Kapitel 19

Es war zehn Uhr, als Tom sein Zimmer wieder verließ und an Harrys Tür klopfte. Ohne auf eine Antwort zu warten, trat er ein.
Harry lag noch immer auf dem Bett, inzwischen aber auf dem Rücken und starrte an die Decke.
"Kleiner Panther?", fragte Tom vorsichtig.
Harry richtete sich auf und sah zu Tom. In seinen Augen sah man aufrichtige Freude.
"Tommy! Du bist wieder da!"
Tom schluckte schwer, schloss die Tür hinter sich und ging zu dem Schwarzhaarigen.
"Ja. Weißt du, was heute passiert ist?"
"Nein. Ich hab nichts mitbekommen. Das war alles wie in einem dichten Nebel. Warum?"
"Nur so.", meinte Tom und setzte sich neben Harry. Dieser kroch zu Tom und kuschelte sich bei ihm ein. Dieser schluckte schwer.
"Harry, vertraust du mir?"
"Woher kennst du meinen Namen?"
"Ich kenn ihn einfach."
"Ja...ich vertrau dir. Warum?"
"Weil ich etwas mit dir tun möchte, was dich vielleicht verschrecken könnte. Wenn ich was mache, das dir nicht passt, musst du es mir sagen. Keine Angst. Ich will dir nicht weh tun. Okay?"
"Okay. Ich vertrau dir."
Tom seufzte noch einmal schwer und ließ sich, mit Harry im Arm zurück in die Kissen fallen. Dann begann er damit Harry sanft zu streicheln. Tom hauchte leichte Küsse auf Harrys Gesicht.
"Tommy, was tust du da?", fragte Harry verwundert.
"Sshh, keine Angst. Ich tu dir nicht weh. Ganz ruhig.", antwortete Tom und versiegelte Harrys Lippen mit einem leichten Kuss. Dabei sah er Harry direkt in die Augen. In ihnen konnte er zwar Angst erkennen, aber auch schier grenzenloses Vertrauen. Vorsichtig fuhr Tom unter Harrys Hemd und streichelte die zarte Haut darunter. Harry begann leicht zu zittern, aber seine Augen zeigten noch immer vertrauen. Tom löste den Kuss und fragte vorsichtig.
"Soll ich aufhören?"
"Nein. Aber tu mir nicht weh."
"Das könnt ich nicht, mein Kleiner.", lächelte Tom beruhigend. Ohne den Blickkontakt zu unterbrechen knöpfte Tom das grüne Hemd auf und begann sanft und zärtlich die darunter hervorkommende Haut zu kosen. Ein leichtes Schnurren entrann Harrys Kehle.
"Gefällt dir das?"
"Ja. Nicht aufhören, bitte.", flüsterte Harry. Seine Smaragde verschleierten sich, und im Bruchteil einer Sekunde zogen verschiedene Gefühle in ihnen auf. Von Teilnahmsloser leere, zu Angst und Panik, über Schmerz zu Hoffnung und Freude. Eine Zeit lang blieb Glück in ihnen, bis sie wieder Angst zeigten, allerdings nicht so große Angst, wie vorher. Dann änderte sich der Ausdruck wieder und zeigte wieder Freude. Ein paar mal wiederholte sich das ganze noch, bevor grauenhafte Angst und grenzenloser Schmerz in den Augen aufzog. Doch nur für kurze Zeit. Dann wurden sie wieder leer und schlussendlich strahlten sie einfach nur Freude aus, obwohl ein kleiner Schatten von Angst über ihnen lag.
Tom hatte nicht aufgehört, den Oberkörper des Schwarzhaarigen zu streicheln. Auch den Blickkontakt hatte er nicht unterbrochen. Der Schleier, der sich um Harrys Augen gelegt hatte, löste sich wieder und die Smaragde strahlten Tom schüchtern und glücklich entgegen.
"Tommy...mein Tommy...das bist du...Tom...das warst die ganze Zeit...du?", fragte Harry leise. Flüsternd, fassungslos aber unendlich glücklich.
"Harry? Bist du das?"
