Disclaimer:Alles nicht meins.
Autor:Eve8
Originaltitel:Small Favors – The Requisite Massage Scene
Übersetzer:Linguna
A/N :Wie immer, Danke an Ursu.
Kapitel 12
Die Massage
Nach der Hälfte des Filmes, auf den sich schließlich einigen konnten, hielt es Sam nicht mehr aus. Jack konnte einfach nicht still sitzen und rutschte die ganze Zeit hin und her. Es lenkte sie ab und es ging ihr langsam auf die Nerven. Ihm konnte unmöglich langweilig sein – es war seine Idee gewesen „Fluch der Karibik" anzusehen. Außerdem, während dieses Films konnte es Niemandem langweilig werden.
Schließlich drehte sie sich zu ihm um und sagte:
„Gibt es einen Grund, warum Du nicht für zwei Sekunden still sitzen kannst?"
Überrascht über den plötzlichen Gemütsausbruch, zuckte er zusammen und lehnte sich zurück um still zu halten.
„Was ist los Jack?", fragte Sam. In ihrer Stimme lag die wortlose Entschuldigung, die mit dieser Frage einherging.
Sie hielt sich an die Regel, ihn bei seinem Vornamen zu nennen, aber viel öfter ließ sie seinen Namen einfach ganz weg. Zusammen mit Jahren von ‚Sir' und ‚Colonel' bedeutete das immer noch, dass er jedes Mal, wenn er seinen Namen hörte, sofort aufmerksam wurde. Also musste er jetzt antworten.
„Nur ein bisschen verspannt.", murmelte er.
„Weil Du gestern in Deinen Wandschrank gefallen bist?"
Es war ihr hoch anzurechnen, dass sie bei der Frage ernst blieb, ohne den geringsten Anflug eines neckischen Untertons in ihrer Stimme. Dann kam ihr wieder das Bild in den Sinn, wie sie ihn in seinem Schrank gefunden hatte, auf all den Kartons liegend, übersät mit Klamotten und immer noch die Holzstange in seinen Händen … nur für einen Bruchteil einer Sekunde musste sie lächeln, bevor sie wieder ernst wurde.
„Ähm, ja. Nichts Schlimmes. Schau', sie verwandeln sich in Skelette.", sagte er. Er wollte ihre Aufmerksamkeit von ihm und wieder zurück auf den Film lenken.
„Dir ist schon klar, dass, wenn eine Leiche in dem Stadium der Verwesung ist, sie dann keine Augäpfel mehr hat. Die wären die ersten, die weg wären.", kommentierte Sam.
„Fein. Jetzt war's das mit Popcorn. Danke Sam.", sagte er sarkastisch.
„Ich sag' ja nur …", fing sie an.
„Sie sind verflucht, die normalen Gesetze der … Verwesung … gelten für sie nicht.", erklärte Jack. Er stellte die Schüssel mit Popcorn auf den Tisch ab und sah zu Sam hinüber, um zu sehen, ob sie noch weiter mit ihm darüber streiten wollte. Sie blickte zum Bildschirm, sah absichtlich nicht zu ihm herüber. Ha. Er grinste und stand auf, um sich eine Cola zu holen.
Zehn Minuten später rutschte er schon wieder hin und her und brachte die Polsterkissen durcheinander.
„Willst Du eine …", fing Sam automatisch an, hielt aber plötzlich inne. Sie war über sich selbst schockiert und hatte sich glücklicherweise noch rechtzeitig gefangen. Sie war eben dabei gewesen ihm eine Massage anzubieten. Ganz automatisch, so als wäre das etwas, was sie jeden Tag tun würde. Sie fing eindeutig an durchzudrehen. Ihn zu massieren war ganz sicher keine gute Idee. Besonders, wenn es so aus dem Nichts kam. Jack hätte sie für dieses Cliché einen ganzen Tag lang aufgezogen.
„Was?", fragte Jack und unterbrach damit ihre mentale Rüge, die sie sich selbst gab.
„Ähm … Tylenol. Advil. Was gegen die Schmerzen.", sagte sie schnell.
„Nah, so schlimm ist es nicht. Noch nicht. Danke."
