Kapitel 16

Stipvisiten

„Jack, das wirst Du NICHT tun.", sagte Sam, und stemmte ihre Hände in die Hüfte.

„Ach, komm schon.", jammerte Jack. „Die letzten drei Mal, als Thor via Hologramm hier auftauchte … störte er. Wenn ich mich recht erinnere, warst Du darüber auch nicht sehr begeistert. Ich habe Dein Gesicht noch nie so rot gesehen, außer vielleicht, als Du auf 595 aufgewacht bist und Dich an die Nacht zuvor erinnert hast als Du dieses Zeug getrunken hattest und Dein …"

„WIE oft wirst Du mir das noch unter die Nase reiben?", fragte Sam, und wurde schon beim Gedanken an jenes berüchtigte Ereignis rot.

„Nur noch ein paar Mal, ich versprech's.", versicherte Jack sarkastisch, und nahm den Grund der Diskussion auf: das Bild, an dem er fast den ganzen Morgen gemalt, und seine künstlerischen Fähigkeiten bewundert hatte. Es regnete, somit konnte er also nicht Fischen, und Sam hatte lange geschlafen. Er war gelangweilt und als er ein paar Zeichenstifte in einer Schublade gefunden hatte, hatte er Thor ein Geschenk gemalt, das Sam gerade zu zerstören drohte.

„Komm schon Sam, willst Du wirklich, dass Dich Thor noch einmal nackt sieht?", fragte Jack grinsend, als er sich an ihren völlig überraschten Gesichtsausdruck an dem Tag erinnerte, an dem Thor in das Wohnzimmer kam … okay, sich ins Wohnzimmer beamte.

„Okay, vielleicht kann man das System etwas verfeinern, aber …"

„Er sagt, er hat's versucht. Komm' schon, er wird es sowieso lustig finden."

„Nein, das wird er nicht. Noch werden das General Hammond und der President lustig finden, wenn sie davon hören. Kannst Du dich nicht mehr daran erinnern, was passiert ist, als Du Freyers Mutter beleidigt hast?"

„Ach, es wird ihnen nichts ausmachen … außerdem … vermasselt er meinen Stil.", beteuerte Jack.

„Das ist mir egal, Jack. Du wirst Thor, dem obersten Kommandaten der Asgard Flotte, keinen Zettel geben, auf dem steht: ‚Wenn die Hütte am Beben ist, dann bleib' wo Du bist!"

„Aber …"

„Und die kleine Zeichnung, die Du gemacht hast, ist einfach nur falsch!"

„Zumindest kann ich mehr als Strichmännchen zeichnen.", sagte er freudig.

„Jack O'Neill, wenn Du dieses Stück Papier einem der mächtigsten Alliierten der Erde gibst, wird das nichts ausmachen, es hat sowieso keinen Zweck.", sagte Sam und verschränkte resolut die Arme.

Es dauerte eine Sekunde, bevor Jack verstand, was sie meinte und grummelte schließlich: „Schon gut, es war sowieso nur einen Witz."

„Sicher."

„Natürlich! Du bist scharf, wenn Du sauer bist.", sagte er mit einem gewinnenden Lächeln.

Sam seufzte, schüttelte ihren Kopf und versuchte angestrengt nicht zu lächeln. Sie war damit nicht sonderlich erfolgreich. Sie wussten beide, das es eine leere Drohung war, genauso wie Jack's Vorschlag von Anfang an. Aber er hatte Recht. Thors unpassende Unterbrechungen fingen langsam wirklich an zu stören.

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„Hi Thor … woa, sind Sie in Ordnung?", fragte Hammond. Thors Schultern hingen leicht herab, und ließen ihn ziemlich niedergeschlagen aussehen. General Hammond dachte, dass in diesem Moment selbst Dr. Jackson beeindruck gewesen wäre, wie gut er leichte Veränderungen in der Körpersprache des kleinen grauen Aliens interpretieren konnte.

