Endlich auch wieder ein Kapitel, in dem Harry etwas häufiger vorkommt, nachdem das letzte sich ja hauptsächlich auf Draco konzentriert hat. Ich muss sagen, ich hab vor allem das Ende recht spontan noch hinzugeführt und meine ganze Planung löst sich eh schon wieder in Wohlgefallen auf XD Zu viele spotane Ideen, auf die ich nicht verzichten möchte :P genug von mir jetzt, ich wünsche viel Spaß beim Lesen!

Kapitel 7 From this Day

I swear to you I won't be gone when the night comes

Harry Potter war spät. Er war nicht nur spät, er war verdammt nochmal zu spät und wenn es außer kalten Wintern und frühen Morgenstunden etwas gab, das Draco absolut nicht ertragen konnte, dann war es Unpünktlichkeit. Der Blick auf die magische Uhr an der Wand sagte ihm, dass es bereits halb zehn war und dass Uranus im Sternbild Löwe stand. Während die Sternkonstellation ihm reichlich egal sein konnte, besagte die Uhrzeit, dass ein gewisser Harry Potter, mit dem er für neun Uhr einen Termin vereinbart hatte, nun schon über dreißig Minuten zu spät war und langsam begann Dracos Geduldsfaden zu reißen.
Für gewöhnlich hielt er sich selbst für einen recht geduldigen Menschen, immerhin war er Anwalt geworden, aber wenn ihn jemand ganze dreißig Minuten warten ließ, erreichte man einen Punkt, an dem Draco kurz davor war Dinge gegen die Wand zu werfen.

Genervt erhob er sich von seinem Schreibtisch, auf dem ein ganz neuer Aktenumschlag mit der Aufschrift Harry Potter lag, und öffnete die Tür zum Vorraum, in dem Mafalda saß und gerade seine Post sortierte.

„Mafalda, würden Sie mir einen Gefallen tun?", fragte Draco als er ins Zimmer trat.
„Aber natürlich, Mr. Malfoy. Was wünschen Sie?", antwortete seine Sekretärin mit dem üblichen Lächeln auf den Lippen.

„Kontaktieren Sie doch bitte für mich die Aurorenzentrale und fragen Sie nach Mr. Potter. Er hätte bereits vor dreißig Minuten hier sein sollen".

„Aber natürlich Mr. Malfoy. Ich gebe Ihnen Bescheid sowie ich etwas in Erfahrung gebracht habe".
Draco nickte ihr kurz zu, ehe er sich wieder in sein Büro zurückzog. Natürlich hätte die nun frei gewordene Zeit nutzen können, um an einem anderen Fall weiter zu arbeiten, oder seine Post bereits fertig zu schreiben, zumal er sich entschlossen hatte den Auftrag bezüglich des historischen Rennbesens anzunehmen, aber er konnte sich einfach nicht darauf konzentrieren.

Schon seit er um halb acht ins Büro gekommen war hatte er es kaum geschafft sich auf das Tagesgeschäft zu konzentrieren, weil seine Gedanken immer wieder zu seinem Termin um neun Uhr gewandert waren. Doch neun Uhr war gekommen und wieder gegangen, ohne dass Harry Potter bei ihm aufgetaucht wäre. Zunächst war er verärgert gewesen doch mit den vergehenden Minuten war auch etwas anderes hinzugekommen – Sorge. Nach den Ereignissen des vergangenen Tages konnte er sich leider nur zu gut vorstellen, dass es Potter… Harry… wie auch immer… wieder schlechter ging und dass seine Verspätung vielleicht mit seinem Gemütszustand zusammen hing, um nicht zu sagen, er hatte die Befürchtung, dass er den Feuerwhisky doch wieder für sich entdeckt hatte.
Draco strich sich mit einer Hand durch das blonde Haar und begann im Zimmer auf und ab zu laufen. Vielleicht machte er sich ja zu Unrecht Sorge, und Harry… oder doch Potter?... wurde einfach nur auf der Arbeit aufgehalten und würde jeden Moment eintreffen. Vielleicht lag er aber auch zu Hause auf seinem Sofa, am Boden zerstört und verletzt über den letzten, finalen Vertrauensbruch seiner Ehefrau.

Du wirst paranoid, gab ihm die Stimme in einem Kopf mit einem Kichern zu bedenken.

Stimmte es? Übertrieb er es in seiner Sorge? Es war zum Verrücktwerden. Natürlich bot sich ihm mit Potters… Harrys… Scheidung nun eine Gelegenheit doch noch einen Platz in dessen Leben zu finden, aber andererseits brachte diese ganze Sache Dracos Welt ins Wanken.

Draußen im anderen Büro konnte er hören, wie Mafalda in ruhigem aber bestimmtem Ton sprach. Vermutlich kniete sie vor dem Kamin und hielt den Kopf in die grünen Flammen, um mit irgendeiner Sekretärin in der Aurorenzentrale zu sprechen. Leider wusste Draco von seinen gelegentlichen Strafverteidigungen, wie schwierig es war dort überhaupt zu irgendjemandem durchzudringen, geschweige denn um Leiter der Zentrale selbst. Es würde also vermutlich einiges an Zeit und Überzeugungskraft benötigen, bis Mafalda etwas herausfand bezüglich Harrys… Potters… Verbleib.

