Summary: ‚Charmed' ist nur eine Serie – oder? Als Julie eines Tages mitten in der magischen Welt aufwacht beginnt das Abenteuer ihres Lebens…

Disclaimer: Und falls hier jemand unter Wahnvorstellungen leidet: Schön wär's, aber nein, ‚Charmed' gehört nicht mir.

Note 1: Hallo und willkommen zurück! Eigentlich hatte ich vor, bis zum neuen Jahr erstmal nicht weiter zu posten und meine Gedanken zu ordnen... denn eure Reviews haben mir da einigen Stoff zum Nachdenken gegeben!

Als Resultat davon habe ich nun doch schon weiter geschrieben und habe das Ende der Geschichte völlig neu gemacht. Ich habe mich eurem Wunsch gebeugt.

Hätte nicht gedacht, dass ich die Geschichte umschreibe.

Nun ja – hier sind wir!

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Zwischen den Welten

Kapitel 21

Als Leo sich am Abend ihr Schlafzimmer beamte war er überrascht, dass Piper noch nicht da war. Es hatte sich in den letzten Tagen eingepegelt, dass sie sich hier trafen und darüber sprachen, was tagsüber so passiert war.

Immerhin war sie aber zu Hause, das konnte er spüren, sobald er seine Whitelighter-Sinne benutzte. Also ging er auf Zehenspitzen durchs Haus, um ihre vielen Gäste nicht zu stören und betrat die Küche. Piper lehnte an der Theke und nippte an einer Tasse Kaffee.

Leo lief zu ihr und gab ihr einen Kuss auf die Wange. „Hallo Schatz! Wie war dein Tag?"

„Nun ja, gut, denke ich", sagte Piper, als wüsste sie es selbst nicht so genau.

Leo hob eine Augenbraue. „War irgendetwas?"

Du meinst, wie herauszufinden, dass Chris unser Sohn ist? „Hm, nein, alles wie immer." Sie lächelte, um dem Stirnrunzeln nicht nachzugeben, das sich auf ihrer Stirn bilden wollte. Sie hatte lange darüber nachgedacht, ob sie es Leo sagen sollte. Es war klar, dass er ein Recht hatte, es zu wissen. Aber wenn sie es ihm sagte, war es so, as würde sie Chris hintergehen. Schon wieder. Und das wollte sie auch nicht. Außerdem hatte sie den Verdacht, dass es da einige ernste Vater-Sohn-Probleme in der Zukunft gab. Das würde Chris' Verhalten gegenüber Leo erklären. Wenn es so war, dann war es erst Recht Chris' Sache, es ihm zu erzählen. – Allerdings, mit dem Verhalten, dass Piper und ihre Schwestern an den Tag gelegt hatten, war ihre Beziehung zu Chris auch nicht die Beste. Und der Junge war immer noch nicht nach Hause gekommen. Julie war seit einigen Stunden zurück. Sie hatte jedoch nur gesagt, dass Chris zu ihnen kommen würde, wenn er bereit war. Phoebe hatte gemeint, dass sie darauf schon einmal vergeblich gewartet hatten und darauf hatte Julie nur gemeint, dass er es ihr versprochen hatte und sie ihm vertrauen würde. Ob sie das nicht auch könnten? – Damit hatte sie die Diskussion wirkungsvoll beendet.

Um sich und Leo vom heutigen Tag abzulenken, fragte Piper: „Und wie lief es da oben?"

„Nun, die Ältesten werden langsam unruhig. Je länger die fremden Hexen hier bleiben, desto größer wird das Ungleichgewicht zwischen ihrer und unserer Welt. Die meisten sind eindeutig dafür, sie morgen oder übermorgen zurückzuschicken."

„Was, so bald? Soweit sind sie noch nicht!"

„Doch Piper, das sind sie. Sie beherrschen alle grundlegend ihre Fähigkeiten und das ist mehr, als ihr am Anfang zu tun in der Lage wart. Sie werden zurechtkommen. Vor allem da die Unterwelt bei ihnen bei weitem noch nicht so stark sein wird, wie sie es hier ist."

