Moin liebe Leserchen!

Es geht endlich weiter. Lasst die Korken knallen! Außerdem habe ich beschlossen, dass das hier meine One Shot-Sammlung wird rund um das Pairing KakuHida. Es erwarten euch also noch viele Geschichten rund um die Zwei.

Eigentlich hatte ich für dieses Kapitel angefangen zu schreiben und schnell gemerkt, dass ich aus der Idee lieber eine längere Geschichte verfassen möchte. :-)

Also habe ich noch einmal angefangen und herausgekommen ist dieses Kapitel hier.

Vorweg möchte ich anmerken, dass ich keinerlei medizinische Ausbildung genossen habe. Sollte ich also diesbezüglich etwas falsch oder unrealistisch dargestellt haben, tut es mir leid.

Sagt mir ruhig eure Meinung, lasst ein Review da. Kakuzu und Hidan verdienen viel mehr Aufmerksamkeit.

Liebe Grüße!

Eure SiamKitty


Taking care of the other + bruises

"Kakuzu, er ist wieder da. Diesmal ist es echt schlimm."

Er brauchte nicht nachfragen, wen Konan damit meinte. Es war sein "Lieblingspatient", der vorlaute Typ, der immer mit irgendwelchen abenteuerlichen Verletzungen in die Notaufnahme gebracht wurde. Meistens waren diese schnell versorgt, so dass er das Krankenhaus nach ein paar Stunden wieder verlassen konnte. Doch diesmal hörte es sich ernst an, zumindest ernster als sonst.

Tief atmete Kakuzu durch, schloss die Patientenakte, die er gerade studiert hatte und verließ sein Büro. Es war kurz nach 2:00 Uhr nachts und er hatte Bereitschaftsdienst. Man wusste nie, was kommen würde in so einer Samstagnacht. Die meisten Einlieferungen waren Betrunkene oder Drogensüchtige, die nur ordentlich ausnüchtern mussten. Keine Fälle, bei denen Kakuzus Expertise gefragt war. Doch wenn Konan ihn schon persönlich aus seinem Büro holte, dann musste das Ganze recht bedenkliche Ausmaße angenommen haben.

"Wo ist er?", fragte Kakuzu während er seine Bürotür abschloss.

"Unten im OP 2. Sasori operiert ihn gerade", antwortete Konan gefasst.

Kakuzu zog unwillkürlich eine Augenbraue hoch. Das klang jetzt wirklich beunruhigend. Jedoch wartete er, bis sie alleine im Fahrstuhl standen, bevor er genauer nachfragte.

"Was hat der Junge angestellt, dass Sasori anrücken musste?"

"Er wurde mit einer Eisenstange im Brustkorb eingeliefert. Der ist den Sanitätern fast verblutet im Rettungswagen. Sowas heftiges hatte ich selten in meiner Laufbahn", sagte Konan mit der gleichen Ruhe in der Stimme wie immer. Sie war eine gute Stationsleiterin. Kakuzu arbeitete gerne mit ihr zusammen, eben aufgrund ihrer Besonnenheit und Kompetenz.

"Kommt er durch?", wollte Kakuzu als nächstes erfahren.

"Sasori meinte, er kriegt ihn wieder hin", erwiderte Konan ein wenig aufmunternd.

"Doch er braucht meine Hilfe." Das war keine Frage, sondern eine Feststellung. Ansonsten hätte Konan ihn nicht aufgesucht.

"Du weißt ja, keine Nachtschicht ohne Höhepunkt", sagte sie und verzog den Mund ganz leicht zu einem Lächeln.

Unten bei den Operationsräumen angekommen standen gleich mehrere Medizinstudenten vor der Scheibe zu OP 2. Sie gafften durchs Glas und raunten sich immer wieder Worte wie "krass" oder "heftig" zu. Kakuzu riss sich zusammen nicht mit den Augen zu rollen. Obwohl er verstehen konnte, dass diese angehenden Mediziner voll kindlichem Staunen waren, genauso unprofessionell fand er auch ihr Verhalten. Sie waren eben noch nicht soweit, das bewiesen sie in diesem Moment ganz klar.

Doch auch als Kakuzu an das Beobachtungsfenster trat, kam er nicht umhin kurz die Luft anzuhalten.

Hidan lag narkotisiert auf dem Operationstisch, mit einer Art Speer, welcher sich durch seinen Oberkörper gebohrt hatte. In diesem Moment schossen Kakuzu viele Fragen durch den Kopf, die jedoch warten mussten. Erst einmal war es wichtig, dieses Ding aus Hidan herauszubekommen und dafür zu sorgen, dass er die Operation ohne bleibende Schäden überstand.

Sasori war bereits damit beschäftigt Hidan zu stabilisieren und das Herausziehen vorzubereiten. Irgendwie beruhigte es Kakuzu, dass sich Sasori um die Sache kümmerte. Er gehörte zu den versiertesten Unfallchirurgen des Landes und wenn einem diese komplizierte Operation gelingen würde, dann Dr. Sasori Akasuna.

"So einen Anblick hat man nicht alle Tage, was Dr. Taki", kam es plötzlich von links.

Fast wäre Kakuzu zusammengefahren. Warum musste sich dieser eigenartige Kerl aus der Radiologie auch immer so anschleichen, dachte Kakuzu als er entgegnete: "Kakashi, ich habe Sie gar nicht bemerkt. Haben Sie die Aufnahmen?"

"Alles vorbereitet. Sie können sofort loslegen", sagte Kakashi und blieb lässig vor der Scheibe stehen. Anscheinend wollte er sich das folgende Spektakel nicht entgehen lassen, genauso wie die neugierigen Medizinstudenten.

Und während Kakuzu sich im Nebenzimmer vorbereitete, sich desinfizierte und OP-Kleidung anlegte, besah er sich gleichzeitig die Röntgenbilder. Vor seinem inneren Auge blitzte Hidans knackiger Hintern auf, wie er ihn vor ein paar Tagen bearbeitet hatte. Eigentlich war dieser gutaussehende, junge Mann sein schmutziges, kleines Geheimnis. Sie trafen sich, wenn sie die Zeit für eine Session fanden, in der es immer äußerst heiß her ging. Kakuzu liebte es den dominanten Part einzunehmen und Hidan genoss es sich ihm hinzugeben. Niemand wusste von seiner Neigung oder wie er und sein "Lieblingspatient" wirklich zueinanderstanden.

Doch jetzt waren nicht Kakuzus Fähigkeiten als Dom gefragt, sondern als Herzchirurg. Der Speer in Hidans Brust hatte nur knapp die Koronararterie verfehlt und es würde riskant werden, das Ding aus seinem Körper zu ziehen. Ohne Zweifel bestand Lebensgefahr und Kakuzu würde alles daransetzen, um Hidan den Arsch zu retten.

"Wisst ihr zufällig wie das passiert ist?", fragte Kakuzu Deidara, der ihm gerade dabei half die Handschuhe anzuziehen.

