Disclaimer:Alles nicht meins.

Autor:Eve8

Originaltitel:Small Favors – Little Questions

Übersetzer:Linguna

A/N :Wie immer, Danke an Ursu.

Kapitel 11

Kleine Fragen

Jack und Sam fühlten sich endlich wieder wohl in der Gegenwart des anderen, aber Jack war sich nicht sicher, wie lange es diesmal andauern würde. Auf so engem Raum schien es unvermeidbar, dass sich die Spannung zwischen ihnen aufstauen würde, bis sie sich entweder so verstritten, dass sie sich nie wieder versöhnen würden, oder, wie Sam es schon kurz nachdem sie hier ausgesetzt worden sind gesagt hatte, sie würden ‚Asgard geben, was sie wollten und übereinander herfallen'.

Er betrachtete es als kleines Wunder, dass es ihnen gelungen war, ihr letztes Missverständnis aus der Welt zu schaffen, ohne etwas wirklich persönliches auf den Tisch gebracht zu haben. Es waren natürlich Gefühle im Spiel gewesen, aber das war es dann auch schon. Wie immer. Jack hatte schon von allem Anfang an beschlossen, dass diese erzwungene Isolation nicht der Grund sein wird, der sie zusammen bringt. Nicht, wenn es sich vermeiden lassen würde.

Natürlich wollte er auch nicht, dass es sie weiter auseinander bringt. Nach ein paar Tagen ungezwungener Freundschaft, fing Sam wieder an sich zu langweilen. Und jetzt, da sie ihn Jack nannte, hatte er keinen Grund mehr mit ihr zu wetten, also brauchte er etwas Neues um sie zu unterhalten.

„Glücklich mit Deinem leeren See?", fragte Sam und kamzu ihm auf das Dock, um ihm Gesellschaft zu leisten. Er war gerade dabei darüber nachzudenken, was er tun könnte, damit sie sich nicht langweilt.

„Jup.", sagte er und sah zu ihr hinüber, um das Funkeln in ihren Augen zu sehen, wenn sie ihn ärgerte. Er blickte schnell wieder zum See zurück. Sie hatte ihren Badeanzug an und darüber Shorts. Der Badeanzug bot zwar keine tiefen Einblicke oder so, es war ein einfacher schwarzer Einteiler, aber im Vergleich zu den Schichten ihrer Uniform …

„Macht es Dir was aus, wenn ich schwimmen gehe. Ich meine, wann immer Du auch fertig bist mit … fischen? Ich will nicht Monate im Fitnessraum verbringen müssen, damit ich wieder in Form komme, wenn wir zurück sind."

„Natürlich nicht, geh'.", sagte er lässig, während er seine Leine einholte. Er fragte sich, ob sie von ihm erwartete zu gehen. Gut möglich. Mehr als wahrscheinlich würde sie nicht wollen, dass er auf dem Dock sitzen bleibt und sie anstarrt, während sie ihre Runden schwimmt.

„Danke. Ich geh' nur noch schnell rein und hole mein Handtuch und creme mich ein. Es wird langsam wirklich heiß hier."

„Ja.", stimmte er ihr zu und rückte seine Sonnenbrille zurecht.

„Soll ich dir was mitbringen? Ein Bier oder vielleicht was anderes?", bot sie ihm an.

Hieß das, dass er bleiben durfte? Süß.

„Sicher. Wäre nett.", sagte er. Er hoffte, es hörte sich nicht so an, als würde er scharf darauf sein. So bald sie drinnen war, griff er nach dem Buch in seiner Anglerbox, das er rein geschmissen hatte. Bei den Sachen, die Thor mit hier hergebracht hatte, waren auch einige von Carters Büchern, und sie hatte ein paar ziemlich unterhaltsame. Als sie ihn dabei erwischt hatte, wie er sie beim Lesen beobachtete, hatte er es damit überspielt nach einem Buch zu fragen. Sie hatte in ihrem kleinen Stapel herumgewühlt und ihm „Jaws" gegeben und etwas über „vorbeugende Geschichten gegen das Fischen" gesagt.