„Hm... wow... Ich meine, es wird schön sein, das Haus wieder für uns zu haben. Aber ich hatte mich irgendwie inzwischen an sie gewöhnt."

„Sie überlegen auch, wie es am Besten funktionieren wird, dort einen Ältestenrat aufzubauen. Einer der Schicksalsengel schlug war, eine Gruppe unserer Ältester und Wächter des Lichts zu ihnen zu schicken."

„Aber würde das nicht auch ein Ungleichgewicht hervorrufen?"

„Nicht wirklich, denn Älteste und whitelighter sind ja schon tot. Ihre Seelen wiegen anders, als die lebender Menschen. Auf jeden Fall ist das der Hauptgrund, warum es vermutlich übermorgen sein wird. Sie sind noch dabei auszuwählen."

„Aber... du wirst doch nicht-?"

„Keine Sorge. Ich stehe nicht auf der Liste. Aber sie versuchen immer noch, Gideon davon zu überzeugen, mitzugehen. Das wäre irgendwie schade."

„Gideon?"

„Er ist ein Ältester und war mein Mentor. Er ist Leiter der Zauberschule, weswegen er mit einer Welt voller neuer Hexen vermutlich besonders gut umgehen könnte. Und er war einer derjenigen, die unserer Beziehung befürwortet haben."

„Oh. – Nun, ich schätze, dann würde ich ihn wohl auch mögen..."

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„Hast du das gehört?", flüsterte Julie aufgeregt, nachdem sie und Lisa zurück im Wohnzimmer waren.

Lisa nickte energisch. „Sie schicken uns zurück! Endlich! Aber... oh, Julie! Was machst du denn jetzt?"

„Pst! – Nicht so laut", grummelte einer der anderen.

„'Tschuldigung", murmelte Lisa und der Mann drehte sich um und schlief weiter.

Julie plumpste auf ihren Schlafsack und spähte ein paar Reihen weiter. Dort schlief Mike den Schlaf der Gerechten. Lisa folgte ihrem Blick und flüsterte: „Aber was ist mit Chris?"

Sie schlug die Hände vorm Gesicht zusammen... „Ich weiß es doch nicht... ich weiß es einfach nicht..."

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(Okay... hasst mich jetzt nicht, ja? Alles wird gut!)

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San Francisco, einen Tag später, eine Dimension weiter...

Kristin war inzwischen nicht mehr verärgert. Sie war auch über das Stadium der Besorgnis hinaus. Die Panik hatte sie überwunden, nachdem sie von der Polizei in ein Leichenhaus gebeten worden war und es nicht Julie gewesen war, die auf der kalten Metallbahre gelegen hatte.

Die Angst war noch da. Und das Verlangen zu wissen, was verdammt noch mal passiert war!

Sie wusste, dass Julie ziemlich enttäuscht gewesen war, nachdem sie hergekommen war und sie dann hatte arbeiten müssen. Klar, Kristin war auch enttäuscht gewesen.

Aber als Kristin dann heim gekommen war, war Julie nicht mehr da gewesen! Ihre Sachen waren noch da und so wie das Wohnzimmer aussah, nahm Kristin an, dass ihre Freundin wohl den Abend vor dem Fernseher verbracht hatte. Aber ansonsten... keine Spur. Kein Zettel, kein Anruf, keine SMS... nichts.

Am nächsten Tag hatte sie dann eine Vermisstenanzeige aufgegeben.

Das war jetzt mehrere Wochen her.

Und es verging kein Tag an dem Kristin nicht bei der Arbeit aufhorchte, wenn eine junge Frau in den 20ern eingeliefert wurde... Unfallopfer, Verbrennungsopfer, Opfer häuslicher Gewalt... keine von ihnen war ihre Freundin. Während das an sich natürlich gut war, machte es sie langsam irre, dass nichts geschah! Die Polizei fand einfach keine Spur von Julie! Als wäre sie vom Erdboden verschluckt worden.

Sie war in ihrem Schlafzimmer und machte sich gerade bettfertig, als sie wieder vor ihrem Spiegel saß und gedankenverloren das Foto ansah, das davor stand.

