Hallo!

Und wieder zu lang gebraucht, ich weiß! Aber es ist so, dass ich zurzeit nicht viel Zeit habe, es aber auch nicht schnell hinschludern will, weil ich ja will, dass es eine gute Übersetzung wird… Also dauert es immer ein bisschen länger, ich hoffe, ihr seid nicht allzu sauer deswegen…

Ihr müsst aber keine Angst haben, dass ich kurz vor dem Ende aufhöre oder so… ich habe es angefangen und jetzt mach ich's auch bis zum Schluss fertig!

Disclaimer: Weder Plot noch Charaktere gehören mir. Dies ist eine Übersetzung und ich verdiene kein Geld damit.

All You Need Is Love

12. Lügen und Täuschungen

Es war schon später Nachmittag, als Maria Ginny aus einem tiefen und gesunden Schlaf aufweckte. Sie hatte in die letzte Nacht, seit sie wieder da war, nicht so gut geschlafen und öffnete nur widerwillig die Augen.

„Mittagsmahl, Hoheit," flüsterte Maria, „Kommt, Ihr braucht etwas zu essen. Wacht auf, meine Liebe."

Essen. Das war Grund genug aufzustehen. Langsam setzte sie sich zwischen all den Kissen, die ans Kopfende ihres Bettes platziert worden waren, auf und stöhnte leise, als sie sich auf ihre verletzte Hand stützte. Als sie sie begutachtete, sah sie, dass sie in einen festen weißen Verband gewickelt worden war. Sie musste sich darum nicht mehr sorgen – doch nun verhungerte sie schon fast. Sie ließ Maria ein silbernes Tablett in ihren Schoß stellen. Gierig begann sie sogleich zu essen, kaute und schob sich höchst unfein in einem Fort Essen nach. Doch trotzdem störte sie irgendetwas. Etwas, das sie nicht vergessen durfte… Als sie sich erinnerte, drehte sich ihr der Magen um und sie erstarrte. Harry.

Ich muss noch die Sache mit ihm auf die Reihe kriegen.

Nach einem Bruchteil einer Sekunde hatte sie sich entschlossen. Sie stellte das Tablett zur Seite, schob den Berg von Decken von sich und blickte zu Maria auf. Die Magd hatte einen seltsamen Ausdruck auf dem Gesicht, einen, den Ginny nicht kannte. Bevor sie überhaupt versuchen konnte, ihn zu verstehen, war er verschwunden und das warme Lächeln mit den funkelnden Augen kehrte zurück.

„Fühlt Ihr Euch besser, Liebes?"

„Ein wenig," gab sie zu und schwang ihre Beine über die Bettkante. Sie hatte sich letzte Nacht nicht einmal darum geschert, sich ein Nachthemd anzuziehen; sie hatte einfach den dreckigen Rock und das Mieder von sich gerissen und hatte in ihrer Unterwäsche geschlafen. Sie hatte es trotz den bauschigen und kratzigen Röcken und dem Stechen des Korsetts geschafft, einzuschlafen.

„Schick bitte Harry hierher," befahl sie ziemlich kurz angebunden. Marias freundliches Gesicht bekam einen überraschten Ausdruck. „Aber Ihr seid nicht passend angezogen, Hoheit-,"

Ginny nickte ein wenig genervt. „Ja, ich weiß. Aber alle Teile, die bedeckt sein müssen, sind es, also sehe ich kein Problem darin, wenn er kommt. Schicke ihn einfach sofort hierher, ja?"

„Wie-, wie ihr wünscht, Hoheit." Maria verbeugte sich sogar noch, bevor sie sich umdrehte und den Raum verließ. Als sie allein war, stand Ginny auf und begann, auf und ab zu gehen. Sie war unruhig, weil sie wusste, dass es dumm war, Harry kommen zu lassen, wenn er in der Tat der Mörder war. Er konnte sie ohne noch einmal nachzudenken einfach töten. Doch das wäre dumm von ihm. Wenn er sie umbrachte, wusste jeder, dass es er gewesen war, weil er als einziger bei ihr gewesen war. Noch immer fragte sich ein kleiner Teil von ihr, warum sie nicht einfach ihren Eltern von dem Messer erzählte. Sie hatten natürlich keine Möglichkeit ihm des Mordes zu überführen, doch sie war sich ziemlich sicher, dass es für Diener nicht erlaubt war, Waffen bei sich zu tragen, schon gar nicht, wenn jemand Königliches anwesend war. Wenn ihre Eltern das wüssten, würden sie bestimmt sicher gehen, dass er dafür eingesperrt wurde. Sie konnte sich gut vorstellen, wie ihre Mutter sich um ihr Leben sorgte, weil ein niederer Diener einen Dolch besaß. Würde es nicht leichter sein, ihn zu verraten und wegsperren zu lassen, sodass er niemanden mehr töten konnte? Das würde es sein und sie wusste das, doch es bestand immer noch die Gefahr, dass ihre Eltern überreagierten. Sie würden Harry vielleicht dafür hinrichten lassen. Und wenn er tot war, doch die Morde andauerten, was ja dann seine Unschuld bewies, könnte sie sich nie vergeben. Doch sicherlich glaubte sie immer noch tief in sich, dass er unschuldig war, dass er nie so brutal und kalt sein konnte. Sie musste ihn sehen und ihm eine Chance geben, sich zu verteidigen.

Dann werde ich schon sehen, ob er lügt oder nicht, dachte sie. Der Harry der Zukunft hatte seine Gefühle nie besonders gut verbergen können; dieser Harry sicher auch nicht. Er hatte auf jeden Fall Probleme damit gehabt, seine Wut und seinen Zorn nicht zu zeigen, den er für sie empfand, was auch ein Hinweis dafür war, wie gut er sein Temperament unter Kontrolle halten konnte. Also würde sie ihm Fragen stellen. Sie würde herausfinden, ob er schuldig war oder nicht. Und wenn, aber nur wenn, sie sich sicher war, dass er es war, würde sie ihren Eltern von dem Messer erzählen, das er besaß. Und sie würde dafür sorgen, dass er eingesperrt und nicht getötet würde. Es war schon ein wenig seltsam, wie sehr sie sich immer noch um ihn sorgte, obwohl er sie hasste und er womöglich kleine Kinder und deren Eltern umbrachte. Doch irgendwie konnte sie sich nicht dazu bringen, Harry Potter zu hassen oder zu verachten. Was wohl der richtige Harry Potter gerade tat? In der Zukunft. Lief die Zeit 4oo Jahre voraus einfach weiter? Drehte sich die Erde immer noch und erlebte sie es gerade mit?

Vielleicht, dachte sie mit zusammengezogenen Augebrauen, ist die Ginny Weasley mit der Persönlichkeit aus dieser Welt in der Zukunft und spielt meine Rolle.

Passierte das gerade? Die Prinzessin von England hatte mit ihr Identität getauscht? Waren ihre Welten möglicherweise irgendwie verdreht oder ausgetauscht worden und konnte es sein, dass die echte Prinzessin nicht im Entferntesten wie Ginny aussah oder ihren Namen trug, sondern vielmehr alle, die sie kannten, eine Gehirnwäsche erhalten hatten und nun glaubten, sie sähe so aus wie Ginny? Ginny stöhnte. Es war alles viel zu kompliziert. Es gab viele verschiedene Möglichkeiten, was mit ihr geschehen sein konnte. Es war auch möglich, dass sie in der Zukunft einfach verschwunden war, dass sie dort fehlte und ihre Familie und ihre Freunde nach ihr suchten.

Sie werden mich nie finden, dachte sie mit einem trockenen, freudlosen Lachen. Nicht hier.

Dann traf sie noch ein Gedanke. Vielleicht existierte sie in der Zukunft einfach nicht. Wer auch immer ihr das hier angetan hatte, wer immer sie durch die Zeit hatte zurückreisen lassen, hatte ihre Existenz im späten 20. Jahrhundert vielleicht einfach ausgelöscht. Vielleicht gab es immer noch eine Weasley-Familie, doch keine jüngste Schwester mehr. Es gab immer noch eine Kammer des Schreckens, aber sie war in dieser Zeit nicht geöffnet worden, weil niemand Tom Riddles Tagebuch gefunden hatte und dazu benutzt worden war, sie zu öffnen. Der Gedanke, dass sie gar nicht existierte, bedrückte sie so sehr, dass ihr Tränen in die Augen stiegen. Was sollte sie tun, wenn sie es schaffte, in die Zukunft zurückzukehren, doch ihre eigene Mutter sie nicht erkannte? Was dann? Was konnte sie dann unternehmen? In einer Zeit leben, in der sie nicht einmal existierte? Wo sie nicht einmal eine Art Familie oder Identität hatte?

Das würde noch schlimmer sein, als hier zu leben, sagte sie sich selbst. Vielleicht ist es besser, wenn wir einfach hier bleiben. Wenigstens ist Draco hier.

Dieses Wissen beruhigte sie auf jeden Fall mehr, als es das noch vor einer Woche getan hätte. Aber sie fühlte sich deswegen trotzdem noch nicht glücklich und geborgen.

Ich werde nicht glücklich sein, bis ich wieder im Jahre 1998 bin, dachte sie schniefend und wischte sich die Augen trocken. Wenn meine Familie mich nicht erkennt, werde ich mich einfach irgendwie in ihr Leben einschleichen. Ich werde Mum dazu bringen, dass ich ihr Leid tue und versuchen, wieder ein Teil von ihnen zu werden. Ich werde nicht zulassen, dass sie mich überhaupt nie kennen gelernt haben.

Und vielleicht regte sie sich auch viel zu schrecklich über etwas auf, das womöglich gar nicht der Fall war. Sie würde es jedoch nie erfahren, wenn sie keinen Weg zurück fand.

Dann klopfte es an Ginnys Tür, sie trocknete sich schnell die Augen und atmete tief ein.