„Sehr lustig.", war seine Antwort gewesen, aber er musste trotzdem grinsen. Obwohl er den Film schon einige Male gesehen hatte, hatte er das Buch noch nie gelesen. Also entschloss er sich, es zu versuchen.

Er hatte eben erst begonnen zu lesen, als Sam zurück auf das Doch kam und ihm eine offene Flasche Bier in die Hand drückte.

„Danke."

„Bitte."

Zwischen der Baseballkappe, die er sich tief ins Gesicht gezogen hatte, seiner Sonnenbrille und dem Buch, konnte er sie perfekt beobachten, ohne dass sie ausmachen konnte, was er eigentlich tat. Während er sie also seit der Sekunde, in der sie vom Dock ins Wasser gesprungen war, die Hälfte der Zeit beobachtete, war sein Gesicht auf das Buch gerichtet.

Er hätte sich vielleicht schuldig fühlen sollen, aber er tat es nicht. Schon allein deswegen nicht, weil sie die cleverste Person war, die er kannte. Sie musste davon ausgehen, dass er von Zeit zu Zeit nach ihr sah. Vielleicht war ihr nicht klar, wie oft seine Augen vom Buch in seinem Schoß zu ihr wanderten, aber trotzdem. Solange sie ihn nicht darauf ansprach, oder ihn darum bat nach innen zu gehen während sie schwamm, nahm er an, dass es sie nicht stört. Was seiner Meinung nach mehr als cool war.

Er konnte nicht anders, er musste sie ein wenig ärgern. Er summte während sie schwamm die berühmte „Weiße Hai"- Melodie, bis sie nah genug war, um ihn vollzuspritzen.

Nach diesem Tag hatte sich eine neue Art von Routine zwischen ihnen eingespielt. Nach dem Frühstück ging Jack zum Fischen. Sam ließ ihn für gewöhnlich bis zum Mittagessen allein. Manchmal fischte sie für eine Weile mit. Nach dem Essen, ging er wieder hinaus und eine halbe Stunde später kam sie raus, ihr Handtuch und ein Bier in der Hand und ging schwimmen. Sie schwamm ungefähr eine Stunde, ging dann rein, duschte und bis sie mit dem Duschen fertig war, kam er nach innen, genug gefischt für diesen Tag, und sie verbrachten den restlichen Tag zusammen.

Nach ungefähr einer Woche, hatte sich Jack gut in den neuen Tagesablauf eingewöhnt. Er war sich nicht ganz im Klaren darüber, was der Unterschied war; es war wahrscheinlich tatsächlich eine Kombination vieler Dinge, aber er hatte das Gefühl, dass sich die Spannungen zwischen ihnen gelegt hatten. Er war also nicht darauf vorbereitet, als ihm Sam eines Tages das Bier in die Hand drückte, sich über ihn beugte und das Buch ganz genau begutachtete.

„Ähm, Jack.", kommentierte sie und starrte weiter auf das Buch.

„Was?", fragte er und sah sie von der Seite an. Ihr Haar war schon so lang geworden, dass es fast unmöglich geworden war, sie anzusehen und nicht im selben Moment an gefährliche Dinge wie Zay'tarc Detektoren und Zeitschleifenküsse denken zu müssen..

„Ähm, naja, Du liest das Buch jetzt schon … seit einer Woche, und Du bist erst auf Seite 30?", fragte sie unschuldig.

Er kniff seine Augen zusammen, und sah sie an.

„Ich bin nur gründlich …", grummelte er, und blätterte die Seite um.

Sie ging, legte ihr Handtuch ab, zog ihre Sandalen und ihre Shorts aus, und spürte wieder, dass er sie ansah. Er tat das jetzt schon die ganze Woche und jetzt konnte sie es nicht mehr aushalten. Sie konnte ihm wohl kaum von seinem eigenen Dock verscheuchen, aber was genug war, war genug. Sie drehte sich schnell zu ihm um und erwischte ihn, wie er sie begutachtete. Dieses Mal konnte er auf keinen Fall vortäuschen, er würde lesen.