„Ich verschwende wertvolle Zeit damit zu versuchen, nach Major Carter und O'Neill zu sehen und ihnen gleichzeitig ihre Intimsphäre zu wahren. Es ist schwierig."

„Ich kann mir vorstellen, dass das für sie kein sehr nützlicher Zeitvertreib ist."

„Das ist es nicht.", stimmte Thor zu. „Ich ziehe es in Betracht, ihnen ein Kommunikationsgerät zu geben, damit sie mir einmal am Tag, wann immer sie Zeit finden und es ihnen gerade passt, versichern können, dass es ihnen gut geht."

„Hört sich gut an.", gab ihm Hammond Recht, und fragte sich, warum ihnen das nicht schon früher eingefallen ist. „Vermuten sie noch nichts?"

„So weit ich weiß, noch nicht."

„Das ist zumindest etwas. Der Rest des SG1 Teams und Dr. Fraiser werden meiner Meinung nach etwas zu neugierig."

„Nun gut, sie müssen nicht mehr lange warten.", sagte Thor und dematerilisierte sich.

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Sam schwamm im See. Das Wasser fing an wieder kalt zu werden. Schon sehr bald würde es zu kalt sein, um darin zu schwimmen, also wollte sie es ausnutzen, so lange sie noch konnte. Sie tauchte nahe dem Dock auf, um Luft zu holen und bemerkte, dass Jack endlich aus der Hütte gekommen war und jetzt barfuß am Rand des Docks stand und sie beobachtete.

„Was?", fragte sie nervös.

„Hattest Du den schon immer hier?", fragte er.

„Wen?"

Den."

Sam folgte seinem Blick zu ihrer Brust und verstand, dass er von dem schwarzen Bikini redete. Sie hatte keinen Grund mehr, sich zu schämen und, den Bikini zu tragen, wenn er dabei war.

„Vielleicht.", antwortete sie mit einem kleinen Lächeln. „Warum? Gefällt er Dir?"

Er zuckte mit den Schultern tat so, als wäre es ihm eigentlich egal und sagte: „Ist okay. Bist Du schon fertig?"

„Vielleicht.", wiederholte sie. „Warum?"

„Du siehst aus, als würde es dir kalt sein."

„Komm rein und find's heraus.", forderte sie ihn leichtfertig heraus. Sie fand es lustig, dass er schätzungsweise hunderte, wenn nicht sogar tausende Stunden am See saß, aber so zögerlich war, tatsächlich rein zu gehen und das Wasser zu genießen. Es war eine seltsame Eigenart, die sie ziemlich faszinierend fand.

„Ich bin immer noch der Meinung, dass Du da drin krank wirst.", bekräftigte er und setzte sich so hin, dass seine Beine über den Rand des Docks hingen. Sie schwamm zu ihm herüber, hielt vor ihm an.

Jack war erst zweimal geschwommen: als er die erste Wette mit ihr verloren hatte und hinein gesprungen war, was schon lange her war, und als er sie zum ersten Mal beim Schwimmen mitten in der Nacht erwischt hatte. Sam, die sich völlig im Klaren drüber war, dass das eines der letzten Male, wenn nicht sogar das letzte Mal sein wird, dass sie in diesem Sommer im See schwamm, entschied, dass sie das nicht alleine machen wollte.

„Gut, ich bin fertig. Hilfst Du mir raus?", fragte sie und griff nach seiner Hand.

Er nahm sie und prompt zog sie ihn mit einem gewaltigen Platscher zu sich ins Wasser. Er tauchte spritzend auf und schrie über ihr Gelächter hinweg. „Verdammt, Sam, es ist eiskalt!"

„Nein, ist es nicht. Außerdem war das eine Unterrichtsstunde."

„In was?"

„Fischen.", erklärte sie und schwamm von ihm und vom Dock weg, in der Hoffnung, dass er nicht gleich wieder rausgehen würde.

