Kapitel 3
Hallo ihr Lieben!
So, nun ist das dritte Kapitel dran. Soweit hatte ich shcon geschrieben, das vierte Kapitel ist noch in Produktion, deswegen kann es bis zum nächsten Update etwas länger dauern, aber ich gebe mein Bestes nicht allzu lahm zu sein! ;)
Jetzt noch ein dickes Danke an Teffi fürs betan und ich gebe Ruhe! ;)
Liebste Grüße und viel Spaß,
Chiquita.
(.com/watch?v=gxC1nQtwkAY)
...oder Marionetten?
Alea iacta est.
Die Würfel sind gefallen.
(Caesar)
Edward's Point of View:
Scheiße. Wütend ballte ich meine Hand zu einer Faust und schlug damit auf die Mülltonne ein. Das verursachte einen lauten Knall, der von dem bebenden Metall widergehallt wurde.
Selbst erschrocken, wegen des Lärms, wich ich ein paar Schritte zurück.
Wenn jetzt jemand raus kommen würde oder Emmett das gehört hatte... Mein Kopf ratterte und mir war klar, dass ich, wenn mich jetzt jemand hier finden würde, nicht mehr unbeaufsichtigt bleiben und Isabella Swan nie wieder sehen würde. Dadurch würde auch Alice, die noch gar nicht wieder richtig in meinem Leben angekommen war, wieder verschwinden.
Ohne weiter darüber nachzudenken ergriff ich die Flucht. Ich rannte auf Isabella zu, nahm einfach ihre Hand und zog sie hinter mir her. Sie wehrte sich erst dagegen und schien ziemlich stur, doch als ich sagte, dass sie sich ein weiteres Gespräch von der Backe schmieren könnte und sich auf ein ausgiebiges Gespräch mit der Security freuen könnte, wenn sie jetzt nicht mitkam, gab sie nach und so flüchteten wir Hand in Hand vom Hinterhof des Hotels.
Wir rannten, als ginge es um unser Leben - und in gewisser Weise tat es das auch. Zumindest um den weiteren Verlauf unseres jungen Lebens.
Ziellos lenkte ich sie durch irgendwelche Gassen. Eigentlich kannte ich mich hier aus, aber gerade konnte ich mich nicht darauf konzentrieren, wohin ich lief, was nicht zuletzt an der warmen, kleinen Hand lag, die in meiner ruhte. Keine Ahnung, welcher Teufel mich geritten hatte, ihre Hand zu nehmen!
Wann hatte ich das letzte Mal die Hand eines Mädchens gehalten?
Wann hast du das letzte Mal die Hand eines Menschen gehalten?, fragte mich eine spöttische Stimme in meinem Kopf. Das Schlimme daran war, dass sie recht hatte. Ich war absolut isoliert, obwohl man das von einem weltberühmten Schauspieler gar nicht erwarten sollte.
Wir liefen und liefen. Nur unser schweres Atmen und gedämpfte Geräusche der schlaflosen Stadt waren zu hören. Kräftig schlug mir das Herz gegen die Rippen und Adrenalin schoss durch meine Adern.
Ich hatte mich seit Jahren nicht mehr so lebendig gefühlt! Ich wollte, dass dieses Gefühl nie wieder aufhört, doch wie so oft hörte diese beschissene Erde einfach nicht auf sich zu drehen und so kam der Punkt, an dem wir anhielten.
Als hätte sie sich verbrannt, ließ Isabella augenblicklich meine Hand los und wich ein paar Schritte zurück.
„Klasse." Ratlos sah sie sich um und schien mit ihrer verhöhnenden Bemerkung ihre Nervosität überdecken zu wollen. „Und nun, wie sieht Ihr weiterer Plan aus?" Aha, sie ignorierte also, was gerade passiert war.
„Ernsthaft? Wir sind gerade Hand in Hand durch die Gegend gerannt und du fängst wieder an mich zu Siezen?"
„Entschuldigung! Wie lange kennen wir uns? Eine halbe Stunde? Außerdem haben Sie meine Hand genommen und nicht umgekehrt!", schnaufte Isabella wütend.
„Sie hätten ja auch gerne da stehen bleiben können, aber ich hab die Schnauze gestrichen voll! Ich hab kein Bock mehr auf den Scheiß!", schnauzte ich zurück und betonte dabei die Höflichkeitsform ganz besonders sarkastisch.
Doch es stimmte, mir stand die Kacke bis zum Hals und ich wollte gar nicht mehr zurück zum Hotel. Was war das für ein Leben? Ich konnte keinen Krach machen, weil es sonst sein könnte, dass ich dann nicht mehr raus durfte? Das war doch beschissen!
Plötzlich machte sich eine Idee in meinem Kopf breit … Durchbrennen!