Es war nach ihrer Abschlussfeier aufgenommen worden. Sie, Julie, Susan und Helen prosteten stolz der Kamera zu. Es war ein toller Tag gewesen.

„Wo bist du nur, Julie?"

Aus dem Wohnzimmer war ein seltsames Geräusch zu hören. „Was?" Sie huschte hinüber und blieb dann geschockt stehen.

Auf ihrer Couch saß Julie. In ihren Augen glitzerten Tränen; ihre Finger berührten ihre Lippen als wollte sie etwas Wertvolles festhalten.

„Julie", entfuhr es Kristin. Beim Klang ihres Namens sah ihre Freundin zu ihr auf und flog ihr praktisch in die Arme.

Als Kristin ihren zitternden Körper nicht mehr halten konnte, gingen sie gemeinsam zu Boden.

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Ein paar Wochen später war Julie zurück in Detroit.

Sie ging ihrer Arbeit nach, traf sich mit ihren Freunden. Sie tat das, was sie immer tat.

Und sie fühlte sich schrecklich dabei.

Sie hatte sich verändert. Aber ihr Leben war das Gleiche. Und gerade jetzt kam es ihr nur noch leer und ungenügend vor.

Schon ein paar Mal hatte sie mit der Liste der anderen Hexen vor ihrem Telefon gesessen. Und dann hatte sie doch niemanden angerufen. Wenn sie den Kontakt wieder herstellte... Es war seltsam. Tag für Tag hing sie mit ihren Gedanken in der Vergangenheit, in dieser Welt der Magie... bei Chris.

Und gleichzeitig war um sie herum alles so normal!

Auf der anderen Seite war da eine bestimmte Nummer, die sie schon gerne anrufen würde. Es kam ihr aber auch falsch vor. Was versprach sie sich davon?

Michael hatte sie ignoriert. Und während sie und Chris wieder zueinander gefunden hatten, hatte Mike sich nicht geändert. Bevor sie zurückgeschickt worden waren, hatten sie einen Blick geteilt, von dem sie geglaubt hatte, er hätte etwas bedeutet. Aber bei Tageslicht und ein paar Wochen später betrachtet, sah das anders aus. Hatte sie es sich nur eingebildet?

Doch selbst wenn nicht... was war sie denn für eine? Eine große Abschiedsszene mit Chris machen – Tränen, ein unendlich schöner Kuss – und sich dann gleich an den nächst besten ranschmeißen? Das war nun wirklich nicht ihre Art.

Und doch... Chris würde sie nie wieder sehen, währenddessen Mike...

Gott, sie hatte einfach keine Ahnung, was sie tun sollte!

Während den ersten 2 Wochen hatte sie sich zu Hause verkrochen, hatte Tage damit zugebracht die ersten Staffeln von ‚Charmed' zu sehen. Und immer wieder war sie gedanklich zu den letzten Minuten in dieser anderen Welt gedriftet.

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Er würde nicht kommen.

Es war so gut wie zu spät.

Leo war schon oben um dem wartenden Schicksalsengel Bescheid zu geben. Jeden Moment würde es soweit sein und sie alle würden dahin zurückgeschickt werden, wo sie herkamen.

Mike sah sie von der anderen Seite des Raumes her an. Er sah aus, als wüsste er, was sie dachte. Und als würde er mit ihr mitfühlen. Aber wahrscheinlich war das gar nicht so schwierig. Immerhin konnte sie genau spüren, wie sie langsam die Kontrolle verlor. Seit sie und Lisa Leo und Piper in der Küche belauscht hatten, hatte sich dieses Gefühl in ihrer Magengegend breit gemacht und jetzt... war es soweit.

Plötzlich jedoch hörte sie das inzwischen vertraute Geräusch eines sich beamenden whitelighters und tatsächlich erschienen die tanzenden Lichter direkt vor ihr. Als Chris' Form sich aus ihnen herauskristallisierte brach aus ihr gleichzeitig ein Lachen und die zurückgehaltenen Tränen hervor.

Ohne Zeit zu verlieren zog er sie in eine feste Umarmung. Sein Herz pochte laut gegen ihre Brust.

