And back again!!!!

Und weil ich letztes Mal den Disclaimer vergessen hab, kommt er jetzt ganz lang:

Ich mache mit dieser Story kein Geld! Ich übersetze sie nur aus Spaß an der Freude und weder der Plot noch die Figuren gehören mir. Alles, was mir gehört, ist meine Blödheit und das Gelaber am Anfang…

Und natürlich die am Schluss für meine absolut lieben Reviewer!!!!!!!!!

All you need is love

2.Das bisschen andere Erwachen

„Hoheit, Hoheit, Zeit zu erwachen."

Draco Malfoy erwachte aus einem tiefen Schlaf, weil er merkte, wie ihn jemand am Arm rüttelte. Er öffnete die Augen und wollte schon den, der ihn da störte anfauchen, aber zu seiner Überraschung war es jemand, den er nicht kannte. Ein Junge von etwa 15 Jahren mit strohigen Haaren beugte sich über hin und hatte einen fast verängstigten Ausdruck auf dem schmalen Gesicht. Draco, jetzt vollständig wach, setzte sich schnell auf. Er war nicht mehr in seinem Bett zuhause. Er war in einem großen Raum mit alten, fast antiken Möbeln und das Zimmer war viel farbiger, als er es gewöhnt war. Anstelle eines Hauselfen, der von seiner Mutter geschickt worden war, stand hier eine richtige Person, um ihn aufzuwecken. Eine ziemlich verängstigte Person, die aussah, als würde sie sich gleich selbst nass machen, aber auf jeden Fall eine Person.

Hatte seine Mutter ihn übernacht hierher gebracht? Draco überlegte. Ihr Haus war riesig und hinter den verschlossenen Türen gab es sicher Räume, die er noch nie gesehen hatte. Und hatte sie eine neue Haushilfe geholt? Der Junge starrte Draco mit ängstlich geweiteten Augen an.

„Wo bin ich?" knurrte Draco.

Für einen Moment huschte etwas anderes als Angst über das Gesicht des Jungen, Verwirrung. Aber dann stotterte er:

„I– In Eurem Zimmer, Eure Hoheit."

„Hoheit?" Draco hob eine amüsierte Augenbraue. „Findet meine Mutter so etwas lustig?"

Jetzt sah der Junge vollends verwirrt aus. „Was meint Ihr, Majestät?"

Draco warf seine Decke zurück und schwang seine Beine aus dem Bett. Er schrie beinahe auf, als er sah, was er trug. Ein Kleid!

Naja, es war nicht wirklich ein Kleid. Es war ein Nachtgewand, aber eins, was nur Frauen tragen würden. Nicht Männer!

„Das ist nicht komisch!" fauchte er den Jungen an und verengte die Augen. „Meine Mutter hätte mir wenigstens meine Schlafanzughose lassen können. Schick sie sofort zu mir!"

Der Junge blinzelte. „Aber, Hoheit, Eure Mutter… weilt nicht mehr unter uns."

Jetzt musste Draco blinzeln. „Was?"

„S- sie ist tot, Majestät." murmelte er und schien schrecklich verlegen, so taktlos sein zu müssen.

Also, das ist jetzt etwas seltsam…

„Dann bring meinen Vater her," sagte Draco mit einem kleinen Lächeln. "Aber tu es, bevor ich meine Geduld verliere."

„Ja, M- Majestät," sagte er und rannte fast aus dem Zimmer.

Majestät? Eure Hoheit? Was soll das alles?