„Herein," rief sie, dankbar dafür, dass ihre Stimme einigermaßen fest klang. Harry trat ein und wollte schon die Tür hinter sich schließen, als er aufsah und sie erblickte. Sofort senkte er den Blick wieder.

„Ich bitte um Verzeihung, Hoheit. Ich warte, bis Ihr angekleidet seid…," murmelte er.

Mit gerunzelter Stirn fing sie an zu sprechen, bevor er gehen konnte. „Das ist jetzt egal, ich will nur einen Moment mit dir sprechen. Ich habe genug an, so dass es mir nichts ausmacht, wenn du mich ansiehst, also sollte es dich auch nicht stören."

Er hielt den Blick gesenkt, doch nickte und schloss die Tür. Weiter in den Raum hinein wagte er sich jedoch nicht. Ginny holte tief Luft und fing gleich mit ihrer ersten Frage an. „Wo hast du dieses Messer her?"

„Welches Messer?" fragte er abgelenkt und starrte immer noch auf den Teppich. Seine Wangen waren sichtlich gerötet und das verunsicherte Ginny. Wie konnte er eines Mordes schuldig sein, wenn er schon rot anlief, wenn er nur ihre nackten Arme und Füße sah?

„Du weißt genau, welches Messer ich meine," sagte sie ruhig und gelassen, jedoch mit hartem Ton. „Das mit dem schwarzen Heft, das du in der Kutsche benutzt hast."

„Woher ich es habe?" wiederholte er immer noch mit Blick auf den Boden. Mied er ihren Blick, weil er zu lügen versuchte oder es ihm war wirklich so peinlich war, sie anzusehen?

„Ja."

„Warum spielt das eine Rolle?"

Sie seufzte ein wenig frustriert. Warum konnte er nicht einfach ihre Frage beantworten? Sie grub ihre Zehen in den Teppich und entschloss sich, die ganze Sache anzugehen.

„Hast du sie umgebracht?"

Sein Kopf schnellte nach oben und schließlich traf Harry ihren Blick. Sie sah ihm genau in die Augen und versuchte Lüge in ihnen zu entdecken. Seine Miene zeigte bei dieser Frage absolute Überraschung, doch seine Augen waren verhangen. Mit welcher Emotion? Warum konnte sie sich nicht entscheiden? Wie sie erkannte, waren es mehrere. Schock, Hass, Traurigkeit und… Mitleid? Wenn es Mitleid war, dann empfand er es sicher nur für sich selbst.

„Wen umgebracht?" fragte er. Sie konnte an seinem Ton erkennen, dass er verwirrt war, doch tat er das nur, um etwas anderes zu verbergen? Hörte sie nicht ein wenig Boshaftigkeit heraus?

„Wir haben gestern in der Kutsche davon gesprochen," antwortete Ginny, selbst überrascht von ihrem geschäftigen Verhalten. „Bevor… die Zigeuner…"

Harrys Gesicht zeigte nun Verstehen und seine Augen verengten sich. „Ah ja, ich erinnere mich. Ihr glaubt, ich habe all diese Menschen umgebracht."

„Hast du?"

„Nein!" Es war kein Zögern, nur deutliche Empörung und Nachdruck zu hören. Nach allem, was sie sagen konnte, sagte er die Wahrheit.

„Warum hast du dann gerade das Messer, das dazu benutzt wurde, diese Familien zu töten?" fragte sie. Er blinzelte verwirrt.

„Ich habe es nicht."

Er sprach leise und ohne viel Nachdruck. Es war der erste starke Hinweis darauf, dass er nicht glaubte, was er sagte.

„Doch, hast du." Sie presste die Lippen zusammen. „Und du weißt, dass du es hast. Ich weiß es. Wenn du also die Tatwaffe hast…" Sie trat ein paar Schritte näher, in der Hoffnung, seine Miene so besser lesen zu können, „… dann nehme ich doch stark an, dass du sie getötet hast. Also sag mir die Wahrheit, Harry. Hast du diese Familien umgebracht oder nicht?"

Als sie näher kam, ging er einen Schritt zurück und drückte seinen Rücken gegen die Tür. Sein Gesicht war wie versteinert, doch seine Augen waren ungewöhnlich ruhig und kalt, als er den Mund öffnete, um zu sprechen.

„Ich habe es nicht getan," zischte er, „Das ist die Wahrheit, Hoheit. Bei solchen Dingen würde ich nie lügen."

Oh, wie sehr sie ihm glauben wollte. Er hörte sich so… versichernd an.

Aber wenn er es nicht getan hat, warum hat er dann das Messer, schrie ihr Gehirn sie an und erinnerte sie daran, nicht aufzugeben. Sie konnte ihre Gefühle für ihn nicht ihr Urteil beeinflussen lassen.

„Dann sag mir noch einmal die Wahrheit… Wo hast du das Messer her?" Sie stand nun genau vor ihm und ließ ihm keine Fluchtmöglichkeit. „Sag es mir, Harry, und versuche nicht, abzulenken."

Plötzlich erglühten ihre Augen. „Ihr wollt es wissen, Hoheit? Okay, ich sage es Euch. Ich habe es vom Arzt bekommen."

Ginny zog verwirrt die Augenbrauen zusammen. Diese Antwort hatte sie sicherlich nicht erwartet. „Von Tom?"

„Thomas," verbesserte er, seine Muskeln entspannten sich sichtlich und sein Blick wurde weicher. „Er hat es mir gegeben, kurz bevor wir mit der Kutsche aufgebrochen sind."

„Wa-, warum?" Ginny war sich nicht sicher, warum ihr Herz so klopfte. Sie hätte wetten können, dass Harry es hören konnte.

„Ich weiß nicht genau," antwortete er und sie wusste sofort, dass er die Wahrheit sagte, „Nachdem er es mir gegeben hatte, sagte er ‚Gebrauche es zu Verteidigung. Du und die Prinzessin braucht es vielleicht.' Er hatte einen seltsamen Gesichtsausruck, einen, dem ich nicht vertraute, aber ich wusste nicht, wie ich ablehnen sollte, weil er ja höher gestellt ist als ich. Also habe ich es angenommen."

Er wusste es. Er wusste, dass die Zigeuner uns angreifen würden.

Ginny versuchte, ihren Atem zu beruhigen. Deswegen musste er Harry das Messer gegeben haben. Tom war wahrscheinlich auch derjenige, der die Zigeuner beauftragt hatte, sie zu überfallen. Er musste ihnen gesagt haben, wo sie die Kutsche aufhalten sollten. Oh, wie hatte sie auch nur für einen Augenblick glauben können, vor Harry Angst haben zu müssen? Es war Tom, wie sie von Anfang an gedacht hatte! Gerade in diesem Augenblick, da sie darüber nachdachte, konnte er irgendwo dort draußen sein und noch mehr Menschen töten. Und sie verschwendete ihre Zeit mit Harry. Wie konnte sie nur so ein Idiot gewesen sein? Ohne nachzudenken ließ sie sich gegen Harry fallen und schlang die Arme um seinen Nacken. Er versteifte sich bei ihrer Berührung, aber es kümmerte sie nicht; sie umarmte ihn fest, legte ihre Wange auf seine Schulter und versuchte, ihre Tränen aufzuhalten.

„Es tut mir so Leid," sagte sie leise, schloss die Augen und atmete seinen Geruch ein. Oh, er roch genauso, wie der Harry der Zukunft… nach derselben Sorte von Seife. Das bestärkte sie so sehr, wie seit langem nicht mehr. Es war einfach so wundervoll, sich an jemanden zu lehnen, es kümmerte sie nicht einmal, dass er selbst sie gar nicht umarmte, dass seine eigenen Arme schlaff an seiner Seite hingen und er angespannt und unbeweglich dastand. Sie umarmte ihn und das war alles, was zählte. Doch ihn zu umarmen war nicht wie bei Draco – Dracos Umarmung war erotisch, aufregend und gefährlich – Harrys war fast… brüderlich. Es war fast als umarmte sie einen ihrer Brüder; Gott, wie sie das vermisste.

„Mir tun all diese Dinge Leid, die ich dir angetan habe," sagte sie mit vor Tränen erstickter Stimme. „Ich bin so dumm, so blöd und ich weiß es. Und ich weiß auch, dass du mir nie vergeben kannst. Aber bitte denk daran, Harry, dass ich immer für dich da bin, wenn du mich brauchst. Wenn du oder dein Vater, wenn ihr irgendetwas braucht, dann kommt einfach zu mir. Denkt nicht einmal darüber nach, tut es einfach."

Sie löste sich von ihm und hielt den Blick gesenkt, während sie sich mit dem Handrücken die Wangen trocknete. Harry starrte sie mit verschlossener, ja fast versteinerter Miene an, und sogar in seinen Augen konnte man kein Gefühl entdecken. Sie wusste nicht, ob er ihr glaubte, aber das war egal, zumindest zu diesem Zeitpunkt. Sie würde sich später um Harry kümmern; nun musste sie mit Draco sprechen.

„Du kannst nun gehen," sagte sie leise und wandte sich von ihm ab. Er musste ihre lächerlichen Tränen nicht sehen. Er bewegte sich lange nicht. Schließlich, als sie schon nahe daran war, ihn hochkant hinauszuwerfen, öffnete er den Mund.

„Mein Vater sagte mir, Euch nicht zu vertrauen."

Das Sanfte in seiner Stimme brachte sie dazu, sich umzudrehen. Sie hatte ihre Arme über der Brust verschränkt, und konnte ihr Herz unter den Rippen klopfen spüren.

„Du kannst mir nicht die Schuld für etwas geben, was meine Eltern getan haben," wisperte sie und noch eine Träne rann über ihre Wange. Gott, wie sie es hasste, vor anderen Leuten zu weinen. Sie wusste, dass sie dabei so hilflos wirkte. In seinen Augen spiegelte sich ein Hauch von Mitgefühl wieder, als er antwortete, „Wir können uns unsere Familien nicht aussuchen. Ich gebe Euch nicht die Schuld dafür, was geschehen ist."

