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Mel


5. M.I.S.T.

„Schön", grollte Neville und nippte flüchtig an seinem Earl Grey. „Ihr habt - warum auch immer! - diesem Spinner tatsächlich zugesagt."

„Es scheint so", meinte Luna und schaute in Nevilles bleiches Gesicht.

Hermine knetete nervös ihren Pulli durch, während Ginny ziemlich entspannt in den Kissen der großen Couch lümmelte, die das Zimmer über den Dächern Londons fast komplett ausfüllte. Die große Fensterfront gab einen tollen Panoramablick auf die Themse mit der Westminster Bridge, dem London Eye und dem Parlament mit Big Ben frei.

Routiniert angelte Luna nach einem Glimmstengel und zückte ihren Zauberstab um ihn zu entfachen, als Neville schnell hervor sprang und sie mit einem zackigen Schlenker entwaffnete.

„Luna, wenn du schon so bescheuert bist und dir dieses Laster aufhalst, dann tue es bitte außerhalb meines Büros!", mahnend funkelte Neville die Blonde an.

„Dein Büro?", fragte Hermine und schob ihre Brille zurecht.

„Ich dachte, das hier ist Charlies Büro?", Ginny wirkte regelrecht empört, weiterhin einem Blind Date aufgesessen sein zu werden.

„Nichts für ungut, Neville", meinte Hermine versöhnlich. „Ich freue mich trotzdem sehr, dich hier wieder zu sehen."

„Danke", murmelte Neville und stellte mit Schrecken fest, dass die drei Hexen ihre Teetassen noch nicht einmal in den Händen gehabt hatten. Banausinnen!

„Wenn ihr alle hier seid, wird es mit Sicherheit die gewaltigste Story, die ich je an Land gezogen habe", meinte Luna und roch sehnsüchtig an dem trockenen Tabak in ihrer Hand.

„Eine Story? Ich denke, es geht eher um brisantes, geheimes Wissen", sagte Hermine und nahm - ENDLICH! - ihre Tasse in die Hand.

„Ach, Koboldkacke!", schnauzte Ginny. „Es geht um die Rettung der Welt! Es geht um M.I.S.T.!"

„Einen ganzen Haufen Mist, wenn ihr mich fragt", sagte Neville mit funkelnden Augen. „M.I.S.T., die Magische Internationale Strafverfolgung und Terrorismusbekämpfung hat ganz schön Mist an den Hacken."

„Sag ich ja, MIST!", grinste Ginny und kippte ihren Tee mit einem Schluck und verzogener Miene herunter. Neville verzog, angesichts dieser Blasphemie, verständnislos das Gesicht.

„Ich verstehe immer noch nicht, warum wir als Zivilisten für einen Agentenjob angeheuert wurden", überlegte Hermine und Neville widmete sich prompt ausgiebig seinem nächsten Teeaufguss.

„Das könnte mein fraglicher Verdienst gewesen sein, Hermine", entschuldigte er sich und setzte sich auf die Lehne der Couch. „Charlie wollte mich für einen Spezialeinsatz ködern, der nichts mit der Aurorenzentrale zu tun hat."

„Du arbeitest hier quasi schwarz?", fragte Luna und Neville errötete nur als Antwort. „Das finde ich gut und imponiert mir!"

Nevilles roter Teint verdunkelte sich um ein Weiteres, als er fortfuhr: „Jedenfalls war meine Bedingung an Charlie, dass ich mein Team selbst zusammenstellen durfte. Ich bin nicht davon ausgegangen, dass ihr euch tatsächlich von ihm bequatschen lasst."

Nachdenkliche Ruhe legte sich auf das kleine Büro.

„Was genau hat er euch versprochen? Ich dachte, ihr habt alle so viel zu tun, dass ihr nicht einmal Weihnachtskarten an mich verschicken könnt?"

Beschämte Stille senkte sich auf die drei Häupter der Hexen, die in unterschiedlichen Rottönen anliefen.

„Wissen", presste Hermine zähneknirschend hervor (kaminrot).

„Abenteuer!", Ginny warf gespielt ihre Hände in die Luft (kirschrot).

„Eine gigantische Story", seufzte Luna und Neville seufzte mit (schweinchenrosa).

„Ihr seid so bestechlich, meine Damen!", schimpfte Neville (wutrot). „Wenn ihr nun als Agenten einen erfolgreichen Nebenjob absolvieren wollt, dann lasst euch gesagt sein, dass Bestechlichkeit euch ins Verderben bringen wird."

Betretenes Schweigen.

„Egal was für eine Aufgabe uns erwartet, ich möchte, dass wir sie alle lebend verlassen, ist das klar?"

„Ja", flüsterten die Hexen kleinlaut und wichen Nevilles ungewohnt autoritären Blicken aus.