Ich hatte schon öfter darüber nachgedacht, aber nie genug Mumm gehabt, es durchzuziehen ... und die unsichtbare Hand an meiner Schulter hielt mich davon ab …
„Wenn Sie mich jetzt entschuldigen, Mister Famous, ich habe mit Ihren Problemen nichts zu tun und habe noch einen Termin", riss Isabella mich aus meinen Gedanken und ich sah zu ihr auf. Sie warf noch einen Blick auf ihre Uhr. „Rosalie wartet bestimmt schon!" Damit wandte sie mir den Rücken zu und murmelte noch ein „Weiß der Himmel, warum ich überhaupt mit hier her gerannt bin!"
Rosalie. Der Name sagte mir irgendetwas.
„Wer ist Rosalie?", fragte ich einfach geradeheraus und rechnete eigentlich gar nicht mit einer Antwort. Doch entgegen meiner Erwartungen drehte sie sich noch mal um.
„Es ist wirklich armselig, wenn man nicht weiß, wie die Verlobte seines Bodyguards heißt!"
Shit, Emmett! Damit verschwand der Plan mit dem Durchbrennen wieder vollkommen. Emmett war mein bester Freund und der Einzige, der mich wirklich verstand. Er versuchte immer mich aufzubauen und zu unterstützen, wo er nur konnte. Der Typ würde mich häuten, wenn ich mich ohne ihn aus dem Staub machen würde.
In meinen Gedanken versunken, bemerkte ich gar nicht, dass Isabella sich bereits einige Schritte entfernt hatte.
„Warte!", rief ich, doch wie erwartet ignorierte sie es diesmal und ging einfach weiter, ohne auch nur zu zucken oder irgendwie aus ihrem Rhythmus zu kommen.
Als ich ihr so hinterher sah, fiel mir erst auf wie schön sie eigentlich war. Sie war schön. Einfach, weil sie natürlich wirkte. Keine Kleider, die so eng waren, dass an allen Seiten was heraus quoll. Sie war sich nicht zu fein gewesen zu rennen wie ein Kerl... Schließlich verschwand sie aus meinem Blickfeld. Verwirrt schüttelte ich den Kopf.
1:0 für Crazy Cullen !
„Warte!", rief ich noch einmal, bevor ich ihr nachlief.
Bella's Point of View:
Fuck! Kaum war ich um die Ecke gegangen, eröffnete sich mir die nächste dunkle Gasse. Kein Mensch kam hier vorbei, geschweige denn ein verdammtes Taxi!
„Warte!", hörte ich Cullen noch einmal rufen. Ha ha! Was blieb mir denn auch anderes übrig? Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wo ich gerade war. Also blieb ich stehen.
„Oh!", sagte Edward erstaunt. „Du wartest tatsächlich!" Er lächelte. Alter! Was war bitte bei dem kaputt!
„Ja und wenn du mal ein bisschen nachgedacht hättest, dann wüsstest du auch, warum. Du führst mich irgendwo in die Pampa. Wie soll ich hier alleine bitte wieder heraus finden?" Ich verhöhnte ihn. Mist, ich hatte Alice doch versprochen, dass ich nett sein würde...
„Ehm, okay." Peinlich berührt kratzte er sich am Kopf. „Also, ehrlich gesagt, weiß ich auch nicht so ganz genau, wo wir sind, aber..." Ich wollte ihn gerade mit einem hysterischen Anfall unterbrechen, als sein Handy zu klingeln begann.
Entschuldigend sah er mich an und nahm ab.
„Ich hab dir schon immer gesagt, dass du mich mitnehmen sollst, wenn du durchbrennst, verdammt! Rosalie hat irgendwas mit einem Weib gesagt - woher auch immer sie das weiß - also bleiben dir jetzt genau zwei Möglichkeiten. Entweder du sagst mir, wo du bist und wartest da auf mich und wir verpissen uns zusammen, von mir aus auch mit den Hühnern, oder du kommst augenblicklich wieder zurück zum Hotel und stellst mir die Kleine vor!" Ich konnte jedes Wort verstehen, was die tiefe Stimme an der anderen Leitung sagte und kicherte. Da er von Rosalie gesprochen hatte, musste es der Bodyguard sein. Wenn der wüsste, dass wir uns schon kannten.
Bei meinem Kichern sah Edward mich kurz verwirrt an, schmunzelte dann aber auch.
„Hey, Em, ich bin nicht durchgebrannt!" Daran, dass Edwards Mund noch geöffnet war, erkannte ich, dass er noch etwas sagen wollte, aber er wurde sogleich wieder von 'Em' - ich hatte vergessen, wie sein richtiger Name war - unterbrochen.
„Puh, gut! Dann komm mit der Kleinen hier her!"