Gut eine halbe Stunde später verstummte das Gemurmel im Vorzimmer und es klopfte an Dracos Bürotür. Ohne abzuwarten riss er diese selbst auf und blickte in die ernsten Augen seiner Sekretärin. „Mir. Malfoy, ich kann Ihnen sagen, diese Auroren sind manchmal eine ganz schöne Pest. Aber ich konnte etwas über Mr. Potter herausfinden. Ich weiß zwar nicht, ob Ihnen das viel hilft, aber wie es scheint, ist er heute Morgen gar nicht zur Arbeit gekommen. Gestern war er einen halben Tag da, bis ihn eine Eule erreichte und heute ist er gar nicht aufgetaucht", erklärte sie kopfschüttelnd.

Draco schluckte. Also doch. Es war eingetreten, was er befürchtet hatte. „Ich gehe zu Mr. Potter und sehe nach was los ist. Sollte jemand nach mir fragen, war ich geschäftlich unterwegs. Kein Wort zu irgendjemandem, dass Mr. Potter mein Mandant ist".

Mafalda nickte mit feierlichem Ernst. „Ganz wie Sie wünschen, Mr. Malfoy. Sollten Terminanfragen eintreffen trage ich sie in den Kalender ein".
„Danke, Mafalda", antwortete Draco und griff zum Floopulver, in der Hoffnung, dass im Hause Potter der Kamin freizugänglich war.

Einen Herzschlag später trat er aus dem Kamin in Harry Potters Wohnzimmer und ließ den Blick schweifen. Der Raum war unangetastet und sah noch fast genauso aus wie zwei Tage zuvor. Nur die Teetassen waren vom Tisch verschwunden.

Im Haus selbst war es totenstill und Draco wusste nicht, ob das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen sein sollte. Vielleicht wäre Potter… oder Harry… einfach nicht zu Hause. Dennoch beschloss er, sich weiter umzusehen und nach seinem verschollenen Mandanten zu suchen.

Während das Wohnzimmer recht ereignislos gewesen war, erwartete ihn beim Betreten des Flurs eine erste Überraschung. Zwei Jacken waren achtlos zu Boden geworfen worden, von denen Draco eine als Potters identifizieren konnte, da er diese am vorigen Tag getragen hatte, als er in die Kanzlei gekommen war. Die andere Jacke jedoch kannte er nicht. Etwas weiter den Flur hinunter lagen Potters Schuhe, erst einer, dann zwei Meter entfernt der nächste. Irgendwas stimme hier ganz und gar nicht. Dracos Eingeweide zogen sich schmerzhaft zusammen, als er langsam die mit Teppich ausgekleideten Treppenstufen hinauf ging. Der weiche Untergrund schluckte seine Schritte und würde seine Anwesenheit nicht verraten.

Ja, ja du machst dir wirklich Sorgen um ihn, flötete die Stimme in seinem Kopf.

Am oberen Ende der Treppe angekommen blickte Draco sich um und sein Blick fiel durch den halb offenen Türspalt zum Schlafzimmer. Die Rollläden waren herunter gelassen, aber durch die Ritzen fiel dennoch genug Licht, sodass man die Umrisse im Zimmer gut erkennen konnte. Harry Potter lag definitiv in einer etwas chaotisch aussehenden Haltung auf dem Bett.

Draco schluckte und schob die Tür gänzlich auf, als er den Raum betrat. Die Luft roch abgestanden und nach einer Mischung aus kaltem Rauch und Alkohol. Ohne die Sichtbehinderung durch die Tür konnte man nun auch das gesamte Bett erkennen und Draco musste verstellen, das Potter nicht allein darin lag. Auf der rechten Seite konnte er eine weitere Gestalt mit langen roten Haaren ausmachen, die sich in eine Decke gekuschelt hatte. Einen Moment glaubte Draco ihm bliebe das Herz stehen, bis er ihm klar wurde, dass dies nicht Ginevra Potter-Weasley war.
Dennoch konnte er den Schmerz, der sich mit der Erkenntnis in seiner Brust ausbreitete genauso wenig niederkämpfen, wie die damit einher gehende Wut. Potter hatte es also vorgezogen den Morgen im Bett mit dieser… was auch immer sie war… zu verbringen, anstatt seinen Termin mit Draco wahrzunehmen. Doch das war nicht das Schlimmste. Das Schlimme war, dass ein kleiner Teil von ihm geglaubt hatte, vielleicht doch noch eine Chance zu haben Potter für sich zu gewinnen und nun spürte er wie diese Hoffnung in tausend kleine Scherben zerbrach. Wie hatte er so dumm sein können, wirklich zu denken, dass sich zwischen ihnen so etwas wie ein ‚Band' entwickelt hatte?

