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Alieness: Das freut mich sehr, dass dir mein Schreibstil gefällt. Von Rabastan bekommst du jetzt gleich schon was. :)


2. Mai 1998, Hogwarts

Rabastan Lestrange konnte nicht wirklich begreifen, was eben passiert war. Die beiden Zauber waren gleichzeitig und mit gewaltiger Kraft aufeinandergeprallt. Der rote und grüne Lichtblitz hatten sich in der Luft verbunden und die Große Halle in ein grelles, gleißendes Licht getaucht, sodass die Umstehenden geblendet wurden. Jeder im Raum spürte die magische Welle über sich hinwegfegen. Rabastan hielt sich schützend die Hände vors Gesicht, bis alles vorbei war.

Es war der alles entscheidende Moment. Jetzt sollte sich zeigen, dass der Dunkle Lord rechtmäßig siegen würde. Wenn es eines gab, dessen sich Rabastan Lestrange in diesem Moment sicher war, dann war es der Triumph seines Herren.

Er hatte kaum den Arm vom Gesicht genommen, als er auch schon Jubelschreie vernahm. Die Todesser schossen vor Freude über ihren Sieg bunte Lichtblitze in die Luft. Der Körper des Jungen lag leblos am Boden und der Dunkle Lord stand triumphierend über ihm. Sein lautes Lachen erfüllte den Raum. Der Sieg war tatsächlich ihrer.

„Nein!" Ein junges Mädchen mit langen, roten Haaren, vielleicht eine Schülerin, versuchte nach vorne zu laufen, doch ihre Freunde hielten sie zurück.

Der Dunkle Lord schwang seinen Zauberstab und die Leiche des Jungen erhob sich in die Luft, sodass jeder in der Halle sehen konnte, wer als Sieger aus der Schlacht hervorgegangen war.

„Seht her! Ihr habt eure Hoffnungen auf den Falschen gesetzt! Habt ihr wirklich geglaubt, ein schwächliches Kind könnte mich bezwingen?!"

Er lachte erneut, dann erhellte ein weißer Lichtblitz die Halle und der Körper löste sich vor aller Augen in Staub und Flammen auf.

Aus den Reihen der Todesser brandete tosender Beifall auf. Die Anhänger des Jungen starrten voller Unglauben und mit traurigen Gesichtern auf das, was von ihrem Helden geblieben war. Viele brachen in Tränen aus, manche schrien, ein paar sanken auf die Knie. Ihr Kampfgeist war gebrochen. Die umstehenden Todesser nahmen die Auroren und Ordensmitglieder, die sich ergaben, fest. Sie wussten, dass ihr Kampf verloren war und es keinen Zweck mehr hatte, nach dem Tod ihres Anführers, in den sie all ihre Hoffnung gesetzt hatten, noch Widerstand zu leisten.

Nur wenige wehrten sich noch. Am Eingang zur Großen Halle kam es zu einem Tumult. Vereinzelt duellierten sich noch Kämpfer. Die Schändung der Leiche versetzte sie in Rage und in ihrem blinden Zorn wollten sie Vergeltung. Rabastan sah Schüler und Mitglieder des Ordens des Phönix' Flüche auf Todesser schießen. Sein Blick fiel kurz auf ein junges Mädchen mit langen, buschigen braunen Haaren, das mit weitaufgerissenen Augen und blanken Entsetzen im Gesicht auf die Szene in der Halle blickte. Rabastan verstand sofort. Es war Hermine Granger, die beste Freundin des Jungen. Unbewusst schloss er sich seinen Kameraden an, um das Mädchen zu ergreifen. Die Todesser versuchten, sie festzunehmen, doch ihre Freunde verteidigten sie. Der Halbriese Hagrid stellte sich schützend zwischen sie und die Flüche. Verzweifelt flehte sie ihre Freunde an, aufzuhören.

„Lauf! Verschwinde, Hermine!", rief jemand.

„Haltet sie!", schrien die Todesser.

Rabastan nahm keinen Moment den Blick von Hermine Granger. Er drängte sich durch die Menge, um sie zu erreichen, doch da wurde er schon in einen Kampf mit dem Auroren Shacklebolt verwickelt und verlor das Mädchen aus den Augen. Der Halbriese beschützte sie, bis sie das Tor erreicht hatte, dann war sie nicht mehr zu sehen.

„Sie entkommt!"

Es dauerte nicht lange, bis man den Widerstand niedergestreckt hatte. Ein paar Ordensmitglieder entkamen. Der Riese Hagrid starb im Meer der Flüche, das auf ihn niederprasselte.

