Kapitel 22
"Vor vielen Millionen von Jahren wurden meine Eltern,
Vater Zeit und Mutter Raum, geboren. Ihre Eltern hatten schon bei
ihrer Geburt ihre Vermählung beschlossen. Als sie sich dann am
Tage ihrer Hochzeit zum ersten Mal begegneten, verliebten sie sich
ineinander. Viele Jahre vergingen, aber sie blieben kinderlos, obwohl
sie sich nichts sehnlicher als ein Kind wünschten. Mit ihrem
Wunsch richteten sie sich an den großen Rat. Die Mitglieder des
Rates sind die Herrscher über das gesamte Universum. Damit meine
ich nicht den winzigen Teil, den ihr nur kennt, das Universum an sich
ist sehr viel größer, aber das ist eine andere
Geschichte.
Die beiden mächtigsten Ratsmitglieder gewährten
meinen Eltern ihren Wunsch, unter der Bedingung, dass sie die Aufgabe
übernahmen, bis in alle Ewigkeit einen der euch bekannten Teil
des Universums zu verwalten und zu schützen. Dort herrschte, auf
Grund eines zuvor geführten, langen Krieges, Zerstörung und
Verwirrung unter den Lebewesen und es war beschlossen worden, dass
jegliche Erinnerungen an den Krieg und die Herrschaft des Universums
aus den Köpfen der Lebewesen gelöscht werden sollen, jedoch
wurden Wesen benötigt, die auf die Planeten und deren Existenz
acht gaben.
Meine Eltern nahmen das Angebot an und wenig später
wurden meine Schwester Licht und mein Bruder Finsternis geboren.
Gemeinsam machten sie sich auf, um den nun orientierungs- und
erinnerungslosen Menschen zu helfen, ihr Leben zu meistern.
Nach
und nach wurden auch meine Schwestern Liebe, Hoffnung und Leben
geboren. Doch dann, kamen die Dämonen, die einst gegen unsere
Herrscher Krieg führten, zurück und die Unsterblichkeit des
Lebens verschwand. Mein Bruder Tod und meine Schwester Zerstörung
waren geboren.
Jahrtausende lang tobte der Krieg im Universum
weiter, wobei meine Eltern und meine Geschwister verzweifelt
versuchten, euer UniUniversum zu schützen.
Eines Tages
beschlossen die Ratsmitglieder ihre Macht zu bündeln und ein
Schutzschild um das Universum zu bilden, welches die Dämonen,
die sich noch vor den Grenzen befanden, aufhalten sollte. Dieser
Zauber funktionierte, forderte aber einen schrecklichen Preis. Das
Universum verlor ihre dreizehn Herrscher. Jedoch erschufen sie zu
letzt mich, das Schicksal, um den verzweifelten Truppen zu zeigen,
dass sie irgendwann zurückkehren würden. Dies ist
allerdings bis zum heutigen Tage nicht geschehen.
Die Dämonen,
die sich noch innerhalb des Schildes befanden, wurden von den Truppen
der Herrscher zerstreut und zum größten Teil vernichtet.
Allerdings war es uns nicht möglich, alle zu finden.
Viele
Jahrtausende wurden damit verbracht, die Dämonen zu jagen,
allerdings hatten diese inzwischen ihre eigene Herrin erschaffen.
Verzweiflung.
Unter Anleitung dieser Herrin begannen sie damit,
die Menschen durch dunkle Schatten zu kontrollieren. Viele Kriege
wurden dadurch geführt und Milliarden von Lebewesen starben. Aus
diesem Grunde haben wir beschlossen, ein Kind auf jeden Planeten zu
senden, das die Macht haben sollte, die Schatten zu vertreiben. Dies
war der letzte Planet, auf dem wir unseren Boten sandten, allerdings
haben wir nicht bedacht, dass Verzweiflung darauf reagieren würde.
Sie sorgte dafür, dass er in einer kalten, herzlosen und
grausamen Umgebung aufwachsen musste, allerdings hatte sie nicht
damit gerechnet, dass wir ihn nach all unseren Kräften stützen
würden.
Dieses Kind, war Tom.
Doch dann geschah etwas
seltsames. Tom hatte sich trotz seiner schweren Kindheit gut
entwickelt und verfolgte seine Ziele bedingungslos. Dann wurde Harry
geboren.
An diesem Tag verdunkelte sich das gesamte Universum und
alle Magie, alles Licht war wie ausgelöscht. Verzweiflung
vermutete wohl, dass wir ein weiteres Kind gesandt hatten, aber das
war nicht der Fall. Wir wussten lange nicht, was wir tun sollten und
genau das war unser Fehler. Verzweiflung sorgte dafür, dass
Harry seiner Familie entrissen und angegriffen wurde. Als er diesen
Angriff überlebte, änderte sie ihre Taktik und sorgte
dafür, dass er zu Menschen kommt, die seinen Körper und
seine Seele quälen und langsam zerstören. Als wir endlich
in das Geschehen eingriffen, dachten wir schon, sie hätte es
geschafft. Zum Glück war dem nicht so und es gelang uns, dass
Harry und Tom wieder Kontakt hatten und Harrys Seele langsam
gesundete. Als Verzweiflung das merkte, wurde sie furchtbar wütend
und versuchte erneut Harry zu töten, dies misslang wieder. Sie
zog sich zurück und wir versuchten sein Leben besser zu
gestalten und ihm Glück und Freundschaft zukommen zu lassen,
doch leider gab Verzweiflung nicht auf. Sie griff weiterhin in Harrys
Leben ein. Langsam begriffen wir, dass Harry für das
Weiterbestehen des Planeten, wenn nicht sogar des gesamten
Universums, von immenser Wichtigkeit ist. Und wir begriffen, dass nur
Tom in der Lage ist, seine Seele zu heilen.