Bevor sie verstehen konnte, was er damit meinte, drehte er sich um und verließ den Raum.

XXX

Eine Stunde später saß Ginny, nun vollständig angezogen, auf Dracos Bett. Sie war einfach hereingeplatzt, hatte ihn schlafend vorgefunden und aufgeweckt. Sie mussten dringend reden. Sie sah zu, wie sein dürrer Diener ihn ankleidete, doch war keineswegs verlegen, weil sie anwesend war. Solange er noch etwas auf den Hüften trug, war es okay für sie. Und so war es auch, er trug sogar sehr viel, wie es alle taten in dieser verdammten Zeit. Es war schon bemerkenswert, wie viel sich innerhalb von 4oo Jahren geändert hatte.

„Ich werde Alexandria hierher kommen lassen," sagte Ginny und kaute an der Innenseite ihrer Wange, um ihr Grinsen zu verbergen, als er versuchte in seine enge Hose zu steigen. Hastig, bevor sie noch anfing zu lachen, fuhr sie fort, „Vielleicht weiß sie einen Weg, uns zurückzubringen."

„Wäre es nicht sinnvoller, Dumbledore zu holen?" fragte Draco. Er schlug die Hand seines Dieners weg und knöpfte seine Hose selbst zu.

„Ja, aber ich würde vorher gerne mit dieser Frau sprechen."

Draco zuckte mit den Achseln, warf das Haar zurück, das ihm in die Augen gefallen war und traf ihren Blick. „Wie auch immer. Wenn wir nur auch noch mit Dumbledore sprechen."

„Wenn er hierher kommt schon. Ich glaube nicht, dass ich in nächster Zeit noch einmal in einer Kutsche reise." Sie grinste ihn an.

Ich sollte öfter kommen, wenn er sich anzieht, dachte sie. Es war der größte Spaß, den sie seit langem gehabt hatte. Er erwischte sie dabei, wie sie ihn lächelnd anblickte, hob eine Augenbraue und grinste.

„Na schön, es freut mich, dass dich diese kleine Show offenbar anmacht, aber vielleicht gehst du jetzt besser und schickst nach dieser Hexe, oder?"

Sie stand auf und wollte schon gehen, als ihr etwas einfiel. Sollte sie das, was sie im Sinn hatte, wirklich fragen? Sie blieb stehen und sah ihn an. Draco und sein Diener waren mit Dracos hohen Kragen beschäftigt, doch er konnte ihre Augen auf ihm spüren.

„Was?"

Sie setzte sich wieder hin und kaute auf ihrer Unterlippe herum. „Gestern als du mich vor den Zigeunern gerettet hast…"

Als sie nicht fortfuhr, hakte er nach. „Ja?"

„Wie lang warst du schon dort?"

„Was meinst du?" Er warf ihr einen Blick zu, doch sein Gesicht zeigte nur Interesse und nichts anderes.

„Na ja, ich bin dankbar, dass du in dem Augenblick dann zur Stelle warst…" Sie zögerte. „Aber ich hätte dich drei Minuten früher auch schon brauchen können. Ich hab schon ein bisschen geschrieen… Hast du mich nicht gehört?"

„Ich hab dich gehört," sagte er langsam.

Verlegen suchte Ginny nach einem Weg ihre nächste Frage zu stellen und wischte sich mit der Hand über die Stirn. „Warum hast du dann so lange bis zu meiner Rettung gewartet?"

Jetzt gab er es auf, seinem Diener zu helfen, ihn anzuziehen und stand einfach da, während der Junge weiterarbeitete. Draco blies laut die Luft durch seine Lippen aus und warf einen Blick zur Tür, bevor sein Blick zu ihr zurückkehrte. „Na ja, eigentlich, weil ich nicht die ganze Zeit in der Nähe war. Ich war sogar ein gutes Stück entfernt und habe mein Pferd gesucht."

Das war keinesfalls die Antwort, die sie erwartet hatte.

„Was?" fragte sie mit weit aufgerissenen Augen. Er starrte sie einen Moment lang an, dann ging er hinüber und setzte sich neben sie aufs Bett, wobei er die Tatsache ignorierte, dass sein Diener immer noch mit seinem Ankleiden beschäftigt war. „Ich saß dort für ein paar Minuten, habe nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mehr Chancen mit einem Pferd hätte, da sich ja alle niedergelassen hatten und nicht mehr umherliefen. Also bin ich kurz weggegangen, doch als ich dich schreien hörte, versuchte ich rechtzeitig zurück zu rennen. Es hat mehr als eine Minute gedauert, weil es beinahe unmöglich ist, in tiefem Schnee zu rennen. Doch als ich dort war, kamst du schon angerannt, doch sahst ziemlich schrecklich aus, weil du überall Blut hattest. Es war schon ziemlich eklig."

Sie starrte ihn böse an. „Entschuldigung, wenn ich dich angewidert habe," schnappte sie, „Wenn du schlau gewesen wärst und dein gottverdammtes Pferd gleich mitgebracht hättest, dann hättest du diesen schleimigen Kerl von mir runternehmen können, und ich hätte ihn nicht den Stein an den Kopf schlagen müssen und hätte mich nicht mit seinem Blut besudelt."

Er hob eine Augenbraue. „Du hast ihm mit einem Stein den Kopf eingeschlagen?"

„Es war eine Situation um Leben und Tod, Draco," antwortete Ginny und hob ihr Kinn ein wenig, „Er war gerade dabei, mich zu erwürgen."

„Du hast jemanden umgebracht?" Es fiel ihm offenbar schwer, das zu glauben.

„Ich weiß nicht, ob ich ihm umgebracht habe," gab sie zurück, genervt von seiner Reaktion, „Vielleicht hat er auch nur Hirnprobleme für den Rest seines Lebens."

Langsam breitete sich ein Grinsen auf Dracos Gesicht aus.

„Du – eine Gryffindor – hast wirklich jemanden umgebracht. Diese Welt muss dich wirklich zum Durchdrehen bringen."

Sie stand auf und sah mit verengten Augen auf ihn herab.

„Ich gehe jetzt. Ich werde jemanden schicken, der Alexandria holen soll. Und wenn du mich weiter mit dem Steinvorfall verarscht, dann werde ich sicher gehen, dass ich ohne dich heimgehe."

Draco schüttelte, immer noch grinsend, den Kopf. „Nee, das würdest du nicht machen. Du hast versprochen, dass du mich mitnimmst und auch wenn du jemanden umgebracht hast, bist du immer noch eine Gryffindor und würdest nie ein Versprechen brechen. Dazu bist du viel zu loyal." Er ließ das Wort blöd und kindisch klingen.

„Hältst du jetzt die Klappe?" Die bekannte Genervtheit stieg wieder in ihr auf und sie verspürte den Drang, ihm eine Ohrfeige zu geben.

„Es gibt nur eine Möglichkeit, mich zum Schweigen zu bringen."

„Und was soll-," fing sie an, doch er streckte seinen Arm nach ihrer Hand aus, nahm sie und zog Ginny hinunter, sodass er an ihre Lippen gelangen konnte. Überrascht starrte sie seine geschlossenen Augenlider an. Dann überkam sie ein anderes bekanntes Gefühl – das von totaler und glückseliger Hingabe. Es war fast ironisch, dass sie seinen Kuss fast genauso leidenschaftlich liebte, wie sie sein Verhalten hasste. Unglücklicherweise war der Kuss kurz und kalt, jedenfalls wenn man ihn mit den anderen verglich, die sie geteilt hatten. Er löste sich als erster von ihr, grinste sie arrogant an und ließ ihre Hand los.

„Okay, jetzt aber raus hier. Das ist mein Zimmer."

Ginny war froh, das sie ihm den Rücken zukehren konnte, als sie ging, sodass er ihr bescheuertes Lächeln nicht sehen konnte.

Sie suchte schnell Richard auf, um sich von Draco abzulenken und gab dem Chef des Personals direkte Anweisungen, dass er jemanden schicken solle, der Alexandria abholen und zum Schloss bringen solle.

„Schicke sie sofort zu mir, wenn sie ankommt, ja?" bestärkte Ginny.

„Wie es Eure königliche Hoheit wüschen," sagte Richard und starrte sie durch halbgeschlossene Lider an. Er sah immer aus, als würde er gleich einschlafen.

Danach ging Ginny zurück, um Draco zu finden, obwohl sie sich nicht ganz sicher war, was sie tun sollte, wenn sie bei ihm war. Doch sie kam nicht einmal bis zu dem Korridor auf dem sein Zimmer lag; auf halbem Weg dorthin rannte sie in ihre Mutter, die einfach aus der Wand auftauchen zu schien, doch eigentlich nur aus einem dunkleren Gang in den Helleren getreten war, in dem Ginny lief. Königin Lavinia sah gerötet aus, ihr mitteleuropäischer, bleicher Teint war nun leicht rötlich angehaucht und sie zog zur Begrüßung einfach nur die Mundwinkel nach oben, anstatt ihr ein richtiges Lächeln zu schenken.

„Liebes, jetzt habe ich dich endlich gefunden. Komm mit, du musst Francis und mir alles erzählen, was dir gestern geschehen ist."

Ginny biss sich auf die Unterlippe und unterdrückte ein Stöhnen. Sie wollte wirklich nicht den vorigen Tag beschreiben. Aber Lavinia packte sie schon am Handgelenk und zog sie dahin, wo sie wollte. Ihr Griff um Ginnys Handgelenk war sanft, fast mütterlich, aber ihre dünnen Finger waren eiskalt.

„Wir haben uns solche Sorgen gemacht, weißt du?" sagte Lavinia, blickte gerade aus und machte sich nicht die Mühe, über die Schulter mit Ginny zu sprechen. In ihrer Stimme spielten Gefühle mit, doch Ginny fand es ein wenig übertrieben. Zu gespielt; zu dramatisch.