Während er sich seine Klamotten auszog und sie auf das Dock warf, wo sie mit einem überraschend lautem „Schwaps" landeten, bewegte sich Sam immer weiter in den See hinein und schrie: „Du musst zugeben, Du hast es verdient, Jack. Seit Jahren fischst Du in dem See nach irgendetwas … irgendetwas musste sich dafür bei dir rächen."

Als er sich bis auf seine Shorts ausgezogen hatte, drehte er sich ruhig zu ihr um, und schrie: „Sam?"

„Ja?"

„An Deiner Stelle würde ich jetzt rennen."

Nun gut, sie konnte nicht rennen, aber sie quietschte und steuerte das gegenüberliegende Ufer an, als er sie plötzlich verfolgte.

Als er sie endlich gefangen hatte, hielt er sie fest und sagte: „Danke für den Unterricht, Carter. Ich habe herausgefunden, was ich all die Jahre falsch gemacht habe."

„Und … das war?"

„Der falsche Köder.", sagte er und küsste ihre Nase, die kälter war, als er erwartet hatte.

Sie lachte, verdrehte die Augen und warf ihm den Blick zu, von dem er jetzt wusste, er bedeutet, dass er lustig war, aber an der Grenze zu kitschig. Hey, sie hatte damit angefangen …

„Es ist arschkalt hier drin!", erklärte Jack plötzlich mit seiner viel imitierten Dr. Evil Gestik, zog ihren Körper so nah an sich heran, wie er nur konnte, was nicht annähernd so nah war, wie ihm lieb gewesen wäre, da sie ja immer noch Wasser treten mussten.

„Ich dachte Du kämst aus Minnesota, Jack. Verträgst Du nicht ein bisschen kaltes Wasser?", forderte Sam ihn leichtfertig heraus.

„Kälte, ja. Aber wir sind klug genug uns von kaltem Wasser fern zu halten, weil, schau, wenn Wasser kalt wird, dann wird es zu etwas, dass sich Eis nennt …", sagte er sarkastisch.

„Schau an, und ich dachte man hält mich hier für den wissenschaftlichen Besserwisser.", antwortete sie ihm, gab ihm einen kurzen Kuss auf den Mund, und machte sich auf den Weg zum Dock. Er fasste sie an der Taille, zog sie wieder zu sich heran, und küsste sie geräuschvoll, ihre Beine stießen im Wasser zusammen, als sie versuchten an der Oberfläche zu bleiben.

Sam stöhnte und vertiefte den Kuss, legte ihre Arme um seinen Nacken und vergaß alles um sich herum. Dummerweise vergaß sie auch zu schwimmen, so wie Jack ein paar Sekunden später. Der Kuss wurde unschön unterbrochen, als sie abrupt untergingen.

Sie tauchten lachend auf. „Wer als erster am Dock ist, gewinnt, Carter.", forderte Jack heraus.

„Die verlierst Du, O'Neill!", bevor er „Los" sagen konnte, war sie schon weg, und hatte seine Schultern als extra Widerstand genutzt, um sich abzustoßen und einen Vorsprung zu gewinnen.

„Hey! Du schummelst!", schrie er ihr nach. Er merkte jedoch, je länger er ihr empört nachsah, desto größer würde ihr Vorsprung werden, und verfolgte sie.

Sie war zuerst am Dock, hielt sich an der Leiter fest und drehte sich um, um zu sehen, wie nah er war. Zu nah, um sicher zu sein. Sie schrie und begann die Leiter hochzuklettern. Er holte sie ein, aber sie glitt ihm aus seinen Armen, krabbelte das Dock hoch und tropfte alles voller Wasser. Sofort war ihr kalt, und sie verschränkte die Arme, als sie Gänsehaut bekam.

„Sam, das war nicht fair.", sagte Jack in einer gefährlich tiefen Stimme, als er vor Wasser triefend die Leiter hoch kletterte.