„Ah, ja. Kein Problem.", murmelte sie. Jack nickte und wandte seine Aufmerksamkeit wieder dem Film zu. Sam sah ihn an und seufzte. Wenn es Daniel gewesen wäre oder Teal'c … oder irgendwer anders, dann hätte sie nicht gezögert. Keine große Sache. Aber es war Jack O'Neill, der Jack O'Neill mit dem sie seit Monaten zusammen eingesperrt war, der sich die ganze Zeit tadellos verhielt, ganz im Gegenteil zu ihren sporadischen verrückten Anfällen …
Auf einmal lächelte sie. Sie hatte eine Idee. Er hatte die ganze Geschichte mit dem Wetten getan, damit sie aufhörte ihn ‚Sir' zu nennen. Möglicherweise könnte sie seine eigenen Methoden gegen ihn verwenden.
Als der Film zu Ende war, fragte sie lässig:
„Hey, willst Du Schach spielen?"
„Ich weiß nicht, es ist schon spät …, wenn ich mich recht erinnere, dann hast Du das letzte Mal, als wir so spät spielten, verloren."
„Ja. Deswegen will ich eine Revange.", sagte sie grinsend. War das nicht zu einfach?
„Hmm. Naja, wenn Du eine Revange willst, dann bekommst Du eine. Um was spielen wir?"
„Wenn ich gewinne, musst Du kochen."
„Das ist nicht sehr …"
„Die ganze Woche."
„Ja. Okay."
„Das, was ich will.", fügte sie aus Anstand noch hinzu.
Er kniff kurz seine Augen zusammen und sagte:
„Okay, und wenn ich gewinne?"
„Ich weiß nicht.", sagte sie mit einem lässigen Achselzucken.
„Wie wär's mit … wenn ich gewinne, musst Du eine Woche lang koch …, nein, das wäre ja glatte Selbstbestrafung."
Sie funkelte ihn an und warf ein Kissen nach ihm, aber sie lachte dabei. Er griff schmunzelnd nach dem Kissen und sagte:
„Ich weiß nicht … Ich geh' das Brett holen und überleg' mir was."
„Okay. Ich mache uns Kaffee. Bist Du sicher, dass Du kein Advil oder irgendwas anderes für Deinen Nacken brauchst? Wenn ich schon mal in der Küche bin?", fragte sie, als sie in die Küche ging.
„Nein, das wird schon wieder.", sagte er und ging zum Schrank im Flur, um das Schachspiel zu holen.
Sam war ein klein wenig nervös. Sie machte den Kaffee und fragte sich, ob er ihre dezente Anspielung auf seinen Nacken verstanden hatte, oder ob sie es ihm offen musste.
„Oh SAAAAMM!", rief Jack plötzlich. Er hörte sich sehr stolz an. „Mir ist was eingefallen!"
Sie grinste als sie Zucker in ihren Kaffee gab. Jetzt war alles, was sie noch zu tun hatte, diskret zu verlieren. Sie nahm beide Kaffeetassen mit ins Wohnzimmer, lächelte und fragte:
„Was ist Dir denn eingefallen?"
„Okay, wenn Du gewinnst, dann koche ich Dir alles, was Du willst, eine ganze Woche lang. Wenn ich gewinne, dann hilfst Du mir mit meinem Nacken.", sagte er, fuhr über seinen Nacken und verzog sein Gesicht.
Überrascht sah sie ihn an. Sie hoffte, sie hatte nicht damit übertrieben und sagte:
„Okay, aber ich bin diesmal Weiß."
„Einverstanden.", stimmte er ihr zu. Sie setzten sich gegenüber and den Tisch, wo er bereits das Schachbrett aufgestellt hatte.
Sam biss sich konzentriert auf die Unterlippe. Zumindest musste sie das nicht vortäuschen. Es war viel schwerer unauffällig zu verlieren, als zu gewinnen.
Zum Glück hatte sie darin Übung. Als Cassie klein war, ließ Sam Cassie immer gewinnen. Solange, bis Cassie schließlich das Spiel beherrschte und Sam sie nicht mehr gewinnen lassen musste. Jack kannte sie jedoch besser. Sie musste also noch diskreter vorgehen.