„Als dieser Diener, Gary oder wie er auch immer heißt-,"

„Harry," korrigierte Ginny dumpf.

„- zu Robert kam und ihm sagte, dass du von den Zigeunern gefangen genommen wurdest, dachte ich, mein Herz setze aus." Jetzt konnte man fast Tränen aus ihrer Stimme heraushören, und für einen Augenblick dachte Ginny, dass sie die Königin vielleicht kälter eingeschätzt hatte, als sie wirklich war. Doch dann fuhr sie fort, „Ich habe keinen blassen Schimmer, was wir tun sollten, wenn du nicht hier wärst. Wer würde sich um das Königreich kümmern? Ich werde nicht für immer leben und habe auch nicht vor, es zu probieren. Ich will vor allem nicht für immer regieren. Ich ersehne es schon so sehr, zurücktreten zu können – ich muss nur noch wie viele Tage warten? Acht? Ist es wirklich nur noch eine Woche bis zur Hochzeit?"

Ginnys Magen drehte sich um, obwohl sie sich nicht sicher war, ob sie sich freute oder nicht. In acht Tagen würde sie verheiratet sein. In neun Tagen würde sie kein Single mehr sein. Sie würde siebzehn und verheiratet sein.

Ich werde Ginny Malfoy sein, dachte sie und ihr Mund fühlte sich plötzlich schrecklich trocken an, Königin Ginny Malfoy. Ihre Königliche Hoheit Ginny Malfoy.

Was auch immer ihr Titel war, es würde immer mit Ginny Malfoy enden. Warum war dieser Gedanke nicht mehr so furchterregend wie damals, als sie es zum ersten Mal gehört hatte?

„Wir müssen immer noch so viel planen," sprach die Königin nun weiter und jammerte jetzt schon fast. „Kannst du glauben, dass man die Blumen noch gar nicht in Auftrag gegeben hat? Es ist so ein Chaos. Das einzige, das zurzeit zu klappen scheint, ist die Arbeit an deinem Gewand. Aber da du ja erst fast an einer Krankheit stirbst und dich dann auch noch von diesen Barbaren entführen lässt, werden wir es am Weihnachtstag womöglich gar nicht mehr brauchen."

Wenn du nur diesen Bastard, der sich als Doktor ausgibt, in die Kerker werfen würdest, denke ich, dass es mir ganz gut gehen würde, dachte sie.

Sie musste die Zähne zusammenbeißen, um nicht zurückzufauchen. Lavinia ließ ihr Handgelenk los und bedeutete ihr würdevoll, dass sie an ihre Seite kommen solle. Sie gehorchte und fragte sich dabei, was ihre Mutter sagen würde, wenn sie plötzlich den Gang hinunterhüpfte.

„Wo sind deine Manieren?" würde sie wahrscheinlich zuerst schreien, bevor sie wieder darüber jammerte, wie leicht sich Ginny das Genick brechen könnte, wenn sie in einem so schweren Rock rannte.

„Ich bin gespannt, zu hören, was zwischen dir und diesen Wilden vorgefallen ist," sagte Lavinia; das Wort ‚Wilden' sprach sie schnell aus, als schmecke es bitter. Langsam rauchte Ginny vor Wut.

Gespannt, fragte sie sich. Als sei meine Entführung ein Abenteuer gewesen, woraus man eine großartige Geschichte machen könnte?

„Francis muss natürlich anwesend sein, um herauszufinden, was genau geschah," fügte die Königin hinzu, „Er wird sicher gehen, dass diese Dummköpfe dafür eingesperrt werden, was-,"

„Wer ist Francis?" unterbrach sie Ginny geistesabwesend und realisierte nicht, dass sie eigentlich genau wissen sollte, wer Francis war, weil ihre Mutter ihn bei seinem Vornamen nannte. Lavinia hob mit geschürzten Lippen elegant die Augenbrauen, was nach Ginnys Meinung ziemlich seltsam aussah.

„Du weißt sehr wohl, wer Francis ist," sagte sie ernst, „Elsabeths Vater."

„Oh ja, stimmt," murmelte Ginny.

„Elsabeth wollte selbst auch kommen," sagte die Königin und hielt vor einer großen Doppeltür an, doch trat nicht ein. Stattdessen wandte sie sich an Ginny. „Aber sie war mit den Vorbereitungen für den Ball beschäftigt. Sie wird vielleicht später vorbeikommen…"

Oh, nein, ich gehe doch nicht auf noch einen Ball, oder, wollte Ginny schon stöhnen, bevor sie sich rechtzeitig noch fing. Stattdessen fragte sie beiläufig, „Werden wir an diesem Ball teilnehmen?"

„Stell dich nicht dumm, Virginia," schnappte Lavinia, „Natürlich werden wir das. Das ist der Ball, der am Weihnachtsabend stattfindet – der einzige, den ich schon sehnsüchtig erwarte, möchte ich vielleicht hinzufügen. Dann müssen wir auf noch einem am ersten Weihnachtsfeiertag erscheinen, und das noch vor der Hochzeitszeremonie. Du weißt ja, dass es nach der Hochzeit viele Feiern geben wird, an denen wir teilnehmen werden. Und dass wir am 26. Dezember zum Whitehallpalast aufbrechen. Wir werden bis weit in den Januar hinein beschäftigt sein. Aber genug davon jetzt," beendete Lavinia ihre Rede, „Das solltest du sowieso schon alles wissen; ich kann nicht verstehen, warum du fragtest. Doch komm nun, Francis wartet und du weißt ja, wie ungeduldig der geschätzte Mann ist…"

Ginny verdrehte die Augen gen Himmel, als Lavinia sich umdrehte, um die Tür zu öffnen. Sie trat zuerst ein und Ginny folgte ihr. Es war derselbe Raum, in dem Ginny das erste Mal Prinz Draco getroffen hatte, mit den samtenen Sofas und Lehnstühlen und einem knisternden Feuer. Es waren zwei Menschen anwesend – der Mann, der offenbar Francis war und eine Magd, die ihm Tee eingoss. Ginny erkannte Francis als den Mann wieder, der so wichtig aussah, gestern auf sie gewartet hatte und ihr angeboten hatte, auf seinem Pferd zu reiten. Er war ein attraktiver Mann, Mitte 30, mit längerem braunen Haar und graugrünen Augen. Er trug etwas, das dem ähnlich sah, das Draco immer anhatte – enge Hosen, die Leggins glichen, ein besticktes, westenartiges Hemd und Lederschuhe. Doch seine Kleider waren sichtlich nicht so fein, wie die Dracos, weil er offenbar nicht königlich war. Ginny war sich ziemlich sicher, dass er mit der süßen – aber sehr jungen – Magd, die ihm sein Trinken gebracht hatte, geflirtet hatte, weil er sie gerade anzüglich anlächelte, als sie eintraten, und das arme Mädchen knallrot anlief. Als sie hereinkamen, stand Francis, immer noch grinsend, auf und die Magd knickste schnell, bevor sie auf die Tür zueilte.

„Geh nicht zu weit weg, Rebecca," befahl die Königin, als sie vorübereilte, „Ich werde vielleicht noch nach mehr Tee verlangen."

„Ja, Eure Majestät," Rebecca knickste noch einmal und verließ den Raum. Ginny warf ihrer Mutter einen Blick zu. Lavinia wandte sich nun Francis zu und lächelte breit, was sie wärmer und hübscher aussehen ließ.

„Lieutenant," sagte sie gedehnt und hielt ihm ihre Hand hin, „Es erfreut mein Herz Euch wieder zu sehen."

Francis – anscheinend ein Lieutenant – grinste immer noch, als er ihre Fingerknöchel küsste.

„Genau wie meines, Eure Majestät. Es war nun doch fast ein ganzer Monat, oder?"

Lavinia machte einen leicht geschmeichelten Schmollmund und Ginny musste der Versuchung widerstehen, laut rumzukotzen, um ihren Ekel zu zeigen. „Ich werde Robert dafür zur Rechenschaft ziehen, weil er dich überall in Europa herumgeschickt hat, um Kleinigkeiten in Ordnung zu bringen. Ist nicht er dafür in seinem Posten? Doch lasst uns nicht länger über unwichtige Angelegenheit diskutieren. Ich sehe, dass du meine Botschaft erhalten hast, meinen Schatz Ginny gestern abzuholen; ich danke dir von ganzem Herzen. Du bist ein solch liebenswerter Mann, Francis…"

Ginny begann schon darüber nachzudenken, ob sie sich nicht eine Entschuldigung ausdenken sollte, sodass sie nicht bei ihrer Mutter bleiben musste. Es war schon fast widerwärtig, wie süßlich und einschleimend sie mit diesem Mann sprach, als wären sie alleine im Raum. Ginny räusperte sich laut, um darauf aufmerksam zu machen, dass sie auch noch da war, damit sie nicht weitermachten.

„Und Ihr, Eure Hoheit," verkündete Francis und sah sie an, „Seht eine Kleinigkeit besser aus, als gestern Nacht, oder?" Ginny lächelte aufgesetzt.

„Doch nur eine winzige Kleinigkeit!" stimmte sie ein wenig zu eifrig und konnte nicht widerstehen, ihre Hände in gespielter Begeisterung zusammenzuschlagen. Doch die Wahrheit war, dass sie wirklich nicht viel besser aussah, als am Tag zuvor, weil, wenn man davon absah, dass sie sich ihre Hände und ihr Gesicht gewaschen und saubere Kleidung angezogen hatte, ihr Körper immer noch mit dem Dreck und dem Schweiß vom Vortag bedeckt war.

„Wunderbar." Francis Blick kehrte zu Lavinia zurück.

