15. Überfall
„Hi. Hast du auch eine Eule bekommen, dass du nach Hogwarts kommen sollst?"
„Ja, habe ich, Hermine."
„Was glaubst du steckt dahinter?"
Harry und Hermine gingen langsam stetig auf das Schlossportal zu. Es war jetzt Mitte März, und der Schnee war schon größtenteils geschmolzen.
Was die beiden verwunderte, war, dass sie noch andere Leute hatten zum Schloss gehen sehen.
Kaum waren sie eingetreten, kamen ihnen auch schon die Weasley Zwillinge entgegen.
„Habt ihr schon gehört…", fing Fred an, „…dass es einen Großangriff geben soll?", führte Gorge seinen Satz zu Ende.
„Einen Großangriff?", fragte Hermine erstaunt, während Harry ganz blass wurde.
„Einen Angriff auf Voldemort?"
„Ja. Wir wurden alle erst heute informiert. Du sollst zu Moody gehen, Harry, er will noch mal mit dir sprechen", meinte Fred noch und zog ihn schon Richtung Schulleiterbüro.
Als sie durch den Gang zum Büro gingen, sah Harry viele bekannte Gesichter. Fast dreißig Hexen und Zauberer waren gekommen. Die Zwillinge zerrten ihn durch die Menge, und sie alle schienen angespannte Gesichter zu machen.
„Wie geht es Ihnen, Harry?", fragte McGonagall besorgt, als er das Zimmer betrat.
„Stimmt es, das es einen Angriff geben wird?", platzte es aus Harry heraus, ohne das er auf die Frage seiner ehemaligen Professorin eingegangen war.
„Ja, das stimmt durchaus. Snape ist es heute gelungen, durch seine Schutzbarriere zu brechen, und er hat uns informiert, wo sich das Versteck befindet. Alle Horkruxe bis auf Nagini, die sich im Versteck befindet, und Du-weißt-schon-wer, der heute ebenfalls da ist, sind zerstört. Heute wird sich alles entscheiden. Wir greifen in einer Stunde an. Bevor Du-weißt-schon-wer bemerkt, dass Snapes Blockade gebrochen ist."
Harry atmete einmal kurz durch. Jetzt nur die Nerven behalten. Er musste Tom warnen.
„Gut. Warum sollte ich speziell zu Ihnen kommen, Mad-Eye?", wandte er sich an den Ex-Auroren, der neben McGonagall stand.
„Sie werden mich sicher nicht extra hergebeten haben, um mir zu sagen, dass wir angreifen. Das haben die anderen auch eben erst erfahren."
„Schlauer Junge. Ich werde später noch kurz unsere Taktik erläutern. Aber wir…" Moody warf Tonks einen berechnenden Blick zu. „Oder eher ein paar Leute waren der Annahme, dass es vorteilhaft wäre, wenn du diesen Seth fragst, ob er mit uns kämpft. Ich gebe es zwar nur ungern zu, doch wir können jeden guten Zauberer gebrauchen. Und dein Freund ist ein verdammt guter Magier."
Harry verschlug es die Sprache. Das er einmal hören würde, dass Moody um die Hilfe eines Schwarzmagiers bat, hätte er nie geglaubt. Nun ja, es gab genug andere Dinge, an die er nie geglaubt hatte, und die eingetreten waren.
„Tut mir leid, aber ich bezweifle stark, dass er mitkämpfen wird. Es ist so, dass viele dieser Leute dort mit ihm verwandt sind, seine Mutter war reinblütig und es wäre für ihn, als würde er gegen seine Familie kämpfen."
„Er ist nicht ganz reinblütig?", fragte Tonks verwirrt.
„Nein, sein Vater war ein Muggel."
„Ich dachte nur, weil alle Schwarzmagier sind reinblütig."
„Vorurteile. Aber ich bezweifle trotz allem, das er an unserer Seite kämpfen wird", sagte Harry bestimmt.
„Frage ihn wenigstens. Du musst ihn nicht dazu zwingen, aber frag ihn. Du hast eine halbe Stunde, danach musst du zurück sein. Dann wir ziehen los."
„Es wird sicher nicht von Erfolg gekrönt sein, aber ich werde ihn fragen, wenn es Sie glücklich macht", meinte Harry resigniert.
