Disclaimer: Alles wie gehabt. Gehört mir nicht, Geld gibbet nüscht...
Wieder ein Nachtgedicht von mir. Vielleicht das letzte Nachtgedicht. Wahrscheinlich. Es war schön, sie zu schreiben.
Gewidmet wie immer dem Rudel.
Für meine Lieblingsviecher.
Schicksalsnacht von Bookworm El V
Schicksalsnacht
Sie steht unter der alten Eiche.
Ihrem alten Freund.
Ihrem gemeinsamen Refugium.
Und doch...
Sie steht dort alleine.
Alleine mit ihren Gedanken.
Gefühlen.
Plänen.
Ängsten.
Hoffnungen.
Sie steht dort alleine und schaut auf der weiße Grabmal.
Sie friert.
Sternklare Nacht.
Die Sterne spiegeln sich im Schwarzen See.
Das weiße Grabmal spiegelt sich im Schwarzen See.
Sie denkt an Vergangenes.
An das Leid und Elend, das hinter ihnen liegt.
Sie ignoriert den kalten Wind,
der langsam in ihre Knochen dringt.
Vorbote des Winters.
Kälte.
Schnee.
Dunkelheit.
Aber auch...
warme Kaminfeuer.
Duftender Tee.
Zweisamkeit?
Sie schaut zu den Sternen.
Zum Wald.
Zum See.
Zum Schloss.
Freude und Trauer.
Glück und Leid.
Hoffnung und Enttäuschung.
Liebe und Schmerz.
Lust und Sehnsucht.
All das hat sie hier erlebt.
Zuhause.
Und dennoch wird sich alles ändern.
Sie wird sich ändern.
Er wird sich ändern.
Ihnen bleibt keine Wahl.
Was würde er sagen?
Was würde er denken?
Wie würde er handeln?
Und wie würde sie reagieren?
Sie ignoriert die Kälte weiterhin und lauscht in sich hinein.
Da sind Freude und Hoffnung.
Ein bisschen Angst und Sorge.
Doch hauptsächlich Freude.
Sie lehnt an den Stamm der alten Eiche
und legt sich ihre Worte zurecht.
Scheitert.
Findet die passenden Worte nicht.
Weigert sich, aufzugeben.
Sie hört ihn nicht kommen.
Das tut sie nie.
Sie spürt ihn.
Sie dreht sich um.
Er steht vor ihr.
Schwarze funkelnde Augen.
Funkeln im Licht der Sterne.
Ihr Ausdruck ist fragend.
Ein bisschen verwirrt.
Ein leises Lächeln im Mundwinkel.
Es spricht von Liebe und auch von Vertrauen.
Es gibt ihr die Zuversicht,
die sie kurzzeitig verloren glaubte.
Er streckt seine Hand aus und lächelt.
Sie streckt ihre Hand aus.
Sternenlicht spiegelt sich in ihrem Ring.
Sie berührt seine warme Hand mit ihren kalten Fingern.
Und legt sie an ihren Bauch.
Leben.