„Hey, Du warst derjenige, der mir beigebracht hat, dreckig zu kämpfen, Colonel O'Neill.", erinnerte sie ihn und griff nach ihrem Handtuch. Großartig. Seine nassen Klamotten waren vorher auf ihrem Handtuch gelandet. Alles war tropfnass.

„In diesem Fall, wiederhole ich meine Warnung von vorhin. Renn'.", riet er ihr.

Sams Augen wurden groß und sie rannte ins Gras.

Als Sam schnell aus Jacks Reichweite verschwand, stellte sie fest, dass es wirklich zu kalt für so was war. Ihnen beiden würde es wesentlich mehr Spaß machen, wenn sie das unter einer heißen Duschen weiterführen würden. Sie lächelte, gratulierte sich zu dieser brillianten Idee und ließ sich von Jack erwischen.

Sie erwatete nicht, dass er sie über seine Schultern warf.

Überrascht schrie sie auf, wand sich und trat um sich. Ihr Zeh verfing sich im Gummiband seiner Shorts, als sie gegen ihn ankämpfte. Eine Hand hielt ihre Beine fest, mit der andere griff er nach ihrem Fuß, und erklärte: „Vorsichtig da oben, das war nur knapp am Primärziel vorbei!"

„Lass mich runter!", bestand Sam und bohrte ihren Daumen in seine Rippen.

Er schlug ihre Hand weg, und sagte: „Nope. Will ich nicht. So langsam gefällt mir die neue Ansicht." Er tätschelte ihren Hintern, von dem sie genau wusste, dass er direkt in die Luft zeigte, und ging in Richtung Hütte.

Na schön, dieses Spiel können zwei spielen, dachte sich Sam, und tätschelte ihn am Hintern, vielleicht etwas kräftiger als nötig gewesen wäre. „Das ist nicht lustig, Jack!"

„Hey!", wehrte er sich und tat so, als ob er sie fallen lassen würde. Aus Reflex quietschte sie auf und klammerte sich an ihn. „Schau Sam, es ist gar nicht so schlimm."

„Ich dachte, nach dem was letztes Mal passiert ist, bist Du über jegliche Höhlenmenschenfantasien hinweg.", entgegnete ihm Sam.

„Ah, aber das letzte Mal waren wir Höhlenmenschen, Du hattest den meisten Spaß, während ich in einer Zelle zusammen mit General Hammond landete.", antwortete er.

„Gut, dieser spezielle Höhlenmensch hat hoffentlich fließend heißes Wasser in seiner Höhle, sonst werden wir beide krank."

„Ich habe Deinen Verstand schon immer geliebt.", sagte Jack und tätschelte wieder ihren Hintern.

„Das ist aber nicht mein Verstand.", stellte Sam fest und hätte schwören können, dass sie sein Lächeln an ihrer Hüfte spürte, als er die Tür zur Hütte öffnete und sie hinter ihnen mit seinem Fuß wieder zu stieß.

Jack blieb stehen.

„Hey!", protestierte Sam und kniff in seinen Hinter, damit er weiterlaufen würde. „Wir tropfen alles voller Wasser!"

Jacks Antwort galt eindeutig nicht ihr. „Ähm … hey, Thor."

„Sei gegrüßt, O'Neill. Ist Major Carter verletzt?", fragte Thor leicht besorgt.

„Nope.", sagte Jack mit einem Grinsen und verlagerte ihr Gewicht auf seiner Schulter ein wenig, damit sie in einer bequemeren Position war, was darauf hin deutete, dass er plante so stehenzubleiben und gemütlich mit Thor zu reden, während sie einfach nur so dahing.

„Da bin ich anderer Meinung! Lass mich runter!", bestand Sam, trat wieder mit ihren Beinen und wand sich. Sie machte sich keine Sorgen mehr um sein „Primärziel" und würde sicherlich auch nicht länger Thor den Hintern entgegenstrecken.

„Okay, okay.", sagte Jack, und kicherte als er sie wieder vor sich auf ihre Füße stellte.