Draco stand auf und ging in dem ihm unbekannten Zimmer umher. Es war teuer möbliert, aber das waren alle Räume in Malfoy Manor. Narcissa sparte nicht, wenn es um ihre Einrichtung ging. Eins verwirrte Draco jedoch. Narcissa war nicht der Typ, der ihn in der Nacht heimlich hierher brachte, nur um ihn zu ärgern. Narcissa erlaubte sich keine Scherze. Sie war wunderschön und reich, aber hatte keinen Sinn für Humor. Und Lucius… als Draco darüber nachdachte, hätte es wirklich sein Vater sein können. Er war ein Mensch, der Zeit verschwenden würde, um seinen Sohn in einen anderen Raum verfrachten würde, nur um seine Reaktion zu sehen. Aber er hätte ihn sicher nicht in einen so schönen Raum gebracht. Lucius dachte, dass ein Kind keine schöne Kindheit haben sollte (auch wenn Draco schon 18 war, in den Augen seines Vaters war er immer noch ein Kind). Er glaubte fest daran, dass alle, die verhätschelt und verwöhnt aufwuchsen, es nie zu etwas bringen würden. Wenn er es also getan hätte, hätte er ihn in einen kalten Kerker gebracht. Und er hätte keinen Diener geschickt, sondern wäre selbst da gewesen, um zu sehen, wie Draco reagierte.

Draco überlegte, ob er gehen sollte, um sich ein bisschen männlichere Kleidung zu suchen, doch entschied er, noch auf seinen Vater zu warten, um endlich alles zu klären. Er seufzte, setzte sich aufs Bett und musterte die Wände. Er blieb an einem Bild einer wunderschönen Frau mit silbrigblonden Haaren hängen. Draco starrte es argwöhnisch an und überlegte, was falsch daran war. Der Maler hatte es geschafft, die Schönheit und Grazie dieser Frau einzufangen. Aber irgendetwas störte ihn. Dann traf es ihn und sein Magen zog sich schmerzhaft zusammen. Das Bild bewegte sich nicht. Es war ein Muggelbild – starr und für immer in derselben Pose gefangen. Draco hatte sich schon immer gefragt, was die Muggel an ihren Bildern so toll fanden. Sie waren doch so langweilig. War dieses Bild auch von seinem Vater? Würde er gleich kommen und ihn auslachen, weil er sich so hatte verwirren lassen? Als ob jemand seine Gedanken gelesen hätte, öffnete sich die Tür. Schnell setzte Draco eine überlegene Miene auf, fertig um zu streiten. Aber sein Vater kam nicht. Stattdessen tanzte ein etwa sieben Jahre altes Mädchen herein, das ein Nachthemd trug, das seinem eigenen sehr ähnlich sah. Sie selbst sah ihm auch ähnlich, nur dass ihr silbrigblondes Haar bis auf ihren Rücken hing. Das Gesicht sah so bekannt aus, dass er es gleich erkannte. Es sah wie eine Mischung zwischen ihm selbst und der Frau auf dem Gemälde aus.

„Draco," sagte sie und schenkte ihm ein breites Lächeln. „Guten Morgen! Bist du schon aufgeregt?"

„Aufgeregt?" fragte er verständnislos und starrte sie an.

„Natürlich aufgeregt, Dummerchen," sagte sie. Sie konnte sich nicht ruhig halten, hüpfte im Türrahmen auf und ab. „Du wirst diese wunderschöne Prinzessin wieder sehen. Ich bin auch aufgeregt!" Sie fing an vor ihm mit einem unsichtbaren Partner Walzer zu tanzen. „Ich wollte schon immer eine Schwester," sagte sie verträumt.

„Prinzessin?" fragte Draco und fühlte sich immer blöder.

„Prinzessin Ginny." Das Mädchen hörte auf zu tanzen und stand vor ihm, musste sich jedoch den Hals verrenken, um ihm ins Gesicht sehen zu können. Ihre Augen sahen seinen sehr ähnlich mit den langen schwarzen Wimpern, doch ihre Augenfarbe war eher eisblau, als das Stahlgrau seiner Augen. Draco konnte jetzt schon sagen, dass sie als erwachsene Frau sicher einmal wunderschön sein würde. „Oh, ich weiß, dass du sie nicht leiden kannst. Aber ich finde sie wundervoll."

„Prinzessin Ginny?"

Was zum Teufel geht hier ab? Wer ist dieses Mädchen und wo ist mein Vater?

„Wo ist mein Vater?" sagte er laut.

