Kapitel 32
"Wie war die Prüfung?", fragte Draco, nachdem Tom
sich neben Harry gesetzt und Jessmina sich wieder auf ihren Platz
begeben hatte.
"Frag nicht."
"So schlimm?", wollte
Harry wissen, der seinem Liebsten schüchterne, sehnsüchtige
Blicke schenkte. Dieser rutschte mit dem Stuhl etwas zurück und
breitete lächelnd die Arme aus, als er verstand, was Harry
wollte.
Keine Sekunde später saß schon ein strahlender
Harry auf Toms Schoß und kuschelte sich glücklich bei
seinem Liebsten ein. Seiner Meinung nach hätte um ihn jetzt die
Apokalypse ausbrechen können, solange er bei Tom war, war ihm
alles andere egal.
"Die Fragen waren leicht, aber...Liebling,
ich will nicht, das du morgen die letzte Prüfung
machst."
"Warum?", fragte Harry und sah ihn verwirrt
an.
"Weil er vorhin versucht hat, mich zu begrabschen."
Harry
kuschelte sich näher an Tom. Da war er sicher.
"Das geht
schon.", nuschelte er dann. "Ich mach's einfach wie heute
morgen. Da hat er so viel Abstand wie möglich zu mir
gehalten."
"Was hast du denn gemacht?"
"Ich hatte Alisa
auf meinen Schultern und Üleus neben mir auf dem Schreibtisch
sitzen. Er hat Angst vor den beiden und kommt mir darum nicht zu
nahe, wenn sie in der Nähe sind."
"Dann ist ja gut.",
meinte Tom und setzte seinem kleinen Panther einen Kuss auf die
Stirn.
"Tom?", fragte Draco plötzlich.
"Hm?",
machte der nur als Zeichen, das er zuhörte.
"Darf ich ihn
verfluchen oder schlagen? Bitte."
"Ähm. Das mit dem
Verfluchen heben wir uns auf, falls er noch mal was macht. Und das
mit dem Schlagen...hab ich schon übernommen."
"Du hast
ihm eine runtergehauen?", fragte Harry und sah Tom groß
an.
"Natürlich. Er hat dich in mir gesehen und niemand darf
dich anfassen, ohne deine Zustimmung. Dafür wird mir Draco auch
in Hogwarts garantieren. Ebenso wie Severus."
"So doll hast du
mich lieb?"
"Ja. Und noch viel, viel mehr."
Harry
lächelte glücklich und kuschelte sich wieder an Tom. Ab und
zu kam eben doch das Kind in ihm zum Vorschein, was man dann an
seiner Art und seiner Aussprache merkte.
"Und ich auch, mein
Kleiner. Ich werd immer auf dich aufpassen, wenn Tom nicht da ist.",
meinte Draco und lächelte den Schwarzhaarigen warm und liebevoll
an.
"Danke, Draco. Ich hab dich lieb."
"Ich dich auch,
mein Kleiner."
Das Knarren eines Stuhls ließ beide
verwirrt aufblicken. Allerdings sahen sie nur noch, wie Blaise die
Tür hinter sich zufallen ließ.
"Was hat der denn?",
fragte Draco verwirrt.
Harry sah dem jungen Vampir eine Weile nach
und schluckte schwer. Blaise hatte eine Welle von Wut und
Verletztheit umgeben.
Vorsichtig löste sich der
Schwarzhaarige aus der Umarmung von Tom, meinte nur kurz "Ich geh
mal sehen, was er hat." und folgte Blaise.
Harry fand Blaise
wenig später mit dem Rücken an die Wand gelehnt und Tränen
in den Augen.
"Blaise, was hast du denn?", fragte Harry
vorsichtig.
"Nichts.", meinte dieser nur tonlos.
"Ich seh
doch, dass du was hast. Willst du es mir erzählen?"
"Und
warum sollte ich?"
"Weil ich nicht will, dass es dir schlecht
geht. Wir sind doch Freunde, oder nicht?", fragte Harry
zögernd.
