Summary: ‚Charmed' ist nur eine Serie – oder? Als Julie eines Tages mitten in der magischen Welt aufwacht beginnt das Abenteuer ihres Lebens…
Disclaimer: Und falls hier jemand unter Wahnvorstellungen leidet: Schön wär's, aber nein, ‚Charmed' gehört nicht mir.
Note 1: So, hier jetzt Teil 2. Ich hatte bis vorhin total die Schreibblockade! Aber dann plötzlich ging es und ich konnte dieses Kapitel beenden! Ich hoffe stark, ich habe alle charakterlich richtig dargestellt. Gerade bei Wyatt ist das immer so eine Sache!
Note 2: Soso... wie immer an dieser Stelle ein Lobgesang auf meine Reviewer! ‚g' Danke, danke, danke, danke, danke!
Die Fragen:
Melanie Meyers... nun, die Frage beantworte ich nicht! ‚g' Was für peinliche Situationen könnte man sich da denn vorstellen? ... ähem... ‚rot wird'
Ob ich im letzten Kapitel in der Zeit gesprungen bin? Nein, eigentlich nicht. Der Eindruck könnte durch diesen letzten Satz entstanden sein. ‚Ihr Gesicht bekam langsam wieder etwas Farbe.' – Damit ist nicht Paige gemeint, sondern Julie.
Und ja, Chris hat eindeutig einen Konkurrenten! Das wird in diesem Kapitel noch mal deutlich. Wyatt ist das nämlich auch aufgefallen und da er ja nicht unbedingt auf den Mund gefallen ist, hat er kein Problem damit, seine Entdeckung allen mitzuteilen. – Eigentlich ist die Sache total komisch! Aber ihr könnt jetzt noch nicht wissen, weshalb das so ist... also... psst! ‚bemüht sich, jetzt still zu sein, damit sie nicht noch alles verrät'
Viel Spaß!
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Zwischen den Welten
Kapitel 17
Als sie das nächste Mal aufwachte, fühlte sie sich extrem erleichtert. Sie brauchte einen Moment, um herauszufinden, dass das daher rührte, dass mit ihr alles in Ordnung war. Jemand hatte sie geheilt. Sie würde noch nicht sterben.
Und dazu war sie auch nicht allein.
Als sie die Augen öffnete sah sie Chris und Mike, die auf sie runterschauten. Sie lächelte. Schön.
Dann halfen ihr die beiden auf und als Julie sich umschaute sah sie Paige... oder... ja, es war Paige. Aber wie es aussah, die aus dieser Zeit. „Danke", sagte Julie aus tiefstem Herzen.
Paige nickte einfach.
Wyatt räusperte sich. „Könntest du...?"
Julie sah ihn kurz verständnislos an, dann lachte sie, als ihr klar wurde, dass sie einen Moment vergessen hatte, dass sie ja immer noch alle in den falschen Körpern steckten. Wie es schien, gewöhnte man sich mit der Zeit daran. „Klar..."
„Warte", sagte Chris. „Was ist mit denen da unten?"
„Es scheint sich ziemlich beruhigt zu haben, wenn du mich fragst. – Ruf doch einfach mal einen meiner Dämonen her und frage ihn, wie es aussieht!"
„Und wie mache ich das? – Vergiss es, ich denke, ich weiß, wie." Er schloss kurz die Augen und mit dem Gefühl, dass er jetzt schon für Wyatts Körper hatte war es ihm ein Leichtes seine einfacheren Fähigkeiten anzuzapfen. Als er die Augen wieder öffnete, erschien einer von Wyatts Untertanen und verbeugte sich.
„Berichte", befahl Chris einfach. Hinter ihm verschränkte ‚Julie' amüsiert die Arme vor der Brust. Den Tonfall hatte er schon ganz gut drauf. Genauso hätte er es auch gemacht.