Der junge Zauberer machte auf dem Absatz kehrt, und eilte die Treppen runter. Wenigstens ein Gutes hatte es, dass er noch mal weg kam, er konnte in aller Ruhe Tom benachrichtigen.
Er eilte durch das Schloss, und achtete nicht auf die Fragen und Begrüßungen, die an ihn gerichtet wurden.
Schon auf dem Weg zu den Appariergrenzen von Hogwarts versuchte er Tom durch seine Gefühle zu erreichen, so wie er Toms Gefühle in seinem fünften Hogwartsjahr gespürt hatte, doch es brachte nichts. Die Okklumentiksperren in Toms Geist waren zu stark, als das er sie einfach so hätte durchbrechen können.
Harry achtete nicht darauf, ob er verfolgt wurde, dennoch apparierte er erst in den Grimmauldplatz, um eventuelle Verfolger abzuhängen. Ein großes Glück, denn er hinterließ einen fluchenden Ron.
„Scheiße!", fluchte Harry laut. Er hatte versucht, die Illusionszauber anzuwenden, die Tom benutzt hatte, um ihm ein anderes Aussehen zu verleihen, als sie Weihnachten im Versteck gewesen waren. Doch er bekam sie nicht hin. Er war halt doch noch ein Schüler, obwohl er in seiner Zwischenprüfung Spitzennoten bekommen hatte dieses Jahr, was wahrscheinlich daran lag, das Tom mit ihm gelernt hatte, aber er war halt doch noch Schüler, und bekam diesen schweren Zauber nicht hin.
„Noch zwanzig Minuten", flüsterte Harry zu sich selbst. Er konnte schlecht als Harry Potter durch das Versteck der Todesser laufen, da er nicht wusste, wo genau Tom sich befand.
Wutentbrannt schlug er mit der Faust gegen die Wand, als sein Blick von einem glitzernden Gegenstand eingefangen wurde, der an seinem Finger steckte. 'Genau, der Ring! Hermines Ring!', dachte sich Harry.
„Du bist genial, Hermine!", rief er aus, bevor er sich auf die Magie um den Ring an seinem Finger konzentrierte, die ihn direkt zu seinem Partner bringen würde.
Harry achtete gar nicht darauf, wohin er apparierte. Als er wieder etwas um sich herum wahrnahm, sah er Tom mit gezücktem Zauberstab vor sich stehen. Langsam ließ der Dunkle Lord seinen Stab wieder sinken, als Harry sich ihm auch schon in die Arme warf.
„Ich habe mir schreckliche Sorgen gemacht, das ich es nicht mehr rechzeitig schaffe", flüsterte er leise, und küsste seinen Geliebten stürmisch.
„Ihr müsst sofort hier verschwinden. Der Orden greift euch an. Alle versammeln sich bereits zum Angriff. Ich muss in zwanzig Minuten wieder da sein, und bis dahin müssen alle aus deinem Versteck verschwunden sein."
„Harry, Harry beruhige dich erst mal. Was ist los?", redete der Dunkle Lord auf seinen hektischen Partner ein.
Harry atmete einmal kurz durch.
„Der Orden des Phönix weiß wo euer Versteck ist und greift an. In nicht mal mehr vierzig Minuten wird es hier vor Ordensmitgliedern nur so wimmeln. Ich habe es auch heute erst erfahren. Ihr seid momentan zu wenige hier, die meisten deiner Anhänger sind bei der Arbeit oder zu Hause. Wenn ihr jetzt kämpft, werdet ihr alle sterben. Mit Ausnahme vielleicht von dir."
„Warum hast du das nicht schon heute morgen gesagt?", fragte Tom jetzt auch schon etwas hektischer.
„Weil ich es vor zehn Minuten erfahren habe, du Idiot! Und weil deine scheiß Okklumentik-Blockaden so stark sind, das ich nicht durchkomme, konnte ich dich auch nicht früher warnen. Du warst heute Morgen schon so früh aus dem Haus, das ich dir gar nicht habe sagen können, dass ich nach Hogwarts gerufen wurde."
„Das ändert jetzt auch nichts. Und wo sollen wir bitte schön hin? Es gibt kein zweites sicheres Versteck."
„Du hast kein zweites Versteck?"
„Nein."
Beide verfielen in Schweigen und überlegten fieberhaft, bis sie von einer leisen Stimme unterbrochen wurden.