Sie fing damit an, je länger das Spiel dauerte mehr und mehr träger zu werden, damit er den Eindruck bekam, ihr Gehirn würde immer langsamer arbeiten. Während sie darauf wartete, dass er seinen nächsten Zug machte, stützte sie ihren Kopf in ihre Hände und gähnte. Sie betrachtete das Spiel sehr sorgfältig.
Als sie an der Reihe war, schmiss sie mit ihrem Läufer einen seiner Bauern und hielt inne, ihre Hand immer noch an der Figur und nahm sie zurück.
„Oops.", murmelte sie.
„Du solltest besser aufpassen, sonst verlierst Du.", warnte sie Jack.
„Das glaube ich nicht, Jack. Vielleicht sollte ich noch nen Kaffee trinken.", sagte sie, nachdem sie einen anderen Zug machte. Sie ging in die Küche, um sich Kaffe zu holen, aber nicht nur. Vor allem konnte sie jetzt dem teuflischen Grinsen freien Lauf lassen, das sich schon während den letzten zehn Minuten in ihrem Gesicht breit machen wollte.
Zehn Minuten später machte sie den „fatalen" Zug. In dem Moment, in dem sie ihren Springer los ließ, lehnte sich Jack schnell vor.
„Warte, warte, ich will's anders machen.", wandte sie sofort ein.
„Keine Chance. Du hattest Deine Figur schon los gelassen. Das sind die Regeln und Du kennst sie auch.", sagte er und schmiss ihren Springer mit einem Turm, so dass ihr König von seiner Königin, und von Turm und Läufer eingekreist war.
„Komm schon, Jack. Meine Hand war gerade einen Millimeter von meinem Springer weg, da hast Du ihn schon vom Brett geschmissen …"
„Das ist egal. Wenn Du los lässt, bin ich am Zug."
„Ich würde Dich den Zug zurücknehmen lassen.", behauptete sie, aber auch nur, weil er es von ihr erwartete, und, weil es Spaß machte.
„Das bezweifle ich sehr."
„Doch, würde ich.", beharrte sie.
„Aber Du hast es nicht getan, als wir, nach der Sache mit den Manschetten, zusammen auf der Krankenstation lagen. Erinnerst Du Dich? Kaum hatte ich meine Hand von dem Läufer genommen, hast Du ihn mit Deinem Turm so sehr ‚angestubst', dass er quer durch das Zimmer flog. Daniel stolperte darüber und rammte mit seinem Kopf den Medikamentenwagen."
Drei Stiche später hatte Daniel sie immer noch böse angestarrt und Janet hatte ihr Schachbrett konfisziert und ihnen damit gedroht, keinen Wackelpudding mehr zu Mittag mehr zu bekommen, sollten sie nicht „brav" spielen.
An Daniel, Teal'c und Janet zu denken, machte ihr in letzter Zeit wirklich zu schaffen. Immer, wenn sie irgendetwas an sie erinnerte, musste sie automatisch lächeln, bevor ihr klar wurde, wie sehr sie ihre Freunde vermisste.
„Bist Du in Ordnung?", fragte Jack.
„Ja. Ich hab' nur … vermisst Du Janet, Teal'c und Daniel gar nicht?"
„Doch. Schon. Naja, Teal'c auf jeden Fall. Und … sogar Daniel.", gab er stirnrunzelnd zu, so als wäre es schmerzhaft, es zuzugeben. „Und der Doc … naja, solange sie keine Nadel oder so eine nette kleine Taschenlampe in der Hand hat, ist sie in Ordnung …Jetzt hör aber auf von Deinem Wetteinsatz abzulenken.", sagte er und grinste.
Sie lachte und sagte: „Es ist schon ziemlich spät, ich könnte es verstehen, wenn Du jetzt gern schlafen würdest, und wir das auf morgen …"
„Keine Chance. Wir hatten eine Abmachung."
„Schon gut, schon gut.", sagte sie, stand vom Boden auf und streckte sich. Sie betrachtete Jack. Er sah schon fast ein wenig zu selbstgefällig aus. Tatsächlich schon so selbstgefällig, dass sie es für einen Bruchteil einer Sekunde in Erwägung zog, ihm zu erzählen, dass sie das alles geplant hatte, nur damit dieses blöde Grinsen verschwand. Wie auch immer, das würde auf alle Fälle den wahren Grund ihres Plans auffliegen lassen und Jack würde ewig darauf herum hacken.