„Ihr! Schwärmt aus, um sie zu suchen!", wies der Dunkle Lord ein paar Todesser an, die sich daraufhin auf den Ländereien um das Schloss herum verteilten, um die Flüchtigen zu suchen.

Rabastan kehrte verärgert über Hermine Grangers Flucht in die Große Halle zurück. Er erblickte die gefangenen Kämpfer, die alle in einer Reihe auf dem Boden knieten und mit Seilen gefesselt waren. Es waren Schüler, Lehrer und Ordensleute. Er kannte Lovegoods Tochter, die im Malfoy-Haus gefangen gewesen war, und die Weasley-Kinder. Etwas abseits sah er einen Mann, der die ganze Zeit über am Boden neben einer leblosen Gestalt saß, und offenbar nichts von den Geschehnissen um ihn herum mitbekommen hatte.

„Bella…", sagte Rodolphus Lestrange beinahe flehend. Er hielt seine Frau im Arm und streichelte mit einer Hand zärtlich über ihren Kopf. Rabastan trat von hinten an ihn heran und legte ihm eine Hand auf die Schulter.

„Es tut mir so leid", sagte er, weil er sonst nicht wusste, was er sagen sollte. Bellatrix lag leblos in den Armen ihres Mannes. Blut lief aus ihrem Mund. Ihr Zauberstab lag noch in ihrer erschlafften Hand. Rabastan ergriff ihn und streckte ihn ein. Ein Schauer durchfuhr ihn, als er Bellatrix berührte. Ihr Körper war noch warm.

Er wusste nicht, was er beim Anblick seiner Schwägerin empfinden sollte. Er hatte Bellatrix seit ihrer gemeinsamen Schulzeit gekannt und sie immer als eine Freundin oder die Schwester, die er nie gehabt hatte, betrachtet. Sie war ein begnadete Hexe und eine starke Frau gewesen. Sie hatten viel zusammen durchgestanden, sie hatten Askaban gemeinsam überlebt. Nichts, so schien es, konnte Bellatrix' bezwingen. Nie im Leben hätte Rabastan erwartet, dass die beeindruckende Frau, für die er immer tiefe Bewunderung empfunden hatte, ein solches Ende finden würde. Es machte ihn wütend und betroffen und traurig zugleich. Sie hatte keine Chance mehr, den Sieg des Dunklen Lord zu erleben und mit ihnen feiern zu können.

„Es tut mir leid", sagte er erneut.

Rodolphus nickte nur. Der Dunkle Lord trat zu ihnen. Sein Gesicht war unergründlich, als er auf die tote Bellatrix hinabsah. Wutentbrannt wandte sich Rabastan der Menschenmenge zu auf der Suche nach derjenigen, die dafür verantwortlich war.

„My Lord…" Rodolphus' Stimme versagte.

„Die, die das getan hat, wird dafür bezahlen", sagte der Dunkle Lord. „Bringt sie hierher!"

Yaxley und Travers zerrten Molly Weasley durch die Halle. Ihr Mann und ihre Kinder protestierten laut, doch der Dunkle Lord brachte sie mit einem Schlenker seines Zauberstabes zum Schweigen und legte sie in Ketten. Die rothaarige Frau wehrte sich, bis sie von einem Fluch getroffen wurde und nach vorne auf den Boden fiel. Verängstigt sah sie zum Dunklen Lord auf, der über ihr stand und mit Abscheu auf sie hinabsah.

„Du hast es gewagt, meine treueste Anhängerin zu töten. Dafür wirst du deine gerechte Strafe bekommen."

Es waren qualvolle Minuten, bis Molly Weasleys Schmerzensschreie verklungen und das Leben aus ihrem Körper wich. Rabastan empfand beim Anblick ihrer geschundenen Leiche tiefe Genugtuung. Selten hatte er jemandem den Tod so sehr gewünscht wie Molly Weasley in diesem Moment. Der Dunkle Lord beseitigte ihren Körper mit einem Zauber, dann wandte er sich zum ersten Mal an seine Todesser.

„Ihr habt tapfer und ehrenvoll gekämpft. Euren Taten heute Nacht ist es zu verdanken, dass wir den Sieg davongetragen haben. Wir haben bedauerliche Verluste hinzunehmen" er deutete auf Bellatrix, „doch die Gefallenen sind nicht umsonst gestorben. Von nun an, meine Freunde, gehört die Zaubererwelt uns. Denn der Sieg ist unser!"

Die Todesser jubelten lautstark und ließen bunte Lichtblitze in die Luft steigen, sodass die Große Halle in einem Meer aus Farben erstrahlte.