Siedend heißer Zorn mischte sich mit schmerzhafter Enttäuschung und im Moment der Schwäche war Draco nicht gewillt dem rationalen Teil seines Gehirns das Handeln zu überlassen, stattdessen ließ er sich von Wut und Enttäuschung treiben und gab der Tür, die noch nicht bis zum Anschlag geöffnet war, einen derart kraftvollen Stoß, dass sie mit einem lauten Krachen gegen die Wand schlug.

Mit einem Mal saßen zwei Gestallten aufrecht im Bett, die Augen vor Schreck weit aufgerissen. Potter schien sich zuerst wieder zu fangen und sein Blick fiel auf Draco. Er blinzelte einige Male, während seine Bettgefährtin sich die Decke bis unter das Kinn zog, um zu verhüllen, was Draco ohnehin nicht sehen wollte.

„D… Draco?", stammelte Potter irritiert.

„Der und kein anderer", hörte er sich selbst sagen, die Stimme kalt und distanziert. Er hatte offener klingen wollen, aber der Schmerz in seiner Brust schien sich eins zu eins in seine Stimmbänder zu übertragen.

„Was machst du hier?"

Wut, heiß und belebend schien sie endlich seine Zunge zu lockern. „Was ich hier mache? Verdammt Potter, wir waren vor über einer Stunde verabredet! Oder hast du mittlerweile vergessen, dass deine Frau sich von dir scheiden lassen will, weil du einen Ersatz mit passender Haarfarbe gefunden hast?".
Draco konnte die Verärgerung auf Potters Gesicht erkennen, doch ehe dieser antworten konnte, erwachte die Schönheit neben ihm aus ihrer Schockstarre.

„Du bist verheiratet?", fragte sie mit heller Stimme und rückte soweit von Potter weg wie nur möglich, ohne dabei aus dem Bett zu fallen.

Potter seufzte und strich sich fahrig durch das rabenschwarze Haar. „Hör zu, Dr- Malfoy, es tut mir leid, dass ich unseren Termin verpasst habe. Ich kann auch verstehen, wenn du jetzt keine Lust mehr hast, mich zu vertreten. Ich musste nur gestern Abend einfach raus", erklärte er mit hängenden Schultern.

„Ja und statt dich nur zu betrinken, hast du es vorgezogen auch gleich einen Ginny-Ersatz mit nach Hause zu nehmen, ganz toll gemacht. Jetzt steh auf und mach dich fertig, ich habe auch noch andere Mandaten", sagte Draco mit bebender Stimme, ehe er sich der jungen Frau im Bett zu wand. „Und du, Mäuschen, suchst besser deinen Zauberstab und verschwindest von hier, bevor ich mich vergessen. Ein Wort zur Presse hier drüber und ich schwöre dir, ich verklage dich, bis du auch deinen letzten Knut los bist".

„Bitte was? Wovon redest du?", fragte der unbekannte Rotschopf in Potters Bett.

„Ähm… Malfoy… sie…ist nicht…", setzte dieser etwas unbeholfen an, als Draco klar wurde, was er sagen wollte.

„Du hast einen Muggle aufgerissen? Das macht sie Sache leichter", entgegnete Draco und ging aufs Bett zu. Er packte die junge, nur mit einem Shirt bekleidete, Dame am Handgelenk und zog sie etwas unsanft aus dem Bett. „Zieh dich an, ich bring dich zur Tür. Potter, du gehst in der Zwischenzeit duschen. Wir werden einfach alles geschäftliche hier besprechen, wenn ich schon mal da bin", sagte er und drückte Potters Bettgesellschaft deren Kleidung in die Hand, die er vom Boden aufgelesen hatte.

Ihr Blick wanderte kurz hilfesuchend zu Potter, der es mittlerweile aus dem Bett geschafft hatte und nur mit Shorts bekleidet ziemlich unnütz in der Gegend herum stand. Als ihr klar wurde, dass von ihrer neuen Bekanntschaft keine Hilfe zu erwarten war, blickte sie wieder zu Draco. „Was für eine Sorte Psychopath bist du denn bitte?", fragte sie verärgert, begann aber sich anzuziehen.

„Die Sorte, die deinen Arsch gleich vor die Tür setzt, also zieh dich an, ich glaube es regnet draußen", antwortete er bissig, während Potter es endlich schaffte sich frische Kleidung aus dem Schrank zu holen. Als dessen Bekanntschaft der letzten Nacht es schließlich geschafft hatte, sich anzuziehen, packte Draco sie wieder am Handgelenk und zog sie die Treppe hinunter durch den Flur zur Tür, wo er ihr die Jacke in die Hand drückte und ihr einen kleinen Stoß zur Tür hinaus gab.