„Du meinst wohl unseren Vater?" fragte das Mädchen und sah ihn fragend an. „Er ist im Dorf und hält eine Rede vor dem Königreich, erinnerst du dich? Alle freuen sich schon auf die Hochzeit an Weihnachten. Eine Schwester ist wirklich das schönste Geschenk, was du mir machen konntest, Draco." Sie konnte auf den Zehenspitzen sein Gesicht nicht erreichen, also sprang sie hoch, und schlang ihre Beine um seine Mitte und warf ihre Arme um seinen Hals. Auf so was war er nicht vorbereitet gewesen und so schaffte er es nur knapp sein Gleichgewicht zu halten und hielt sie instinktiv mit beiden Armen fest, damit sie nicht herunterrutschte. Bevor er sie fragen konnte, was zur Hölle sie da machte, küsste sie ihn schmatzend auf die Wange. „Du bist der beste Bruder, den es gibt, Draco. Du magst Ginny zwar nicht, aber du heiratest sie für mich. Dass ich jemanden habe, der Mutter ersetzt." Draco öffnete den Mund, um etwas zu sagen, doch sie unterbrach ihn. „Oh, ja, ich weiß, niemand kann Mutter ersetzen. Du hast es mir schon Millionen Mal gesagt. Aber – weißt du, du hast sie gekannt und ich nicht. Ich glaube, Prinzessin Ginny wird eine gute Mutter für mich sein, glaubst du nicht auch?"

„Du… bitte sag mir, dass du nicht über Ginny Weasley," sagte Draco schließlich, als ihm nichts anderes einfiel.

„Ja, natürlich Ginny Weasley," sagte das Mädchen.

Er war wie betäubt. Sein Vater wäre nicht so weit gegangen, ein Mädchen zu finden, das ihm so ähnlich sah und sie dazu zu bringen, seine Schwester zu spielen. Und überhaupt wäre es ihm gar nicht möglich für ihn gewesen, ein Mädchen zu finden, dass dieselben Gesichtszüge, nur etwas weiblicher, hatte. Man sah diesem Mädchen an, dass es mit ihm verwandt war. Und solange er keine Schwester hatte, von der er nichts wusste (was er ganz sicher nicht hatte – er hatte Narcissa immer wieder über seine schwere Geburt jammern hören und auch mitbekommen, wie sie geschworen hatte, nie wieder ein Kind zu bekommen, was ihre Figur noch mehr ruinieren könnte) war er nicht in seiner eigenen Welt. Träumte er? Aber wenn er träumte, warum fühlte sich das Mädchen so warm an und warum spürte er etwas in seinem Innern langsam schmelzen, wenn er sie sah? Wenn er träumte, warum fragte er sich dann, ob er es tat? Er hatte viele realistische Träume vorher gehabt, aber er hatte sich noch nie darin gefragt, ob er träume.

Und warum war Ginny Weasley plötzlich eine Prinzessin?

„Wie heißt du?", fragte Draco das Mädchen und stellte sie wieder auf den Boden. Sie stemmte die Hände in die Hüften und grinste ihn in einer Weise an, die ihn stark an sich selbst erinnerte.

„Du weißt genau, wie ich heiße, Draco!"

„Sei ein großes Mädchen und sag's mir trotzdem."

Sie verdrehte die Augen.

„Ich hab aufgehört ein großes Mädchen zu sein, als ich 5 war. Warum führst du dich so komisch auf, Draco?"

„So wie du dich aufführst, könnte man meinen, du hast deinen eigenen Namen vergessen," sagte er, verschränkte die Arme und wartete. Die Gesichtszüge des Mädchens wurden weicher.

„Schön. Mein Name ist Isabella Elizabeth Susanne Marie Malfoy. Bist du jetzt zufrieden?"

„Und so nennen dich die Leute? Sagen sie: Hey, Isabella Elizabeth Susie… wie's auch immer weitergeht?!" Sie schürzte die Lippen und verengte die Augen zu Schlitzen.

„Du weißt genau, dass mich alle Elle nennen, Draco."

„Natürlich. Wann kommt… unser Vater zurück nach Hause?"

„Das ist nicht gerecht! Du führst dich auf, wie ein Dummkopf, Draco!" rief sie zornig, wirbelte herum und stampfte zur Tür.

„Vor einer Minute war ich noch der beste Bruder der Welt," sagte er und lächelte ihr nach.