"Harry, bitte. Lass mich einfach in Ruhe, bevor
ich noch was sage, was ich eigentlich nicht so meine.", flüsterte
Blaise nur und schlurfte dann mit hängenden Schultern von
dannen.
Harry sah ihm nur verwirrt nach. Dann setzte er dazu an,
ihm nachzugehen. Er hatte sehr wohl den Schmerz des anderen
mitbekommen und wollte ihm helfen.
'Harry, lass es. Du kannst
ihm nicht helfen.'
'Und warum nicht?'
'Das muss er
alleine hinkriegen.'
'Weißt du, was er hat?'
'Ja.
Er ist verliebt.'
'Und in wen?'
'In Draco. Aber er hat
Angst, um ihre Freundschaft. Mit anzusehen, wie Draco dich in den Arm
nimmt und wie liebevoll er mit dir umgeht, schmerzt ihn. Er wäre
gern an deiner Stelle.'
'Also ist es meine Schuld, dass er so
traurig ist?'
'Nein Harry. Es ist nicht deine Schuld. Es ist
Niemandens Schuld. Du warst doch auch anfangs unsicher, was du von
Tom halten sollst, oder?'
'Ja. Ich hatte Angst, dass er es
nicht ernst meinen könnte.'
'Eben. Und dafür konnten
weder Tom, noch du oder sonst irgendwer in diesem Haus etwas,
richtig?'
'Ja.'
'Und Blaise hat auch Angst. Deshalb
traut er sich auch nicht, es Draco zu sagen.'
'Aber warum hat
er Angst? Draco ist doch lieb.'
'Ja, aber er hat Angst, dass
ihre Freundschaft darunter leiden könnte.'
'So wie ich
Angst hatte, als Ron und Hermine zusammengekommen sind?'
'Ähnlich
Angst. Stell dir mal vor, Tom würde dich nicht mehr lieben.
Könntest du es dann ertragen, in seiner Nähe zu sein und es
zu wissen?'
'Nein. Das könnt ich nicht.'
'Siehst
du. Und solange Blaise es Draco nicht sagt, hat er immer noch die
Hoffnung, dass Draco seine Liebe vielleicht erwidern könnte.'
'Soll
ich Draco fragen?'
'Hm? Wenn, dann aber so, dass er nicht
weiß, dass du wegen Blaise fragst.'
'Und wenn er ihn
auch liebt?'
'Sag es ihm trotzdem nicht. Wir warten dann erst
mal ab, ob sich die Beiden doch noch zusammenraufen. Wenn nicht,
versuchen wir was. Aber erst mal schauen, ob Draco genauso denkt, wie
Blaise. Aber frag ihn, wenn ihr alleine seid. Und nicht sofort. Sonst
wird er misstrauisch.'
'Okay. Danke, Krenjo.'
"Harry.
Hast du ihn gefunden?", hörte der Schwarzhaarige wenig später
die Stimme von Draco hinter sich. Er drehte sich um und lächelte
seinen selbst ernannten großen Bruder, leicht geknickt
an.
"Nein."
"Und was stehst du dann hier im Flur?"
"Ich
kenn mich hier doch nicht aus. Außer meinem und Toms Zimmer,
der Eingangshalle, dem Esszimmer und der Bibliothek hab ich noch kein
anderes Zimmer gesehen."
Draco schlug sich mit der flachen Hand
auf die Stirn. "Oh man. Das hab ich komplett vergessen. Komm ich
zeig dir das Haus. Dabei können wir ja mal schauen, ob wir
Blaise finden.", meinte er dann, nahm Harry an der Hand und ging
den Flur entlang, um ihm den Rest des Hauses zu zeigen.
Als den
beiden nach einiger Zeit der Prüfer über den Weg lief,
sahen beide ihn nur kalt an. Dieser schluckte auf Grund des Blickes
sehr. Man sah noch immer den Abdruck von Toms Handfläche und der
Prüfer sah zu, das er so schnell wie möglich dem Todesblick
der beiden Jungen entkam.