Gerade als sie sich umdrehen wollte, um zu gehen, hielt er sie noch einmal zurück und hob seinen Zauberstab. „Obliviate", murmelte er und beobachtete, wie ihre Züge sich entspannten und ein leicht glasiger Ausdruck in ihre Augen trat. Draco war schon immer gut gewesen mit Gedächtniszaubern. Natürlich hatte er der jungen Frau nicht sämtliche Erinnerungen gestohlen, sondern sie nur so manipuliert, dass sie sich an eine ziemlich unbefriedigende Nacht mit einem Mann, dessen Namen sie schon wieder vergessen hatte, erinnern konnte, die aber ansonsten völlig ereignislos verlaufen war, genau wie der Morgen danach.

Nachdem er die Tür hinter ihr geschlossen hatte, durchquerte Draco den Flur und ging die Küche. Aus dem Bad konnte er das Geräusch der Duschbrause hören und schloss einen Moment die Augen, um sich zu sammeln, ehe er begann Kaffee zu kochen.

Fünfzehn Minuten später kam ein noch immer irgendwie nasser, aber immerhin frisch geduschter und bekleideter Harry Potter in die Küche getappt. Kleine Tropfen fielen aus seinem schwarzen Haar und hinterließen Spuren auf dem dunkelblauen Pullover den er trug. „Es tut mir leid, dass ich unseren Termin verpasst habe, Malfoy", sagte er, den Blick reuevoll zu Boden gerichtet. Wie er so dastand, mit gesenktem Blick und nassen Haaren wirkte Harry Potter so verletzlich, dass es Dracos ganze Willenskraft brauchte, um nicht einfach zu ihm zu gehen und ihn in den Arm zunehmen. Nichts hätte er in diesem Moment lieber getan als jene blassen Lippen mit den seinen einzufangen und nichts wäre fataler als das.

Folglich hielt er sich zurück und verschränkt stattdessen die Arme vor der Brust. „Du wiederholst dich, Potter. Jetzt setz dich, damit wir reden können. Ich hab dir sogar Kaffee gemacht".
Der Angesprochene blickte auf und seine Augen blieben an der dampfenden Tasse auf dem Tisch hängen, während Draco sich setzte und Zucker in seine Tasse häufte. Er hasste bitteren schwarzen Kaffee.
„Dann willst du also mein Anwalt bleiben?", fragte Potter, nachdem er sich gesetzt hatte und nun den Kaffee mit beiden Händen umschlossen hielt. Noch immer blickte er Draco nicht direkt an, sondern starrte auf die braune Flüssigkeit, als würden sich ihm so alle Geheimnisse des Universums erschließen.

„Natürlich bleibe ich dein Anwalt. Ich habe versprochen, dir zu helfen und auch wenn das Wort eines Slytherins dir wertlos vorkommen mag, habe ich vor, es zu halten", antwortete Draco und rührte mit seinem Löffel im Kaffee, obwohl der Zucker sich vermutlich schon vor einer kleinen Ewigkeit aufgelöst hatte.
„So war das jetzt eigentlich nicht gemeint, Malfoy", entgegnete Potter. „Ich war bisher kein sehr angenehmer Mandant, also könnte ich verstehen, wenn du genug von mir hast".

„Ehrlich Potter, wenn ich jedes Mandat niederlegen würde, bei dem ein Klient zu spät kam, wäre ich ziemlich arbeitslos, also mach dir keine Sorgen. Aber tu mir einen Gefallen und such dir keine rothaarigen Ersatzehefrauen für eine Nacht, die machen das Leben meist nur schwerer als es ohnehin schon ist", antwortete Draco mit einem schiefen Lächeln. Irgendwo in seiner Brust spürte er noch immer das Echo des Schmerzes von vorhin.
„Es tut mir leid, du hast Recht. Was hast du überhaupt mit ihr gemacht?"

„Ich hab sie zur Tür gebracht und ihre Erinnerung an gestern Abend… naja, nicht gelöscht, aber verändert…", gab Draco zu und zuckte dabei mit den Schultern. Er bereute nicht, was er getan hatte, auch wenn manche Leute es sicher als verwerflich ansehen würden.

„Du hast was?", fragte Potter und hob erstaunt den Kopf. Zum ersten Mal trafen sich ihre Blicke und Draco konnte in die Tiefer jener grünen Augen sehen, die ihn in seinen Träumen verfolgten.

„Nichts Schlimmes! Sie weiß nicht mehr, wie du heißt und fand den Abend auch nicht sonderlich erinnerungswürdig, mehr nicht. Und sie wird nicht mehr wissen wo du genau wohnst", fügte Draco hinzu.
Potter schüttelte den Kopf und nahm einen Schluck vom Kaffee. „Du bist unverbesserlich, Malfoy. Also, du meintest gestern, wir könnten diese Sache gewinnen? Was hast du dir ausgedacht".

