Summary: ‚Charmed' ist nur eine Serie – oder? Als Julie eines Tages mitten in der magischen Welt aufwacht beginnt das Abenteuer ihres Lebens…
Disclaimer: Und falls hier jemand unter Wahnvorstellungen leidet: Schön wär's, aber nein, ‚Charmed' gehört nicht mir.
Note 1: Hallo alle miteinander und herzlich willkommen zum letzten Kapitel von „Zwischen den Welten".
Vorneweg... DANKE! Für's Lesen und für die vielen vielen vielen Reviews, die ich bekommen habe! Das war... hm, mir fällt grad nur das Wort amazing ein ;-) Ihr wisst ja alle wie das ist – ein FF-Author ist nichts ohne seine Leser und diejenigen, die sich die Zeit nehmen wenigstens einmal oder sogar zu jedem chappie etwas zu schreiben!
Also: Danke! Thank you! Merci beaucoup! (Und damit wäre mein Repertoire an Fremdsprachen auch schon erschöpft! Nochmal, weil's so schön war: Danke!) Ihr seid toll, Spitze, einfach prima!
ihre grenzenlose Begeisterung kaum bändigen kann
Note 2: Ähm, zum Plot: Ich hoffe, die wichtigen Fragen klären sich für euch mit diesem Kapitel. Wenn nicht, dann schreibt mir oder hinterlasst mit eurer Review eine Möglichkeit euch zu erreichen!
Note 3: Review-Beantwortung
Misato-6: Ich denke mal, es ist kein offenes Ende... ich meine, es ist offen. Aber auch nicht so offen. Für Halliwells gibt es nun mal kein „happily ever after". Das heißt nicht, dass sie nicht glücklich sein können. Aber es kommen eben immer neue Herausforderungen.
Zu dem, was Julie da denkt... also ich denke mal du hast die Sache erfasst. Und ich muss sagen, ich fand meine Idee auch sehr brillant, als sie mir kam. g Ich weiß ja, Selbstbelobigung macht nicht unbedingt sympathisch. Aber die Idee erklärt nun mal einfach alles! – Und wenn du dann doch etwas anderes gedacht haben solltest... verrätst du mir, was es war?
Ach ja, das ist übrigens nicht Chris, der da zum Schluss des letzten Kapitels reinkam und mit den Schwestern reden wollte.
Paige205: Jap, den Zaunpfahl habe ich abgekriegt! Nimmt demonstrativ für einen Moment den Kühlbeutel von ihrem Kopf. - Zur Beruhigung: Ich bin normalerweise sehr für Happy Endings. Ich könnte mir ach vorstellen, mal eine FF zu schreiben, bei der es keins gibt aber das hier ist eine!
Und sollte nach diesem Kapitel diese Sache mit Wyatt immer noch nicht klar für dich sein, schreib's mir einfach! Okay?
Persephone25 und Phantasie: ein weiteres kleines Dankeschön und hugs&kisses!
Note 4: Die Lyrics, die gegen Ende stehen sind von Anger77 – „Ich lauf so schnell wie ich kann"
Puh... Zum letzten Mal für diese Geschichte:
And on with the show!
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Zwischen den Welten
Kapitel 22
„Ja, Zweifel führen nicht oft zu etwas", sagte eine freundliche Stimme hinter Paige.
Die drei sprangen auf und ihr Besucher hob beschwichtigend die Hände. „Keine Sorge. Ich habe nur etwas mit euch zu besprechen."
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Julie gewöhnte sich langsam an ihr neues Leben. Sie hatte für die erste Zeit Unterschlupf bei Kristin gefunden und nach ein paar Tagen Klinkenputzen einen Halbtagsjob in einer Beratungsstelle und eine nebenberufliche Ausbildung zur Mediatorin ergattert. Soweit so gut.
Sie hatte jedoch auch viel über das, was passiert war nachgedacht. Und es war ihr eine Sache aufgefallen.
Deshalb saß sie jetzt in einem Café und schwatzte mit Lisa.