Automatisch sah Jack sie entschuldigend an, aber dann entschloss er sich, dass er es heute nicht auf diese Art und Weise tun würde. Hey, wenn sie es erzwingen wollte, dann würde er nicht der Einzige sein, der sich hier unwohl fühlen würde.

„Was?", fragte er aufgebracht. „Du weißt, dass Du scharf aussiehst, ich bin kein … kein Mönch!"

Sie hörte auf zu lachen und wurde rot. Sie ignorierte ihn und sprang schnell ins Wasser. Nachdem sie solange geschwommen war, bis ihr Kopf wieder komplett frei von allem war, das mit ihrer bizzaren und komplizierten Beziehung zu tun hatte, ging Sam raus und begann sich abzutrocknen.

„Du weißt, schwimmen ist ein guter Ausdauersport für Leute, die Probleme mit ihren Knien haben.", sagte sie beiläufig.

Er klappte sein Buch zu und sah zu ihr auf.

„Willst Du mir damit sagen, dass ich fett werde?", fragte er und tätschelte seinen Bauch.

Sie lachte und hob ihre Klamotten auf. Als sie zurück zur Hütte ging, um sich zu duschen, fühlte sie sich übermütig und rief zu ihm zurück:

„Komm schon Jack, Du weißt, dass Du scharf aussiehst!"

Er drehte sich so schnell nach ihr um, als sie das Feld räumte, dass der dünne Klappstuhl zu kippen anfing und er, zusammen mit seinem Stuhl, auf das Dock fiel.

„Achverdammtnochmal.", murmelte er und stand wieder auf.

Als Sam den Lärm hörte, musste sie all ihren Willen aufbringen, um sich nicht umzudrehen. Aber sie war sich klar darüber, wenn sie das getan hätte, dann hätte er gekontert, und für dieses eine Mal war sie entschlossen als Gewinner aus einem dieser kleinen Spiele raus zu gehen.

Als Sam aus der Dusche kam, trocknete sie ihr Haar mit dem Handtuch, sah sich im Spiegel an und runzelte die Stirn. Ihre Haare gerieten wirklich etwas außer Kontrolle. Wie die Person darunter, dachte sie. Irgendwann unter der Dusche, war sie sich klar geworden, dass sie gerade eben ihren CO als „scharf" bezeichnet hat. Ganz sicher, diese Situation würde auch bald außer Kontrolle geraten. Sie seufzte als sie ihre Haare bürstete. Jeden Tag dauerte es anscheinend länger, bis sie es durchgekämmt hatte. Allerdings, positiv gesehen, wenn sie hier noch länger bleiben würden, dann könnte sie sich das erste Mal seit dem College wieder einen Pferdeschwanz machen.

Sie vermutete, dass Jack irgendwo eine Schere herum liegen haben musste, weil seine Haare vielleicht einen Zentimeter gewachsen waren, aber nicht mehr.

Trotzdem, bevor sie versuchte, sie selbst die Haare zu schneiden, oder noch schlimmer, Jack es versuchen zu lassen, zog sie es vor, ihre Haare wachsen zu lassen, egal wie wüst es momentan aussah.

Als sie mit ihren Haaren fertig war, zog sie sich eine Jeans und ein weißes T-Shirt an und ging hinaus ins Wohnzimmer. Niemand war da. Seltsam. Sie ging in die Küche, um sich eine Flasche Wasser zu holen und sah aus dem Fenster. Kein Colonel O'Neill, und seine Sachen zum Fischen waren innen. Sie sprang hoch, als sie einen Schrei und sehr verdächtige Geräusche aus seinem Schlafzimmer hörte. Sie hatte keine Ahnung, was sie zu erwarten hatte und beeilte sich in sein Zimmer zu kommen.

