Disclaimer:Alles nicht meins.
Autor:Eve8
Originaltitel:Small Favors – Little Meddling
Übersetzer:Linguna
A/N:Wie immer, Danke an Ursu.
Kapitel 7
Verkuppeln für Anfänger
Nach dem Abendessen schlug Sam vor einen der vielen Filme, die Thor in weiser Voraussicht hergebracht hatte, anzusehen.
„Klar. Solange es kein Sci-fi ist.", stimmte Jack zu, ging zum Schrank hinüber und kramte drin herum.
„Ich bin jetzt nicht gerade in der Stimmung für Aliens."
„Ja, Sir.", stimmte sie ihm beiläufig zu und sah die vorhandenen DVDs durch.
Er sah automatisch argwöhnischer zu ihr. Er fragte sich, was es brauchen würde, damit sie aufhörte ihn ‚Sir' zu nennen.
„Sir?", entgegnete sie ihm. Das breite Grinsen auf ihrem Gesicht war wie versteinert, und in ihren Augen konnte man sehen, dass sie sich leicht Sorgen um seinen geistigen Zustand machte. Er kannte diesen Blick nur allzu gut, nur hatte er ihn schon eine Zeit lang nicht mehr gesehen.
„Was? Tschuldigung. Ich …dachte nur nach."
Sie hielt eine DVDhoch.
„Ich sagte nur, dass Thor uns Ihren Lieblingsfilm geschickt hat."
Er lächelte zaghaft.
„Nett, aber wir müssen nicht …"
„Nein, ich hab' den seit Jahren nicht mehr angesehen. Naja, seit ich ein kleines Kind war.", fügte sie hinzu, als sie die DVD in den DVD-Player legte.
„'Der Zauberer von OZ' ist nicht nur für Kinder, Carter.", sagte er zu seiner Verteidigung. Er nahm die Rute, die Anglerleine und die neue Spule für die Leine, die er gesucht hatte mit rüber zur Couch. Er setzte sich in eine Ecke der Couch und machte sich an die Arbeit. Sie schaltete den Film an und setzte sich an das gegenüberliegende Ende der Couch. Ihm war klar, dass sie wissen wollte, was er genau tat, da sie immer wenn sie glaubte er würde es nicht bemerken, zum ihm herüber sah.
Schließlich siegte ihre Neugier und sie sagte: "Also gut, Sir. Theoretisch weiß ich, dass Sie wahrscheinlich die gleiche Technik in Ihrem Wohnzimmer anwenden, um einen Fisch zu fangen wie draußen an Ihrem See. Aber meinen Sie nicht, Sie übertreiben ein bisschen?"
„Mit der Zeit werden sie immer sarkastischer, Carter!", sagte er und deutete anklagend mit der zerlegten Angel auf sie. „Ich bin stolz. Und ich erneuere diese Leine auf dieser Spule nur falls jemand anderes angeln möchte.", informierte er sie.
„Oh." Sie wurde leicht rot, wandte ihre Aufmerksamkeit wieder dem Film zu und murmelte ein „Danke".
„Kein Problem, Carter. Sie können mir helfen, wenn Sie wollen.", schlug er vor.
„Ich weiß nicht …"
„Da. Stecken Sie einen Stift durch die Spule. Alles was Sie tun müssen, ist ihn zu halten."
„Das hört sich leicht an.", stimmte sie ihm zu und lehnte sich zu ihm hinüber um die neue Leine von ihm zu nehmen. Sie tat, was er ihr gesagt hatte und begann, die neue Leine auf die Rolle zu wickeln.
„Nun ja, nicht jeder hat so komplizierte Hobbys wie Naquadah verstärkte Bomben zu basteln.", kommentierte er versöhnlich.
„Bremsen Sie es mit ihrem Daumen ab, damit die Leine nicht so schnell läuft."
Als er fertig war, die Leine an seiner zweiten Rute zu ersetzen, legte er alles beiseite und ging dann in die Küche, um sich etwas zu trinken zu holen. Er kam mit zwei kalten Dosen Cola zurück und hielt eine an Sams Nacken. Sie zuckte leicht zusammen und nahm eine Dose.
„Ist kein Bier mehr da?"
„Doch, aber es scheint mir nicht angemessen zu sein, Bier zu einem Kinderfilm zu trinken."