Es war wie immer: Lisa gab sich quirlig und aufgeregt: „Ich kann's immer noch nicht glauben, dass du hergezogen bist! Wow! Das ist so cool!"
Abgesehen von ‚cool' war es aber auch der einzige Ort an dem sie sich vorstellen konnte zu leben. Die ganze Geschichte hatte sie wirklich verändert. „Naja... Detroit hat einfach nicht mehr gepasst."
„Kann ich verstehen. Sag mal, hast du Lust zu einem unserer Treffen zu kommen?"
„Genau genommen: Ja. Aber was ich noch viel lieber und jetzt gleich machen möchte ist eurem Zirkel ein Angebot zu machen." Ihre Wortwohl und ihr ernster Tonfall ließen Lisa aufhorchen.
„Okay, spuck's aus!"
„Was du zu mir bei unserem Telefonat gesagt hast, hat mir zu denken gegeben... Unsere Welten sind sich ähnlich. Und unsere Magie ist gerade wieder erwacht. Das heißt doch, dass es die alten wichtigen magischen Orte auch wieder gibt, nicht wahr?"
„Hm. Ich schätze schon. Wieso?"
„Lisa, was ist einer der magiereichsten Orte der Welt überhaupt und befindet sich in San Francisco?"
Die andere Hexe saß einen Moment nachdenklich da. Julie konnte sehen, wie sich die Rädchen in ihrem Kopf bewegten. Dann plötzlich war wieder Bewegung in ihr. Sie schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn. „Der Nexus! Gott, daran habe ich gar nicht gedacht!"
„Tja, kein Wunder. Aber ich habe ja auch gerade alle Staffeln noch einmal gesehen. Deswegen war der Gedanke nahe liegend."
„Ja. Oh man... das Haus steht leer... Wir dürfen auf keinen Fall zulassen, dass ich Dämonen dort niederlassen! Oder einfach Leute, die keine Ahnung haben!"
„Genau das ist der Grund für dieses Gespräch!"
Lisa grinste. „Ach und ich dachte, dir würde an meiner Gesellschaft liegen! An was hast du gedacht?"
„Nun, ich brauche sowieso eine Wohnung hier. Ich kann meine Freundin nicht ewig belagern! Aber Halliwell Manor wäre eindeutig zu teuer für mich. Und ich könnte auch gar nicht selbst für die Verteidigung gegen Angriffe sorgen... zumindest noch eine ganze Weile nicht."
„Das ist der Punkt, in dem mein Zirkel ins Spiel kommt, hm?"
„Ja. Also... ich hatte mir gedacht, dass wir als Gruppe das Haus erwerben könnten. Ihr könntet es dann als Treffpunkt nutzen. Und wer gerade mal Schwierigkeiten von uns hat kann, für den ist es eine Anlaufstelle."
„Hmmm... Ich spreche mit ihnen darüber."
Julie lächelte. „In Ordnung, danke."
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„Was macht er denn hier?", fragte Chris, als er nach Hause kam.
Seine Tanten und Piper saßen gemeinsam mit einem Schicksalsengel um einen Tisch. „Hallo Liebling, es ist auch schön, dich zu sehen", meinte seine Mum trocken auf seine Begrüßung hin.
Chris ließ sich jedoch nicht einschüchtern. Er verschränkte die Arme vor der Brust und hob eine Augenbraue.
„Wir haben dir ein Angebot zu machen", schaltete sich der Schicksalsengel ein.
„Hm, und warum sprechen Sie dann mit meiner Familie darüber?"
Nicht unbedingt der höflichste Tonfall von Chris' Seite. Doch der Besucher blieb weiterhin freundlich. „Weil, wenn du einverstanden bist, es auch sie betreffen wird... Hörst du dir unseren Vorschlag an?"
Er sah zu Paige, Phoebe und Piper. Sie alle sahen ihn aufrichtig gespannt an. Doch neben dieser Neugier war es noch etwas anderes. Fast dachte er, es wäre Angst. Bis Phoebe aufmunternd lächelte und seine Mum ihm zunickte.