Die weibliche Dämonin berichtete, dass die Angreifer so gut wie zurückgeschlagen waren. Sie hatten einige Gefangene gemacht – allerdings erst, als ihnen gesagt worden war, dass Wyatt keine Toten wünsche. Sie war untröstlich, ihm mitteilen zu müssen, dass vorher schon einige Rebellen gestorben waren. Nunja, untröstlich, dass es nicht mehr gewesen waren – soviel wurde an ihrer Stimme deutlich. Chris sagte an dieser Stelle erstaunlicherweise gar nichts. Nur in seinen Augen war zu sehen, wie sehr er sich wünschte, genau in diesem Augenblick etwas sehr Gewaltsames zu tun. Aber das machte es nur noch überzeugender für die Dämonin, dass er wirklich Wyatt war. Sie fuhr fort und berichtete, dass leider während der Schlacht die meisten Anderweltler befreit worden waren. Dämonen hatten sie nach draußen verfolgt, doch mitten auf dem großen Platz vor dem Gebäude waren sie plötzlich verschwunden.
„Verschwunden?"
Sie nickte. „Ich habe es mit eigenen Augen gesehen! Sie sind vor uns davongerannt und mit einem Mal – poof!"
Paige musste ein Lachen unterdrücken. Dass sie tatsächlich mal eine Dämonin dieses Wort würde sagen hören. Das wurde nur noch von diesem dämonischen Kerl übertroffen, der sie kurz vor Wyatts Geburt in ihrem Haus besucht hatte. Die Magie war zu dieser Zeit ‚ausgeschaltet' gewesen. Er hatte ihnen seine Karte gegeben und anschließend gemeint, er müsste gehen – weil draußen ein Taxi auf ihn warte! Hallo?
„Wie viele sind noch in den Zellen?"
„Zweiundzwanzig, mein Gebieter!"
„In Ordnung. Ich will, dass du runter gehst und sie freilässt."
„Was?"
„Stellst du meine Anordnungen in Frage?" Chris hob nicht die Stimme, er starrte die Dämonin einfach nur zu Boden. Es war wirklich nützlich, über Jahre hinweg mit Piper in einem Haus zu leben.
„Ich... äh, nein, natürlich nicht, mein Gebieter", sagte sie und shimmerte sich eilig davon.
Julie schaute nachdenklich drein. „Meint ihr, dass die Mächte der Ewigkeit meine Leute geholt haben?"
„Wahrscheinlich", bestätigte Chris ihre Vermutung. „Deswegen habe ich die anderen rausholen lassen. Hoffen wir, sie machen das noch mal... aber sollten sie eigentlich."
„Stimmt."
„Können wir jetzt endlich wieder die Körper tauschen?" Wy wurde ungeduldig.
„Natürlich. Gib mir einen Moment, mein Gebieter."
Chris starrte sie bei den letzten Worten an. Hatte Julie das gerade wirklich gesagt? Doch dann sah er wie Wyatt mit den Augen rollte und Julie auflachte. Sie hatte ihn also nur aufgezogen! Richtig so, Julie! Zeig ihm, dass du gerade das Sagen hast! Er war irgendwie stolz auf sie.
Sie schloss wieder die Augen. Es war kompliziert dieses Mal. Sie wollte nicht zwei Seelen bewegen, sondern drei. Und eine davon würde ihre eigene sein. Für eine Anfängerin wie sie war das eine große Herausforderung.
Sie wollte natürlich wieder in ihren eigenen Körper und sie wollte auch, dass Chris endlich wieder er selbst war. Auf Dauer erschien es doch etwas gruselig, ihn in Wyatts Körper zu sehen.
Das war das andere Problem an der Sache.
Sobald sie den Tausch vollendet hatte, war Wyatt wieder er selbst, ausgestattet mit ungeheuren Kräften.
Was, wenn er dann die Nase von ihnen voll hatte?
Was würden sie dann tun?
Chris sah, wie Julie zitternd Luft holte und die Augen wieder öffnete. „Was ist los?"
Sie schaute ihn nachdenklich an, dann packte sie ihn am Arm und zog ihn ein Stück von den anderen weg. Er zeigte sich nur überrascht, wehrte sich aber nicht. Mike, Pel und Paige hoben synchron eine Augenbraue und lachten dann als Wyatt trocken meinte: „Ihr habt doch nicht etwas Heimlichkeiten?"