„Bist Du in O…" Sie blieb wie angewurzelt stehen und hielt sich die Hand vor den Mund, um nicht los zu lachen.

Colonel O'Neill lag in seinem offenen Wandschrank auf einem Stapel zerquetschter Kartons, bedeckt mit Kleidung. Die Holzstange, auf der normalerweise die Kleidung hängt, lag über seiner Brust. Er hatte seine Augen fest zusammengekniffen und murmelte immer wieder und wieder etwas, das sehr nach „Überwältigende Coolness. Überwältigende Coolness." anhörte.

„Ja. Überwältigende Coolness, das ist genau das, nach dem das hier schreit, Jack.", kommentierte sie neckend, sammelte einige Shirts von ihm und legte sie beiseite.

„Ja, ja. Hilfst Du einen alten Mann auf die Beine oder willst Du nur ein Klugscheißer sein?", stöhnte Jack.

„Bist Du … verletzt?", fragte Sam, als sie nach seiner Hand griff und ihm beim Aufstehen half, dankbar für ihre Jahre lange Erfahrung ein ernstes Gesicht zu machen

„Nein. Nur ein paar blaue Flecke.", sagte er. Er klopfte sich den Staub ab und fragte sich, ob er davon kommen würde, ohne das alles erklären zu müssen. Ja, richtig. Und Teal'c wird das SGC verlassen und Ballettunterricht nehmen.

„Du hast Dich also auf eine Schlägerei mit Deinen Anglershirts eingelassen und hast verloren?", vermutete sie.

Offensichtlich würde er nicht davonkommen.

„Ähm, nicht ganz. Ich habe … naja, Du gehst schwimmen, um in Form zu bleiben. Ich mache … Sit-ups und Liegestütze und so was hier drinnen und ich dachte, ich könnte ja mal Klimmzüge ausprobieren, und die Kleiderstange sah stabil genug aus …"

„Um Dich auszuhalten?", fragte Carter skeptisch.

„Ja, ich habe mich … geirrt.", gab er zu und sah dabei wie ein begossener Pudel aus.

Sie sahen sich die Reste seines Wandschrankes an. Sam ging näher heran, um sich die Halterung der Kleiderstange näher anzusehen.

„Ja, der scheint einfach nur aus der Wand gerissen worden zu sein und der andere ist einfach nur … abgebrochen."

Er spähte um sie herum, überwältigt von dem „Frisch-aus-der-Dusche"-Duft, der bei ihr irgendwie sehr viel länger anhielt, als bei ihm.

„Rigips. Na toll.", sagte er. Um den Schaden, den er an seinem Haus angerichtet hatte weiter zu inspizieren, ging er ganz in den Wandschrank hinein, und plötzlich war es ein klein wenig zu eng.

„Ähm, ich geh' … und mach' uns Tee.", sagte Sam leise und quetschte sich an ihm vorbei.

Gut gemacht, Jack, gratulierte er sich selbst, als er seine ganzen Klamotten aufsammelte und auf das Bett schmiss. Reden wir mal darüber, wie Deine Coolness den Bach runter geht. Mach Dich lieber mal daran, Deinen Plan Sam zu unterhalten in die Tat umzusetzen. Hoffentlich würde sie den idiotischen „Zwischenfall" von eben schnell vergessen.

Er zuckte zusammen, als er zur Küche ging. Seine Schulter fing bereits ans sich zu verkrampfen, und sein Nacken fühlte sich auch nicht gerade besser an.

„Hey", sagte Jack und lehnte sich gegen das Buffet.

Sam war gerade dabei eine große Kanne Eistee zu machen.

„Hi. Müssen wir Thor fragen, ob er für uns bei Obi einkaufen geht?", fragte sie amüsiert.

„Nah, ich repariere das irgendwann mal und leg' meine Klamotten solange in die Kommode. Hey, ich hab' 'ne Frage."

„Was denn?"

„Wie funktioniert das mit den Gatekoordinaten?"