„Oh, mein Gott!" rief sie und verlies das Zimmer, ohne ihn noch einmal anzuschauen. Als Draco in den Spiegel an der Wand blickte, sah er, dass er lächelte. Es war eine Weile her, dass ihm jemand ein echtes Lächeln entlockt hatte. Aber jetzt musste er nachdenken. Er setzte sich aufs Bett, alle Freude war aus seinen Zügen gewichen. Wo war er? Er war offensichtlich nicht mehr daheim in Malfoy Manor. Er war sich ja nicht einmal mehr sicher, ob er noch in derselben Zeit war. Und warum hing dort an der Wand ein Muggelbild? Hieß das, dass er nicht einmal mehr seinen Zauberstab hatte? Als er sich im Zimmer umsah, wusste er, dass er ihn nicht hatte, denn er konnte ihn nirgends entdecken. Er hatte es aber auch nicht erwartet. Wo und wann er auch immer sich befand, er sollte also ein Muggel sein. Die Frau auf dem Gemälde war nicht Narcissa Malfoy, aber sollte wohl seine Mutter sein. Es konnte nicht Narcissa sein, denn der Ausdruck auf dem Gesicht der Frau war freundlicher und sanfter und sie hatte ein leichtes Lächeln auf den Lippen.

Das hier ist also meine Familie, dachte er. Dieses Mädchen… Elle… und diese Frau. Möchte wissen, wie mein Vater aussieht.

Dann lenkte er seine Gedanken auf das, was Elle gesagt hatte: Prinzessin Ginny.

Ginny Weasley, die Jüngste von 7 Kindern, das einzige Mädchen. Die einzige Weasley, die noch nach Hogwarts ging. Das Mädchen, das den Boden verehrte auf dem Harry Potter gelaufen war. Um sein 6. und ihr 5. Schuljahr war ihre Liebe zu Harry aber langsam abgeflaut. Draco hatte es nie so richtig realisiert – bis jetzt, da er darüber nachdachte. Er hatte nie über Ginny Weasley nachgedacht, da er sich einen Dreck um sie scherte. Aber was hatte sie mit dem Ganzen hier zu tun? Elle hatte gesagt, dass Ginny ihre Schwester werden würde. Hieß das, dass Draco noch ein Geschwister hatte, einen älteren Bruder, der Ginny heiraten würde? Aber dann erinnerte er sich, was Elle noch gesagt hatte – „Du heiratest Ginny für mich."

Er fühlte plötzlich den Drang, sich zu übergeben. Er würde Ginny Weasley heiraten. Und wenn sie eine Prinzessin war und man bedachte, dass Prinzessinnen nur Prinzen heiraten, dann war er wohl einer. Ein Prinz.

Das ist kein Scherz von meinem Vater, dachte er. Er presste eine Hand auf den Bauch, um sich zu beruhigen.

Das hier ist wirklich. Ich habe eine andere Familie, bin ein Prinz und werde Ginny Weasley heiraten.

Er störte sich nicht wirklich an ihr. Sie war ohne Zweifel ein sehr hübsches Mädchen und vielleicht war sie sogar das hübscheste der ganzen Schule gewesen, als er letztes Jahr seinen Abschluss gemacht hatte. Aber der Gedanke eine Weasley zu heiraten – die Familie, die ihn am meisten hasste und die auch er sehr verabscheute – war erschreckend. Gar nicht zu erwähnen, dass er eigentlich gar nicht heiraten wollte.

Der Junge, der sein Diener zu sein schien, erschien im Türrahmen. Draco hätte fast aufgelacht. Er schien von Dracos bloßer Anwesenheit so eingeschüchtert, dass es schon fast amüsant war.

„M-, Majestät, Euer Vater kann nicht heimkommen," sagte er und klammerte sich am Türrahmen fest. „E-, Er ist fast fertig mit seiner Rede und- und sagte, dass Ihr ihn bitte im Dorf treffen möget."