„In Ordnung."
Sobald er das gesagt hatte, bewegte der Schicksalsengel seine Hand und Chris spürte, wie er woandershin transportiert wurde. Der Ort war seltsam. Er erinnerte an die endlosen weißen Weiten des elderland und war doch ganz anders. Helles Licht. In der Ferne waren Gestalten zu erkennen. Um sie herum blitzten immer wieder Bilder aus dem Nichts auf. Alltägliche Szenen oder auch die Geburt eines Sterns.
„Was-?" Es hörte sich wie ein Echo an. Chris drehte sich um und sah dann, dass es kein Echo gewesen war. Vor ihm stand Michael.
„Mike."
„Chris."
Der Schicksalsengel gesellte sich zu ihnen.
Zehn Minuten später hatte das Wesen es geschafft die beiden sprachlos zu machen. Schließlich meinte Mike: „Ich bin er. – Und... Wyatt wusste das irgendwie. Deshalb war er so interessiert und hat... Mann, mein Beileid, wenn das ein Beispiel ist, wie er seine Familie – seinen Bruder! - behandelt."
Chris sagte dazu nichts, sondern fragte den Schicksalsengel: „Wieso würden Sie das für uns tun?"
„Warum nicht?", lächelte der andere. Dann wurde er wieder ernster. „Ich kann die Gründe zu diesem Zeitpunkt nicht gänzlich enthüllen. Sieh es einfach als Belohnung für deinen Versuch die Welt zu retten."
„Ich weiß nicht ob mir das gefällt", gab Chris zu. „Aber... ich werde zustimmen. Unter ein paar Bedingungen."
Der Engel nickte und sah fragend Mike an. Der schien nur eines noch einmal bestätigt haben zu wollen: „Hannah wird dort sein?"
„Diese Version von ihr, ja."
„Dann mache ich es."
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„Du gehst, nicht wahr?", fragte Phoebe, als Chris wieder erschien. Sie klang traurig und glücklich zu gleich.
„Ja. – Ist... seid ihr... ist das in Ordnung für euch?" Er sah sie alle an, aber sie wussten, dass er damit Piper meinte. Er musste einfach wissen, dass sie ihn gehen ließ, um auch tatsächlich in eine völlig andere Welt zu gehen, wo er sie niemals wieder sehen würde. Jetzt war er froh, dass er mit ihr gesprochen hatte und die Dinge zwischen ihnen so gut standen.
Sie ging auf ihn zu und umarmte ihn. „Natürlich, Schatz. Ich will, dass du glücklich bist!"
Er wischte ihr eine Träne von der Wange. Sie lachte und tat dasselbe bei ihm.
Paige wollte wissen: „Also, wie genau soll das funktionieren? Das hat Mr.SilverHair vorhin nicht erklärt!"
Chris sagte es ihnen. Als Connor und Doria in die veränderte Zukunft gegangen waren, waren sie mit ihren Ichs dort verschmolzen. Doch für Chris gab es diese Option nicht. Durch die lange Zeit, die er im Gegensatz zu den anderen in der Vergangenheit verbracht hatte, war es ihm nicht möglich, seinen Platz in der Zukunft einzunehmen. Chris war darüber nicht besonders traurig. Er hatte kein Verlangen danach den anderen Chris mit seinen grauenhaften Erinnerungen zu belasten. Eine Rückkehr in die Zukunft wäre für Chris also nur als eigenständige Person möglich gewesen. Das jedoch wollte er auch nicht. Er wäre ein Extra-Chris, das fünfte Rad am Wagen, während der Chris der Zukunft das Leben lebte, das er eigentlich wollte. Den Bruder hatte, den Chris wollte. Es wäre nicht das gleiche, wie mit diesem Wyatt aufgewachsen zu sein. Was blieb also noch übrig?