„I-", setzte Edward schon wieder an, ehe er verwirrt das Handy vom Ohr nahm und auf den Display starrte. „Aufgelegt", sagte er und ich kicherte erneut.
„Was dagegen, wenn wir zurück zum Hotel gehen und Emmett besuchen?", fragte er mich und zwinkerte. Die Anspannung war nun auch in mir verflogen und ich nickte. „Wo lang?"
„Frag nicht!", meinte Edward und ging weiter die Gasse entlang.
Erleichtert schloss Edward die Suite auf und zog sich die tiefsitzende Kapuze vom Kopf.
Nach ein paar Gassen waren wir an eine befahrene Straße gekommen und hatten es tatsächlich geschafft ein Taxi zu bekommen. Ich war froh, als wir endlich in dem Taxi saßen. Es war unangenehm gewesen, die ganze Zeit neben ihm herzulaufen, denn es hatte dieses unangenehme Schweigen zwischen uns geherrscht. Nichts hasste ich mehr, als das. Da lief ich kleine Möchtegern-Journalistin mal neben Edward Cullen her und schwieg ihn an. Hätte ich auch niemals gedacht.
Edward ließ die Schlüssel klimpernd auf das Schränkchen im Eingangsbereich fallen und riss mich so aus meinen Gedanken. Sogleich war auch ein Rumpeln aus dem hinteren Teil der Suite zu hören.
„Sag mir doch Bescheid, verdammt, sag mir doch Bescheid! Da passiert ein einziges Mal etwas Spannendes und du schließt mich davon aus!" Der bullige Bodyguard kam angepoltert, klopfte Edward aber freundschaftlich auf die Schulter.
„'Tschuldige... aber es war mir wichtig und wir mussten allein sein", antwortete Edward, woraufhin der Riese mit den Augenbrauen wackelte und ein 'Uuuuh' verlauten ließ, dass um einiges höher klang, als es von seiner Stimme und vor allem seinem Körperbau zu erwarten war. Ich kicherte. Dabei fiel sein Blick auf mich.
„Oh ja, richtig! Ich bin Emmett..." Seine Augen weiteten sich. Er erkannte mich wieder! Wahrscheinlich sollte es mir peinlich sein, aber ich begann zu lachen. Auch er grinste breit. „Du bist die taffe Journalistin! Und du hast mit dem Fuß aufgestampft!" Er brach in Lachen aus. „Ich dachte immer, das macht man nur in Filmen!" Vor Vergnügen klopfte er sich auf den Oberschenkel.
„Ihr kennt euch?", fragte Edward verwirrt.
Dann ertönte die Klospülung, die Antwort blieb Edward somit verwehrt und wenig später erschien Rose. „Hi!", begrüßte sie mich lächelnd und nickte Edward kurz zu.
Hm, ich dachte sie kannten sich schon länger. Ob sie sich nicht mochten?
Dann jedoch wandte Rose sich ihrem Freund zu. „Wo sind eigentlich deine Manieren geblieben?", tadelte sie ihn wie einen kleinen Jungen. Edward wusste scheinbar, dass nun eine kleine Diskussion folgen würde und machte sich kopfschüttelnd aus dem Staub. Ich hatte das Gefühl, dass er seit wir nicht mehr zu zweit waren noch zurückhaltender geworden war. Lag das an Rosalie? Eben konnte er doch auch noch schmunzeln und ich fand es ziemlich lustig, wie Emmett nun den Kopf einzog und meinte, dass er mich geduzt hätte, weil sie mich eben in Erzählungen immer Bella genannt hatte, nachdem Rosalie ihn darauf aufmerksam gemacht hatte, wie 'unhöflich' er zu mir gewesen war. Ich unterbrach die beiden und stellte klar, dass ich es okay fand, dass Emmett mich duzte. Irgendwie war es mir auch gar nicht richtig aufgefallen. Er war so locker, da passte das Förmliche überhaupt nicht zu ihm.
Jedoch ging Edward just in dem Moment an uns vorbei und sah mich ganz seltsam an.
Hatte ich etwas falsch gemacht?
Rosalie hatte seinen Blick scheinbar auch gesehen, denn sie klopfte mir auf die Schulter und meinte: „Mach dir nichts draus, der ist immer so."
„Nein", widersprach ich. „Eben war er noch nicht so... so distanziert!"
„Ach ja, richtig! Was war denn eben?", fragte Rosalie und sah mich neugierig an.
Bevor ich auch nur anfangen konnte, irgendein Wort zu sagen, platzte Edward wieder dazwischen. Lauschte er etwa?
„Nein!", unterbrach er uns. „Ich will nicht, dass sie es erfährt!" Dann wandte er sich allein an mich. „Kann ich dich kurz sprechen?", fragte Edward, ehe er noch ein 'Bitte' hinzufügte. Ich willigte ein, da ich eh noch fragen wollte, was das mit dem Blick eben sollte und so gingen wir auf den Balkon der Suite. Er hielt mir die Tür auf und wir traten in die angenehme Nachtluft. Ein Gentleman war er ja, das musste man ihm lassen...
