Liebe oder Drachen
Kapitel 3
Der Tag der Hochzeit war schnell gekommen. In den letzten Wochen war so viel passiert, dass die Zeit schnell vergangen war.
Nach dem Harry erfolgreich zu den Weasleys gebracht worden war, hatte Erik erfahren das dabei leider Moody verstorben ist. Zwar hatten sie kein besonders inniges Verhältnis gehabt aber trotzdem war der Verlust groß. Auch im Ministerium war so einiges mehr an Arbeit angefallen. Durch das Verschwinden vieler Hexen und Zauberer war Unruhe aufgekommen und innerhalb des Ministeriums suchte man händeringend nach Erklärungen und Worten der Besänftigung für die magische Gemeinschaft.
Charlie hatte angeboten Erik abzuholen, was der junge Zauberer rührend fand aber ablehnte. Er hatte gesagt, dass er gut allein zu den Weasleys finden würde und das ihn seine Familie am Tag der Hochzeit nötiger brauchen würde. Etwas grimmig hatte sich Charlie überreden lassen. Erik wusste genau, was sich der Rotschopf erhoffte wenn er etwas früher bei ihm aufgetaucht wäre, aber dafür war es noch zu früh fand er.
Erik trug einen sehr geschmackvollen Festumhang mit einer violetten Fliege und passenden Manschettenknöpfen. Mit einem hübsch verpackten Geschenk unter dem Arm machte er sich auf zu den Weasleys.
Einige der Gäste waren schon angekommen und unterhielten sich angeregt. Molly Weasley bemerkte ihn als Erstes und kam strahlend auf ihn zu. „Oh Erik. Schön das sie gekommen sind." Sie umarmte ihn herzlich und nahm ihm das Geschenk ab. „Ich werde das zu den anderen stellen und sie können sich gerne schon ein Glas von der Bar holen." Dann huschte sie zu den Geschenktisch hinüber.
Auf dem Weg zur Bar erblickte Charlie ihn und kam hastig zu ihm. „Da bist du ja, ich hatte schon angst du kommst nicht." Er blickte Erik musternd an. „Und wie gut du heute aussiehst aber das tust du ja immer." Der junge Zauberer wurde ganz rot. „Jetzt hör aber auf, du machst mich verlegen."
Dann schauten sie sich in die Augen. „Ich kann immer noch nicht fassen, wie so ein toller wunderschöner Junge sich damals in mich verlieben konnte. Ich war ein Dummkopf als ich dich gehen ließ." Charlie konnte seine Gefühle nicht mehr zügeln und musste Erik einfach einen innigen Kuss geben.
„Charlie!" rief eine Stimme laut aus der Entfernung. Die beiden lösten sich aus dem Kuss und schauten sich nach dem Urheber des Schreis um. Es war Mrs. Weasley, die auf einen Stuhl neben dem Geschenktisch zusammengesunken war. Ein paar der Gäste standen neben ihr und schauten sie verwundert an. Charlie war zu ihr hinüber gelaufen und hatte sich neben sie gehockt. „Was ist den los Mom? Geht es dir gut?"
Molly Weasley schaute ihren Sohn an und versetzte ihm dann eine Ohrfeige, welche ihn rücklings auf den Boden fallen lies. „Wie kannst du es nur wagen. Einfach so, hier vor all den Leuten, ohne mich vorzuwarnen." Dann stand sie auf und ging auf Erik zu. Der stand wie angewurzelt da und konnte sich kein Stück bewegen. Die Angst stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Du", sagte sie und deutete mit dem Finger auf den jungen Zauberer.
Doch dann merkte er wie sie ihn fest an sich drückte.
„Ach ist das schön. Endlich hat mein Junge jemanden gefunden der ihn glücklich macht. Ich dachte sein Dauergrinsen rührt daher, dass er endlich wieder mal zu Hause ist aber nun weiß ich das es an dir liegt. Und ganz ehrlich du bist mir hundertmal lieber als eine von diesen leichten Mädchen mit denen er sonst etwas hatte."