Chris ignorierte ihn. Er nahm Julies Hand von seinem Arm und drückte sie beruhigend.
Das brach bei Julie den Damm und sie flüsterte aufgeregt: „Ich kann uns nicht zurücktauschen! Ich kann nicht!"
„Julie, du hast das schon mehr als einmal getan. Ich bin sicher du.."
„Nein, nein", unterbrach sie ihn. „Das meine ich nicht! Wenn wir wieder wir selbst sind, dann hat Wyatt doch sofort wieder die Oberhand! Ich kann doch nicht wieder in meinem Körper landen, nur um gleich darauf umgebracht zu werden! Nein danke!"
„Julie... Julie, jetzt hör mich doch mal zu", sagte er, als sie erneut den Mund öffnen wollte. „Dachtest du wirklich, ich wäre nur hierher gekommen, um Smalltalk mit ihm zu machen? Ich habe einen Plan."
„Ich... ähm... oh."
„Ja, ‚oh'", machte er sie nach und lächelte. Dann erklärte er es ihr kurz. Sie nickte während seiner Erklärung und lächelte am Ende auch. „Alles klar?" Sie nickte.
„Wy?"
„Hmmm?", machte dieser betont gelangweilt. Ja, er hatte eindeutig etwas dagegen, dass das so lange dauerte.
„Wir müssen Julie ein bisschen helfen. Das hier ist schwieriger, als das, was sie bisher gemacht hat."
„Was soll ich tun?"
„Komm einfach her."
Wyatt ging zu ihnen, dann nahm Chris eine seiner Hände und Julie die andere. „Auf ein neues", sagte sie und schloss noch mal die Augen.
Chris hatte Recht gehabt. Mit direktem Kontakt ging es wirklich besser. Konzentration, Visualisierung, Greifen und loslassen... Alle drei fühlten sich einen Moment benommen, als ihre Seelen erneut die Plätze tauschten. Und gerade, als Wyatt klar genug im Kopf war, um die Entscheidung zu treffen, dass es jetzt Zeit war, die Hände, die er hielt, loszulassen, war Chris wieder genug er selbst, um auf seine Kräfte zuzugreifen und sich selbst, Wyatt und Julie hinwegzuorben.
Pel und Mike stürzten vor zu der Stelle, an der sie eben noch gestanden hatten. „Was soll das?", fragte Mike.
„Keine Sorge", sagte Paige. „Sie sind genau da, wo sie sein sollen... naja, wenn man von Julie mal absieht."
„Wie meinst du das, Tante Paige?"
„Ich erkläre es euch später, jetzt müssen wir erstmal hier raus." Sie streckte die Hände aus.
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Als sie sich rematerialisiert hatten, ließ Wyatt sofort los und trat von den beiden zurück. „Was zur Hölle soll das?"
Als er das letzte Wort gesprochen hatte, hörte er eine bekannte Stimme „Kristalle – Kreis!" rufen. Sein Kopf ruckte in die Richtung, aus der er Paige gehört hatte und er wollte auf sie zugehen, da prallte er zurück. Sie hatten ihn in einen Kristallkäfig gesteckt. „Chris...", hisste er drohend.
„Tut mir leid, Wy." Und es hörte sich tatsächlich so an.
„Mir nicht", sagte jemand anderer. Julie, Chris und Wy sahen, wie die Charmed Ones und Cole auf sie zukamen.
Wyatts Augen ruhten einen Moment auf seiner Mutter, dann wurden sie wieder hart und wanderten weiter zu Chris und Cole. „Ihr denkt doch nicht, dass ich mich hiervon", er streckte eine Hand aus und blaueweisse Energie knisterte dort, wo sie die Barriere berührte. „...lange aufhalten lassen werde?"
„Nein", antwortete Piper ihrem Sohn, so dass er sie wieder ansah. „Aber das müssen wir auch gar nicht denken." Sie wandte sich an Chris. „Wieso hat das so lange gedauert?"
Klar, dachte er ironisch. Nur Piper oder seine Tanten konnten in einem Moment wie diesem, in dem schnelles besonnenes Handeln wichtig war, Fragen stellen, die auch noch 1 Minuten warten konnten. „Tja, wir hatten ein paar Schwierigkeiten."