„Wollen wir uns nicht setzen?" Lavinia lächelte ein wenig zu glücklich, offenbar beschämt von Ginnys Verhalten. Sie wusste nur zu gut, dass Ginny Francis und sein Gehabe nachäffte. Und Ginny wusste, dass sie es nicht machen sollte, da er doch eigentlich ganz nett zu sein schien, doch bei der Art, wie er sprach, hatte sie sich einfach nicht zurückhalten können. Ginny ließ sich als erste unelegant auf eines der Sofas fallen und presste ihre Lippen zusammen, als Francis sich neben sie setzte. Die Königin ließ sich auf der anderen Couch nieder, mit so geradem Rücken, als stecke ein Brett darin, doch ihr Gesicht zeigte kein Unbehagen. Stattdessen gestikulierte sie mit einer Hand, an der die vielen diamantenen Ringe das Kerzenlicht widerspiegelten, in Richtung Ginny.

„Ginny, Liebling, würdest du nun bitte Francis erzählen, wie genau diese… Barbaren ausgesehen haben?"

Ginny blinzelte und starrte Lavinia für einen Moment unverwandt an. „Was meinst du, wie sie ausgesehen haben? Als ich gestern gerettet wurde, rannten ungefähr 50 Kerle mit Schwertern und Bögen den Zigeunern hinterher. Willst du mir etwa sagen, dass sie nicht einmal die ganze Gruppe erwischt haben?"

Sie war überrascht und hatte nicht einmal versucht, unfreundlich zu klingen, doch Lavinias kalte Augen warfen ihr Todesblicke zu, sodass sie wusste, dass ihr der Ton, den sie gebrauchte, nicht gefiel. Ginny rutschte ein wenig hin und her und wandte sich Francis zu, der immer noch lächelte, wenn auch nicht mehr so breit. Sie entschloss, die Blicke ihrer Mutter zu ignorieren.

„Kannst du mir das erklären, Lieutenant?" fragte Ginny und hoffte, sie klang ein wenig freundlicher als vorher. Sie hatte nicht so barsch klingen wollen, doch die Reaktion ihrer Mutter und das Verblassen von Francis Lächeln zeigten ihr, dass sie wohl beide dachten, sie sei unhöflich.

„Wir haben viele von ihnen umgebracht," antwortete er unbeschwert, obwohl sein Gesicht einen besorgten Ausdruck angenommen hatte. „Doch einige konnten fliehen. Mehr als einige, um ehrlich zu sein. Ungefähr die Hälfte der Bande. Ich habe befohlen, dass niemand von ihnen umgebracht werden sollte, weil der einfache Tod für diese Kreaturen, ja ich glaube, so sollte man sie bezeichnen, die es gewagt haben, Euch zu verletzen, noch lange nicht ausreicht. Doch sie schienen meine Männer abzuhängen – es ist nicht einfach in Rüstung zu laufen. Es ist auch nicht leicht, Pfeile durch ein Gewirr von Bäumen zu schießen. Kurz, sie haben es geschafft zu entfliehen. Ich bin darüber fast so verärgert wir Ihr, Eure Hoheit."

„Na ja, auch kein Schaden, denke ich." Ginny zuckte unbekümmert mit den Achseln, doch innerlich fühlte sie sich ein wenig unwohl. Würde Tom die Zigeuner wieder benützen, um zu versuchen, sie zu töten? Wenn er es tat, würden sie sie sicher ohne Zögern umbringen, weil sie nicht nur fast ihren Anführer getötet hatte, sondern auch noch dafür verantwortlich war, dass die Hälfte ihrer Männer von Pfeilen niedergeschossen worden waren.

Es bringt nichts, wenn du dir darüber Sorgen machst, sagte sie sich selbst. Es ist schon schlimm genug in dieser Welt zu leben – mit deiner Paranoia machst du es nur noch schlimmer.

„Nun gut, Ginny, warum erzählst du uns nicht, was gestern vorgefallen ist?" schlug Lavinia vor und schenkte Francis noch ein liebenswertes Lächeln. Er lächelte zurück, doch Ginny sah, dass er es nur tat, um höflich zu sein. Er tat ihr beinahe Leid; man merkte ihm an, dass er die Königin nicht leiden konnte. Sie erzählte die Geschichte nur, weil Francis sie hören wollte und es vielleicht half, die Zigeuner zu fangen. Doch sie ließ vieles aus. Sie erklärte, dass sie und Harry in die Stadt hatten fahren wollen, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen – und innerlich hoffte sie inständig, dass sie zu dieser Zeit schon Geschenke kauften, doch als sie niemand unterbrach, fuhr sie fort – jedoch die Zigeuner gekommen waren, und die Ritter der Leibgarde umgebracht hatten. Dann sagte sie bei fast allem die Wahrheit, nur den Teil, wo Alec sie küsste und auf ihr lag, ließ sie aus, und wie sie ihm mit dem Stein den Kopf eingeschlagen hatte, erzählte sie auch nicht. Sie sagte bloß, dass die Männer nicht aufgepasst hätten, und sie es geschafft hätte, aus dem Lager in den Wald zu fliehen, wo sie dann auf Draco getroffen war, und mit ihm zusammen geflohen war.

„Oh," seufzte Lavinia, „du armes Kind – ich wusste gar nicht, dass es so gefährlich war."

Es war sogar noch gefährlicher, als ich gesagt habe, mein Liebling, dachte sie und widerstand dem Drang die Augen zu verdrehen.

„Es war schon ein großes Glück, dass Eure Majestät dort war, nicht?" sagte Francis und lächelte sie warm an. Sie selbst erlaubte sich ebenfalls ein kleines Lächeln. Warum konnte sie nicht so einen Vater wie Francis haben? Doch dann war sie sogleich auf sich selbst wütend, weil sie so etwas gedacht hatte.

Ich habe einen Vater… einen, der hundert Mal besser ist als Francis, versicherte sie sich selbst. Ich muss nur in die Zeit zurückkehren, in der er existiert.

Die Königin wechselte plötzlich ziemlich abrupt das Thema. Ginny wusste, dass sie es keine zehn Minuten mit einem Thema aushielt, dass nichts mit ihr selbst zu tun hatte. Während Francis geduldig zuhörte, laberte Lavinia weiter und weiter, doch Ginny verbannte ihre Stimme aus ihren Gedanken und dachte über nichts Bestimmtes nach. Sie wurde unruhig – wann würden sie sie endlich gehen lassen, sodass sie mit Alexandria reden konnte?

„Würde Euch das gefallen, Eure Hoheit?"

„Was?" Ginny wurde aus ihren Gedanken gerissen uns starrte Francis an. Und wieder konnte sie aus den Augenwinkeln sehen, wie ihre Mutter sie böse anstarrte, weil sie nicht aufgepasst hatte.

„Ich sagte, ob es Euch und dem Prinzen vielleicht gefallen, Elsabeth und mich selbst bei der Aufführung morgen Abend zu begleiten?" wiederholte er und klang dabei leicht belustigt.

„Was für eine Aufführung?" fragte Ginny.

„Hast du nicht zugehört?" fragte Lavinia gereizt.

„Es ist völlig in Ordnung, Majestät," sagte Francis mit einem Grinsen, „Ich bin selbst oft auch in Tagträumen versunken. Ich hatte nur gerade von dem Schauspiel von Shakespeare gesprochen, das morgen Abend im Robertstheater aufgeführt werden soll. Ich glaube sogar, William selbst wird dort sein."

Ginny war ratlos. „William?" fragte sie und wartete auf seine Erklärung. Francis sah sie schief an; er schien wohl langsam auch zu bemerken, dass sie sich komisch verhielt.

„Shakespeare," beendete er ihre Frage schlicht und man konnte aus seinem Ton heraushören, dass er sie für ein wenig schwer von Begriff hielt, weil sie nicht gleich gewusste hatte, wen er meinte.

Zuerst wollte Ginny noch sagen, „Du Idiot, Shakespeare ist tot.", doch dann erinnerte sie sich daran, dass sie nicht im 20. Jahrhundert war, und dass schon eine Möglichkeit bestand, dass er lebte. Es überraschte sie zwar, doch sie merkte, dass sie sich schon darauf freute. Zu einem Spiel von Shakespeare gehen, wo der Autor selbst anwesend war? Wie viele Leute aus ihrer eigenen Zeit konnten das behaupten?

„Wow, das fände ich furchtbar schön," versicherte sie ihm, „Wie heißt das Schauspiel?"

„Ein Mittsommernachtstraum, wenn ich mich nicht irre," antwortete Francis, offenbar erfreut von ihrer aufgeregten Miene. Wenigstens hatte sie nun etwas, worauf sie sich freuen konnte. Nun wollte sie nur noch von hier verschwinden, um es Draco zu erzählen. Auch wenn es höchst unwahrscheinlich war, dass er sich überhaupt dafür interessierte.

„Spielt nicht auch Cuthbert Burbage morgen Abend mit?" fragte Lavinia.

„Ich glaube sogar, alle drei Burbage Brüder werden in der Aufführung mitw-," fing Francis an.

„Kann ich mich nun entschuldigen?" unterbrach ihn Ginny, als sie sich nicht mehr beherrschen konnte. Sie hatte keine Lust darauf, noch eine Stunde mit ihrer Mutter herumzusitzen. Lavinia gab ihr noch einen Todesblick und hob beide Augenbrauen dabei, was schlicht und einfach besagte, dass sie wütend auf Ginny war, weil sie die Unterhaltung so unhöflich unterbrochen hatte.

„Du kannst bei uns bleiben und mit uns reden, Virginia." Sie sprach gelassen und kühl und es war nur ein eisiger Hauch von der Wut in ihrer Stimme zu hören. Francis lachte.

„Ich muss Euch nun sowieso verlassen, Eure Majestät," verkündete er und stand auf.