„Jetzt ist unsere Zeit gekommen", fuhr der Dunkle Lord fort. „Wir werden die Zauberergemeinschaft von all denjenigen reinigen, die es nicht wert sind, in ihr zu leben." Er schwang seinen Zauberstab und auf einmal schmückten grüne Banner mit einer silbernen Schlange die Große Halle. „Nicht länger wird es eine Auswahl nach Häusern in Hogwarts geben. Von nun an werden alle unter dem Namen meines edlen Vorfahren Salazar Slytherin lernen."

Der Dunkel Lord erntete Beifall.

„Wer es wagt, sich uns zu widersetzen, wird unseren Zorn mit aller Härte zu spüren bekommen!"

Ein paar Todesser freuten sich genüsslich daran, die Gefangenen zu quälen und zu demütigen.

„Doch bevor unser neues Zeitalter beginnen kann, muss zuerst die Schande der Vergangenheit beseitigt werden. Bringt die Verräterin zu mir!", befahl der Dunkle Lord und Stille legte sich über die Große Halle. Jetzt war der Moment gekommen, den viele schon die ganze Zeit mit Spannung erwartet hatten.

Ein paar Todesser packten Narcissa Malfoy, zerrten sie nach vorne und warfen sie zu Füßen des Dunklen Lord auf den Boden. Lucius Malfoy drängte sie durch die Menge nach vorne zu seiner Frau. Die anderen Todesser lachten nur hämisch.

Narcissa weinte nicht. Ihre Miene war wie versteinert, als sie zum Dunklen Lord aufsah. Ihr Mann war sofort an seiner Seite. Rabastan wusste, was bevorstand.

„Steh auf!", sagte der Dunkle Lord. Narcissa stemmte sich langsam hoch, doch offenbar gehorchte sie dem Dunklen Lord nicht schnell genug, denn er schwang seinen Zauberstab und zwang sie mit Gewalt hoch. Ihr entfuhr ein leises Wimmern, als ihr Körper hochgezwungen und ihr Rücken gerade gestreckt wurde. Der Dunkle Lord ließ sie ein Stück über dem Boden schweben.

„My Lord, bitte…", flehte Lucius, doch einen Augenblick später wurde zurückgestoßen und landete einige Meter entfernt auf dem Boden. Die Todesser lachten und verhöhnten Lucius. Er wurde beschimpft, bespuckt und getreten. Ohne Zauberstab war er nicht imstande, sich dagegen zu wehren. Rabastan rührte sich nicht. Er stimmte nicht in die Verachtung seiner Mitstreiter mit ein. Lucius war sein Schwager und damit ein Teil seiner Familie und er konnte nachempfinden, wie er sich jetzt fühlte. Er und Narcissa waren ein glückliches Ehepaar gewesen. Lucius hatte Angst um seine Frau.

Rabastan richtete seinen Blick auf die wehrlose Frau. Er kannte Narcissa seit seiner Jugend und hatte sie immer geschätzt. Ihr Verhältnis war gut, sogar freundschaftlich und innig gewesen. Sie war zwar nie eine so überzeugte Anhängerin des Dunklen Lords gewesen wie ihre Schwester oder die beiden Lestrange-Brüder, doch sie hatte die Ansichten der Todesser immer geteilt. Umso fassungsloser war Rabastan angesichts ihrer Tat, ihres Verrats. Niemals hätte er auch nur im Traum daran gedacht, dass ausgerechnet Narcissa ihre Ziele und Ideale verraten würde. Zumindest eines musste er ihr zugestehen: Sie besaß Mut.

Der Dunkle Lord trat auf Narcissa zu, die immer noch in der Luft hing. Das Gejohle erstarb sofort und jeder wartete gebannt, was jetzt passieren würde. „Die Malfoys haben mich schwer enttäuscht", sagte er ruhig. „Ich habe in der Vergangenheit hohe Stücke auf diese Familie gehalten, aber wie ich heute einsehen muss, war das ein Fehler." Mit einer Hand hielt er seinen Zauberstab hoch, mit der anderen streichelte er ihr über die Wange.

„Nein, bitte, meine Frau…", sagte Lucius verzweifelt. Jemand hatte ihm gegen den Kopf getreten, sodass Blut aus seiner Nase über sein Gesicht rann.

„Die Malfoy-Familie hat meine Gunst und mein Vertrauen missbraucht und mich verraten. Sie hat sich mit dem Feind verbrüdert, um mich zu stürzen", sagte der Dunkle Lord. „Draco!"