"Nein, tut mir leid, un", antwortete Sasoris Assistenzarzt verkniffen, "Soweit ich weiß gab es einen anonymen Anruf bei der Notrufzentrale."

In diesem Fall musste Kakuzu wohl oder übel Hidan selbst fragen, wenn er dazu kommen würde. Daran wollte er jedoch nicht denken. Kakuzu sammelte sich, blendete alles andere aus und konzentrierte sich auf die schwierige Aufgabe, die nun vor ihm lag.

Sechszehn Stunden. Nach sage und schreibe sechszehn langen, nervenaufreibenden Stunden hatten sie es endlich geschafft gehabt. Hidan war auf ein Krankenzimmer auf Konans Station gebracht worden, wo er sich hoffentlich schnell erholen würde. Der Operationssaal wurde gerade gesäubert und für den nächsten Eingriff vorbereitet. Die Krankenhausleitung sprach gerade mit den Pressevertretern, die irgendwie Wind von der Sache mit Hidan bekommen hatten.

Kakuzu saß in einem der Aufenthaltsräume im Keller, gemeinsam mit dem OP-Team und versuchte runter zu kommen. Sie waren alle völlig geschafft. Solche langen und komplizierten Operationen kamen zwar ab und an vor, waren allerdings eher die Ausnahme. Besonders die Jüngeren waren sichtlich mitgenommen.

Angewidert nippte Kakuzu an dem Automatenkaffee, den er sich in seiner Not gezogen hatte. Kurz überlegte er, ob er Asuma, den leitenden Anästhesisten der Klinik, um eine Zigarette anhauen sollte, entschied sich dann aber dagegen. Eigentlich hasste Kakuzu rauchen und er wusste wie schädlich es war. Er schob diesen kurzen Anflug von Schwäche auf die Erschöpfung. Im Augenblick fühlte er sich wie ausgekotzt. Er wollte nur noch nach Hause und sich ausschlafen.

"Soll ich dir ein Taxi rufen?", bot Sasori an. Er stand mit halb geschlossenen Augen gegen die Küchentheke gelehnt und tauchte einen Teebeutel in heißes Wasser. Die Tasse in seiner Hand war lila und hatte ein scheußliches Blumenmuster aufgedruckt.

"Ich kann noch fahren", erwiderte Kakuzu und schmiss diesen ekelhaften Krankenhauskaffee in den Mülleimer.

"Du solltest aber nicht mehr Auto fahren", bestand Sasori weiter. "Wir müssen doch in die gleiche Richtung. Komm Deidara, hoch mit dir! Wir teilen uns ein Taxi mit Kakuzu."

Der junge Assistenzarzt saß zusammengekauert in der Ecke und war schon fast eingeschlafen. Nur träge reagierte er auf Sasoris Order.

"Danke, aber ich möchte lieber alleine fahren", sagte Kakuzu endgültig und verließ den Raum.

Nachdem er sich umgezogen hatte begab er sich noch einmal nach oben auf die Station um nach ihrem Patienten zu sehen. Hidan lag dort, noch immer bewusstlos, angeschlossen an allerlei medizinisches Equipment. Yahiko, ein Krankenpfleger der zusammen mit Konan ausgebildet wurde, war gerade bei ihm und überwachte seine Werte. Es schien soweit alles im grünen Bereich zu sein.

Kakuzu konnte beruhigt nach Hause fahren. Im Moment konnte er sowieso nichts weiter tun als abzuwarten.

Es dauerte erwartungsgemäß einige Zeit, bis Hidan sich erkennbar erholte. Die ersten Wochen war er nur sporadisch wach gewesen und dann auch immer nur kurz. Seine Verletzungen waren zu schwer und es würde noch eine ganze Weile dauern, bis er wieder vollständig auf dem Damm war. In der ersten Zeit schlief er viel, wirkte allgemein schlapp und kraftlos. Eigentlich kannte Kakuzu seinen Hidan ganz anders. Jeden Tag vor und nach seinem Dienst schaute Kakuzu bei ihm vorbei und erkundigte sich nach seinem Heilungsprozess. Wie es aussah, war er da auch der einzige. Nie kam jemand Hidan besuchen oder rief an um nachzufragen wie es ihm ging. Im Grunde genommen fand Kakuzu das unheimlich traurig. Wusste er doch, dass Hidan durchaus noch Angehörige hatte, die sich nach ihm erkundigen könnten. Anscheinend interessierte es seine Familie nicht sonderlich, wie es um Hidan stand.

Seit der Notoperation waren inzwischen zwei Monate vergangen und Hidan wurde zumindest charakterlich langsam aber sicher wieder der alte. Nur leider befand sich sein Körper noch in der Regeneration und Hidan wusste manchmal nicht wohin mit seiner ganzen Energie. Kakuzu bekam das bei seinen täglichen Besuchen bei ihm zu spüren. An manchen Tagen war Hidan kaum zu ertragen. Und es würde noch dauern, bis Hidan guten Gewissens entlassen werden konnte.

Kakuzu fühlte sich nach seinem 24-Stunden-Dienst wie gerädert, wollte es sich jedoch nicht nehmen lassen, seinem "Lieblingspatienten" noch einen Besuch abzustatten.

Hidan saß in seinem Bett und aß den Schokopudding, den es als Nachtisch zum Mittagessen dazu gab. Als er gerade den Löffel ableckte, grinste Hidan unanständig, da er Kakuzu natürlich reinkommen sah.

"Na Herr Doktor, du siehst aber heute echt beschissen aus", kommentierte Hidan Kakuzus müdes Gesicht. "Willst du Urlaub machen und kommst dich verabschieden?", fragte er und deutete mit dem Löffel auf Kakuzus Rollkoffer.

"Nein, leider nicht", antwortete Kakuzu abgekämpft und zog sich einen Stuhl ans Bett, "Ich fliege übers Wochenende zum Kardiologenkongress nach Konoha."

"Ach ja!", erinnerte sich Hidan wieder. "Oh man, ohne dich wird es die nächsten Tage voll öde werden!"

"Du kannst ja in der Zwischenzeit deinen neuen Physiotherapeuten zur Weißglut bringen", schlug Kakuzu nonchalant vor.

"Kisame?! Nee, lass mal. Der ist eigentlich ganz okay."

Hidan verputzte den Rest seines Puddings, legte Becher und Löffel zurück aufs Tablett und schob es beiseite. Tief atmete er durch, wandte sich an Kakuzu und stellte schließlich seine dringendste Frage: "Wann komm ich endlich hier raus?"

"Wenn du gesund genug dafür bist", antwortete Kakuzu ihm wie immer.

Wieder stöhnte Hidan entnervt auf. Was nun folgte, kannte Kakuzu schon zu genüge und erinnerte ihn jedes Mal irgendwie an den Trotzanfall eines Kleinkindes.