"Ja."
"Ist das okay? Oder soll ich lieber aufhören."
"Du liebst mich?", fragte er unsicher.
"Mehr als mein Leben.", antwortete Tom ehrlich und legte seine ganzen Gefühle in den Blick, den er Harry schenkte.
"Dann ist es okay, aber bitte, tu mir nicht weh.", flüsterte Harry und schloss vertrauensvoll die Augen.
"Danke. Sag mir einfach, wenn dir irgendwas nicht passt, ja?"
"Ja.", hauchte Harry.
Sanft und unglaublich zärtlich begann Tom Harrys Oberkörper zu liebkosen, wobei er immer wieder einen Blick in Harrys Gesicht warf, um festzustellen, ob es diesem unangenehm wäre.
Harry jedoch lag da mit vertrauensvoll geschlossenen Augen und einem glücklichen Lächeln im Gesicht.
Langsam glitt Toms Hand tiefer. Sein Mund senkte sich auf Harrys Brustwarzen, die er leicht mit Lippen, Zunge und Zähnen bearbeitete. Als seine Hand sanft über Harrys Schritt strich, keuchte der Schwarzhaarige erschrocken auf. Tom entließ die Brustwarze aus seiner Behandlung und setzte einen sanften Kuss auf Harrys Stirn.
"Sshh, keine Angst. Ich tu dir nicht weh. Sie mich an, bitte."
Harrys Augen öffneten sich halb. Tom sah in ihnen eine Mischung aus Angst, Vertrauen und aufkeimender Lust.
"Was soll ich tun?", fragte Harry mit zitternder Stimme.
"Genieße es. Es wird nicht weh tun, glaub mir. Es wird wunderschön, mein kleiner schwarzer Panther."
"Aber du..."
Tom unterbrach den Schwarzhaarigen mit einem sanften Kuss, der zunehmend leidenschaftlicher wurde. Keuchend trennten sie sich nach einer Weile wieder voneinander.
"Das ist nur für dich.", meinte Tom und verstärkte leicht den Druck auf Harrys Schritt. Harry stöhnte leicht auf. Sein Blut begann zu kochen und wie flüssige Lava durch seine Adern zu fließen. Dann sammelte es sich in seinem Schritt. Und ein erneutes Aufstöhnen, diesmal lauter, war zu hören.
Tom hatte währenddessen begonnen am Hals des Schwarzhaarigen zu knabbern. Als er spürte, wie Harrys Glied in der Hose allmählich hart wurde, entrann auch seiner Kehle ein leises Stöhnen. Harrys Kopf wand sich langsam Tom zu und er sah ihn aus verschleierten Augen fragend an.
"Du machst mich heiß.", keuchte Tom. Harrys Hand wanderte langsam zu Toms Schritt und traf dort auf eine pralle Erektion, die gegen den Stoff der Hose drückte.
Angst breitete sich in seinen Augen aus, als er das spürte. Sollte Tom ihn auch nur nehmen wollen? Ihm Schmerzen zufügen wollen?
"Tom...ich...", begann Harry zu flüstern.
"Sshh.", unterbrach Tom den Schwarzhaarigen. "Keine Angst. Es geht nur um dich. Ignorier es einfach.", lächelte Tom sanft und öffnete den ersten Knopf von Harrys Hose. Dann senkte er seinen Kopf wieder auf Harrys Brust, um ihn dort weiter zu liebkosen.
Harrys Augen zeigten Trauer, ehe er sie wieder schloss und damit begann Toms Hemd aufzuknöpfen. Sein Kopf war wie leer gefegt und er registrierte nur noch am Rande Toms Berührungen.
"Du musst das nicht tun.", keuchte Tom, als er Harrys zarte Finger an seinem Oberkörper registrierte. Harry antwortete nicht, sondern machte einfach weiter. Tom warf einen kurzen Blick in Harrys Gesicht, ob es ihm unangenehm wäre. Der Schwarzhaarige lag nur da, mit offenen Haaren, geschlossenen Augen, leicht geröteten Wangen und einem leicht geöffneten Mund, aus dem ab und an ein paar Keucher, Seufzer und Stöhner drangen. Noch immer leicht beunruhigt wand er sich wieder Harrys Oberkörper zu um ihn weiter sanft zu küssen und mit dem Mund zu kosen.