„Ich dachte, der wäre nicht nur für Kinder, Colonel.", sagte sie neckend, öffnete ihre Dose und nahm einen Schluck. Sie runzelte die Stirn.
„Jemand muss Tohr Cola light probieren lassen."
„Sie sind die einzige Person auf dem ganzen Planeten, der diesen Mist lieber mag als die Normale.", sagte er, griff nach der Fernbedienung und legte sich entspannt zurück.
Als der Film zu Ende war, sah er zu seinem 2IC hinüber. Sie war eingeschlafen und lag zusammengekauert auf der Couch. Er lächelte sie an und seufzte. Ihm wurde bewusst, dass es das erste Mal, seit ihrer „Inhaftierung" war, dass er ins Bett ging, und sich nicht verzweifelt wünschte, die ganze Sache wäre vorbei.
Am nächsten Tag wachte Sam mit den ersten Sonnenstrahlen auf, aber nicht freiwillig. Jemand – und sie konnte sich gut vorstellen, wer das war – stand draußen und schrie wie ein Verrückter. Überzeugt davon, ihn zu töten, oder ihm zumindest ernsthaft zu verletzen, nahm sie ihre liegengelassene Jogginghose von gestern Nacht und steckte hastig ihren Fuß durch die Hose, als sie nach draußen ging. Sie war fest entschlossen, ihm die Meinung zu sagen, bevor sie die Nerven verlor und sie wach genug war um zu bemerken, dass sie ihren CO anschrie.
Sie schlug die Tür hinter sich zu und stürmte zum Dock, aber sie blieb auf halben Weg wie angewurzelt stehen.
Er hatte die Tür gehört und drehte sich mit dem Grinsen eines 3-jährigen zu ihr um und hielt stolz einen Fisch am Ende seiner Leine.
„Carter! Schau! Sieht so aus, als hätte ich den einzigen, einsamen Fisch gefangen!", rief er voller Freude. Auf einmal fühlte er sich schuldig und schluckte.
„Oh, Sie haben noch geschlafen … tut mir Leid, ich wollte nicht so laut sein …"
„Ist schon in Ordnung.", sagte sie ehrlich. Ihre Verwirrung war verschwunden. Sie lächelte, ging den restlichen Weg zum Dock und sah sich den Fisch an.
„Was ist es für einer?", fragte sie.
„Ähm, das ist ja das Komische… es ist eine Regenbogenforelle. Thor muss den See aufgestockt haben, oder so was in der Art, denn soweit ich weiß, ist die Regenbogenforelle in Minnesota nicht heimisch."
„Naja, er wird es wohl satt gehabt haben Ihnen zuzusehen, wie Sie Tag für Tag ihre Lein, in einen leeren See hängen, ohne Aussicht auf Erfolg.", sagte sie mit einem Lächeln.
Seine Freude über den Fisch war ansteckend. Sie ärgerte sich nicht einmal mehr über die Uhrzeit. Sie sah sich am Dock um und bemerkte, dass er neben seinen Stuhl noch einen gestellt hatte und die Angelrute, an der sie gestern Nacht gearbeitet hatten, lag zwischen ihnen auf dem Dock.
Er sah, wohin sie schaute und sagte: „Nur für den Fall der Fälle. Kommen Sie schon, jetzt wo Sie tatsächlich was fangen könnten, wie können Sie da Nein sagen …"
Sie konnte nicht. Erst recht nicht, als er ihr einen albernen Fischerhut auf ihren Kopf setzte und ihr eine Thermoskanne voll Kaffe in die Hand drückte.
Mittags dachte Sam, dass sie Jack noch nie für eine so lange Zeit so glücklich gesehen hatte. Sie fingen den ganzen Morgen einen Fisch nach dem anderen, und warfen sie alle unverletzt zurück in den See. Bis zum frühen Nachmittag hatten sie über 10 verschiedene Arten von Fischen gefangen. Jack konnte sie alle bestimmen. Sam kümmerte es wenig, ob sie einen Barsch, eine Flunder oder eine Forelle oder was auch immer gefangen hatten, aber Jack fand es offensichtlich großartig, was Sam sehr amüsierte.