„Dann hör auf, zu stottern und zieh mich an!" befahl Draco. Er war berechtigt das zu tun, warum sollte er es nicht machen? Er fühlte sich nicht schuldig, wenn er jemanden anmaulte, der anscheinend dafür bezahlt wurde, dass er tat, was Draco wollte. Der Junge nickte und wandte sich dem Wandschrank zu. Draco mochte es nicht, bekleidet zu werden – es war ihm unangenehm, wenn ihn jemand desselben Geschlechts berührte. Aber er lies es geschehen, weil er sonst keine Ahnung gehabt hätte, wie er diese Kleider hätte anziehen sollen. Sie waren zu kompliziert und er wusste, dass er ohne den Jungen verloren gewesen wäre.

„Sag mir deinen Namen," sagte Draco.

Der Junge, der vor ihm niedergekniet war, um Dracos Schuhbänder zu binden, sah erschrocken auf.

„Bitte um Verzeihung?"

„Dein Name," wiederholte Draco.

„Tim-, Timothy," sagte er und starrte ihn mit großen braunen Augen an.

„Was denn, hab ich vorher nie deinen Namen genannt?" fragte Draco mit einem Grinsen.

„N-, nein, Eure Hoheit, Ihr habt mich immer…" er brach ab und schaute angestrengt auf Dracos Schuhbänder.

„Wie hab ich dich genannt?"

„Ihr wisst es, Majestät."

„Sag's mir!"

Timothy fuhr zusammen und antwortete ohne ihn anzusehen, „Ihr gebt mir viele Namen, Eure Hoheit. Idiot, Depp, Arsch… und das sind noch die höflicheren."

Draco war überrascht. Er war nie höflich zu Dienern oder Hauselfen, aber so nannte er sie nicht. Er versuchte immer, sie bei ihren richtigen Namen zu nennen.

„Naja," sagte er und versuchte so gelassen wie möglich zu klingen, „ab jetzt heißt du nur Timothy."

Timothy hob überrascht den Blick. „Wirklich, Majestät?"

„Wenn du nicht die anderen Namen vorziehst!" bellte er und Timothy zuckte noch einmal zusammen. Er band Dracos Schuhband zu Ende zusammen, stand auf, doch er reichte bloß bis zu Dracos Schultern.

„Nein, Eure Hoheit. Timothy ist okay."

Draco lies sein Lächeln wärmer werden. „Gut. Aber ich verhungere hier noch. Wo ist mein Frühstück?"

„Wenn ihr wollt," sagte Timothy sanft, „kann ich es Euch heraufbringen lassen. A-, aber Ihr könnt auch hinuntergehen und mit Herrin Isabella essen."

Draco dachte einen Moment nach. Er wollte noch weiter mit Elle reden, um noch mehr Information aus ihr herauszuquetschen. Aber tief in sich, hatte das Mädchen es ihm angetan und er fing an sie zu mögen, obwohl er eigentlich Leute, die er kaum kannte, nie besonders mochte. Draco war als Einzelkind aufgewachsen und hatte heimlich alle beneidet, die Geschwister hatten. Er wusste nicht, wie Bruder-Schwester-Bindungen waren, aber er war sich sicher, dass es so ähnlich war, wie das, was er bei Elle spürte.

„Ich will lieber unten essen," sagte er schließlich.

Timothy nickte und erlaubte sich ein kleines Lächeln.

Das Schloss erinnerte Draco sehr an sein eigenes Zuhause – kalte nackte Steinwände, das einzige Licht gaben die Fackeln an den Wänden ab, da vor den Fenstern schwere Vorhänge gezogen worden waren. Die Gänge waren zugig und nach der Dicke von Dracos Kleidern schien es Winter zu sein. Und Elle hatte ja auch Weihnachten erwähnt. Es musste also entweder November oder Dezember sein.

„Wie viele Tage sind es noch bis Weihnachten, Timothy?" fragte Draco, als er sich erinnerte, dass Elle gesagt hatte, die Hochzeit würde an Weihnachten sein.

„Zwanzig Tage noch, Majestät," sagte Timothy verlegen.

Zwanzig Tage! Das hieß, dass der 5. Dezember war. Er würde in 3 Wochen heiraten!

