Kapitel 5 – Teil 1
Hier also das fünfte Kapitel. Leider bin ich nicht fertig geworden, aber da ihr endlich mal wieder ein Kapitel haben solltet - hier ist der erste Teil. ;)
Um euch bei Laune zu halten, habe ich auch für einen kleinen Cliff gesorgt. :p
Mit dem fünften Kapitel fängt diese Geschichte erst richtig an. Also: Let the games begin! :D
Who let the past out?
Teil 1
"Wenn wir es recht überdenken, so stecken wir doch alle nackt in unseren Kleidern."
Heinrich Heine
Edwards Point of View:
Obwohl die Vergangenheit hinter einem lag, musste man damit rechnen, dass sie einen dann und wann einholte...
Die Zeit blieb niemals stehen – und das bedeutete, dass mein Handy immer noch nach meiner Aufmerksamkeit forderte.
„Was?", ging ich genervt dran. Ich musste ja keinen Hehl daraus machen, dass ich auf ein 'Du-hast-mal-wieder-alles-falsch-gemacht'-Gespräch gerade wirklich keine Lust hatte.
„Edward Anthony Cullen! Wie gedenkst du mir das zu erklären?" Genervt kniff ich die Augen zusammen. Ich hasste ihre Stimme!
„Was soll ich bitte erklären?" Ich hatte keine Ahnung, wovon sie sprach, aber das war eigentlich immer so.
„Weißt du, Edward, ich bin nicht deine Managerin, weil ich dein Fehlverhalten rechtfertigen will. Ich habe dich immer nur unterstützt und als Dank bekomme ich immer alle deine Probleme an den Hals. Wer glaubst du eigentlich wer du bist? Also beantworte mir gefälligst, wer diese Frau ist, mit der du gesehen wurdest! Ich meine, du wurdest mit einer verdammten Frau gesehen und zwar in der Öffentlichkeit! Es ist kein Platz in deinem Leben für Freunde und so einen Unfug, das habe ich dir schon zehnmal gesagt. Wer ein so vornehmes Leben wie du führen will, muss dafür eben den Preis bezahlen und ich dachte du wärst mit dem Ende der Pubertät zur Vernunft gekommen. Aber da scheine ich mich getäuscht zu haben..."
Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich ihre Stimme hasste? Nein? Ich hasste ihre Stimme... weil sie klang wie die meiner Mutter! Eine Tatsache, die mich als Kind schon immer verwirrt hatte und mich bis heute immer wieder schmerzlich auf den Verlust meiner Eltern hinwies.
„Hörst du dir eigentlich selbst zu? Ich wurde mit einer Frau gesehen. Wie schrecklich! Ich bin ein freier Mann, also lass mich mit deiner unmenschlichen Moral in Ruhe und erzähl sie dem heiligen Geist!"
„Du weißt genau, was deine Mutter davon halten würde. Ich bin sicher sie hat sich schon zehnmal im Grab gedreht, wegen deinem miserablen Verhalten!" Das war ihre Waffe. Wenn sie nicht mehr weiter wusste, so wusste sie doch immer sich weiterzuhelfen, indem sie mich schikanierte. Ich hatte das schon lange herausgefunden, aber dennoch wusste ich dem nichts entgegenzubringen, denn sie hatte recht. Ich hasste meine Tante und das hätte Mom nie gewollt... „Ich stehe jetzt vor deinem Hotel. Mach schon mal die Tür auf. Wir müssen reden!", schloss sie ihre Predigt und legte sogleich auf.
Verzweifelt schlug ich die Hände über dem Kopf zusammen und zerrte an meinen Haaren. Sie hatte schon wieder gewonnen. Sie hatte mich in den letzten Jahren so geformt, wie sie es gerne hätte und ich wusste nicht, wie ich mich wieder „entformen" sollte.
Es war im wahrsten Sinne des Wortes zum Haare raufen!
„E-E-Edward?", sagte plötzlich eine vollkommen verunsicherte Stimme und ich drehte meinen Kopf in die Richtung... Bella!
Isabellas Point of View:
Yeah. 2 ungelesene Nachrichten. 12 entgangene Anrufe. Von: Alice. Klar wer sonst?
Ich beschloss sie am besten sofort zurückzurufen. Das erste Klingeln war noch nicht vorbei, da nahm sie auch schon ab.
„Bella? Gott, Bella! Sag doch was!"
„Ähm, ja. Hi, Al." Sie war aufgeregter als ich dachte. Hoffentlich war Jasper bei ihr... obwohl hoffentlich nicht, das konnte man ja keinem zumuten. „Tut mir leid, dass ich mich erst jetzt melde."