"Das ist so unfair! Mir geht es schon viel besser! Tagein tagaus sitz ich hier rum und langweile mich noch zu Tode. Ehrlich, das scheiß Fernsehprogramm kenn ich auswendig und die anderen Patienten sind Arschlöcher. Ich habe hier nichts zu tun und überhaupt habe ich keine Schmerzen mehr. Warum zur Hölle muss ich noch in diesem beschissenen Krankenhaus bleiben, wenn…"

Abgespannt kniff Kakuzu die Augen zusammen und massierte sich die Schläfen. Wenn das so weiterging, würde er mit einer saftigen Migräne seinen Flug zum Kongress antreten.

"Du bist so ein Vollidiot!", flüsterte Kakuzu gefährlich und schaffte es tatsächlich, dass Hidan innehielt. "Noch bekommst du starke Antibiotika und Schmerzmedikation. Falls du es vergessen haben solltest, du lagst vor nicht allzu langer Zeit halbtot auf dem OP-Tisch. Viel hätte nicht mehr gefehlt und es wäre vorbei gewesen mit dir."

"Ja und?!", ätzte Hidan zurück, "Ich bin aber nicht gestorben! Das habe ich Jashin-sama zu verdanken. Er hat mich mit Unsterblichkeit gesegnet."

In diesem Moment zog Hidan doch tatsächlich unter seinem Shirt diesen Anhänger hervor und presste ihn andächtig gegen die Lippen.

Jetzt reichte es Kakuzu und er fixierte Hidan mit eisigem Blick: "Jetzt komm mir nicht schon wieder mit diesem Quatsch, Hidan! Du kommst hier raus, wenn Dr. Akasuna es gestattet und keine Millisekunde früher! Und nur zu deiner Information, dein jämmerlicher Hintern wandelt noch hier auf Erden, weil ein ganzes OP-Team stundenlang darum gerungen hat. Manchmal frage ich mich ernsthaft, warum ich mir das überhaupt antue, wenn dann so selten dämliche Aussagen kommen wie von dir."

"Tse… Wahrscheinlich hast du keine anderen Hobbies", sagte Hidan abschätzig. "Weißt du, ich glaube du bist so einer der mit seiner Arbeit verheiratet ist und dem alle anderen Menschen eigentlich nur auf den Sack gehen. Bleibt die Frage, warum ist gerade ein Typ wie du Arzt geworden?"

Kakuzu stand von seinem Stuhl auf und beugte sich über Hidan. "Was mir auf den Sack geht, sind so ignorante Bastarde wie du, die für ihre Lebensrettung irgendeinem erfundenen Gott danken und nicht den Menschen, die das eigentlich vollbracht haben."

Anstatt beleidigt zu sein oder eingeschüchtert, grinste Hidan nur fies. "Ach erzähl mir nichts. Du machst das wegen der Kohle, oder?"

Die schallernde Ohrfeige, die er sich daraufhin einfing, hallte an den Wänden des Krankenzimmers wieder. Sekundenschnell hatte Kakuzu seine Hand um Hidans Hals gelegt und hielt ihn fest, während er sein Gesicht ganz nah an Hidans heranbrachte. Ihre Nasenspitzen berührten sich fast.

"Vorsichtig, Hidan. Treib es nicht zu weit!", presste Kakuzu hervor.

"Nicht doch, Master", raunte Hidan und überbrückte den letzten Zentimeter zwischen ihnen.

Seine trockenen Lippen legten sich auf Kakuzus. Langsam und zärtlich küsste Hidan ihn, ließ seine Zunge kreisen und knabberte kurz an Kakuzus Unterlippe. Hidan wusste, dass er das mochte. Kakuzu konnte die Medikamente schmecken, die Hidan kurz vorher genommen haben musste. Diese Mischung aus bitteren Chemikalien und dem süßen Schokoladenpudding war seltsam.

"Dir gehört mal wieder ordentlich der Hintern versohlt", flüsterte Kakuzu.

Hidan atmete etwas schwer, lächelte jedoch. "Ist das ein Versprechen?"

Nun musste Kakuzu ebenfalls grinsen. Sein bestes Stück meldete sich und er musste sich arg zusammenreißen, nicht hier und jetzt über Hidan herzufallen. "Versprochen", brummte Kakuzu und drückte Hidan noch einen letzten Kuss auf, ehe er von dessen Hals abließ.

"Du bist unmöglich!", meinte Kakuzu zu Hidans Provokation und setzte sich wieder auf den Stuhl neben dem Krankenbett. Ein wenig ärgerte es ihn, dass er sich so leicht von Hidan aus der Reserve hatte locken lassen. Wusste er doch wie Hidan gestrickt war, dass er ein Masochist erster Güte war. In ihren Sessions reizte Hidan ihn manchmal bis aufs Blut, nur um dann eine Strafe zu bekommen.

Aber sie waren hier nicht bei einem ihrer Spielchen. Außerdem würde Kakuzu in Zukunft sehr auf Hidan achtgeben müssen. Der Speer hatte einen Teil von dessen Lunge dauerhaft beschädigt.

"Ha, ich weiß", flötete Hidan und streckte sich einmal ausgiebig. "Unser Zusammensein fehlt mir."

"Hört, hört!", kommentierte Kakuzu dieses Geständnis.

"Doch ehrlich. Wenn ich hier rauskomme, dann müssen wir eine riesen Session starten. Meinetwegen über mehrere Tage."

Das hörte sich in der Tat gut an, fand Kakuzu und prompt kamen ihm ein paar Ideen für das nächste Setting. Doch Hidan hatte wohl schon seine eigenen Vorstellungen.

"Sag mal, kannst du beim nächsten Mal nicht deinen Arztkittel anziehen? Du siehst echt scharf darin aus. Ich bin dann dein neuer, ungezogener Patient, dem du dann ordentlich zeigst, wo es lang geht." Hidan wackelte anzüglich mit den Augenbrauen und grinste wie ein Kobold.

"Du hast wirklich nen Knall!", lachte jetzt auch Kakuzu. Seine Müdigkeit und schlechte Laune waren wie weggefegt. Er konnte es ebenfalls kaum erwarten, dass Hidan die Klinik wieder verlassen durfte.

Es klopfte an der Tür und herein kam Deidara mit einem Rollstuhl.

"Blondie!", tönte Hidan schalkhaft. "Wie schön, dass du kommst. Man, heute ist ja richtig was los hier."

"Für dich immer noch Dr. Iwa, un", konterte Deidara und schob den Rolli an Hidans Bett. "Los, rein da! Ich will mir mal deinen Brustkorb ansehen."

Mit gespielt bedauerndem Gesichtsausdruck sah Hidan wieder zu Kakuzu: "Sieht aus als hätte ich ein Termin für ein Foto-Shooting. Ob ich Hospitals next Topmodel werde? Aber wehe die verpassen mir ein Umstyling. Meine Haare sind mir heilig!"

"Du schaust dir eindeutig zu viel Blödsinn im Fernsehen an", sagte Kakuzu unbeeindruckt.