Da bleiben wo er jetzt war. In der Vergangenheit. Bald jedoch würde er geboren werden. Und das wäre doch dann auch ziemlich komisch, nicht wahr?
Der Schicksalsengel hatte vorgeschlagen, ihn und Mike auszutauschen. Das war eine große Überraschung für die beiden gewesen. Sie waren tatsächlich ein und dieselbe Person. Durch unterschiedliche Erlebnisse unterschiedlich geprägt. Doch sie teilten die selbe Seele.
Chris war mehr oder weniger emotional in dieser Zeit verankert und Mike kannte sich mit der Welt in der Zukunft nicht aus, also würde er in der Vergangenheit bleiben, wo die Charmed Ones ihm helfen konnten, sich einzugewöhnen. Das Plus dabei: In dieser Welt gab es auch eine Hannah. Sie war nie vergewaltigt worden, hatte nie Selbstmord begangen. Mike würde eine neue Chance auf seine große Liebe haben.
Chris würde den leeren Platz in Mikes Welt füllen. Interessanterweise hatte es der Schicksalsengel so gedreht, dass Mikes Familie – sein Vater und eine Tante, mehr waren nicht mehr übrig – nicht nach ihm suchen würde, Chris jedoch ansonsten legal Mikes Identität übernehmen konnte. Er würde Chris Perry heißen und zumindest am Anfang in Mikes Wohnung leben und seinen Job machen können. Bis er entschieden hatte, wie er weiter vorzugehen wünschte.
„Klingt wie ein guter Plan", kommentierte Paige, als er fertig war.
„Bist du dir wirklich sicher", fragte Phoebe.
„-...- Ja."
„Dann wünsche ich dir alles Gute", sagte Piper ernst und nahm ihn noch einmal in die Arme. Er erwiderte die Umarmung und dann gesellten sich auch Phoebe und Paige zu einer großen Abschiedsszene hinzu.
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„In Ordnung, Miss Evans. Ich sehe Sie und den anderen Interessenten dann morgen um 10 Uhr. Auf Wiederhören."
„Auf Wiederhören." Lisa legte das Telefon beiseite und sah Julie etwas perplex an. „Es gibt einen weiteren Interessenten. Komisch – letzte Woche, als ich zum ersten Mal wegen dem Haus anfragte, war noch niemand interessiert."
„Hm... Ich bin gespannt wer das wohl ist."
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Einen Tag später saßen Julie und Lisa jeweils mit einem Kaffee in der Hand in der Prescott Street auf einer kleinen Gartenmauer und schauten auf Halliwell Manor.
Julie zog die Beine an und presste die Schuhsohlen gegen die Wand. „Puh... Ich fasse das alles eigentlich gar nicht."
Lisa setzte den Kaffeebecher ab und ging in den Schneidersitz. „Keiner von uns kann das jetzt schon richtig erfassen. Aber bis jetzt hat doch alles gut geklappt, oder?"
„Schon... Wie haben die Zirkelmitglieder, die nicht mit uns ‚drüben' waren es eigentlich aufgenommen, dass es die Halliwells wirklich gibt?"
„Unterschiedlich. Einige hat es nicht weiter überrascht. Immerhin haben sie ja seit ein paar Monaten plötzlich Zauberkräfte. Da ist das kein allzu großer Schritt mehr. – Andere haben sich mehr aufgeregt. Und jetzt wissen sie alle, von wem ich mein Wissen über Rituale und Zaubertränke habe." Lisa grinste und Julie kicherte.
„Das kam dir sicher zugute. Nicht jeder kann sagen von Piper Halliwell höchstselbst unterrichtet worden zu sein!"
Lisa nickte würdevoll. „Exakt."
„Trotzdem... jetzt mal ehrlich: Denkst du, wir tun das Richtige?"
„Ja."
„Ja? Keine Ausführung zu dieser eloquenten Antwort?"