Harry hatte inzwischen Toms Hemd aufgeknöpft und streifte es ihm mit sanften Berührungen von den Schultern. Seine Augen blieben geschlossen. Er wollte Tom nicht ansehen. Er wollte weiterhin in der Illusion bleiben, Tom würde ihn lieben. Denn für ihn war das, was sie gerade taten, kein Ausdruck von Liebe, sondern nur eine Form ihm Schmerzen zuzufügen. Dennoch fügte er sich Toms Wunsch.
Als Harry das Hemd entfernt hatte, strich er zärtlich mit den Fingerspitzen Brust und Bauch entlang, Richtung Hose, wo er den Knopf öffnete und langsam den Reißverschluss herunterzog. Die Tatsache, dass Tom keine Unterwäsche trug, versetzte ihm einen weiteren Stich ins Herz. Also war es von Anfang an geplant gewesen.
Tom richtete sich und Harry auf, um den Schwarzhaarigen, unter weiteren Kosungen dessen Körper, von seinem Hemd zu befreien und es gemeinsam mit seinem eigenen neben das Bett zu schmeißen. Wenige Sekunden später folgte Toms Hose und der Ältere spürte zarte Finger, die sein heißes Fleisch liebkosten. Schwer Keuchend trennte er sich von Harrys Oberkörper. Eine seiner Hände wanderten zu Harrys Hand an seinem Schritt und entfernten sie vorsichtig.
"Nein. Tu das nicht. Ich sagte doch, dass das hier nur für dich ist.", flüsterte er leise, während er Harrys Hand aufs Laken drückte. "Bleib einfach so liegen."
Dann rutschte Tom weiter nach unten, um eventuellen Berührungen des Schwarzhaarigen zu entkommen. Er hatte lange darüber nachgedacht, wie weit er gehen wollte und war zu dem Entschluss gekommen, das es besser war, Harry nicht zu nehmen. Der Schwarzhaarige sollte erfahren, dass zärtliche Berührungen nicht da waren, um ihm später Schmerzen zuzufügen. Deshalb musste er sich zurückhalten, was ihm allerdings äußerst schwer fiel, wenn der Andere ihn so berührte.
Mit beiden Händen fuhr er Harrys Seiten entlang, ehe er seine Finger in den Hosenbund hakte und die Hose langsam entfernte. Harry hob bereitwillig seine Hüfte an und half Tom Hose samt Boxershorts zu entfernen. Kannte er es ja bereits. Während Tom die Kleidungsstücke neben das Bett warf, stellte Harry seine Füße auf. Gleich würde er gierige Finger an seinem Hintern spüren. Doch es kam anders.
Erschrocken riss Harry die Augen auf, als er etwas warmes und feuchtes an seinem erigierten Glied spürte. Leicht richtete er seinen Oberkörper auf und sah, wie Tom mit seiner Zunge sanft die Eichel des Jüngeren liebkoste. Verschleierte Saphire schielten nach oben, in die ungläubigen und unverständigen Smaragde des anderen. Dann schloss Tom genießend die Augen und nahm das Glied des jüngeren vollständig in seinem Mund auf.
Als Harry die Warme Höhle um sein Glied registrierte, entrann ihm ein heißeres Stöhnen und er ließ sich zurück in die Kissen fallen. Er verstand nicht, was gerade passierte. Das hatte noch nie jemand bei ihm gemacht. Sein Körper begann wie Feuer zu brennen und ein gewaltiger Druck breitete sich in seinen Lenden aus. Er hatte das Gefühl, ihn würde es zerreißen, sollte er keine Möglichkeit finden, den Druck abzubauen. Ein heißeres Stöhnen entrann seiner Kehle und er begann, sich unter dem Älteren zu winden. Seine Hände krallten sich halt suchend in den schwarzen Laken unter sich fest.