„Entschuldigt Herr, aber wer ist das?", fragte Bellatrix.
Harry drehte sich in Toms Umarmung um und nahm erst jetzt wahr, dass um einen Tisch im Raum noch weitere Personen saßen.
Als sie ihn erkannten schnappten alle nach Luft.
Dort saßen Antonin, Augustus, Rodolphus, Rabastan, Bellatrix, Narzissa, Lucius und noch andere. Als letztes fiel Harrys Blick auf eine Gestalt, die halb im Schatten verborgen war. Snape. In dessen Gesicht stand pures Entsetzen geschrieben.
„Ich glaube, ihr wisst alle wer ich bin. Ich bin Harry Potter, doch ihr kennt mich eher unter dem Namen Ra. Warum, weshalb und wieso tut jetzt nichts zur Sache. Genauso wie die Frage, wer euch verraten hat, denn ich war es nicht, Antonin. Snape hat Recht, du bist ein katastrophaler Okklumentiker. Dazu aber später. Erst mal müsst ihr hier alle verschwinden, oder ihr lebt ab jetzt nur noch fünfunddreißig Minuten."
Rabastan wollte schon aufspringen und etwas sagen, doch der Lord hieß ihm, mit einer Handbewegung, zu schweigen.
„Wir könnten zu dir. Wir könnten sie alle bei dir unterbringen. Natürlich nur vorübergehend."
„Was! Ich habe dir schon mal gesagt, die kommen mir nicht ins Haus."
„Hey, du willst sie nicht sterben lassen, bist aber nicht dazu bereit ihnen zu helfen, in dem du sie für kurze Zeit aufnimmst. Nicht lange", wäre es nicht unmöglich gewesen, hätten die Todesser geglaubt, ihr Lord bettle um etwas.
„Okay. Vorübergehend. Und du bist mir dafür verantwortlich, das sie mir das Haus nicht in Schutt und Asche legen, besonders die Lestrange Brüder. Und wenn ihr dort ankommt, werdet ihr die Eingangshalle nicht verlassen, bevor ich nicht ein paar Regeln aufgestellt habe. Das heißt, ihr werdet dort warten bis ich vom Ordenstreffen zurück bin. Ist das klar."
„Ja, ist es", flüsterte Tom und zog Harry in einen leidenschaftlichen Kuss.
„Ich glaube, du musst weg. Zehn Minuten noch und denk daran deine Spuren zu verwischen.
„Ja. Nur noch der Portschlüssel. Portus." Harry deutete mit seinem Zauberstab auf den Tisch um den alle saßen.
„Der Portschlüssel aktiviert sich in genau fünfzehn Minuten. In neun Minuten muss ich zurück im Schloss sein. In circa zwei bis drei Stunden werde ich versuchen zu Hause zu sein."
Harry blickte noch einmal zu allen Todessern im Raum, bei Snape verweilte er einen Moment und als er spürte, wie der andere in seinen Geist eindringen wollte, ließ er ihn gewähren, zeigte ihm jedoch nur einen Gedanken. „Geh mit ihnen, ich weiß alles, und erkläre es dir später."
Harry hauchte Tom noch einen kurzen Kuss auf den Mund, bevor er sich ein Stück von ihm entfernte.
„Denk daran, ich liebe dich. Bis in ein paar Stunden."
Damit war er disappariert, und ließ einen in Erklärungsnot geratenen Lord zurück, der sich erst wieder mit einem Cruciatus Kontrolle verschaffen, und alle Todesser zusammen rufen konnte.
„Und Harry, kommt er?", fragte Tonks, die ihn in der Eingangshalle traf wo jetzt alle versammelt waren.
„Nein, ich habe es von Anfang an gesagt. Er meinte, nicht so sehr wegen seiner Familie, als viel mehr wegen mir. Durch unsere Verbindung werde ich erst sterben, wenn auch er schwer verletzt und am Sterben ist. Deshalb wollte er sich zurückhalten, damit wir bei diesem Überfall nicht umkommen."
„Stimmt, daran haben wir gar nicht gedacht. Du bist ja so gut geschützt."
„Ja", Harry lächelte müde.
„Hast du Hermine gesehen? Ich muss noch was mit ihr besprechen."
„Sieh mal dort hinten, sie steht bei Ron und Neville."