„Angenommen. Aber jetzt sag schon, was hast du gemacht? Du hast ihn doch schon getroffen, oder? Hat er ein schlechtes Gewissen, weil er mich verleugnet hat? Kann er sich überhaupt noch an mich erinnern? Oh, und rückt er eigentlich einfach so mir nicht dir nichts Kohle raus? Wahrscheinlich ist er doch zu sensibel dafür... zumindest war er das einmal. Glaube ich. Jedenfalls ..."
„Verdammt Alice!"
„Oh, nein! Jetzt tut es mir leid, Bells. Du musst erzählen. Also, ist alles in Ordnung?" 'Einsicht ist der erste Weg zur Besserung' oder wie hieß das gleich?
Nun ja, nichts war in Ordnung, aber das würde ich Alice jetzt nicht als erstes Lebenszeichen übers Telefon mitteilen. „Ja, Al. Es ist alles in Ordnung."
„Und jetzt die Wahrheit", verlangte sie und meine Augenbrauen schossen unweigerlich in die Höhe. Hatte man meine Lüge jetzt wirklich so herausgehört?
„Die Wahrheit? Das war die Wahrheit", beteuerte ich.
„Isabella Swan, du bist eine miserable Lügnerin und ich kenne dich schon eine kleine Ewigkeit, also sag mir, was los ist!"
„Schön! Dann eben die Wahrheit", gab ich erst etwas beleidigt nach. „Du hattest recht. Ich habe selbst keine Ahnung mehr, was ich hier überhaupt zu suchen hab! Das war total dumm von mir. Wir sind doch erwachsene Menschen, wie werden unsere Probleme selbst in den Griff bekommen. Das, was ich hier angefangen habe, war absolut kindisch. Ich hätte mit meiner Nase in meinem eigenen Leben bleiben sollen." Das war das Ergebnis meiner Gedankengänge der letzten Stunden. Sie wollte es wissen, nun wusste sie es.
Die Antwort kam zögerlich. „H-Heißt das... Heißt das du kommst schon wieder zurück?" Das war wohl das Problem. Ich war schließlich noch immer beruflich hier...
„Ja, ich denke, ich versuche mich morgen irgendwie in der Stadt zu beschäftigen und vielleicht noch Inspirationen zu anderen Artikeln zu suchen und übermorgen breche ich dann früh zum Flughafen auf."
Alice räusperte sich und wollte wohl etwas sagen, doch da klingelte ein anderes Handy und ließ mich in Richtung Hotelzimmer blicken. Und dort stand niemand geringeres als Edward Cullen. Unsere Blicke begegneten sich, er blickte mir entsetzt in die Augen und wandte seinen Blick dann schnell wieder ab. Hatte er mich etwa belauscht?
Edward ging an sein Handy und ich beendete schnell das Gespräch mit Alice. Was sollte ich nun tun? Am besten aus diesem Zimmer verschwinden, aber dafür würde ich an Edward vorbei müssen, der ziemlich genervt sein Gespräch führte.
Als er jedoch auflegte und mit leidendem Gesichtsausdruck an seinen Haaren zerrte, begann ich mir wirklich Sorgen zu machen. Unsicher was ich nun tun sollte, stotterte ich schließlich seinen Namen zusammen. Da fuhr er erschrocken herum und sah mich an, als wäre ich ein Geist. Hatte ich was falsch gemacht?
„Verdammt, Bella! Du musst sofort hier weg. Scheiße, scheiße, scheiße!" Aufgelöst rannte er durch das Zimmer, als würde er etwas suchen.
„Würdest du erklären, was grade los ist?", verlangte ich mit der Rückkehr meines Selbstbewusstseins zu wissen.
„Nein, später. Dafür ist jetzt keine Zeit."
Dann schellte es an der Tür des Appartements und Edward erstarrte.
Okay, was auch immer hier los war, musste mit der Person an der Tür zu tun haben.
Es schellte ein weiteres Mal. Und noch einmal. Ein einziges Klingelkonzert begann, doch Edward bewegte sich kein Stück.
„Willst du nicht aufmachen? Ich kann das auch tun..."
Mit diesem Vorschlag erwachte mein Gegenüber wieder zu Leben. „Auf keine Fall! Ich muss da jetzt aufmachen, aber bitte versteck dich. Keine Ahnung wo und wie. Vielleicht im Kleiderschrank... Wenn dir was an deinem Leben liegt, dann versteck dich!" Damit verschwand er aus dem Schlafzimmer und ich hörte, wie er die Tür öffnete.
Verloren blieb ich zurück. Sollte ich ihm vertrauen und mich wirklich verstecken?