Die Menge der Todesser teilte sich, um den Weg für Draco freizumachen. Der Junge war vor Angst wie gelähmt. Der Dunkel Lord musste ihn zwingen, nach vorne zu treten. Er blieb bei seinem Vater. Er schien halb den Tränen nahe und seine Hände zitterten. Seine Mutter hingegen zeigte keine Regung. Sie bettelte nicht, sie flehte nicht und sie weinte nicht. Sie sah ihrem Schicksal mit scheinbarer Gleichgültigkeit entgegen. Es überraschte Rabastan, denn eigentlich hatte er Narcissa immer als sanft und schüchtern und demütig erlebt. Wenn er es nicht mit eigenen Augen gesehen hätte, er hätte es nicht geglaubt, dass ausgerechnet die stille, unscheinbare Frau es gewagt hatte, sich dem Dunklen Lord zu widersetzen.

„Draco, komm hierher!", befahl der Dunkle Lord.

Draco zitterte, als er langsam nach vorne trat.

„Draco, was hast du dazu zu sagen?", fragte der Dunkle Lord spöttisch. Draco konnte sich vor Angst kaum rühren. „Darf ich davon ausgehen, dass die gesamte Familie Malfoy mir den Rücken gekehrt und mich verraten hat?"

Draco wusste nicht, was er sagen sollte. Er schüttelte kaum merklich den Kopf.

„Nein?" Der Dunkle Lord grinste amüsiert.

„Nein, nein, bitte! Habt Gnade! Nehmt mich, aber bitte… nicht meine Frau…", bat Lucius in seiner Verzweiflung, doch er fand kein Gehör.

Der Dunkle Lord hob seinen Zauberstab und ließ ihn wie ein Schwert auf Narcissa Malfoys Brust niederfahren. Ein Ruck ging durch ihren Körper und sie würgte Blut hervor. Sie wurde zurückgeschleudert und schlug leblos auf dem harten Steinboden der Großen Halle auf.

„Nein!" Lucius war sofort an Narcissa Seite und versuchte, etwas zu tun, sie vielleicht zu retten, doch es war zu spät. Sie regte sich nicht mehr. Blut sickerte auf den Boden. Narcissa Malfoy hatte für ihren Verrat mit dem Leben bezahlt.

Draco stand nur regungslos da und starrte entsetzt zu seinen Eltern. Er wandte seinen Blick jedoch schnell wieder ab. Er konnte den Anblick seiner toten Mutter nicht ertragen. Auch Rabastan musste wegsehen, als sich das Blut auf den Boden ergoss. Lucius' Wehklagen ging in den Jubelschreien der Todesser unter.

„So ergeht es immer den Verrätern", sagte der Dunkle Lord und lachte triumphierend.


Die Gefangenen wurden nach Askaban gebracht und die Verwundeten versorgt. Die Suche auf den Ländereien hatte keinen Erfolg gebracht. Hermine Granger war entkommen. Die Gefallenen lagen nebeneinander aufgereiht in der Eingangshalle. Rabastan sah viele bekannte Gesichter auf Seiten der Todesser und es schmerzte ihn, dass so viele Leute, die er gut gekannt hatte, ihr Leben gelassen hatten. Es versetzte ihm einen Stich, als er Bellatrix' Leiche sah. Endlose Erleichterung durchströmte ihn, nun da ihr Kampf endlich zu Ende war. Nun musste niemand mehr sterben. Sein Bruder wich keinen Augenblick von Bellatrix' Seite. Rabastan wollte zu ihm, doch der Dunkle Lord gebot ihm, ihm in die oberen Stockwerke zu folgen.

Die steinerne Statue, die die Tür zum Büro des Schulleiters bewacht hatte, lag in Trümmern auf der Seite. Der Dunkle Lord setzte sie mit einem Schlenker seines Zauberstabes wieder zusammen und stellte sie an ihren angestammten Platzt zurück. Die beiden Männer erklommen gemeinsam die Treppe nach oben und betraten Dumbledores und Snapes ehemaliges Büro. Rabastan konnte sich gut an seine Schulzeit erinnern, als er eine paar Mal in das Büro zum Schulleiter zitiert worden war. Der Raum hatte sich kaum verändert. In einem Glaskasten an der Wand ruhte ein Schwert. Die Portraits an den Wänden waren alle leer. Wahrscheinlich waren die Figuren noch in anderen Bildern, weil sie die Schlacht unten mitverfolgt hatten. Auf dem großen Schreibtisch in der Mitte stand ein altes Denkarium, in dem ein paar Erinnerungen herumwirbelten.