Verzweiflung hatte
wohl ähnliches erkannt, denn dieses Mal wollte sie Harrys Seele
und sein Herz zerstören, da ihre vorherigen Anschläge auf
sein Leben nicht gefruchtet hatten.
Zum Glück gelang es uns,
ihn hier her zu führen, wo ihr ihm helfen konnten, zu gesunden.
Wir sind uns wohl bewusst, dass dieser Prozess noch lange nicht
beendet ist, aber es ist enorm wichtig, dass ihr wisst, weshalb dies
alles geschah.
Nur Tom und Harry sind in der Lage, Verzweiflung
endgültig von diesem Planeten zu vertreiben. Ich bitte euch
inständig, helft uns."
"Wenn Tom das gesandte Kind ist,
wer oder was bin dann ich?", fragte Harry verwirrt.
"Ich weiß
es nicht, Harry. Ich weiß nicht, wer oder was du bist. Ich weiß
nur, dass deine Macht, sollte sie vollständig erwachen, das Maß
jedes Sterblichen und Unsterblichen überragen wird. Deine Macht,
könnte an die der einstigen Herrscher des Universums
heranreichen."
"Und wenn er von Verzweiflung geschickt
wurde?", fragte Lucius vorsichtig und sah Harry dabei
entschuldigend an. Dieser lächelte nur schwach.
"Nein.
Verzweiflung hat zwar ein Kind hier her geschickt, allerdings schon
bevor Tom geboren wurde. Ihr kennt ihren Sohn. Sein Name ist Albus
Dumbledore."
"Deshalb war er so darauf fixiert, Harry und Tom
gegeneinander auszuspielen.", meinte Draco dazu.
"Ja. Wenn
Dumbledore tot ist, hat Verzweiflung ihren größten
Einfluss auf diesen Planeten verloren. Allerdings besitzt er, wie
jedes von uns gesandte Kind, die Gabe der Unsterblichkeit."
"Aber
die hat jeder Vampir auch.", warf Harrison ein.
"Nein. Euer
Begriff für Unsterblichkeit, unterscheidet sich von unserem.
Denn jemand, der von uns als unsterblich bezeichnet wird, kann nur
von einem anderen Unsterblichen vernichtet werden. Ein Vampir kann
aber auch von einem Sterblichen getötet werden und fällt
somit bei uns wieder unter den Begriff sterblich. Auch hören
eure Seelen nach dem Tod auf zu Existieren, bis auf die, die von
einem Herrscher auserwählt wurden, unsere werden nach einer
gewissen Zeitspanne wiedergeboren. Zwar werden die Erinnerungen an
das vergangene Leben versiegelt, aber es kann wieder erweckt
werden."
"Dann werde ich Sirius nie wieder sehen.",
flüsterte Harry.
"Komischerweise wurde seine Seele nicht
ausgelöscht. Sie befindet sich zur Zeit bei meinem Bruder Tod,
bis Schwester Leben ihn zurückschickt."
"Und Lily und
James?", fragte Jessmina neugierig.
"Ihre Seelen verloschen,
als sie starben."
"Warum? Warum sind Lily und James Seelen
erloschen, die von Sirius aber nicht?"
"Ich weiß es
nicht, Harry. Aber ich erzählte euch doch eben von der
Möglichkeit, einer wiedergeborenen Seele die Erinnerungen an ihr
früheres Leben zurückzugeben. Ich würde diesen Zauber
gerne bei dir versuchen. Allerdings nur, wenn du willst."
"Und
wenn ich keine wiedergeborene Seele bin?"
"Dann wird dir
nichts geschehen. Keine Sorge, es ist vollkommen ungefährlich."
Harry
dachte einen Augenblick lang nach. Sollte er es versuchen? Aber was,
wenn er in seinem früheren Leben, sollte er eines besessen
haben, gelitten hatte? Würde er diese Erinnerungen verkraften?
Toms Umarmung verstärkte sich. Fragend sah Harry zu seinem
Liebsten und sah in seinen Saphiren Verständnis.
"Du musst
nicht, wenn du Angst hast. Aber egal, was passiert, ich bin bei
dir.", lächelte Tom sanft.
Ja, Tom würde da sein. Egal
was er erfahren würde. Tom wäre bei ihm und würde ihm
helfen. Und wer weiß, vielleicht wurde es dann besser. Noch
schlechter, konnte es ja eigentlich nicht mehr werden.
Harry wand
seinen Blick wieder auf Schicksal, die ihn wartend ansah.
Entschlossen erwiderte er den Blick.
"Ich tu's. Ich will
endlich wissen, wer ich wirklich bin."