„Du weißt doch, es funktioniert nicht, sich davon abzuwenden. Wir sind, wer wir sind. Und was das Haus angeht... Ich weiß, du machst dir Sorgen wegen der Angriffe. Aber wir werden immer da sein. Wir sind so viele, dass mindestens einer sicherlich immer erreichbar sein wird. Das ist unser Vorteil gegenüber den Charmed Ones. Wir haben einen Zirkel, der aus mehr als 3 Personen besteht. – Und da sind noch nicht einmal alle mit eingerechnet, die mit ‚drüben' waren."
„Du hast Recht... natürlich hast du Recht! - Sorry." Sie nahm noch einen Schluck Kaffee.
„Du musst dich nicht entschuldigen, Julie. Ich habe auch manchmal so meine Zweifel. Aber was soll's? Wir tun das, von dem wir glauben, dass es ist richtig ist."
„Und dann hoffen wir das Beste?" Es schien so wenig. Als wäre das Schicksal der Welt auf ihre Schultern geladen worden und alles, was sie als Hilfestellung bekamen war... nun, NICHTS...
„Genau. – Und hey, du musst schon zugeben, dass einige der Kräfte ziemlich cool sind. Selbst wenn wir sie zu persönlichem Vorteil nicht verwenden dürfen."
„Stimmt auch wieder... Wie spät ist es?"
„Kurz vor 10. Sie müssen jeden Moment hier sein. Wer wohl der andere Interessent ist?"
„Das ist wohl die Frage. – Gehen wir rüber, ja?"
„Okay."
Sie sprangen von der Mauer, ließen ihre leeren Kaffeebecher in den nächsten Mülleimer fallen und überquerten die Straße.
Wie aufs Stichwort fuhr dann ein Auto vor. Eine kleine zierliche Frau in den Vierzigern stieg aus. Sie trug ein elegantes, wenn auch auffälliges rotes Kostüm und kam lächelnd auf sie zu.
Sie begrüßten einander und schauten dann alle noch mal diskret auf ihre Uhren. Die Maklerin bat sie, noch ein paar Minuten zu warten. Wie es schien, wollte sie die Führung durch das Haus nicht zweimal machen. Außerdem, so dachte sich Julie, war es wohl besser, die verschiedenen Interessengruppen bei einem Hauskauf gemeinsam zu beraten. So konnten sie sich gegenseitig in ihrer Begeisterung für das Objekt hochschaukeln und dieses Prinzip dann auf den Preis übertragen.
Julie und Lisa war das relativ egal. Mit dem kompletten Zirkel und so gut wie allen, die mit ihnen bei den Halliwells gewesen waren auf ihrer Seite konnten sie jede Summe für dieses Haus bezahlen.
Julie ließ sich von der Maklerin bequatschen. Sie hörte nicht wirklich zu, nickte nur an den entsprechenden Stellen oder sagte „Oh, wie interessant." Lisa neben ihr machte nicht einmal das. Ungeniert sah sich die andere Hexe in der Gegend um.
„... ist die Lage zur Innenstadt... die wenigen Instandsetzungsarbeiten... Kindertageseinrichtungen in der Nähe... Heizsystem... Kriminalitätsrate in diesem Stadtteil... anständige Nachbarschaft..." Die Frau konnte reden ohne Punkt und Komma.
Julie lächelte. Und lächelte. Und nickte. Und lächelte. Und nickte. Konnte dieser andere Mensch, der das Haus kaufen wollte nicht langsam mal auftauchen? Wir hoffen zumindest, dass es ein Mensch ist, dachte sie und einen Moment lang wurde ihr Lächeln echter.
Plötzlich wurde Lisa neben ihr steif und packte sie am Arm. „Julie", flüsterte sie.
Sie entschuldigte sie kurz bei der Maklerin und wandte sich Lisa zu. „Was ist denn? Wir sollten uns wirklich bemühen einen guten Eindruck bei ihr..."
„Sei doch mal still! – Sieh!" Lisa zeigte mit ihrem Arm die Straße hinunter, wo jemand auf sie zukam. Was, sollte Julie jetzt irgendeinen Typen bewerten? Sie wollte sich schon genervt abwenden, doch dann konnte sie ihre Augen nicht von dem auf sie zukommenden Mann nehmen.