"Was anderes bleibt mir ja hier nicht großartig übrig, außer Doofkasten zu glotzen oder Konan und Yahiko beim schäkern zuzusehen."

"Du könntest ein Buch lesen. Die Krankenhaus-Bibliothek ist in der zweiten Etage", schlug Deidara vor, während Hidan die Decke zurückschlug und in den Rollstuhl kletterte.

"Ach komm mir nicht so!", wiegelte Hidan ab.

Kakuzu grinste in sich hinein bei dem Gespräch. Es war nicht so, dass den Patienten ein volles Animations- und Freizeitprogramm geboten wurde. Schließlich waren sie hier immer noch in einem Krankenhaus und da sollte das Hauptaugenmerk auf Ruhe und Genesung liegen. Dennoch musste sich hier niemand langweilen und allein im Zimmer versauern, so wie Hidan es beschrieb.

Wahrscheinlich war er nur frustriert, was Kakuzu durchaus verstehen konnte.

"Wann komm ich hier raus?", fragte Hidan nun auch Deidara.

"Bald", gab dieser knapp zurück und schob den ungeduldigen Patienten aus dem Zimmer.

"Das sagst du immer", entgegnete Hidan genervt, "Glaube langsam du hältst mich hin."

"Nein, wie kommst du denn darauf…", sagte Deidara mit übertriebener Unschuldsmiene.

Belustigt nahm Kakuzu seinen Rollkoffer und ging den beiden hinterher.

"Oh man!", stöhnte Hidan auf und rieb sich übers Gesicht. "Ehrlich, ihr macht mich fertig. Kannst du nicht einfach mal ne Zahl sagen, wie lange ihr mich ungefähr noch hierbehalten wollt. Nur, damit ich mich drauf einstellen kann und nicht ständig das Gefühl habe, hier noch ewig festzusitzen."

Deidara und Kakuzu tauschten einen kurzen, vielsagenden Blick. Solche Prognosen waren eine heikle Sache. Letzten Endes konnte niemand sagen, wie lange genau Hidans Körper noch brauchen würde.

"Vielleicht zwei Monate", meinte Deidara dennoch, "Wenn nichts Unerwartetes passiert."

"Okay", freute sich Hidan. Doch Kakuzu war skeptisch, ob diese Angabe tatsächlich so stimmen würde. Erstmal müssten sie Hidans Fortschritte weiter beobachten.

Am Ausgang der Station verabschiedeten sie sich voneinander. Kakuzu würde sich nun auf den Weg zum Flughafen machen. Hidan war ganz offensichtlich in den besten Händen.

Er wusste, es war ein Fehler Hidan eine Zeitangabe zu machen, auch wenn sie nur recht vage gewesen war. Als Kakuzu exakt zwei Monate später zum Dienst erschien, war von Sasori eine Krisensitzung einberufen worden, da Hidan sich selbst entlassen wollte.

"Wir haben ein Problem", begann Sasori mit verschränkten Armen, "Ein gewisser jemand hat Mr. Ju zugesichert, dass er in zwei Monaten nach Hause gehen könnte und nun, da das natürlich nicht zutrifft, will sich unser Patient selbst entlassen."

"Ich habe ihm das nicht zugesichert, un!", rief Deidara entnervt dazwischen.

"Er hat es ihm wirklich nicht versprochen, Sasori. Ich war dabei gewesen und dieser kleine Idiot hat einfach das gehört, was er hören wollte", sagte Kakuzu.

"Deine Parteinahme in allen Ehren, aber Deidara weiß eigentlich, dass man in irgendwelcher Weise auch immer solche Angaben nicht mal andeutet", erwiderte Sasori nicht minder ungehalten.

"Zu nörgeln bringt jetzt nichts", meldete sich Konan zu Wort.

Yahiko nickte neben ihr und fragte: "Was machen wir denn jetzt? Er kann noch nicht gehen."

"Nun, festhalten können wir Mr. Ju nicht. Wir sind schließlich kein Gefängnis", sagte Sasori und kräuselte die Lippen. Er war sichtlich wütend über diese heikle Situation, in der sie sein Assistenzarzt ungewollt reinmanövriert hatte.

"Wie ist denn genau die Lage?", schaltete sich Kakuzu ein. "Kann er entlassen werden, ohne dass er sich ernsthaft gefährdet oder ist es einfach nur ungünstig?"

"Wir müssten ihn ambulant weiter behandeln. Sein Zustand kann immer noch sehr schnell kippen. Jeden Tag Medikation, wöchentliche Check-Ups, drei Mal die Woche Physio und er hat auch noch einen Gesprächstermin mit Itachi offen."

"Das könnte ich heute noch erledigen, bevor er gehen würde", schlug Itachi sogleich vor.

"Gut, bleibt die Frage wie wir die anderen Sachen händeln. Am liebsten würde ich ihm einen Arzt und Pfleger mit nach Hause schicken wollen. Aber die Ressourcen haben wir nicht", spekulierte Sasori und atmete tief durch. "Kakuzu", wandte Sasori sich auf einmal an ihn, "Kannst du ihn nicht überreden? Ansonsten müsste ich einen Pflegedienst engagieren und das würde teuer werden für Mr. Ju und im schlimmsten Falle auch für uns, sollte sich sein Zustand dadurch rapide verschlechtern."

Leider fürchtete Kakuzu, dass er bei Hidan nicht viel ausrichten konnte. Hatte sich dieser erst mal ein Vorhaben in den Kopf gesetzt, zog er das konsequent durch. So war er schon immer gewesen.

"Und wenn ich ihn mit zu mir nehme?", schlug Kakuzu vor. Eine andere Möglichkeit sah er nicht. Hidan wollte unbedingt aus dem Krankenhaus raus und ob er eine ambulante Behandlung so gewissenhaft durchziehen würde wie es notwendig wäre, da hatte Kakuzu gewaltige Zweifel.

Vielleicht konnte er Hidan dazu überreden, mit ihm zu gehen. So konnte er Hidan im Auge behalten und zur Not eingreifen, sollte sein Zustand erneut kritisch werden.

Sasoris Augen weiteten sich und blickten Kakuzu nun durchdringend an. "Das wäre in Anbetracht der Lage sicherlich die beste Option. Würdest du das hinbekommen?", fragte Sasori.

Auch alle anderen sahen Kakuzu gespannt an. Als Antwort zog er siegessicher den Mundwinkel nach oben und da wusste jeder, dass ihr Problem gelöst war.

Es war inzwischen Abend geworden, als Kakuzu mit einer gepackten Reisetasche und Hidan im Schlepptau den Seitenausgang zum Mitarbeiter-Parkplatz nahm. Vor ein paar Minuten hatte Sasori immer noch wiederwillig die Entlassungspapiere unterschrieben und Hidan über alle möglichen Risiken seiner Entscheidung aufgeklärt.

"Ich bin frei!", rief Hidan glücklich als sie die Tür nach draußen passierten.