„Wie bitte?" Sie kannte natürlich die Antwort, aber sie konnte es nicht fassen, dass er danach fragte. Sie erwartete von ihm eher so was wie ‚Sind noch Hanutas da?'.

„Ich verstehe den Teil, wo es sich wie Telefonnummern verhält. Okay, oder so ähnlich, aber wie wird daraus eine Adresse?"

„Gut, es ist ungefähr so wie mit einer Karte. Stell' Dir jede Koordinate als Punkt entlang des Weges vor, ein Referenzpunkt dafür, wohin Du als nächstes gehen musst. Natürlich ist eine Karte nur ein zweidimensionales Beispiel für einen dreidimensionalen Raum. Außerdem kann man die Referenzpunkte nicht linear verbinden, weil wir ja noch eine vierte Dimension haben … "

Ab hier konnte er ihr nicht mehr folgen, aber das spielte auch keine Rolle, da sie es sichtlich genoss es ihm zu erklären. Sie genoss es sogar sehr ersichtlich. Und das für die nächsten fünfzehn Minuten. Mission erfolgreich durchgeführt. Vielleicht konnte er jetzt Antworten auf die Fragen bekommen, die sich im Laufe der Jahre angesammelt hatten.

Während sie m nächsten Tag zu Abend aßen, fragte Jack:

„Als wir zurück ins Jahr 69 gereist sind, waren wir doch auch als wir im Jahr 69 dort, oder?"

„Natürlich.", sagte Sam und nickte.

„Wie kommt's, dass wir diese tropische Verschiebung nicht hatten, die Dein Zwilling hatte als sie hier war."

„Entropische Kaskadenverschiebung.", korrigierte ihn Sam sofort und runzelte für einen Augenblick ihre Augenbrauen.

„Ja, genau das. Also, wie kam es, dass wir das nicht bekommen haben? Wir waren dort viel länger als Dein Zwilling damals bei uns."

„Naja, Teal'c war 1969 nicht auf unserem Planeten, genauso wenig wie ich …"

„Hm?"

„Ähm … gut, ich nehme an, theoretisch gesehen war ich es schon. Wir waren im Juli dort, oder? Also, ja, ich war noch nicht geboren, aber meine Mutter war schon schwanger."

Er stöhnte. „Gott, ich bin so alt."

„Du bist nicht alt.", antwortete sie automatisch, als würde es eine dieser schon konditionierten Antworten sein, die gewöhnlich Männer auf Fragen wie „Sehe ich damit fett aus?" haben.

„Sehr überzeugend.", murmelte er mürrisch.

Sie rollte mit den Augen und entschied seine Aufmerksamkeit wieder zurück auf seine Frage zu lenken.

„Also, was Dich und Daniel angeht … gut, da ist es wirklich eine sehr interessante Frage, Sir. Das ist jetzt natürlich alles rein theoretisch, aber die Unterschiede zwischen Zeitreisen innerhalb einer Realität mit limitierter Kausalität und Überkreuzungen zwischen alternativen Realitäten, wären ein faszinierendes Thema für weitere Untersuchungen …"

Er machte den Eindruck, als würde er vor lauter Langeweile die Gabel in seinen Handrücken spießen wollen. Daraufhin räusperte sie sich und sagte:

„'Tschuldigung. Ähm, auf die Grundzüge reduziert, also während zwar zwei von Dir zur gleichen Zeit in einer Realität waren, wart ihr doch von der gleichen Zeitlinie. Ihr wart beide in eurer eigenen Realität, wobei mein Zwilling … ich … von einer anderen Realität kam. Obwohl es faszinierend wäre die entropische Kaskadenverschiebung zu bestimmen, würde sie trotzdem nur zufällig auftreten, zu einer geringen Häufigkeit. Oh, und der Versuch zu bestimmen, ob der physische Abstand zwischen den zwei Versionen Deiner selbst irgendwelche Auswirkungen hätte … aber das wäre schätzungsweise unmöglich, denn je länger man in der Vergangenheit bleibt, desto wahrscheinlicher wird es, dass man seine eigene Zukunft verändert, was wiederum verschiedene alternative Realitäten …"