„Ron?", fragte Harry alarmiert und sah in die von Tonks gedeutete Richtung.
Dort hinten standen seine drei ehemaligen Klassenkameraden und es sah so aus, als müsse Ron gerade mal wieder eine von Hermines Strafpredigten über sich ergehen lassen.
In Verteidigungsposition schlenderte Harry zu den dreien. Ohne Ron eines Blickes zu würdigen, wandte er sich an Hermine.
„Würdest du bitte kurz mitkommen? Ich muss noch was Wichtiges mit dir besprechen, bevor der Kampf losgeht."
Hermine schaute kurz von Harry zu Ron bis sie ihm schließlich folgte.
„Was ist denn noch?"
„Oblivate." Harry deutete mit seinem Stab auf Hermine. „Ich habe gerade aus deinem Gedächtnis gelöscht, wo ich wohne. Solltest du also gefangen genommen werden, kannst du auch unter Veritaserum sagen, du weißt nicht wo ich bin. Es ist sicherer für dich."
Hermine sah ihn fassungslos an.
„Du hast einfach so meine Gedanken verändert, ohne mich zu fragen?!"
„Es ist sicherer für dich, glaube mir. Ich will nur das Beste für dich."
Und das Beste für dich ist, das du nicht aus Versehen in ein Haus voller Todesser apparieren kannst, dachte er bei sich.
„Bist du sehr sauer?"
„Nein", seufzte sie gutmütig. „Du willst halt nur das Beste für alle. Jetzt komm aber. Ron wollte dir noch was sagen."
Hermine zog ihren Freund wieder zurück zu den anderen beiden, und Harry hatte das untrügliche Gefühl, das dieser Tag heute vielleicht doch nicht so schlecht enden würde.
„Also ich…", druckste Ron herum und vermochte es nicht Harry in die Augen zu sehen. Dieser sah ihn nur fragend an.
„Ich wollte mich bei dir entschuldigen", flüsterte der Rotschopf kaum verständlich.
„Ein bisschen lauter, Ron. Wir verstehen dich nicht", sagte Hermine streng.
„Ich wollte mich bei dir entschuldigen, Harry. Ich habe mich wirklich idiotisch benommen. Auf der Hochzeit und auch wegen dem Artikel zu Weihnachten. Tut mir leid."
Ron sah noch immer unsicher zu Boden.
„Weißt du, wir haben so viel zusammen durch gemacht, da wäre es doch bescheuert, wenn wir wegen irgend so einem Typ nicht mehr miteinender reden würden. Ich wollte dir das nur sagen. Falls heute was passiert, und ich dann keine Gelegenheit mehr dazu habe."
„Schon okay, Ron. Ich bin froh, wenn das vorbei ist. Wieder Freunde?" Harry reichte seinem besten Freund die Hand.
Nur einen Moment später schlug ein freudestrahlender Ron ein.
„Die Besten", strahlte er. „Ich habe dich wirklich furchtbar vermisst."
„Hab ich auch. Aber ich muss mir jetzt überlegen, wie ich es Seth beibringe. Der ist noch immer schrecklich wütend auf dich", lächelte Harry milde.
„Er ist wohl ziemlich ausgerastet."
„Nein, nicht gerade ausgerastet, glaub mir, wenn er ausgerastet wäre, würdest du jetzt nicht mehr hier stehen."
„Das ist nicht dein ernst oder?", fragte ein blasser Neville.
„Also, er würde doch nicht, ich denke... also er…" Die drei Freunde brachen in schallendes Gelächter aus.
„Das war ein Scherz, Neville", informierte Hermine den Zauberer.
Sie haben es als Scherz verstanden, doch ich bin mir nicht mal sicher, ob es nicht die Wahrheit war, dachte Harry leicht wehmütig.
„Ich hasse Wahrheitsserum", stöhnte Harry genervt, als er in die große Eingangshalle des Grimmauldplatzes apparierte.
„Wie kommst du auf Wahrheitsserum?", fragte der Dunkle Lord, der auf einem großen Tisch mitten in der Halle saß. Harry ging zu ihm hin, und achtete dabei gar nicht auf die Todesser, die überall in der Halle saßen oder standen.