Kakuzu rollte nur mit den Augen bei so viel Theatralik und ging schnurstracks weiter zu seinem Auto. Natürlich hatte Kakuzu seinen eigenen Parkplatz für den Wagen. Schließlich war er nicht irgendwer.

"Man, immer wenn ich deine Karre sehe, werde ich richtig neidisch", gab Hidan zu bevor er sich auf den Beifahrersitz setzte. Kakuzu verstaute derweil Hidans Tasche im Kofferraum und nahm anschließend hinterm Lenkrad Platz.

"Du hast doch auch ein Auto", stellte Kakuzu nüchtern fest. Für ihn war ein PKW lediglich ein Gebrauchsgegenstand. Er fuhr ja keinen Luxuswagen, sondern einen soliden SUV.

"Ja, einen schäbigen Kleinwagen, der schon wieder in der Werkstatt ist", entgegnete Hidan und strich begeistert über die glattpolierte Holzarmatur. "So nen geilen Wagen wie den hier könnte ich mir nie im Leben leisten."

So recht wusste Kakuzu nicht, was er darauf erwidern sollte. Dass er sich so ein Auto kaufen konnte, kam immerhin nicht von ungefähr. Ein guter Schulabschluss, das Medizinstudium und die Facharztausbildung waren ihm ja nicht in den Schoß gefallen, sondern mit jeder Menge harter Arbeit und Disziplin verbunden gewesen. Kakuzu musste lange Zeit zurückstecken und viel Freizeit opfern, um da anzukommen, wo er nun stand. Da war ein anständiger PKW ja wohl das Mindeste.

"Hey, willst du nicht losfahren?", riss ihn Hidan aus seinen Gedanken.

Doch anstatt den Wagen zu starten, sah Kakuzu Hidan durchdringend an. Da war noch diese eine Sache, die er wissen wollte, bevor sie zu seiner Wohnung fuhren. "Vorher möchte ich, dass du mir erzählst wie das passieren konnte."

Seufzend ließ sich Hidan in den Sitz fallen, verschränkte die Arme vor der Brust und schien innerlich mit sich zu ringen. "Willst du das wirklich wissen? Es wird dir nicht gefallen."

Kakuzu schwante Böses, doch er blieb ruhig. Nickte nur und wartete, bis Hidan soweit war.

"Es ist bei einem Ritual passiert", gab Hidan kleinlaut zu.

Ungläubig starrte Kakuzu Hidan daraufhin an. Er fühlte wie sein Blut anfing zu brodeln. "Ich hoffe inständig, dass ich mich eben verhört habe", knurrte Kakuzu gefährlich leise und klammerte seine Hände ans Lenkrad. Ihn überkam das dringende Bedürfnis Hidan zu erwürgen. Wie konnte man bitteschön nur so dämlich sein?!

"Nein, hast du nicht", sprach Hidan weiter, "Ich war erst der Zweite bei dem dieser Ritus angewandt wurde und der Erste, der es überlebt hat. Nur wenn du deinen unerschütterlichen Glauben bewiesen hast, würde Jashin-sama dich dazu auserwählen."

Kakuzu meinte, etwas Stolz in Hidans Aussage mitschwingen zu hören. Das war echt ein Hammer und er wusste gerade nicht, wie er damit umgehen sollte. Zum Glück wurde er der unbändigen Wut Herr, die ihn gerade wie ein Tsunami überschwemmte. Die mentalen Entspannungstechniken, die er sich vor ein paar Jahren angeeignet hatte, wirkten wirklich Wunder.

Ein paar Minuten saß Kakuzu einfach nur da, bis er schließlich fragte: "Hast du das heute Dr. Uchiha auch so erzählt?"

"Dem Psychodoktor? Nein, wo denkst du hin? Ich bin doch nicht bescheuert!", antwortete Hidan nahezu entrüstet.

"Bei dir weiß man nie", gab Kakuzu zurück.

"Was soll das denn heißen?!", beschwerte sich Hidan daraufhin lautstark, "Der steckt mich doch sofort in die Klapse, wenn ich ihm das so sage. Nein, ich habe ihm erzählt, dass es ein Unfall war und während der Arbeit passiert ist."

Okay, das klang plausibel. Hidan war in einer Schlachterei tätig und da waren theoretisch solch schwere Unfälle möglich. Doch Itachi war schlau. Wahrscheinlich ahnte er, dass Hidan ihm eine Lüge aufgetischt hatte. Hoffentlich würde niemand näher nachforschen und Hidans Geschichte auf Glaubwürdigkeit untersuchen. Ein Anruf beim Arbeitgeber und die Sache wäre gelaufen.

"Du hast dich da auf dünnes Eis begeben, das ist dir klar, oder?", erwiderte Kakuzu skeptisch.

"Ach was. Das sind alles Jashinisten im Schlachthaus. Die halten dicht", lachte Hidan Kakuzus Sorge einfach weg. "Das Ganze wird abgerechnet als Arbeitsunfall und schon wird keiner weiter nachfragen. Wie du siehst, ist alles vollkommen unter Kontrolle."

Kakuzu entkam ein spöttisches Lachen. Das war doch einfach unfassbar. Diese komische Jashin-Sekte brachte Hidan fast um und anstatt sich abzuwenden fühlte dieser sich nur noch mehr in seinem Glauben bestätigt. Es ging Kakuzu partout nicht in den Kopf, wie man ein so schizophrenes Denken an den Tag legen konnte. Höchste Zeit, sich mal wieder abzureagieren.

Die ganze Fahrt über versuchte Kakuzu runter zu kommen. Es wäre kontraproduktiv, wenn er mit einer derartigen Rage in ihr Zusammenleben startete. Jedoch würde es für Hidan eine ordentliche Lektion geben, wenn sie Zuhause ankamen. Am liebsten würde Kakuzu Hidan diesen Jashinismus-Quatsch komplett austreiben. Wie man nur so unglaublich bekloppt sein konnte sich einen Speer durch den Brustkorb jagen zu lassen, würde Kakuzu nie im Leben nachvollziehen können.

An seinem Haus angekommen stellte Kakuzu das Auto ab, selbstverständlich auf seinem persönlichen Parkplatz den er auch hier hatte. Wieder trug er die Tasche für Hidan. Das machte aber gar nichts, denn es gab einen Fahrstuhl ins Obergeschoss, wo sich seine großzügige Wohnung mit Dachterrasse befand. Dort, wo sie definitiv niemand stören konnte.

Kaum waren sie durch die Tür getreten, ging Hidan weiter durch ins Wohnzimmer. Er schmiss achtlos seine Jacke auf die Couch und trat hinaus auf die Terrasse, die von den Strahlen der Nachmittagssonne gewärmt wurde. Kakuzu packte indes Hidans Sachen ins Schlafzimmer. Sie würden die Tage nochmal zu Hidans Wohnung fahren, um von dort noch einiges mitzunehmen. Es kam jedoch nicht in Frage, dass Hidan die nächste Zeit komplett alleine bleiben würde. Er stand, wenn man es genauer betrachtete, unter Kakuzus Aufsicht. Und das wollte Kakuzu ihm sogleich klar machen, auf seine ganz eigene Weise.