Genau, er konnte schon wieder nicht mehr folgen. Aber das war ihm nur Recht, da er sie, wenn sie anfing so schnell zu reden, lange und intensiv ansehen konnte, wie er wollte und musste ihr nur vorgaukeln, ihr aufmerksam zuzuhören. Was er auch tat, irgendwie. Nur, weil er nicht verstand, was sie sagte, hieß das noch lange nicht, dass er ihr nicht zuhörte.

Sam fing an zu ahnen, wann Jack ihr wieder eine Frage stellen würde. Sie wusste, dass er das nur ihr zuliebe tat, aber sie bezweifelte, dass ihm bewusst war, wie viel von seiner eigenen, sorgfältig gehüteten Intelligenz er preis gab. Er hatte zwar nicht die Geduld für die theoretische und angewandte Astrophysik, aber er war ein sehr cleverer Mann, von dem sie den Eindruck bekam, dass er intuitives Wissen besaß, wie Sachen funktionierten. Er konnte zwar nicht feststellen, warum etwas nicht stimmte, aber ihm entging es nie, wenn etwas nicht stimmte.

Hätte sie irgendetwas davon zu ihm gesagt, hätte er alles runtergespielt und sie wusste damit auch, dass das das Ende der Fragen gewesen wäre. Also behielt sie den Gedanken für sich, so wie all die anderen Gedanken über ihn.

Also, zurück in die Gegenwart. Da Jack sich neben sie auf die Couch gesetzt hatte und nicht nach der Fernbedienung gegriffen hatte, wusste sie, dass eine weitere Frage anstand. Sie legte ihr Buch beiseite und wandte sich erwartungsvoll zu ihm um.

„Hey, ich habe …"

„Was ist?"

„Müssen die Asgard aufs Klo?"

Sie starrte ihn für einen Moment lang an. Meinte er das ernst oder wollte er sie nur verarschen? Er meinte das ernst. Um Himmels Willen.

„Naja … ich nehme an, um sicher zu sein, müsstest Du Thor schon selber fragen.", kommentierte sie lässig.

„General Hammond hat mir befohlen, es nicht zu tun.", gestand Jack und fummelte an einem Ärmel seines Shirts herum.

Sam konnte nicht mehr. Sie musste laut loslachen, als sie sich vorstellte, dass Hammond es tatsächlich als möglich erachtete, dass des Colonels Verhalten, Neugier und Mangel an Diplomatie, dazu führen würden, dass er ihren kleinen grauen Freund darüber ausfragte, ob und wie er seine Notdurft verrichtete, und ihm es deswegen verbot.

„Bist Du jetzt fertig?", fragte Jack schließlich.

Sam brachte ihr Lachen wieder unter Kontrolle. Sie hielt sich ihren Brustkorb und legte ihre Beine auf die Couch, um es sich bequemer zu machen.

„Gut, ich bin mir nicht sicher, aber wir denken …", sagte sie schließlich.

„Wir?", unterbrach Jack sie.

Jetzt war es Sam, der es peinlich war.

„Ähm … Daniel und … ich."

„Ah ha! Du hast also auch schon darüber nachgedacht!", sagte er triumphierend.

„Naja, es ist schwer es nicht zu tun. Wir sind neugierig … natürlich aus rein wissenschaftlichen Interesse heraus."

„Natürlich, rein wissenschaftlich."

„Also, zu welcher Schlussfolgerung sind meine beiden Intelligenzbolzen gekommen?", fragte er, ausnahmsweise wirklich neugierig.

„Naja … ähm … die Asgard sind in allen Dingen sehr effizient, richtig? Nichts Unnötiges. Sie haben keine Geschlechtsorgane und leben in einer regulierbaren Umgebung, damit sie keine Kleidung brauchen …"

„Ja, hab' ich auch schon bemerkt."