„Nachdem sie euer Versteck leer vorgefunden haben, ihre wart übrigens sehr schnell fertig mit packen, wir haben nicht mal eine lächerliche Socke gefunden, haben sie jedem Wahrheitsserum verabreicht um den Verräter zu finden. Zum Glück kein Verita, sondern ein schwächeres, das die Möglichkeit für Auslegungen ließ. Es ist ja nicht gelogen, das ich nur Seth informiert habe oder?"
„Nein, es ist nicht gelogen, sie wissen ja nicht, wer ich wirklich bin. Die Aktion heute war aber wirklich ziemlich knapp. Verdächtigen sie dich auch nicht?", fragte Tom besorgt.
„Die und mich verdächtigen?" Harry lachte trocken auf.
„Du hast wohl vergessen, wer ich bin. Ich bin der Junge der lebt, der Retter der Zaubererwelt. Sie haben mir sogar nur Wahrheitsserum gegeben und mich befragt, weil sonst Moody gemeckert hätte. Er vertraut mir nicht, und das hat wohl größtenteils mit dir zu tun. Zum Glück ist der Rest des Ordens anderer Meinung."
„Beruhigend zu wissen", seufzte Tom und zog Harry in eine Umarmung.
„Ach ja", sagte Harry und ein sadistisches Lächeln stahl sich auf seine Lippen.
„Hast du deine Leute eigentlich aufgeklärt, was es mit uns auf sich hat? Genug Zeit hattest du doch."
Tom stöhnte genervt.
„Er hat uns nur gesagt, das du auf unserer Seite bist, aber keine Gründe genannt", mischte sich nun Narzissa ein.
„Die Gründe sind doch ziemlich simpel", wandte sich Harry nun an Mrs. Malfoy.
Doch in der großen Halle herrschte auf einmal solch eine Ruhe, das man seine Stimme deutlich überall hören konnte.
„Ihr habt euch doch noch an Weihnachten über den Artikel in der Hexenwoche lustig gemacht. Dieser Artikel war, sagen wir, eine kleine Racheaktion von einem Freund, der sich kindisch benehmen musste. Es war in gewisser Weise alles wahr. Und da ich nicht vor habe zu sterben, was ich tun müsste, wollte ich Tom töten, und da ich nicht vor habe, einen Krieg zu kämpfen, den ich nicht gewinnen kann, und Tom nicht bereit ist seine Pläne aufzugeben, ist das Einzige was ich tun kann, euch zu unterstützen."
„Und das sollen wir dir glauben!", rief Bellatrix wutentbrannt.
„Es ist mir egal, was ihr glaubt. An dem Tag, als ich akzeptiert habe, wer Tom wirklich ist, habe ich mir vorgenommen, euch allen ohne Vorurteil, und mit dem vergessen an die Vergangenheit gegenüber zu treten, und ich bin mir sicher, dass es mir oft nur schwer gelingen wird. Ich habe genug Gründe euch zu hassen, wie auch anders herum. Dich zum Beispiel Bella, weil du Sirius auf dem Gewissen hast. Wurmschwanz, aus Gründen, die ihr alle kennen solltet; Snape, für all die Schikanen und dem Mord an meinem Mentor, und nicht zuletzt sollte ich auch Tom hassen. Dafür das er mein Leben zur Hölle gemacht hat.
Bei Muggeln aufzuwachsen, die die Zauberei verabscheuen, ist nicht gerade förderlich für das eigene Wohlbefinden. Ihr habt, genauso wie ich, eure Gründe. Dadurch, dass Tom vor 16 Jahren verschwunden ist, saßen viele von euch in Askaban. Dadurch, dass ich euch vor fast zwei Jahren im Ministerium durch die Lappen gegangen bin, habt ihr von eurem Lord bestimmt nicht gerade Lobeshymnen erhalten, wenn ihr nicht sogar in Askaban gelandet seid. Aber Schluss jetzt mit meinen Reden, ihr werdet wohl alle anders darüber denken. Aber ihr solltet nicht mal daran denken, mir an den Kragen zu wollen, nur als Sicherheitsinformation. Es könnte euch ziemlich schnell das Leben kosten."
„Ach ja, du glaubst also, es mit uns aufnehmen zu können?", fragte Rabastan verwegen.
„Nein, ich glaube nicht, dass ich dafür schon gut genug bin, lassen wir mal die Tatsache außer Acht, dass ihr mich sowieso nicht töten könnt. Aber ich bezweifle, dass Tom auch nur ein heiles Haar an euch lassen wird, solltet ihr es versuchen."
