Disclaimer:Alles nicht meins.
Autor:Eve8
Originaltitel:Small Favors – A Little Conversation
Übersetzer:Linguna
A/N:Wie immer, Danke an Ursu.
Kapitel 9
Eine kleine Unterhaltung
„Sie wollen reden?", fragte Sam ungläubig.
„Ja, kaum zu glauben, mh? Um ehrlich zu sein, nein, ich will nicht wirklich. Aber mir wäre es lieber, ich würde nicht mitten in der Nacht aufwachen, und würde Dich nicht dabei ertappen, wie verrückt Bahnen zu ziehen, um dann mit Dir zu kämpfen. Dafür bin ich zu alt. Ich brauche meinen Schönheitsschlaf."
Sie schmunzelte und sah runter zu ihren Socken. „Okay."
„Ich werd' uns noch Kaffee holen.", sagte Jack schnell, nahm ihre Tassen und verschwand in die Küche. Er ließ sich Zeit und versuchte herauszufinden, ob es möglich wäre, das momentane Problem zu lösen, ohne das eine große auf den Tisch zu bringen , das sie so erfolgreich vermieden.
„Hier.", sagte er, als er ihr den Kaffee gab. Er setzte sich wieder auf die Couch. Diesmal näher an sie heran, aber doch so weit von ihr entfernt, dass immer noch Platz zwischen ihnen war.
„Danke.", sagte sie, nahm einen Schluck und stellte die Tasse auf den Tisch.
„Gut. Also. Ähm … ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.", gab er zu. „Ich denke … ich meine, ich kann mir vorstellen, warum Du nicht schlafen kannst."
„ Ach ja?", sie war überrascht. Gefühle Anderer waren Daniels Sache, nicht die des Colonels. Verdammt, er mochte ja nicht einmal über seine eigenen Gefühle nachdenken.
„Nun ja. Du hast es satt hier zu sein. Hier gibt es nicht genug, um Deine grauen Zellen zu beschäftigen. Ich meine, hier gibt es nicht wirklich viel anzustellen. Ich bin daran gewöhnt und ich brauche nicht viel um unterhalten zu werden. Ich weiß, dass es für Dich wirklich langweilig sein muss, aber …"
„ Das ist es nicht.", sagte sie schnell. Sie wollte seine Gefühle für diese Hütte und das Angeln nicht verletzen.
„Wirklich?", fragte er. Er hoffte, sein Tonfall würde die Hoffnung, die er auf einmal fühlen wollte, nicht verraten.
„Ja. Ich meine, nicht genau. Ich … mag die Hütte wirklich, Colonel. Ich … wir sind nur schon für eine verdammt lange Zeit hier."
„Ja, ich weiß."
„Über zwei Monate."
„Ja."
„Und … es ist nur … ich kann nicht aufhören, an die Anderen zu denken – zu Hause – ich meine, machen sich Teal'c und Daniel überhaupt keine Sorgen um uns? Suchen sie nicht vielleicht nach uns. Haben sie noch nicht bemerkt, dass die Asgard immer noch hier rumlungern und an den Fäden ziehen. Und selbst wenn es keine größeren Notfälle gibt, dann hat Siler immer irgendetwas, wobei er Hilfe braucht. Bei den UAVs, dem Gate, oder den MALPs, oder irgendetwas passiert mit dem Gate, oder die anderen SG Teams bringen irgendetwas mit …"
„Carter, Du wirst verrückt, wenn Du ständig an die anderen denkst. Kein Wunder, dass Du nicht schlafen kannst."
„Naja, ich kann eben einfach nicht damit aufhören. Ich würde ja, wenn ich es könnte."
„Ja, naja … ich habe auch schon so etwas wie darüber nachgedacht. Wir sind tatsächlich schon eine lange Zeit hier. Und, ähm, wenn wir jetzt mal ehrlich sind, ich war völlig schockiert, wie lange es gedauert hat, bis Du vor Langeweile durchgedreht bist."
„Colonel.", wendete sie ein.
