Disclaimer:Alles nicht meins.
Autor:Eve8
Originaltitel:Small Favors – Small Steps
Übersetzer:Linguna
A/N:Wie immer, Danke an Ursu.
Kaptiel 6
Kleine Schritte
Jack und Sam waren komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Sechs Tage in seinem Wochenendhaus, und sie hatten kaum mehr als ein Dutzend Wörter miteinander gesprochen. Sie hatten keinen Streit oder so, nur die ganze Situation verärgerte sie. Und beide verweigerten stur sich eine schöne Zeit zu machen. Sie wussten, Thor beobachtete sie, und sie wollten ihm die Befriedigung nicht geben. Außerdem dachten sie, ihm könnte langweilig werden und er lasse sie nach Hause gehen, wenn er sieht, dass nichts Interessantes passiert.
Sam hatte, kurz nachdem Thor gegangen war, Jack darüber informiert, dass die Telfonleitung tot war. Jack hatte schnell das gekappte Kabel entdeckt. Bald darauf erschien eine umfangreiche DVD-Sammlung im Schrank unter dem Fernseher. Das zeigte, dass Thor sie sehr genau beobachtete, aber weiteres Bitten, sie nach Hause zu bringen wurde ignoriert.
Jack verbrachte die meiste Zeit mit Fischen. Er wollte Sam nicht durch seine andauernde Anwesenheit in der Hütte beunruhigen. Er musste sich einfach schuldig fühlen. Um ehrlich zu sein wollte er schon immer, dass sie ihn begleitete. Ein Grund, warum er aber sie nie zu sehr dazu drängte war der, dass er die schleichende Vermutung hatte, sie würde mitten im Nirgendwo durchdrehen.
Was sie auch tat. Er war sich sicher, dass sie es zu verbergen versuchte und es überspielte. Entweder sie drehte durch, oder sie hatte einfach zu viel Zeit mit ihm verbracht, und er fing an auf sie abzufärben. Ihre Hände konnten nicht mehr still halten. Sie fummelte an allem in herum, aber nicht in der leicht zerstörerischen Art wie er. Er hatte den Verdacht, dass sie Dinge verschwinden ließ, wenn er gerade nicht da war. Sein Verdacht bestätigte sich, als er sie auf frischer Tat ertappte, die Innenteile ihres Föns auf dem Küchentisch verstreut.
Das war der Moment in dem ihm klar wurde, dass sein eigener Plan, sich vorzugaukeln sie wären in keiner unglaublich peinlichen und offensichtlich unentkommbaren Situation vielmehr eine Ausrede war, um nicht mir ihr reden zu müssen. Nicht, weil er ihr die Peinlichkeit ersparen wollte, sondern weil er nicht wusste, was er tun oder sagen sollte. Das Problem an der Sache war nur, dass sie immerhin gemeinsam in diesem Schlamassel steckten. Und das war wahrscheinlich eher sein Fehler, als ihrer. Er war sich nicht ganz sicher warum, aber es war wahrscheinlich so. Er war immerhin derjenige mit dem Antikagen.
„Alles in Ordnung?", fragte er.
Sie sah von den Teilen ihres Föns auf und nickte.
„Natürlich. Schon nen Fisch gefangen?", fragte sie leicht neckisch.
„Nein.", sagte er verteidigend. „Sind Sie dabei einen Weg zu finden uns mit dem Fön hier rauszuholen oder langweilen Sie sich nur?"
„Ich langweile mich nur.", gab Sie zu und biss sich auf ihre Unterlippe.
„Carter." In seiner Stimme lag die unausgesprochene Aufforderung für sie, zu reden.
Sie seufzte und sagte: „Wir sind jetzt schon fast eine ganze Woche hier. Ich kann nicht glauben, dass sie uns im SGC nicht brauchen."
„DAS ist es, was sie beunruhigt?", fragte Jack und musste auf einmal lachen.
„Naja … ja. Ich mein', man verbringt sein ganzes Leben dort, man redet sich ein, man wäre wichtig, … dass man dort bebraucht wird, und dann …"
„Ach, komm' schon, Carter. Wir wissen beide, dass das irgendwie eine abgekarterte Sache ist. Und wenn die Asgard es wirklich wollen würden, dann könnten sie es ganz leicht so aussehen lassen, als würden wir nicht zurückkommen … von wo sie uns auch immer verschwinden haben lassen."
„Sie meinen, die glauben wir wären tot? Was ist mit Dad?"