Rabastan schluckte, und warf seinem Lord einen ängstlichen Blick zu.
„Dürfen wir wenigstens erfahren, wo wir sind?", fragte nun Augustus Rookwood.
„Natürlich werdet ihr das erfahren, doch wenn ihr wieder geht, muss ich euer Gedächtnis oblivaten. Aber ich dachte, wenigstens Bella oder Narzissa hätten euch gesagt, wo wir uns befinden."
„Woher sollte Mutter das wissen?", schnarrte Draco.
„Wir befinden uns im ehemaligen Hauptquartier des Phönixordens. Dem Grimmauldplatz Nummer zwölf, oder dem Haus der Familie Black."
„Was!", schrie Bellatrix und starrte ihn ungläubig an.
„Es hat Ähnlichkeit, ist aber niemals das unser Haus, ich war hier oft zu Besuch. Schon alleine das Bild meiner Tante fehlt, das hier immer in der Eingangshalle hing. Geschweige denn alle anderen Porträts, und es sind ganz andere Teppiche und Tapezierungen und…"
„Es ist sonst alles das gleiche. Hast du wirklich gedacht, wir würden alles so lassen, wie es war? Der Phönixorden hat hier einmal gründlich aufgeräumt als sie kamen. Obwohl sie nicht alle Erinnerungen an die Vorbesitzer beseitigen konnten."
„Das Bild hättest du niemals abbekommen, sie hat es mit schwarzer Magie an die Wand gehext. Keine Magie, die du beherrscht, bekommt es dort wieder weg."
„Aber es ist weg. Hast du wirklich gedacht, ich lebe sieben Monate mit dem mächtigsten Schwarzmagier der Welt unter einem Dach, ohne mich noch nicht mal mit der Materie der dunklen Künste auseinander zu setzen? Ich bin enttäuscht von dir, Bella."
Die Hexe schnappte hörbar nach Luft.
„Wenn das jetzt geklärt ist, noch ein paar Hausregeln für das Leben in meinem Haus.
Der zweite Stock ist für euch tabu. Das sind meine und Toms Zimmer. Versucht erst gar nicht die Passwörter zu knacken, das bekommt ihr sowieso nicht hin. Auch der Salon im ersten Stock ist verboten. Sollte einer von euch da rein gehen, gibt es keine Entschuldigung mehr, da wir uns auch gleich vor Moody stellen könnten und ganz laut schreien: Harry Potter ist zu Voldemort übergelaufen. Ich hoffe, euch ist das klar. Ich werde den Raum noch heute mit einem Passwort sichern.
Des Weiteren befindet sich der Gemeinschaftsraum, der gleichermaßen die Bibliothek ist, im dritten und obersten Stockwerk. Auch dort befindet sich ein Zimmer, dessen Betreten verboten ist. Die Tür ist auch gesichert. Die Küche ist dort die Treppe runter und Winky", die kleine Hauselfe apparierte neben ihrem Meister. „Ich erinnere dich an deinen Befehl, nichts was hier in diesem Haus geschieht irgendwo zu erwähnen, oder zu erzählen. Doch du musst nur den Anweisungen von mir folgen. Wenn du zum Beispiel keine Lust hast, die Wäsche der Todesser zu waschen, dürfen sie diese Aufgabe selbst übernehmen."
Auf Harrys Lippen bildete sich ein gehässiges Lächeln.
„Und ihr", wandte er sich nun an die Todesser, „solltet nett zu meiner Hauselfe sein, wenn ihr nicht ihre Aufgaben übernehmen wollt." Und aus irgendeinem ihm unbekannten Grund fühlte sich Harry unbeschreiblich gut, als er die entsetzten Gesichter von Voldemorts Anhängern sah.
„Sucht euch Zimmer im ersten Stock aus. Ihr werdet wahrscheinlich etwas zusammen rücken müssen."
Harry war schon dabei nach seiner Ansprache nach oben zu verschwinden, als er sich noch mal umdrehte, und sich an Tom wandte.
„Ich habe Hermine übrigens das Gedächtnis überarbeitet, sodass sie nicht zufällig hier auftauchen kann. Und ich hoffe, du hast deinen Leuten gesagt, das sie keine anderen Personen mit hierhin nehmen können, da ich der Geheimniswahrer bin."