„Hey. Komm schon. Du hattest jetzt schon ne ganze Weile nichts mehr zum Zusammenbauen oder Auseinanderlegen. Wie dem auch sei, das Erste, das mir in den Sinn kam war, dass es einen „Riesennotfall" gab, und Thor so schnell in den Kampf ziehen musste, dass er keine Zeit hatte uns zu holen …"
„Wie aufbauend.", unterbrach Sam ihn sarkastisch.
„Ja, aber ich glaube nicht, das kann es nicht sein, weil er immer noch Essen und alles ‚vorbeibringt', auch wenn er sich schon länger nicht mehr hat blicken lassen. Die andere Sache, die mir in den Sinn kam … naja, ich meine, die Asgard leben doch ziemlich lange, hab' ich Recht? Angenommen sie kommen nicht im Kampf um."
Sie nickte. „Prinzipiell sind sie unsterblich, da sie ihr Bewusstsein von einem Klon auf den nächsten übertragen."
„Ähm, ja. Zwei Monate scheinen also für sie eine lächerlich kurze Zeit zu sein, um mit unserer Regierung über … uns … zu verhandeln, richtig. Erst recht, wenn sie glauben, dass die Zukunft der gesamten Asgard davon abhängt."
„Von diesem Standpunkt aus habe ich das noch gar nicht betrachtet … aber trotzdem, sind wir so entbehrlich für das SGC?"
„Naja, wenn die Asgard immer noch hier rumhängen, wer würde sich da schon groß mit uns anlegen?"
Sie lehnte sich zurück und sah ihn überrascht an. „Das ist ein sehr gutes Argument, Sir."
„Erstens sollst Du mich nicht mehr so nennen. Und zweitens – weißt Du – ab und zu habe auch ich gute Ideen."
„Ich weiß, so hab' das nicht gemeint. Und Entschuldigung, das ‚Sir' ist mir nur so rausgerutscht. Also, im Prinzip: wir sitzen hier solange fest, bis Thor sich entschließt uns gehen zu lassen, und wir sollten uns einfach nur … entspannen sollten?"
„Jup.", sagte er mit einem Kopfnicken. „Aber ich weiß, dass das nicht leicht für Dich ist."
„Du hast es … schon leichter für mich gemacht.", gab sie zu. „Leichter …als ich gedacht hätte."
Er lächelte, nicht sicher, was er darauf sagen sollte.
„Es ist nur … ich bin wirklich froh darüber, dass wir hier sind, und nicht irgendwo anders, wo auch immer die Asgard uns hingeschickt hätten. Es ist nur …das soll jetzt keine Beleidigung sein, ich habe nur nicht erwartet, dass unser erster Ausflug hierher so lange dauern würde."
„Ich weiß.", stimmte er ihr zu und sah traurig in seine Kaffeetasse. Plötzlich lächelte er und sagte: „Moment mal, Du hattest tatsächlich irgendwann vor „Ja" zu sagen?"
„Wi … naja, ich hatte nicht … ich meine, es ist nicht so …"
Er grinste mit dem „Ich-kauf's-Dir-nicht-ab"-Ausdruck im Gesicht, den er normalerweise nur dann hatte, wenn sie oder Daniel (oder manchmal sogar sie und Daniel) ihm erklären wollten, warum sie die ganze Nacht in ihrem Labor durchgearbeitet hatten.
Nur geringfügig schlimmer als die Tatsache, dass er sie mit einer derartigen Leichtigkeit aus dem Konzept bringen konnte, war, dass er wusste, dass er es konnte. Aber während er sich auf seinen Triumph feierte, sie aus der Bahn geworfen zu haben, erholte sie sich schnell
„Nun ja, Du musst davon ausgegangen sein, dass ich irgendwann mitgehen würde, ansonsten hättest Du mich nicht mehr gefragt, richtig?"