„Ich danke Euch für die Gastfreundschaft und hoffe, bald wiederzukehren. Euch werde ich ja morgen Abend sehen, Eure Hoheit," fügte er hinzu und warf Ginny dabei einen Blick zu. Er verbeugte sich, küsste Lavinias ausgesteckte Hand und winkte Ginny zu, bevor er sie umdrehte und den Raum verließ.

„Deine Manieren ließen absolut zu Wünschen übrig," schnappte Lavinia in dem Augenblick, als sich die Türen hinter ihm schlossen. „Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so sehr geschämt. Du hast auf dem Sofa vor dich hingelümmelt. Hast an deinen Nägeln gekaut – oh ich wage es gar nicht, mir vorzustellen, was Francis nun von dir denkt. Was zum Teufel ist in dich gefahren, Virginia?"

Ginny, völlig unvorbereitet auf solch eine Standpauke, starrte sie einen Moment an. „Entschuldige," sagte sie nach einer kleinen Pause und zuckte mit den Schultern. Es war ihr ziemlich egal, was die Königin oder Francis von ihr dachten. Doch hatte sie wirklich an den Fingernägeln gekaut? Sie hatte es gar nicht bemerkt.

„Geh mir aus den Augen," sagte Lavinia scharf, „bevor ich ausraste und dich köpfen lasse. Ich kann es mir nicht leisten, meinen einzigen Erben umzubringen…"

„Es macht dir doch anscheinend auch nichts aus, unschuldige Diener umzubringen," murmelte Ginny dumpf und starrte sie immer noch an. Sie blieb stehen, während die Königin weiter leise mit sich selbst sprach, bis sie gehört hatte, was Ginny gesagt hatte. Lavinia riss den Kopf herum und starrte sie an. Ginny hielt ihren Blick für einen Moment, bevor sie auf die Tür zuging.

„Was hast du gerade gesagt, Ginny?" fragte die Königin atemlos.

Ginny hielt auf halbem Wege zur Tür an und drehte sich mit einem freudlosen Grinsen um.

„Willst du, dass ich es noch einmal sage? Ich sagte, es macht dir doch anscheinend auch nichts aus, unschuldige Diener umzubringen," wiederholte sie laut und deutlich. Lavinia sah für einen Moment verblüfft aus, bevor ihre Augen hart und kalt wurden. „Ich weiß nicht, wovon du sprichst," sagte sie leise, „Nun fängst du wirklich an, mich zu verärgern."

Ginny starrte sie für einen langen Augenblick an, obwohl die Königin selbst schon aus dem Fenster sah und murmelnd mit sich selbst redete. Ginny hatte viele schreckliche Dinge zu sagen, sie lagen ihr alle auf der Zunge. Sie war kurz davor, sie alle zu sagen, was sie in ihrer Mutter sah und all das, doch schaffte sie es irgendwie, sich zurückzuhalten.

Es würde mich nur noch mehr aufregen, dachte sie und außerdem brachte alles Schreien und Schimpfen in der Welt Harrys Mutter auch nicht zurück. An einem anderen Tag. Bevor sie in ihre eigene Zeit zurückkehrte, würde sie all diese Dinge sagen, die Lavinia hören musste. Aber nicht jetzt. Nun musste Ginny Draco wieder finden und auf Alexandrias Ankunft warten.

XXX

Nachdem sie einen der Diener nach Dracos Aufenthaltsort gefragt hatte, erfuhr sie, dass er mit Elle in der Bibliothek war. Und dort war er auch, saß an dem runden Tisch in der Mitte, gegenüber von seiner Schwester Elle und spielte mit ihr Karten.

„Du kannst das nicht tun, Draco," schalt Elle ihn, und starrte stirnrunzelnd auf die Karten auf dem Tisch. „Es ist gegen die Regeln und du weißt das!"

„Was?" fragte Draco mit leicht verwirrtem Gesichtsausdruck, „Ich weiß ja nicht einmal, was ich falsch gemacht habe. Ich habe dir doch gesagt, ich weiß nicht, wie man dieses beknackte Spiel spielt."

„Wie heißt das Spiel, das ihr spielt?" fragte Ginny, betrat den Raum und schloss die Tür hinter sich. Elle und Draco drehten ihre Köpfe nach ihr um; sie hatten sie anscheinend nicht kommen hören.

„Das weiß ich auch schon gar nicht mehr," sagte Draco mufflig.

„Trumpf," sagte Elle grinsend, als Ginny näher kam, „Und Draco stellt sich absolut blöd an – als hätte er vergessen, wie man es spielt. Spielst du mit uns, um ihn an die Regeln zu erinnern?"

Ginny ging hinüber und setzte sich auf einen Stuhl. „Ich weiß auch nicht, wie es geht," gab sie zu.

„Wirklich? Ich dachte immer, du könntest es." Elle hob für einen kurzen Moment ihre linke Augenbraue, fast wie es Draco immer tat und sah ein wenig misstrauisch aus. „Oh, nun gut, ich werde es dir beibringen und wir werden zusammen Draco sein letztes Hemd nehmen."

„Ich sehe nicht, wie ihr das könntet. Dazu trage ich viel zu viele Hemden," schoss Draco zurück. Ginny biss sich auf die Lippe, um nicht loszulachen. Elle gab die Karten aus, welche ganz anders waren, als die, die Ginny gewohnt war. In der Tat waren die Zeichnungen auf ihnen ziemlich beunruhigend, ja fast unheilvoll. Einige schienen Bilder von Königen zu sein, doch von den anderen wusste sie es nicht.

„Was für eine Art von Karten sind das?" fragte Ginny, hob ihre Brauen und schnitt eine Grimasse, als sie sie betrachtete.

„Sie sind französisch," sagten Elle und Draco wie aus einem Munde. Draco grinste. „Ich habe dasselbe auch schon gefragt. Anscheinend sind französische Karten ein bisschen… bösartig."

„Wie wir natürlich alle schon wissen," sagte Elle in einem Ton, als wäre das das Offensichtlichste der Welt. Dann fing sie an, das Spiel zu erklären, das eigentlich relativ simpel war. Nach ein paar Minuten hatte Ginny den Dreh raus. Es war wirklich unterhaltsam und hielt sie für einige Zeit beschäftigt.

„Wir werden morgen Abend ein Schauspiel besuchen," sagte Ginny an Draco gewandt, als sie sich wieder daran erinnerte.

„Da bin ich aber schon aufgeregt," sagte Draco trocken und legte eine seiner Karten ab.

„Du Depp, Draco, das kannst du nicht legen," sagte Elle, wahrscheinlich zum zwanzigsten Mal seit Ginny gekommen war. „Du behältst diesen König… nein, das kannst du auch nicht legen. Nimm diesen Buben da. Was ist mit deinem Gehirn passiert, mein Bruder? Früher hast du mich bei diesem Spiel immer geschlagen. Haben dir die Zigeuner wohl ein bisschen zu sehr den Kopf eingeschlagen?"

„Haha," sagte Draco mit freudloser Miene. Ginny bemerkte, dass er angenervt war, weil seine kleine Schwester die ganze Zeit haushoch gewann. Es war fast amüsant, wie verärgert er deswegen war.

„Du wirst nicht glauben, was für ein Schauspiel es ist," fuhr Ginny fort und ließ einen ihrer Könige auf den Tisch fallen.

„Und du wirst nicht glauben, wie sehr es mir egal ist, was für ein Schauspiel es ist," antwortete er und zog die Augenbrauen zusammen, als Elle eine ihrer Karten niederlegte und triumphierend aufquietschte. Sie hatte die Runde schon wieder gewonnen.

„Na ja, ich denke, das Spiel ist selbst eigentlich auch egal," gab Ginny zu, „Es ist ‚ein Mittsommernachtstraum', Doch Shakespeare selbst wird dort sein."

„Er selbst?" Draco zog eine Augenbraue hoch, darauf konzentriert, die Karten auszugeben.

„Ja. Es findet morgen Abend statt."

„Ooh, Shakespeare," sagte Elle und begutachtete ihre Karten. „Ich war vor ein paar Jahren in ‚Romeo & Julia'. Ich habe natürlich nicht verstanden, worum es ging, weil ich ja erst fünf war, aber die Kostüme und die Bühne waren wundervoll. Na ja, jedenfalls glaube ich, dass sie es waren. Ich erinnere mich nur noch an viele bunte Farben. Ich glaube, du warst auch dort, Draco, oder nicht?"

„Nein," antwortete Draco schlicht, als hätte er nicht einmal überlegen müssen und lächelte freudlos auf seine Karten hinunter. „Scheiße, ich habe bei jeder verdammten Runde schlechtere Karten."

„Hüte deine Zunge, Draco," schnappte Elle.

„Geht nicht, manchmal scheint sie ein Eigenleben zu führen. Aber sieh dir doch einmal meine Karten an!" fuhr er fort ohne Luft zu holen. „Ich habe gar nichts. Null. Ich werde bestimmt wieder verlieren."

„Natürlich wirst du wieder verlieren, wenn du uns weiter zeigst, was du auf der Hand hast," sagte Ginny und verdrehte die Augen gen Himmel. Draco sah sie sarkastisch an, sagte jedoch nichts.

Sie spielten noch weitere zwei Stunden, gaben Trumpf schließlich auf und gingen zu Primero, Gleek und zu anderen Spielen, an deren Namen sich Ginny nicht mehr erinnern konnte, über. Sie hatte von keinem dieser Kartenspiele je gehört, doch wusste, dass die Möglichkeit bestand, dass sie auch in ihrer Zeit gespielt wurden.

Schließlich, als Draco es müde wurde, jedes einzelne Mal zu verlieren, warf er seine Karte auf den Tisch und stand auf.

„Gott, ist das ärgerlich. Ihr Zwei habt mich wirklich jedes Mal geschlagen. Ich werde jetzt etwas zu Trinken holen."

Ginny grinste Elle an, die zurücklächelte. Es war angenehm gewesen, mit ihnen zu spielen – sie hatte sogar ein paar Mal wegen Dracos Pechsträhne lachen müssen. Manchmal hatte auch er gelächelt, aber es hatte nie seine Augen erreicht.