Okay, dachte sie und lächelte zu sich selbst. Dann muss ich eben einen anderen Weg finden, um sein Grinsen los zu werden.
Unsicher sah Jack Sam an, als sie zu ihm herkam. Eben hatte sich es noch wie eine verdammt gute Idee angehört … sein Nacken war verspannt und sie konnte ihm da helfen. Aber jetzt war er sich da gar nicht mehr so sicher. Je näher sie kam, desto nervöser wurde er.
Sam bemerkte seine Nervosität sofort und war froh darüber. Aus irgendeinem Grund fühlte sie sich weniger nervös, desto nervöser er wurde.
„Also gut.", sagte sie schließlich und setzte sich auf die Armlehne neben ihm.
Jack war uncharakteristisch still geworden. Er wusste, wenn er sich umdrehen würde, wäre er auf Augenhöhe mit ihrem Oberkörper. Er schluckte und starrte stur gerade aus. Selbst dann, als sie anfing seinen Nacken sanft mit ihren Fingernägeln zu kratzen, die zwar noch nicht sehr lang waren, aber länger als üblich, wenn sie jeden zweiten Tag im Einsatz war.
„Wo tut es genau weh?"
Er betete, dass sie das Zittern, das gerade eben durch seinen Körper ging nicht bemerkt hatte, und drehte ihr seinen Rücken zu ihr
"Nur … mein Nacken. Und meine Schultern.", fügte er noch hinzu. Hey, es war ziemlich wahrscheinlich, dass er so eine Gelegenheit nie mehr wieder bekommen würde. Er würde das jetzt genießen.
Sam verdrehte ihre Augen, aber sagte: „In Ordnung."
Jack spielte kurz mit dem Gedanken „Und mein Rücken" noch hinzu zu fügen, dachte dann aber, dass er es damit wohl übertreiben würde. Er zuckte leicht zusammen, als ihre Finger unerwartet an seinem Haaransatz zu massieren anfingen. Überrascht stöhnte er auf.
„Zu fest, Jack?"
„Nein.", krächste er.
Er verdrehte seine Augen. Nicht nur, dass sie seine ganzen Sinne mit einer fast schon professionellen Massage überfiel, sie nannte ihn jetzt auch noch ‚Jack', was immer noch nicht so häufig vorkam wie früher ‚Sir'.
Jack hatte plötzlich das Gefühl die Kontrolle über die Situation komplett verloren zu haben, aber die Massage tat seinem Nacken so gut, das es ihn nicht mehr länger kümmerte.
Er hatte nicht gelogen. Sein Nacken, besonders die linke Sehne war so verspannt, dass es Sam fast nicht glauben konnte.
„Du hast Dir wirklich viel Mühe gegeben!", sagte sie nach einigen Minuten Stille mitleidig. Als ihr klar wurde, dass er offensichtlich während der letzten paar Tage wirklich Schmerzen hatte, konnte sie sich mehr darauf konzentrieren ihm wirklich zu helfen, als sich darüber bewusst zu sein, was sie gerade tat.
„Hmm."
Sie musste wegen seiner, wie sie annahm, zustimmenden Antwort lächeln. Je mehr sich seine Nackenmuskulatur lockerte, desto entspannter wurde er und lehnte sich immer weiter zurück an die Couch und zu ihr, bis er sich schließlich ganz an sie lehnte, ohne dass ihm bewusst war, wann er das getan hatte. Das einzige Problem damit war, dass während es für ihn sehr bequem war, seinen Kopf an ihre Brust zu lehnen, war es umständlich für sie, die Stelle zu massieren, die sie massieren sollte, besonders nachdem sie schon seinen ganzen Nacken massiert hatte.
Sie biss sich auf ihre Lippe und konnte nicht glauben, was sie gerade im Begriff war zu sagen.
„Jack?"
„Hmmm?" Offensichtlich hatte er die Fähigkeit zu Sprechen verloren, was sie seltsamerweise stolz machte. Sie wollte das nicht weiter darüber nachdenken, zumindest nicht im Moment. Im Moment war sie einfach nur erleichtert darüber, dass er keine sarkastischen oder anzüglichen Bemerkungen machte. Außerdem machte es ihr Mut für ihre nächste Frage.