Charlie war mittlerweile zu ihnen gekommen. Er rieb sich die Wange und schaute besorgt drein. „Mom, also ich kann dir alles erklären."
Mrs. Weasley wandte sich ihrem Sohn zu. „Und du mein Freund, wie kannst du mir nur diese ganze Sache verheimlichen? Ich bin sehr enttäuscht von dir. Glaubst du etwa ich bin so rückständisch das ich das nicht unterstützen würde? Du solltest dir in nächster Zeit keine Fehltritte mehr leisten mein lieber." Prompt wandte sie sich wieder Erik zu. Ihr strenges Gesicht war einem freudigen Lächeln gewichen. „Ich freue mich so, dass du jetzt zu uns gehörst. Ich muss gleich Arther suchen und ihm die freudige Nachricht erzählen." Dann ging sie davon.
„Ich glaube meine Mom mag dich jetzt schon lieber als mich." Erik musste lachen. „Das ist ja auch nicht schwer, ich bin hinreisend", scherzte er. „Ich glaube aber wir sollten deine Wange kühlen, die ist ziemlich rot."
„Ja meine Mutter hat einen ganz schön kräftigen Schlag."
Die beiden waren in die Küche gegangen. Erik drückte Charlie einen Eisbeutel auf die Wange. „Sag mal wie hat deine Mom das eigentlich vorhin gemeint als sie sagte das ich nun zu euch gehöre?"
Der Weasley tat das Eis beiseite. „Naja ich glaube sie ist der Meinung das du und ich ein Paar sind."
„Oh", sagte der junge Zauberer. „Sind wir den eins? Ich meine wir haben noch nie darüber gesprochen. Wir haben uns ja auch erst ein paar mal gesehen seit du wieder zurück bist aus Rumänien."
Charlie blickte auf den Boden. „Naja das stimmt schon, wir haben uns lange nicht gesehen aber meine Gefühle für dich sind nicht weniger als zu unserer Schulzeit. Nein ich glaube sie sind nun noch viel stärker. Ich will nicht mehr ohne dich sein. Ich kann nicht mehr ohne dich. Seit dem Tag an dem ich dich wiedergesehen habe kann ich an nichts anderes denken als an dich. Und die Jahre ohne dich waren die schwersten die ich bisher erlebt habe. Ich brauche dich um zu leben. Ich will das du mein Freund bist, mein Partner. Du bist mein Herz." Erst jetzt konnte Charlie wieder aufblicken. All das hatte in ihm so lange schon geschlummert. Die Liebe zu seinem Gegenüber war größer als alles was er kannte.
Als er Erik anblickte, liefen über seine Wangen Tränen. Der Weasley wusste nicht was er tun sollte außer ihn fest an sich zu drücken. „Ich liebe dich", flüsterte er in Eriks Ohr. „Ich liebe dich auch", kam es mit einer zarten zittrigen Stimme zurück.
So verharrten sie noch einige Minuten.
Nach der Hochzeit waren alle im Festzelt, tranken, tanzten und lachten.
Mrs. Weasley, für die das einer der schönsten Tage ihres Lebens war, sprang durch die Reihen der Gäste und erzählte jedem der es hören oder auch nicht hören wollte, wie schön doch die Hochzeit war und wie glücklich sie doch alle sind und wie stolz sie auf ihren schwulen Sohn war. Charlie, dem das sichtlich unangenehm war, hatte sich mit Fred und George in eine Ecke verzogen.
Erik hingegen unterhielt sich angeregt mit Hagrid, der ihm von seinem tollen Job als Lehrer in Hogwarts erzählte und wie toll seine vielen verschiedenen Kreaturen sich entwickelten. Zwar hatte Erik noch nie viel für magische Kreaturen übrig gehabt, doch bot Hagrid einen guten Sichtschutz vor Mrs. Weasley, die versuchte ihn regelmäßig irgendwelche Verwandte vorzustellen.
Als der Halbriese sich dann zur Bar begab um sich noch ein Glas Elfenwein zu holen suchte Erik schnell Schutz bei einer Gruppe älterer Magier, die sich angeregt über den ausländischen Markt für Drachenmilch unterhielten.