Als die Ruhe von einem ziemlich lauten Knurren von Jacks Magen unterbrochen wurde, unterdrückte sie ein Lachen, als er sagte: „Okay, das war das Zeichen für eine Pause. Komm."
Er holte seine Leine ein, legte die Angel auf das Dock und ging zur Hütte. Sie tat das Gleiche und ging ebenfalls nach innen. Sie versuchte herauszufinden, warum sie den ganzen Morgen damit verbracht hatten Fische zu fangen, um sie letztenendes wieder zurück ins Wasser zu werfen und keinen einzigen davon zu kochen.
Aus unerfindlichen Gründen zögerte sie ihn zu fragen, obwohl sie für die Antwort sterben hätte können.
Sie setzte sich auf einen Hocker am Tresen in der Küche und sah zu, wie er sich die Hände wusch und anfing, das Mittagessen vorzubereiten. In Ordnung. Wenn er nicht damit anfangen würde, würde sie es auch nicht tun. Zumindest jetzt nicht.
Thor materialisierte sich direkt in General Hammonds Büro. Bis jetzt war der kahlköpfige Leiter des SGC nicht wie O'Neill an Thors unerwartete Besuche gewöhnt. Er konnte also nicht anders als überrascht zusammenzucken. Seine Hand griff automatisch zu seinem roten Telefon, bevor er sich wieder fing.
„Thor, wie geht es Ihnen?", fragte er, nachdem er sich geräuspert hatte.
„Mir geht es gut, General Hammond."
„Schön zu hören. Und was macht unser, ähm, kleines Experiment?"
„Es geht in einer angemessenen Geschwindigkeit voran. Ich habe eine Frage zu Colonel O'Neills Verhalten."
„Nun ja, ich habe schon lange damit aufgehört mir Gedanken über Colonel O'Neills Verhalten zu machen. Es hat mir viele Kopfschmerzen erspart. Aber ich kann es ja mal versuchen.", sagte Hammond.
Thor nickte langsam. Hammond wunderte sich, ob er jemals lachte. Vielleicht betraf es ja die Asgard generell. Sie haben aber auch einen sehr kleinen Mund.
„Colonel O'Neill verbringt viel Zeit mit einer Aktivität, die als „Angeln" bezeichnet wird. Ich habe mir die Freiheit genommen und den See gescannt und festgestellt, dass er keine marinen Lebewesen beherbergt. Ich habe den See mit Fischen gefüllt, so dass seine Aktivität einen Nutzen haben würde. Zusätzlich habe ich eine große Artenvielzahl eingesetzt, um seine Erfahrung zu vergrößern."
Hammond musste sich ein Lachen unterdrücken, als er daran dachte, wie überrascht der Colonel gewesen sein musste, als er diese Entdeckung gemacht hatte, ein Lachen unterdrücken.
„Wie es scheint, hat es funktioniert. Major Carter leistete ihm einen ganzen Morgen lang beim Angeln Gesellschaft und fing selbst viele verschiedene Fische. Allem Anschein nach genossen beide diese Aktivität."
Hammond hob seine Augenbrauen. Ihm fiel es schwer, sich seine cleverste Wissenschaftlerin vorzustellen, wie sie einen ganzen Morgen mit angeln verbrachte, und das freiwillig.
„Wie dem auch sei, ich war der Ansicht, dass der Zweck des Angelns der sei, einen Fisch für den Verzehr zu fangen. Was könnte dabei unterhaltsam sein, den gefangenen Fisch wieder zurück ins Wasser zu werfen?"
„Ähm … ich habe keine Ahnung, Thor. Ich angle selbst ab und zu, und oft geht es nicht darum einen Fisch zu fangen, eher um das Erlebnis … ich habe keine Ahnung, warum sie sie alle zurück geworfen haben, und noch dazu, da sie so viele gefangen haben. Ich denke, dass ist wieder so eine Sache, die typisch für Colonel O'Neill ist. Wenn Sie ihn für so lange Zeit beobachten, wäre es von Nutzen, wenn Sie eine Liste mit den ganzen Fragen, die Sie an ihn haben aufstellen, damit sie ihn fragen können wenn das alles vorbei ist. Ich befürchte, dass ich Ihnen sein Verhalten nicht angemessen erklären kann."