Als sie spürte, wie seine Lippen sich gegen die zarte Haut in ihrem Nacken pressten, zog sie sich zurück, sah ihn noch einmal an, ließ die grünen Tiefen ein letztes Mal ihre Seele erforschen.

Und dann küsste sie ihn.

Die Geräusche um sie herum verflüchtigten sich. Die Welt war still.

Und das letzte, was sie von dieser Welt spürte, waren Chris' Arme, die sie hielten und seine warmen Lippen, die ein Versprechen auf den ihren hinterließen.

Dann hüllte sie und knapp 300 andere ein Licht ein und brachte sie nach Hause.

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Etwas Romantischeres, Schöneres und Traurigeres hatte sie noch nie vorher erlebt. Und da sie für immer getrennt waren, würde sie das wohl auch nie wieder.

Schließlich aber brauchte sie mit der Liste auch nicht mehr länger vor dem Telefon zu sitzen, denn jemand rief sie an.

"Hallo Julie!"

„Hi Lisa! Wie geht's?"

„Mir geht's soweit ganz gut! Hab' mich wieder eingelebt. Und inzwischen habe ich sogar einen kleinen Zirkel gegründet. Kannst du dir vorstellen, dass ich die mit den meisten Kenntnissen bei uns bin? Piper sei Dank!"

„Das ist wirklich toll..."

„Ja... ähm, Julie, hast du ‚Charmed' in letzter Zeit verfolgt?"

„Nein... irgendwie konnte ich mich nicht dazu bringen. Da ich ja aber auch nie so ein richtiger Fan war... Naja. Aber ich habe mir die alten Staffeln angesehen."

„Gut."

„Wieso ‚gut'? Ist irgendwas?" ...mit Chris?

„Ja. Aber... bevor ich es dir erzähle und du dich aufregst, kann ich dich im Vornhinein schon beruhigen. Unserem Zirkel wurde einer der neuen Wächter zugewiesen und wir haben ihn gleich gefragt, was das soll... Er fragte oben nach und wie es aussieht, war keine der Folgen nach ‚Chris Crossed' noch entsprechend ihrer alternativen Realität."

„Also... alles, was dort passiert ist... mit uns... nichts davon wurde jemals hier ausgestrahlt und ‚Charmed' ist jetzt wirklich nur noch eine Serie?"

„Exakt! – Ja, das wollte ich dir eigentlich nur sagen für den Fall, dass du die letzte Folge gesehen hast."

„Was war denn in der letzten Folge?"

„Weißt du... es war das Staffelfinale. Und... Chris – also der Serien-Chris, ich bin sicher dem echten geht es prima! – Chris wurde getötet."

Das waren eindeutig drei Worte, die sie nie in einem Satz verwendet hören wollte. „Oh... ich... wie?"

„Verrat. Verrat von der übelsten Sorte! Kannst du dir vorstellen, dass die es so gedreht haben, dass Gideon Wyatt entführt und dabei Chris absticht? – Oh, entschuldige meine Wortwahl... sehr sensibel von mir!"

„Ist... schon gut. Ich meine, das ist ja nicht passiert. Nicht wahr? Gideon ist hier bei uns... Er ist ein Ältester. Er ist gut. Und damit geht es dem echten Chris auch gut. Richtig?"

„Richtig. – Übrigens... ich habe Nachforschungen betrieben!"

„Was für Nachforschungen?"

„Naja, ich habe einfach über diese ganze Parallelweltgeschichte nachgedacht! Theoretisch sind unsere Welten identisch. Geschichte, berühmte Persönlichkeiten... Städte. Alles gleich. Und da habe ich mich gefragt, wo wohl unsere Mächtigen Drei sind!"

„Was... haben wir denn welche? Und wenn es sie gibt, gibt es dann auch...?"