„Im Zweifel, fangt an zu verhandeln oder stellt Bedingungen, von denen ihr ausgeht, dass euer Gegenüber sie eh nicht erfüllen kann!", Neville gönnte sich einen Schluck zur Besinnung. „Dies klappt in den meisten Fällen."

Es knisterte im Kamin und Neville verdrehte die Augen.

„Na, endlich", raunte er. „Wird auch Zeit!"

„Mr. Longbottom!", dröhnte es fröhlich aus den Flammen. „Guten Morgen, liebe Hexen!"

„Guten Morgen, Charlie!", kam es im Chor vom Sofa und die drei Hexen richteten ihre Aufmerksamkeit auf den Kamin.

„Ich bin verzückt", freute sich Charlie. „Ein Team aus zivilen Spezialisten und spezialisierten Zivilisten, es wird legen - warte, es kommt gleich! - där! LEGENDÄR!"

„Es wäre toll, wenn Sie uns endlich aufklären würde, WAS genau so legendär wird", grollte Neville. „Wir haben alle Ihre Geheimhaltungsklauseln unterzeichnet, Charlie. Also spielen Sie nun mit offenen Karten!"

„Nun, wie Sie alle bereits wissen, ist eine mächtige Krise in Gange. Natürlich hört und sieht man in der Öffentlichkeit noch nichts davon, doch die Drohungen sprechen für sich."

„WAS ist passiert?", hakte Neville nach.

„Ein Unbekannter hat Zugriff auf unsere Datenbanken genommen und die Identitäten aller im Geheimen operierenden Agenten geknackt."

Die Stille in dem kleinen Büro war greifbar, als Hermine sich leise zu Wort meldete:

„Aller magisch begabten Agenten?"

„Aller magisch begabten Agenten weltweit", seufzte Charlie und Ginny schlug sich schockiert die Hand vor den Mund. „Und aller Muggelagenten weltweit."

Fast ließ Neville vor Schreck seine Wedgewood fallen.

„Bitte WAS?", keuchte er und starrte fassungslos in die Flammen. „Die Enttarnung von Geheimagenten wird eine politische Krise nach der nächsten mit sich bringen, wenn nicht sogar einen neuen Weltkrieg auslösen können!"

„Ja, Mr. Longbottom", knackte die Glut, „die Krise ist perfekt. Es wurden sämtliche Geheimdienste infiltriert. Sie wissen alle um die derzeitige Sicherheitslücke, aber da noch keinerlei Lösegeldforderungen, abgetrennte Gliedmaßen oder Ähnliches kamen, geht man stark davon aus, dass es sich um einen magiebegabten Täter, mit noch unbekanntem Motiv handelt."

„Wie kann man da so sicher sein?", fragte Luna stirnrunzelnd. „Ich weiß schließlich noch nichts von einer Krise!"

„Ein Muggelerpresser hätte in Muggelnetzwerken für Aufsehen gesorgt. Hätte auf Kanälen oder Fernsehsender Material verbreitet, doch es ist nichts dergleichen passiert. Es wissen alle nur, dass die Identitäten geknackt sind und bereits mehrere Agenten spurlos verschollen sind."

„Das spurlos ist für die Muggel natürlich schnell ein Hinweis auf uns Zauberer", sinnierte Ginny.

„Richtig, deswegen sind die Vorstände der Geheimdienste in einer Krisensitzung auf uns zugekommen. Wir sollen ermitteln und verhindern, dass die Daten in unbefugte Hände gespielt werden", bestätigte Charlie.

„Aber", kam Neville ihm zuvor und zog seine eigenen Schlüsse, „M.I.S.T. ist ebenfalls von dem Unbekannten gehackt worden und aus diesem Grund müssen Sie auf unser ziemlich kreatives Team zurückgreifen."

„Wie immer korrekt, Mr. Longbottom", lobte Charlie und Neville schnaufte pikiert. „Ich habe die richtige Wahl getroffen, wie ich sehe."

„Das wird sich noch heraus stellen", sagte Neville und beobachtete die drei Neuagentinnen vor ihm, die sichtlich unruhig auf dem Sofa herum rutschten.

„Wie geht es jetzt weiter?", fragte Hermine.

„Ich lasse Ihrem Team freie Hand bei den Ermittlungen. Mit Mr. Longbottom als vorzüglichem Einsatzleiter, werden Ihnen die Aufgaben optimal zugespielt. Ich werde alle relevanten Informationen sofort in diese Zentrale weiterleiten und besprechen. Ansonten lautet Ihre Aufgabe schlichtweg: fangen Sie diesen Mistkerl, der die Weltsicherheit ins Wanken bringt!"


Oh. Oh… na, dann mal los!