Ha. Da war's. Jetzt war sein Lächeln wieder normal, nicht mehr hinterhältig. Ein weiterer unausgesprochener Waffenstillstand im gegenseitigen Einverständnis. Sie fragte sich träge, wie oft sie schon diese Routine in den letzten Jahren durchlaufen hatten. Es müsste bis jetzt schon an die Hundert mal gewesen sein. Vielleicht sogar Tausend.
„Ja.", stimmte er mit seinem üblichen Achselzucken zu. Moment mal, dachte Sam. Was stimmte er zu? Schon etwas unhöflich von ihm, die Unterhaltung weiter zu führen, während sie eine komplett andere in ihrem Kopf hatte.
„Ich wusste, Du könntest den Reizen des Fischens nicht ewig widerstehen."
Ah, richtig. Sie hatten die alte „Der Colonel lädt mich zum Fischen ein und ich sage Nein"-Unterhaltung.
Sie lachte und sagte: „Richtig."
„Und idealerweise,", fügte er hinzu, "wärst Du freiwillig mitgekommen, und es wäre kein Kraftfeld nötig um Dich hier zu behalten."
„Ja.", stimmte sie ihm zu.
„Wir haben aber auch kein großes Glück mit Kraftfeldern, oder", sagte er leise. Er erwartete nicht wirklich eine Reaktion und spielte mit seiner Kaffeetasse.
„Ja, das ist wohl wahr.", sagte sie schließlich. Ihr erster Gedanke waren natürlich die Manschetten, die im ungünstigsten Moment versagten. Dann erinnerte sie sich an den kraftfeldähnlichen Durchgang, der Colonel O'Neill und Maybourne auf den Mond eines Planeten befördert hat und die ganze Sentinel-Geschichte … ja, Kraftfelder gehörten nicht zu ihren Lieblingssachen.
„Alles in Ordnung?", fragte Jack vorsichtig. Erst jetzt wurde Sam klar, dass sie schon einige Zeit nichts mehr gesagt hatte.
„Ja, es ist nur …"
„Du machst Dir wegen etwas Anderem Sorgen."
„Ja.", gab sie zu. Es war keine Frage, die er gestellt hatte.
„Über mich?", versuchte er.
„Ja.", sagte sie und nickte. Ihr Blick war immer noch auf den Kaffeetisch gerichtet. Mit ihrer ehrlichen Antwort überraschte sie sogar selbst sich.
„Aber wahrscheinlich nicht, wie Du denkst.", stellte sie klar.
„Wie dann?"
„Ich …ähm ... ich denke …Erlaubnis frei zu sprechen?"
„Du musst nicht fragen …"
„Das ist das Problem.", unterbrach sie ihn. Sie holte tief Luft und redete weiter, bevor sie die Möglichkeit hatte, es sich anders zu überlegen. „Du widersprichst dir andauernd und gibst mir damit das Gefühl, als müsse ich Dich das fragen … was erwartest Du von mir?"
„Ich habe keine Ahnung, worüber Du sprichst."
Er zuckte zusammen und versuchte es ihr zu erklären: „ Ich habe das nicht verteidigend gemeint. Ich verstehe wirklich nicht, was Du meinst. So wie die ganze Sache mit dem Apfel als Universum.", fügte er hinzu und lächelte hoffnungsvoll.
Bei dem Gedanken musste sie schmunzeln.
„Okay. Du hast viel Zeit und Kraft investiert und hast wirklich peinliche Dinge getan, damit ich aufhöre Dich zu siezen."
„Ja, das habe ich getan."
„Naja, ich habe daraufhin gedacht, dass Du … das alles gemacht hast, weil Du … die Sache zwischen uns … mehr … lässiger … gestallten wolltest. Weniger … formell, nehme ich an."
„Das tat ich.", beharrte er auf seiner Aussage. „Ich meine, das tue ich."
„Okay, aber immer dann, wenn ich etwas getan habe, das Dir nicht gefiel, hast Du mir einen direkten Befehl gegeben, was mich denken lässt, Du hast die ganze ‚Sir'-Geschichte nur getan, damit Du dich nicht langweilst, oder warum auch immer."