„Ausgedacht? Gar nichts. Du hast mir die Strategie bereits selbst geliefert. Aber bevor wir das besprechen, denke ich gibt es noch ein etwas, das dir vorher klar sein sollte: Diese Sache kann sehr schmutzig werden. Ich hoffe, deine Noch-Frau wartet einfach die Verhandlung und deren Ausgang ab, aber es kann natürlich sein, dass sie und ihr Anwalt im Vorfeld versuchen werden Vorteile herauszuschlagen. Zum Beispiel mit Hilfe der Presse. Sollte das passieren kann ich versuchen den Schaden zu begrenzen, aber schmerzhaft wird es trotzdem", erklärte Draco ohne den Blick von Potter abzuwenden.

Er hatte schon Verhandlungen erlebt in deren Vorfeld die beiden Parteien einander in der Öffentlichkeit förmlich zerrissen hatten, um sich einen Vorteil zu sichern. Natürlich dufte der vorsitzende Richter nur die Dinge berücksichtigen, die während der Anhörung gesagt wurden aber auch Richter lesen die Zeitung.

„Ich weiß, Malfoy. Ich bin nicht mehr so naiv zu glauben, dass Ginny mir nie schaden würde, denn sie tut es bereits. Sollte irgendwas über mich in der Zeitung auftauchen, würde ich dich als meinen Anwalt bitten, ein Gegenstatement zu formulieren und dafür zu sorgen, dass der entsprechende Artikel zurückgenommen wird. Ich möchte aber keinen Rosenkrieg… ich werde mich nicht öffentlich über Ginny auslassen und ich will auch nicht, dass sie in diesem Prozess die Schuld zugesprochen bekommt. Ich will nur, dass du klarstellst, dass ich nicht allein verantwortlich dafür bin, dass diese Ehe gescheitert ist", sagte Potter ruhig. Anscheinend hatte er sich, trotz des Alkoholgenusses am Abend zuvor, so seine Gedanken gemacht.

„Ganz wie du willst, Potter. In diesem Fall sieht unsere Strategie folgendermaßen aus. Sie wird behaupten, die Schuld falle dir zu, weil du nicht gewillt warst, diese neue Therapie zu testen und deshalb ihr Kinderwunsch nicht erfüllt wurde. Natürlich wird sie noch andere Argumente vorbringen, aber ich gehe davon aus, dass dieses Virgils Trumpfkarte sein soll", begann Draco, wurde aber von Potter unterbrochen.

„Kennst du diesen Virgil Thurgood?"

„Virgil Thurgood ist ein Arschloch und er ist schon verdammt lange im Geschäft. Ich kann mich erinnern, dass mein Vater schon mit ihm zusammen gearbeitet hat und genervt von ihm war. So wie ich ihn bisher erlebt habe, ist er gerissen und wird versuchen dir die Worte im Mund umzudrehen, aber das sollte er auch, wenn er ein guter Anwalt sein will. Ansonsten würde ich sagen, man sollte Respekt vor ihm haben, aber ich bin sicher, dass ich ihn ausstechen kann".

Potter hob eine Augenbraue, begann aber zu grinsen. „Ganz der Slytherin, nicht wahr?", sagte er.

„Natürlich. Obwohl Thurgood in Gryffindor war, soweit ich weiß. Aber wie gesagt, er wird versuchen, dich mit der Kinder-Sache zu bekommen, aber was er vermutlich nicht weiß ist, dass deine Frau es abgelehnt hat Kinder zu adoptieren und selbst wenn er es weiß, bin ich sicher, dass wir ihn aushebeln können. Ich werde beantragen deine Frau direkt dazu zu befragen und werde versuchen, meine Fragen so zu stellen, dass sie am Ende gezwungen ist, zu zugeben, dass sie eine Mitschuld trägt. Als Antragsteller dürfen die beiden zuerst befragen, das gibt uns aber den Vorteil, uns bereits Gegenfragen überlegen zu können", erklärte Draco weiter. Potter nickte nur und nahm einen weiteren Schluck vom Kaffee.

„Er wird mir Fragen stellen, nicht wahr? Dieser Thurgood. Kannst du vorher mit mir üben, wie ich antworten soll? Ich bin schlecht in solchen Sachen", gab er zu.

„Wenn du willst, mache ich das. Kein Problem. Ach ja, du solltest wirklich anfangen die Zeitung zu lesen ab jetzt. Wir müssen beide die Augen offen halten, ob irgendwo etwas über dich geschrieben wird, das für die Verhandlung relevant sein könnte".

Potter wollte gerade etwas erwidern, als beide von einem Geräusch im Wohnzimmer überrascht wurden. Kurz trafen sich ihre Blicke, dann erhoben sie sich beide, um nachzusehen woher die Laute kamen. Kaum traten sie durch die offene Tür ins Wohnzimmer, da fiel Dracos Blick auf eine junge Frau, die aus dem Kamin stieg und sich das lange, buschige, braune Haar aus dem Gesicht strich. „Hey, Harry", sagte sie und lächelte leicht unsicher.
„Hey, Hermione", antwortete Potter und entspannte sich sichtlich. Anscheinend hatte seine beste Freundin und Schwägerin es auch endlich geschafft her zu kommen, nachdem ihr Gatte noch vor zwei Tagen bewiesen hatte über wie viel Taktgefühl er doch verfügte.