„Das habe ich nicht gemeint.", sagte er hastig. Verdammt, er vermasselte alles. Er hatte eigentlich vor sie aufzumuntern, nicht sie noch mehr zu beunruhigen. Und das war auch schon das meiste, was sie miteinander geredet hatten, seitdem das ganze Chaos begonnen hatte. Er wollte, dass das jetzt gut ging.
„Ich weiß nicht, was ich damit sagen wollte, es ist nur so … die Asgard könnten es leicht so aussehen lassen … alles Mögliche …, so dass niemand im SGC überhaupt versucht uns zu finden."
„Trotzdem bin ich mir sicher, selbst wenn Thor sie belügt und es sollte ein Notfall eintreten und sie brauchen uns, würde er das hier auffliegen lassen."
„Sie sind also beunruhigt, weil die Erde diese Woche nicht am Rande der totalen Vernichtung ist?", fragte Jack. Er konnte es nicht mehr verbergen, dass er das lustig fand.
Sie sah ihn scharf an. „Gut, wenn Sie das so sehen … Nein."
„Gut." Er wippte mit seinen Füße auf und ab und sagte: „Nur für die Akten, Carter. Sie SIND wichtig und Sie WERDEN gebraucht. Ansonsten wären wir erst gar nicht hier." Er machte seinen Mund schnell zu und hoffte sie würden seinem Gedankengang nicht in diese Richtung folgen. „Ich werde noch ein wenig Fischen gehen. Wollen Sie mit?", sagte er schnell.
„Später vielleicht.", sagte sie und widmete sich wieder den Teilen ihres Föns.
Wow. Das war knapp, dachte er und zwang sich, die Hütte in einem normalen Tempo zu verlassen und NICHT den ganzen Weg zum Kai hinunter zu rennen.
Ansonsten wären wir erst gar nicht hier.
Das war in Ordnung. Das war vage genug. Selbst wenn sie zu viel darüber nachdenken würde, würde sie schätzungsweise annehmen, er hätte so was wie „Sie haben wichtige Dinge für das SGC getan, und die Asgard waren so beeindruckt und wollten deshalb Sie, um ihre Rasse zu retten, das ist der Grund, warum wir hier sind, bla, bla, bla …". Wahrscheinlich würde es ihr nicht einmal in den Sinn kommen, dass er der Ansicht war, dass die Tatsache, dass sie beide, okay …, dass sie allein wichtig für das SGC, die Erde, das Universum, und all der ganze Spaß war, einer der vielen Gründe war, der ihn davon abgehalten hatte wie ein Geisteskranker herumzurennen und „Yippee!" zu schreien, als die Asgard ihnen ihren kleinen Plan vorgeschlagen haben. Wahrscheinlich. Hoffte er.
Sam bastelte ihren Fön wieder zusammen.
Ansonsten wären wir erst gar nicht hier… Es ist nicht, dass ich gedacht hätte … Ich will nur sicher gehen, dass Sie wissen … was zum Teufel sollte sie von solchen Kommentaren halten? Zuerst sollte sie versuchen damit aufzuhören, jedes Wort, ihres COs in nur jede erdenkliche Richtung zu interpretieren. Besonders die unvollständigen Sätze. Das wäre ein guter Anfang, da es nichts weiter brachte, als sie zu verwirren und zu frustrieren. Sie sah sich nach etwas um, das sie noch nicht auseinander genommen hatte, zumindest etwas, das sie bis jetzt nur einmal zerlegt hatte.
„Wenn Dir danach ist, dann könntest Du mir etwas Cooles zum Spielen herbringen, Thor. Tu' Dir keinen Zwang an.", sprach sie zur Decke. Keine Reaktion. Welch eine Überraschung.
Sie ging zum Kühlschrank und wollte sich eine Flasche Wasser holen, entschied sich aber auf einmal anders und nahm stattdessen zwei Flaschen Bier heraus. Mal davon abgesehen, wie seltsam die rätselhafte Unterhaltung mit ihrem CO auch war, er hatte sich zumindest die Mühe gemacht, was mehr wie das war, mehr als sie diese Woche getan hatte. Sie hatte das Gefühl, als müsse sie ihm entgegen kommen, aber entschied, dass nonverbal der leichteste und sicherste Weg war. Das war immer so.
Also brachte sie ihm einfach ein Bier.