„Nein, so habe ich das nicht gemeint. Wann habe ich Dir einen Befehl gegeben, weil Du …"
„Als ich dir gesagt habe, dass ich noch nicht fertig sei mit dem Schwimmen.", sagte sie knapp.
„Hab' ich das … wirklich … getan? Das war nur ein Reflex, es war verdammt kalt, ich war nur froh, dass mit Dir alles in Ordnung war.
„Es ist nur … ich weiß nicht, wie ich mich Dir gegenüber verhalten soll. In der einen Minute schließt Du dumme Wetten mit mir ab und versuchst mich dazu zu bringen, Dich zu duzen, und dann gibst Du mir Befehle. Die ganze Situation ist schon bizarr genug ohne, dass Du so widersprüchlich bist …"
„Es tut mir leid.", unterbrach er sie.
„Es … tut Dir leid?" Er hatte sich noch nie entschuldigt, nie. Okay, sie konnte sich vage daran erinnern, dass Daniel ihr einmal erzählt hatte, er hätte eine Entschuldigung aus ihm herausbekommen, aber sie war sich nicht sicher. Und sei war sich nicht sicher, ob sie ihm damals geglaubt hatte. Deswegen war sie nicht sicher, ob sie Jack richtig verstanden hatte.
„Ja, es tut mir wirklich leid.", fügte er hinzu.
„Ist schon gut, ich weiß, dass diese ganze Sache für Dich genauso kompliziert ist wie für mich. Du hast es für mich leichter gemacht, während ich es Dir nur schwerer gemacht habe.", stellte sie fest und ihr wurde in dem Moment klar, in dem sie es aussprach, dass es nur allzu wahr war.
„Ja, und ich bin nicht so clever wie Du. Du hättest es wenigstens versuchen können.", sagte er und stubste an ihre Schulter.
„Ja, S…", Sie erwischte sich selbst dabei und grinste dämlich.
„Ah …siehst Du! Es ist auch für dich schwer!", er deutete mit seiner Kaffeetasse auf sie.
„Ich weiß, ich weiß. Und es tut mir auch leid. Ich bin normalerweise nicht so … es ist einfach nur … seltsam."
„Ah, ja. Definitiv seltsam. Okay. Ich schlag dir was vor. Ich geb' dir einen weiteren Befehl und Du befolgst ihn."
„Nur noch einen? Für die ganze restliche Zeit, die wir noch hier sind?"
„Jup."
„Hm … gut. Abgemacht."
„Okay, da Du dich das letzte Mal wegen ein kleinen „Formalität" aus der Sache raus gemogelt hast, will ich diesmal sicher gehen … immer wenn wir keine Uniform anhaben, musst Du mich ‚Jack' nennen."
„Ja, Sir."
„Ach, Carter!"
„Was?", fragte sie unschuldig. „Du hast gesagt, das wäre ein direkter Befehl. Das war die angemessene Antwort."
„Sehr witzig.", sagte er hämisch lächelnd. „Ich hoffe Du hast das genossen, Sam, denn das war der letzte."
„Gut, Jack, willst Du noch einen Kaffee?", fragte sie mit einer viel zu höflichen und vor Sarkasmus triefenden Stimme.
„Warum … ja, ich würde gerne noch einen trinken. Danke schön."
Als sie mit den Tassen zurückkam, setzte sie sich wieder und murmelte: „Da kann ich genauso gut heute Nacht durchmachen."
„Mach dir darüber keine Sorgen. Er ist koffeinfrei."
„Es ist … oh. Dann ist gut." Sie nippte still an ihrem heißen Kaffee und sah immer wieder verstohlen zu ihm hinüber. Sie war unentschlossen, ob jetzt ein guter Moment sei, ihn zu fragen. Sie entschied, dass jetzt der rechte Zeitpunkt gekommen wäre.
„Ich habe eine Frage."
Er ignorierte sie für einige Sekunden, felsenfest überzeugt, den Befehl, den er ihr gerade gegeben hatte noch etwas mehr auszukosten.