Sam sah zuerst an sich herunter, um sicher zu gehen, dass ihr Oberteil am rechten Ort war, bevor sie sich zu Thor umdrehte. Sie strich ihre Haare glatt, und steckte sie hinter ihre Ohren. Ihr war leicht schwindelig, da sie so lange mit dem Kopf nach unten gehangen hatte. „Hi, Thor. Du bist tatsächlich hier!"

„Das ist richtig, Major Carter. Ich habe euch dieses Kommunikationsgerät mitgebracht.", sagte Thor und gab es ihr.

„Danke.", sagte Sam und nahm es zitternd entgegen.

„Warum gehst Du nicht schon mal unter die Dusche.", schlug Jack vor, und drückte ihre Schultern.

„Thor, wenn es Dir nichts ausmachen würde?", fragte sie, kaum fähig ihr Zähneklappern zu unterdrücken.

„Natürlich nicht, Major Carter. Ich bitte darum."

„Okay, ähm … bis später, Thor."

Als sie zum Bad ging, sah sie Jack über die Schulter hinweg verdächtig an. Er führte etwas im Schilde.

Jack widmete schnell seine Aufmerksamkeit Thor, beugte sich vor, stützte seine Hände auf seine Oberschenkel und sprach auf Augenhöhe leise zu Thor.

„Thor, mein Freund, Du musst mir helfen …", fing er an.

„Ich habe euch das Gerät gegeben, damit ihr mich täglich kontaktieren und mir über euren Status berichten könnt. Solltet ihr nicht vergessen, mich zu kontaktieren, werde ich es nicht mehr riskieren euch wieder zu stören."

„Das ist wirklich großartig, Thor. Danke.", sagte Jack zustimmend. „Aber ich brauche Deine Hilfe bei etwas anderem …"

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„Hey, Janet, hast Du was dagegen, wenn wir uns zu Dir setzen?", fragte Daniel lächelnd, und setzte sich ihr gegenüber. Teal'c setzte sich mit seinem wie üblich voll beladenem Tablett neben ihn.

„Hi. Natürlich nicht.", sagte Janet über ihre Kaffeetasse hinweg.

„Dr. Fraiser, geht es Dir heute gut?", fragte Teal'c höflich, und salzte die Makkaroni auf seinem Tablett.

„Mir geht es gut, Teal'c. Zur Abwechslung ist meine Krankenstation mal leer."

„Das sind gute Nachrichten.", sagte Teal'c.

„In der Tat.", sagte Daniel schnell, rutschte mit seinem Stuhl näher heran, und lehnte sich verschwörerisch zu ihr hinüber, um reden zu können. Er war von dem, was er sagen wollte so eingenommen, dass er gar nicht bemerkte, wie Teal'c ihn ansah, weil er seine Lieblingsphrase gestohlen hatte. „Hör' zu Janet, denkst Du, Hammond weiß etwas über Sam, und erzählt es uns nicht?"

„Warum, was hast Du gehört?", fragte Janet neugierig, und beugte sich ebenfalls vor.

„Nicht viel, aber Sergeant Davis hat mir erzählt, dass General Hammond Jacob eine Nachricht gesendett hat, und ihn bat so schnell wie möglich zu kommen.", sagte Daniel.

„Ja, Siler meinte, Hammond wäre sogar deswegen ein wenig … nervös gewesen.", erzählte Janet weiter. „Du glaubst doch nicht wirklich, er und der Präsident denken ernsthaft darüber nach, die Beiden zu fragen ein Baby zu bekommen, oder?"

Daniel zuckte mit den Schultern und sagte: „Ich persönlich verstehe nicht, wo das Problem liegt. Beide Seiten hätten was davon. Jeder würde bekommen, was er will …"

„Daniel Jackson, Du solltest besser nicht darüber reden.", sagte Teal'c bestimmt, da er den Sergeant, der die Wetteinsätze verwaltete, am gegenüberliegenden Tisch bemerkte.