„Er ist ein sehr … besonderer … Mensch.", stimmte Thor mit sorgfältig gewählten Worten zu. „Tatsächlich bin ich darüber erstaunt, dass er und Major Carter– angesichts ihrer extrem verschiedenen Persönlichkeiten - so „gut miteinander auskommen" – ich denke, so würden sie dazu sagen."
„Ich glaube, das hat uns alle überrascht.", gab Hammond zu. „Bei uns auf der Erde gibt es ein Sprichwort, an das ich nie wirklich glaubte, bis ich die beiden traf. Es heißt ‚Gegensätze ziehen sich an'."
„Ich verstehe. Ich werde jetzt zu meinen Beobachtungen zurückkehren. Während dieses Treffens ist viel Zeit vergangen. Glücklicherweise beobachte ich das ‚Experiment' von der Ferne aus und nehme es für spätere Studien auf."
„Ähm, Thor. Wenn wir zu den … fortgeschritterneren …. Stadien dieses Experiments kommen … Ich weiß nicht, ob den Asgard der Begriff „Intimsphäre" geläufig ist, aber …", begann Hammond peinlich berührt.
„Ich glaube Deine Besorgnis zu verstehen, General Hammond. Mein Wunsch ist es nur, bei diesem Experiment ein positives Ergebnis erlangen. Ich versichere Dir, ich habe kein Interesse daran, die tatsächlichen physischen Interaktionen zwischen Major Carter und Colonel O'Neill zu beobachten."
„Ah. Das ist gut. Ich bin froh darüber, dass wir uns in dieser Hinsicht einig sind, Thor.", sagte Hammond und räusperte sich.
„Ich werde weiterhin alle wichtigen Informationen and Dich weiterleiten. Auf Wiedersehen, General Hammond."
„Wiedersehen, Thor."
Thor dematerialisierte sich. General Hammond starrte auf den Punkt, wo Thor gerade eben noch gestanden hatte und kicherte. Manchmal wünschte er sich, er könne seiner Familie erzählen, was er wirklich tat.
Immer, wenn er sich bei diesem Gedanken erwischte, stellte er sich vor, wie er beim Abendessen zusammen mit der Familie seiner Tochter saß. Nachdem seine Enkeltochter damit fertig war, ihm von dem entlaufenem Klassenhamster oder ähnlichem zu erzählen, würde er dann beiläufig so was erzählen wie, „Nun ja, heute hab' ich mir mal eine Auszeit vom normalen, vom Wurmloch geprägten Alltag gegönnt, um zwei meiner Leute zu verkuppeln. Dabei spekulier' ich darauf, dass der Präsident seine Meinung ändert, wenn die Asgard glücklich sind und meine Offiziere glücklich sind. Wisst ihr, ein kleiner grauer Außerirdischer mit‚'ner leicht sentimentalen Neigung, hat mir ein Angebot gemacht, das ich nicht ausschlagen konnte. Also haben wir meinen 2IC zusammen mit seinem 2IC für unbestimmte Zeit in seine Hütte in Minnesota eingesperrt …"
Nicht nur, dass seine Familie ihm kein Wort glauben würde (wer würde das auch schon?), es bestand auch eine sehr anzunehmende Chance, dass sie denken würden, ihr alter Opa George hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank und würden ihn, nur zu seinem Besten, in die geschlossene Anstallt einliefern lassen.
„Mein Leben ist so verrückt.", murmelte er zu sich selbst und machte sich wieder über seinen Papierkram her.
TBC
A/N:Gut, wie ihr jetzt sicherlich bemerkt habt, wechsel ich zwischen den Anreden „Sie" und „Du" hin und her. Ich weiß, das ist nicht üblich. Ich hab mich mit Evie darüber unterhalten und mir selbst die ganze Sache noch mal überlegt und bin zu dem Entschluss gekommen, es so zu lassen, ganz einfach, weil ich denke, dass O'Neill das so tun würde, die wollen sich nicht siezen, deswegen glaube ich, dass ihm das Du bei so Sätzen wie „Ach, komm schon." einfach „rausrutscht".
Was sonst noch? Naja, gmx zickt heute rum, die website von „The Cell" zickt heute rum … noch Fragen? Hey, ihr könnt meinen Tag retten, indem ihr mir ne Review da lasst … oder wie würde mein Prof jetzt sagen … Rävüü g
Goodbye, campers!
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