„Oh, tschuldigung, Du hast was gesagt?"
„Ja, Jack."
„Hey, Du brauchst es nicht so sagen, als würde nach meinem Namen noch was kommen!", protestierte er.
„tschuldigung.", kicherte sie.
Er verdrehte die Augen. Ihm wurde klar, dass er ihr jetzt auch nicht mehr befehlen könne, nicht zu kichern.
„Was war die Frage?", wandte er ein.
„Ähm … naja. Mir fiel auf, dass Du … ich meine, nachdem die anfängliche Freude weg war … Du scheinst das Angeln mehr genossen zu haben, als noch kein Fisch in Deinem See war."
„Nicht wirklich.", sagte er achselzuckend. „Ich meine, ich mag das Angeln wie jeder andere auch, aber es ist jetzt fast schon zu einfach. Weißt Du, auch die Unsicherheit macht viel aus. Wenn ich weiß, ich könnte Stunden damit zubringen …"
„Oder Jahre."
„Besserwisser. Schon gut. … Jahre damit zubringen, darauf zu warten, dass was anbeißt … irgendwie ist das besser, als tatsächlich einen Fisch zu fangen."
Sam schluckte und sah schnell weg. Wenn er so über das Fischen dachte, was sagte das über ihre Beziehung aus, oder was auch immer sie anstelle einer normalen Beziehung hatten? Dass der einzige Grund, warum es so lange hielt, der war, dass sie wussten, es würde nie wirklich irgendwohin führen? Und wenn doch, dann würde es wirklich schnell vorbei sein? Jedes Mal, wenn sie sie über die entfernteste Möglichkeit einer Beziehung jeglicher Art mit ihm nachdachte, war das immer ihre größte Sorge gewesen. Es war nicht so, als hätten sie außer ihrer Arbeit viel gemeinsam.
„Sam? Alles in Ordnung?"
„Ja, alles okay.", sagte sie mit einem nicht sehr überzeugenden Lächeln und stand hastig auf. „Ähm, ich denke, ich werde jetzt trotzdem versuchen ein wenig zu schlafen. Gute Nacht, S … Jack."
Sie verschwand schnell in ihr Schlafzimmer. Er sah ihr völlig verwirrt nach. Im einen Moment unterhielten sie sich noch ungezwungen, lockerten alles auf nach dieser ernsten, aber extrem guten Unterhaltung, die sie gerade eben geführt hatten, auf und im nächsten Moment hatte sie sich unwohl in ihrer Haut gefühlt und hatte einen Sprint zu ihrem Zimmer hingelegt.
Was zum Teufel ging hier vor? Und wo war Daniel, wenn man ihn brauchte? Jack versuchte ihn die meiste Zeit zu überhören, aber hin und wieder waren sein Händchen für Übersetzungen und seine Menschenkenntnis von Nutzen. Besonders, wenn es darum ging Sam Carter zu verstehen. Okay, also, sie hatte ihn Fragen übers Fischen gestellt. Sie hatte übers Fischen nachgedacht. Das war … tatsächlich ziemlich seltsam. Er war geschockt, als sie allem Anschein nach das Fischen sogar ein wenig unterhaltsam fand. Er hatte von ihr erwartet es zu hassen. Das war eine sehr angenehme Überraschung.
Dann … wollte sie wissen, warum er lieber in einem leeren See fischte, als in einem, wo sie ihm praktisch in den Schoß hüpfen. Er versuchte ihr zu erklären, dass es nicht darum ging, den Fisch zu fangen … in Gedanken ging er ihre Unterhaltung noch einmal sorgfältig durch.
„Ich versteh' es nicht.", sagte er endgültig zu sich selbst. Er fragte sich, ob sie es ihm erklären würde, wenn er fragen würde, und ob sie dazu Früchte oder Donouts zur bildlichen Darstellung brauchen würde. Er entschloss sich, es zu versuchen und sie zu fragen. Es war schon eine Weile her, dass sie ihm etwas erklären musste, was er einfach nicht begriff. Vielleicht würde sie es nur der guten alten Zeiten wegen tun. Leise klopfte er an ihre Tür. Sie antwortete nicht.