Lässig setzte sich Kakuzu in seinen bequemen Ledersessel und schlug die Beine übereinander. Eine Weile beobachtete er Hidan dabei, wie dieser draußen die Luft auf der Terrasse genoss, bevor er ihn zu sich rief. Das hier war Kakuzus Reich und er würde allzeit den Ton angeben.

Hidans Pupillen weiteten sich, als er Kakuzu so dasitzen sah, mit dieser ganz besonderen Ausstrahlung. Er wusste, was ihm blühte und war ganz und gar einverstanden damit.

"Zieh dich aus!", befahl Kakuzu ruhig. Ein guter Dom hatte es nicht nötig laut zu werden, niemals.

Hidan lächelte schief und deutete auf die Dachterrasse. "Wollen wir nicht erst mal…"

"Ich werde das nicht noch einmal sagen", unterbrach ihn Kakuzu harsch. Wenn er etwas nicht duldete, dann waren es Widerworte.

Obwohl Hidan sich gerne mal ein paar Frechheiten erlaubte, hatte er schnell gelernt, dass man Kakuzus Geduld nicht überstrapazieren sollte. Dennoch schaute Hidan ihm nun trotzig entgegen, während er damit begann seine Hose zu öffnen. Anstatt sie anschließend runter zu ziehen, griff er mit schelmischen Grinsen nach dem Saum seines Shirts. Ganz langsam zog Hidan den Stoff über seinen gut definierten Oberkörper und stellte sicher, dass seine Muskeln gut zur Geltung kamen.

Und obwohl Kakuzu sich sonst zurückgelehnt und den Anblick vollends genossen hätte, wurde ihm das momentan eindeutig zu bunt. "Du sollst hier keine Show abziehen! Was habe ich gesagt?!", schnarrte Kakuzu in seinem eisigsten Tonfall.

"Ach komm schon, als ob dir das nicht gefallen würde", schnurrte Hidan selbstgefällig.

Jetzt reichte es Kakuzu endgültig. Hidan war äußerst gut darin, Befehle mal auszudehnen oder etwas weitergefasst zu interpretieren. Dies tat er jedoch nur, um ein klitzekleines bisschen die Oberhand zu behalten. Doch seine üblichen Dominanzspielchen würde Kakuzu ihm heute nicht durchgehen lassen.

Genervt verzog er das Gesicht und donnerte: "Die Klamotten sind aus in fünf… vier…"

"Woah!", erwiderte Hidan erschrocken und zog sich in Windeseile die restliche Kleidung vom Leib.

Kakuzu besah sich Hidans Körper, der seit der Operation an Attraktivität absolut nichts eingebüßt hatte. Man sah natürlich noch die OP-Narben, doch sie waren schon sehr gut verheilt. Bald würden sie kaum noch zu sehen sein. Unglaublich, was für enorme Heilungskräfte in diesem fulminanten Körper schlummerten. Doch diese Bewunderung würde Kakuzu nie laut gegenüber Hidan äußern. Dieser vorlaute Sub brauchte etwas ganz anderes als Lobhudelei.

"Deine Erziehung ist in den letzten Monaten weitaus zu kurz gekommen", begann Kakuzu und musterte Hidan ungeniert von oben bis unten. Sein Schwanz richtete sich bereits leicht auf.

"Ja, Master", entgegnete Hidan mit einem freudigen Unterton in der selbstsicheren Stimme.

"Dir ist klar, dass das dein eigenes Verschulden ist?", fragte Kakuzu.

"Ja, Master."

"Und dir ist bewusst, dass dich dafür eine Strafe erwartet?"

"Selbstverständlich, Master." Jetzt doch etwas nervös, biss sich Hidan auf die Unterlippe, konnte jedoch sein Grinsen nicht abstellen.

"Geh ins Schlafzimmer, nimm deine Position ein und warte auf mich", befahl Kakuzu in einem Ton, dem niemand gewagt hätte zu wiedersprechen.

Hidans Augen blitzen auf, als er Kakuzus Anweisung folge leistete.

Nach außen hin wirkte Kakuzu völlig gefasst. In seinem Inneren mischte sich die aufkommende Erregung mit der noch vorhandenen Wut auf Hidan. Wieso hatte dieser nur so einen lebensgefährlichen Ritus an sich durchführen lassen? Ohne Zweifel tolerierte er Hidans Glauben. Etwas anderes blieb ihm ja auch nicht übrig. Hidan würde sich ebenso wenig vom Jashinismus abbringen lassen, wie Kakuzu sich zu eben jenem Kult bekehren ließe. Doch bei aller Liebe, irgendwann ging jede Religiosität zu weit. Ab da, wo Hidan sein Leben in Gefahr brachte, ging es Kakuzu ebenfalls etwas an, was da in dieser sogenannten Glaubensgemeinschaft passierte.

In aller Seelenruhe ging Kakuzu in die Küche und genehmigte sich ein Glas Wasser. Hidan konnte ruhig noch ein bisschen auf ihn warten und seine Gedanken darum kreisen lassen, welche Strafe ihn erwarten würde. Kakuzu grinste in sich hinein. Er würde gleich definitiv auch auf seine Kosten kommen.

Viel zu lange war die letzte Session schon her gewesen. Diese notgedrungene Pause hatte Kakuzu genauso aufs Gemüt geschlagen. Nur war er wesentlich besser darin negativen Gefühle im Zaum zu halten als Hidan.

Apropos, es war an der Zeit zu ihm zu gehen. Beim Gang ins Schlafzimmer knöpfte Kakuzu sein Hemd auf, so dass ein Teil seines Oberkörpers frei lag. Ganz langsam und bedacht öffnete er die Tür und erfreute sich an dem Anblick, der sich ihm darbot. Hidan kniete vor dem Bett, die Hände auf dem Rücken und den Kopf bis auf den Boden gesenkt. Er rührte sich nicht, sagte auch nichts, obwohl er natürlich bemerkt haben musste, dass Kakuzu das Zimmer betreten hatte. So gehörte es sich für einen guten Sub. Es hatte gefühlt eine Ewigkeit gedauert, bis Hidan das draufhatte. Gerade am Anfang war er aufsässig, widerspenstig und manchmal schwer zu bändigen gewesen.

Ohne weiter das Wort an Hidan zu richten lief Kakuzu an ihm vorbei in seinen begehbaren Kleiderschrank. Hier waren ein paar Schubladen für die Spielzeuge reserviert. Mit der Zeit hatte Kakuzu ein ordentliches Repertoire an BDSM-Utensilien angesammelt. Er schnappte sich eines der Seile, seine Lieblingsgerte und das Paddle. Hidan erwartete eine ordentliche Lektion. Kakuzu trat zurück vors Bett, wo Hidan noch immer artig niederkniete. Er bemerkte, dass sein heute äußerst gehorsamer Sub leicht zitterte, sich aber sonst nichts von seiner Aufregung anmerken ließ. Die Gerte und das Paddle legte Kakuzu auf dem Bett ab und begann damit das Seil zu entwirren.