Ich muss aus dieser Welt herauskommen!, dachte er, wenn ich nur wüsste, wie ich hierher gekommen bin. Dann wüsste ich vielleicht, wie ich es anstellen könnte zurückzukommen.

Doch er hatte ein sicheres Gefühl, dass er dafür seinen Zauberstab brauchen würde. Er verfluchte sich abermals, dass er nie gelernt hatte zu apparieren.

Elle saß schon ganz alleine an einem riesigen Tisch und aß. Ihr Gesicht schien sich förmlich aufzuhellen, als Draco eintrat und ihr gegenüber Platz nahm. Sie Trug ein süßes rotes Kleidchen, dass ihre Haare wie einen silbernen Heiligenschein aussehen lies.

„Ich bin sauer auf dich, Draco," verkündete sie, als Draco sich von dem einzigen auf dem Tisch, das er kannte, etwas nahm – Haferschleim. Draco grinste ohne sie anzusehen.

„Wieso, weil ich ein Depp bin?"

„Ja."

„Gewöhn dich dran, Elle. Ich bin immer ein Depp."

„Draco! Unsere Mutter ist vielleicht gestorben, als ich geboren wurde, aber sie hat dich vorher sicher nicht dazu erzogen, solche Sachen über dich selbst zu sagen," schnappte Elle.

Draco schnaubte. „Solche Sachen über mich selbst sagen? Ich hab nichts Schlechtes gesagt, Elle. Ich sage nur die Wahrheit. Jeder, den du fragst, wird dir sagen, dass ich der größte Depp auf Erden bin. Nimm zum Beispiel Prinzessin Ginny."

„Aber das ist etwas anderes!" beharrte Elle, und vergaß weiter zu essen. „Ihr hasst euch beide gegenseitig."

Wie erleichtert!, dachte Draco, weiß nicht, was ich gemacht hätte, wenn Ginny mich gemocht hätte.

Dann überlegte er plötzlich, ob es bei ihr dasselbe war. Wenn nur der Name derselbe war, das hieß doch noch nicht, dass sie die Ginny Weasley war? Sein Name war auch Draco Malfoy, aber was er aus dem folgerte, was Elle und Timothy gesagt hatten, schien er nicht die Persönlichkeit zu haben, die die beiden kannten. Ginny konnte auch, wie sie selbst aussehen, aber nicht sie selbst sein… wenn das irgendeinen Sinn ergab.

„Nicht alle hassen dich," fuhr Elle fort, „tatsächlich wartet das Königreich schon darauf, dich als König zu haben."

„Wie heißt dieses Königreich?"

„Wales, du Idiot!"

„Und in welchem Königreich ist Ginny Weasley Prinzessin?"

„England. Oh mein Gott, Draco, hast du dir in der Nacht den Kopf gestoßen oder was ist los?"

Das ist nicht fair. Warum darf Ginny Prinzessin von England sein, während ich in Wales rumgammeln muss? Aber dann fiel ihm etwas ein.

„Wenn wir heiraten, dann ist England und Wales ein Königreich, oder?"

„Wow, Draco, hast du das ganz alleine rausgefunden?"

Draco starrte sie einen Moment an. Dann fing er an zu lachen. Das war etwas, was jemand aus seiner Zeit sicherlich auch gesagt hätte. Und wiederum war er sich nicht sicher in welcher Zeit er sich befand.

„Du hattest Recht, Elle, als du gesagt hast, ich hätte mir den Kopf gestoßen," sagte Draco, „ich hab vergessen welches Jahr wir haben. Kannst du's mir sagen?"

Sie seufzte und verdrehte ihre Augen. „1607, du Dumpfbacke."

Draco lies seine Gabel fallen und sie landete klirrend auf seinem Teller. „Das war vor fast 400 Jahren!"

„Was?" fragte Elle neugierig

„Äh, ich meine…" Draco fühlte sich blöd, "Ignorier einfach, was ich gesagt hab. Mein Doktor hat gesagt, dass ein Anzeichen für angeschlagenen Kopf ist, sinnlose Dinge in die Gegend zu rufen."

„Doktor? Grundgütiger, Draco, du verhältst dich heute wirklich komisch."

