe wieder auf den Weg. In diesem Stockwerk war es noch ruhig. Doch ab dem nächsten wurde es… nun ja, voll. Die Rebellen warfen mit Zaubertränken und telekinetischen Energiewellen um sich – wurden gleichermaßen von den Dämonen angegriffen, doch es schien, als wäre die meisten von ihnen ganz nach Plan wirklich unten in den Kampf gegen die anderen Widerständler verwickelt.
Allerdings schafften sie es nur fast nicht noch jemanden zu verlieren… 2 weitere von ihnen blieben auf der Strecke. Der eine getroffen von einem highvoltage-Energieball, der andere in den Rücken getroffen von einer Athame. Die Verletzungen, die die übrigen davontrugen, waren nicht ganz so schlimm und so gingen sie nach einem letzten Blick auf ihre toten Kameraden weiter… den Gang entlang, die Treppe hoch und einen weiteren kurzen Gang entlang.
„Wir sind da", flüsterte Mark und ging dann als erster durch die Tür – nur um bei dem Anblick, der ihn erwartete zurückzuprallen. „Nein!", entfuhr es ihm überrascht und wütend und zog damit alle Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich.
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Der Ausruf, der von der Tür kam veranlasste sie alle von Julie wegzuschauen. Auch sie selbst öffnete verwirrt die Augen und weitete sie dann erstaunt, als sie Mark erkannte. Hinter ihm strömten einige andere Hexen in den Raum.
Mark blickte ‚Chris' an. „Ich hätte es mir denken können. Du kannst es einfach nicht haben, dass ich einmal vor dir irgendwo bin."
‚Chris' zuckte mit den Schultern und sah zu seinem Bruder. „Das ist er?"
‚Wyatt' nickte. „Jap. – Jetzt sag doch mal, Mark: Was sieht dein großartiger Plan an der Stelle vor, an der du mich und Wyatt im selben Raum vorfindest und ich mich nicht davon überzeugen lassen werde, dass er dich tötet, egal wie sehr ich dir auch selbst eine runterhauen würde?"
Erst wollte Mark eine beleidigende Bemerkung zurückwerfen, doch als er den Mund dazu öffnete, registrierte sein Gehirn eine Kleinigkeit. „Was meinst du mit ‚mich und Wyatt'?"
‚Chris' sah den vermeintlichen Wyatt an und schmunzelte. „Nicht gerade der Schnellste, oder?"
„Genau meine Meinung. Das wir das noch mal sein würden… Okay, Mark, jetzt hör mir zu: Es mag dir vielleicht gegen den Strich gehen: Aber ja, ich war tatsächlich vor dir da und… auch wenn es gerade nicht so aussieht: Das da ist Wyatt." Er zeigte auf ‚Chris' und Wyatt schien das Ganze so amüsant zu finden, dass er sogar dem verwirrten Mark und seiner kleinen Gruppe von Freunden zuwinkte. „Also, du bist zu spät dran, sorry", fuhr er fort und klang dabei nicht im Geringsten so, als würde es ihm leid tun… eher als genösse er das Ganze. Immerhin würde er wahrscheinlich nie über seine Komplexe Wyatt gegenüber hinwegkommen… aber ab und zu gönnte er es sich, Mark eins reinzuwürgen. „Das Beste wäre also wenn du und deine Freunde jetzt verschwinden würden. – Ginge das, Wy?"
‚Chris'/Wyatt hob die Augenbrauen. „Einfach so?"
„Naja, es ist ja nicht so, als hättest du mir nicht schon versprochen, ihr Leben zu schonen, nicht wahr?"
Die Rebellen sogen scharf die Luft ein, als sie das hörten und Mark rief: „Verräter!"
„Sei still, du rückratloses kleines Stück Nichts!"
Marks Mund klappte hörbar zu, als er Chris' Stimme das sagen hörte, dahinter jedoch die befehlende Eigenart von Wyatt hörte. Langsam drang wirklich in ihn ein, was er da vor sich sah… und irgendwie hatte er das Gefühl, dass er etwas übersah.
Wyatt jedenfalls wandte sich wieder seinem Bruder zu. „Du musst schon zugeben, dass selbst wenn ich dir versprochen habe sie nicht umzubringen es mir doch einen enormen Vorteil bringen würde sie hier zu behalten…"
Chris nickte. „Mag sein, dass es sie davon abhalten würde dir jemals wieder Probleme zu machen und sicherlich wäre es ein Schlag ins Gesicht für unsere Freunde in anderen Ländern… aber…"
Erstaunlicherweise blieben alle ruhig. Jeder wollte morbiderweise erfahren, wie Chris die Quelle alles Bösen davon überzeugen wollte, ihm einen Gefallen zu tun.