Seine Unbestimmtheit regte sie schon wieder auf! „Schwierigkeiten? Verdammt, was könnte das bitte sein? Wir sind hier oben fast verrückt geworden vor Sorge!"
„Abgesehen davon, ist es auf Dauer ziemlich kalt", fügte Phoebe hinzu, um die Stimmung etwas aufzuhellen.
Chris ignorierte sie und antwortete eisig: „Entschuldige, Piper! Es ist etwas schwierig, den Plan auszuführen, wenn man im falschen Körper steckt und um ein Haar draufgeht!"
„Das hört sich ja wirklich nach Schwierigkeiten an", warf Paige fröhlich ein, als Piper den Mund öffnete, um etwas Unnettes zurückzufauchen. „Sollten wir nicht langsam weitermachen?"
Piper blieb erstaunlicherweise ruhig, doch ihr wütender Blick verharrte auf ihrem Wächter des Lichts.
Das machte Wyatt stutzig. Es war ganz amüsant gewesen, seine Familie zu beobachten – doch das seine Mum ruhig blieb, nachdem Chris sie ‚Piper' genannt hatte? Unwahrscheinlich... es sei denn...
„Paige hat Recht", begann Cole, hielt dann jedoch inne, als Wyatt in seinem Käfig zu kichern anfing. Sie wandten sich ihm alle zu. Das Kichern wurde zu einem Lachen, dass ihn so sehr schüttelte, dass ihm Tränen die Wangen herunterliefen.
Chris trat wieder näher an den Kristallkreis heran. „Wy...?"
Er lachte weiter, hob dann einen Finger und zeigte auf die Mächtigen Drei. „Sie... sie wissen... es... gar nicht! Sie...haben... kei-... keine Ahnung", stieß er immer dann hervor, wenn zwischen den Lachattacken Luft holte. Es war einfach zu komisch, lächerlich – Ihr Götter, sowas konnte auch nur Chris verzapfen!
Chris wurde blass. Er wusste es. „Wy! Wyatt Matthew Halliwell!" Sein Tonfall war so befehlend, dass Wyatt tatsächlich kurz innehielt, aber nur so lange, wie es dauerte, seinen durch Tränen verschwommenen Blick auf Chris zu richten und dessen erschrockenen Gesichtsausdruck zu sehen. Da brach wieder alles zusammen und er ergab sich einer erneuten Lachsalve.
Chris zwang sich, sich abzuwenden. Er räusperte sich und fuhr dann fort, als wäre nichts geschehen und als würde sich die Quelle des Bösen hinter seinem Rücken nicht in die Besinnungslosigkeit lachen. „Ja, Paige hat Recht. Wir sollten fortfahren."
Paige, Piper und Phoebe warfen ihm einen Blick zu, der versprach, dass sie auf dieses Thema noch zurückkommen würden. Dann hob Phoebe einen Zettel und unisono sprachen sie:
Die alten Mächte rufen wir in unserer Not
Aufzuhalten diesen Tod –
das Böse, das wir vor uns sehen
Soll nirgendwohin mehr gehen
Soll hier verweilen für alle Zeit
Helft uns auch ihr: Mächte der Ewigkeit
Zu siegeln diesen Zauber
Zuerst geschah nichts. Dann hörte Wyatt abrupt auf zu lachen und auf seinem Gesicht zeigte sich Entsetzen, als er in sich etwas zuschnappen fühlte. Er würde hier nicht mehr orben oder schimmern können.
Als nächstes wurde das strahlende Weiss des elderland noch weisser und das goldene Tor verschwand, löste sich auf in ein Licht, das alles einhüllte und mit einem ‚KLONG', das im ohrenbetäubenden Rauschen des Magieflusses unterging, zersprangen die Kristalle, die Wyatt an seinen Platz hielten.
Und genauso plötzlich, wie es begonnen hatte, war es wieder vorbei.
Wyatt starrte die anderen alle an. „Was... habt ihr gemacht... W A S H A B T I H R N U R G E M A C H T ?"