Tom spürte, das der Jüngere bald seinen Höhepunkt erreichen würde und verstärkte seine Bemühungen mit Zunge und Zähnen. Als er dann noch begann, leicht an dem Glied zu saugen, war es um den Jüngeren geschehen und er ergoss sich mit einem heißeren Aufschrei in Toms Mund, ehe er erschöpft im Laken zusammensank. Tom schluckte dankbar das Geschenk des Jüngeren, ehe er sich neben ihn legte und ihn sanft in seine Arme zog.
"Was ist mir dir?", fragte Harry schläfrig.
"Schon gut, mein kleiner Panther. Schlaf ein. Bei mir ist alles in Ordnung. Kümmer dich einfach nicht drum.", flüsterte der Ältere, ehe er Harry einen leichten Kuss auf die Stirn gab und die Augen schloss.
Kurze Zeit später war Harry eingeschlafen. Nur Tom lag noch eine Weile wach, ehe er das Verlangen nach dem Körper des Jüngeren besiegt hatte, und mit dem Schwarzhaarigen im Arm ebenfalls ins Reich der Träume über glitt.

Als Harry am nächsten Morgen aus dem Reich der Träume zurückkehrte, spürte er einen warmen Körper neben sich. Erschrocken riss er die Augen auf und rutschte erst mal etwas weiter von der Wärmequelle weg. Dann hob er seinen Blick und saphirblaue Augen sahen ihn traurig an.
"Soll ich gehen?"
"Nein. Ich...Tut mir leid, ich hab mich nur erschrocken.", meinte Harry, als er Tom registrierte. Dann kroch er wieder zu dem Älteren und kuschelte sich wieder bei ihm ein. Dieser schlang seine Arme um den schmalen Körper und zog ihn leicht näher.
"Wie alt bist du?", fragte Tom, leicht ängstlich.
"Siebzehn, aber das weißt du doch."
"Weißt du, was gestern passiert ist?"
"Ähm, warte...ich bin früh aufgewacht...hab geduscht...und bin dann zu dir gegangen...wir haben geredet...und du hast gesagt, du liebst mich...dann hast du mich geküsst...und ich bin abgehaun...dann war ich oben im Kinderzimmer um meine Gedanken zu ordnen...und dann...weiß nicht. Ich erinner mich nur noch, dass ich heute morgen neben dir aufgewacht bin. Moment mal.", meinte Harry und richtete sich abrupt auf. "Was machst du in meinem Bett?"
"Du erinnerst dich nicht...ist wohl auch besser so.", meinte Tom und richtete sich mit traurigen Augen auf. "Frag am besten Draco oder Severus was passiert ist. Keine Angst, ich verschwinde für die nächsten Tage."
Dann gab Tom Harry einen kleinen Kuss auf die Wange, griff neben das Bett und angelte sich seine Klamotten herbei. Er stand auf, schlüpfte in seine Hose und verließ mit gesenktem Kopf das Zimmer.
Harry sah ihn erst unverständlich an. Als er dann jedoch bemerkte, dass Tom nackt war, ebenso wie er, brach in ihm eine Welt zusammen. Eine Welt, die er sich in den Tagen hier, aufgebaut hatte. Er legte sich zurück ins Bett, kauerte sich unter der Decke zusammen, die er sich über den Kopf zog und begann leise zu weinen. Die Worte seines Onkels kamen ihm wieder in den Sinn. Worte, die er das letzte Mal vor fast acht Jahren gehört hatte. "Zu was anderem bist du nicht zu gebrauchen."
Also stimmte es. Für etwas anderes war er nicht gut genug. Selbst Tom wollte nur das eine von ihm. Seinen Körper. Ob die anderen genauso dachten? Bestimmt. Denn etwas anderes konnte er nicht. Zu etwas anderem war er nicht Nütze. Die Liebe, die Tom ihm vorgegaukelt hatte, diente nur dazu, ihn ins Bett zu kriegen. Denn etwas anderes konnte er nicht. Zu etwas anderen war er nicht da. Denn er war ein Nichts...