„Ähm, Sam. Bist Du noch wach?"
Vorsichtig öffnete er die Tür und spähte hinein.
„Bist Du … weinst Du?", fragte er ungläubig. Sie weinte nie. Aber sie lag zusammengekauert in ihrem Bett und hatte sich weder aufgesetzt – selbst, als er ihr Zimmer betrat – noch hatte sie ihn angesehen und ihre Schultern zitterten leicht.
„Okay … ich komme rein, in Ordnung?" Er hatte keine Ahnung, was gerade vor sich ging. Er wusste, dass sie offensichtlich sehr aufgebracht war, aber hatte keine Idee weshalb. Er versuchte jetzt nicht wie ihr CO zu reagieren, aber er würde auch nicht einfach leise gehen wenn sie weinen würde. Nun gut, sie schrie ihn nicht an oder warf irgendetwas nach ihm. Also dachte er, er würde rein kommen dürfen. Vorsichtig ging er durch das Zimmer. Seltsam, er ist ihm noch nie so groß vorgekommen.
„Ähm, hör' zu …", sagte er schließlich und setzte sich behutsam auf die Bettkante.
„Auch, wenn ich jetzt riskiere, dass Du dich noch mehr aufregst, aber … ich habe keine Ahnung, was ich falsches gesagt oder getan haben könnte. Ernsthaft. Ich wäre jetzt nicht mehr verwirrt, wenn Daniel versuchen würde mir Altägyptisch beizubringen."
Sie lachte befangen und wischte ihre Augen mit dem Handrücken ab.
„Es ist nichts. Ich bin nur so müde. Ich bin nicht ich selbst."
„Gut, nur weil ich Dir keine Befehle mehr gebe, heißt das nicht, dass Du anfangen sollst mich die ganze Zeit zu belügen, oder?", fragte er.
„Nein, natürlich nicht. Es ist nur … wir haben heute Nacht so viel geredet. Bitte, ich will das jetzt nicht durchkauen. Es ist dumm. Es ist nichts, was man besprechen müsste. Ich verspreche Dir, ich bin morgen früh wieder okay."
„Aber ich möchte, dass Du jetzt wieder okay bist."
„Dann, bitte, Jack. Lass mich schlafen."
Der immer noch ungewohnte Klang seines Vornamens, wenn sie ihn ansprach, machte ihn aufmerksam, und ihm wurde klar, dass es jetzt besser war, sie in Ruhe zu lassen, ganz gleich wie sehr er das auch nicht wollte.
„Gut."
Er streckte seine Hand aus und wollte ihre Hand nehmen, aber wusste nicht, wie sie das auffassen würde. Stattdessen überspielte er seine fast ausgeführte Geste, indem er an der Steppdecke herumspielte.
„Gut."
Er stand auf, ging zur Tür und blieb hoffnungsvoll stehen. Hey, vielleicht hätte sie ja ihre Meinung geändert. Nope.
„'Nacht Sam."
„Gute Nacht, Jack."
„General Hammond, haben Sie kurz Zeit?", fragte Daniel Jackson und spähte in General Hammonds Büro.
„Kommen Sie herein, Dr. Jackson. Was kann ich für sie tun?", fragte der General.
„Ähm, gut, ich kann Sam nicht finden."
„Ich verstehe. Gut, wenn ich von ihr höre, werde ich es sie wissen lassen.", sagte Hammond mit einem Lächeln und ordnete seine Papiere auf dem Schreibtisch, damit er Jackson nicht in die Augen sehen musste. Dieser Junge hatte eine unheimliche Menschenkenntnis.
„Aber … es geht hier um Sam. Ich meine, bei dem was gerade vor sich geht, würde sie sich in ihrem Labor verstecken und sich den Ar … hart arbeiten. Aber ich habe sie schon für eine wirklich lange Zeit nicht mehr gesehen. Teal'c auch nicht. Jack's Verschwinden ist nicht außergewöhnlich für ihn, aber …"
Thor materialisierte sich plötzlich direkt neben Daniel.