„Moment. Es gab tatsächlich mal Halliwells in San Francisco. Es gibt auch die Prescott Street und dieses tolle Haus. Auch wenn es in unserer Realität dunkelgrün ist. Die Halliwells sind aber in den späten 60ern ausgewandert. Es ist richtig interessant. Dadurch, dass Penny keine Hexe war und ihr erster Ehemann nicht durch ihre Dämonenfreundin getötet wurde, blieb sie ein Hippie und ist mit ihm nach Afrika gezogen. Entwicklungshilfe. Sie haben eine Tochter, die Patty heißt und die tatsächlich jemanden mit dem Namen Victor geheiratet hat. Da jedoch Victor und Patty nicht zusammengeblieben sind und Victor nicht das Sorgerecht für alle drei seiner Töchter aufgeben wollte, lebt eine von ihnen bei ihm hier in San Francisco."

„Welche?"

„Es ist Piper. Sie heißt Piper Bennett und ist mit Dan verheiratet."

„Stimmt. Kein Wächter des Lichts bis vor ein paar Wochen heißt kein Leo seit den 40ern und damit auch kein Wyatt und kein Chris... Was ist mit Phoebe und Prue? Und gibt es Paige?"

„Phoebe ist auch nicht in Afrika geblieben. Sie hat – Überraschung! – einen Zeitungsmogul in China geheiratet. Er heißt Jason!"

„Sieh mal einer an!"

„Jap! Prue lebt hier auch noch. Sie ist Photographin fürs ‚National Geographic' und ziemlich erfolgreich. Da Sam allerdings ein Wächter des Lichts war hat Patty nie eine Beziehung mit ihm gehabt und deshalb..."

„Keine Paige, hm?" Wenn man sich mal überlegte, wen es alles ohne die Magie nie in dieser Welt geben würde... schon irgendwie gruselig.

„Nein, keine Paige."

„Wow... ich meine, wie hast du das alles rausbekommen?"

„Das gehört zu meinem Job!"

Richtig. Lisa war angestellt in einer Detektei. „Dann machst du deinen Job wohl ziemlich gut!"

„Immerhin so gut, dass mein Boss mich nach mehreren Wochen unerklärter Abwesenheit wieder eingestellt hat!"

„Das Glück hatte ich auch. – Ach, sag mal... wenn es Piper, Prue und Phoebe gibt, gibt es dann auch die Charmed Ones? Sind unsere Halliwells auch Hexen?"

„Naja, dem Blut nach schon. Ich schätze, dass sie momentan alle mit ziemlichen Veränderungen klar kommen müssen. Aber die Charmed Ones waren auch immer die Charmed Ones durch ihre Verbundenheit zueinander. Piper hat ihre Schwestern meines Wissens seit mehr als 10 Jahren nicht gesehen und alle drei wohnen und arbeiten auf verschiedenen Kontinenten. Sie sind ganz bestimmt Hexen. Aber die Mächtigen Drei können sie nicht sein."

„Hm... richtig."

„Andererseits... An dieser Parallelweltgeschichte ist noch etwas Interessantes!"

„Was denn?"

„Es mag Paige, Chris, Wyatt und Pelagia nie in unserer Welt geben. Dafür aber gibt es aber genauso wie in der ‚Charmed'-Welt ihre Seelen auch hier."

Lisa schien der ganzen Sache wirklich ein paar Gedanken gewidmet zu haben. Und jetzt, da sie diese Gedanken bei Julie abgeladen hatte, fing auch sie an, in dieser Richtung nachzudenken. „Ähm, Lis'?"

„Ja?"

„Geht das denn? – Ich meine... wir haben hier einen ganzen Familienstamm von Halliwells... ist das nicht auffällig? Wieso ist bisher noch keiner darauf gekommen?"

„Ah! Damit kommen wir zu einem anderen Punkt! Das hatte mich nämlich auch gestört! Aber dann habe ich im Internet auf der Seite von Pipers Restaurant nach einem Bild von ihr gesucht. Und Piper sieht nicht aus wie Piper!"

„Achso... also die gleiche Seele heißt nicht unbedingt das gleiche Aussehen... auch wenn sie genetisch genauso identisch sind?"

„Tja, so ist es eben! Was ich witzig finde, ist, dass wir keine Ahnung haben ob wir da drüben nicht vielleicht uns selbst begegnet sind. Ist das nicht aufregend?"

Julie ließ den Hörer fallen. „..."

„Julie?"