„Aber?", fragte Wyatt.
„Ich bitte dich darum", antwortete Chris, bevor er wusste, was er tat. Nie hätte er gedacht, diese Worte zu ihm noch einmal zu sagen. Nicht nach… nunja, nicht nach allem- Paige, Phoebe, tausende Unschuldige, Freunde, Kämpfer, die an seiner Seite gestorben waren… Bianca! - was eigentlich zwischen ihnen stand.
Alle anderen waren jedenfalls genauso überrascht und genau dieser Moment war es, in dem Mark einfiel, was es war, was er übersehen hatte. Es war dieser Augenblick, in dem niemand der Anwesenden einen Angriff erwartete, in dem Mark beschloss zu handeln.
Er murmelte einen Zauber, der die vorbereiteten Elixiere in seinen Händen erschienen ließ.Und dann warf er sie in die Luft. Diese große Bewegung brachte ihm zwar Aufmerksamkeit aber die anderen waren keineswegs schnell genug, um richtig zu reagieren. Er ließ die Elixiere mit einer Handbewegung auf Wyatt und Chris zuschießen. Während Pel, Julie und Mike einfach Deckung suchten, sprang automatisch Wyatts Energieschild an, der nun Chris, der ja zurzeit in Wyatts Körper steckte, schützte. Ünglücklicherweise reagierte er immer noch auf die umgekehrte Moral derjenigen, die sich ihm näherten. Deshalb prallte ‚Chris'/Wy von ihm ab und war dem Angriff hilflos ausgeliefert. Eigentlich würde er Chris' Telekinese benutzen oder einfach orben. Aber noch hatte keine Ahnung, wie die Fähigkeiten von Chris sich aktivieren ließen.
So war es also nicht weiter verwunderlich, dass Wyatt schließlich nicht mehr ausweichen konnte und Chris' Körper von mehreren Elixieren getroffen wurde. Als er zu Boden ging, versuchte Chris ihn aufzufangen und da endlich ließ der Schild ihn seinen Bruder in Sicherheit bringen.
Mark jedoch hörte nicht auf und auch seine Kampfgenossen griffen an. Als Vertreter des „Angriffsplans" hatten sie nicht erst seit gestern an ihrer Strategie gearbeitet und wussten, dass Wyatts... Chris' Schild irgendwann nachgab.
Pel jedenfalls hatte beim Anblick ihrer unter Beschuss stehenden Cousins irgendwann genug. Sie kam hinter dem Sofa hervor und setzte ihre zweite Kraft ein, die aus ihrer Telepathie resultierte: die Deflektion!
So stand die 12jährige mit erhobenen Armen da und aus ihrem kleinen Mund kam ein lautes, irgendwie nachhallendes „STOPP!". Mit einem Mal war alles, was sich in der Luft befand, ob telekinetischer Angriff oder Elixier, zum Stillstand gekommen. Früher war sie nur der einfachen Deflektion mächtig gewesen. Doch seit einigen Monaten gelang es ihr, die Kraft auch auf diese Weise zu nutzen.
„Und jetzt überlegt euch gut, ob ihr hierbleiben wollt, denn sobald ich loslasse, fliegen all die hübschen kleinen Dinge hier wieder in eure Richtung." Sie sagte es nicht besonders viel Nachdruck oder einem drohenden Unterton – aber die Nachricht war klar.
Die Rebellen sahen Mark an. Er warf einen Blick auf ‚Wyatt', der ‚Chris' innerhalb der blauen Blase in den Armen hielt.
„Gehen wir", sagte er. Er hatte nie vorgehabt, Chris etwas zu tun. Doch er verabscheute den selbstgerechten Kerl und jetzt, wo Wyatt dessen Körper besaß und verwundbarer war als sonst, da hatte er diese Chance nutzen müssen.
Ursprünglich waren die Elixiere für Wyatts Körper gedacht gewesen; er nahm an, dass sie bei Chris noch besser wirken würden. Das würde am Ende einen toten Körper und einen toten Wyatt bedeuten. Damit war seine Mission erfüllt. Und wenn das bedeutete, dass Chris den Rest seines Lebens im Körper seines Bruders zubringen musste... dann konnte Mark das doch egal sein? Oder?
Nunja, wenn man davon absah, dass Chris mit dem neuen Körper auch neue Kräfte haben würde und er war sich nicht sicher, dass sich der kleine Halliwell sich nicht würde rächen wollen... Aber was solls? Mark hatte Wyatt aus dem Weg geräumt! Und jetzt wurde sein Leben von seinen eigenen Elixieren bedroht. Also würde er gehen! In den unteren Stockwerken gab es noch genug für sie zu tun!