„Ich bin gleich zurück," sagte Ginny an Elle gewandt, stand auf und folgte Draco. Sie musste ein wenig joggen, um ihn einzuholen, was in ihren vielen Röcken nicht einfach war. Als sie an seiner Seite war, sagte sie, „Ich habe nach Alexandria geschickt. Sie sollte jede Minuten ankommen. Ich habe sie eigentlich schon vor einer Stunde erwartet."

„Wunderbar," sagte er halb abwesend. Dann sah er sie an. „Und deswegen bist du mir gefolgt?"

„Deswegen," grinste sie, „und weil ich dich fragen wollte, ob du nicht mit mir Schach spielen willst. Ich werde Elle nach einem Brett fragen – Schach wurde doch um diese Zeit erfunden, oder?"

„Machst du Witze, Ginny? Schach gibt es doch schon ewig," sagte Draco, „Und ich spiele gerne mit, weil ich weiß, dass ich dich darin schlagen kann."

„Ha, da wäre ich mir nicht so sicher," warnte sie, „Ich habe es von den Besten gelernt."

„Oh ja, stimmt," sagte Draco mit fiesem Grinsen, „Dein Bruder wurde in seinem ersten Jahr bei einer Partie beinahe erschlagen, oder? Wow, er ist sicher richtig professionell." Ginny sah ihn ungeduldig an.

„Draco, du bist doch nur neidisch, weil du damals bei dieser Rettungsaktion nicht dabei sein konntest."

„Oh ja, ich finde das äußerst ungerecht, dass nicht ich mit 11 Jahren beinahe getötet wurde." Er sah sie genervt an. „Verdammt, manche Leute haben einfach immer Glück. Dein beknackter Bruder hat mir meinen größten Traum vor der Nase weggeschnappt."

„Halt einfach die Klappe," fauchte sie. Warum musste er eigentlich zu allem, was sie sagte, seinen sarkastischen Kommentar abgeben?

„Wohin gehen wir eigentlich?" fragte Draco, hielt an und sah sich im Korridor um. „Wir laufen einfach nur so vor uns hin."

Ginny stoppte auch und zuckte mit den Schultern. „Zuerst will ich erst einmal Richard suchen und fragen, ob Alexandria überhaupt noch kommt," antwortete sie. Dann ging sie los in Richtung der Küchen, in der Hoffnung Richard dort zu finden. Draco folgte ihr, vor sich hin murmelnd.

Glücklicherweise überwachte Richard die Küchen und lugte einer Frau über die Schulter, die Eintopf kochte. Als er Ginny sah, richtete er sich auf und verbeugte sich kurz vor ihr.

„Gibt es etwas, das Ihr benötigt, Eure Hoheit?"

„Ja," sagte sie stirnrunzelnd, „Alexandria – ich habe Ihnen vor einer Stunde geheißen, sie holen zu lassen."

„Oh ja, Eure Hoheit," sagte er mit einem knappen Nicken, „Jedoch, mit allem Respekt, muss Euch ein Fehler unterlaufen sein, denn es gibt niemanden im Dorf, der Alexandria heißt."

Ginny blinzelte, vollkommen vor den Kopf gestoßen. Hinter ihr konnte sie hören, wie Draco die Luft einsog, höchstwahrscheinlich weil er ungeduldig war.

„Was?" fragte sie dümmlich.

„Es wohnt niemand im Dorf, der Alexandria heißt," wiederholte Richard langsam und deutlich, weil er dachte, sie hätte ihn nicht richtig gehört. „Ich schickte einen der schnellsten Boten in die Stadt und er berichtete, dass er in fast jedem Haushalt nachgefragt hätte, ob es dort eine Alexandria gäbe oder ob sie jemanden mit diesem Namen kannten. Bei keinem war dies der Fall.

Nun war Ginny schrecklich verwirrt. Keine Alexandria? Das war unmöglich. Maria hatte sie erwähnt und auch Harry hatte erzählt, dass er schon von ihr gehört hatte… war es möglich, dass sie sich den Namen falsch gemerkt hatte? Vielleicht war es Alexandra oder… doch nein, Alexandria konnte man nicht leicht missverstehen.

Na ja, ich denke, es ist auch egal, dachte Ginny und versuchte, das mulmige Gefühl in ihrem Magen zu vertreiben. Eigentlich ist ja Dumbledore derjenige, den wir brauchen, nicht wahr?

Ginny drehte sich auf den Absätzen um und verließ eilig die stickige Küche. Es war egal – und doch störte es sie. Warum hatte Maria ihr von einer Person erzählt, die es gar nicht gab? Und warum hatte Harry gesagt, er hätte von ihr gehört? Vielleicht hatte Maria von jemandem außerhalb des Dorfes gesprochen. Das war möglich. Doch wenn Alexandria die nahste Hexe im Umkreis des Dorfes war, wie kam es dann, dass niemand von ihr wusste? Sie müsste doch eigentlich bekannt sein.

„Ich vermute, diese kleine Magd ist einfach falsch informiert," sagte Draco dicht hinter, als sie durch die eisigen Gänge eilten. Sie konnte ihn hinter sich grinsen hören.

„Wen kümmert es schon, was du vermutest, Draco," warf Ginny schlecht gelaunt zurück, „Ich werde sie jetzt sofort danach fragen."

Draco blieb bei ihr, als sie das Schloss nach Maria absuchte und sie schließlich in einem Raum sitzend fand, in dem Ginny nie zuvor gewesen war. Sie nähte etwas mit drei anderen Mägden und lachte gerade über etwas, als Ginny eintrat.

„Hallo, Hoheit. Gibt es etwas, das ich Euch bringen kann?" Maria hörte sofort mit ihrer Arbeit auf und sah Ginny warm lächelnd an. Ginny schaffte auch ein Lächeln. „Ja, Maria. Kann ich dich schnell draußen im Gang sprechen?"

„Natürlich." Sie sah leicht neugierig, ja verwirrt aus, doch legte ihr Nähzeug auf den Stuhl, auf dem sie gerade gesessen hatte, folgte Ginny mit auf den Korridor und schloss die Tür hinter sich. Sie warf Draco einen Blick zu und wandte sich dann wieder Ginny zu, wobei ihre Augen ganz deutlich fragten, warum er dort stand.

„Ignoriere ihn einfach," sagte Ginny mit einem matten Grinsen, dann wurde sie wieder ernst, „Ich muss dich etwas fragen."

„Ja?"

„Warum gibt es hier keine Alexandria?" Sie stellte die Frage sofort, in der Hoffnung Maria zu überraschen. Maria starrte sie einen Moment ahnungslos an, dann dämmerte es auf ihrem Gesicht. „Oh, ja, die Hexe. Aber was in aller Welt meint Ihr mit ‚keiner Alexandria'?"

„Ich habe jemanden ins Dorf geschickt, um sie ins Schloss bringen zu lassen," antwortete Ginny, „Es gibt jedoch niemanden mit dem Namen Alexandria im Dorf und auch niemand hat je von ihr gehört."

„Oh, Liebes, ich dachte, Ihr wüsstet es. Sie ist erst vor ein paar Tagen an die Grenze von Wales und England gezogen," sagte Maria mit einem Lächeln, „Niemand hat hier ihre Dienste gebraucht, also ist sie umgezogen."

„Also lebte sie bis vor kurzem in der Nähe des Dorfes, richtig?"

„Ja. In der Tat ist sie an dem Tag umgezogen, als Ihr nach Eurer Krankheit wieder zu Kräften kamt. Wie ironisch, wie knapp Ihr sie verpasst habt." Maria grinste, ihre Augen glitzerten warm. Ginny schenkte ihr ein gekünsteltes Lächeln. „Aha, ja wirklich, äußerst ironisch. Und weißt du, was noch mehr ironisch ist?" Ihre Stimme war viel zu glücklich. „Dass niemand je von dieser Frau gehört hat, obwohl sie erst vor drei Tagen weggezogen ist. Was für ein lustiger Zufall!"

Draco schnaubte, während Marias Gesicht dagegen seine Freude verlor und ein verletzter Ausdruck in ihre Augen trat. „Eure Hoheit, glaubt Ihr, ich habe in Sachen Alexandria gelogen?"

Sofort fühlte Ginny sich schrecklich und ihr Lächeln verblasste. Maria war die einzige Freundin, die sie in dieser Welt hatte; warum redete sie dann so mit ihr? Sie verhielt sich wahrscheinlich genauso, wie es die richtige, böse Prinzessin Ginny getan hätte.

„Nein," sagte Ginny mit gesenkter Stimme schnell, „Das glaube ich nicht. Ich finde es nur komisch – nein seltsam, dass niemand je von einer Hexe, von denen es in dieser Welt ja nicht viele gibt, gehört hat.

„Darauf habe ich keine Antwort, Eure Hoheit," sagte Maria sanft, „Es tut mir Leid. Ich habe Euch nicht angelogen, es gab eine Hexe hier mit dem Namen Alexandria. Ich bin mir sicher, dass einige in diesem Schloss von ihr gehört haben…"

„Ja, tatsächlich sagte Harry mir, auch von ihr gehört zu haben," sagte Ginny schnell, in der Hoffnung, es wiedergutmachen zu können. Ihr Magen gab ihr immer noch einen Stich, wenn sie an den verletzten Blick Marias dachte. „Ich glaube nicht, dass du gelogen hast, Maria. Wirklich, das tue ich nicht."

Die Magd lächelte, doch es wirkte abwesend und nicht so vertraut wie sonst. „Ich danke dir, Kind. Ich muss doch nun zu meiner Näharbeit zurückkehren, sagt mir einfach, wenn Ihr etwas benötigt."

Und ohne einen weiteren Blick verschwand sie durch die Tür.

„Also, das erklärt wirklich alles," sagte Draco sarkastisch.