Ihre braunen Augen huschten kurz zu Draco, doch wenn seine Anwesenheit sie stören sollte ließ sie es sich nicht anmerken. Er hatte in all den Jahren nicht vergessen, dass sie es gewesen war, die an jenem Morgen nach dem Ende des Krieges Potter geholt hatte, als die Auroren gekommen waren. Zwar hatte er sich nie bei ihr bedankt, aber er glaubte auch nicht, dass sie damit gerechnet hatte.

„Wie geht es dir?, fragte Hermione Weasley vorsichtig und machte einen Schritt auf Potter zu. Dieser löste sich ebenfalls aus seiner Starre und ging auf seine beste Freundin zu, die sogleich die Arme ausbreitete und ihn an sich zog. „Es tut mir so leid, Harry… es tut mir so unendlich leid", flüsterte sie, während sie ihn in den Armen hielt. Draco hatte immer geglaubt Potter und Weasley stünden einander auf besondere Weise nah, doch anscheinend war es eher Granger, die wusste, wie sie sich zu verhalten hatte. Es war Granger in deren Arme er sich sinken ließ, um Trost zu finden.

„Es geht mir schon besser, mach dir keine Sorgen, Mione", antwortete Potter ohne die junge Frau loszulassen.
Sie schloss die Augen und vergrub ihr Gesicht in seiner Schulter. „Ich wollte sie aufhalten, Harry. Wirklich! Keiner von uns wollte, dass sie diesen Antrag stellt. Ron hat mit ihr gestritten, aber sie will einfach nicht hören. Sie sagt, sie brauch das Geld für ihr neues Leben und dass sie jetzt auf dich keine Rücksicht nehmen kann, weil sie das schon viel zu lange getan hat. Oh Harry! Es tut mir so leid!", schluchzte sie leise. Draco konnte nicht anders, er musste Sympathie für sie empfinden, obwohl sie sich so lange Zeit gelassen hatte, um herzukommen.

Potter löste sich von ihr uns schob sie auf Armeslänge von sich, bevor er ihr sanft mit dem Daumen die Tränen aus dem Gesicht wischte. „Hey, nicht weinen. Alles wird gut. Mal- Draco ist hier um mir mit dieser Sache zu helfen", sagte er sanft. Nun huschten Weasleys Augen doch wieder zu ihm herüber und sie betrachtete ihn eine Weile ohne ein Wort zu sagen. Wieder war ihren Zügen nicht anzusehen, was sie davon hielt.

„Draco…", hauchte sie und aus ihrem Mund klang sein Vorname noch ungewohnter als aus Potters, dennoch machte Draco einen Schritt auf sie zu und rang sich dazu durch ihr die ausgestreckte Hand entgegen zu halten. Früher hätte er nie die Hand eines Schlammbluts geschüttelt, aber er hatte auf die harte Tour lernen müssen, wohin ihn solche Vorurteile brachten, also hatte er sie über Bord geworfen.

Einen Moment lang schien sie irritiert, ergriff dann aber doch seine Hand und schüttelte sie. „Danke, dass du Harry hilfst. Ich… Ron und ich hätten schon viel früher herkommen müssen… wir haben die Situation völlig unterschätze. Vermutlich warst du der einzige, der wusste was wirklich los ist. Danke dafür, Malfoy", sagte sie, die braunen Augen warm und freundlich.

„Nichts zu danken, Gran- Weasley", erwiderte Draco. Sie ließ seine Hand los und blickte wieder zu Potter zurück.
„Geht es dir auch ganz sicher gut, Harry?", fragte Weasley und musterte Potter besorgt.
„Ja, Hermione es geht mir gut. Was Ginny tut oder getan hat ist schmerzhaft, aber ich komme damit zurecht, okay? Mach dir keine Sorgen", versuchte er sie zu beruhigen, wobei er ihr zulächelte.
„Gibt es irgendetwas, das ich für dich tun kann?"
„Ja, du kannst deinem Idioten von einem Ehemann sagen, er soll herkommen und sich bei… Harry… entschuldigen", warf Draco dazwischen, die Arme vor der Brust verschränkend. Zwei irritierte Augenpaare musterten ihn gleichzeitig, eines braun das andere grün, doch Draco bemühte sich keine Regung zu zeigen.
„Vermutlich hast du Recht, Malfoy. Ich… sollte ohnehin gehen. Ich wollte nur nach Harry sehen, aber mir scheint… er ist… in guter Gesellschaft soweit", sie warf ihm ein kurzes Lächeln zu, ehe sie sich von Potter verabschiedete und wieder im Feuer verschwand.

Kaum war die gegangen, ließ Potter sich mit einem Seufzen aufs Sofa vor dem Kamin fallen und strich sie durch das schwarze Haar. „Es war klar, dass sie als erstes kommen würde. So ist es immer", sagte er und klang dabei fast ein wenig traurig. Draco zog die Brauen zusammen und erinnerte sich an jenen Ausdruck der Enttäuschung in Potters Augen, die er dort noch vor wenigen Tagen gesehen hatte. War der Vorfall beim Trimagischen Turnier vielleicht nicht der einzige gewesen?