„Gut, wir waren uns nicht sicher, aber als ich bei Thor war, um ihm zu helfen, als Du, Daniel und Teal'c auf dem U-Boot wart, um mit den Replikatoren fertig zu werden …"

„Ah, alte Erinnerungen …"

Sam nickte und fuhr fort. „Naja, er hat mir Nourishment angeboten und hat dann diese kleinen … sie sahen wie Bausteine aus … hergebeamt. Sie hatten verschiedene Farben und Formen und waren steinhart. Er sagte, er mag die Gelben am liebsten, also …"

„Carter!", rief Jack. Wegen ihres Gesprächsthemas, fiel er in seine alte Angewohnheit zurück. „Wie war das mit dem ‚Wir nehmen kein Essen von Außerirdischen an'?"

„Naja, ich dachte nicht, dass Thor mir Drogen verabreichen würde, um mich ins Bett zu bekommen!", widersprach sie. Sie bezog sich auf einen früheren Zwischenfall, der überhaupt erst zu dieser Regelung geführt hatte.

„Hey, das ist Nummer 3 auf der Liste‚ der Dinge, die wir nie mehr wieder erwähnen wollen'.", erinnerte er sie. Nach dem ersten halben Jahr zusammen als Team, hatte Jack vorgeschlagen einen Packt abzuschließen, in dem bestimmte Vorfälle während ihrer Missionen nie vor jemanden erwähnt werden würden. Niemals. Jeder hatte etwas beigetragen, was sie lieber vergessen hätten wollen, und sie hatten ihren Pakt, da Teal'c nicht trank und Daniel kaum ein Bier vertrug, mit einer Runde Ginger-Ale begossen. Mit den Jahren wurde diese Liste immer länger.

„'Tschuldigung.", sagte Sam, aber ihre Stimme verriet, dass es ihr alles andere als Leid tat. „Wie auch immer, ähm, ich dachte, Thor würde mir nichts anbieten, von dem er nicht wusste, dass es gut für mich ist, also habe ich das Gelbe genommen. Es war so ekelhaft. Der Geschmack war so … intensiv. Aber irgendwie kam er mir bekannt vor. Wie auch immer. Wir haben uns mehr oder weniger darauf geeinigt, dass sie nur das konsumieren, was sie unbedingt zum Leben brauchen … das bestätigt es eigentlich. Sie essen genau das, was sie brauchen. Genau die Vitamine und Mineralstoffe in ihrer ursprünglichen Form, so dass es keine … Reste … gibt, die man … ausscheiden müsste. Gut. Da ist unsere Theorie. Egal."

„Du und Daniel, ihr habt viel Zeit damit verbracht, hab ich Recht?", fragte er selbstgefällig, aber auch froh darüber nicht der Einzige gewesen zu sein, der über den Mangel bestimmter … anatomischer Teile der Asgard nachdachte.

„Und … Janet auch.", gab Sam zu.

Auf Jacks Gesicht machte sich langsam ein Lächeln breit, das sich zu einem Grinsen weitete, so als hätte sie ihm gerade ein Weihnachtsgeschenk gegeben, oder so.

„Ich hätte es wissen müssen."

„Du hättest fragen können.", sagte sie kurz. „Willst Du einen Film ansehen?"

„Ja, klar. Ich mach' uns Popcorn."

Als Thor die Unterhaltung über das Verrichten der Notdurft der Asgard ansah, kniff er seine Augen zusammen. Er entschied, dass das eines der Dinge sei, die er sicherlich nicht General Hammond zeigen würde. Er nahm einige Justierungen an seiner Konsole vor und machte sich wieder an seine Arbeit.

TBC

A/N:Mh … ich weiß, es ist Sommer und HP6 ist draußen, aber so eine Review schadet eurem Teint nicht, und ihr werdet euch nur ärgern, wenn ihr erfahrt, wer im neuen Band stirbt … also, so ne kleine Review? Für mich? Und Evie? Biiiitte?

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