"Du hast dir mit deiner Aktion ganz schön was geleistet, Hidan", begann Kakuzu in strengem Tonfall, "Und ich muss zugeben, dass ich unheimlich wütend auf dich bin deswegen."

"Ja Master, es tut mir…", begann Hidan stoisch.

"Spar dir das!", fuhr Kakuzu ihm dazwischen. "Du kannst dich in aller Form bei mir entschuldigen, wenn das hier vorbei ist. Jetzt stell dich hin und verschränke die Arme auf deinem Rücken."

Tief atmete Hidan durch, bevor er gehorchte.

Mit geübten Handgriffen machte sich Kakuzu daran Hidans Oberkörper zu fesseln. Er hatte genau dieses Bondage bei ihrer ersten Begegnung angewandt gehabt, damals vor circa drei Jahren auf der Fetisch-Party im Club. Sofort war da diese seltsame Anziehung zwischen ihnen gewesen. Aus der spontanen Bondage-Vorführung auf der Party wurde Nummerntauschen und aus den anschließenden Treffen sowas wie eine Beziehung. Natürlich war das zwischen ihnen eigentlich noch etwas ganz anderes, aber definitiv mehr als nur ein Verhältnis oder gelegentliches Stelldichein.

Kakuzu sah Hidan als seinen Partner an, auch wenn im Grunde jeder sein eigenes Leben hatte und sie ja auch nicht zusammenwohnten. Bis heute…

Kakuzu beschlich das Gefühl, dass ihr Verhältnis seit dem heutigen Tage auf einem neuen Level stand.

Als Hidan fertig verschnürt war und so seinen sich immer noch in der Heilung befindlichen Oberkörper nicht mehr ruckartigen Bewegungen aussetzen konnte, war es an der Zeit zu beginnen. Sein Penis stand in der Zwischenzeit wie eine Eins, was Kakuzu ein verschmitztes Schmunzeln entlockte. Ob Hidan kommen durfte, lag einzig und allein daran wie gut er sich benehmen würde.

"Du darfst jetzt damit anfangen dich gebührend bei mir zu entschuldigen. Runter auf die Knie!", befahl Kakuzu mit einem erhabenen Grienen im Gesicht.

Ohne den Augenkontakt zu unterbrechen ließ sich Hidan ganz langsam auf die Knie sinken. Gespannt wartete er ab, bis Kakuzu seinen nächsten Befehl gab. Genauso sollte es sein.

"Na los!", sagte Kakuzu daraufhin und zeigte auf seinen Schritt.

Dort zeichnete sich unter dem Stoff der Hose eine deutliche Beule ab, die Hidan anfing mit dem Mund zu massieren. Zufrieden brummte Kakuzu, verschränkte die Arme vor der Brust und schloss die Augen. Angestachelt von dem offensichtlichen Wohlgefühl seines Masters begann Hidan mit den Zähnen Kakuzus Gürtel zu öffnen. Gleich darauf waren Hosenknopf und Reißverschluss dran. Geschickt schaffte es Hidan Kakuzus Härte soweit freizulegen, dass nur noch der dünne Stoff der Unterhose dazwischen war. Wieder umspielte er mit dem Mund Kakuzus Schritt, saugte und knabberte daran und stöhnte ungehemmt dabei.

Kakuzu dachte nicht daran ihm vielleicht zu helfen, indem er die Unterhose herunterzog. Doch genau das wollte Hidan allem Anschein nach. Denn er stupste mit der Nase gegen seinen Penis und schaute auffordernd zu Kakuzu hoch.

"Na, hast du meinen Schwanz denn schon verdient?", fragte Kakuzu mit hochgezogener Augenbraue.

"Ach komm, sei doch nicht so", antwortete Hidan.

"Ich bin aber so", gab Kakuzu lapidar zurück und lotste Hidan zum Bett. "Betteln wird dir heute nichts bringen. Und jetzt leg dich mit dem Oberkörper da rauf und spreiz die Beine."

Nachdem Hidan in der gewünschten Position war, ging Kakuzu hinüber zu seinem Nachtschränkchen und fischte Gleitgel und einen Analplug aus der Schublade. Hidans Augen weiteten sich, doch er wagte es nicht zu protestieren. Stattdessen beobachtete er Kakuzu dabei, wie dieser den Plug für seinen Einsatz präparierte.

Während eine Hand auf Hidans Steiß ruhte, schob er mit der anderen den Plug ganz vorsichtig in seinen Sub. Hidan zog scharf die Luft ein und zischte, als Kakuzu das sonst so willkommene Sexspielzeug tiefer schob.

"Geht's?", fragte Kakuzu dennoch besorgt.

"Ja, ja!", stöhnte Hidan abgehakt. Sein ganzer Körper hatte sich kurzzeitig verspannt.

"Da ist wohl jemand ganz schön aus der Übung", bemerkte Kakuzu belustigt.

Hidans Ohren wurden puterrot. Er atmete tief durch und legte nun wohlig brummend den Kopf ab. Der Analplug saß an Ort und Stelle und Hidan begann damit seinen harten Schwanz an der Bettdecke zu reiben. So hatte sich Kakuzu das eigentlich nicht gedacht.

"Hör auf damit!", befahl er und Hidan hielt in seiner Bewegung inne.

Mit der flachen Hand gab Kakuzu einige ordentliche Schläge auf Hidans ungezogenen Hintern, bis die Pobacken einigermaßen gerötet waren. Das war zum Aufwärmen.

"Es wird Zeit mit deiner Strafe anzufangen", sagte Kakuzu und griff nach der Gerte. "Fünfzig Schläge mit dem Ochsenziemer, anschließend weitere Zwanzig mit dem Paddle."

Hidan schluckte einmal schwer. Wusste er doch, dass Kakuzu nicht gerade zimperlich war, wenn es ums Hintern versohlen ging. Reumütig schaute er Hidan zu ihm hoch, kniff die Lippen zusammen und legte sich in eine bequemere Position.

"Wie lautet dein Safeword?", fragte Kakuzu sicherheitshalber noch einmal nach und stellte sich so hin, dass der gleichzeitig gut austeilen und die Reaktion seines Subs beobachten konnte.

"Roter Mond", antwortete Hidan und lächelte selig, "Aber ich denke, das wird nicht nötig sein, Master." Seine Augen blitzten auf. Er war bereit und freute sich genauso auf das nun Kommende wie Kakuzu.