„Wie dem auch sei, selbst wenn sie fragen, was wird aus SG1?", fragte Janet.

„Naja, ich weiß nicht. Ich nehme an Sam könnte immer noch im SG1 bleiben, und bei gefährlicheren Missionen einfach aussetzen … vielleicht könnten wir ein fünftes Teammitglied bekommen, wie SG18. Ihre Wissenschaftler wechseln sich ab."

Teal'c beobachtete die beiden, wie sie Theorien darüber austauschten, wo ihre vermissten Freunde geblieben sein könnten, und was General Hammond darüber wusste, während er gemächlich sein Mittagessen aß. Es war amüsant. O'Neill sagt immer, dass sich Daniel in solchen Situationen „wie ein Mädchen" benahm, z.B. wenn er mit Cassandra oder Dr. Fraiser tratschte. O'Neill war immer darauf bedacht, das nur zu äußern, wenn Major Carter nicht anwesend war. Sie reagierte nicht gut auf solche Kommentare.

„Teal'c, was denkst Du?", fragte Daniel.

„Ich bin mir sicher, dass es viele Dinge gibt, bei denen sich General Hammond nicht verpflichtet fühlt, sie mit uns zu diskutieren, Daniel Jackson."

„Ja, gut, aber … komm' schon, wir reden hier über Sam. Das letzte Mal als sie Urlaub nahm, das war … als wir von Netu zurück kamen? Falls das überhaupt zählt, da wir eh nicht weg konnten, da Jacks Bein noch nicht geheilt war …"

„Sie wird bald zurück sein. Ich bin sicher, sie wird uns erzählen, was sie gemacht hat. Spekulationen in der Zwischenzeit werden sich als unnütz herausstellen."

„Ja schon, … aber es macht Spaß.", sagte Janet einfach.

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Sam wachte alleine auf. Sie runzelte die Stirn und drückte ihr Gesicht ins Kissen. Sie fühlte sich so, als wäre sie gerade eingeschlafen. Sie sah auf die Uhr und seufzte. Warum war Jack mitten in der Nacht auf? Sie stand auf, gähnte, nahm die Tagesdecke und wickelte sie um sich.

Sie tapste ins Wohnzimmer, und blieb stehen. Jack hatte ihr den Rücken zugedreht und stand vor dem offenen Wandsafe. Er hatte sie nicht kommen hören. Das Bild, das vor dem kleinen Safe hing, hatte er gegen das Sofa gelehnt. Dieser Mann würde sicherlich nie aufhören sie zu überraschen.

„Jack?", rief Sam.

Er erschrak, drehte sich zu ihr um, schlug den Safe zu und hielt eine Hand hinter seinen Rücken. „Sam! Hab ich Dich geweckt?", fragte er und stopfte, was immer sich auch in seiner Hand befand, in die hintere Tasche seiner Schlafanzughose.

„Nur durch Deine Abwesenheit.", sagte sie lächelnd. „Was tust Du da, Jack?"

„Nichts.", sagte er mit seiner patentierten „Ich-bin-unschuldig"-Miene. Sam hatte sich schon oft gefragt, ob er und Daniel sich ein paar Mal im Monat trafen, um Gesichtsausdrücke zu üben.

„Komm schon, lass uns wieder schlafen gehen." Er legte seinen Arm um sie, und ging wieder mit ihr zurück ins Schlafzimmer. Er tat so, als ob er es nicht bemerken würde, dass sie ihn anstarrte und versuchte, seine Gedanken zu lesen. Was zur Hölle hatte er jetzt schon wieder vor?

A/N: Ich weiß, ich weiß … ewig her. Mir kamen meine Diplomprüfungen dazwischen. Ich hoffe jetzt wieder mehr Zeit für die „schönen Dinge im Leben" zu haben. Hoffentlich hab' ich nicht all zu viele von euch mit meinem desolatem „Updateverhalten" vergrault, und es lesen noch ein paar von euch.

LG

Ling