„Ja," sagte Ginny abgelenkt, „Doch ich denke, das ist jetzt sowieso egal; das einzige, das mich störte, war der Gedanke, dass Maria mich anlügt. Jetzt, wo ich weiß, dass sie es nicht tut-," Draco schnalzte zweifelnd mit der Zunge, doch sie ignorierte ihn und fuhr fort, „- können wir uns nun um Dumbledore Sorgen machen. Wir werden nach ihm schicken lassen; und du bist sicher, dass er existiert, oder?"

„Ja," antwortete er gereizt, „Ich hab den Mann doch mit eigenen Augen gesehen."

„Dann ist ja alles perfekt," sagte Ginny und atmete tief ein. Sie klatschte in die Hände, sah zu Draco auf und grinste. „Gehen wir und spielen Schach, sodass ich dich zum 50. Mal heute schlagen kann!" Er lachte skeptisch auf.

„Ja, jetzt bist du noch selbstbewusst, doch wenn ich dich einmal geschlagen habe, bist du es sicher nicht mehr."

XXX

Ginny schaffte es, Draco 6 Mal Schachmatt zu setzen, bevor er schließlich aufhörte zu spielen. Es war sehr lustig – sogar noch mehr als die Karten es gewesen waren. Die Hälfte der Zeit war sie geblendet von Lachtränen, während sie zwischen dem ganzen Gemurmel und den frustrierten Ausrufen, wenn sie ihm eine seiner Figuren nahm, versuchte zu ziehen. Doch sie schaffte es trotz der Tränen und dem vor Lachen schmerzenden Bauch immer noch, zu gewinnen. Nach dem sechsten Spiel stand Draco auf und stieß den kleinen quadratischen Tisch zwischen ihnen um, sodass die Schachfiguren und das Brett quer durch den Raum flogen. Zuerst hatte Ginny Angst, sie hatte ihn vielleicht zu sehr ausgelacht und zu wütend gemacht, doch dann wandte er sich ihr zu und sie sah, dass er grinste.

„Ich habe das einmal auf einem Bild in einem Buch gesehen und wollte es seitdem immer schon einmal machen," erzählte er ihr und setzte sich wieder hin. Nun saßen sie sich genau gegenüber, ohne Tisch dazwischen.

„Wenn du das nächste Mal den Drang hast, etwas so Gewalttätiges wie das zu tun, würde ich es vorziehen, nicht anwesend zu sein," fauchte Ginny, doch versuchte dabei verzweifelt ihr Lächeln zu verbergen.

„Gewalttätig?" wiederholte er.

„Oh, fliegende Tische und dünne Schachfiguren, die mir das Auge ausstechen können, sind nicht gewalttätig?" fragte sie mit gehobenen Augebrauen.

„Nein. Du solltest mal an einem Tag in meinem Haus leben, wenn mein Vater schlecht Laune hat; da siehst du richtige Gewalt." Er sprach gelassen, doch man konnte einen Hauch von Bitterkeit aus seiner Stimme heraushören. Er starrte aus dem Fenster neben ihnen, das nicht ganz und gar aus reinem Glas gefertigt war. Dadurch waren die Ländereien so verzerrt, dass Ginny nur weiße Flächen und braune Schimmer erkennen konnte – sie vermutete, dass das Weiße der Schnee und das Braune die Bäume waren.

„Ich würde es vorziehen, nicht bei eurer glücklichen Familie zu leben, danke," sagte Ginny und starrte ebenfalls hinaus. Sie fühlte seine Augen auf ihr ruhen, doch sah ihn nicht an.

„Ich auch nicht, wenn ich ehrlich bin," sagte er nach einer kleinen Pause. „Ich hätte mir ja gleich, nachdem ich mit Hogwarts fertig war, eine Wohnung genommen, wenn mich mein Vater nicht gezwungen hätte, zu bleiben."

Nun musste Ginny ihn ansehen. Er sah ihr ruhig in die Augen. „Warum hat er dich gezwungen zu bleiben?"

„Erzähl mir nicht, dass du nicht weißt, was mein Vater ist – oder sollte ich sagen, war?" sagte Draco mit einer gehobenen Augenbraue, „Ich dachte, alle Gryffindors wüssten es."

„Wissen, dass dein Vater ein Todesser war?" fragte sie und nickte, „Ja, alle wissen es. Oh, ich weiß noch genau, wie dein Vater nach Du-Weißt-Schon-Wems Tod nicht nach Askaban geschickt wurde!"

„Wegen ‚Mangels an Beweisen'," sagte Draco mit einem wissenden Grinsen. „Wörtliches Zitat des wunderbaren Zaubereiministers Cornelius Fudge. Jeder andere Minister in dieser Welt dachte, mein Vater sei schuldig, das magische Sekretariat von Amerika mit eingeschlossen und du weißt ja, wie wenig sich die Amerikaner um das Thema Voldemort und dass er weggesperrt gehörte, scherten. Doch sie dachten, mein Vater sei einer der mächtigsten Todesser und wenn er nicht eingesperrt würde, könnte er Voldemorts Stelle einnehmen. Doch am Ende galt Fudges Wort."

Ginny starrte ihn eindringlich an. Was war in ihn gefahren, dass er ihr so plötzlich, seine ganze Meinung über seinen Vater erzählte? Und noch dazu sprach er, als hasse er Lucius Malfoy. Sie hatte immer gedacht, er vergötterte und verehrte seinen Vater. Offenbar hatte sie falsch gelegen.

„Die Vermutung, dass er des Schwarzen Lords Platz einnehmen könnte, ist einfach nur dumm, weil Vater die Art von Mensch ist, die leicht Befehle befolgen können, doch Probleme damit haben, selbst Befehle zu geben," fuhr Draco fort, während er sich mit einer Hand am Hinterkopf kratzte. „Fudge mag meinen Vater einfach, denke ich – oder Vater hat ihn bestochen. Wahrscheinlich eher letzteres."

Ginny wartete darauf, dass er weiterredete, doch nach ein paar Sekunden Schweigen, verstand sie, dass er fertig war.

„Was hat das damit zu tun, dass du nach Hogwarts zu Hause bleiben musst?" fragte sie ihn.

„Ich vermute, dass er mir Schwarze Magie beibringen will," sagte Draco mit einem leichten Schulterzucken, als wäre das keine große Sache. „Er hat mich bis jetzt noch zu nichts gezwungen, doch ich weiß, dass er mich ans Haus ketten wird, wenn ich versuche zu gehen."

„Dein Dad hört sich für mich ziemlich gestört an, Draco," sagte Ginny mit leicht gerümpfter Nase.

„Jetzt weißt du, von wem ich es habe."

Er versuchte offensichtlich, die Situation ein wenig aufzuheitern, doch er mied ihren Blick und sie wusste, dass er ein wenig genervt war. Für das allererste Mal überhaupt tat er Ginny Leid. Sie verstand sogar, warum er so gemein und kalt gegenüber allen war. Er hatte nie ein solches Vorbild gehabt, um ein netter Mensch zu werden.

Diese Welt richtet eindeutig ungute Sachen mit meinem Gehirn an, dachte sie und sah wieder aus dem Fenster. Zuerst knutsche ich Draco, und dann genieße ich es, mit ihm Schach zu spielen. Nun verstehe ich ihn auch noch.

Sie würde eine Therapie brauchen, sobald sie wieder daheim war, das war sicher.

XXX

Please let me know what you think!

At blub: Ja, es dauert leider immer ein bisschen, ich hoffe, du liest trotzdem weiter…

At Hon3ym0on: Ich weiß nicht, ob ich mal irgendwann was Richtiges selber schreiben will (oder auch kann)… Ich will erst einmal mit der Übersetzung fertig werden und das ist wirklich schon ziemlich viel Arbeit… Muss mal schauen!

At Aldavinur: Du baust mich wirklich auf! Ich denke schon immer, keiner liest mehr weiter, weil ich so ewig nich update! Danke! Hoffe, du hast mich nicht vergessen! Liebe Grüße!

At Jalousie: Ja, das letzte war ziemlich gruslig, aber das nächste wird noch schlimmer… aber ich verrate nichts… XD

At nocturosa: Es dauert halt einfach ziemlich lange etwas zu übersetzen, wenn man es so gut man kann machen will…

At Kissymouse: Danke! Ich hoffe, du liest noch weiter!

At Sunnylein: Ich hoffe wirklich, dass ich mit dem nächsten Kapitel schneller bin, aber das hängt ganz von den Umständen ab…

At Bonchito Blue: Ja, ich hoffe auch, dass das nächste Kapitel schneller kommt, aber ich weiß noch nicht genau… Es kommen leider demnächst ziemlich viele Schulaufgaben, also weiß ich nicht, ob ich Zeit habe…X/

At nannachen: Oh ja, it's just me again…

At BlackNightmare16: Danke, ich freue mich immer über neue Reviewer… Schön, dass es dir gefällt!

At Dragonies: Ja, langsam kommen sie sich doch näher… XDXD

At Zutzi alias Susi: Bei mir ist es eigentlich nicht so, dass ich manchmal nicht weiterkomme beim Übersetzen, es ist eher so, dass ich ziemlich lange brauch, mir eine gute Satzkonstruktion zu überlegen und so… Wie kommst du mit deiner Übersetzung weiter?

At Lara-Lynx: Ich versuche mich mit dem Nächste zu beeilen, ich mache es wirklich, aber ich glaube, 2 Wochen werde ich mindestens brauchen…X/

At D.V.G.M.1: Ja, das nächste Chap ist ein ganz tolles, also freu dich schon… XD

LaraAnime: Danke! Ich hoffe, du hast mich nicht vergessen und liest noch weiter!

At TryPepper: Danke! Ich hoffe, dass ich mit dem nächsten Chap nicht allzu lange brauche!

At Gracie: Danke, ich hoffe, du liest noch weiter!