„Dr. Jackson!", sagte Thor sichtlich überrascht, was bedeutete, dass er seinen riesigen Kopf leicht zurücklehnte und seine Augen ein klein wenig weiter öffnete … als sonst.
„Thor.", sagte Daniel noch überraschter. „Ich wusste nicht …, dass … Du immer noch hier bist."
„Ich verstehe. General Hammond, ich habe etwas von großer Wichtigkeit mit Dir zu besprechen."
Obwohl Daniel sich selbst für einen Experten auf diesem Gebiet hielt, musste er sich eingestehen, dass selbst Jack diese Ausladung verstanden hätte.
„Dann werde ich Sie mal alleine lassen, Thor. Ähm, Sir."
Er nickte beiden zu und ging, um Teal'c einen Besuch abzustatten. Vielleicht wusste er schon was Neues von Sam.
Sobald Daniel gegangen war, sagte Thor: „Scheinbar haben wir ein Problem."
Hammond stand auf und sperrte sicherheitshalber seine Tür ab. Als er zurück ging, bot er Thor einen Platz an. Vielleicht könnte er sich einen dieser kleinen Stühle seiner Enkelin ausleihen, die um den kleinen Tisch herumstanden, an dem ihre Puppen immer saßen und ihre Kaffeekränzchen abhielten. Die würden für ihn viel besser passen. Aber er könnte diese Geste missverstehen. Es wäre wohl das Beste, wenn er vom Umgestalten seines Büros die Finger lassen würde.
„In Ordnung. Wie schlimm ist es? Ist es Major Carter gelungen, den Fernseher in eine „Colonel-Killer-Maschine" umzubauen?"
„Nein.", stellte Thor fest.
Hammond wusste nicht, ob Thor begriffen hatte, dass er einen Witz machte. Nun gut. Es wäre jetzt besser herauszufinden, worüber Thor so besorgt war.
„O'Neill und Major Carter haben sich für einige Zeit lautstark gestritten. Ich bin besorgt, dass Major Carter nicht damit zurecht kommt, für so lange Zeit nichts zu tun zu haben. Sie lässt ihren Frust und ihre Langeweile an O'Neill aus. Schau' zu."
Hammond sah sich den Film an, den Thor mitgebracht hatte und nickte abwesend.
„Was sollen wir tun?", fragte er den Außerirdischen.
„Ich befürchte, wir sind dazu gezwungen das Experiment zu beenden."
„Ich weiss nicht … Ich denke, wir haben alle sehr viel in diese Sache investiert, besonders Major Carter und Colonel O'Neill. Und ich glaube nicht, dass das notwendigerweise schlecht war. Sie sind keine naiven kleinen Kinder. Sie wissen, dass jede Art von Beziehung, selbst Freundschaft, nicht einfach so von nichts kommt. Sie werden noch viele Unterhaltungen wie diese führen müssen. Und dann noch mehr."
„Ich habe nicht erwartet, dass das so lange dauern würde.", gestand Thor.
„Naja, alle Beziehungen sind kompliziert. Und anbetracht ihrer gemeinsamen Vergangenheit und der Tatsache, dass sie zwei der stursten Menschen im Universum sind … wird das noch eine Zeit lang dauern."
„Nun gut. Dennoch bin ich der Ansicht, dass es klug wäre, die Fische aus O'Neills See zu entfernen."
„Ja, das wäre eine gute Idee.", stimmte Hammond zu.
TBC
A/N:Sodalich, endlich geschafft. Bin ich froh, wenn ich ab übernächste Woche im Labor steh … anyway. Ich hoffe updates kommen wieder regelmäßiger, versprechen kann ich nix, da meine Beta ziemlich im Stress ist und ich sowieso, aber ihr könnt uns ja unser gestresstes Dasein mit einer Review versüßen zwinker.
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