Lisa neben ihr wippte aufgeregt auf und ab.
Julie stand ganz still, während ihr Gehirn versuchte herauszufinden, ob es halluzinierte oder träumte.
Doch dann, als sie sein Gesicht sah und er offensichtlich den geschockten Ausdruck auf ihrem, da lachte er.
Und Julie wusste, dass es wahr war.
Er ist hier.
Höchstes Entzücken breitete sich in ihr aus. Gut, da war auch ein wenig Unverständnis in das berauschende Gefühl gemischt. Doch das konnte Julie im Moment nicht weniger kümmern.
Die Maklerin hatte den jungen Mann, der die Straße in ihre Richtung hinunter kam nun auch entdeckt und plapperte los, um sie einander vorzustellen, doch Julie brachte sie mit einer bestimmt erhobenen Hand zum Schweigen.
Lisa neben ihr grinste und erläuterte: „Sie weiß schon, wer das ist."
Die Maklerin schaute mit hochgezogenen Augenbrauen von einer zur anderen. Ihr Mund war zu einem überraschten „Oh?" geöffnet.
Chris und Julie bemerkten davon nichts.
Sie standen voreinander.
In Erinnerung an das letzte Mal, als das der Fall gewesen war, hatte Julie eine Hand zu ihren Lippen gehoben.
Chris, dessen Gedanken den gleichen Weg eingeschlagen hatten, nahm ihre Hand in seine und küsste ihre Fingerspitzen. Die Berührungen gingen wie Elektrizität durch sie beide und alles war auf einmal an seinem Platz.
Sie waren beide, wo sie hingehörten.
„Hi", sagte sie leise.
Chris zog sie zu sich heran und ihre Lippen trafen sich in einem tiefen Kuss.
„Hi", wisperte er dann zurück.
Julie lächelte.
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Heute ist der Tag an dem wir uns wieder sehen-
Ich könnt den Bus nehmen aber das ist irgendwie nicht so mein Ding-
Also gehe ich lieber zu Fuß und Denk ein bisschen an dich-
Ich Freue mich dich mal wieder zu sehn also beeile ich mich-
Und ich lauf so Schnell wie ich kann-
bis ich nichts mehr Seh-
so schnell wie ich kann-
bis ich bei dir bin-
Ich Lauf so schnell wie ich kann-
Bis ich nichts mehr seh außer deinem Gesicht so schnell wie ich kann-
- Bis ich bei dir bin-
Ich kann dich schon erkennen du kommst direkt auf mich zu-
Ich Seh dein wunder-, wunder, wunderschönes Haar es weht im Wind-
Und ich denk mir so bleibe doch einfach mal hier stehen-
Naja ein kleines Stück kann ich dir ja mal entgegengehn –
Und ich lauf so Schnell wie ich kann-
bis ich nichts mehr seh-
so schnell wie ich kann-
bis ich bei dir bin-
Ich lauf so schnell wie ich kann-
Bis ich nichts mehr seh außer deinem Gesicht so schnell wie ich kann-
- Bis ich bei dir bin-
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Abseits von Zeit und Raum, auf der großen Ebene, wo Chris und Mike ihre Entscheidung getroffen hatten, hatten zwei Schicksalsengel die Szene beobachtet.
Sie mochten mächtige Wesen außerhalb der menschlichen Ordnung sein: Doch sie waren nicht so anders, dass sie es sich nicht erlaubten jetzt befriedigte Mienen zu tragen.
Der Beschützer der einzigen Schlichterhexe ihrer Zeit war an ihre Seite zurückgekehrt. Ihre Liebe würde ihre Verbindung verstärken und sie gleichzeitig bei dem was kommen würde schützen.
Die Dinge würden ihren Gang gehen.
Das Rad des Schicksals drehte sich...
und drehte sich...
und drehte...
und...
drehte sich...
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ooo
oo
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