Ein Tag im Leben vom Nod

Es war nicht immer leicht der Nod von Offworld zu sein, besonders wenn man eine Tochter wie Robin hatte. Aber alles der Reihe nach. Denn Ordnung muss sein, selbst wenn die Welt untergeht.

Es war ein Tag wie jeder andere. Nun nicht ganz. Schon am Morgen hatte er das ungute Gefühl im Bauch gehabt, dass etwas nicht stimmte. Aber nachdem er seine Fingernägel ausgiebig gepflegt hatte, war dieses Gefühl wieder vergangen.

Er machte sich also voll ausgerüstet auf den Weg in sein Büro. Von der ursprünglichen Aufschrift auf seiner Büro-Türe „Afaim's Büro" war nicht mehr allzu viel über, doch das hatte ihn noch nie gestört. Er nahm hinter seinem Schreibtisch Platz und machte sich bereit, den Geschäften des Tages nachzugehen. Belos stellte sich steif hinter ihm auf, immer bereit das Leben seines Nods zu verteidigen, wenn es nötig werden sollte. (Nicht, dass Afaim sich nicht selbst verteidigen konnte, aber Ordnung musste sein).

Die Geschäfte gingen langsam und schleppend vor sich. Zuerst kam ein potentieller AGC-Käufer.

Holoaufzeichung aus Afaim's Büro:

PK: Und was ist mit den Nebenwirkungen?

Afaim: Alles Geschichte. Wir haben den Stoff gereinigt.

PK: Und das soll ich Ihnen glauben?

Afaim: Natürlich. Sie haben das Wort des Nods.

PK: Oh, bitte, jeder weiß doch, dass Sie andauernd lügen.

Afaim:---

PK: Offworld zieht uns doch schon seit Jahren über den Tisch. Seit Sie hier das Sagen haben, geht es mit der Organisation immer mehr bergab.

Afaim: Belos, erschieß ihn!

Dieser war leider frech geworden, also hatte der Nod ihn exekutieren müssen, und damit hatte sich dann auch noch dieser potentielle Käufer verabschiedet. Es war um so vieles leichter gewesen, als sie noch mit Spice gehandelt hatten. Aber was nutzte es schon den alten Zeiten nachzujammern? Vorbei war vorbei.

Als nächster kam Talos aufgeregt ins Büro gerannt. Der Junge war den Tränen nahe, was sehr verdächtig war, da er sich normalerweise niemals so gehen ließ.

Holoaufzeichung aus Afaim's Büro:

Talos (aufgelöst): Mein Nod, mein Nod, oh, mein Nod. (fällt auf die Knie und küsst Afaims Hand)

Afaim (entzieht sich die Hand): Schon gut. Ich weiß, dass ich der Nod bin.

Talos: Mein Nod, mein Nod. Es ist so schrecklich!

Afaim: Was ist passiert?

Talos beginnt zu weinen.

Afaim: Belos, gib ihm ein Taschentuch, und sorg dafür, dass er mit seinen Tränen nicht auf meine Papiere tropft.

Talos: Es tut mir so Leid, mein Nod. Ich verstehe das gar nicht. Ich…(beginnt noch heftiger zu weinen)

Afaim: Schon gut. Mein Junge, alles ist gut. (zu Belos) Sieh zu, dass du eine Zwangsjacke auftreibst.

Talos: Das muss dieses Gas gewesen sein.

Afaim: Gas?

Talos: Ja. Ich wollte das Schutzgeld von Tereg holen. Aber er wollte es mir nicht geben. Und dann…. hat er das Gas auf uns losgelassen.

Afaim: Und deswegen heulst du?

Talos: Ich glaube, er nannte es 2exe-Gas. Ich bin so ein Versager. Es tut mir so Leid, mein Nod. (beginnt wieder zu weinen)

Afaim: Belos, schick ein paar Schläger zu Tereg.

Talos: Mein Nod, ich liebe Eure Tochter. Gebt mir ihre Hand.

Afaim:---

Talos: Ich werde gut für sie sorgen!

Afaim: Ich schreibe das alles dem Gas zu.

Talos: Ich bin Euch nicht gut genug für Eure Tochter, nicht wahr? (beginnt wieder zu weinen)

Afaim: Ich krieg Kopfweh.

Schleichendes Kopfweh hatte sich schon beim Gespräch mit dem potentiellen Käufer angekündigt, doch als Talos heulend und flennend vor ihm auf den Knien rutschte, beteuerte wie leid es ihm täte, und sogar noch um Robins Hand bei ihm anhielt, dachte er, sein Kopf würde gleich zerspringen. Offenbar hatte man Talos und seine Leute beim Schutzgeldeinsammeln mit 2exe vergast, was eine Erklärung für die Handküsse darstellen konnte.

Nachdem Talos weggesperrt worden war, las der Nod über die Wirkung des 2exe-Gases nach. Offenbar führte es zu einer extremen Verstärkung von Gefühlsausbrüchen. Der Nod befahl seinen Leuten Talos' Männer einzusammeln und wegzusperren bis sich die Wirkung verflüchtigen würde. Leider waren Talos' Männer sehr unkooperativ, und es kam zu einer Prügelei. Unterdessen hatte der Nod eine Sitzung mit seinen Lieutnants.

Holoaufzeichung aus Afaim's Büro:

Afaim: Und sobald Robin mit dem Probe hier ankommt, können wir mit der Produktion des neuen verbesserten AGC's beginnen. Noch Fragen?

Akis: Was ist mit meiner letzten Anfrage?

Afaim: Welcher genau?

Akis: Der, die vorschlägt Robin zu exekutieren.

Totenstille.

Afaim tippt auf sein Notizdatapad: Einen Weg finden um Akis aus dem Weg zu räumen.

Afaim: Wir sehen uns bei unserer nächsten Besprechung, haltet euren Bezirk sauber. Und Akis, säubere deine Fingernägel.

Diese verlief im Großen und Ganzen wie geplant, allerdings beschloss der Nod, dass es dringend an der Zeit war Akis aus dem Weg zu räumen. Der Kerl wurde langsam arrogant und lästig.

Kurze Zeit nach der Sitzung kehrte Belos zurück und berichtete (während er unter den entsetzen Blick des Nods Blut auf den Teppich tropfen ließ), dass Talos' Männer nun alle sicher verwahrt waren.

Gerade als der Nod damit anfing sich Sorgen um seine Tochter zu machen (da sie schon längst mit der Probe hätte ankommen sollen), erschien sie in seinem Büro.

Holoaufzeichung aus Afaim's Büro:

Afaim: Was ist passiert? Wo warst du?

Robin: Ich hatte einen Skiunfall.

Afaim: Wo ist der Rucksack?

Robin: Es geht mir gut. Danke der Nachfrage.

Afaim (seufzt): Robin, wo ist der Rucksack?

Robin (zögernd): Ich hab ihn nicht mehr. Es tut mir leid, Vater.

Afaim: Was willst du damit sagen?

Robin: Nun ja, da war dieser Hügel, der mir in den Weg gesprungen ist, und dann kam dieser Junge mit den merkwürdigen Zopf, und der hat….

Offenbar hatte sie den Rucksack verloren. Er konnte es nicht fassen. Jetzt musste er Akis wirklich umbringen lassen, ansonsten würden die anderen Leute noch irgendwann der Meinung sein, dass er Recht hatte, wenn er meinte Robin wäre unfähig.

Es war wirklich nicht leicht der Nod zu sein. Besonders, wenn man eine Tochter wie Robin hatte.