„Erlaubnis Ihr Shirt zu entfernen, Sir?"
„Du – wa…huh-was?", fragte er schläfrig.
„Damit ich an Deine Schultern ran komme. Du hast gesagt, sie wären auch verspannt.", erinnerte sie ihn in einem sachlichen Ton, den sie von Janet aufgeschnappt hatte.
„Oh. Ja, Schultern." Er beugte sich vor, und fing an es sich auszuziehen.
Sam half ihm. Dabei streiften ihre Finger an seiner Seite entlang. Er war sich sicher: mit Absicht. Wie dem auch sei, nachdem das Shirt ausgezogen war und sie seinen nackten Rücken massierte, kam die Nervosität zurück. Sie hatte nur wenige Möglichkeiten seine Schultern zu massieren. Er könnte sich auf die Couch legen und sie würde sich rittlings auf ihn drauf setzten, oder er könnte sitzen bleiben und sie könnte sich hinter die Couch stellen.
Momentan traute sie weder ihm, noch sich selbst in irgendeiner horizontalen Position. Bevor er also irgendetwas anderes sagen konnte, ging sie hinter die Couch, lehnte sich leicht über und massierte ihn weiter.
„Sam, wenn Du jemals genug von der Air Force hast … und die ganze Astrophysik-Genie-Sache nicht funktionieren sollte und Du Empfehlungen für eine Karriere als Masseuse brauchst …", Jack war sehr stolz, dass er so viele Wörter zu einem fast vernünftigen Gedanken zusammengesetzt hatte.
Sie lachte leise. „Danke, ich lass es Dich wissen."
Nach einer weiteren halben Stunde hatten sich die Verspannungen in seinen Schultern mehr als gelöst, und er war in einem einmaligen Zustand von Entspannung und Anspannung. Er wusste nicht, dass es möglich war so entspannt und erregt zu sein. Ihm kam der Gedanke, dass ihre Hände müde sein mussten. Sein Gehirn war zu vernebelt, um sich darum zu kümmern, dass das was er vorhatte so ganz und gar nicht erlaubt war. Er nahm ihre Hände. Sam atmete scharf ein, aber sie dachte, er hätte es nicht bemerkt. Hatte er aber. Für einen Moment massierte er leicht ihre Finger und ihre Handrücken, dann glitten seine Hände ihre schlanken Arme hinauf, bis sie schließlich über den Ellbogen Halt machten.
Sie verstand, was er wollte und lehnte sich weiter vor. Bevor sie sich klar machen konnte, dass das keine gute Idee war, umarmte sie ihn. Ihr Gesicht war direkt neben seinem. Jack spürte ihren Atem an seinem Nacken. Er drehte sich zu ihr. Ihre Blicke trafen sich und es verschlug ihm den Atem. Langsam schluckte er und sagte schließlich:
„Sam."
„J-Jack.", stotterte sie und verdrehte deswegen in Gedanken ihre Augen.
„Ich habe noch eine Frage für Dich.", sagte er. Er sprach leise, aber schnell, ehe der Teil seines Gehirns, der ihn normalerweise daran hinderte, solche Dinge zu sagen und zu tun zu arbeiten anfing.
Ein helles weißes Licht blitzte von der Küche her auf. Automatisch sahen beide hin. Sam sah auf ihre Uhr.
„Wow, es ist wirklich schon spät.", kommentierte sie. „Ich habe mich schon gefragt, wann Thor endlich das Essen auffüllt."
„Ja.", murmelte Jack. „Perfektes Timinig, Kumpel. Schon wieder ein „Carter ist gerade dabei ‚Ja' zu sagen und mit mir Fischen zu gehen, hey, was ist das für ein Licht"-Zwischenfall."
Sam stand auf und ließ zögernd von seinen Schultern ab. Aber sie hatte den Körperkontakt ohnehin schon länger hinausgezögert, als sie es sowieso sollte.
Sie ging um die Couch herum, lehnte sich gegen die Armlehne und sah auf ihre müden Hände.
„Ähm, Du hattest eine … Frage?", sagte sie.
„Ja."