„..." Wäre sie eine Comicfigur, würde über ihrem Kopf eine große gelbe Glühbirne leuchten.

„Julie, bist du noch da?"

Sie hob das Telefon wieder auf. „Ich... ja, ich bin noch hier. Entschuldige... können wir... ich ruf dich morgen noch mal an, ja?"

„Okay, bis morgen dann!" Lisa legte auf.

Julie saß in ihrer Wohnung. In ihrem Kopf hörte sie, was Wyatt zu ihr und Chris gesagt hatte. Und was plötzlich einen Sinn ergab.

Ihr beide... und Mike. Was er mit irgendetwas zu tun hat, Chris? Schau mich nicht so an – ich weiß genau was du denkst. Michael hat mit allem etwas zu tun. Mit dir und mit Julie... auch mit mir, indirekt wenigstens. Warum wohl war er derjenige, den ich zu mir geholt habe?"

.. Und wenn du dann feststellst, wie sehr es schmerzt von ihm getrennt zu sein, dann... Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich weiß, was du dann tun wirst. – Chris auf der anderen Seite: Ich denke nicht, dass du das tun wirst, was dich glücklich macht."

„Zu viel!... Das ist zu viel!"

Sie war sich sicher, dass sie jetzt wusste, was es bedeutete. Aber Wyatt hatte Unrecht gehabt. Denn mit diesem Wissen würde sie nie das tun können, was er von ihr erwartete.

Es wäre der einfache Weg. Und der falsche. Denn was wäre sie für ein Mensch, wenn sie das tun würde...

Allerdings gab ihr diese Erkenntnis endlich den Anstoß, etwas zu ändern.

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Einen Tag später brach sie alle ihre Verbindungen in Detroit ab und zog nach San Francisco.

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San Francisco, Prescott Street, Halliwell Manor

"Ich weiß wirklich nicht, was wir noch machen sollen mit ihm!"

Phoebe legte ihrer großen Schwester einen Arm um die Schultern. „Nicht verzweifeln, Schwesterherz!"

Paige saß neben den beiden und sah so aus, als würde sie Phoebe widersprechen wollen. Chris war seit dieser wunderschön traurigen Abschiedsszene einfach nicht mehr derselbe. Er ging immer noch auf Dämonenjagd. Er schleppte sie mit, so oft sie sich von ihrem normalen Leben losreißen ließen. Er war sein übliches saracastic smart-ass self... Er hatte sich sogar mit Piper ausgesprochen und hatte begonnen Paige und Phoebe als Tanten anzusprechen.

Was war also los?

Die Veränderung war für denjenigen, der nicht wusste, wonach er schauen sollte, fast nicht zu bemerken. Aber außerhalb seiner Profession als Dämonenjäger und bei gemeinsamen Familienessen, auf die Piper bestand (bei denen Leo meist nicht dabei war) war er sehr ruhig. Er sprach über nichts, was seine Gefühle anbelangte. Und wenn sie abends im Club waren saß er für sich und sprach mit niemandem.

Nicht, dass er vorher eine gesellschaftliche Rakete gewesen war. Aber jetzt war er – wenn es nicht um seine Familie ging – ein absoluter Einsiedler. Und er gab nicht zu, dass etwas nicht stimmte. Dabei hatte er so eindeutig Liebeskummer, dass es sogar den Schwestern das Herz brach.

„Ja, Zweifel führen nicht oft zu etwas", sagte eine freundliche Stimme hinter Paige.

Die drei sprangen auf und ihr Besucher hob beschwichtigend die Hände. „Keine Sorge. Ich habe nur etwas mit euch zu besprechen."

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Note 2: Tja, was das wohl soll?

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Liebe Freunde, ich muss euch sagen, dass wir uns nach jetziger aktueller Planung nur noch ein Kapitel vom Ende der Geschichte befinden.

Ich glaube, ich habe die Angewohnheit, zu schnell in die Geschichten einzusteigen und sie dann zu schnell zu beenden... aber was soll's?

Es ist gleichermaßen ein trauriges und gutes Gefühl...

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Also, bis zum nächsten Kapitel!

June22