Dort angekommen, brach erst mal wieder Schweigen zwischen uns aus. Da ich diese Stille satt war, begann ich eben. „Was gibt's?"
Edward stützte sich mit den Händen am Geländer des Balkons ab und senkte den Kopf. „I-Ich möchte nicht, dass die anderen es wissen."
„Was genau?", hakte ich nach. Er sprach in Rätseln.
„Dass du Alice so eng kennst. Rosalie weiß gar nichts von meiner Schwester. Emmett schon, aber ich möchte nicht, dass er weiß, dass die Möglichkeit besteht, wieder mit Alice Kontakt aufzunehmen. Weißt du?" Er redete mit mir, doch hielt den Kopf weiterhin gesenkt. Und das 'du' betonte er ganz seltsam. Verwirrt runzelte ich die Stirn und zog meine Augenbrauen zusammen. Es wurde alles immer seltsamer.
„Nein, weiß ich nicht und hör' bitte auf, dass 'du' so dämlich zu betonen!", wies ich - vielleicht etwas zu harsch – an, denn er warf mir wieder den bitteren Blick von eben zu. „Warum guckst du so?"
„Warum hast du so eine Abneigung gegen mich?", fragte er, schien dabei jedoch ernsthaft interessiert.
„Ich habe nicht sooo eine Abneigung gegen dich", stellte ich klar.
„Warum bietest du dann allen das Du an, nur mir verbietest du es?"
„Oh", war meine geistreiche Antwort. Das hatte ich vollkommen vergessen. Ich hatte ihn ja angemeckert, als er mich duzte. Mist, ich hatte Alice doch versprochen nett zu sein und das hatte ich tatsächlich vorgehabt... „Das tut mir leid, ich war gereizt und..." Ich ging auf ihn zu und reichte ihm meine Hand. „Ich bin Bella", sagte ich und erlaubte ihm somit sogar mich beim Spitznamen zu nennen. Innerlich klopfte ich mir selbst auf die Schulter: sehr sozial!
Mr. Unnahbar begann sogar schief zu grinsen... und sah dabei umwerfend aus!
Irgendwie vergaß ich die Tatsache, dass er der Edward Cullen war, immer wieder ziemlich schnell. Damit hatte ich eigentlich überhaupt nicht gerechnet, bevor ich herkam. Eher mit dem Gegenteil.
Wir schüttelten uns die Hände und lachten anschließend.
„Ich habe schon ewig nicht mehr gelacht..."
Ich zog die Augenbrauen hoch. „Äh, was?"
Erschrocken sah Edward mich an. „Habe ich das gerade laut gesagt?" Ich nickte. „Mist. Sorry, ich... bin normalerweise nicht so."
„Wie so?", fragte ich und hoffte, nicht zu direkt zu sein, aber ich war immerhin Journalistin!
„Ich weiß nicht... so... so aufgeschlossen." Beinahe hätte ich ironisch aufgelacht. Das nannte er aufgeschlossen? „Ich habe schon ewig kein richtiges Gespräch über so privaten Krimskrams mit jemandem geführt - Emmett ausgenommen." Geschockt weiteten sich meine Augen.
Im ersten Moment war ich mir gar nicht sicher gewesen, ob das sein Ernst war. Nun wusste ich es: Es war sein Ernst.
Edward schien in diesem Augenblick einfach nur unendlich traurig und absolut verletzlich.
Ich merkte, dass er eine Maske hatte fallen lassen... und meine Wangen färbten sich rot. Das hatten sie seit der High School nicht mehr getan, aber ich fühlte mich geschmeichelt, dass er sich ausgerechnet mir gegenüber so offen verhielt, wo ich doch so gemein gewesen war.
„Ähm", begann ich zaghaft und wusste, dass ich mich gerade auf einem ganz engen Pfad befand. Ein falsches Wort und er würde sich wieder verschließen, dessen war ich mir sicher. Trotzdem konnte ich meine Neugierde nicht niederkämpfen und ein ungeahnt großes Interesse an Edwards Charakter keimte in mir auf. „Darf ich fragen, warum das so ist?"
Er wich meinem Blick aus. War ich zu weit gegangen?
Dann stieß er sich vom Geländer des Balkons ab und ging auf die Tür, die nach drinnen führte zu. Ich war zu weit gegangen.
Doch kurz bevor er durch die Tür verschwunden war, erklang seine samtene Stimme noch einmal.
„Es tut weh, keinen Platz auf dieser Welt zu haben."
Yeah... Gruppenkuscheln mit Edward? :D