Der Ausdruck in seinen Augen verwandelte sich von glücklich und entspannt zu durchbohrend. Sie hasste es, wenn er sie so ansah. Es machte keinen Sinn, aber sie hatte immer das Gefühl, dass er ihre Gedanken in ihren Augen lesen konnte. Gleichzeitig fasste sie es als eine unausgesprochene Herausvorderung auf. Also egal, wie sehr sie sich bei der Sache unwohl fühlte, sie weigerte sich weg zu sehen.
Manchmal, wenn sie sich zum Beispiel auf entgegengesetzten Seiten eines Kraftfeldes befanden, oder sie um seine Unterstützung für eine verrückte Rettungsmission für ihren Vater bettelte, war das eine sehr gute Sache. Aber viel öfter, endete das nur in einer unangenehmen Situation, die sie unzufrieden und leicht irritiert zurück ließ.
„Ich fragte mich, ob Du …", fing Jack an.
Sie sah sprichwörtlich den Moment, in dem er es sich anders überlegte. Sie war absolut überzeugt gewesen, dass das was er sagen wollte, schließlich all das auf den Tisch brachte, was schon immer unausgesprochen zwischen ihnen stand. Aber irgendetwas hielt ihn zurück. Sie hoffte, dass es nicht etwas gewesen war, das er in ihren Augen gesehen hatte, aber was hätte es anderes sein können?
„Ob Du … weißt, was passiert, wenn man durch das Stargate rückwärts gehen würde?", beendete er den Satz mit einem entschuldigenden Lächeln.
„Du würdest am anderen Ende rückwärts raus kommen.", antwortete sie.
„Nein, ich meine, das andere Ende des Wurmlochs. Wenn Du um die Rampe herumlaufen würdest und von der anderen Seite … könnte man hindurch gehen, oder würde es einen umbringen?"
„Nun ja, man kann sicherlich nicht hindurch gehen. Aber wie bei der richtigen Seite des Ereignishorizontes müsste es Dir, wenn Du zum Beispiel nur deine Hand hineinsteckst, auch möglich sein sie einfach wieder herauszuziehen. Du musst daran denken, dass das Wurmloch nur ganze Objekte demolekularisiert, also, sollte die Energie nicht vorzeitig abgeschalten werden …"
„Cool", sagte er einfach. „Ähm. Gut, Danke. Für die Erklärung und die … Massage."
„Immer gerne."
Er zog seine Augenbrauen hoch.
„Die Erklärung.", sagte sie schnell, und verdrehte die Augen, weil sie rot wurde. Und der selbstgefällige Ausdruck in seinem Gesicht war wieder zurück. Selbst nach all der harten Arbeit ihn los zu werden. „Ich habe von der Erklärung gesprochen. Gute Nacht S… Jack.", sie beeilte sich in ihr Schlafzimmer zu kommen, schnell weg von dort, bevor noch etwas anderes schief ging.
„Thor!", schrie General Hammond. Sein neuer Freund hatte ihn zur Verzweiflung gebracht.
„Ich entschuldige mich, General Hammond. Ich habe vergessen, dass die Essenslieferungen automatisch nach einer Zeitschaltuhr …"
„Sie waren so nah dran!"
„Ich stimme Dir zu. Wie dem auch sei, es hat schon eine lange Zeit gedauert. Abgesehen von unserer zeitlich schlechten Unterbrechung glaube ich nicht, dass wir noch sehr viel länger warten müssen."
„Das will ich auch hoffen.", murmelte Hammond.
TBC
A/N: Sorry, dass das jetzt so lange gedauert hat. Ich entschuldige mich hiermit. Ich kann auch nicht versprechen, dass Updates jetzt wieder ‚regelmäßiger' kommen. Setzt die ff einfach einen Story Alert und ihr bekommt eine e-Mail, wenn ein update da ist. Ich hoffe, ich hab jetzt mit meiner langen ‚Abwesenheit' niemanden vor den Kopf gestoßen, aber ich war bis zu 11h am Tag im Labor, da ist irgendwann mal Schicht im Schacht. Ansonsten freue ich mich riesig über Reviews … oder schreibt mal. An und für sich bin ich ein recht kommunikativer Mensch fg. Ling
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