Aber als plötzlich ein glühend weißer Patronus in mitten der Gäste auftauchte und anfing davon zu sprechen das der Minister tot sei und das „Sie" kommen würden, brach Panik aus. Viele der Leute verschwanden hastig, andere zogen ihren Zauberstab.
Nur wenige Sekunden später tauchten die Todesser auf. Es flogen grüne und rote Blitze durch das Zelt.
Erik hatte sich geduckt und hinter einem umgekippten Tisch versteckt. Er versuchte einen Gedankten zu fassen. Er blickte über die Tischkante und sah Hagrid ganz in der Nähe verzweifelt versuchen einen Todesser abzuwehren.
Der junge Zauberer sprang nun auf, schwang seinen Zauberstab und die Stühle die gerade noch rechts und links neben ihm lagen, sprangen auf und rannten auf den Todesser zu. Der konnte nicht mehr ausweichen und wurde von der Horde Stühlen aus dem Zelt gerissen.
„Alles in Ordnung Hagrid?", fragte Erik als er zu ihm herüber gerannt war. Aber es blieb keine Zeit zum Antworten. Erneut tauchte einer der in schwarz gehüllten Männer auf und schleuderte Flüche auf sie. Blitzschnell lies Erik eine schützende Mauer aus Magie erscheinen.
Gerade als Erik sich für einen Angriff bereit machte, rief eine Stimme: „Er ist nicht mehr hier, verziehen wir uns." Und dann verschwanden sie alle auf einmal.
An diesem Abend kam keine freudige Stimmung mehr auf. Die Verwundeten wurden verarztet, die Gäste die noch da waren verabschiedet und der Schaden der angerichtet war wurde versucht zu beheben.
Zu später Nacht saßen die Weasleys und Hagrid im Wohnzimmer.
„Die Hauptsache ist, das Harry fliehen konnte. Ich hoffe ihm, Ron und Hermine geht es gut." Alle stimmten Mr. Weasley zu.
Dann erhob sich Hagrid, wünschte allen einen erholsamen Abend und verschwand in der dunklen Nacht.
Molly Weasley, Charlie und Erik kamen kurz darauf aus der Küche, wo sie Charlies Wundern verarztet hatten.
„Wo ist denn Hagrid hin?" Frage Mrs. Weasley. „Der ist gerade gegangen", sagte Fred.
„Es ist ja auch schon spät, ich werde mich auch auf den Weg machen."
„Unsinn. Du schläfst hier, du bist doch ganz erschöpft. Und schließlich gehörst du ja so gut wie zur Familie."
Alles Wenn und Aber hätte nichts genützt, also blieb Erik nichts anders übrig als zu bleiben.
Später drückte sie ihm ein Kissen und eine Decke in die Hand, gab ihm einen Kuss auf die Stirn und wünschte ihm eine gute Nacht.
Erik ging die Treppen hoch zu Charlies Zimmer. Das Zimmer war klein, es bot gerade mal genug Platz für ein Bett, einen Schrank und einen winzigen Schreibtisch.
Charlie lag schon im Bett. Er hatte gerade ein Buch gelesen als er Erik in der Tür erblickte.
Er grinste ihn in.
„Schlag dir das ganz schnell aus dem Kopf. Wir werden nur schlafen, nichts anderes. Ich hätte auch auf dem Sofa geschlafen aber deine Mutter meinte ich solle nicht so tun, sie wisse doch wie junge Leute sind und dann hat sie mich hoch geschickt."
Das Lächeln des rothaarigen Jungen klang etwas ab. Dann rutschte er etwas zur Seite und machte Platz für seinen Freund.
Zur großen Freude von Erik war das Bett so bequem das sein müder Körper darin hätte versinken können.
Mit einem Schwung seinen Zauberstabs löschte Charlie das Licht.
Dann spürte Erik wie sich Charlie an ihn schmiegte und seine Arme um ihn schlang.
„Ich bin froh das du hier bist", flüsterte er dem braunhaarigen ins Ohr.
„Und ich bin froh das ich hier sein kann."
Fest ineinander verschlungen schliefen die beiden ein.
