Sommernacht

Er steht unter der alten Eiche.

Sein Freund. Sein Refugium.

Er lehnt am Stamm.

Wie schon so oft.

Die Sterne spiegeln sich im Schwarzen See.

Das weiße Grabmal spiegelt sich im Schwarzen See.

Und doch...

Etwas hat sich verändert.

Es ist warm.

Die Blätter der alten Eiche rauschen in der Brise.

Die Bäume des Verbotenen Waldes wispern.

Er ist unruhig.

Nervös.

Er läuft hin und her.

Wartet.

Ändert abrupt die Richtung.

Hin und her.

Seine Knie zittern.

Sein Herz pocht heftig.

Fröhliche Musik dringt aus dem Schloss.

Tanzmusik.

Schnelle Rhythmen.

Abschlussfeier.

Er zwingt sich, innezuhalten.

Versucht, seine Nervosität zu beherrschen.

Ohne Erfolg.

Zu ignorieren.

Schon besser.

Er zwingt seine Atmung in einen ruhigeren Rhythmus.

Sein Blick fällt auf das weiße Grabmal.

Er kann lächeln dabei.

Traurig, ja.

Aber ohne Groll.

Friedvoll.

Wie so oft in letzter Zeit.

Das sommerlich hohe Gras raschelt hinter ihm.

Schritte.

Er wirbelt herum.

Sie steht vor ihm.

Schaut ihn fragend an.

Die braunen Augen funkeln.

Funkeln im Licht der Sterne.

Er schluckt.

Das Herz rast.

Die Knie schlottern.

Die Stimme versagt.

Er streckt ihr eine zitternde Hand entgegen.

Ein Ring.

Sie streckt ihre Hand aus und lächelt.

Er lächelt und steckt ihr den Ring an.

Zukunft.