Draco setzte sich neben Potter aufs Sofa und schaffte es irgendwie den Mut aufzubringen sogar eine Hand auf Potters Knie zu legen, nicht sicher ob er hoffte sein Gegenüber würde es für eine Geste der Freundschaft halten oder nicht. „Mal ehrlich Potter, was war los zwischen dir und Weasley? Also… dem männlichen Weasley", fragte er mit bemüht warmer Stimme.

Grüne Augen betrachteten ihn nachdenklich ehe ein leises Seufzen blassen Lippen entkam. „Ron und ich wir… wir sind Freunde seit der ersten Klasse… seit jener ersten Zugfahrt nach Hogwarts… aber… manchmal hat er ein Talent dafür, Mist zu bauen", sagte Potter und wich Dracos Blick aus.

„Wie damals beim Trimagischen Turnier?", hakte dieser nach und schluckte leise.

„Ja… da zum Beispiel auch… aber… das war halb so schlimm. Drei Jahre später… während unserer Horcrux Jagd… naja… Dumbledore war nicht gerade auskunftsfreudig, als er mir den Auftrag gegeben hat… wir haben eine ganze Weile bloß im Dunkeln gestochert. Es war frustrierend. Wir wussten nicht, ob die Menschen, die wir liebten noch am Leben waren und wir konnten nie länger als einen Tag irgendwo bleiben… und das Medaillon… es hat unsere Gedanken vergiftet. Bei Ron allerdings war die Wirkung am effektivsten. Eines Abends… es war bereits November und wir waren seit Monaten in einem verdammten Zelt unterwegs… kam es zum Streit… zwischen Ron und mir… er… ging und ließ Hermione und mich allein mit unserer Mission. Erst nach Neujahr kam er wieder zu uns zurück… Er hatte damals einfach zu große Zweifel an mir…", erzählte Potter, den Blick auf die tanzenden Flammen im Kamin gerichtet.

Nun konnte Draco den Blick und die Traurigkeit verstehen. Er konnte verstehen, warum Potter so unendlich enttäuscht gewesen war: Weil sein bester Freund ihn nicht zum ersten Mal hängen ließ. Durch ihr Verhältnis zu einander zog sich ein Bruch, ausgelöst von Weasleys Verhalten vor über zehn Jahren. Wie konnte man solch eine Wunde nur heilen?

„Du fühlst dich wieder von ihm verraten und allein gelassen", schloss Draco, eine Hand noch immer auf Potters Knie.
„Ich… ich weiß es nicht… ich meine, er ist Ginnys Bruder, er muss sie unterstützen. Er steht zwischen den Stühlen… aber… ein kleiner Teil von mir hat gehofft, dass ihn das nicht davon abhalten würde auch mir zu zeigen, dass er hinter mir steht… nicht nur Ginny…". Grüne Augen trafen auf graue, als Potter den Blick von den Flammen löste. Etwas Trauriges lag darin verborgen und zugleich schienen sie so anziehend, wie Magnete. Draco glaubte fast eine physische Kraft zu spüren, die ihn unaufhaltsam näher zu Potter brachte und es kostete all seine Willenskraft um diesem Sog zu wiederstehen. Wie gerne hätte er viel mehr getan, als nur seine Hand auf Potters Knie zu legen.
„Er wird sein Hirn schon wiederfinden. So wie das klingt hat er das bisher immer und ich glaube seine Frau ist schlau genug ihm den Kopf zu waschen", sagte Draco mit einem Lächeln.

Potter strich sich mit der Hand durchs Haar, eine Geste, die ihm zu Eigen schien wann immer er angespannt war und die dennoch ein Schaudern durch Dracos Körper sandte. Je mehr Zeit er mit dem anderen Mann verbrachte, desto deutlicher wurde dessen Wirkung auf ihn. Nach und nach, so glaubte Draco, würde er den Verstand verlieren, wenn nicht wieder Abstand zwischen sich und Potter brachte. Aber wollte er das? Konnte er das? Es hatte ein Leben vor Harry Potter gegeben, aber gab es auch eines danach?

„Ich hoffe du hast Recht. Ich hoffe einfach, dass er irgendwann hier auftaucht und mir sagt, dass es ihm Leid tut und wir dann wieder klar kommen. So war es bisher immer irgendwie… Kann… kannst du mir einen Gefallen tun, Draco?". Unsicherheit schwang in Potters Stimme mit.

„Kommt drauf an was es ist", entgegnete dieser und wusste doch zugleich, dass es eine Lüge war. Natürlich würde er es tun, egal was es war auch wenn es bedeutete, dass er wieder einen Schritt ging auf diesem Weg in die Ungewissheit.