Bis auf Chris schreckten sie alle zurück. Er wich Wyatts Blick nicht aus und sah zugleich zutiefst befriedigt und traurig aus. „Was schon lange fällig war, Wy."
Die ruhig geäußerten Worte seines Bruders brachten Wyatt abrupt zurück 'auf den Teppich'. „Wenn ich nicht so entsetzt und wütend wäre – dann wäre ich verdammt noch mal stolz auf dich, Chris! – Aber... das hier! Du weißt nicht... Konntest du dir nicht was anderes ausdenken? Hier..." Wyatt konnte seine Gefühle nicht in Worte kleiden. Er wusste instinktiv und ohne näher darüber nachdenken zu müssen, dass das hier für ihn erstmal die Endstation war. Und das erschreckte ihn. Mal abgesehen davon, dass sein enormes Ego sich damit nicht abfinden wollte – und dabei waren es die Mächtigen Drei und sein Bruder, die ihn hier festsetzten – hatte er sich geschworen, nie wieder hierher zurückzudrehen. Er verabscheute die Ältesten! Die Vorstellung, für alle Zeit hier zu bleiben...
„Was?" Piper war vorgetreten. Wenn sie schon ihr einziges Kind auf ewig einsperrte wollte sie doch wenigstens wissen, was er dazu zu sagen hatte.
„Mum", sagte er zärtlich und Chris konnte den alten Schmerz in seinen Augen sehen.
Unbewusst legte er Wyatt beruhigend eine Hand auf die Schulter. Piper und sein Bruder sahen ihn erstaunt an.
Da merkte er, was er tat und als er hätte er sich verbrannt, zog er die Hand wieder zurück.
Wyatt wusste nicht, was er tun sollte. Oder: Streich das! Er wusste, was er tun sollte! Wenn er schon hier bleiben musste, sollte er wenigstens für etwas Gesellschaft sorgen! Er sollte diese Verräter auf der Stelle umbringen! ... Theoretisch wenigstens war das so. Praktisch konnte er es nicht. Sie waren die mächtigsten Hexen ihrer Zeit, ein Ex-Dämon, sein Bruder und eine Schlichterhexe. Seine Familie plus das Mädchen, das seinen Bruder liebte. Nein, er konnte es tatsächlich nicht.
Doch was er tun konnte, war, es für sie alle etwas unangenehmer zu machen. „Ihr wisst nichts", sagte er. „Gar nichts. Ihr wisst nicht, wer Chris ist. Chris weiß nichts über Mike und Julie weiß nicht, wen von beiden sie mehr mag. Also gebe ich euch ein paar Tipps."
„Wy, nicht!"
Piper hob warnend den Zeigefinger – sie hatte das Gefühl, dass Wyatt etwas enthüllen würde. Und Chris würde ihn nicht davon abhalten.
Wyatt sah ihre Geste und lächelte. „Ja, Mum. Zu dir zuerst. Ich denke, du willst am meisten wissen, was mit ihm und mir los ist. Was macht ihn so besonders, dass ich ihn nicht wie jeden anderen Rebellen umbringen kann. Wieso ist er der, der es gewagt hat, in die Vergangenheit zu kommen... Ist es das, was du wissen willst?"
Chris war erstarrt. Bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht, bitte nicht...
Piper sah ihn einen Moment an, dann nickte sie Wyatt wortlos zu.
Cole und Chris hielten den Atem an – Wyatt schien einen Moment zu überlegen. „Ich kenne ihn schon lange", sagte er dann. „Fast mein ganzes Leben. Er ist derjenige, mit dem ich im Alter von 6 in unserem Garten gezeltet habe, der unseren Wohnzimmerteppich in Brand gesetzt hat, als er selbst 10 war... Ja, du hast ihn sogar so sehr gel... gemocht, dass du ihm dein geheimes Plätzchenrezept anvertraut hast. Chris... Christopher Perry... ist das der Name, den du ihnen genannt hast?"
Chris nickte mechanisch.
„Das ist nicht sein vollständiger Name. Perry ist sein 2.Vorname. Genau, Mum. Das kann nur heißen, dass du seine Familie schon kennst. Und ja, schau ihn dir an."