Als sie ihm das Bier gab, grinste er sie überrascht an. Sie hatte Gewissensbisse. War sie seit dieses Chaos begonnen hatte wirklich so unerreichbar für ihn gewesen, dass er darüber, dass sie ihm ein Bier brachte, so geschockt war und sich gleichzeitig so sehr darüber freute? Das war einfach nur … falsch. Zumindest konnte sie sicher gehen, dass EINE von Thors Bedingungen erfüllt werden würde. Sie konnte dafür sorgen, dass ihre Beziehung keinen dauerhaften Schaden von diesen Umständen davontrug.
Sie setzte sich neben seinen Stuhl und seine Kiste mit Anglerutensilien auf das Kai und ließ ihre Beine über den Rand baumeln.
„Soll ich Ihnen einen Stuhl holen?", fragte er sofort.
„Nein. Schon gut. Ist bequem so.", sagte sie und stützte sich auf ihre Hände. Es war schön. Später Nachmittag, warm. Selbst vom Kai ging eine Wärme aus, die angenehm war. Sie sah auf den See hinaus.
„Gehen Sie hier ab und zu schwimmen?", fragte sie neugierig.
„Ja, aber jetzt ist es noch zu kalt. In einem Monat könnte es … erträglich sein. Das Wasser ist nicht tief, aber es bleibt nicht sehr lang warm genug um darin zu schwimmen."
„Oh."
Sie tranken ihr Bier und sprachen lange Zeit nichts. Die Stille war diesmal angenehm, ganz im Gegenteil zum Rest der vergangenen Woche. Jack bemerkte, wie sie neugierig in seine offene Anglerbox schaute.
„Wollen Sie auch mal?", fragte er schließlich.
„Nein, Danke. Heute sowieso nicht. Später … vielleicht. Ich fragte mich nur, zu was diese ganzen unterschiedlichen Sachen gut sind."
„Gut, dann ist das hier ein bedeutender Moment.", sagte er mit einem Grinsen. „Endlich etwas, worüber ich mehr weiß als Sie. Nun gut, Carter, Sie haben gefragt.", sagte er herausfordernd.
„Uhm … wenn ich es mir recht überlege … vielleicht …"
„Keine Chance. Sie haben gefragt. Denken Sie an all die Briefings, die Sie und Danny mich gezwungen haben abzusitzen … ich bin am Zug. Machen Sie es sich bequem Carter, das könnte ne Weile dauern."
Und es dauerte eine Weile, aber andererseits, sie hatten viel Zeit. Und beide genossen den seltsamen Rollentausch. Ohne es bemerkt zu haben, waren sie in ihre „Stützpunkt-Dynamik" gefallen, die sehr lässig, angenehm und leicht flirtend war.
Thor nahm sofort mit General Hammond Kontakt auf.
„Es funktioniert.", sagte er einfach.
„Schon?", fragte Hammond leicht überrascht.
„Ja. Wir benötigen mehr Zeit."
„Nun ja. Glücklicherweise haben Sie mir versichert, dass das kein Problem sein wird."
Als Jack schließlich damit fertig war, ihr alles zu erklären, was sich in seiner Anglerbox befand, tat Sam so, als hätte sie die ganze Zeit über geschlafen und schnarchte gekünstelt.
„Sehr lustig.", sagte er sarkastisch.
„Hey, zumindest hab' ich nur so getan, als hätte ich geschlafen, Sir.", konterte sie ihm.
„Wann bin ich tatsächlich während eines Meetings eingeschlafen …", fing er an.
„P4X245, P7G247, P…", ratterte sie die Planeten herunter.
„Schon gut!", protestierte er und hob seine Hände, als Zeichen dafür, dass er aufgab. „Und überhaupt, das waren wahrscheinlich alle Briefings, die Daniel abgehalten hat, ich schlafe nie ein, wenn Sie sprechen."
Das war die Wahrheit. In der hintersten Ecke ihres Gehirns nahm Sam vage wahr, dass die meisten Menschen es wohl nicht als Kompliment auffassen würden, wenn jemand zu ihnen sagen würde: „Ich schlafe nie, wenn sie sprechen", aber sie tat es. Es würde wahrscheinlich nicht in naher Zukunft auf einer Perleberg-Karte auftauchen, aber sie war auch nicht wirklich der Hallmark-Typ.
„Carter?"
Was? Oh, er redete immer noch.
„Tschuldigung, Sir … Was haben Sie eben gesagt?"
„Na, Moment mal, wer ist jetzt derjenigen, der nicht aufpasst? Ich habe eben gesagt, dass ich es nicht glauben kann, dass Sie sich an all diese zufälligen Bestimmungsorte aus Ihrem … aus dem Nichts heraus erinnern können und das Jahre nachdem wir den fraglichen Planeten besucht haben."