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Die Jahre, in denen das elderland ungenutzt gewesen war hatten seinem Glanz nicht geschadet. Das Weiß strahlte so weiß wie eh und je. Die Wolken waren so flauschig wie früher; die großen Türen des goldenen Tors waren weiterhin unberührt.
Immerhin, die Zeit, die seit dem Massaker an den Ältesten verfangen war, war in den Augen der höhren Mächte nur ein Wimpernschlag.
Glücklicherweise hatten sie aber entschieden, in dieser kurzen Zeit die Leichname der Ältesten zu entfernen. Ein Umstand, der jetzt den Mächtigen Drei und Cole zugute kam. So angenehm wäre es sicher nicht gewesen, zu warten, wenn sie die ganze Zeit seit Jahren verwesende Älteste vor Augen gehabt hätten! Yummy! – Paige schauderte bei dem Gedanken. „Also?", fragte sie. „Wird langsam etwas spät, oder?"
„Ihr wisst doch, dass die Zeit hier oben anders vergeht. Vielleicht sind wir noch gar nicht so lange hier", meinte Piper, schaute aber trotzdem nervös auf ihre Uhr.
„Chris wird schon kommen", sagte Cole, um die Schwestern zu beruhigen.
Und ein kleines bisschen vielleicht auch sich selbst...
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Chris bekam nicht mehr mit, was geschah, nachdem sein Körper in seine Arme gesunken war. Die letzten Jahre hatte ihm nichts mehr Freude gemacht, als sich vorzustellen, wie es wäre, seinen Bruder zu besiegen... in seinen Schwachen Momenten auch, wie es wäre, ihm wirklich und richtig wehzutun.
Doch jetzt war er nur noch geschockt und während sich in seinen Augen Tränen sammelten versuchten seine zitternden Finger irgendetwas zu tun.
Lag es daran, dass da vor ihm nicht Wyatts Körper sondern sein eigener lag? War er einfach nur mehr als extrem narzistisch veranlagt?
Nein...
Plötzlich war er wieder 15, wusste nichts von der Welt... nur, dass sein Bruder schwer verletzt war.
Um ihn herum verblasste der schützende Energieschirm und Pel ging neben ihm in die Knie. Sie sagte nichts, beobachtete nur ihren Cousin.
„Wy?... Wy!... Wy?... Mach die Augen auf…. Komm schon! Wy?"
Nichts... ‚Chris' Augen bewegten sich zwar. Und seine Augenbrauen zogen sich zusammen. Aber er reagierte nicht auf Chris' Worte.
Mike kam jetzt auch aus seinem Versteck. Unsicher stand er hinter der Gruppe. Was nun?
Plötzlich schoss Chris' Kopf hoch und er schaute sich um. „Julie?"
Langsam stand sie auf, sah Chris an und dann Chris' Körper. „Oh man..."
„Du musst was machen, Julie – tausch uns aus! Ich muss wieder in meinen Körper zurück! Ich..."
„Nein", sagte ‚Julie'. Chris sah sie zuerst verwirrt an. Als dann sein Gesichtsausdruck zu verzweifelt und wütend wechselte, hob sie eine Hand, um ihn daran zu hindern, noch mehr zu sagen. „Ich bin nicht Julie."
Jetzt starrten sie alle an. Doch sie musste gar nicht mehr sagen, denn eine schwache Stimme merkte an: „Ich bin es."
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Note 3: Ach ja, ein EMP ist ein elektromagnetischer Impuls, für alle, die es nicht wissen und... hm... alles verstanden, was da grad passiert ist? ‚etwas unsicher ist'
Das, was hier gerade abläuft... ich habe echt lange darauf gewartet, das zu schreiben... alles, was nach dem nächsten Kapitel kommt... Nun, es wird sicher interessant, das zu schreiben, weil ich darüber noch nicht so genau nachgedacht habe. Das sind noch Möglichkeiten, die ich ausloten kann :-) Bis es dann zu einigen Dingen kommen wird, über die ich schon mehr nachgedacht habe! Und die werden gut :-)
Okay... wie gesagt, wenn ich ihr von dem ganzen ‚Chris' und Chris und Wyatt und ‚Wyatt' Kopfschmerzen bekommen habt und nicht den blassesten Schimmer einer Ahnung habt, was das alles sollte... schreibt mir!
Bis zum nächsten Kapitel!
June22