Der Dunkle Lord warf einen kurzen Blick darauf, dann nahm er auf dem Stuhl des Schulleiters hinter dem großen Schreibtisch Platz. Seine spinnenartigen Hände ruhten auf den Armlehnen. Einige Zeit schien er tief in Gedanken versunken, seine Miene war unergründlich. Dann musterte er Rabastan und sein lippenloser Mund verzog sich zu einem zufriedenen Grinsen.

„Die Lestranges haben mir heute Nacht gute Dienste geleistet. Nach dem Verrat der Malfoys, erfüllt mich das mit Stolz."

Rabastan machte eine leichte Verbeugung. „Die Lestranges haben es immer als ihre oberste Aufgabe gesehen, dem Dunklen Lord zu dienen", sagte Rabastan.

„Das ist wahr", sagte der Dunkle Lord, „und ich bedauere es sehr, heute Nacht meine ergebenste und treueste Kämpferin verloren zu haben."

Rabastan nickte. Er richtete seinen Blick zu Boden. Bellatrix' Tod traf ihn sehr.

„Ich werde die Lestranges ehren und Bellatrix wird einen besonderen Platz für ihre letzte Ruhe bekommen", sagte er.

„Vielen Dank, My Lord, unsere Familie weiß das zu schätzen."

„Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich meine Zufriedenheit und mein Wohlwollen zum Ausdruck bringen kann. Deine Familie verdient eine Belohnung", sagte der Dunkle Lord. „Ich gewähre dir einen Wunsch, Rabastan."

„Einen Wunsch, My Lord?", fragte Rabastan, der sich nicht sicher war, ob er richtig verstanden war.

„Du hast tapfer und ehrenhaft für unsere Sache gekämpft, Rabastan. Nenne mir dein Begehren und ich werde es erfüllen."

Rabastan überlegte einen Moment. Es gab nicht viele Dinge, die er sich wünschte. Eigentlich nur eines, aber er war sich nicht sicher, ob er den Wunsch äußern durfte.

„Zier dich nicht, Rabastan. Nur zu."

„Ich… möchte Hermine Granger", sagte Rabastan schließlich und sah auf. Der Dunkle Lord musterte ihn. Ihre Blicke trafen sich.

„Ein interessanter Wunsch. Wie kommt das?"

„Ich habe noch eine Rechnung mit ihr zu begleichen", sagte Rabastan. „Der Einbruch bei Gringotts."

Der Dunkle Lord nickte zum Zeichen, dass er verstanden hatte. „Was hast du mit ihr vor?"

„Ich… habe gewisse Dinge geplant."

„Ich verstehe. Nun", sagte der Dunkle Lord und erhob sich, „ich muss zugeben, ich bin überrascht von deinem Wunsch, aber er soll dir gewährt werden. Zufälligerweise habe auch ich Pläne mit Hermine Granger."

„My Lord?"

„Ja. Es ist ein seltsamer Zufall, aber… Ich wollte dich eigentlich bitten, Hermine Granger zu dir zu nehmen, aber da du mir ja so freundlich entgegenkommst… Wie du aber sicher festgestellt haben wirst, musst du dich wohl noch ein wenig gedulden. Unglücklicherweise ist Hermine Granger entkommen."

„Ja, My Lord. Sie hat es geschafft, vom Schloss zu fliehen."

„Das ist zwar bedauerlich, aber nur eine kleine Unannehmlichkeit, die wir in Kauf nehmen müssen", sagte der Dunkle Lord. „Sie kann sich nicht ewig verstecken. Früher oder später wird sie uns in die Hände fallen. Wenn es so weit ist, wirst du deine Belohnung bekommen. Ich werde den Befehl an alle geben, Hermine Granger nicht anzurühren."

„Danke." Rabastan verbeugte sich tief, dann entließ ihn der Dunkle Lord.


Anderthalb Jahre waren seit der Schlacht von Hogwarts vergangen. Das zweite Weihnachten näherte sich mit großen Schritten und kein Tag war vergangen, an dem Rabastan Lestrange nicht auf die Nachricht gehofft hätte, dass Hermine Granger endlich gefasst worden war. Er hatte die Hoffnung bereits aufgegeben, hatte damit gerechnet, dass das Mädchen womöglich tot oder ins Ausland geflohen war. Niemals hätte er erwartet, am Morgen des 19. Dezembers nichtsahnend beim Frühstück den Tagespropheten aufzuschlagen und ein großes Foto des Mädchens mit der Überschrift „Hermine Granger – Endlich gefasst" zu erblicken. Sofort ließ er alles stehen und liegen und machte sich auf den Weg ins Zaubereiministerium.