Der erste Schlag mit der Gerte saß. Ein roter Striemen auf der linken Pobacke, der genauso schnell wieder verblasste. Ungehemmt stöhnte Hidan in den Stoff der Bettdecke und genoss die Bestrafung, die sein Master für ihn vorgesehen hatte. Und Kakuzu legte los. Immer schneller und heftiger klatschte die Gerte auf Hidans Hinterteil und hinterließ ihre Spuren. Ab und an versetzte er den Oberschenkeln einen Hieb, nur um Hidan zu überraschen.

Dieser fing an sich zu winden. "Ah, fuck!", schrie er, als Kakuzu einen besonders kräftigen Schlag landete.

"Halt still!", herrschte Kakuzu ihn an. Nach sechs weiteren Hieben waren die Fünfzig geschafft.

Nach einer kurzen Verschnaufpause, in der sie beide durchatmen konnten, nahm Kakuzu das Paddle zur Hand. Er rieb mit der freien Hand über Hidans geschundenen Hintern, was diesen nur noch lauter zum stöhnen brachte.

"So gefällst du mir schon ganz gut", begann Kakuzu zu necken und tippte das Ende vom Analplug an. Hidan verwandelte sich in eine stammelndes, stöhnendes Etwas, was kein vernünftiges Wort mehr zustande brachte. "Na, na! Du wirst doch nicht kommen bevor ich es erlaube?!", warnte Kakuzu.

Hidan schüttelte heftig den Kopf und versuchte sich fieberhaft unter Kontrolle zu halten.

"Jetzt wird es noch mal heftig", kündigte Kakuzu an und schlug mit dem Paddle zu.

Der Schrei, der Hidan daraufhin entkam fuhr Kakuzu bis ins Mark. Er wusste, Hidan liebte diesen Schmerz, dieses sich vollkommen hingeben. Es war wie eine Droge für ihn.

Kakuzu selbst genoss es immer wieder mit anzusehen, wie Hidan unter seiner Hand abdriftete, sich dem bittersüßen Eindrücken hingab, die Kakuzu auf ihn niederprasseln ließ. Nur er konnte das bewirken. Nur Kakuzu konnte Hidan so weit bringen und das war ein unglaubliches Gefühl. Genau das war es, wonach sich jeder Dom sehnte.

Die zwanzig Schläge mit dem Paddle waren hart und unnachgiebig. Zwischenzeitlich schrie Hidan immer wieder auf, was im Grunde kein Wunder war, da die Prozedur mit einem Paddle dieser Art unheimlich weh tat. Sicherlich würde Hidan blaue Flecken auf dem Podex davontragen. Doch das war der Sinn der Strafe. Sie sollte einsinken.

Hidan zitterte am ganzen Körper und konzentrierte sich darauf seine Atmung zu beruhigen. Außerdem hatte ihm Kakuzu noch nicht gestattet zu kommen, was zu dem momentanen Stress noch dazu kam.

"Du warst super, Hidan", sagte Kakuzu und strich beruhigend über seinen Rücken und durch die verschwitzten Haare. "Du hast dir meinen Schwanz redlich verdient."

"Yeah!", flüsterte Hidan erschöpft, aber hörbar glücklich.

Kakuzu brachte seine Lippen ganz nah an Hidans Ohr und flüsterte mit dunkler Stimme: "Soll ich dich ficken?"

"Ja, Master! Bitte!", antwortete ihm Hidan nun richtig und streckte seinen malträtierten Hintern empor.

"Schon gut, leg dich hin. Ich nehme mir schon was ich brauche", meinte Kakuzu und positionierte sich zwischen Hidans Beine.

Schnell war der Plug entfernt und flog in die nächste Zimmerecke.

Kakuzu verlor keine Zeit, zog seine eigene Hose herunter und versenkte seinen inzwischen recht erheblichen Ständer vollständig in Hidan. Er drückte ihn in die Laken und begann ihn, wie angekündigt, in einem stetigen Rhythmus zu nehmen.

Hidan vergaß sich völlig, stöhnte und wimmerte ungehemmt. Kakuzu wusste, dass er nicht mehr lange durchhalten würde.

"Komm für mich!", raunte er Hidan daher ins Ohr und erlöste ihn mit dieser Aufforderung augenblicklich von seiner Qual. Er spürte wie Hidans Körper vom Orgasmus überrollt wurde und es brauchte keine zehn Sekunden, da überkam es auch Kakuzu.

Etwas erschöpft nach diesem intensiven Liebesspiel legte er sich neben Hidan nieder und begann träge das Seil aufzuknoten. Sein vollends befriedigter Sub machte ebenfalls keine Anstalten sich zu rühren. Kraftlos ließ Hidan seine nun wieder freien Arme aufs Bett fallen und schenkte Kakuzu ein zufriedenes Lächeln.

Kakuzu wurde erst jetzt, in genau diesem Augenblick klar, wie sehr er die gemeinsame Zeit mit Hidan vermisst hatte.

Nachdem sie beide ausgiebig geduscht hatten im Wellness-Bereich, wie Hidan Kakuzus opulent ausgestattetes Badezimmer nannte, bestellten sie bei ihrem Lieblingsasiaten ein leckeres Abendessen.

Inzwischen war es Nacht geworden und sie genossen die immer noch warmen Temperaturen bei einem Bier auf der Dachterrasse.

Hidan hatte keine Lust gehabt sich in seinen eigenen Liegestuhl zu fläzen und so saß er ganz selbstverständlich quasi in Kakuzus Schoß. Zum Glück waren die Stühle groß genug, dass bequem zwei Leute in ihnen Platz haben konnten.

Seinen Kopf hatte Hidan auf Kakuzus Schulter abgelegt, träumte vor sich hin während er hoch in die Sterne schaute und nippte ab und zu an seinem Bierchen.

Auch Kakuzu ließ mal alle Fünfe gerade sein. Solch ein gelöster Zustand war bei seinem normalerweise sehr anstrengenden Alltag eher die Ausnahme.

"Hey, musst du morgen nicht arbeiten gehen?", fragte Hidan plötzlich in die entspannte Stille.

"Nein", erwiderte Kakuzu schlicht.

"Hhmmm", grinste Hidan breit und rieb seinen geschundenen Hintern genüsslich gegen Kakuzus Schritt. "Das heißt, wir haben Morgen ganz allein für uns?"

Kakuzu reagierte auf Hidans offensichtliches Scharfmachen. Er hatte es übrigens tatsächlich geschafft, diesem ungezogenen Hinterteil ein paar ordentliche blaue Flecke zu verpassen. "Und die ganze Nacht", ergänzte Kakuzu und kniff Hidan aufreizend in die Pobacke.

Das müsste eigentlich höllisch wehtun. Doch Hidan schnurrte nur lustvoll und drückte Kakuzu einen leidenschaftlichen Kuss auf.

Wenn Kakuzu es genauer betrachtete, war es im Endeffekt doch keine schlechte Idee gewesen, Hidan mit zu sich zu nehmen. Er sah schon, dass ihr Zusammenleben viele Vorteile und schlaflose Nächte mit sich bringen würde.