„Oh. Nun ja, da ich diejenige bin, die das Programm entworfen hat, das die Koordinaten extrapoliert und das basierend auf …"
„Bitte. Kein wissenschaftliches Gelaber hier auf dem Dock.", bettelte er.
„Ist das eine der Regeln Ihrer Hütte, oder so was in der Art?"
„Jetzt ist es eine.", sagte er bestimmt.
Sie lächelte leicht, schüttelte den Kopf, und wandte ihre Aufmerksamkeit wieder der ruhigen Wasseroberfläche zu.
„Sir … es gibt tatsächlich keinen Fisch in Ihrem See, oder?", frage sie schließlich. Sie dachte immer, Daniel und Teal'c würden nur Witze darüber machen, dass in seinem See kein einziger Fisch lebt, aber er hatte den Großteil einer Woche damit verbracht auf genau dem gleichen Fleck zu sitzen und hatte von nichts weiter als einem „Knabbern" erzählt.
„Wenn es einen gibt, dann ist der verdammt einsam.", sagte Jack mit einem unbekümmerten Grinsen und trank sein Bier aus.
Sie fing an, die Stunden die er damit verbracht hatte in einem See zu fischen, in dem es wahrscheinlich keinen Fisch gab, zusammenzuzählen und musste plötzlich hysterisch kichern. Sie konnte nicht erklären, warum sie die Idee so lustig, ironisch und so … Colonel-haft fand. Sie tat es einfach.
Er sah sie einen Moment lang so an, als wäre sie verrückt geworden, dann zuckte er mit den Schultern und grinste. Er war froh, dass die Spannung, die sich zwischen ihnen aufgebaut hatte, verschwunden war.
„Nun gut.", sagte Jack schließlich, als es anfing draußen dunkel zu werden. „Sieht so aus, als wäre „Fang des Tages" von der Karte gestrichen worden, lass uns sehen, was wir zum Abendessen finden."
„Ich mach' uns was.", bot Sam an, als sie aufstanden und er seine Anglerausrüstung zusammensammelte.
Er sah sie an und sie gab zu: "Okay, ist schon gut, Sandwiches."
Er grinste hämisch.
„Was?", frage sie und hoffte, dass es dunkel genug war um die Röte auf ihren Wangen vor ihm verbergen zu können.
„Nichts. Ich fragte mich nur, von wem von uns beiden Thor tatsächlich erwartet, das ganze „richtige" Essen da drinnen zu kochen.", sagte Jack unschuldig.
„Ich kann kochen. Ich habe mich nur … dazu entschlossen es nicht zu tun."
„Ah, Carter. Sie können nicht kochen. ICH kann kochen, aber habe mich dazu entschlossen es nicht zu tun. Sie sind in der Küche nur eine Katastrophe, die nur auf ihren Einsatz wartet.", sagte Jack übertreibend und widerstand dem Drang ihre Haare zu wuscheln.
Sie würde ihn dafür wahrscheinlich schlagen. Und obwohl es interessant wäre, ihre Reaktion auf ihren eigenen Regelverstoß zu beobachten, war er momentan wirklich nicht in der Stimmung geschlagen zu werden.
Also steckte er seine Hände in die Hosentaschen und schlenderte, die Simpsons-Melodie summend, zur Hütte.
Sie sah ihm nach und schüttelte den Kopf. Sie versuchte krampfhaft sich ihr Lächeln zu verkneifen. Er war viel zu gut darin, diese kleinen Unterhaltungen zu gewinnen.
Und jetzt machte er sich sein Sandwich SELBER.
Als sie ihm nach innen folgte, bemerkte keiner von beiden das lange, weiße Licht, das für den Bruchteil einer Sekunden über den See aufstieg.
TBC
A/N:So meine lieben Liebenden, ich hoffe euch geht's allen gut oder besser (Keuchhusten, zu der Jahreszeit!). Hab mich riesig über eure Reviews gefreut, die sind natürlich alle an Evie weitergeleitet worden. Ergo, thanks a lot. Bin jetzt komplett fertig und müde und was sonst noch. Freu mich auf Dienstag hab einen ganzen Tag frei, frei, frei … dumdidumdidumdumdum, keine Uni, keine Arbeit … dumdidumdidumdum. Ja … ein ewiger Optimist. Also, wenn ihr Lust und Zeit habt … da ist so ein lila-bläuliches Feld … da steht Submit review drinnen … seit ihr nicht neugierig, was das für ein Kästchen ist? Wollt's ihr nicht einmal ausprobieren? g
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