„Es gibt doch so etwas wie einen Doktor, oder?"

„Natürlich! Aber wir gehen nicht zum Doktor! Wenn wir krank sind, gehen wir immer zu Albus."

Draco hob eine Augenbraue und hielt die Gabel, halb auf dem Weg zu seinem Mund, in der Luft. „Albus… Dumbledore?" fragte er und wusste schon, dass er Recht hatte.

„Du weißt genau, wer es ist!" schimpfte Elle und schnaubte wütend. „Er ist der größte Heiler, den es in Wales seit Jahrhunderten gab. Niemand weiß, wie alt er ist. Ich habe gehört, er ist schon um die 200 und hält sich immer noch am Leben."

„Er ist nicht so alt." Sagte Draco und kehrte zu seinem Essen zurück. Nur weil der Name derselbe war, musste es nicht heißen, dass es der Albus Dumbledore war, den er kannte. Die Tür des Speisezimmers flog auf und Draco schaute auf. Ein großer Mann trat ein, sein schönes, goldenes Gewand war feucht. Er schien von draußen zu kommen, denn in seinem angegrauten braunen Haar hingen kleine Schneeflocken. Er nahm wortlos an einem Ende des Tisches Platz. Das war also sein Vater, der König von Wales. Draco sah, dass er teilweise seine Gesichtszüge geerbt hatte, wie zum Beispiel den dünnlippigen Mund oder die kalten grauen Augen. Aber sein silbernes Haar hatte er anscheinend von seiner Mutter.

„Schneit es, Vater?" fragte Elle unschuldig.

Ihr Vater trank seinen Becher aus und wischte sich mit dem Handrücken den Mund ab. "Natürlich. Es regnet jeden verdammten Tag und seit es kalt genug ist, schneit es." Draco sah den verletzten Ausdruck in Elles Augen, als sie sich wieder ihrem Teller zuwandte.

„Wann fahren wir zu den Weasleys, Vater?"

Dieses Mal starrten beide ihn an.

„Die Weasleys?" sagte sein Vater schließlich. „Seit wann nennst du sie so?"

Seit ich Ron Weasley das erste Mal im Hogwarts Express getroffen habe.

„Weiß nicht, wie nennt ihr sie?"

„Die königliche Familie von England," sagte Elle, als wäre es das Offensichtlichste der Welt. Dann wandte sie sich ihrem Vater zu und sagte, „Draco hat sich in der Nacht den Kopf gestoßen. Ich glaube, er ist ein bisschen verwirrt."

Ihr Vater brummte etwas, doch antwortete nicht.

„Also, wann fahren wir zur königlichen Familie von England?" fragte Draco gedehnt und starrte seine Schwester eindringlich an.

„Wenn ich mit essen fertig bin," antwortete der König undeutlich.

Es schneite. Ginny konnte über die Schulter ihrer ‚Mutter' draußen die Flocken fallen sehen. Normalerweise liebte sie es, rauszugehen und im Schnee zu spielen. Aber mit dem Kleid, das sie trug, konnte sie unmöglich rennen oder sich im Schnee wälzen, also verwarf sie die Idee sofort wieder. Und außerdem musste sie nach dem Frühstück mit Harry sprechen.

Ginny schaffte es, alles auf ihrem Teller aufzuessen, entschuldigte sich leise und stand auf. Ihre Eltern schienen es nicht einmal zu bemerken.

Vielleicht war es auch besser, dass sie nicht sahen, wie sie in die Küche ging. Ein Schwall warmer Luft schlug ihr entgegen, als ob ihr nicht schon warm genug war unter den ganzen Kleidern. Viele Diener wuselten herum, trugen Töpfe und Tabletts zur Spüle oder zum altmodischen Ofen in der Ecke. Ein paar blieben stehen und sahen sie neugierig an. Bald waren alle still, und man hörte nichts außer dem Blubbern von kochendem Wasser. Alle starrten sie erwartungsvoll an.

Ginny fühlte, wie sie rot anlief. „Ich-, ich würde gerne mit Harry Potter sprechen… bitte," sagte sie und fühlte sich idiotisch.