„Kannst du… heute hier bleiben? Ich… ertrage dieses Haus nicht… zumindest nicht allein… und spätestens wenn es dunkel wird… die Wände erdrücken mich mit ihren Erinnerungen…", Potter schloss die Augen während eine Hand sich in den Stoff des Sofas krallte.

„Ich... natürlich, wenn dir das hilft, dann bleibe ich und leiste dir Gesellschaft. Vermutlich kann man schlechte Erinnerungen nur loswerden, wenn die Wände mit neuen und besseren füllt", antwortete Draco versucht gelassen und unbeeindruckt zu klingen, während seine Eingeweide sich zu einem festen Knäul zusammenzogen.
Potter lächelte kurz. „Danke Draco, ich weiß gar nicht, wie ich all das wiedergutmachen soll".
Draco lachte leise und schüttelte dabei den Kopf. „Du stehst nicht in meiner Schuld, Po- Harry. Versuch einfach keinen Unfug zu machen".

„Unfug?", Potter hob beide Augenbrauen, doch Draco konnte sehen, dass sich ein kleines Lächeln auf seine Lippen stahl.

„Natürlich Unfug, oder wie würdest du es nennen, wenn man fremde Frauen, die wie die eigene Ex-Frau aussehen, mit nach Hause nimmt?", scherzte Draco und lehnte sich entspannt gegen die Sofalehne. Vielleicht sollte er den Tag mit Potter einfach genießen.
„Es ist nichts passiert…", flüsterte dieser und eine leichte Röte zierte seine Wangen. „Ich wollte… also als ich sie eingeladen habe zumindest… aber dann… ich konnte es nicht".

„Es ist einfach noch zu früh, Harry. Du hast gerade erst eine Beziehung hinter dir, die fast zwölf Jahre gedauert hat. So leicht ist es nicht, das zu vergessen und einfach weiter zu machen, als wäre nichts geschehen".
Einen Moment wirkte Potter, als wollte er widersprechen, doch dann nickte er verstehend und legte den Kopf in den Nacken. „Ich glaube du hast ihr ganz schöne Angst gemacht vorhin", sagte er amüsiert.

Draco zuckte mit den Schultern. „Und wenn schon. Sie kann sich ja nicht mehr dran erinnern".

„Machst du das mit all deinen Errungenschaften?", wollte Potter wissen, wieder aufrecht sitzend, die Augen auf sein Gegenüber gerichtet.

„Im Gegensatz zu dir gehe ich nicht in Bars und reiße jemanden auf", antwortete Draco stichelnd.

„Das war das erste Mal…"

Draco lachte leise. Es war wirklich zu einfach Potter aus der Reserve zu locken und vielleicht würde es ihm auf diese Weise gelingen das eine oder andere Lachen aus ihm heraus zu kitzeln, sodass er den Schmerz über den Verlust seiner Frau für einen Tag würde vergessen können. „Ein Glück, sonst müsste ich Angst haben, dass du am Freitagabend gar kein Interesse an mir hast", antwortete er, sich der Tatsache voll auf bewusst, dass seine verspielte Äußerung schon fast an Flirten grenzte. Aber er konnte sich auch nicht dazu zwischen, es nicht zu tun. Viel zu sehr genoss er es Potter nah zu sein und von ihm gebraucht zu werden.

„Hey!", entrüstete sich dieser und Draco spürte einen Ellenbogen in der Seite. Reflexartig griff er nach dem Arm und bekam Potters Handgelenkt zu fassen. Hitze schien in ihm aufzusteigen, als er die weiche Haut berührte und sein Blick wanderten von der Stelle an der sie einander berührten hinauf zu den grünen, vertrauten Augen.

Sein Herzschlag beschleunigte sich, sodass er glaubte Potter müsste es hören und sein Fingerspitzen kribbelten, als stünden sie unter Strom und doch konnte er den Hautkontakt nicht brechen. Diese Augen hielten ihn gefangen und Draco spürte, wie seine Selbstbeherrschung zu brechen begann. Ihm war heiß und kalt zugleich. Seine Sinne standen in Flammen und ohne sein Zutun, als würde eine unsichtbare Macht ihn leiten lehnte er sich näher zu Potter.

„Ich… ähm… werde noch Kaffee holen… möchtest du auch?", fragte dieser und sprang förmlich auf.

Draco zog die Hand zurück, als hätte er sich verbrannt und schluckte hart. „Ja… ja gerne. Kaffee klingt super", sagte er mit unnatürliche rauer Stimme und als Potter endlich das Wohnzimmer verlassen hatte krallte er beide Hände ins Sofa.

Einen Moment länger und er hätte ihn geküsst… einen Moment länger und… ja? Was? Nachdenklich betrachtete er die Hand, welche eben noch Potters Handgelenk umschlossen hatte. Er durfte diesen Gefühlen nicht die Oberhand lassen, er durfte sich nicht von ihnen kontrollieren lassen.

Einen solchen Fehler durfte er nicht noch einmal begehen.

Kapitel 7 Ende