Pipers Gesichtsausdruck wechselte von einem Stirnrunzeln zu Nachdenklichkeit und wieder zurück. Sie hatte keine Ahnung, was Wyatt ihr da gerade gesagt hatte. Aber es musste eigentlich ganz einfach sein – oder?
Wyatt wandte sich zu Chris und Julie um. „Ihr beide... und Mike. Was er mit irgendetwas zu tun hat, Chris? Schau mich nicht so an – ich weiß genau was du denkst. Michael hat mit allem etwas zu tun. Mit dir und mit Julie... auch mit mir, indirekt wenigstens. Warum wohl war er derjenige, den ich zu mir geholt habe? – Nein, dieses Geheimnis kann ich noch nicht lüften. Das wirst du später machen Julie."
„Ich?", quiekste sie.
„Genau. Nämlich dann, wenn du in deine Welt zurückkehrst und meinen... und Chris zurücklässt. Und wenn du dann feststellst, wie sehr es schmerzt von ihm getrennt zu sein, dann... Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich weiß, was du dann tun wirst. – Chris auf der anderen Seite: Ich denke nicht, dass du das tun wirst, was dich glücklich macht. Deswegen habe ich ihr all diese Hinweise gegeben. Damit sie und die Tanten dich damit löchern und du endlich dein eigenes Geheimnis lüftest. Und ich wäre zu gern dabei, wenn du das tust." Er lächelte raubtierhaft. Chris wusste ganz genau, warum. Wenn er Piper sagte, wer er war, würde sie total ausflippen.
„Nun... Wie auch immer... Cole... Gib gut auf Pel acht!"
Coel antwortete nicht. Es war selbstverständlich, dass er das tun würde. Er war – neben Chris – immerhin die einzige Verwandtschaft, die sie hatte. Und wer daran Schuld? Exakt: Wyatt.
Der Schuldige ließ seinen Blick noch einmal über die Gruppe schweifen. „Ihr denkt alle, dass ihr mich ‚retten' könnt. Ihr könnte jedoch nicht verhindern, was mit mir geschieht, wie ich zu dem werde, der ich bin. – Allerdings gebe ich euch einen weiteren Hinweis, indem ich einfach noch mal sage, wie sehr ich es verabscheue an diesem Ort zu sein." Er seufzte und zog seine Mum und Chris in eine letzte Umarmung. Dann schob er die überraschten Hexen von sich. „Und nun geht endlich!" Seine Forderung unterstützend erschien in seiner geöffneten Hand ein Energieball.
In zwei Gruppen orbten sie sich zurück auf die Erde.
Kaum, dass die letzten Orbs das elderland verlassen, entluden sich Wyatts Gefühle in einem markerschütternden Schrei und einer mächtigen Energiewelle, die durch die Unendlichkeit fegte.
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Note 3: Schon irgendwie traurig, oder? Aber es hat nun mal nicht gereicht, einfach darauf zu hoffen, dass der Angriff auf Wyatts HQ alle Probleme löst. Nein. Zwar sind dadurch die Gefangenen frei gekommen und Chris hat ja auch vor in der Vergangenheit seine Mission fortzusetzen. Doch er kann es trotzdem nicht riskieren, dass Wyatt weiter Unschuldige umbringt. Was, wenn Chris versagt und zurückkommt? Oder Wyatt auf die Idee kommt einen weiteren Assassinen auf ihn anzusetzen? Er zieht alle Möglichkeiten in Betracht.
Und damit blieb als einzige Lösung Wyatt außer Gefecht zu setzen.
Tja... und da sind wir jetzt...
Note 4: Übrigens wollte ich schon früher updaten aber es mal wieder unmöglich, was hochzuladen -.-' Auf der andere Seite habe ich eine weitere mitreissende HP-fanfic (Never Alone, Never Again) gelesen, während ich darauf gewartet habe, dass sich das hier wieder einrenkt und langsam formt sich in meinem Kopf eine Idee... für ein Crossover!
Soll ich es wagen?
Bis zum nächsten Kapitel!
June22