Harry trat vor, aber- es war nicht Harry. Es war jemand der ihm sehr ähnlich sah, dasselbe zerzauste Haar, aber braune Augen und keine Brille. Und, als sie näher hinsah, sah sie, dass sein Haar mit Grau durchzogen war. Konnte das sein… Ginny hielt den Atem an. War das James Potter?

„Was wollt Ihr von ihm?" fragte er.

„Ich-, ich würde nur gerne mit ihm sprechen," sagte sie und schrumpfte unter seinem Blick zusammen. „Sind Sie sein Vater?"

Er nickte. „Ihr habt Euch noch nie vorher für meinen Sohn interessiert."

Wenn du wüsstest!

„Nein, anscheinend nicht. Ist er hier?"

„Seine Küchenschicht ist vorbei," sagte eine Frau.

Ginny schluckte. „Könnt ihr mir sagen, wo ich ihn finden kann?"

„Ich würde es machen, James," sagte ein älterer Mann. „Oder sie sagt es ihren Eltern."

James starrte Ginny so wütend an, dass sie fast anfing zu weinen. Was hatte sie bloß gemacht, dass er sie so anschaute?

„Er wird im Waschraum sein," antwortete er schließlich.

„Wo ist das?" Ginny lief noch röter an.

„Mein Gott, dieses Mädchen ist so verwöhnt, dass sie nicht einmal weiß, wo der Waschraum ist!" rief eine Frau.

Ginny wurde klar, dass sie unter den Dienern nicht besonders beliebt war.

James gab ihr eine schnelle Wegbeschreibung. Ginny dankte ihm so freundlich, wie sie nur konnte, aber als sie an ihm vorbeiging, um den Hinterausgang aus der Küche zu nehmen, fasste er sie hart am Arm. Sie atmete scharf ein und sah in seine vor Wut blitzenden Augen.

„Wenn du meinem Sohn irgendetwas tust," zischte er, „werde ich dir persönlich das Genick brechen."

Ginny war für einen Moment gelähmt, doch sie fing sich wieder, als er ihren Arm losließ.

„Mr Potter, ich habe nicht die Absicht Harry weh zu tun," wisperte sie. Er beachtete sie nicht. Mit Herzklopfen schob sie sich an ihm vorbei und eilte, so schell es ihr Kleid erlaubte, aus der Küche.

Sobald sie ein gutes Stück von der Küche entfernt war, presste sie sich mit dem Rücken gegen die Wand, legte eine Hand auf ihre Brust, um sich zu beruhigen. Ihr Atem ging schwer. Offensichtlich war irgendetwas passiert, dass James Potter so wütend auf sie gemacht hatte. Ihr fiel auf, dass sie Lily gar nicht gesehen hatte, aber das hieß überhaupt nichts… Es waren ja schließlich nicht alle Diener in der Küche.

Find erstmal Harry, befahl Ginny sich selbst. Vielleicht kann er dir erklären warum.

XXXXX

Please let me know what you think!

Sooooo, jetzt muss ich mich noch an alle bedanken:

jenni: find ich schön, dass es dir gefallen hat!!!! Hdl

sunnylein: so, da ist ein 2. Kapitel, nur für dich alleine... XD

nachtschatten: so, jetzt kommt das zweite und für dich bald das fünfte und sechste, (aber das sechste ist verdammt lang, also musst du noch etwas warten). fudhuk

Lara Lynx: Ahnst du jetzt schon, ob Draco sie erkennt oder nicht??? XDXD

D.V.G. M.1: Bin ja schon dabei, so viele Reviews zu kriegen und wenn du weiter fleißig mithilfst, können wir das schaffen!! XD

Dragonies: Ich wollte noch mehr von dieser Welt sehen, also hab ich schnell weitergemacht! Hab ja richtig Angst gekriegt, bei deinem Review! XDXD

So, wenn jetzt noch jemand einen Review fürs erste chap schreibt, während grad das zweite chap hochlädt, dann tut's mir leid, wenn er nicht erwähnt ist, doch nicht traurig sein, ihr werdet dann am Ende vom dritten ganz bestimmt erwähnt!!!!!